Tod und Trauer im Verlag – Ein Thema über das keiner reden, aber viele lesen wollen

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Was früher nur Sache der Kirche war, übernehmen seit einiger Zeit auch Verlage: Trauerhilfe. Sie erschließen damit einen neuen Teil des Buchmarktes und fungieren als Therapeuten für Autoren und Leser.

Im Mittelalter war der Tod ein ständiger Begleiter der Menschen. Durch Seuchen und Hungersnöte starben Viele, wobei oftmals feierliche Zeremonien stattfanden. Die Fenster und Türen wurden geschlossen, Kerzen entzündet und man versammelte sich um das Bett des Sterbenden. So konnten alle Abschied nehmen und an das Leben des Verstorbenen zurückdenken. Außerdem betete der Sterbende zu Gott, um die Vergebung seiner Sünden. Nach dem Tod wurden eine Reihe von Ritualen durchgeführt. Es wurde ein Fenster geöffnet, damit die Seele des Verstorbenen entweichen konnte und alle Spiegel im Haus verhängt. Die Verwandten wuschen den Toten und bahrten ihn im Haus auf, damit jeder, der zu Besuch kam, sich noch einmal von ihm verabschieden und für ihn beten konnte. Am Tag der Beerdigung, wurde der Sarg gemeinsam zum Friedhof getragen. Der Tod traf die Menschen damals nicht so hart, da man glaubte, er sei nur ein Übergang in ein besseres Leben und da früher hauptsächlich in Gemeinschaft getrauert wurde. Man hielt noch an traditionellen Trauerritualen fest. Seitdem hat sich das Verhältnis zum Tod geändert, denn heute ist es zur individuellen Angelegenheit geworden.

Wer verlegt diese Bücher?

Da uns das Thema Tod alle irgendwann beschäftigt hat oder wird, besitzen auch viele Verlage in ihrem Sortiment einige Bücher dieser Rubrik. Es gibt jedoch wenige Verlagshäuser, die sich ausschließlich damit beschäftigen.

Ein Beispiel ist der Thomas Verlag Leipzig. Er wurde im Mai 1990 von Theologe Paul Gerlach und Thomas Blankenburg, Ingenieur für Polygrafie gegründet. Seit einigen Jahren besitzen sie ihre eigene Druckerei. Der Verlag verkauft hauptsächlich Trauerkarten und Urkunden für kirchliche Feste, wie z. B. Konfirmation und Taufe. Aber auch biblische Texte in Form von Büchern, die bei der Trauerbewältigung helfen sollen, werden verlegt. Ihnen ist es ein besonderes Anliegen, hoch qualitative und anspruchsvolle Fotos auf ihren Trauerkarten zu präsentieren, da gerade in Zeiten des Verlustes und Trauerns Bilder und Zeichen mehr sagen können als Worte.

Meistens bieten Verlage nebenbei auch Bücher zu religiösen und spirituellen Themen an, wie der Patmos Verlag beweist. Die Patmos Verlagsgruppe ist seit 2010 in Mannheim ansässig und gehört zum Cornelsen Verlag. Sie verkaufen sowohl Bücher für Trauernde, als auch Ratgeber für Trauerbegleiter neben Themen wie Meditation, Christentum und Depression.

Es existieren auch viele Ratgeber Verlage, die sich mit der Trauerbewältigung beschäftigen, wie z. B. der PAL Verlag. Er setzt sich auch damit auseinander wie man Menschen helfen kann, die sich die Schuld für den Tod eines Anderen geben oder ob man nach dem Verlust des Partners eine neue Beziehung eingehen sollte.

Wer kauft die Bücher?

Es werden natürlich vorwiegend Hinterbliebene angesprochen, die sich erhoffen, den Kummer durch die Bücher zu bewältigen. Dies sind meist Erwachsene und Senioren. Aber auch Kinderbücher zum Thema Tod kann man erwerben, wie z.B. beim Lebensweichen Verlag. Sie klären kindgerecht über den Tod und die damit verbundene Trauer auf, um Eltern in ihren Erklärungen zu unterstützen. Auch Freunde und Bekannte aus dem Umfeld des Trauernden kaufen diese Bücher, um sie entweder an das Trauerhaus zu verschenken oder sich selbst Rat zu holen, wie sie in dieser Zeit am besten helfen können. Außerdem interessieren sich gelegentlich Jugendliche und Erwachsene unabhängig von einem Trauerfall für Bücher dieser Art. Die Nachfrage wird wohl deswegen zukünftig konstant bleiben.

Wie nahe sind die Verlage am Thema?

Im letzten Jahr erwarb Christiane zu Salm den Berliner Verlag Nicolai, einer der ältesten Buchverlage Deutschlands. Sie ist gelernte Verlagsbuchhändlerin und war zuvor sowohl im Fernsehen, als auch als ehrenamtliche Sterbebegleiterin tätig. Im Jahr 2013 veröffentlichte zu Salm den Bestseller „Dieser Mensch war ich“, in dem sie Personen auf dem Sterbebett nach ihrem persönlichen Resümee fragte. Die überraschend ehrlichen Rückblicke auf das Leben dieser Menschen, berührten viele Leser. Letztes Jahr erschien die Fortsetzung „Weiterleben. Nach dem Verlust eines geliebten Menschen“. Christiane zu Salm hat selbst seit der Kindheit mit dem Tod ihres kleinen Bruders zu kämpfen und weiß daher, wie schwer das Weiterleben tatsächlich ist. Diese Bücher sind also auch eine Art an ihrer eigenen Trauer zu arbeiten. Vorwiegend möchte sie aber den Lesern Mut machen sich für ein neues Leben nach dem Verlust zu öffnen, indem sie zeigt, dass es schon Menschen vor ihnen geschafft haben. Zwischenzeitlich war zu Salm geneigt aufzuhören, da einige Schicksale sie sehr belastet haben, aber es ist ihr ein persönliches Anliegen, dass diese Geschichten erzählt werden. Am wichtigsten ist es zu akzeptieren, dass jeder anders trauert, meint sie.

