„Das lebende Buch“  – Bücher bewegen wie Harry Potter

„Das lebende Buch“ – Bücher bewegen wie Harry Potter

Die Haptik eines gedruckten Buches mit multimedialen Inhalten zu verbinden, ist schon lange ein Traum der Buchbranche. Eine Firma aus Augsburg bietet eine vielversprechende Lösung an. Ist Das lebende Buch tatsächlich der neue Heilige Buch-Gral?

Den Inhalt eines Buches zum Leben zu erwecken und Figuren über die Seiten laufen zu lassen, war bisher nur bei „Harry Potter“ möglich. Nur durch Zauberei kann die Trennung zwischen echter und digitaler Welt aufgehoben werden, doch normalsterbliche Verlage stehen immer noch vor der Entscheidung: Beeindruckend aufbereitete Inhalte mit allerlei multimedialen Spielereien – verpackt in der eher nüchternen Kunststoffhülle eines E-Books? Oder doch ein schönes klassisches Buch, leinengebunden und mit diesem ganz besonderen Geruch literarischer Verheißung – aber letztendlich immer auf Text und unbewegliche Bilder beschränkt?

Das Hauptproblem ist nun einmal, dass ein Bildschirm starr ist. Auch wenn bereits Prototypen folienähnlicher Monitore existieren und teils verblüffende 3D-Darstellungen erzeugen können, dürften diese noch für einige Jahre Zukunftsmusik bleiben. Aber Buchseiten ohne Umblättern? Da können wir doch auch gleich zu Steintafeln zurückkehren.

Futuristisches Lesen mit technischen Tricks

Die Gestaltungsagentur Liquid hat sich jetzt dieses Problems angenommen. Ihr Produkt Das lebende Buch ist ein Buch, aufwendig per Hand hergestellt und fadengeheftet, vorzugsweise im Großformat. Die Seiten sind ganz konventionell bedruckt, aber gefertigt aus speziell lichtempfindlichen Material. Dieses kann durch einen Projektor angestrahlt werden und so weitere Inhalte für den Betrachter enthüllen. Je nach aufgeschlagener Seite werden Videos und Audioateien wiedergegeben, auch Gerüche gehören zum Repertoire des Lebenden Buches.  Zumindest die Illusion entsteht, als ob sich der Leser durch ein ganz normales Buch bewegt. Er kann vor- und zurückblättern, Inhalte noch einmal abrufen oder Seiten überspringen, ohne an einen fest vorgegebenen Ablauf gebunden zu sein. Durch Berühren können erneut weitere Informationen abgerufen werden. Dabei kommt die Installation ohne Tasten oder Interface aus, der Projektor erkennt automatisch die jeweils aufgeschlagene Seite.

Einen guten Eindruck verschaffen von den vielfältigen Möglichkeiten kann man sich in diesem Video, wo der Einsatz im Mercedes-Benz-Museum gezeigt wird:

https://www.youtube.com/watch?v=UXtQSmkT25g

Keine Lösung für Verlage

Trotz sehr benutzerfreundlicher Gestaltung ist der praktische Nutzen dieser mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Idee nüchtern betrachtet für die Buchbranche eher gering. Das Buch selbst braucht immer noch eine sperrige Projektionsanlage, um zu funktionieren. Interessant ist diese Technologie vor allem für Museen, Messeaussteller u.ä., die eine extravagante Form für die Präsentation ihrer Inhalte suchen. Auf den Leser macht es auf jeden Fall ordentlich Eindruck, zudem kann er auch selbst Daten in das Buch hochladen. Die Agentur bietet zu ihrer Technologie gleich ihre kreative Expertise mit an, um Firmenkunden bei der Erstellung der Inhalte zu helfen.

Zweifellos also eine kostspielige, aber sehr wirkungsvolle . Leider nicht das, wonach verzweifelte Verlage auf der Suche nach dem digitalen Wunder suchen, aber zumindest eine weitere hochinteressante Neuinterpretation des Mediums Buch. Das lebende Buch zeigt auch einmal mehr, dass Innovationen in der Buchbranche selten selbst von dieser produziert werden. Wie seit Jahrhunderten bringen „fachfremde“ Tüftler aus Industrie, Handwerk und IT-Branche ihr Können von außen ein.

Autor: Niklas Gaube

Dangerous Minds in Literature Vol.2 – Hunter S. Thompson

Dangerous Minds in Literature Vol.2 – Hunter S. Thompson

Hunter S. Thompson, geboren im guten und hochgebildeten Hause einer Südstaatenfamilie, war zwar gebildet, pflegte bei weitem aber nicht das Leben, welches man in seinen Kreisen üblicherweise einschlug. Thompson lebte auf der Überholspur –  sein ewiger Begleiter „Geschwindigkeit“. Einer seiner Leitsprüche: „Ich muss mich massiv zuknallen“. Er liebte Drogen, Alkohol, Football und das Schreiben, wobei man letzteres auch ab und zu als Hassliebe von Thompson ansehen kann.

„Einzig wichtig ist jetzt noch zu Fear and Loathing anzumerken, dass das Schreiben Spaß machte, und das ist selten – zumindest bei mir, denn ich habe die Schreiberei schon immer als den hassenswertesten aller Jobs angesehen. Vielleicht gleicht es darin dem Ficken – es macht nur den Amateuren Spaß. Alte Huren haben nicht viel zu kichern.“

– Hunter S. Thompson

 

Thompson der Schriftsteller

Pic Hunter S. Thompson
Hunter S. Thompson in Aktion. © wikimedia commons

Der junge Hunter begeisterte sich schon früh für Literatur und engagierte sich unter anderem bei seiner eigenen kleinen Zeitung und einer Literatur-Vereinigung, von welcher er jedoch wegen einer 60-tägigen Haft ausgeschlossen wurde. Er arbeitete danach überwiegend als Sportreporter, unter anderem für seine Kasernenzeitung, die El Sportivo und als Korrespondent für den National Observer.

