Weihnachten, Julfest, Christmas Eve und Noche Buena

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Vier Bezeichnungen, ein Fest und viele unterschiedliche Bräuche

Weihnachten ist wohl eines der schönsten Feste des Jahres. Mit dem Dezember beginnt die Weihnachtszeit und die eigenen vier Wände werden mit Tannenzweigen, Kerzen und Weihnachtsschmuck dekoriert. Aber in jedem Land wird Weihnachten ein bisschen anders gefeiert… Vier Länder und ihre Weihnachtsbräuche stellen wir euch hier vor!

 

 

Weihnachten in Deutschland

Herzstück jedes Hauses ist und bleibt der Weihnachtsbaum. Dieser erstrahlt meist durch etliche Lichterketten und erhält seine besondere Note durch Christbaumkugeln, Strohsterne oder häufig auch gebastelte, individuelle Schmuckstücke. Selbstgetrocknete Orangen erfüllen das ganze Haus mit ihrem süßen Duft. Mit dem ersten Sonntag des Monats beginnt der erste Advent und die erste Kerze des reichlich verzierten Adventskranzes wird angezündet. Hierzulande ist es Brauch, dass die Familie sich an den Adventsonntagen zusammen findet, Speis und Trank teilt und den Kindern Geschichten vorliest. Vor allem Glühwein und Lebkuchen finden hier großen Anklang. Selbst gebastelte, aber auch gekaufte Adventskalender mit 24 Türchen und kleinen Überraschungen sollen die Vorfreude auf Heiligabend steigern.

Am 24. Dezember gibt es dann, nach dem Besuch der Messe, ein großes Festmahl. Ob Fisch, Entenbraten, Raclette oder Nudelsalat mit Heißwürstchen, beim Abendessen kommen alle zusammen. Gut gesättigt findet dann die Bescherung unter dem Weihnachtsbaum statt. Die Geschenke hat das Christkind oder der Weihnachtsmann unter dem Weihnachtsbaum platziert. Im Anschluss klingt der Abend im Kreise der Familie aus. Der erste und zweite Weihnachtstag sind für die Verwandtschaft reserviert. Oftmals werden Großeltern, Tanten und Onkel besucht. Mit dem 26. Dezember endet die Weihnachtszeit und es heißt wieder ein Jahr warten.

So oder so ähnlich wird hierzulande Weihnachten gefeiert. Wie aber wird in Schweden, Spanien oder England gefeiert?

 

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Weihnachten in Schweden

Die Schweden zelebrieren das Julfest, oder besser bekannt als „das Fest der Heiligen Lucia.“ Die Weihnachtszeit dauert fast zwei Wochen länger als bei uns. Sie beginnt am ersten Advent und endet am 13. Januar. Der 13. Dezember ist in Schweden ein wichtiges Datum, denn es ist der Tag der Heiligen Lucia. Die Heilige Lucia wird oft mit einem Kerzenkranz auf dem Kopf dargestellt. Ihre Aufgabe besteht darin, Licht in das Dunkel zu bringen. Der ältesten Tochter jeder Familie kommt eine besondere Aufgabe zuteil: Sie darf als Heilige Lucia verkleidet die gesamte Familie wecken. Dementsprechend tragen die ältesten Töchter ein weißes Kleid und einen Kranz auf dem Kopf. Die Eltern dürfen an diesem Tag entspannt im Bett bleiben, denn ein weiterer Brauch besteht darin, dass die Kinder ihren Eltern Gebäck an das Bett bringen.

Ein Weihnachtsbaum darf auch in Schweden nicht fehlen. Dieser wird mit Strohpuppen, Lichterketten und Gebäck geschmückt. Wie auch bei uns, ist der 24. Dezember der wichtigste Tag der Weihnachtszeit. Schweinfußsülze, Fisch in Cremesoße und Köttbullar sind beliebte Speisen für das „Julbord“, bevor die Bescherung unter dem Weihnachtsbaum stattfindet. Die Geschenke wurden liebevoll von dem „Jultomten“ platziert. Im Anschluss findet sich die ganze Familie in der Kirche zur Mitternachtsmesse ein, oder besucht am 25. Dezember die Frühmesse. Mit dem 13. Januar, dem Knutstag, an dem der gesamte Weihnachtsbaum „geplündert“ wird, endet die Weihnachtszeit.

 

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Weihnachten in Spanien

In Spanien spielt die Weihnachtslotterie, welche am 22. Dezember stattfindet, eine große Rolle. Der Hauptgewinn („El Gordo“) besteht aus einer beträchtlichen Summe Geld. Nach christlichem Glauben kamen die drei heiligen Könige am sechsten Januar nach Bethlehem und Beschenkten das Christkind. Dementsprechend geht die Weihnachtszeit in Spanien bis zum sechsten Januar. Am 24. Dezember findet sich auch in Spanien die Familie zusammen, um gemeinsam zu speisen. Am „Noche Buena“, so wird Heiligabend in Spanien genannt, wird häufig „Turron“ serviert. Eine Spezialität, bestehend aus Mandeln, Zucker, Honig und Eiern. Im Anschluss wird die Mitternachtsmesse besucht. Anders als in Deutschland und Schweden, wird in Spanien meist kein Weihnachtsbaum aufgestellt, sondern lediglich eine Krippe. Traditionell findet die Bescherung nicht an Heiligabend statt, sondern erst im neuen Jahr, am Tag der heiligen drei Könige. Am 28. Dezember wird dann der „Dia de los Santos Inocentes“ zelebriert. Vergleichbar ist dieser Tag mit unserem ersten April. Es ist der Tag der Heiligen Unschuldigen und es werden viele Streiche gespielt. Am fünften Januar findet in vielen Städten ein Umzug statt. Auf Kamelen reiten die heiligen drei Könige durch die Straßen. Spanische Kinder legen Brot und Wasser vor die Tür und bekommen als Dank am nächsten Tag Geschenke, oder im Falle von Unartigkeit ein Stück Kohle.

 

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Weihnachten in Großbritannien

Der englische Weihnachtsschmuck erinnert häufig an Dekoration für eine Geburtstagsparty. Viele bunte Girlanden und Luftschlangen werden im ganzen Haus aufgehängt. Auf dem Esstisch finden häufig sogar Partyhütchen und Tröten ihren Platz. Zur Feier des Tages wird in vielen Haushalten ein Truthahn serviert. Anschließend gibt es noch eine Kleinigkeit zu naschen – den Plumpudding. Jeden der jetzt an einen Pudding denkt, werde ich nachfolgend enttäuschen, denn es handelt sich nicht um einen Pudding, sondern um einen Kuchen, bestehend aus Rosinen und Nüssen. Das Highlight dieses Küchleins ist eine eingebackene Münze. Finder dieser Münze darf sich etwas wünschen.