Therapie für Autoren und Leser

Man hört nicht nur von Christiane zu Salm, sondern auch von einigen anderen Autoren, dass sie ein Buch geschrieben haben, um ihre Trauer zu verarbeiten. Man könnte also annehmen, dass sie gar nicht für die Leser schreiben, sondern nur für sich selbst. Aber dann würden sie ihre Bücher wohl kaum veröffentlichen. Die Autoren erhoffen sich, mit ihren niedergeschriebenen Gedanken auch anderen Menschen zu helfen. Denn meistens herrscht nach dem Trauerfall eine große Sprachlosigkeit der Betroffenen. Sie wollen lieber darüber lesen, anstatt zu reden. Natürlich beabsichtigen die Autoren nicht, dass Bücher zur dauerhaften Alternative gegenüber der Kommunikation mit anderen Menschen werden. Sie sollen lediglich dabei helfen, dass Trauernde sich Zeit für sich selbst nehmen, um sich danach leichter Anderen öffnen zu können.

Der Tod und die Trauer scheinen immer noch Tabuthemen in der Verlagsbranche zu sein. Zwar gibt es vereinzelte Bücher, die sich in den Sortimenten der Verlage finden lassen, aber dies ist kein Vergleich zu Themen wie Vampire, Liebe, Kochen usw. Es wird jedoch sichtbar, dass es sich durchaus lohnt, sowohl für Verlage, als auch für Autoren und Leser, sich mit Trauerbewältigung zu beschäftigen.

Autorin: Janka Diettrich

 

Eine sprachliche Reise durch Deutschland: diesmal Plattdeutsch

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Heute widmet sich Lerche Dialekt dem Niederdeutschen oder auch bekannt unter Plattdeutsch. Dieser Sprachdialekt ist hauptsächlich im Norden Deutschlands sowie in angrenzenden Regionen, wie beispielsweise der Niederlande oder in Dänemark, verbreitet.

Was ist Plattdeutsch oder Niederdeutsch?

Der Begriff Niederdeutsch bezeichnet dabei eine geografische Zuordnung, also all jene Sprachformen, die in den „niederen“ (nördlichen) Regionen Deutschlands beheimatet sind. Plattdeutsch hat die zweite germanische Lautverschiebung nicht mitgemacht, stammt vom Altsächischen und kennt viele unterschiedliche Dialektformen. Damit ist Niederdeutsch gemeinsam mit Friesisch, Dänisch sowie weitgehend auch Englisch und Niederländisch von den mittel- und oberdeutschen Sprachgruppen abgegrenzt.

Da es keine einheitliche oder verbindliche Rechtschreibung gab, verfasste der Sprachwissenschaftler Johannes Saß das Kleine plattdeutsches Wörterbuch. Nebst Regeln für die plattdeutsche Rechtschreibung (erschienen 1972). Diese Rechtschreibung lehnt sich an die hochdeutsche an und macht Abweichungen kenntlich. Der Plattdeutsche Wortschatz weist etwa einen 20 -prozentigen Anteil Wörter aus, die es im Hochdeutschen und den mittel- und oberdeutschen Dialekten nicht gibt. Es sind viele Ähnlichkeiten zum Angelsächsischen und zum heutigen Englisch vorhanden, sodass Niederdeutsch eine Brückensprache zum Englischen, Niederländischen und zu den skandinavischen Sprachen ist.

Plattdeutsch im Roman Konzert ohne Dichter

Das Niederdeutsche hat den Ruf, eine gemütlich-heimelige Sprache zu sein. Menschen, die Platt sprechen, werden mit Gemütlichkeit, Beständigkeit und Ruhe in Verbindung gebracht. So auch die Figuren im Roman Konzert ohne Dichter von Klaus Modick.

In dem Künstlerroman geht es um den Künstler Heinrich Vogeler auf der Höhe seines Erfolgs in der Worpsweder Künstlerkolonie. Im Juni 1905 wird ihm die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen – für sein Gesamtwerk, besonders aber für das nach fünfjähriger Arbeit fertiggestellte Bild Das Konzert oder Sommerabend auf dem Barkenhoff. Doch der Künstler ist mit seinem Bild nicht zufrieden, er hinterfragt seine künstlerischen wie persönlichen Ambitionen und entfernt sich immer mehr von seinem guten Freund Rainer Maria Rilke.

Gekonnt fühlt sich Modick mit seinem melodiösen Rhythmus in die Sprache des Künstlers Vogeler und aller anderen Protagonisten ein. Neben der symbolistischen Sprache des Dichters Rilke, wird auch plattdeutsch gesprochen, welche der Geschichte ein passendes Flair verleiht. Vogeler selbst und vor allem Nebenfiguren wie der Bauer Jan, die alte Moorbäuerin Oma Brünjes, das Hausmädchen Stine oder der Zimmermann August sprechen den Dialekt, der für den nicht platt sprechenden Leser durchaus zur Hürde werden kann.

Könnt ihr das übersetzen?

Aber keine Sorge, versucht doch einmal die nachfolgenden Zitate einfach auszusprechen. Spielt mit den Wörtern und lasst sie auf eurer Zunge tanzen… denn gerade Plattdeutsch ist eine Sprache, die gesprochen werden will. Also viel Spaß mit den nachfolgenden Zitaten!

„Wat het de Spröök egens to seggen, Heini?“
Vogeler sah August an, dann den Haussegen, dann wieder August, und klopfte dem Alter auf die Schulter. „Nix“, sagte er lachend. „Dat is Kunst, ehm as miene Biller.“ (S.129)

„Oh, moin moin, Oma Brünjes“, sagte Vogeler.
„Moin, Heini“, krächzte die Alte.
„Is de Paula denn ok bi’t Haumaken?“
„Jau, jau. Altohoop. Wat mutt, dat mutt.“ (S.42)

Na, versteht ihr es? Oder braucht ihr Hilfe? Wer mehr wissen will, dem sei das Buch Konzert ohne Dichter von Klaus Modick (erschienen 2015 bei Kiepenheuer&Witsch; ISBN: 978-3-462-04741-7) wärmstens ans Herz gelegt.

Autorin: Saskia Liske

Der Lerche-Veranstaltungskalender Februar

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Der Prüfungsstress hat nun auch die Entspannten erreicht und jeder sehnt sich nach den Semesterferien. Wir bieten euch wieder zahlreiche Möglichkeiten für eine kleine Pause zwischendurch und Anregungen für die freie Zeit danach.

 

01.02.2018

Reisevortrag: Geisterstädte

Jörg Hertel berichtet über seine Reisen in verlassene Städte. Die Hinterlassenschaften menschlichen Daseins hat er mit seiner Kamera festgehalten. Wen also dieses spannende Thema interessiert, sollte unbedingt vorbeischauen!