Im Jahr 1965 kontaktierte der Herausgeber der Zeitschrift The Nation Thompson, um ihn für eine Reportage über die Hells Angels zu begeistern. Thompson verfasste diesen in einer bewusst subjektiven und direkten Art und Weise, woraufhin mehrere Verlage auf ihn aufmerksam wurden und Interesse an dem Buch über die Hells Angels zeigten. Daraufhin verbrachte er fast ein Jahr mit dem Motorradclub. Das daraus resultierende Buch erschien 1966 bei Random House und wurde zum Sprungbrett für Thomspson, denn nun druckten mehrere Zeitungen und Zeitschriften seine Artikel und er konnte endlich vom Schreiben leben.

Eine seiner womöglich wichtigsten und interessantesten Stationen verbrachte er beim Rolling Stone Magazine. Thomspon gehörte schon frühzeitig zu den Autoren des Magazins und entwickelte seinen eigene Art zu schreiben. Der Gonzo–Journalismus war geboren. Weitere wichtige Werke Thompsons waren unter anderem Fear and Loathing in Las Vegas oder The Rum Diary.

Pic Las Vegas Sign
Fear and Loathing in Las Vegas © Pexels/pixabay

Das Leben des Hunter S. Thompson

Das Leben des Hunter S. Thompson lässt sich als eine Aneinanderreihung von Höhen und Tiefen beschreiben, eine Verkettung von Euphorie und Depression, eine Paarung aus Verzweiflung und Zufriedenheit.

Er nahm sein Leben selbst in die Hand und wollte „richtig leben“. Er blieb sich und seiner Linie treu, selbst zum Zeitpunkt seines Todes. Thompson war kein einfacher Zeitgenosse, pflegte aber viele Freundschaften unter anderem zu Keith Richards, Bob Dylan, Jack Nicholson und Johnny Depp.

Er nahm bis zuletzt selbstbestimmt sein Leben in die Hand. So auch am 20.2.2005, als er sich an seinem Schreibtisch in Woody Creek durch einen Kopfschuss das Leben nahm. Dies geschah weder aus Verzweiflung noch Depressionen oder Schwierigkeiten. Er wollte einfach zum richtigen Zeitpunkt, seiner Meinung nach, abtreten. Es grenzt an ein medizinisches Wunder, dass Thompson nicht schon früher gestorben ist, bedenkt man die Unmengen an Alkohol und Drogen, die er sich allein innerhalb eines Tages einverleibt hatte. Hier ein Tag aus dem Leben des Hunter S. Thompson:

3:00 p.m.: Rise

3:05 p.m.: Chivas Regal with the morning paper, Dunhills

3:45 p.m.: Cocaine

3:50 p.m.: Another glass of Chivas, More Dunhills

4:05 p.m.: First cup of coffee, Dunhill

4:15 p.m.: Cocaine

4:16 p.m.: Orange juice, Dunhill

4:30 p.m.: Cocaine

4:54 p.m.: Cocaine

5:05 p.m.: Cocaine

5:11 p.m.: Coffee, Dunhills

5:30 p.m.: More ice in the Chivas

5:45 p.m.: Cocaine, etc.

6:00 p.m.: Weed to take the edge off

7:05 p.m.: Lunch of Heineken, two margaritas, coleslaw, taco salad, double order of fried onion rings, carrot cake, ice cream, a bean fritter, Dunhills, another Heineken, cocaine, and a snow cone for the ride home (a glass of shredded ice with Chivas poured on top).

9:00 p.m.: Starts snorting cocaine seriously

10:00 p.m.: Drops acid

11:00 p.m.: Chartreuse, cocaine, and weed

11:30 p.m.: Cocaine, etc.

12:00 a.m.: Time to write

12:05-6:00 a.m.: Chartreuse, cocaine, weed, Chivas, coffee, Heineken, clove cigarettes, grapefruit, Dunhills, orange juice, gin, and porn watching

6:00 a.m.: In the hot tub, champagne, Dove bars, and fettuccine alfredo

8:00 a.m.: Halcyon

8:20 a.m.: Sleep

Quelle: Carroll, E. Jean (2011-10-04). Hunter: The Strange and Savage Life of Hunter S. Thompson (Kindle Locations 196-221).

Keine letzten Worte. Kein letztes Lebewohl. Er ging, wie er gekommen war: Mit einem Knall. Das ist sehr wörtlich zu nehmen. Thompson wurde nämlich, so wie er es wollte, auf seinem Anwesen in Woody Creek bestattet. Die Beerdigung war jedoch nicht wie jede andere, sonst wäre es auch nicht die Beerdigung des Hunter S. Thompson gewesen. Denn seine Asche wurde weder verstreut, noch in einer Urne beigesetzt. Sie wurde durch eine Kanone in alle Himmelsrichtungen gefeufert.

Sieben Monate nach seinem Tod erhielten dann doch seine Frau und alle Leser des Rolling Stone Magazins unerwartet die letzten Worte des Hunter S. Thompson:

„Keine Spiele mehr. Keine Bomben mehr. Kein Laufen mehr. Kein Spaß mehr. Kein Schwimmen mehr. 67. Das ist 17 Jahre nach 50. 17 mehr als ich brauchte oder wollte. Langweilig. Ich bin nur noch gehässig. Kein Spaß – für niemanden. 67. Du wirst gierig. Benimm dich deinem hohen Alter entsprechend. Entspann` dich – dies wird nicht wehtun.“

 

Autor: MK

 

 

 

Lerche liest: Bücher über… Vinyl

Lerche liest: Bücher über… Vinyl

Das Jahr 2012 markierte den Beginn eines Phänomens, welches viele Experten nie für möglich gehalten hatten: Die Rückkehr der Schallplatte als Umsatzbringer für die Musikindustrie. Auch die Verlagsbranche profitiert mit, denn immer wo großes Interesse für ein Thema besteht, gibt es auch Nachfrage nach Büchern. Wir haben vier Buchtipps für Vinyl-Enthusiasten zusammengetragen und stellen sie hier kurz vor.

Die Wiederkehr der Totgeglaubten

Der totgeglaubte Tonträger hatte seit dem Siegeszug der CD Mitte der 80er Jahre immer weiter an kommerzieller Bedeutung verloren und war scheinbar nur noch für DJs und Traditionalisten relevant. Dies sollte knapp zwei Jahrzehnte dauern. Die CD steckte mittlerweile in der Krise und Downloads und Streaming waren die neuen Konsumformen für Musik geworden. Doch den Nutzern fehlte etwas: Millionen Songs und Alben stehen auf Servern rund um die Welt jederzeit zur Verfügung, jedoch besitzt man die Musik nicht mehr, sondern mietet sie entweder oder hortet Dateien auf Festplatten. Die Sehnsucht nach einem auditiven, visuellen und haptischen Gesamterlebnis trieb die Menschen fort von der digitalen Cloud zurück in die analoge Welt. Der Besitz einer eigenen Sammlung, die zwar begrenzt, dafür aber präsent und individuell ist, brachte die Leidenschaft für Vinyl zurück.