Nachdem alle gut gesättigt sind, begibt sich die Familie in das Wohnzimmer, um ein Seil zu spannen, an dem sie ihre langen, weihnachtlich verzierten Socken aufhängen, die in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember von „Father Christmas“ mit Geschenken befüllt werden. Die Bescherung findet in England erst am Morgen des 25. Dezember statt. Am Nachmittag findet sich häufig die gesamte Familie im Wohnzimmer ein, um zusammen Weihnachtsfilme zu schauen. Am „Boxing Day“, dem 26. Dezember“, werden oftmals Freunde und Verwandte besucht. Mit diesem Tag findet in England die Weihnachtszeit ihr Ende.

Auch wenn jedes Land seine eigenen Bräuche und Traditionen hat, so ist eines nach dieser kurzen Einweisung in andere Bräuche klar – die Familie ist das Herzstück jedes Weihnachtsfestes!

 

Autorin: Jana Menke

Vorfreude im Advent – Heute schon dein Türchen geöffnet?

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Was wäre die Adventszeit ohne Weihnachtskalender. Jede kleine Leckerei und Überraschung hinter einem der vierundzwanzig Tage, lässt die Vorfreude auf den Weihnachtsabend wachsen und versüßt die kalte  Jahreszeit.  Heute gibt es Adventskalender in einer Vielzahl von Formen, gefüllt mit Schokolade, Tee oder anderen Kleinigkeiten.

 

Schöpfungsgeschichte

Die Geschichte der Adventskalender beginnt in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland. In der katholischen Kirche wurde die Vorweihnachtszeit durch Adventsandachten vertieft, in evangelischen Familien durch das gemeinsame Lesen von Bibelstellen, Gebete und Andachten mit Liedern.

Da Zeit besonders für Kinder eine abstrakte Größe, fingen die Eltern an sich verschiedene Möglichkeiten zu überlegen, um ihrem Nachwuchs die verbleibende Zeit greifbar zu machen. Einige Familien hängten nach und nach 24 Bilder mit weihnachtlichen Motiven an die Wand oder ins Fenster. Andere Familien zogen 24 Kreidestriche an Schranktüren oder Türstöcken. Die Sonntage wurden mit einem längeren oder farbigen Strich markiert und die Kinder durften jeden Tag einen Strich wegwischen. Zusätzlich wurden kleine Tannenbäumchen aufgestellt, die als Adventsbäumchen dienten. In ihre Zweige wurde kleine Fähnchen mit Bibelversen oder Sterne gehängt. Außerdem war es Tradition zusätzlich jeden Tag eine neue Kerze auf den Baum zu heften und anzuzünden. Das zunehmende Licht verkörperte die bevorstehende Geburt Jesu Christi.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts bastelten die Eltern für ihren Nachwuchs Weihnachtsuhren. Die Uhren waren Scheiben mit 12 oder 24 Unterteilungen, deren Zeiger jeden Tag einen Schritt weiter gestellt wurden. Die Unterteilungen wurden mit Liedtexten und Bibelversen versehen, sodass die Adventszeit auf die kommende Weihnacht vorbereitete.

 

Anfang der industriellen Produktion

Die ersten gedruckten Weihnachtsuhren wurden 1902 in Hamburg hergestellt. Diese erschienen im Verlag der Evangelischen Buchhandlung Friedrich Tümpler und kosteten 50 Pfennig. Im Jahr 1904 erschien der Weihnachtskalender „Im Lande des Christkinds“ als Beilage einer Stuttgarter Weihnachtszeitung, basierend auf der Idee von Gerhard Lang. Seine Kalender hatten noch keine Türen zum Öffnen, sondern bestanden aus zwei bedruckten Teilen. Dieser bestand aus einem Bogen mit 24 Bilder zum Ausschneiden und einem Karton auf dem auf 24 Feldern Verse aufgedruckt waren, die Lang selbst verfasst hatte. Die Kinder durften jeden Tag ein neues Bild ausschneiden, einen Vers Lesen und das Bild darauf kleben.

Ab 1908 wurden die Adventskalender im Verlag Reichhold & Lang gedruckt. Darauf folgten in den nächsten Jahren nicht nur stark steigende Auflagenhöhen, sondern auch viele neue Variationen, u.a. eine Version mit Blindenschrift. Lang scheute dabei keinen Aufwand, um neue Kalender zu entwickeln. Seine Drucke zeichneten sich besonders durch hohe Qualität und Detailtreue aus.

Wenige Jahre nachdem Gerhard Lang angefangen hatte Adventskalender in höheren Auflagen zu drucken, drängten auch andere Verlage auf den Markt. In den 1930er Jahren waren Adventskalender in weiten Teilen Deutschlands verbreitet. Auf Dauer konnte Lang dem Preiskampf nicht standhalten und musste 1940 die Produktion der Kalender einstellen.

 

Advent in der Kriegszeit

Mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde Papier in Deutschland rationiert. Anfang der 1940er Jahre wurde der Druck von Bildkalendern als kriegsunwichtig eingeschätzt und eingestellt. 1941 wurden sämtliche kirchliche Presseerzeugnisse verboten.

Als Ersatz ließ die NSDAP eigene, nationalsozialistische Kalender drucken und im Volk verteilen. Dieser war ein kleines Heft mit kleinen Erzählungen, Liedern, Mal- und Bastelvorschlägen. Ziel war die Umdeutung der Adventszeit. Dafür wurden alle christlich-religiösen Elemente entfernt und die Inhalte durch die neue Ideologie ersetzt.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg

Bereits im Jahr 1945 wurden zu Weihnachten wieder Adventskalender gedruckt, da die Sehnsucht nach alten Traditionen und Werten sehr hoch war. Bereits in den 1930er Jahren hatte sich der Adventskalender wieder stark im deutschsprachigen Raum verwurzelt. Damit begann der weltweite Siegeszug der Kalender, die sich über Österreich und Schweiz auch nach Großbritannien sowie in die USA verbreiteten.

Seit den Anfängen der Erfindung des Kalenders hat sich viel verändert, nicht nur die Art und Weise ihrer Produktion, sondern auch wie wir die Adventszeit verbringen. Im Laufe der Zeit haben sich zwar Form und Aussehen der Kalender verändert, aber nicht ihr Zweck: Noch immer Bereichern sie die Adventszeit und steigern unsere Vorfreude auf den Heiligen Abend.

Autorin: Frances Liebau

Der Lerche-Veranstaltungskalender für Dezember

Monat Dezember
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Langsam fängt es auch den hart Gesottenen an zu frösteln und trotz der nachvollziehbaren Tendenz sich jetzt zu Hause einzukuscheln, haben wir ein paar Empfehlungen für die es sich lohnt im Dezember doch mal einen Fuß vor die Tür zu setzen.

 

07.12.2017

Tools for Fools – Adventskränze

 Hier wird gewerkelt!

Mit Wiesengrün Leipzig, der mobilen Blumenmanufaktur, gestaltet ihr weihnachtliche Dekorationen und Kränze. Egal ob für Tür oder Tisch: es gibt keine Grenzen. Lasst eurer Fantasie freien Lauf!

Schreibt einfach eine Mail an: kontakt@krudebude.de und meldet euch an.