 

Beginn: 19.00 Uhr

Location: Bibliothek Gohlis „Erich Loest“

Monetos: Eintritt frei

Web: https://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/veranstaltungen-und-termine/eventsingle/calendar/2018/02/01/event/tx_cal_phpicalendar/reisevortrag-geisterstaedte-1/

 

02.02.2018 – 04.02.2018

Motorrad-Messe Leipzig 2018

Leipzig wird in diesem Jahr Gastgeber der ersten echten Motorrad-Messe des Jahres in Deutschland. Über 300 Aussteller zeigen ihre Neuheiten und Gebraucht-Teile. Motorrad-Begeisterte sollten dieses Event auf keinen Fall verpassen.

 

Beginn: täglich von 09.00 bis 18.00

Location: Messegelände Leipzig, Halle 3 und 5

Monetos: Tageskarte: 14,00 Euro / im Online-Vorverkauf: 12,59 EUR
                  Ermäßigungskarte: 12,- Euro / im Online-Vorverkauf: 10,46 EUR
                  Dauerkarte: 20,- Euro (nur an der Tageskasse)
                  Kinder & Jugendliche (unter 16): freier Eintritt

Web: http://www.zweiradmessen.de/motorrad-messe-leipzig/

11.02.2018

Großer Rosensonntagsumzug 2018

 

Unter dem Motto „Wir feiern bunt in Leipzigs Herzen – das lassen wir uns nicht verscherzen“ startet der große Umzug der Leipziger Narren. Gegen Ende der Veranstaltung wird der schönste Umzugswagen mit dem „Goldenen Wagenrad“ ausgezeichnet. Also holt eure Faschingsklamotten vom Dachboden und bringt jede Menge gute Laune mit.

 

Beginn: 14.00 Uhr

Location: Leipziger Innenstadt

Monetos: Eintritt frei

Web: https://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/veranstaltungen-und-termine/eventsingle/calendar/2018/02/11/event/tx_cal_phpicalendar/grosser-rosensonntagsumzug-2018/

 

13.02.2018

Lesebühne Kunstloses Brot – Ausgabe 15

Die vier Mitglieder der Lesebühne Kunstloses Brot beschäftigen sich an diesem Abend mit allerlei Träumereien. Auch die Gäste sind eingeladen, ihren Fantasien nachzuhängen, um dem Alltag zu entfliehen. Perfekt für alle, die eine kleine Auszeit benötigen.

 

Beginn: 20.00 Uhr, ab 19.30 Uhr Einlass

Location: Beyerhaus

Monetos: 4 €

Web: https://www.lesebuehne-kunstloses-brot.de/

20.02.2018

Sternenspaziergang (Winterferienpass- und Familienangebot)

Aufgepasst an alle Hobbyastronomen und Romantiker! Das historische Planetarium des Schulmuseums bietet die Möglichkeit in den Leipziger Wintersternenhimmel zu blicken.

Für Gruppen werden gesonderte Termine angeboten. Nehmt dazu bitte rechtzeitig Kontakt mit dem Museum auf.

 

Beginn: 11.00 Uhr

Location: Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte, 2. Obergeschoss Planetarium

Monetos: mit Ferienpass: Eintritt frei

                  ohne Ferienpass: 3 €

Web: https://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/veranstaltungen-und-termine/eventsingle/calendar/2018/02/20/event/tx_cal_phpicalendar/sternenspaziergang-winterferienpass-und-familienangebot-3/

 

25.02.2018

Freude schöner Götterfunken (Schillerhaus)

Taucht ein in Schillers Ode an die Freude und ihren musikalischen Nachklang durch eine Führung im Schillerhaus.

 

Beginn: 15.00 Uhr

Location: Schillerhaus

Monetos: Eintritt frei

Web: http://www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de/bildung-vermittlung/fuehrungen/erwachsene/

 

Autorin: Janka Diettrich

Der Werther-Effekt und das Drama mit den Suizid-Dramen

 

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Im März 2017 erschien auf Netflix die Serie „Tote Mädchen lügen nicht“, welche den Suizid einer High-School-Schülerin thematisiert. Nach der Veröffentlichung entstand eine Diskussion darüber, ob die Thematik und Darstellung der Serie den sogenannten Werther-Effekt hervorrufen kann.

In der Serie nimmt sich die 16-jährige Hannah Baker das Leben. Nach ihrem Suizid erhält ihr Mitschüler Clay ein Packet mit Kassetten, auf denen Hannah die Gründe für Ihr Handeln erklärt. Die erste Staffel wurde von Kulturkritikern für die Thematisierung von u.a. Mobbing und Suizid gelobt. Gleichzeitig wird sie für die Darstellung von Hannah Baker und Ihren Taten scharf kritisiert, da diese zu Nachahmungen führen können.

Was ist der Werther-Effekt?

Der Werther-Effekt beschreibt einen Anstieg an Suiziden, bzw. Suiziden auf eine bestimmte Art, nachdem diese in den Medien viel Aufmerksamkeit bekommen haben. Daher wird dieses Phänomen auch als Nachahmungs- oder Imitationseffekt genannt. Der Name Werther-Effekt geht auf das Jahr 1774 zurück, als mit dem Erscheinen von Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ eine Suizidwelle, vor allem bei jungen Männern, auftrat. Das Buch wurde damals sogar zeitweise verboten.

Ein weiteres Beispiel für diesen Effekt sind die hohen Zahlen der Selbstmorde in der, damals neugebauten, Wiener U-Bahn in den achtziger Jahren. Durch die hohe Suizidrate war die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit sehr hoch, was zu häufigen und detailreichen Berichten führte, welche dann wiederum weitere Nachahmer verursachten. Um dem ein Ende zu setzten, wurde 1987 ein Leitfaden vom Kriseninterventionszentrum veröffentlicht. Der „Leitfaden über Berichterstattung von Suizid“ zeigt die Risiken von zu detailreichen Berichten auf und nennt Möglichkeiten, wie mit verringerten Gefahr berichtet werden kann. In den letzten 30 Jahren wurde der Leitfaden stetig aktualisiert und überarbeitet. Die neueste Version erschien im Mai 2017.