 

Zum Nachschlagen: Vinyl Lexikon

pic Vinyl Lexikon
© schwarzkopf-verlag.net

Autor Frank Wonneberg hat mit seinem Vinyl-Lexikon einen echten Klassiker geschaffen. Das Nachschlagewerk kommt edel aufgemacht im großformatigen Hardcover mit Schutzumschlag daher und ist auf vollfarbigem Bilderdruckpapier gedruckt. Auf 320 Seiten finden sich Erläuterungen zu knapp 1 000 Fachbegriffen. Sowohl Einsteiger als auch Veteranen finden hier garantiert, was sie suchen. Die im November 2016 erschienene, aktualisierte und erweiterte 3. Ausgabe ist auf 1 111 Exemplare limitiert bietet neben der Historie des Mediums, Hinweisen zur korrekten Lagerung und Label-Kunde umfassendes Hintergrundwissen in allen relevanten Bereichen. Die umfangreichen Bildstrecken machen das Werk zu einem Coffee-Table-Book, welches man auch ohne konkrete Informationsvorstellung gern zum Blättern in die Hand nimmt. Im Gegensatz zu den diversen Internetforen die mit viel Halbwissen und Mythen gefüllt sind, kann man sich beim Vinyl-Lexikon sicher sein, dass die aufwendig recherchierten Informationen wirklich der Wahrheit entsprechen, was den Preis von knapp 50 Euro zusätzlich rechtfertigt.

Mehr Informationen unter www.vinyl-lexikon.net

Frank Wonneberg: Vinyl Lexikon: Fachbegriffe, Sammlerlatein, Praxistipps

320 Seiten

49,99€

Schwarzkopf & Schwarzkopf

ISBN 978-3-86265-622-6

 

Für das Verständnis: Vinyl – Die Magie der schwarzen Scheibe

pic Vinyl Lexikon
© amazon.de/Edition Olms

Wie der Name dieses Buches schon sagt, geht es hier um die Magie von Vinyl. Das Zelebrieren von Musik, also nicht nur das reine Hören mit den Ohren, sondern das Berühren mit den Händen, das Riechen mit der Nase und die Wertschätzung durch die Liebhaber von Platten werden hier thematisiert. Außerdem bietet das Werk eine Einführung in Geschichte und Gegenwart des Mediums. Die Produktion des „schwarzen Goldes“ wird beleuchtet und die Rezeption des Mediums analysiert. Prägende Labels und wichtige Personen des Musikbusiness finden ebenfalls Erwähnung. Es geht also um das Verständnis für die Vinyl-Kultur und deren Anhänger. Der Autor hat sich die Mühe gemacht, eine Liste besonderer Plattenläden auf der ganzen Welt anzufertigen, was das Buch so auch zum Reiseführer macht. Reich bebildert bietet die Lektüre Schauwerte und wird durch eine wertige Verarbeitung abgerundet. Der Schreibstil des erfahrenen Musik-Journalisten Mike Evans fängt die Faszination des Mediums perfekt ein und wirkt mit jeder Zeile authentisch. Ein ideales Buch für Einsteiger in die wunderbare Welt der Schallplatte.

Mike Evans: Vinyl – Die Magie der schwarzen Scheibe. Grooves, Design, Labels, Geschichten und Revival

256 Seiten

29,95€

Edition Olms

ISBN 978-3-283012373

 

Für das Auge: Rock Vinyl – Die 700 Legendärsten Plattencover

pic Rock Vinyl
© amazon.de/Heel

Zu einem guten Album gehört auch immer die Verpackung. Das Auge hört quasi mit. Das dachte sich auch der französische Autor Dominique Dupuis und stellte das Plattencover in den Mittelpunkt der Betrachtung. 700 wichtige Hüllen hat er in seinem Buch versammelt und vollzieht anhand der Bilder eine Reise durch die Geschichte der Rockmusik. Diese wird durch persönliche Anekdoten aus dem Leben des Verfassers ergänzt. Wichtige Illustratoren und ihre Werke werden im Detail porträtiert und die Besonderheiten der Stile hervorgehoben. Das Buch eignet sich hervorragend zum Schmökern und bietet eine gute Inspirationsquelle für das Entdecken von Musik beim nächsten Besuch im Plattenladen. Mittlerweile ist sogar eine weitere Ausgabe erschienen, die sich speziell mit dem Genre Progressive Rock befasst.

Dominique Dupuis: Rock Vinyl – Die 700 Legendärsten Plattencover

264 Seiten

29,90€

Heel

978-3-868525816

 

Für Sammler: Dust & Grooves – Plattensammler und ihre Heiligtümer

pic Dust&Grooves
© amazon.de/Eden

Das letzte Buch in unserer kleinen Zusammenstellung ist etwas Besonderes. Ursprünglich ein Foto-Blog über Plattensammler und ihre Kollektionen wuchs das Projekt von Eilon Paz immer mehr und wurde schließlich zum großformatigen Wälzer. Finanziert wurde die Transformation von Web zu Print via Crowdfunding durch Fans des Blogs und passionierte Sammler. Das Werk ist dabei in zwei Parts unterteilt: Die ersten 250 Seiten zeigen je ein ganzseitiges Bild mit dem Zitat eines Sammlers im Umfeld seiner Schätze, gefolgt von 12 umfangreichen Interviews, die tiefer in die Materie vordringen und persönliche Geschichten zeigen. Unter den Porträtierten sind sowohl bekannte als auch unbekannte DJs, Plattenhändler, Produzenten und ganz „normale“ Sammelwütige. Das Vorwort stammt vom WuTang-Clan-Rapper RZA und zeigt, dass auch Größen aus dem internationalen Musikbusiness der Sammelleidenschaft für Vinyl ebenso verfallen sind, wie die Leute, die man auf Plattenbörsen und in Läden auf der Suche nach dem nächsten Juwel trifft.