 

Beginn: 17 Uhr (circa 3h)

Location: krudebude am Stannebeinplatz 13

Monetos: 15€

Web: http://wiesengruen-leipzig.de oder https://www.facebook.com/blumenleipzig/

 

 

09.12.2017

5. Vegane Weihnachtsmarkt in Leipzig

Weihnachtsmarkt kann jeder, wir haben für euch mal etwas Anderes entdeckt. In der Südvorstadt findet dieses Jahr zum 5. Mal der Vegane Weihnachtsmarkt vom „Bündnis Leipziger Tierrechtler“ und „Neues Vorum“ statt.

Euch erwarten selbstverständlich vegane Leckereien, Shows, Handwerks- und Infostände. Das besondere Highlight: Wichteln für ALLE. Also bring einfach ein verpacktes Geschenk mit und nimm dafür eine andere Überraschung entgegen!

 

Beginn: 11:00 – 20:00 Uhr

Location: Feinkost eG, Karl-Liebknecht-Straße 36

Monetos: Kostenlos

Web: https://neues-vorum.de/weihnachtsmarkt/

 

11.12.2017

Kabarett: Schneeflöckchen, verpiss dich!

Für alle Grinches und Weihnachtsmuffel unter uns geeignet! Julian Nort präsentiert als Jack einen Wirt, der schon lange mit dieser Zeit des Jahres abgeschlossen hat und sich lieber in der Vergangenheit verliert. Mit von der Partie: sein guter Geist „Schneeflöckchen“, die alles daran setzt, Jack doch noch in Stimmung zu bringen. Ob das klappt? Das müsst ihr wohl selbst herausfinden.

 

Beginn: 20:00 Uhr

Location: Kabarett/ Theater SANFTWUT in der Mädler Passage Leipzig

Monetos: 21€ (Reservierung & Online Ticket möglich)

Web: www.sanftwut.de

 

16.12.2017

89/90

Das unglaublich erfolgreiche Stück von Claudia Bauer nach Peter Richters DDR-Erinnerungsroman ist in jedem Fall einen Besuch wert. Dramatisch, extravagant und mitreißend werden die verschiedenen Schicksale der Dresdner Jugend zur Wendezeit erzählt.

„Hätte man damals schon sagen können, wer wem einen Baseballschläger über den Kopf haut?“

Einfach ein MUSS für Kulturliebhaber!

 

Beginn: 19:30 Uhr (ca. 3:15h, inkl. Pause / ab 19Uhr Einführung im Rangfoyer)

Location: Schauspiel Leipzig, Bosestr. 1

Monetos: je nach Platz 13 – 29€ ( man sieht aber überall gut 😉 )

Web: www.schauspiel-leipzig.de

 

23.11.2017 – 07.01.2018

Eislaufen am P.C.

Unsere Empfehlung für die Zeit zwischen den Festen und um den bereits angelegten oder noch kommenden Schlemmerkilos entgegenzuwirken: Vor dem Paunsdorf Center findet ihr die größte, mobile Eislaufbahn in Leipzig. Wer keine Schlittschuhe hat, kann sich hier für 2,50€ ein Paar ausleihen.

Und wenn es euch nicht gerade an einem Feiertag dort hin verschlägt, gibt es Shopping direkt im P.C. obendrauf!

 

Beginn: Montag – Samstag 10:00 – 20:00 Uhr

Sonntag 12:00 – 19:00 Uhr

(+ Sonderöffnungszeiten 22.12.17, Silvester, Neujahr)

Location: Paunsdorf Center Leipzig

Monetos: Kinder bis 16 Jahre: 2,50 €

Erwachsene: 3,50 €

Gruppen ab 10 Personen: 2 € pro Person

Web: http://paunsdorf-center.de/news-detail/PC%20Eisbahn

 

31.12.2017

Brunch

Bevor dann endgültig mit all den guten Vorsätzen ins neue Jahr gestartet wird, gönnt euch vor dem mitternächtlichen „Rein-Feiern“ ein gemütliches Zusammensitzen und gemeinsames Auftanken. Wie? Zum Beispiel beim Brunchen am Silvestermorgen (oder -mittag).

Von uns bekommt ihr drei Vorschläge:

 

Espitas BBQ Brunch

Für: 15,90€ p.P.

Bekommt ihr: warme Speisen (mexikanische & internationale Küche), Rippchen, Enchiladas, Suppen, Wraps, Desserts, Salate, Cremes & Dips, Nachos und klassische Frühstücksleckereien

Hier: Torgauer Str. 306, Leipzig

 

Mørtelwerk Brunch

Für: 14,50€ p.P.

Bekommt ihr: verschiedene Brötchen, kleine Croissants, Brot, Serranoschinken, Salami, Käseaufschnitte, hausgemachten Quark und Gurkensalat, warme Speisen + Industriecharme obendrauf

(hausgemachten Limonaden inkl., Heißgetränke zahlt ihr extra)

Hier: Am Kanal 28, Leipzig

 

Brunch im Bellini’s

Für: 15,90€ p.P.

Bekommt ihr: Brötchen, Croissants, Wurst-, Käse-, Obstplatten, alle Arten von Eiervariationen, warme Speisen wie Sauerkraut, Kassler, sowie diverse Beilagen

(inkl. Kaffee, Tee und Säfte)

Hier: Barfußgäßchen 3, Leipzig

Achtung: wir empfehlen in jedem Fall vorher zu reservieren!

 

Autorin: Melody Schieck

Eine sprachliche Reise durch Deutschland

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Neue Redaktion, neues Glück! Aber worüber schreiben? Die Frage hat sich bereits bei unserem ersten Redaktionstreffen gestellt. Dabei ging es nicht nur um die 48. Ausgabe der Leipziger Lerche, sondern auch um unseren Blog. In den Semesterferien wurden bereits Ideen gesammelt, welche wir dann diskutiert und weiterentwickelt haben. Mit dem Ergebnis, dass wir heute eine neue Rubrik auf unserem Blog vorstellen: Lerche Dialekt.

Bei Lerche Dialekt fühlen wir einigen der (schrecklich-)schönen Mundarten, die sich in jeder Ecke Deutschlands finden, auf den Zahn. Es werden Ursprünge und Eigenheiten ergründet. Wir stellen Autoren und Werke vor. Den Beginn macht der Dialekt, der in Deutschland als einer der unbeliebtesten gilt: sächsisch.

Vorne weg: sächsisch ist natürlich nicht gleich sächsisch! Ein Leipziger klingt deutlich anders als ein Voigtländer. Die Analyse der feinen Unterschiede der Dialekte ist aber nicht das Ziel des Artikels. Nein, Ziel ist es, dass wir am Ende nicht nur über, sondern auch mit den Sachsen und ihrem Dialekt lachen. Vor nicht mal einem Monat wurde groß 500 Jahre Reformation gefeiert. Kaum beachtet dabei wurde in welches Deutsch Luther seine Bibel übersetzte. Bei der Übersetzung orientierte sich Martin Luther nämlich an der sächsischen Amtssprache. Sächseln war früher sogar schick! Bis zum 18. Jahrhundert war sächsisch, in Schrift und Grammatik, die Modesprache der preußischen Oberschicht.