Berichterstattung bei Suizden

Auch in Deutschland gibt es Hinweise für die Berichterstattung bei Suiziden. Das Nationale Suizidpräventionsprogramm stellt auf seiner Webseite Informationsmaterialien zur Verfügung.  Inhaltliche stimmen diese Richtlinien mit den österreichischen weitgehend überein. Einige wichtige Punkte sind:

  • Keine Beschreibung von Tatort- und Hergang
  • Keine persönlichen Details über das Opfer nennen
  • Keine Interviews mit Angehörigen kurz nach der Tat
  • Keine Abschiedsbriefe o.ä. abdrucken
  • Keine Romantisierung oder Verurteilung der Tat

Es ist wichtig, dass suizidgefährdete Menschen sich nicht mit den Opfern identifizieren oder ein Gefühl der Verbundenheit entwickeln. Wenn z.B. der Ort und Hergang genau beschrieben wurden, könnte jemand sich auf die selbe Art das Leben zu nehmen umso im Tod nicht alleine zu sein.

Das Thema nicht totschweigen

Bei der Veröffentlichung der Leitfäden kam die Kritik auf, dass diese die Pressefreiheit einschränken. Ziel ist es jedoch nicht, die Berichterstattung zu behindern, sondern Menschen zu schützen. Nach der Einführung des Leitfadens in Österreich sind die Suizide in der Wiener U-Bahn zurückgegangen und seit damals auf einem konstanten Level. Eine weitere Möglichkeit die Suizidgefahr zu senken, ist der Papageno-Effekt. Berichte über Menschen, die Krisensituationen bewältigt haben, Lösungsansätze und professionelle Hilfsangebote können Suizide verhindern.

Seit Erscheinen der Netflix-Show sind bereits Fälle aufgetreten, die auf Nachahmung schließen lassen, was die Diskussionen über die Serie nur verstärkt hat. Aber Verteidiger der Serie sehen in den angesprochenen Themen einen wichtigen Beitrag zur Enttabuisierung. Denn es ist wichtig, über Suizid zu sprechen. Doch das bringt die Serie selbst und die Macher der Serie in einen ähnlichen Konflikt wie ihn Journalisten bei Suizidmeldungen gegenüberstehen.

Autorin: Annekatrin Franke

Der Lerche-Veranstaltungskalender für Januar

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Wir hoffen auch ihr seid gesund und munter in das neue Jahr 2018 gestartet. Und auch dieses Jahr geht es wie gewohnt mit einigen Tipps weiter, um sich die Vorprüfungszeit oder den wieder einkehrenden Arbeitsalltag zu versüßen. Schaltet ab, denkt um oder lasst euch inspirieren.

 

12.01.2018 – 25.02.2018

Leipziger Eistraum 2018

 

Auch dieses Jahr verwandelte sich der Augustusplatz in eine Eislaufbahn. Mit Hütten, Stehtischen, Feuerschalen und einer 36 Meter hohen Winterrutsche wird hier zum Verweilen, Aufwärmen und sportlichen Treiben geladen. Schlittschuhe können für 3€ ausgeliehen werden.

 

Beginn: 10 – 22Uhr

Location: Augustusplatz vor der Oper

Monetos: Einzelkarte – 3,50 € / 2,50 €

10er-Karte – 31,50 € / 22,50 €

Web: https://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/veranstaltungen-und-termine/eventsingle/calendar/2018/01/12/event/tx_cal_phpicalendar/leipziger-eistraum-2018/

 

14.01.2018

Theaterfest 2018

 

Theater mal von einer anderen Seite erleben? Möglich ist das alles im Theater der Jungen Welt. Zum Theaterfest finden auf allen Bühnen und in den kleinsten Winkeln des Theaters Shows und Lesungen statt. An der Bar kann sich für die nächste Runde des vielfältigen Programms gestärkt werden.

Und vielleicht ersteigert ihr auch eines der ausgefallenen Kostüme aus dem Fundus.

Wer weiß, Überraschungen sind auf jeden Fall nicht ausgeschlossen.

 

Beginn: 14 Uhr

Location: Theater der Jungen Welt

Monetos: 1,00 €

Web: http://www.theaterderjungenweltleipzig.de/spielplan-000536.html

 

20.01.2018

UniBigBand

 

Wer sie noch nicht gesehen hat, sollte diese Chance nutzen! Die UniBigBand bereichert seit mehr als elf Jahren Leipzigs musikalische Vielfalt. Als viermaliger Preisträger des internationalen Bigbandfestivals macht die etwa 20-köpfige Band ihrem Ruf alle Ehre. Hier bekommt ihr Swingstandards, Latin Jazz und moderne Jazzkompositionen auf die Ohren.

 

Beginn: 20 Uhr (Einlass: 19:45 Uhr)

Location: die naTo

Monetos: 10€ / 6€ (VVK: 9,50€ zzgl. Gebühren bei Culton Ticket und tixforgigs.com)

Web: https://www.facebook.com/events/131778364202614/

 

30.01.2018

European Outdoor Film Tour 17/18 Leipzig

 

Euch kitzelt bereits das Fernweh und ihr plant schon euren nächsten Trip ins Unbekannte? Lasst euch doch von den Outdoor-Geschichten, den sportlichen Höchstleistungen und den faszinierenden Begegnungen auf der Leinwand inspirieren. Ein Abend voller Bildgewalt verspricht die E.O.F.T. mit dem Slogan:

„No casting. No actors. No makeup. This is real.“

 

Beginn: 20 Uhr (Einlass: 19:30 Uhr)

Location: WERK2-Kulturfabrik

Monetos: 16,50 €

Web: https://www.eoft.eu/de/tickets/details/event-european-outdoor-film-tour-201718-kulturfabrik-werk2-leipzig-2018-01-30_20-00/?utm_source=facebook&utm_medium=eventpage&utm_campaign=DE_Leipzig_30_1_2018_20Uhr

Autorin: Melody Schieck

Lerche liest: Bücher über … dystopische Welten

Vor einigen Wochen habe ich ein Buch in einer Hugendubel-Filiale entdeckt. Eine Hardcover-Ausgabe mit Schutzumschlag. Ausschließlich die Farben Schwarz, Weiß und Rot finden Verwendung. Um welches Buch handelt es sich? Es ist die Neuauflage von Margaret Atwood’s Erfolgsroman „Der Report der Magd“. Der Roman beschäftigt sich mit einer fiktiven, dystopischen Welt. Nachfolgend stelle ich euch vier dystopische Geschichten vor, die meiner Meinung nach sehr gelungen sind.