Mehr auf www.dustandgrooves.com

Eilon Paz: Dust & Grooves – Plattensammler und ihre Heiligtümer

448 Seiten

49,95€

Eden Books

ISBN 978-3-959100175

 

Autor: Norman Zwanzig

Der Lerche-Veranstaltungsplaner für Februar

Der Lerche-Veranstaltungsplaner für Februar

Manege frei! Auch im Februar kommt es zu einer illustren Zusammenstellung an Veranstaltungen in Leipzig. Es erwartet euch ein kunterbuntes Programm, und auch ein wenig Theater.  Also seht her und staunt, was der Februar für euch bereithält.

 

3.2. – 4.2.2017

Bewegungskunstpreis

Beim Bewegungskunstpreis erwarten euch die besten Produktionen des freien Theaters in Leipzig. Diese wurden von einer fünfköpfigen Jury bestimmt und werden noch einmal zum Besten geben.

Monetos:         13€ / 8€ ermäßigt

Beginn:           variiert je nach Vorführung

Spot:               Lofft – Das Theater, Lindenauer Markt 21, 04177 Leipzig

Schaubühne Lindenfels, Karl-Heine-Straße 50, 04229 Leipzig

die naTo, Karl-Liebknecht-Straße 46, 04275 Leipzig

Tanzerei Flugfisch, Gustav-Adolf-Str. 45 (Waldplatz), 04105 Leipzig

Web:               http://bewegungskunstpreis.de/

 

5.2.2017

Tag der Offenen Tür im Grassi-Museum

Bereits Anfang Februar lässt das Grassi-Museum seinen Vorhang fallen und veranstaltet einen Tag der Offenen Tür. Hierbei dürft ihr alle drei Museen im Grassi besuchen und könnt euch vom Keller bis zum Dachgeschoss alles anschauen, wie es euch beliebt. Zusätzlich wird es auch noch zahlreiche Veranstaltungen geben. Das Beste dabei: es ist gratis. Ihr könnt also nur gewinnen!

Monetos:         kostenlos

Beginn:           10 – 18 Uhr

Spot:               Grassi-Museum, Johannisplatz 5-11, 04103 Leipzig

Web:               http://www.grassimuseum.de/ausstellungen/tag-der-offenen-tuer.html

 

9.2. – 12.2.2017

Rundgang der HGB

Hereinspaziert, hereinspaziert! Die Hochschule für Grafik und Buchkunst öffnet ihre Pforten für einen Rundgang durch die Räume der Hochschule. Ihr könnt Einblicke in die Bereiche Malerei/Grafik, Fotografie, Buchkunst/Grafik-Design und Medienkunst erhalten. Vorgestellt werden Werke von Studierenden, DimplomandInnen und MeiserschülerInnen. Also werft einen kleinen Blick in die HGB, es lohnt sich sicherlich.

Monetos:         kostenlos

Beginn:           Do.:18.00 – 24.00 Uhr; Fr/Sa: 11.00 – 22.00 Uhr; So:11.00 – 22.00 Uhr

Spot:               Hochschule für Grafik und Buchkunst, Wächterstraße 11, 04107 Leipzig

Web:               http://www.hgb-leipzig.de/index.php?a=aktuell&calid=4280&

 

21.02.2017

7:77 – Open Stage

Bei Sieben Minuten und Siebenundsiebzig Sekunden ist die Wahrscheinlichkeit hoch, überrascht zu werden. Denn es werden Kleinkunst, Tanz, Musik, Stand–up Comedy und Ähnliches aufgeführt. Die Protagonisten haben genau 7 Minuten und 77 Sekunden, um euch von ihrem Können zu überzeugen. Man weiß nicht genau, was einen an diesem Abend erwarten wird. Also schaut vorbei und lasst euch überraschen!

Monetos:         8€ / 6€ ermäßigt

Beginn:           20.00 Uhr

Spot:               Neues Schauspiel Leipzig, Lützner Str. 29, 04177 Leipzig

Web:               http://www.neues-schauspiel-leipzig.de/details/777–die-open-stage,902

 

22.02.2017

Thriller Tour – DARK WEB

Ihr möchtet euch in die Tiefen des Internets vorwagen, ohne je die Schwelle des Düsteren überschritten zu haben? Dann schaut bei der Thriller Tour vorbei. Veit Etzold, fünffacher Spiegel-Bestseller Autor, wird euch gerne bei eurem Schritt begleiten und mitnehmen auf eine Reise in die verwinkelten Ecken des Dark Web.

Monetos:         21€

Beginn:           20.00 Uhr

Spot:               Leipziger Central Kabarett, Markt 9, 04109 Leipzig

Web:               http://www.centralkabarett.de/spielplan/alle-programme/detailansicht/veit-etzold-thriller-tour-dark-web/article//61/

 

23.02.2017

Doppelspaltversuch am lebenden Menschen

Der Mensch ist ein merkwürdiges Wesen. In einem Moment ist er überglücklich und könnte Bäume ausreißen. Im nächsten Moment ist er zu Tode betrübt und möchte sich am Liebsten in einer dunklen Ecke verkriechen. Das „Noch Besser Leben“ lädt zu einer literarischen Reise über die Wellenberge der menschlichen Emotionen ein.

Monetos:         kostenlos

Beginn:           20.30 Uhr

Spot:               Noch Besser Leben, Merseburger Str. 25, 04229 Leipzig

Web:               http://prinz.de/leipzig/events/591746-doppelspaltversuch-am-lebenden-menschen

 

Autor: Michael Kroschwald

 

 

 

 

 

 

 

 

DIY – Highlightregal

DIY – Highlightregal

Egal ob Bücher, Zeitschriften oder sogar das E-Book – das Lieblingsmedium verdient auf jeden Fall einen besonderen Platz. Und genau deshalb habe ich euch eine Bastelanleitung für ein Regal mitgebracht, in dem sie besonders zur Geltung kommen.

Vorweg sei gesagt, dass ich hierfür eine relativ einfache Form genutzt habe, die sich natürlich nach Belieben abändern lässt (wie auch die Farbe).