Vielleicht sollten wir auch alle öfter daran denken, wie viele Personen und Persönlichkeiten, die heute für ihr Schaffen bewundert werden ins sächsische oder obersächsische geboren wurden. Um nur ein paar aufzuzählen: Martin Luther, Johann Sebastian Bach, Richard Wagner, Joachim Ringelnatz, Erich Kästner, Friedrich Nietzsche, Karl May und viele mehr. Und jetzt stelle man sich doch mal vor, dass all diese Leute mit einem (ober-)sächsischen Dialekt aufgewachsen sind und diesen vielleicht sogar zeitlebens gesprochen haben. Nach dieser Schocktherapie zur Wertschätzung des Sächsischen, hat man jetzt aber auch was zu lachen. Die Sachsen besitzen nämlich auch Humor. Denn bei sächsischen Witzen in sächsischer Mundart gibt es auf jeden Fall was zu lachen. Vielleicht erst mehr über den Klang als über den Witz an sich (aber was soll’s). Zum Verständnis erzählt der Sachse seinen Witz auch gern drei mal.

Bernd-Lutz Lange ist freiberuflich Kabarettist und Buchautor und seines Zeichens auch studierter Buchhändler. In seinen Bühnenprogrammen beschäftigt er sich stark mit dem Humor seiner Heimat. 2015 zog er nach damals fast 50 Jahren als Kabarettist ein erstes Resümee und veröffentlichte ein Buch mit seinen Lieblingswitzen „Teekessel und Othello“ (Aufbau-Verlag, 9783351036386, 10€), welches als Live-Mitschnitt einer Lesung auch als Hörbuch erhältlich ist.

In dieser Lesung stellt Lange seine Bühnentalente zur Schau und verleiht den Situationen und Figuren seiner Witze extra Charme. Die erzählten Witze sind dabei in verschiedene Rubriken unterteilt. So setzt man sich in der einstündigen Laufzeit mit Alltag, Romanzen, Kunst und u.a. der DDR humoristisch auseinander. Bernd-Lutz Lange hat in dieser Sammlung den Wahn- und Unsinn der Sachsen wunderbar auf die Spitze getrieben. So ist auch sein abschließender Ratschlag an jene, die sich ihres Dialektes schämen, so instruktiv wie aberwitzig:

„Erzählen Sie lieber ein paar Witz (..) und denken Sie daran, dass es in den alten Bundesländern einen riesigen Nachholbedarf für sächsischen Humor gibt. 60 Millionen Verbraucher und wir sind bei diesen Produkten nun wirklich die alleinigen Marktführer.“

Autorin: Annekatrin Franke

Lerche liest: Bücher über … andere Realitäten

Lerche liest: Bücher über … andere Realitäten

Jetzt, wo die dunkle Jahreszeit sich wieder in unsere Leben schleicht, lassen wir uns doch gern von Geschichten in fremde Welten und Realitäten entführen. Was bietet sich da also Besseres an, als eine kleine Vorstellung von Büchern, die sich um Parallelwelten und Alternativweltgeschichte drehen? Viel Spaß beim Schmökern!

 

Für Intellektuelle: Unendlicher Spaß von David Foster Wallace

©Kiepenheuer&Witsch

Eine verschobene Realität fängt den Leser von der ersten Seite des Buches ein. Die alternative Zeitrechnung mit Sponsorennamen (wie beispielsweise Jahr des Whoppers oder das Jahr der Inkontinenz-Unterwäsche) erzeugt gleichermaßen Belustigung wie Schrecken. Dieses Gefühl zieht sich durch den gesamten Roman, der sich mit hochkomplexen Themen wie Sucht, psychischen Krankheiten, schwierigen Beziehungefügen, Unterhaltsindustrie und Kapitalismus beschäftigt.

Im Buch selbst ist „Unendlicher Spaß“ ein Film, der Menschen süchtig nach seinen Bildern macht. Die Menschen merken nicht einmal während des Sehens, dass sie verdursten und verhungern. Im Zentrum der Geschichte steht der Filmemacher und sein Sohn Hal, ein Tenniswunderkind mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Mit literarischer Virtuosität, Absurditäten und einem literarischen Kosmos, der seinesgleichen sucht, gelang Foster Wallace sein literarisches Debüt und gilt heute als eines der einflussreichsten Romane seit 1923.

 

 

 

David Foster Wallace: Unendlicher Spaß

Kiepenheuer&Witsch

Hardcover, 1552 Seiten, gebunden mit SU, 39,95 Euro

ISBN: 978-3-462-04112-5

Mehr Informationen unter: https://www.kiwi-verlag.de/buch/unendlicher-spass/978-3-462-04112-5/

 

Für Fans von H.G. Wells: Die Landkarte der Zeit von Félix J Palma

© Rowohlt

Reisen durch die Zeit sind die neueste Sensation im viktorianischen London. Ein Bibliothekar hütet das Geheimnis der Landkarte der Zeit und spinnt seine Pläne mit den Protagonisten. Da ist zum einen der wohlhabende Andrew, der den Tod seiner großen Liebe durch Jack the Ripper verhindern will. Die junge Claire sehnt sich nach Abenteuer in der Zukunft, während Inspektor Garrett einem Mörder auf den Fersen ist, der mit Waffen tötet, die noch gar nicht erfunden sind.

Mit packenden Bildern und einem einzigartigen Verwirrspiel gelingt Palma es, den Leser zu fesseln. Auch die Einbettung des Autors H.G. Wells in den Figurenkosmos erzeugt gleichzeitig Faktizität als auch das beklemmende Gefühl, es könnte alles nur Illusion sein. Ist die vierte Dimension Realität oder nur Fiktion? Oder vielleicht das Ergebnis von mehreren Parallelwelten?

 

 

Félix J. Palma: Die Landkarte der Zeit

Rowohlt Verlag

720 Seiten, Hardcover, 24,95 Euro

ISBN 978-3-463-40577-3

Mehr Informationen unter: https://www.rowohlt.de/buch/Felix_J_Palma_Die_Landkarte_des_Himmels.2962620.html

 

Für Realisten und Polit-Satiriker: Plan D von Simon Urban

©Schöffling & Co.

Stellt euch vor, die deutsche Wiedervereinigung hat es nie gegeben und Egon Krenz ist seit 22 Jahren an der Macht. Die DDR ist pleite und Ostberlin ist kein schöner Ort: die Luft verpestet von Millionen Ölmotoren des Trabant-Nachfolgers Phobos. Aber es gibt eine letzte Chance für den Sozialismus, nämlich Wirtschaftsverhandlungen mit der BRD und ihrem Bundeskanzler Oskar Lafontaine. Doch dann geschehen mehrere Morde und Martin Wegener, Hauptmann der DDR-Volkspolizei, findet sich in einem Netz aus Intrigen und politischen Irrtümern wieder.