 

Corpus Delicti – Ein Prozess von Juli Zeh

© Random House

Die Handlung spielt sich in der Mitte des 21. Jahrhunderts ab und dreht sich hauptsächlich um die junge Mia Holl, die einen Justizirrtum an ihrem Bruder aufklären will. Soweit so gut, jetzt muss man sich aber mal vorstellen, dass der Staat sich die Gesundheit jeden Bürgers zur Pflicht gemacht hat. Ständig werden Blutwerte, sportliche Aktivitäten und körperliches Befinden überprüft und dokumentiert.

Bei Abweichungen schreitet der Staat sofort ein. Mia, die unter dem Tod ihres Bruders und den Beschuldigungen des Staates seelisch und körperlich sehr leidet, muss sich durch dieses engstirnige System arbeiten. Wird sie es schaffen, die komplette Wahrheit herauszufinden und die mögliche Unschuld ihres Bruders zu beweisen?

 

 

 

btb-Verlag

Taschenbuch, 264 Seiten, 10,00 Euro

ISBN: 978-3-442-74066-6

Mehr Infos unter: https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Corpus-Delicti/Juli-Zeh/btb-Taschenbuch/e321917.rhd

 

Fahrenheit 451 von Ray Bradbury

© Random House

 

Ein Roman, der zu den Klassikern gezählt wird und viel über Bücher zu erzählen weiß. 

Amerika in der Zukunft: Guy Montag ist Feuerwehrmann, aber der Job beinhaltet in dieser fiktiven Welt eine andere Aufgabe als nur physisches Feuer zu löschen. Als Feuerwehrmann hat er die Aufgabe versteckte Bücher und Zeitschriften zu finden und auf Geheiß des Staates zu verbrennen. Schließlich sind Bücher Schatzkisten des Wissens und eigenständiges Denken ist nicht gerne gesehen. Deswegen werden Feuerwehrmänner wie Guy losgeschickt; dabei ist der Titel eine Anspielung auf die Temperatur des Feuers. Denn bei 231 Celsius oder 451 Fahrenheit verbrennt Papier. Noch ist Guy ein Verfechter des Systems, bis er durch eine Begegnung anfängt, alles in Frage zu stellen und die Ereignisse sich zu überschlagen beginnen.

 

 

Heyne-Verlag

Taschenbuch, 192 Seiten, 8,99 Euro

ISBN: 978-3-453-16412-3

Mehr Infos unter: https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Fahrenheit-451/Ray-Bradbury/Heyne/e164779.rhd

 

Ich fürchte mich nicht von Tahereh Mafi (Shatter Me Trilogie)

© Random House

Stell dir vor, du lebst in einer fast vollkommen zerstörten Welt, in der wenige Auserwählte mit einer Gabe gesegnet sind. Ob unsichtbar machen oder schnell rennen, es gibt viele verschiedene Talente. Juliette jedoch sieht ihre Fähigkeit nicht als Gabe, sondern als einen Fluch an. Seit ihrer Kindheit wird sie hinter Schloss und Riegel gehalten. Jeder begegnet ihr mit Angst und Schrecken, sodass das Mädchen sich vollkommen alleine fühlt und nur ein Schatten ihrer selbst ist. Es heißt sie sei gefährlich, denn mit nur einer Berührung ist sie fähig zu töten. Als die Machthaber von ihrer Fähigkeit erfahren, wollen sie sie um jeden Preis zu ihrer Waffe machen. Juliette will dies jedoch nicht zulassen und beginnt einen unerbittlichen Kampf: Gegen ihre Peiniger und gegen sich selbst.

 

 

 

Goldmann Verlag

Taschenbuch, 336 Seiten, 9,99 Euro

ISBN: 978-344247849

Mehr Infos unter: https://www.randomhouse.de/Buch/Ich-fuerchte-mich-nicht/Tahereh-Mafi/Goldmann/e382879.rhd

 

Der Report der Magd von Margaret Atwood

©Piper-Verlag

Was ist deine Aufgabe in der zukünftigen Republik Gilead? Bist du die Frau eines Kommandanten, unfruchtbar und auf Hilfe anderer angewiesen, eine Martha und schmeißt den Haushalt des Kommandanten oder eine Magd, deren Aufgabe darin besteht, Kinder der Kommandanten auszutragen? Mägde sind das heilige Gut von Gilead und werden um jeden Preis geschützt. Sie sind der kleine, noch fruchtbare Teil der Bevölkerung. Als Magd besteht dein Leben aus Gehorsam und der Aufgabe dich darauf zu konzentrieren, schwanger zu werden. Es gibt keinen Alkohol, keine Zigaretten oder ausgefallene Mahlzeiten für dich und auch sonst herrschen viele Regeln. Alles natürlich nur zu deinem Wohl! Aber was ist das für ein Leben? Genau das fragt sich die junge Desfred, die sich an das Leben vor der Republik noch erinnern kann. Langsam stellt sie nicht nur ihr Leben, sondern das aller Menschen in Gilead in Frage.Wird sie sich auflehnen und eine Hinrichtung riskieren, oder wird sie sich fügen und ihren Körper der Gesellschaft als Gebärmaschine zur Verfügung stellen?

 

Berlin-Verlag

Gebundene Ausgabe mit SU, 416 Seiten, 25,00 Euro

ISBN: 978-3-8270-1384-2

Mehr Infos unter: https://www.piper.de/buecher/der-report-der-magd-isbn-978-3-8270-1384-2

 

Autorin: Jana Menke

Jahreswechsel mit der Lerche – „Gute Vorsätze“

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Ich will mehr Sport machen! Ich will mit dem Rauchen aufhören! Ich will mich gesünder ernähren, weniger Fernsehen, mehr Zeit mit Freunden und Familie verbringen, mehr Geld sparen …

Wir alle kennen sie, stellen sie auf und vergeigen die Umsetzung.

Gute Vorsätze für das neue Jahr

 

Man nimmt sich etwas am 31.12. vor, um es am 01.01. zu vergessen.  Klingt enttäuschend? Das ist es auch. Also warum verzichten wir nicht einfach mal auf die wagen, undefinierten Vorhaben? Denn ganz ehrlich, wenn man es schon von Januar bis November nicht schafft die eigenen Pläne zu verwirklichen, warum sollte es im Dezember klappen?

