Gut Leben ohne Werbung – das transform Magazin: fokussiert auf Inhalte

Gut Leben ohne Werbung – das transform Magazin: fokussiert auf Inhalte

Egal ob Print oder digital: wer gemütlich in Zeitschriften blättern will, den stört alle paar Seiten eine knallige Werbeanzeige. Überall blinkt und schreit es aufmerksamkeitsheischend. Dabei passt die Werbung häufig so gar nicht zum eigentlichen Heftinhalt. Entspannt und werbefrei Zeitung lesen – geht das überhaupt? Ja – wie das transform Magazin beweist, über das ich kürzlich gestolpert bin.

Das transform Magazin für das gute Leben versteht sich als werbefreie Zone. Auf seinen Seiten finden sich keinerlei Anzeigen. Auch wenn das für das Heft keine Werbe- und Anzeigeeinnahmen bedeutet. Viel wichtiger als Geld ist der Redaktion die Grundaussage des transform Magazins. Es geht um Entschleunigung, hinaus aus dem Hamsterrad und hinein in die genussvolle Lektüre. Da würde Werbung nur stören – zumal viele der Texte recht kritisch mit unserer heutigen Gesellschaft ins Gericht gehen.

 

Entspanntes Hipsterleben & moderne Übersichtlichkeit

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Die aktuelle Ausgabe. © transform-magazin.de

Das transform Magazin für das Gute Leben ist ein seit Juli 2015 erscheinendes Printmagazin, welches sich – wie der Titel schon verrät – mit dem Guten Leben und all seinen Facetten beschäftigt. Auf 127 Seiten finden sich Texte und alltagstaugliche Inspirationen, wie es in Heft Nr. 1 bezeichnet wird. Die Redaktion möchte mit transform einen Beitrag zur Entschleunigung leisten und wendet sich offen gegen den Selbstoptimierungswahn.

 

In jeder Ausgabe des Magazins gibt es ein Schwerpunktthema. Die die erste Ausgabe drehte sich um das Thema Arbeit („Wir schmeißen hin“), die zweite um Empathie („Empathie da wo’s wehtut“), und die dritte Ausgabe beschäftigte sich mit den eigenen, menschlichen Widersprüchen („Wir widersprechen uns“). Zu diesen Schwerpunktthemen gibt es dann diverse Artikel, aber auch die wiederkehrenden Rubriken Sanftmütige Dissidenz im Alltag und Das gute Leben sind von dem Schwerpunkt geprägt.

Charmant an dem Magazin finde ich seine leichte wie beschwingte Sprache, die dennoch von einem ernsthaften Unterton begleitet wird. Die Artikel richten sich nie gegen etwas, sondern regen zum Nachdenken an. Die teils umfangreichen und komplexen Texte werden mit verschiedenen kleineren Artikeln, lustigen Beiträgen, praktischen Handlungsanweisungen, Mandalas sowie ironischen Zitaten und Anspielungen aufgelockert. Beispiele gefällig? „Anleitung zum Blaumachen. 10 praktische Tipps“, „Du kannst es auch! Diesmal: Die Mundharmonika“ oder „Pimp my Denkmal“ sind nur einige der aufheiternden Artikel, die sich im transform Magazin finden lassen.

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© transform-magazin.de

Sehr praktisch finde ich auch das Icon-System, welches die Redaktion für das Magazin erdacht hat. Dieses Bildsystem dient der Einordnung der Beiträge und zur schnellen Übersicht, wieviel Zeit das Lesen in Anspruch nimmt (Symbol: Armbanduhr bzw. Standwecker) oder ob es was fürs Herz (Symbol: Herz) oder für den Kopf (Symbol; Glühbirne) ist. So weiß man immer, woran man ist.

 

Ein werbefreies Bookazine

Mit seiner inhaltlichen wie formalen Ausgestaltung präsentiert sich das transform Magazin als hochwertiges Produkt. Auf 127 Seiten und recyceltem Papier kommt es nicht wie eine einfache Zeitschrift daher. In seiner Beschaffenheit ist es nicht nur Magazin, sondern auch Buch. transform weicht vom typischen A4-Format ab und orientiert sich eher an einem Standart-Fachbuch mit einer Breite von 23 Zentimetern. Im Englischen gibt es für diese in den letzten Jahren aufgekommene Hybridform die Bezeichnung „Booakzine“. In der Regel sind diese zwischen 116 und 132 Seiten stark, im A4-Format und auf hochwertigem Papier gedruckt, konzentrieren sie sich auf ein spezielles Thema und funktionieren häufig ohne oder mit nur wenigen Werbeanzeigen.