Urbans Polit-Satire spielt in seinem Roman auf so viele typische DDR-Alltagssituationen an, dass nicht nur Ostdeutsche auf ihre Kosten kommen. Universell hingegen gestaltet der Autor seine Hauptfigur, den gescheiterten Hauptmann. Dieser wird recht frei in seinen Obsessionen und Begehrlichkeiten geschildert, sodass eine explizite Sprache Verwendung findet.

Simon Urban: Plan D

Schöffling & Co.

552 Seiten, gebunden, 24,95 Euro

ISBN: 978-3-89561-195-7

Mehr Informationen unter: https://www.schoeffling.de/buecher/simon-urban/plan-d

 

Für Humanisten und Revolutionäre:

Die Drei Sonnen von Cixin Liu

©Heyne/Random House

Der Roman ist der erste zeitgenössische chinesische SF-Roman, der mit dem Hugo-Award ausgezeichnet wurde. Gezeichnet von der chinesischen Kulturrevolution empfängt die Astrophysikerin Ye in unserer heutigen Zeit eine an die Erde gerichtete Nachricht von Außerirdischen. Doch statt angesichts einer drohenden Invasion die Regierung zu informieren, will Ye Menschheit mithilfe der Außerirdischen erneuern.

In klarer Sprache versetzt Liu seine Leser in die Zeit von Mao und die Kulturevolution wird angesichts der Möglichkeit einer Invasion zu einer Zivilisationsfrage. Immerhin sind die meisten Menschen nur auf ihr Wohl es. Zum Wohle der Kultur wird die Natur, die eigene Existenzgrundlage, ausgebeutet und zerstört. Macht, Gier und Reichtum haben die Menschen im Griff. Mit geschickten Handlungssträngen baut der Autor seine Geschichte um philosophische Fragen. Ist der Mensch es wert, weiterhin auf der Erde zu leben?

 

 

 

 

Cixin Liu: Die drei Sonnen

Heyne

Paperback, Klappenbroschur, 14,99 Euro

ISBN: 978-3-453-31716-1

Mehr Informationen unter:

https://www.randomhouse.de/Paperback/Die-drei-Sonnen/Cixin-Liu/Heyne/e486389.rhd

Autorin: Saskia Liske

Der Lerche-Veranstaltungskalender für November

Der Lerche-Veranstaltungskalender für November

Nachdem die Redaktion sich verändert hat, wollen wir das neue Semester mit unserem bekannten Veranstaltungskalender starten. Es gibt wieder viel zu erleben in unserer wunderschönen Stadt!

 

30.10. – 05.11.17

DOK-Festival

Das alljährliche DOK-Festival bietet in diesem Jahr bis zu 340 Filme. Motto des Festivals ist dieses Jahr „Nach der Angst“. Nach Amsterdam ist das Dokumentarfilmfestival Leipzig das zweitgrößte seiner Art in Europa.

 

Location: verschiedene Veranstaltungsorte

Monetos: von Einzeltickets, bis Dauerkarten ist alles dabei

Web: http://www.dok-leipzig.de/festival/programmuebersicht-2017

 

02.11.17 – 31.03.18

Ausstellung in Reclams Universal-Bibliothek

Vor 150 Jahren wurde Reclams Universal-Bibliothek (RUB) gegründet. Die Reclamhefte sind jedem geläufig und werden vor allem für schulische Zwecke genutzt. Aus Jubiläumsanlass findet eine Vernissage in der RUB statt.

 

Beginn: 19.30 Uhr

Location: Stadtarchiv Ausstellungsfoyer im 3. Obergeschoss

Monetos: Kostenlos

Web:https://bitly.com.np/2nJ9B

 

08.11.17

Bilderausstellung der „Donnerstagsmalerinnen“

Auch für die Kunstbegeisterten unter uns gibt es im November etwas zu entdecken. In der Bibliothek Mockau findet eine Vernissage der Künstlerinnen Usch Neufert, Petra Schumann und Ruth Haan statt. Die Ausstellung kann während der Öffnungszeit der Bibliothek besichtigt werden.

 

Location: Bibliothek Mockau

Monetos: kostenlos

Web: https://bitly.com.np/59LXF

 

15.11.17

Lesung mit Jan Weiler

Jan Weiler, Autor des erfolgreichen Romandebüts „Maria, ihm schmeckts nicht!“, liest im Täubchenthal aus seinem Werk „Und ewig schläft das Pubertier“.

 

Location: Täubchenthal

Beginn: 20.00 Uhr

Monetos: VVK 19 € (zzgl. VVK-Gebühren), AK 24 €

Web: http://www.taeubchenthal.com/veranstaltungen/jan-weiler/

 

22.– 29.11.17

23. Französische Filmtage

Die 23. Französischen Filmtage finden auch dieses Jahr wieder in den Passage Kinos und der Schaubühne Lindenfels statt. Zu entdecken gibt es hier zahlreiche französische Filmpremieren aus vielen verschiedenen Genres.

 

Location: verschiedene Veranstaltungsorte

Beginn: 22.11., 19:30 Uhr Eröffnungsfeier – Schaubühne Lindenfels

Monetos: verschiedene Eintrittspreise

Web: http://www.schaubuehne.com/programm/reihen/23-franzoesische-filmtage-leipzig/

          http://passage-kinos.de/franzoesische-filmtage-leipzig

 

 

24./25.11.17

Nachts im … Zoo

Für alle, die den Zoo mal anders erleben wollen. An beiden Tagen haben alle Interessierten die Möglichkeit, eine Abendtour zu unternehmen und die Zoobewohner mal ganz anders zu erleben!

 

Location: Zoo Leipzig

Beginn: 20.30 Uhr

Monetos: VVK 14 €

Web: http://bit.ly/2zeBAfQ (Stadt Leipzig, Freizeit, Kultur und Tourismus)

          http://www.zoo-leipzig.de/

Autorin: Jana Menke

Frankfurt auf Französisch – Ein Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse 2017

Frankfurt auf Französisch – Ein Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse 2017

Die Frankfurter Buchmesse verzeichnet ein Besucherplus von 6,5 Prozent – bis zu 280.000 Menschen strömten dieses Jahr durch die Messetore in Frankfurt. Lesungen der Lieblingsautoren, Neuerscheinungen und der „Ehrengast Frankreich“ zogen die Besucher in ihren Bann. Besonders am Wochenende war viel los in den Messehallen und auf dem Außengelände.