Wie wäre es, die „guten Vorsätze“ dieses Jahr bzw. nächstes gemeinsam zu schwänzen? Denn oft machen sie uns doch nur unzufrieden und zeigen unsere Fehlbarkeit auf. Deswegen: kein Druck „Es“ durchzuziehen und kein Schamgefühl bei der Frage: „Wie läuft es mit deinen Vorsätzen?“ Wir sollten entspannt in das nächste Jahr starten mit der Antwort: “Läuft super, ich hatte keine!“

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Vorsatz, nicht Ziel

Doch woher rührt dieses ständige Scheitern an den eigentlich guten „Zielen“? Zuerst einmal ist ein Vorsatz kein Ziel, er ist unverbindlich und erinnert mehr an Wunschdenken als an Fokussierung.

Ich will mehr Sport treiben. – Ja, aber wie viel ist mehr? Welchen Sport will man treiben und wie oft?

Und dann diese Angelegenheit mit der Ausdauer, es durchzuhalten. Entgegenwirken kann man hier jedoch schon mit kleinen guten Vorsätzen (besser: Zielen) die erst mal nicht zu hoch gegriffen und sowohl kurz- als auch langfristig umsetzbar sind. Den zeitlichen Faktor darf man also nicht aus den Augen verlieren. Ablenkungen, sowohl beruflich als auch privat, machen es zusätzlich schwer.

Wichtig ist dann: Prioritäten setzen!

Und wenn dann noch genug Geduld vorhanden ist, werden die Ziele zu Gewohnheiten. Sobald Gewohnheit einkehrt, fühlt es sich so an, als koste es gar keinen Aufwand mehr sich an die selbst aufgestellten Regeln zu halten. Dann wird der regelmäßige Sport zum Alltag und ist so selbstverständlich wie das Zähneputzen nach dem Aufstehen.

Mit Ehrlichkeit, vor allem zu sich selbst, kommt man weiter als gedacht. Aus diesem Grund ist es besser, sich selbst im Laufe des Jahres kritisch zu betrachten, um dann wirklich etwas zu ändern, anstatt sich am Ende des Jahres im Gruppenzwang gute Vorsätze aus der Nase zu ziehen, welche bald wieder ad acta gelegt werden. Es gibt immer mehrere Wege die zum Ziel führen. Man muss sich nur einen aussuchen der zur eignen Person passt. Vielleicht wird dann die auferlegte Pflicht schnell zu einem inneren Bedürfnis.

 

Die Krux mit den Guten Vorsätzen

Wenn also wieder einmal nach wenigen Tagen die Luft raus ist, bei unseren guten Vorsätzen, ist die Frage: was sollen wir nun tun? Durchziehen oder fallen lassen? Unser 5-Punkte-Plan sagt euch, was ihr tun könnt!

 

  1. Spezifische Ziele oder kleinere Teilziele anstatt „gute Vorsätze“ festlegen

  2. Einen Zeitrahmen oder Startpunkt wählen, der dem Ziel nützt und nicht dem Gruppenzwang am Jahresende nachhetzen

  3. Sich die Vorteile vor Augen halten und somit Verbündete (z.B.: Trainingspartner) finden und überzeugen

  4. Bei ersten Erfolgen – Belohnen

  5. Rückschläge sind zu erwarten, solange man danach weitermacht

Atmet tief durch und entspannt euch. Der Jahreswechsel wird mit etwas Selbstreflextion genau das, was ihr braucht – auch ohne „gute Vorsätze“.

Autorin: Melody Schieck

„Der Weihnachtshund“ von Daniel Glattauer

Viele lesen in der Adventszeit gern Bücher, die sie auf Weihnachten einstimmen oder davon ablenken. „Der Weihnachtshund“ kann beides. Seid gespannt auf unsere Buchvorstellung zum dritten Advent!

 

Der Autor des „Weihnachtshunds“

Daniel Glattauer ist ein österreichischer Schriftsteller. Er studierte Pädagogik und arbeitete später unter anderem als Liedermacher, Kellner, Journalist und Redakteur. Spätestens nach seinen beiden Bestsellerromanen „Gut gegen Nordwind“ (2006) und „Alle sieben Wellen“ (2009), erlangte er große Bekanntheit. Diese wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und waren außerdem als Theaterstück, Hörbuch und Hörspiel sehr erfolgreich. Im Jahr 2006 wurde Glattauer für den Deutschen Buchpreis nominiert. Sein neuester Roman „Geschenkt“ erschien 2014.

Die Handlung des „Weihnachtshunds“

Katrin ist fast dreißig und hat immer noch nicht den Mann fürs Leben gefunden. Im Gegensatz zu ihren Eltern ist sie mit der Situation aber zufrieden. Max (34) will auf die Malediven fliegen, um Weihnachten zu entfliehen. Er braucht jedoch einen Betreuer für seinen faulen Hund Kurt und schaltet deswegen eine Anzeige im Internet.

Katrin entdeckt den Suchaufruf und beschließt den Hund über die Festtage zu sich zu nehmen, um an Heiligabend, an dem gleichzeitig ihr Geburtstag ist, nicht zu ihren Eltern fahren zu müssen. Durch Kurt treffen die beiden aufeinander und kommen sich näher. Dies gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht, da Max seit einem traumatischen Ereignis seiner Kindheit, keine Frauen mehr küssen kann.

Unsere Empfehlung

„Der Weihnachtshund“ ist eine leichte Lektüre, die man sehr gut in der Vorweihnachtszeit lesen kann. Eine Romanze der etwas anderen Art wird durch sympathische Figuren und lustige Gespräche zur Medizin gegen jeden Weihnachtsfrust. Aufgrund der Kapiteleinteilung vom 1. bis zum 24. Dezember ist er außerdem als literarischer Adventskalender einsetzbar. Anders als der Titel vermutet, eignet sich der Roman jedoch nicht zum Vorlesen für Kinder, da der Kern des Werkes eine Liebesgeschichte darstellt und auch die Sprache für den Nachwuchs schwer verständlich ist.

Die Neuauflage des Romans kann bei Interesse, je nach Ausstattung, für 10 € oder 15,90 € bei der Verlagsgruppe Random House erworben werden.

Autorin: Janka Diettrich

Weihnachten, Julfest, Christmas Eve und Noche Buena

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Vier Bezeichnungen, ein Fest und viele unterschiedliche Bräuche

Weihnachten ist wohl eines der schönsten Feste des Jahres. Mit dem Dezember beginnt die Weihnachtszeit und die eigenen vier Wände werden mit Tannenzweigen, Kerzen und Weihnachtsschmuck dekoriert. Aber in jedem Land wird Weihnachten ein bisschen anders gefeiert… Vier Länder und ihre Weihnachtsbräuche stellen wir euch hier vor!