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© transform-magazin.de

Diese No-Advertising Einstellung findet sich auch ganz explizit beim transform Magazin wieder. Das Magazin möchte dem Leser eine gute Zeit bieten, voller interessanter Artikel, Ideen und genussvoller Ästhetik. Der Verzicht auf Werbung erlaubt dem Magazin, unabhängig und frei agieren zu können.

Denn mit Werbung würde das Magazin zu einer wahllosen Plattform, auf der es nur um den Verkauf und monetäre Interessen ginge. Dies widerspricht aber dem Selbstverständnis der Redaktion, sodass einfach darauf verzichtet wird. Wenn sie immer wieder das Verhältnis von Werbung in Magazinen problematisiert, wird deutlich, dass es hier wirklich um ein Umdenken im Verhältnis von Werbung und Zeitungstext geht. Dies geschieht ernsthaft, aber dennoch leicht und witzig. Im transform Nr. 1 finden sich zum Beispiel zwei Seiten, die sich ganz darauf konzentrieren.  Dabei ziert die linke Heftseite auf weißen Grund nur ein überdimensional großes schwarzes X und darunter das Wort Werbung in schwarz, auf der rechten Seite findet sich der Buchstabe O in groß, darunter ein längerer Satz mit der Botschaft: „Wer seinen Leser‘innen hochwertige Inhalte anbietet, sollte nicht darauf achten müssen, ob Werbekunden ein gutes Umfeld für ihre Produkte finden. Wir sind werbefrei. Und ziemlich stolz darauf.“

 

Crossmedial: für jeden das passende

Ein weiterer Aspekt des Magazins: Die Redaktion konzentriert sich nicht nur auf Print, sondern auch auf digitale Inhalte. Wer sein Magazin lieber im PDF-Format auf einem mobilen Endgerät liest, der kann die digitale Vollversion erwerben. Interessant ist außerdem das Angebot, den reinen Textinhalt des Magazins kostenfrei lesen zu können. Wer also nur Interesse an den Texten der Redaktion und der Autoren hat, der ist bei der Open Source Variante (im RTF-Format) gut aufgehoben. Um die längere Wartezeit auf eine neue Ausgabe zu versüßen, komplettiert ein Blog mit neuen Beiträgen das Angebot. Hier kommen neben den transform Autoren auch diverse Gastschreibende in den Rubriken Gutes Leben, Dissidenz, Zeitgeist, Zukunft sowie Arbeit zu Wort.

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Die Redaktion. © transform-magazin.de

Das Heft ist im Zeitungsladen des Vertrauens oder direkt beim Hersteller für zehn Euro in der Printversion oder fünf Euro in der digitalen Vollversion erwerbbar. Für einen ersten, unentgeltlichen Blick könnt ihr natürlich auch auf der Homepage des transform Magazin für das Gute Leben vorbeischauen und euch durch den Blog oder die Open Source Magazinvariante lesen.

Dann verpasst ihr allerdings die tollen Illustrationen und eine genussvolle Lektüre. Ich empfehle die Printvariante, da bietet sich was für Herz, Augen und Hirn!

Autorin: Saskia Liske

Preiswerte Superhelden gesucht: Buchbranche im Nachwuchs-Dilemma

Preiswerte Superhelden gesucht: Buchbranche im Nachwuchs-Dilemma

Kommunikationsstark und dynamisch sollen sie sein. Belastbar, natürlich gebildet und wahre „Digital Natives“. Die Anforderungen an die Einsteiger der Buchbranche sind hoch, und der Verlagsalltag hat den jungen Buchmenschen vor allem Blut, Schweiß und Tränen anzubieten. Jedes Jahr schrumpfen die Azubi-Klassen an den Berufsschulen, und Verlage suchen ausdrücklich nach Quereinsteigern. Hat die Buchbranche ein Nachwuchsproblem?