Was ihr braucht: Pressspanplatte – ausreichend groß für alle Teile des Regals – Lineal, Bleistift, Winkelmesser, Farbe (ich habe Kreidefarbe verwendet, da diese besonders schön deckt und man das Holz vorher nicht abzuschleifen braucht), Sandpapier und eine Laubsäge bzw. eine Stichblattsäge (geht deutlich schneller). Außerdem noch Nägel und/ oder Holzkleber.

Bild DYI Highlightregal
© Maxi Pfeil

 

Zuallererst zeichnet ihr euch die Vorderseite, die Rückseite, den Boden und die beiden Seitenwände auf das Holz. Verwendet dafür den Winkelmesser, damit ihr schöne rechteckige Recken bekommt.

 

Maß nehmen & sägen

Zur Orientierung habe ich hier für euch meine verwendeten Maße (Pressspanplatte 6mm dick):

Bild DYI Highlightregal Maße
© Maxi Pfeil

 

Bild DYI Highlightregal
© Maxi Pfeil

Wenn ihr alle Teile aufgezeichnet habt, kommt jetzt der lustige Teil: Das Aussägen. Ich habe die elektrische Stichblattsäge verwendet, wodurch das ganze Unterfangen vielleicht 20 Minuten gedauert hat (Ich bin nicht die schnellste).

Bild DYI Highlightregal
© Maxi Pfeil

Am Ende hatte ich schöne, gerade Kanten, die ich nur noch kurz mit dem Sandpapier abschleifen musste, da die Kanten beim Sägen gegen die Faserrichtung rau werden.

 

Bild DYI Highlightregal
© Maxi Pfeil
Bild DYI Highlightregal
© Maxi Pfeil

 

Weiterverarbeitung & Veredelung

Sie beiden Seitenteile müssen an je einer der langen Kanten noch angeschrägt werden, sonst passen sie dann nicht bündig mit dem Boden zusammen.

Anschließend werden die Teile in der Wunschfarbe bemalt. Ich habe mich für ein schönes grün entschieden und wie bereits erwähnt Kreidefarbe verwendet, die super gedeckt hat und außerdem noch sehr ergiebig war.

Bild DYI Highlightregal
© Maxi Pfeil

 

Zum Schluss werden die Teile zusammengefügt und entweder mit Nägeln oder Holzkleber fixiert. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann gerne auch beides verwenden.

Sobald alles getrocknet ist, ist das Regal einsatzbereit. Es kann entweder hingestellt, oder an der Wand montiert werden.

Autorin: Maxi Pfeil

Hauptsache wir sind auf Facebook – Social Media in Verlagen

Hauptsache wir sind auf Facebook – Social Media in Verlagen

Was haben Spiegel, Stern sowie die Zeit gemeinsam? Richtig! Alle sind sie auf der Plattform Facebook vertreten. Social Media hat die Medienwelt sowie das Marketing für Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Kaum ein Verlag möchte die Chance ungenutzt lassen, sich auf Facebook zu etablieren und durch Kampagnen sowie Posts noch mehr Aufmerksamkeit, vor allem die der jungen Nutzer, auf sich zu ziehen.

Welche Macht hat Facebook?

Die Zahlen der weltweit größten Social Media-Plattform, welche 2004 durch Mark Zuckerberg in Cambridge gegründet wurde, sind beachtlich. Social Media ist schon längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Knapp 28 Millionen Nutzer bewegen sich 2016 allein in Deutschland auf Facebook.  Die Zeit, die Rezipienten für soziale Netzwerke nutzen, übersteigt längst die, welche für den Besuch von Zeitungswebsites aufgewendet wird. Dieses geänderte Nutzerverhalten zwingt den Journalismus seine Rolle sowie sein Angebot zu überdenken und sollte Grund genug für Verlage sein, den Weg des Marketings über diesen Kanal zu beschreiten. Zeitungen haben damit die Chance, ihre Bedeutung innerhalb der Internet- und Nachrichtenrezeption zurückzugewinnen.

Die Vorteile, welche Facebook den Medienunternehmen bietet, sind ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Derzeit ist die Schaltung von redaktionellen Inhalten auf Social Media-Kanälen wie Facebook der in anderen Medienkanälen wie Zeitungen oder Fernsehen haushoch überlegen. Sie ist nicht nur kostengünstiger, sondern bietet den Verlagen weit mehr Vorteile. Redaktionen, welche die sozialen Netzwerke pflegen, agieren in keinem völlig neuen Betätigungsfeld. Im Gegenteil: Dialog gehört zum Wesen des Journalismus. Waren die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Journalisten und Rezipienten noch früher mit relativ hohen Hürden verbunden, ist heute durch soziale Netzwerke eine größere Nähe zum Nutzer möglich. Die Kehrseite der Medaille lässt sich allerdings in den sogenannten „Shitstorms“ finden. Negatives Feedback kann heutzutage zum Selbstläufer in den Netzwerken werden und den Ruf eines Unternehmens auf lange Sicht kaputt machen. Es gibt mittlerweile unzählige Beispiele, in denen sowohl Unternehmen als auch Personen des öffentlichen Lebens den anonymen Kommentaren der Nutzer zum Opfer gefallen sind und sich in der medialen Öffentlichkeit nie wieder erholt haben. Daher ist immer viel Fingerspitzengefühl und Professionalität bei der Bedienung von sozialen Netzwerken notwendig. Aus diesem Grund sollte kein Verlag der Auffassung sein, Social Media „mal eben nebenbei“ zu bewerkstelligen oder durch den Praktikanten zu managen.

Wo stehen die Verlage im Zeitalter von Facebook?

Generell kann eine redaktionelle Facebook-Seite nicht als Ersatz zu traditionellen Marketinginstrumenten innerhalb eines Verlages wahrgenommen werden. Sie sollte ein Baustein sein, um den Verlag zukunfts- und nutzerorientiert aufzustellen. Sie allein wird weder Klick- noch Verkaufszahlen dramatisch erhöhen oder den Unternehmenserfolg verbessern. Sie ist eine Maßnahme, welche sich im Rahmen eines Gesamtkonzeptes des Verlages integrieren und dabei zum Erfolg beitragen sollte. Derzeit haben die traditionellen Medienhäuser wie Süddeutsche, Stern oder die Zeit noch enorm Nachholbedarf, was Social Media angeht. Die Zahlen ihrer Facebookseiten rangieren ungefähr auf der gleichen Ebene wie Siemens oder Vapiano mit knapp 400.000 Likes, obwohl sie doch deutlich mehr zu erzählen haben. Es ist somit an der Zeit, dass Verlage ihre digitale Rolle im Zeitalter Facebook und Co. deutlich ernster nehmen.