 

 

Weihnachten in Deutschland

Herzstück jedes Hauses ist und bleibt der Weihnachtsbaum. Dieser erstrahlt meist durch etliche Lichterketten und erhält seine besondere Note durch Christbaumkugeln, Strohsterne oder häufig auch gebastelte, individuelle Schmuckstücke. Selbstgetrocknete Orangen erfüllen das ganze Haus mit ihrem süßen Duft. Mit dem ersten Sonntag des Monats beginnt der erste Advent und die erste Kerze des reichlich verzierten Adventskranzes wird angezündet. Hierzulande ist es Brauch, dass die Familie sich an den Adventsonntagen zusammen findet, Speis und Trank teilt und den Kindern Geschichten vorliest. Vor allem Glühwein und Lebkuchen finden hier großen Anklang. Selbst gebastelte, aber auch gekaufte Adventskalender mit 24 Türchen und kleinen Überraschungen sollen die Vorfreude auf Heiligabend steigern.

Am 24. Dezember gibt es dann, nach dem Besuch der Messe, ein großes Festmahl. Ob Fisch, Entenbraten, Raclette oder Nudelsalat mit Heißwürstchen, beim Abendessen kommen alle zusammen. Gut gesättigt findet dann die Bescherung unter dem Weihnachtsbaum statt. Die Geschenke hat das Christkind oder der Weihnachtsmann unter dem Weihnachtsbaum platziert. Im Anschluss klingt der Abend im Kreise der Familie aus. Der erste und zweite Weihnachtstag sind für die Verwandtschaft reserviert. Oftmals werden Großeltern, Tanten und Onkel besucht. Mit dem 26. Dezember endet die Weihnachtszeit und es heißt wieder ein Jahr warten.

So oder so ähnlich wird hierzulande Weihnachten gefeiert. Wie aber wird in Schweden, Spanien oder England gefeiert?

 

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Weihnachten in Schweden

Die Schweden zelebrieren das Julfest, oder besser bekannt als „das Fest der Heiligen Lucia.“ Die Weihnachtszeit dauert fast zwei Wochen länger als bei uns. Sie beginnt am ersten Advent und endet am 13. Januar. Der 13. Dezember ist in Schweden ein wichtiges Datum, denn es ist der Tag der Heiligen Lucia. Die Heilige Lucia wird oft mit einem Kerzenkranz auf dem Kopf dargestellt. Ihre Aufgabe besteht darin, Licht in das Dunkel zu bringen. Der ältesten Tochter jeder Familie kommt eine besondere Aufgabe zuteil: Sie darf als Heilige Lucia verkleidet die gesamte Familie wecken. Dementsprechend tragen die ältesten Töchter ein weißes Kleid und einen Kranz auf dem Kopf. Die Eltern dürfen an diesem Tag entspannt im Bett bleiben, denn ein weiterer Brauch besteht darin, dass die Kinder ihren Eltern Gebäck an das Bett bringen.

Ein Weihnachtsbaum darf auch in Schweden nicht fehlen. Dieser wird mit Strohpuppen, Lichterketten und Gebäck geschmückt. Wie auch bei uns, ist der 24. Dezember der wichtigste Tag der Weihnachtszeit. Schweinfußsülze, Fisch in Cremesoße und Köttbullar sind beliebte Speisen für das „Julbord“, bevor die Bescherung unter dem Weihnachtsbaum stattfindet. Die Geschenke wurden liebevoll von dem „Jultomten“ platziert. Im Anschluss findet sich die ganze Familie in der Kirche zur Mitternachtsmesse ein, oder besucht am 25. Dezember die Frühmesse. Mit dem 13. Januar, dem Knutstag, an dem der gesamte Weihnachtsbaum „geplündert“ wird, endet die Weihnachtszeit.

 

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Weihnachten in Spanien

In Spanien spielt die Weihnachtslotterie, welche am 22. Dezember stattfindet, eine große Rolle. Der Hauptgewinn („El Gordo“) besteht aus einer beträchtlichen Summe Geld. Nach christlichem Glauben kamen die drei heiligen Könige am sechsten Januar nach Bethlehem und Beschenkten das Christkind. Dementsprechend geht die Weihnachtszeit in Spanien bis zum sechsten Januar. Am 24. Dezember findet sich auch in Spanien die Familie zusammen, um gemeinsam zu speisen. Am „Noche Buena“, so wird Heiligabend in Spanien genannt, wird häufig „Turron“ serviert. Eine Spezialität, bestehend aus Mandeln, Zucker, Honig und Eiern. Im Anschluss wird die Mitternachtsmesse besucht. Anders als in Deutschland und Schweden, wird in Spanien meist kein Weihnachtsbaum aufgestellt, sondern lediglich eine Krippe. Traditionell findet die Bescherung nicht an Heiligabend statt, sondern erst im neuen Jahr, am Tag der heiligen drei Könige. Am 28. Dezember wird dann der „Dia de los Santos Inocentes“ zelebriert. Vergleichbar ist dieser Tag mit unserem ersten April. Es ist der Tag der Heiligen Unschuldigen und es werden viele Streiche gespielt. Am fünften Januar findet in vielen Städten ein Umzug statt. Auf Kamelen reiten die heiligen drei Könige durch die Straßen. Spanische Kinder legen Brot und Wasser vor die Tür und bekommen als Dank am nächsten Tag Geschenke, oder im Falle von Unartigkeit ein Stück Kohle.

 

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Weihnachten in Großbritannien

Der englische Weihnachtsschmuck erinnert häufig an Dekoration für eine Geburtstagsparty. Viele bunte Girlanden und Luftschlangen werden im ganzen Haus aufgehängt. Auf dem Esstisch finden häufig sogar Partyhütchen und Tröten ihren Platz. Zur Feier des Tages wird in vielen Haushalten ein Truthahn serviert. Anschließend gibt es noch eine Kleinigkeit zu naschen – den Plumpudding. Jeden der jetzt an einen Pudding denkt, werde ich nachfolgend enttäuschen, denn es handelt sich nicht um einen Pudding, sondern um einen Kuchen, bestehend aus Rosinen und Nüssen. Das Highlight dieses Küchleins ist eine eingebackene Münze. Finder dieser Münze darf sich etwas wünschen.