Wenn es nach dem WDR geht, nicht nur das. Der Sender läutet gerade mit einer vierteiligen Radioserie die Totenglocke für den Beruf des Buchhändlers. Die Berufsschule in Köln muss dieses Jahr wegen Schülermangels schließen. So verbleibt für ganz Nordrhein-Westfalen nur noch der Standort in Düsseldorf. Darüber kann der Osten Deutschlands nur müde lächeln. Die Gutenberg-Schule in Leipzig ist die einzige Berufsschule für ostdeutsche Buchhändler – außer Berlin, welche aber nur für die Hauptstadt zuständig ist. Alle anderen, ob im Harz oder von der Ostseeküste, müssen in die Messestadt pilgern. Dennoch ist es jedes Mal ein Erfolg, wenn ein Jahrgang mit zweistelligen Schülerzahlen beginnt.

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Die Gutenberg-Berufsschule in Leipzig. © leipzig.de

Hohe Erwartungen an den Nachwuchs

Tatsächlich erscheint die Beschäftigung mit totem Papier in Zeiten rasanter Digitalisierung als anachronistischer Berufswunsch, höchstens ein Refugium für Mauerblümchen mit Hang zum Eskapismus. Die sind aber genau das Gegenteil, was die Buchbranche gerne hätte. Medienprofis werden verlangt, mit allen Wassern gewaschene Content-Kapitäne, um die Unternehmen mit sicherer Hand durch den digitalen Sturm zu steuern.

Natürlich ist neben diesen „Soft Skills“ auch noch eine umfassende und moderne Bildung gewünscht. Wer heute beim altehrwürdigen Fischer-Verlag lektoriert, muss nicht nur die Feinheiten der deutschen Sprache und gewisse Kenntnisse der Hochkultur beherrschen. Digitale Medien sollen wie eine Zweitwohnung für den Nachwuchs sein. Er bewegt sich mühelos zwischen Facebook, Twitter und Google, schnappt dabei die neuesten technologischen Trends auf beherrscht sie idealerweise auch – natürlich auf allen möglichen Geräten. Nur so gelingt es einigermaßen, dem allmächtigen Teufel Amazon hinterher zu hecheln.

 

Spannender Job, karges Einkommen: Arbeit mit Büchern

Solch ein Universalgenie liegt selten schon in der Kinderwiege. Der Weg zu den höheren Weihen einer Festanstellung in der Buchbranche ist lang und steinig. Eine Ausbildung, Studium oder idealerweise beides, vielleicht noch ein Auslandsjahr, natürlich zahlreiche Praktika und Volontariate – sind längst keine Garantie, mit Ende zwanzig schließlich ein sicheres Auskommen zu finden. Ingenieure denken da bereits über den Hausbau nach, während der Nachwuchs der Buchbranche die nächste billige WG in München sucht.

Aber diese Genies, diese Übermenschen – sie wollen auch irgendwann leben können. Die Jungen Verlagsmenschen befragten Anfang des Jahres den Buchbranchen-Nachwuchs zu seinem Arbeitsleben. Fazit: Hingabe und Freude am Beruf sind ungebrochen, aber ebenso der Unmut über unverhältnismäßige Entlohnung und den Missbrauch von Volontären als Ersatz für Vollzeitkräfte.

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Digital Native, aber bitte ohne Ansprüche: typisches Berufsbild in der Buchbranche. © FirmBee/pixabay.com

Wer nach über einem halben Jahrzehnt Ausbildung nur hinhaltende Versprechen auf die nächste befristete Anstellung hört, sucht woanders sein Glück. Mäßige Bezahlung kaum über Mindestlohnniveau, um das teure Leben in Berlin, Frankfurt oder Hamburg zu finanzieren; selbstverständliche Überstunden und Chefs, deren Dienstjahre sie in ihren Augen vor jeglicher Meinungsänderung schützen: Warum sollte ein ambitionierter Medienprofi voller Ideen bei einem Verlag arbeiten? Es hört sich nicht unbedingt nach einem guten Tausch an – wenn ebenso die Marketing-Abteilung von BMW lockt. Oder der Job als Postbote zu ähnlichen Bedingungen, dieser aber wenigstens in der Nähe der Familie und mit weniger hochtrabenden Anforderungen.