Frankfurter Buchmesse 2017 © Janka Diettrich

Neben Besuchern war auch das Fachpublikum wieder zahlreich mit dabei. Verlagsvertreter und Autoren reisen jedes Jahr gern wieder an. Wie beispielsweise der bekannte Tagesthemen-Moderator, Journalist und Schriftsteller Ulrich Wickert. Dieser bestätigt in einem Interview:

„Ich finde Bücher faszinierend und deswegen bin ich immer mit großer Begeisterung hier, um zu sehen was gibt es Neues. Denn das kann man nur aus der Zeitung nicht erfahren.“

Veranstaltungen

Nicht nur Autoren, sondern auch Musiker wie Brian May und Udo Lindenberg besuchten die Buchmesse um ihre neuen Bildbände vorzustellen sowie die Besucher mit ihrer Musik aus den Messehallen zu locken. Autogrammstunden von Ken Follett, Cecilia Ahern und Sebastian Fitzek waren ein weiteres Highlight für Besucher. Das Lesezelt auf dem Innenhof der Messe lud bei kostenlosem Tee zum Lauschen von „Grimms Morde“ ein. Der historische Roman von Bestsellerautorin Tanja Kinkel versetzt die Leser zurück ins 19. Jahrhundert und verbindet märchenhaftes Setting mit einer blutigen Mordserie.

Gastland Frankreich

Auf der Frankfurter Buchmesse standen drei Themenschwerpunkte im Mittelpunkt des Gastauftrittes: Innovation und digitales Schaffen, Französisch als Sprache des Wissensaustauschs und der Gastfreundschaft sowie die Belebung des deutsch-französischen Kulturaustauschs über die Jugend. Über 300 Veranstaltungen haben dieses Jahr schon unter dem Motto „Frankfurt auf Französisch“ stattgefunden.

Im Rahmen der Buchmesse stellte Michel Houellebecq sein neues Werk „In Schopenhauers Gegenwart“ vor. Im Ehrengastpavillion machten die Besucher viele Entdeckungen, besonders Digitalatelier sowie eine ausgestellte Gutenbergpresse waren ein Publikumsmagnet.

Preisverleihungen

Überall auf der Buchmesse war es zu sehen und zu hören. Die Preisverleihungen. Ungefähr 40 Auszeichnungen hat die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr an Illustratoren, Kinderbuchautoren, Buchblogger und weitere vergeben.

Der Verlag Kein & Aber wurde beispielsweise für sein brillantes Live-Marketing mit dem Orbanism Award ausgezeichnet. Die begehbaren Container, welche sowohl als Verlagsstand, als auch als Aussichtsplattform fungierten, zogen viele staunende Blicke auf sich.

Das allererste Mal konnte auch der Buchblog-Award vergeben werden. Uwe Kalkowkis Blog kaffeehaussitzer.de erhielt den Hauptpreis und Florian Valerius Instagram-Account @literarischernerd den Sonderpreis.

Für die besonders durchdachte Darstellung von Chancen und Risiken im Umgang mit Daten in Zeiten der Digitalisierung, wurde Adrian Lobe mit dem Journalistenpreis der Stiftung Datenschutz geehrt.

Die Frankfurter Buchmesse konnte also auch in diesem Oktober wieder glänzen und begeisterte Fachbesucher, Leser und Autoren. Im nächsten Jahr wird „Ehrengast Georgien“ empfangen. Zunächst jedoch können sich Bücherfreunde  auf die Leipziger Buchmesse im März 2018 freuen.

Autorin: Janka Diettrich

Gaumenschmaus zum Literaturgenuss – Eine kulinarische Reise durch Bücherwelten

Gaumenschmaus zum Literaturgenuss – Eine kulinarische Reise durch Bücherwelten

Lesen ist ein Genuss! Aber nicht nur für den Kopf, sondern auch für den Gaumen. Um die Lektüre noch köstlicher zu gestalten, findet ihr hier einige literarische Häppchen mit dem passenden Leckerbissen aus der Küche für einen gelungenen Literaturgenuss.

Viel Spaß beim Ausprobieren, Schmökern und Genießen!

 

Die Drachenwerft (Rainer Braune)

Darum geht es:

Gilles wächst zwischen enggestellten Häusern, dem abgründigen See und unheimlichen Apfelgärten auf. In seiner Nachbarschaft leben ein musikvernarrter Metzger, die rätselhafte Zettelheim und Mitschüler, die ihm nichts Gutes wollen. Immerhin glaubt er sich unsterblich. Vor allem aber sehnt er sich danach mit seiner Geige aus dem tristen Alltag auszubrechen und den pfeifenden Herzögen zu folgen.

Zum Literaturgenuss schmeckt:

Gedeckte Apfeltorte

Foto: CC Pixabay

Zutaten

Für den Teig:

  • 300g Mehl
  • ½ Päckchen Backpulver
  • 1 Ei
  • 100g Zucker
  • 125g Butter oder Margarine
  • 2EL Milch
  • 1 Prise Salz
  • 1 Päckchen Vanillezucker

Für die Füllung:

  • 1,5kg Äpfel
  • 50g Zucker
  • 1EL Zitronensaft
  • 25g zerlassene Butter
  • 1 Messerspitze Zimt
  • 50g gestiftete Mandeln
  • 2EL Weinbrand oder Rum
  • 2 Eigelb
  • Etwas Aprikosenmarmelade

Zubereitung

Teig:

Aus allen Zutaten zügig einen Mürbeteig kneten und 30 Minuten kaltstellen. Dann den Teig teilen und dreiviertel davon in eine gut gefettete Springform drücken. Das Ganze 15 Minuten bei 250°C vorbacken und dann die Apfelfüllung hineingeben.

Füllung:

Die geschälten Äpfel in nicht zu feine Spalten schneiden. Diese dann in einen Topf geben und mit Zucker, Zimt, Zitronensaft, Butter und Rum vermischen. Im eigenen Saft einige Minuten dämpfen und dann vom Herd nehmen. Als nächstes die Mandeln unterheben und dann in die vorgebackene Teigform geben.

Den übrig gebliebenen Teig ausrollen und ein Teiggitter über die Apfelfüllung ziehen. Das Gitter mit zwei Eigelb und etwas Aprikosenmarmelade bestreichen und die Torte bei 200°C backen, bis das Gitter goldbraun ist. Mit Vanilleeis beim Schmökern genießen!

 

Das Buch, in dem die Welt verschwand (Wolfram Fleischhauer)

Darum geht es:

Im Jahr 1780 geht der junge Nürnberger Arzt Nicolai Röschlaub einer Reihe merkwürdiger Todesfälle nach. Begleitet wird er von einer rätselhaften jungen Frau. Seine Suche nach Antworten führt ihn nicht nur an die äußersten Grenzen des Landes, sondern stellt auch seine Überzeugungen in Frage. Doch er muss sich beeilen, denn die Zeit drängt und das Geheimnis ist aus einem Stoff, der ganze Welten zerstören kann.

Zum Literaturgenuss schmeckt:

Balsamicobraten

Foto: CC Pixabay

Zutaten

  • 2EL Butter
  • 800g Rindfleisch (idealerweise aus der Schulter)
  • 1EL Mehl
  • 1 große Zwiebel, geviertelt
  • 100ml Balsamico-Essig
  • 200ml Fleischbrühe
  • 300ml Sahne
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

Zuerst das Fleisch mit Mehl bestäuben. Dann die Butter erhitzen und das Fleisch mit den Zwiebeln von allen Seiten gut anbraten. Dabei darauf achten, dass die Zwiebeln nicht zu dunkel werden. Den Essig dazu gießen und vollständig verdampfen lassen. Dann das Fleisch mit Salz und Pfeffer bestreuen und als nächstes die Fleischbrühe sowie die Sahne dazu geben. Anschließend einen gut schließenden Deckel aufsetzen, die Hitze reduzieren und etwa drei Stunden schmoren lassen. Nach dem Ende der Garzeit das Fleisch in Stücke schneiden und mit der gebundenen Soße zu Knödeln und Rotkohl vertilgen.