Nachdem alle gut gesättigt sind, begibt sich die Familie in das Wohnzimmer, um ein Seil zu spannen, an dem sie ihre langen, weihnachtlich verzierten Socken aufhängen, die in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember von „Father Christmas“ mit Geschenken befüllt werden. Die Bescherung findet in England erst am Morgen des 25. Dezember statt. Am Nachmittag findet sich häufig die gesamte Familie im Wohnzimmer ein, um zusammen Weihnachtsfilme zu schauen. Am „Boxing Day“, dem 26. Dezember“, werden oftmals Freunde und Verwandte besucht. Mit diesem Tag findet in England die Weihnachtszeit ihr Ende.

Auch wenn jedes Land seine eigenen Bräuche und Traditionen hat, so ist eines nach dieser kurzen Einweisung in andere Bräuche klar – die Familie ist das Herzstück jedes Weihnachtsfestes!

 

Autorin: Jana Menke

Vorfreude im Advent – Heute schon dein Türchen geöffnet?

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Was wäre die Adventszeit ohne Weihnachtskalender. Jede kleine Leckerei und Überraschung hinter einem der vierundzwanzig Tage, lässt die Vorfreude auf den Weihnachtsabend wachsen und versüßt die kalte  Jahreszeit.  Heute gibt es Adventskalender in einer Vielzahl von Formen, gefüllt mit Schokolade, Tee oder anderen Kleinigkeiten.

 

Schöpfungsgeschichte

Die Geschichte der Adventskalender beginnt in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland. In der katholischen Kirche wurde die Vorweihnachtszeit durch Adventsandachten vertieft, in evangelischen Familien durch das gemeinsame Lesen von Bibelstellen, Gebete und Andachten mit Liedern.

Da Zeit besonders für Kinder eine abstrakte Größe, fingen die Eltern an sich verschiedene Möglichkeiten zu überlegen, um ihrem Nachwuchs die verbleibende Zeit greifbar zu machen. Einige Familien hängten nach und nach 24 Bilder mit weihnachtlichen Motiven an die Wand oder ins Fenster. Andere Familien zogen 24 Kreidestriche an Schranktüren oder Türstöcken. Die Sonntage wurden mit einem längeren oder farbigen Strich markiert und die Kinder durften jeden Tag einen Strich wegwischen. Zusätzlich wurden kleine Tannenbäumchen aufgestellt, die als Adventsbäumchen dienten. In ihre Zweige wurde kleine Fähnchen mit Bibelversen oder Sterne gehängt. Außerdem war es Tradition zusätzlich jeden Tag eine neue Kerze auf den Baum zu heften und anzuzünden. Das zunehmende Licht verkörperte die bevorstehende Geburt Jesu Christi.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts bastelten die Eltern für ihren Nachwuchs Weihnachtsuhren. Die Uhren waren Scheiben mit 12 oder 24 Unterteilungen, deren Zeiger jeden Tag einen Schritt weiter gestellt wurden. Die Unterteilungen wurden mit Liedtexten und Bibelversen versehen, sodass die Adventszeit auf die kommende Weihnacht vorbereitete.

 

Anfang der industriellen Produktion

Die ersten gedruckten Weihnachtsuhren wurden 1902 in Hamburg hergestellt. Diese erschienen im Verlag der Evangelischen Buchhandlung Friedrich Tümpler und kosteten 50 Pfennig. Im Jahr 1904 erschien der Weihnachtskalender „Im Lande des Christkinds“ als Beilage einer Stuttgarter Weihnachtszeitung, basierend auf der Idee von Gerhard Lang. Seine Kalender hatten noch keine Türen zum Öffnen, sondern bestanden aus zwei bedruckten Teilen. Dieser bestand aus einem Bogen mit 24 Bilder zum Ausschneiden und einem Karton auf dem auf 24 Feldern Verse aufgedruckt waren, die Lang selbst verfasst hatte. Die Kinder durften jeden Tag ein neues Bild ausschneiden, einen Vers Lesen und das Bild darauf kleben.

Ab 1908 wurden die Adventskalender im Verlag Reichhold & Lang gedruckt. Darauf folgten in den nächsten Jahren nicht nur stark steigende Auflagenhöhen, sondern auch viele neue Variationen, u.a. eine Version mit Blindenschrift. Lang scheute dabei keinen Aufwand, um neue Kalender zu entwickeln. Seine Drucke zeichneten sich besonders durch hohe Qualität und Detailtreue aus.

Wenige Jahre nachdem Gerhard Lang angefangen hatte Adventskalender in höheren Auflagen zu drucken, drängten auch andere Verlage auf den Markt. In den 1930er Jahren waren Adventskalender in weiten Teilen Deutschlands verbreitet. Auf Dauer konnte Lang dem Preiskampf nicht standhalten und musste 1940 die Produktion der Kalender einstellen.

 

Advent in der Kriegszeit

Mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde Papier in Deutschland rationiert. Anfang der 1940er Jahre wurde der Druck von Bildkalendern als kriegsunwichtig eingeschätzt und eingestellt. 1941 wurden sämtliche kirchliche Presseerzeugnisse verboten.

Als Ersatz ließ die NSDAP eigene, nationalsozialistische Kalender drucken und im Volk verteilen. Dieser war ein kleines Heft mit kleinen Erzählungen, Liedern, Mal- und Bastelvorschlägen. Ziel war die Umdeutung der Adventszeit. Dafür wurden alle christlich-religiösen Elemente entfernt und die Inhalte durch die neue Ideologie ersetzt.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg

Bereits im Jahr 1945 wurden zu Weihnachten wieder Adventskalender gedruckt, da die Sehnsucht nach alten Traditionen und Werten sehr hoch war. Bereits in den 1930er Jahren hatte sich der Adventskalender wieder stark im deutschsprachigen Raum verwurzelt. Damit begann der weltweite Siegeszug der Kalender, die sich über Österreich und Schweiz auch nach Großbritannien sowie in die USA verbreiteten.

Seit den Anfängen der Erfindung des Kalenders hat sich viel verändert, nicht nur die Art und Weise ihrer Produktion, sondern auch wie wir die Adventszeit verbringen. Im Laufe der Zeit haben sich zwar Form und Aussehen der Kalender verändert, aber nicht ihr Zweck: Noch immer Bereichern sie die Adventszeit und steigern unsere Vorfreude auf den Heiligen Abend.

Autorin: Frances Liebau