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Buchstadt, Messestadt, teures Pflaster – Deutschlands Literatur-Zentrum Frankfurt am Main. © csalow/pixabay.com

Wer sich nicht mit nostalgischen Papierdogmatikern anlegen will, macht sich eher noch selbstständig. Idealismus hin oder her, aber schließlich sind wir auch ausgebildete Kaufleute und erkennen ein schlechtes Angebot. Noch weniger Interesse dürften diese trüben Aussichten bei den ersehnten Quereinsteigern mit beruflicher Kompetenz im IT-Bereich wecken. Einen XML-erfahrenen Medieninformatiker ersehnen sich eben nicht nur knausrige Buchverlage.

 

Ausbildung im Buchhandel: Eigeninitiative statt Lehrplan

Der wundervolle Beruf des Buchhändlers ist immer noch ein wichtiger Einstiegsweg in die Medienbranche. Die Ausbildung ist sehr vielfältig und jeden Tag aufs Neue spannend, aber kein Zuckerschlecken: Einsatz am Wochenende und Feiertagen gehören naturgemäß zum Einzelhandel, die Vergütung ist bei unabhängigen Buchhandlungen kaum der Rede wert. Fraglich, wer sich in dieser Gesamtsituation für eine Ausbildungsstätte in einer 40 000-Seelen-Kleinstadt irgendwo in der norddeutschen Tiefebene erwärmen kann. Es sind aber nicht nur die trüben Aussichten, welche den Nachwuchs abschrecken. Viele Buchhandlungen bilden einfach nicht mehr aus.

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Jung, Belesen und Multimedial – der Buchhändler von heute. © ksookhai/pixabay.com

Nun könnte der Geist der jungen Azubis in den Betrieben, Berufsschulen und durch gute Nachwuchsarbeit der Branchenorganisationen geschmiedet werden. Leider gilt bei uns eher: Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Gerade in den engagierten, unabhängigen Buchhandlungen mangelt es oft an elementaren Kenntnissen aus der digitalen Welt. Das Webseitendesign aus den 90ern mal überholen? Kann ja der Praktikant machen, wenn er Lust hat. Softwareupdates, um Sicherheitslücken zu schließen? Nicht möglich, das billige Gratisprogramm wird seit drei Jahren nicht mehr unterstützt. Windows XP auf dem Bürorechner ist da nur die Spitze des Eisbergs.

In den Berufsschulen und Unis sieht es auch nicht besser aus. Zwischen unterfinanzierten Computerkabinetten und einem altbackenen Berufsschullehrplan (zwei Stunden zum Thema E-Books, vier Wochen korrekte Anordnung bibliografischer Daten) versuchen engagierte Lehrer, durch eigene Fortbildung den Unterrichtsstoff ins 21. Jahrhundert zu bringen. Doch was nützt die beste theoretische Bildung, wenn der Nachwuchs die Technik nicht in der Praxis kennenlernt?

Gehiiirne! Jung und zart. Das ist, was wir brauchen!

Auch wenn die Jungen Verlagsmenschen immerhin deutliche Gehaltssteigerungen feststellen konnte: Es bleibt noch viel zu tun. Selbst diese Verbesserung wäre wohl kaum ohne den Zwang des Mindestlohns gekommen. Mit Sparkurs und falscher Nostalgie sorgt die Buchbranche nicht nur für ein Abwandern intelligenter Fachkräfte, sondern behindert ihre eigene Innovationsfähigkeit. Auf Sparflamme gesetzte Volontäre mit unsicherer Zukunft behalten ihre Kompetenzen natürlich eifersüchtig für sich, um dem Verlag die dauerhafte Übernahme schmackhaft zu machen. Wenn die Vertiebs-Volontärin, die gerade das verlagsinterne CMS-System optimiert hat, dann doch geht, verschwinden natürlich auch ihre Kenntnisse. Dafür werden ihre Nachfolger endlos neu eingelernt. Ein selbstverschuldeter „Brain-Drain“.

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„Wir haben das schon immer so gemacht, das kann so schlecht nicht sein!“ Standard-Innovations-Spruch im Verlagsalltag. © StockSnap/pixabay.com

Am Ende könnte die Buchbranche tatsächlich zugrunde gehen. Nicht, weil E-Books die gedruckte Literatur ersetzen oder niemand mehr Bücher kauft. Sondern weil ihr die guten Mitarbeiter den Rücken kehren. Ich würde diesen Tod zutiefst betrauern, denn ich arbeite für mein Leben gern in der Buch- und Medienbranche, und bin da nicht allein. Wir alle in unserem Studiengang sind auf unsere Art masochistisch-idealistisch. Zeit, dass wir die Dinge selbst in die Hand nehmen.