Autor: David Barthelmann

Der Lerche-Veranstaltungsplaner für Januar

Der Lerche-Veranstaltungsplaner für Januar

Wir Lerchen wünschen euch viel Erfolg im neuen Jahr bei euren Vorsätzen und Zielen! Hoffentlich habt ihr euch schön erholt von den Weihnachtsstrapazen und seid frisch für die Veranstaltungen im Januar. Von PoetrySlam und Überraschungskino bis zum Theaterstück ist wieder alles dabei!

 

11.01.2017

Livelyrix Campus Slam

Das wurde aber auch Zeit! Leipzig hat einen Campus Slam. Endlich gibt es einen Grund, als Geisteswissenschaftler*in nach 13 Uhr noch in der Uni zu sein! Das Line-Up des PoetrySlams besteht aus den Besten der Besten aus Deutschland, Sachsen und Thüringen.

Monetos:           10€ VVK/12€ AK

Einlass:              18:00 Uhr, Beginn 18:30 Uhr

Spot:                   Audimax, Campus Augustusplatz, 04109 Leipzig

Web:                   http://www.livelyrix.de/veranstaltung/livelyrix-praesentiert-campus-slam/

 

15.01.2016

Lyrik, Kaffee, kurze Prosa

Einmal monatlich am Sonntagnachmittag präsentieren Vertreter der Ostleipziger Autorengruppe „WortArt“ um Helga Rahn gemeinsam mit wechselnden Gästen Lyrik und Prosa aus eigener Feder. Ein offener Nachmittag zum regen Austausch – zuhören, diskutieren, vielleicht auch eigene Texte vorstellen …

Monetos:           5€

Beginn:              15:30 Uhr

Spot:                   Laden auf Zeit, Kohlgartenstr. 51, 04315 Leipzig

Web:                  http://www.theaterpack.com/spielplan/lyrik_kaffee_kurze_prosa_3/th322_index_0.htm

 

03.12.2016 – 14.01.2017

Meerschmerz – MOŻE Współdzielne

In Halle 14, einem alten Industriebau, werden seit einigen Jahren Ausstellungen der besonderen Art präsentiert. Bis Mitte Januar ist noch die Medieninstallation „Meerschmerz“ zu bestaunen. Doch nicht nur staunen kann man, sondern auch philosophieren, denn es geht um die Erfahrung von Beklemmung und Unzufriedenheit mit der physischen Umwelt.

Spot:                     Halle 14, Zentrum für zeitgenössische Kunst, Leipziger Baumwollspinnerei,

 Spinnereistr. 7, 04179 Leipzig

Web:                     http://www.halle14.org/aktuelle-ausstellungen.html

 

18.01.2017

Die Ilses Erika Kinobar

Am 18.01. öffnet zum ersten Mal die Ilses Erika Kinobar für euch und das auch noch kostenlos!
Während des noch nicht bekannt gegebenen Films könnt ihr entspannt eure Fritz-Cola schlürfen
und euch zurück lehnen.

 

Monetos:           keine, ist umsonst

Beginn:             20 Uhr

Spot:                  TANZCAFÉ ILSES ERIKA, Bernhard-Göring-Str.152, 04277 Leipzig

Web:                   http://www.ilseserika.de/termine-65/neu-die-ilses-erika-kinobar-neu.html

 

27.01.2017 – 28.01.2017

Der Herr der Diebe- Nach dem Roman von Cornelia Funke

Eine Gruppe Jugendlicher hat, dem Roman von Cornelia Funke nachempfunden, ein Theaterstück auf die Beine gestellt und führt diese im Werk 2 vor. Darum geht’s: Scipio, der Herr der Diebe, ist der geheimnisvolle Anführer einer Kinderbande in Venedig, die er mit dem Verkauf der Beute aus seinen Raubzügen über Wasser hält. Keiner kennt seine wirkliche Herkunft und die Schwierigkeiten, mit denen er kämpft. Auch nicht zwei Ausreißer, die auf der Flucht vor ihrer Tante und einem Detektiv Unterschlupf bei der Bande gefunden haben. Als Scipio von einem magischen Karussell erfährt, beginnt ein gefährliches Abenteuer.

Monetos:           VVK 9€/Ermäßigt 5€

Einlass:              18 Uhr, Beginn 18:30 Uhr

Spot:                   Halle D, WERK 2 – Kulturfabrik Leipzig e.V., Kochstr. 132, 04277 Leipzig

Web:                   http://www.werk-2.de/programm/2017-01-27_der_herr_der_diebe

 

29.01.2017

Franz Schubert – Winterreise

Wer Texte lieber gesungen serviert bekommen möchte, ist im Horns Erben genau richtig. Dort werden Ende Januar Franz Schuberts bekannte Lieder auf Texten von Wilhelm Müller zum Besten gegeben. Der inhaltliche Bogen spannt sich metaphorisch über die jammervolle Trostlosigkeit einer zerbrochenen Liebe, hin zur fatalen Erkenntnis der deprimierenden Kluft zwischen Ideal und Wirklichkeit. Ein bisschen Melancholie zur kalten Jahreszeit.

Monetos:           VVK 10€/AK 12€

Beginn:              18 Uhr, Ende 20 Uhr

Spot:                  Horns Erben, Arndtstraße 33, Leipzig, 04275

Web:                   http://www.horns-erben.de/veranstaltungen/

 

 

P.S.: Den kleinen weißen Hirsch auf dem Foto könnt ihr im Wildpark live sehen und mit der Hand füttern.

Autorin: Viktoria Gamagina

Frohe Weihnachten mit der Leipziger Lerche!

Frohe Weihnachten mit der Leipziger Lerche!

Markt und Straßen stehn verlassen,

Still erleuchtet jedes Haus,

Sinnend geh ich durch die Gassen,

Alles sieht so festlich aus.

 

An den Fenstern haben Frauen

Buntes Spielzeug fromm geschmückt

Tausend Kindlein stehn und schauen,

Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern

Bis hinaus ins freie Feld,

Hehres Glänzen, heilges Schauern!