 

Elefant (Martin Suter)

Darum geht es:

Ein kleiner rosa Elefant, der in der Dunkelheit leuchtet, verzaubert die Menschen. Ganz plötzlich taucht er in der Schlafhöhle des Obdachlosen Schoch auf. Woher das seltsame kleine Tier kommt und wie es entstanden ist, weiß nur einer: der Genforscher Roux. Er will daraus eine weltweite Sensation machen und sein angegriffenes Ego wiederherstellen. Doch der burmesische Elefantenflüsterer Kaung, der die Geburt des Tieres begleitete, hat ihm den kleinen Elefanten gestohlen. Er ist der Meinung, dass so etwas Besonderes versteckt und beschützt werden muss als es weltweit zu präsentieren.

Zum Literaturgenuss schmeckt:

Waldbeeren-Tiramisu

Foto: CC Pixabay

 

Zutaten

  • 250g Waldbeeren
  • 600g Joghurt
  • 2EL Zitronensaft
  • 4EL Zucker
  • 125g Biskotten
  • 100ml Orangensaft

Zubereitung

Zuerst Joghurt, Zitronensaft und Zucker zu einer Creme vermengen. Dann die Hälfte der Biskotten in Orangensaft tauchen und den Boden einer Kastenform damit auslegen. Die Hälfte der Creme darauf verteilen und anschließend die Waldbeeren darauflegen. Eine zweite Lage Biskotten darüber schichten und mit dem übrigen Orangensaft beträufeln. Die restliche Creme darauf verteilen und zum Literaturgenuss vernaschen!

 Viel Spaß beim Ausprobieren und Schlemmen!

Autorin: Frances Liebau

Bücher auf der Leinwand – Literaturverfilmungen: Geheimtipp-Doppelpack

Bücher auf der Leinwand – Literaturverfilmungen: Geheimtipp-Doppelpack

Es ist eine komplizierte Angelegenheit: Filme, die auf Buchvorlagen basieren. Für die traditionellen Leser oft ein Grauen, weil Handlungsstränge gekürzt oder weg gelassen werden und die Schauspieler natürlich nie so wie die Figuren aussehen, die man sich im Kopf ausgemalt hat. Andere hingegen lassen sich von den Filmen dazu inspirieren, das Buch zu lesen, um dann vergleichen zu können. Aus verlegerischer Sicht ein Glücksfall, da sich mit dem Verkauf der Lizenzen viel Geld machen lässt und ein erfolgreicher Film gleichzeitig die Verkaufszahlen der zugehörigen Titel ankurbelt. Diesmal haben wir zwei Geheimtipps zu sehenswerten Literaturverfilmungen, die es nicht ins große Rampenlicht geschafft haben. Film ab!

 

 

Die dunkle Seite des Mondes (2016)

 

Buchvorlage:

Martin Suter – Die dunkle Seite des Mondes

Diogenes, 320 Seiten.

12,00€

Pic Dunkle Seite des Mondes
© amazon.de/Alamode

Der auf Fusionen spezialisierte Wirtschaftsanwalt Urs Blank stürzt nach einem tragischen Zwischenfall in eine Existenzkrise und beginnt seinen Lebensentwurf anzuzweifeln. Auf einem Flohmarkt lernt er die junge Lucille kennen, die ihn in die alternative Szene einführt. Er entwickelt schnell Gefühle für sie und lässt sich dazu überreden, halluzinogene Pilze zu konsumieren, um sein Inneres zu erforschen und Erkenntnisse über sein Leben zu erlangen. Dies geht jedoch gehörig schief und die Persönlichkeitsstruktur von Urs fängt an, sich rapide zu verändern. Der Rausch hat schwerwiegende Folgen und er beginnt die Kontrolle über sein Handeln zu verlieren…

„Die dunkle Seite des Mondes“ stellt den zweiten Teil der „neurologischen Trilogie“ des Schweizer Bestsellerautoren Martin Suter dar, die Persönlichkeitsveränderungen als zentrales Thema haben. Der deutsche Regisseur Stephan Rick hat mit der Verfilmung des Romans exzellente Arbeit geleistet. Moritz Bleibtreu brilliert mit seiner Darstellung des Urs Blank und auch der Rest der Besetzung weiß zu überzeugen. Die atmosphärischen Naturaufnahmen stehen im Kontrast mit der sich immer weiter zuspitzenden Handlung, die in ein fulminantes Finale mündet. Als spannende Mischung aus Psychothriller und Personendrama ist „Die dunkle Seite des Mondes“ darüber hinaus ein Paradebeispiel für einen grandiosen Film „Made in Germany“.

 

Wo zu sehen: Maxdome, Amazon Video, Apple iTunes, auf Blu-Ray und DVD

Trailer: 


 

 

Manhunter (1986)

 

Buchvorlage:

Thomas Harris – Roter Drache

Heyne, 464 Seiten.

9,99€

Pic Manhunter
© amazon.de/Kinowelt/Studiocanal

Will Graham, Ex-Profiler beim FBI, genießt seinen Ruhestand, nachdem er seinen Job beinahe mit dem Leben bezahlt hat. Eines Tages bekommt er Besuch von seinem ehemaligen Chef: Ein letzter, unmöglicher Auftrag. Ein Serienkiller treibt sein Unwesen, welcher stets bei Vollmond zuschlägt und Familien in ihrem Zuhause grauenhaft verstümmelt. Graham entschließt sich, ein letztes Mal auf die Jagd nach einem Mörder zu gehen und benötigt dabei die Hilfe seines einstigen Widersachers: Dem Kannibalen Dr. Hannibal Lecter. Dieser sitzt in Isolationshaft in einer Psychiatrie und will sich an Graham rächen, indem er ihn in die Arme der „Zahnfee“, wie die Presse den Mörder getauft hat, treibt. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die nächste Vollmondnacht naht bereits…

Die Hannibal-Romane von Thomas Harris wurden mit Anthony Hopkins als Dr. Lecter sehr erfolgreich verfilmt und sind bestens bekannt. Die erste Adaption des Stoffes, die zu Unrecht leider nicht besonders hohe Popularität genießt, war bereits 1986 „Manhunter“. Kein geringerer als Michael Mann, welcher später mit Filmen wie „Heat“, „Insider“ und „Collateral“ erfolgreich wurde,  führte damals Regie. Als Will Graham bekommen wir William Petersen zu sehen, welcher ab dem Jahr 2000 Chefermittler in der Fernsehserie „CSI: Den Tätern auf der Spur“ wurde. Dr. Hannibal Lecter wird von Brian Cox gespielt, der dem Charakter eine subtilere Note verleiht, als es Hopkins nach ihm tat. Sehenswert ist der Film aber vor allem wegen seiner für die damalige Zeit visionären Optik. Der kühle Hochglanzlook in Verbindung mit dem hypnotischen Soundtrack prägte das Krimi-Genre nachhaltig. Auch das Herausstellen der Ermittler-Arbeit, welche in andern Filmen oft im Verborgenen stattfindet, ist ein Alleinstellungsmerkmal. „Manhunter“ ist eine vergessene Thriller-Perle und Fans der Bücher, oder die es noch werden wollen, sollten sich den Film nicht entgehen lassen.