Autor: Niklas Gaube

Der Lerche-Veranstaltungskalender für August

Der Lerche-Veranstaltungskalender für August

Nach einem Monat Pause kehrt im Sonnenmonat August der Veranstaltungskalender auf eure Bildschirme zurück. Es darf wieder gelacht, gesehen, gefühlt und gehört werden, was Herz und Hirn begehren!

 

03.08.2017 – 06.08.2017

Leselust Leipzig

Jeder von euch kennt ihn: Den Vorleser – oder zumindest habt ihr schon einmal von ihm gehört. An vier vollen Tagen könnt ihr nun zum Zuhörer werden und fantastischen, abenteuerlichen, amüsanten Geschichten einiger Vorleser lauschen. Pssst – hinhören lohnt sich!

Monetos:         keine, ist kostenlos

Beginn:            täglich ab 10:30 Uhr

Location:         Clara- Zetkin- Park, 04107 Leipzig

Web:                 https://www.leselustleipzig.de/leselust-im-august/

04.08.2017 – 13.08.2017

Classic Open

Auch im August wird es wieder „Klassisch“. Denn bereits zu Beginn des Monats findet auf dem Leipziger Marktplatz eine Musizierstunde der Richtungen Swing, Jazz, Pop und natürlich Klassik statt. Ein Vorbeischauen für Musikliebhaber lohnt sich.

 

Monetos:         keine, ist kostenlos

Beginn:            Am 04.08.2017 um 11:00 Uhr

Location:         Leipziger Marktplatz, Markt, 04109 Leipzig

Web:                 http://www.classicopenleipzig.com

 

04.08.2017

Open Air Talentshow

Bereits die dritte Runde der Talentshow ist angelaufen. Hier treten Comedians, Slammer, Musiker und Menschen mit anderen besonderen Begabungen gegeneinander an und werden von dem Publikum genauestens beäugt. Der Gewinner darf eine Runde weiterziehen und im Dezember gegen die anderen Finalisten antreten.

 

Monetos:         3 €

Beginn:           21:00 Uhr

Spot:                Pool Garden, Erich-Zeigner-Allee 64, 04229 Leipzig

Web:                http://www.urbanite.net/de/leipzig/events/open-air-talent-show-2

 

09.08.2017

Münchhausens Abenteuer

In der Feinkost Leipzig wird diesen Sommer wieder Theater gespielt. Am 09. August könnt ihr Münchhausens Abenteuer erleben. Seit dabei und fliegt auf der Kanonenkugel ins Wunderland des Lügenbarons davon!

Monetos:         Tickets ab 8 €

Beginn:            19:00 Uhr

Spot:                 Feinkost Leipzig, Karl-Liebknecht-Straße 36, 04107 Leipzig

Web:                 https://www.facebook.com/FeinkostSommertheater

 

12.08.2017

Pardon wird nicht gegeben! 100 Jahre Satirezeitschriften in Deutschland

Humor, Satire und Nonsens sind seit mehr als 100 Jahren überall und für jeden verfügbar. In diesem Zusammenhang erwartet euch diesmal im Buch- und Schriftmuseum eine Kabinettausstellung, welche sich mit 100 Jahren der Satirezeitschriften in Deutschland beschäftigt. Es wird in diesem Kontext eine Kuratorenführung angeboten, welche durch die verschiedenen Stationen der Ausstellung führt und euch mit humoristischen Zeitschriften jeder Art verzücken möchte.

 

Monetos:         keine, ist kostenlos

Beginn:            15:00 Uhr

Spot:                 Deutsches Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek, Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig

Web:                 http://www.dnb.de/DE/DBSM/Veranstaltung/20170812KuratorenfuehrungPardon.html

 

 

18.08.2017 – 20.08.2017

Wasserfest Leipzig

Wasserratten hergehört! In der Mitte des Monats erwartet euch ein Wasserspaß den ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Im Clara-Zetkin-Park findet das 17. Leipziger Wasserfest statt. Gepaart mit einem vollgepackten Programmkalender, unter anderem Bootsparade, Entenrennen und einem Bandwettbewerb, könnt ihr hier ein feucht-fröhliches Spektakel erleben, um euch ein wenig in der Sommerhitze abzukühlen.