Wie so weit und still die Welt!

 

Sterne hoch die Kreise schlingen,

Aus des Schnees Einsamkeit

Steigts wie wunderbares Singen –

Oh du gnadenreiche Zeit!

 Joseph von Eichendorff

 

 

 

Das Lerche-Team wünscht euch allen eine besinnliche Weihanchtszeit mit euren Familien, einen fleißigen Weihnachtsmann und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

 

Medien in der Vertrauenskrise: wirklich nur dumme Konsumenten?

Medien in der Vertrauenskrise: wirklich nur dumme Konsumenten?

Die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten setzt diesem Jahr einen bitteren Abschluss und stürzte die Medien einmal mehr in Selbstzweifel: Nach dem Präsidenten-Votum in Österreich, dem Brexit und mehreren deutschen Landtagswahlen hatten sie erneut den Ausgang einer bedeutenden politischen Weichenstellung grundlegend falsch eingeschätzt. Warum nur hörten die Leser und Zuschauer nicht mehr auf die durchaus begründeten Warnungen? Wieso entzieht sich das Handeln breiter Bevölkerungsschichten zunehmend jeder Rationalität?

Da es noch relativ neu ist, hat dieses Phänomen bisher kaum Aufmerksamkeit durch die Wissenschaft erfahren, und so gleicht die Suche nach den Gründen manchmal eher einem Ratespiel. Vor allem in den USA wird gern der Kampfbegriff „White Trash“ ins Feld geführt. Demzufolge sind viele Menschen einfach zu ungebildet und egoistisch, um eine Situation aus einer anderen Perspektive als ihrer eigenen zu bewerten. Ihnen fehlt die Fähigkeit für offenes und kritisches Denken, geleitet von Fakten und nicht von Gefühlen oder Doktrinen. Hierzulande etabliert sich für diese Entwicklung gerade der Begriff einer „postfaktischen Gesellschaft“, welcher eben erst zum Wort des Jahres gewählt wurde. Doch ist das nicht eine ziemliche Milchmädchenrechnung? Kulturpessimismus hin oder her, aber mehr oder weniger die Hälfte der Einwohner jedes größeren westlichen Landes als dumm und charakterschwach zu bezeichnen, sollte zumindest in eben jenen seriösen Medien nicht ohne handfeste Beweise in Form von Zahlen vorkommen. Auch wenn es vielleicht näher an der Realität sein mag als uns lieb ist. Selbst wenn, so wäre es zumindest ein Alarmsignal über den Zustand des Bildungssystems.

Nur die Schattenseite des Informationszeitalters?

bild rachel botsman
Rachel Botsman

Es fehlen, bei all dieser Hysterie, ein wenig die Gegenpositionen. Ideen, die das Geschehen aus einem komplett anderen Blickwinkel betrachten wollen. Im Sinne der journalistischen Vielfalt daher heute einmal ein etwas philosophischer Gedanke der britischen Publizistin Rachel Botsman, die an der Universität in Oxford einen Lehrstuhl in kollaborativer Ökonomie innehat. Sie sieht die derzeitige Entwicklung lediglich als Nachteil des 21. Jahrhunderts, als andere Seite der Medaille der Informationsfreiheit. Ihr zufolge gleiche Vertrauen einer Währung, die zwischen fremden Menschen gehandelt wird, um Bedürfnisse zu erfüllen. Die Merkmale dieser Währung ändern sich gerade, hauptsächlich dank des Internets. Früher konnte Vertrauen in erster Linie außerhalb des Bekanntenkreises nur von großen Institutionen bereitgestellt werden: Unternehmen, den Medien, der Politik. Nur diese verfügten über die Ressourcen, welche erforderlich waren um Vertrauen zu jedwedem Menschen aufzubauen und sicherzustellen (wie z.B. durch einen Kundendienst, Geld für Recherchen, Sicherheit mittels Polizei etc.). Durch das Internet ist es aber jedermann möglich, sehr preiswert Vertrauen in das Unbekannte zu kreieren, und Start-Ups wie BlaBlaCar sind mit diesem Geschäftsmodell groß geworden. Dadurch ändern sich aber auch die Charakteristika von Vertrauen, alles ist schnell verfügbar, nicht mehr von vorbestimmten Routinen abhängig und transparenter. Die negativen Begleiterscheinungen: Vertrauen lässt sich z.B. mit einer hübschen Website schnell erschleichen. Die Urheber sitzen immer anonym hinter einem weit entfernten Bildschirm, einen windigen Autohändler konnte man zumindest noch „live“ einschätzen.

Der neue Informations-Marktplatz: Für jeden alles

So wird Vertrauen chaotischer und unberechenbarer. Botsmans Theorie auf die Medien angewandt bedeutet, dass jeder im Internet jedwede Nachrichten und Meinungen publizieren kann, und jeder wird ein für ihn individuell passendes Informations-Angebot finden. Unabhängig von der Qualität eines Beitrages, irgendein anderer wird ihn lesen und glauben. Dadurch entsteht eine weitaus vielfältigere Palette an Weltbildern, deren Differenzen untereinander sehr fein abgestuft sind. Anders gesagt: wo es früher zwei oder drei wichtige Tageszeitungen gab, sind nun zusätzlich noch Webmagazine, Youtubekanäle und Newsblogs dazugekommen. Die Menschen mögen vielleicht weniger die Inhalte der etablierten Medien konsumieren, aber das ist nicht automatisch ein großangelegter Vertrauensverlust. Viel gefährlicher ist zurzeit, dass jene neuen Informationsräume hauptsächlich von sinisteren Marktschreiern eingenommen wurden, die vor allem durch ihre Lautstärke auffallen. Werden diese Plätze den Demagogen überlassen, ist es nur logisch, dass die Menschen sich an ihnen orientieren – einfach, weil es dort lange Zeit keine anderen Anbieter gab. Schließlich war selbst noch vor zehn Jahren das Internet für viele alteingesessene Zeitungen und TV-Sender ziemliches Neuland, als Youtuber schon Millionen erreichten. Wenn sich jene etablierten Medien dann als einzig verlässliche Quelle inszenieren und weiterhin eine unangefochtene Führungsrolle für sich beanspruchen, vergraulen sie erst Recht all jene, die auch außerhalb bekannter Gestade nach Informationen über das Tagesgeschehen suchen.