 

Wo zu sehen: Amazon Video, Apple iTunes, auf Blu-Ray und DVD

Trailer:


 

Kennt ihr weitere unbekannte Buchverfilmungen, die es nicht verdient haben, in Vergessenheit zu geraten? Welche Filme haben eure Erwartungen enttäuscht oder erfüllt? Welcher Roman muss unbedingt noch verfilmt werden? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

 

Autor: Norman Zwanzig

Ein flirrender Traum von Lissabon – „Inquietudo“: Autor Alexander Suckel im Lerche-Interview

Ein flirrender Traum von Lissabon – „Inquietudo“: Autor Alexander Suckel im Lerche-Interview

Man muss es nicht unbedingt lesen, so vermessen bin ich nicht. Aber es lohnt sich, weil man sich darin verlieren kann. Und auch wieder hinausfindet. Hoffentlich.

 

Am ersten Juni 2017 erschien der Debütroman „Inquietudo“ von Alexander Suckel. Grund genug, um mit dem Autor ein Gespräch zu führen, in dem er Rede und Antwort steht.

 

Klappentext zu „Inquietudo“:

Inquietudo Gif
Raffinierte Spiegelspiele als passendes Cover. © Ronny Wenzel

Am Anfang steht eine unerfüllte Liebesgeschichte. Kruse, Ende zwanzig, Pianist in einer Nachtbar, begegnet der TV-Moderatorin Marcenda. Kurz darauf stirbt sie bei einem mysteriösen Autounfall. Kruse flüchtet nach Lissabon, um mit seinem Schmerz allein zu sein. Die Stadt erscheint ihm wie ein Vexierspiegel. Tatsächliche Ereignisse überlagern sich mit sonderbaren und irrealen Vorkommnissen. Er trifft auf Menschen, die längst gestorben sein müssten, und schon bald verschwimmt die Gegenwart zu einer Unform aus Träumen, Phantasien und Realem.

 

 

 

 

Leipziger Lerche: Mit Inquietudo“ haben Sie Ihren Debütroman vorgelegt. Welche Intention bestand für Sie darin, einen Roman zu schreiben und wen möchten Sie mit diesem Buch ansprechen?

Alexander Suckel: Dass es ein Roman wird oder werden könnte, war beim Schreiben nicht abzusehen. Ich wollte ein paar Geschichten zu Papier bringen, die mich umgetrieben haben. Angesprochen könnte sich fühlen, wer von Literatur mehr als bloße Beschreibung des Alltags erwartet und wer – wie die Figuren des Buches – mitunter auch nicht immer zwischen Realität und Phantasie zu unterscheiden weiß.

 

Abseits des Klappentextes – könnten Sie für unsere Leser kurz umreißen, warum man Ihr Buch unbedingt lesen sollte?

Man muss es nicht unbedingt lesen, so vermessen bin ich nicht. Aber es lohnt sich, weil man sich darin verlieren kann. Und auch wieder hinausfindet. Hoffentlich.

 

Würden Sie sich selbst mit dem Pianisten Kruse identifizieren bzw. wie viel Alexander Suckel steckt in Kruse?

Ich identifiziere mich mit all meinen Figuren, vor allem mit den Weiblichen. Und also wohnt jeder Figur ein Teil des Autors inne.

 

Gibt oder gab es in Ihrem Leben auch eine Marcenda?

Sonst gäbe es das Buch nicht.

 

Lissabon ist der Haupthandlungsort Ihres Romans. Stehen Sie in einer besonderen Beziehung zu dieser Stadt?

Ich habe dort für ein paar Monate als junger Mensch gelebt. Es ist das Ende von Europa, den Atlantik im Rücken oder vor Augen. Beides schärft den Blick fürs Wesentliche. Der Fisch ist gut, der Wein ist billig, die Menschen friedlich, die Straßen unübersichtlich und meistens scheint die Sonne. Außer zu Weihnachten. Da regnet es. Was will man mehr vom Leben?

 

In einer Stelle des Buches schreiben Sie sinngemäß, dass sowieso niemand den Unterschied zwischen einem Boogie und einem Bepob kennt. Würden Sie unseren Lesern eventuell einen kleinen musikalischen Exkurs geben?

Einen Boogie können Sie auf der Weihnachtsfeier eines Versicherungsunternehmens spielen. Mit einem Bebop sprengen Sie die Veranstaltung.

 

Wie lange hat es gedauert, bis Ihr Roman von einem Verlag angenommen wurde, oder war der Mitteldeutsche Verlag Ihre erste Wahl?

Ich habe es nur dem Mitteldeutschen Verlag zu Lesen gegeben. Das war der Beginn einer hoffentlich langen und wunderbaren Freundschaft.

 

Planen Sie bereits einen neuen Roman?

Ja.

 

Aktuell Leben Sie in Halle und Leipzig. Wo lebt es sich für Sie am besten?

Im Stau auf der A14. Ansonsten in Lissabon.

 

Zum Schluss würde ich Sie bitten, unseren Lesern vielleicht noch einen kleinen Tipp für den nächsten Theaterbesuch zu geben.

„Piraten!“ und „Ewig Jung“, zwei Liederabende am neuen Theater Halle.

 

Herr Suckel, ich danke Ihnen für Ihre Zeit und das aufschlussreiche Gespräch.

 

Über Alexander Suckel:

Pic Alexander Suckel
Alexander Suckel, Autor von „Inquietudo“. © Anna Kolata

Alexander Suckel wurde 1969 in Halle geboren, studierte Musikwissenschaften und Opernregie in Halle und Berlin und arbeitete als Moderator und Autor fürs Radio. Seit 1995 ist er als Musiker, Dramaturg, Autor und Regisseur an vielen deutschen Theatern tätig. Außerdem lehrt er als Dozent an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie der Hochschule für Musik und Theater, Leipzig und schreibt für verschiedene Tageszeitungen und Fachzeitschriften. Suckel lebt in Halle und Leipzig.

 

 

 

 

 

 

Pic Inquietudo 2
© Ronny Wenzel

„Inquietudo“

mitteldeutscher verlag

ISBN: 978-3-95462-914-5

EUR 12,95 (D)

208 Seiten

www.mitteldeutscherverlag.de

  

 

 

 

Autor: Ronny Wenzel