 

Monetos:         keine, ist kostenlos

Spot:                Clara-Zetkin-Park, 04107 Leipzig

Web:               http://www.wasserfest-leipzig.de/start

 

Autor: Michael Kroschwald

 

 

Bücher to go: öffentliche Bücherschränke – Lesefutter am Wegesrand

Bücher to go: öffentliche Bücherschränke – Lesefutter am Wegesrand

Öffentliche Bücherschränke sind Schränke, in die Bücher anonym getauscht oder hineingestellt werden. Sie sind meist für jedermann zugänglich. Als Vielleser werden sicher einige unter uns sein, die das Phänomen kennen: Du hast gelesene Bücher in deinem Regal stehen, die dich nicht überzeugen konnten. Sie nehmen Platz weg, also wären dies ideale Kandidaten für einen Bücherschrank, damit sich andere bücheraffine Menschen noch daran erfreuen können.

 

Woher kam die Idee?

Der Ursprung liegt in einem Projekt von zwei amerikanischen Künstlern: Michael Clegg und Martin Guttmann.

In den 90er Jahren setzten sie die Idee öffentlicher Bücherschränke erstmals in Form von „öffentlichen Bibliotheken“, eingebaut in Stromkästen, um. Die ersten Standorte waren Graz, Hamburg und Mainz.

Überlegungen zu weiteren Einrichtungen solcher Art wurden laut, um Literatur auszutauschen und zu fördern.

1996 stellte Michael Ibsen aus Darmstadt ein Regal, das er auf dem Sperrmüll fand, mit Büchern auf die Straße und 2002 wurde der erste offizielle öffentliche Bücherschrank in Bonn eingeweiht. Die finale Idee kam von der Architekturstudentin Trixy Royeck. Sie griff einige Überlegungen des Künstlerduos Clegg und Guttmann auf.

Mittlerweile gibt es öffentliche Bücherschränke in vielen verschiedenen Ausführungen. Beispielsweise eingebaut in alte Telefonzellen, integriert in Bussen des öffentlichen Verkehrs, kleine Regale in Banken, begehbare Bücherschränke, versteckt in Cafés oder als Bücherturm.

 

Wie kann ich öffentliche Bücherschränke finden?

Entweder über die Liste der öffentlichen Bücherschränke, oder über die Karte von Tobi, einem Blogger, über den ich bei meiner Suche nach öffentlichen Bücherschränken gestolpert bin. Auf dem Blog www.lesestunden.de gibt es eine Karte, auf der alle öffentlichen Bücherschränke Deutschlands, Österreichs und der Schweiz aufgeführt sind.

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© lesestunden.de

Hier können Nutzer von Bücherschränken noch nicht gelistete oder nicht mehr existierende Bücherschränke melden. Nach einer kurzen Prüfung wird die Karte dann aktualisiert. Auf einen Blick ist erkennbar wie viele öffentliche Bücherschränke in welchen Städten aufgebaut sind und um schnell und einfach einen in Bücherschrank in eurer Nähe zu finden, gibt es die Funktion der Postleitzahlsuche. Die Bücherschränke in eurer Nähe werden mit Adresse und eventuellen Öffnungszeiten angezeigt. Den Bücherschrankfinder gibt es mittlerweile sogar als App (Android kostenfrei, iOS 1,09 €).

 

Bücherschränke: meine persönliche Meinung?

Öffentliche Bücherschränke sind definitiv einen Besuch wert. Ich selbst habe schon einige gelesene Bücher hineingestellt, mir aber auch schon das ein oder andere mitgenommen. Manchmal sind sogar Bücher dabei, die schon seit Ewigkeiten auf meiner Wunschliste stehen und über deren Fund ich mich dann ganz besonders freue. Sie bieten eine gute Chance das übervolle Bücherregal mal „auszumisten“ und Platz für neue Schätze zu schaffen.

 

Autorin: Jana Menke

Livraria Lello – die schönste Buchhandlung der Welt

Livraria Lello – die schönste Buchhandlung der Welt

Die „Lello Buchhandlung“, auch bezeichnet als Livraria Lello und Livraria Chardron, befindet sich in der Gemeinde Porto im Norden Portugals. Zusammen mit Bertrand in Lissabon, ist es eine der ältesten Buchhandlungen in Portugal und eine der am Bestbewerteten auf der ganzen Welt: The Guardian und Lonely Planet setzen die Livraria Lello auf Platz drei. Die Buchhandlung umfasst ein Sortiment von ca. 150.000 Büchern und wird aufgrund ihrer wunderschönen Architektur nur die „Kathedrale der Bücher“ genannt.