Wenn diese Schlussfolgerungen etwas provozierend wirken – nun, dann haben sie zumindest ihr Ziel erreicht. Es wird dringend notwendig, abseits gesellschaftlicher Untergangsprophezeiungen auch unkonventionellen Erklärungen Beachtung zu schenken. Diffuse finstere Kräfte anprangern ist natürlich bequemer. Aber wir brauchen eine vielfältige Diskussion, um auch im 21. Jahrhundert eine Medienlandschaft zu formen, die Gesellschaften stützt statt sie zu zerstören.

Autor: Niklas Gaube

Der Lerche-Veranstaltungsplaner für Dezember

Der Lerche-Veranstaltungsplaner für Dezember

Jingle Bells, Jingle Bells … für manche hat gerade die schönste Zeit im Jahr angefangen, für die anderen der tägliche Weihnachtswahnsinn. Wer den verstopften Weihnachtsmarkt in der Innenstadt lieber umgehen will, findet hier ein paar schöne Alternativen. Außerdem auch das ein oder andere, was mal nichts mit diesem Thema zu tun hat.

 

23.11.16 – 23.04.17

Duckomenta – Entenhausen in Leipzig

Wer kennt sie nicht? Die Charaktere der lustigen Taschenbücher halten Einzug in Leipzig. Es wird euch Geschichte mit einem kleinen Augenzwinkern „neu“ präsentiert. Mit vertreten sind auch große Namen wie Luther, Bach, Napoleon und Goethe, welche sich extra für euch in ein Federkleid geworfen haben.

Monetos: 5€ / 3,50€ ermäßigt

Beginn:    10.00 – 18.00 Uhr

Spot:        Haus Böttchergäßchen, Böttchergäßchen 3, 04109 Leipzig

Web:        http://www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de/site_deutsch/ausstellungen/2016_Duckomenta.php

 

24.11.16 – 28.05.2017

Gedanken Raum geben

Vom stressigen Alltag genug? Ein wenig die Geschwindigkeit der Welt entschleunigen und einen Moment lang innehalten? Dies könnt ihr bei der Ausstellung „Gedanken Raum geben“. Verschiedene Künstler haben sich beteiligt und mit haptischen, visuellen und audiovisuellen Darstellungen einen Raum des Innehaltens und der Meditation kreiert.

Monetos: 8€ / 5,50€ ermäßigt

Beginn:   10.00 – 18.00 Uhr

Spot:       Grassi Museum für angewandte Kunst, Johannisplatz 5-11, 04103 Leipzig

Web:       http://www.grassimuseum.de/ausstellungen/aktuell/gedanken-raum-geben.html

 

 

Weihnachtsmärkte in Leipzig

Es herrscht ein reges Treiben in der Vorweihnachtszeit auf dem Weihnachtsmarkt in der Leipziger Innenstadt, aber es gibt noch einige weitere und vor allem auch sehenswerte Weihnachtsmärkte im beschaulichen Leipzig. Ich habe sie einmal für euch zusammengetragen.

Name: Weihnachten am Kreuz

Monetos: Keine, ist gratis

Beginn:    09.12. – 18.12., 13.00 – 20.00 Uhr

Spot:        Werk 2, Kochstraße 132, 04277 Leipzig

Web:        http://www.werk-2.de/programm/maerkte

 

Name: The Market

Monetos: 1,50€ Kulturbeitrag

Beginn:    20.12. – 22.12., 12.00 – 22.00 Uhr

Spot:        Täubchenthal, Wachsmuthstraße 1, 04229 Leipzig

Web:        http://themarket-leipzig.de/

 

Name: Weihnachtsvillage

Monetos: Keine, ist gratis

Beginn:    01.12. – 30.12., 10.00 – 18.00 Uhr

Spot:        Kunstkraftwerk, Saalfelder Str. 8, 04179 Leipzig

Web:        http://www.kunstkraftwerk-leipzig.com/de/events-kultur/2016weihnachstvillage.html

 

15.12.16

Neunmal werden wir noch wach…

Wie sieht euer Weihnachtstraum aus, oder euer Traum vom Weihnachtsfest? So wie einst Hoffmann von Fallersleben es in seinem Werk „Der Traum“ machte, versuchen es Autoren und Autorinnen des Verbandes deutscher Schriftsteller ebenso. Sie wollen euch mit ihren Texten in eine Welt der spirituellen Suche entführen und erinnern sich ihres Weihnachtstraumes.

Monetos: Keine, ist gratis

Beginn:    19.30 Uhr

Spot:        Literaturcafé Leipzig, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Web:        http://www.haus-des-buches-leipzig.de/detail.php?type=v&id=1495

 

19.12.16

Weihnachtslesung: Die Giga-Super-Monster-Waldmoos-Lavendel-Zimtapfel-Räucherkerze

Falls noch nicht alle unter euch in die Heimat verschwunden sind, könnt ihr euch noch eine kleine Portion Weihnachtsstimmung bei einer Weihnachtslesung abholen. Genehmigt euch dazu ein Heißgetränk eurer Wahl und bringt euch in die richtige Stimmung für die kommende Woche.

Monetos: 6€

Beginn:    20 Uhr

Spot:        Moritzbastei, Universitätsstraße 9, 04109 Leipzig

Web:        http://www.moritzbastei.de/de/event/literaturtheater/1219-uwe-stoess

 

20.12.16

FuckUp Nights Leipzig Vol. XIX

Try again, fail again, fail better. So oder so ähnlich würde es Samuel Beckett wohl auch sagen, wenn er diese Veranstaltung einläuten müsste. Für alle unter euch, die einmal etwas Eigenes auf die Beine stellen wollen, ist dieser „fail“ wohl etwas Gutes. Es werden Geschichten über das Scheitern von Unternehmern auf unterhaltsame Art und Weise vorgetragen. Sie versuchen euch damit die Angst vor dem Sprung ins kalte Wasser zu nehmen.

Monetos: 5,95€ (VVK)

Beginn:    20 Uhr

Spot:        Werk 2, Kochstraße 132, 04277 Leipzig

Web:        http://www.werk-2.de/programm/2016-12-20_fuckup_nights_leipzig_vol_xix

 

Autor: Michael Kroschwald