 

Geschichte

1869 wurde die Livraria Internacional de Ernesto Chardron in der Rua dos Clerigos von einem Franzosen namens Ernesto Chardron gegründet. Dem Tod ihres Gründers im Alter von 45 Jahren,folgend, wurde die Firma an Lugan & Genelioux Sucessores verkauft. Im Jahr 1894 kaufte José Pinto de Sousa Lello die Livraria Chardron und ihren gesamten Inhalt. Er und sein Bruder beauftragten daraufhin den Ingenieur Francisco Xavier Esteves, auf der Rua dos Carmelitas eine neue Buchhandlung zu konstruieren. 1906 folgte die Eröffnung der Buchhandlung mit dem Namen Livraria Lello. In den neunziger Jahren wurde das Gebäude restauriert und steht seit 2013 unter Denkmalschutz.

 

Architektur

Francisco Xavier Esteves konstruierte die Livraria Lello in neogotischem Stil. Die südländisch orientierte Fassade besteht aus Granit, Holz und Mauerwerk. Sie wird durch dekorative Elemente, wie geometrische Figuren und den Firmennamen „Lello e Irmãos“ (Lello & Brüder) ergänzt. Die Inneneinrichtung dominiert eine gabelförmige Treppe, die hinauf zur ersten Etage führt. Über dieser Treppe befindet sich ein großes Buntglasfenster mit Ornamenten. Entlang der Wände sind Büsten von berühmten portugiesischen Autoren angebracht, sowie ein Satz Reliefs, der die Gründer Jose und Antonio Lello repräsentiert.

Pic Livraria Lello
Die zauberhafte Eingangshalle. © dinheirovivo.pt

 

Tourismus

Im Juli 2015 begann die Buchhandlung von Besuchern Eintritt zu verlangen. Sie erweiterte ihr Sortiment an klassischer portugiesischer Literatur und Lyrik um Postkarten, Reiseführer und Kosmetik-Produkte wie Parfüm und Seife. Zurzeit liegt der Eintrittspreis bei 3 Euro – dieser wird jedoch beim Kauf eines Produktes wieder abgezogen.

In der Hochsaison besuchen die Livraria Lello rund 5.000 Touristen am Tag. Diese haben die Möglichkeit, beim Lesen im Cafe der ersten Etage einen Espresso oder Portwein zu trinken. Damit man sich dabei Zeit lassen kann, hat die Buchhandlung täglich neun Stunden geöffnet.

 

Auch für Harry-Potter-Autorin J. K. Rowling ist diese Buchhandlung ein besonderer Blickfang. Sie ließ sich während ihres Aufenthaltes in Portugal von der Livraria Lello inspirieren und die Eindrücke in ihre Werke einfließen. Als Fan der Bücher sollte man sich diesen Ort also vormerken – aber auch für Liebhaber von Architektur und Literatur lohnt sich ein Besuch.

 

Autorin: Janka Diettrich

Der Lerche-Freizeitplaner für Juli

Der Lerche-Freizeitplaner für Juli

Diesen Monat stelle ich euch meine Top 5 der absoluten Lieblingsorte in Leipzig vor. Dort kann man in der warmen Jahreszeit ganz ohne Veranstaltungsplaner hingehen und seine Seele baumeln lassen, ein Buch lesen oder selbst poetisch werden.

 

1. Markleeberger See

Pic Lerche-Kalender Juli 17/1 - Markleeberger See
© Viktoria Gamagina

Einer meiner Lieblingsplätze, wenn es warm wird, ist der Markleeberger See. Am besten, ihr sucht euch ein Plätzchen links oder rechts weiter vom Strand weg, da dieser an heißen Tagen oft sehr voll ist. Auf dem Weg zum perfekten Liegeplatz begegnen einem Kühe, Pferde und manchmal auch Schafe, die freundlich nickend ihr Gras mampfen. Hier könnt ihr auf der Wiese brutzeln und euren liebsten Schmöker lesen.

Gegen Abend, wenn die Sonne untergeht, glänzt das Wasser des Sees opalfarben. Da die Sonne auch schnell mal hinter dem Hügel verschwindet, hier der Geheimtipp: Es gibt einen etwas größeren Hügel, auf den man ohne Probleme hochkommt. Da kann man den Sonnenuntergang bis zum letzten Moment genießen.

 

Wie kommt man hin?

Mit Auto zum Parkplatz an der Auenhainer Str. 1, 04416 Markkleeberg. Mit den Öffentlichen zur Haltestelle Markleeberg-Ost und ein Stück laufen.

 

2. Uptown Coffee Bar

Pic Lerche-Kalender Juli 17/2 - Uptown Coffee Bar
© Viktoria Gamagina

Den besten Kaffee, den ich in Leipzig jemals getrunken habe, gibt es in der Uptown Coffee Bar. Der Milchkaffee hat ein mildes, samtiges Aroma, wohingegen der normale Filterkaffee einen ganz schön aus den Socken hauen kann. Das Ambiente ist sehr angenehm und man fühlt sich heimisch wie im eigenen Wohnzimmer. Hier kann ich Stunden mit meiner Freundin beim Plauschen verbringen, Leute aus dem Fenster beobachten und ein kleines Buch lesen. Manchmal gibt es hier auch Lesungen, oder Live-Musik.

 

Wie kommt man hin?

Die Adresse ist Riemannstraße 44, 04107 Leipzig.

 

3. Auenwald Leipzig

Pic Lerche-Kalender Juli 17/5 - Auenwald
© Viktoria Gamagina

Ein weiterer schöner Ort in der Natur, wenn ihr euch vor der Hitze der Sonnenstrahlen verstecken wollt, ist der Auenwald mit seinen schattenspendenden Bäumen. Hier gibt es viel zu entdecken, zum Beispiel den sogenannten „Wackelturm“, der nicht ohne Grund so heißt. Nach einem etwas mühsamen Aufstieg werdet ihr mit einer majestätischen Aussicht über Leipzig belohnt (Koordinaten: 51.3569988,12.347393). Ganz in der Nähe vom Wackelturm befindet sich auch ein Grillplatz, bei dem ihr euch ein Würstchen braten könnt. Wenn ihr eine Hängematte habt, nehmt sie mit, hängt sie zwischen zwei Bäumen am Flußlauf auf und entspannt eine Runde.

 

Wie kommt man hin?

Zum Beispiel vom Zoo Leipzig aus zu Fuß oder mit dem Fahrrad Richtung Zöllnerweg.

 

4. Noch besser leben

Pic Lerche-Kalender Juli 17/4 - besser leben
© spooky_kid/pixabay.com

In das Noch besser leben in Plagwitz bin ich eher zufällig reingestolpert. Abends unter der Woche wusste ich noch nichts so recht mit meiner Zeit anzufangen und habe den Planer für Leipzig aufgeschlagen. Da stand etwas von einer Lesung mit einem komischen aber auch spannenden Namen – „Doppelspaltversuch am lebenden Menschen“. Dort angekommen war ich ganz erstaunt, wie viele Menschen außer mir auch nichts unter der Woche zu tun haben und in der Bar saßen. Im zweiten Stock fand die Veranstaltung statt – meistens gibt es dort eher kleine Konzerte. Der Inhalt der Lesung war recht philosophisch und ich hatte zum Schluss auch die Möglichkeit, mit dem Autor meine Gedanken auszutauschen. Der Abend ist mir sehr angenehm in Erinnerung geblieben und ich komme gern wieder, um dort ein Bierchen zu trinken – was ich euch allen empfehlen kann.

 

Wie kommt man hin?

Wer ein paar Bier trinken möchte, fährt lieber mit der Bahn statt mit dem Auto. Die Bahnhaltestelle Lützner-/ Mersburgerstr. befindet sich direkt vorm Lokal. Die genaue Adresse ist Merseburger Str. 25, 04229 Leipzig.

 

5. Buchhandlung Wörthersee

Pic Lerche-Kalender Juli 17/3 - Wörtersee
© Viktoria Gamagina

Ich mag kleine Buchläden mit besonders schönen Buchauslagen, die daneben auch wundervolle Papeterie anbieten. Die Buchhandlung Wörthersee ist genauso ein Buchladen, der einlädt zum Stöbern und Anschauen. Ich habe mich besonders in einen Holzschnitt mit dem Motiv einer Qualle verliebt, aber auch schöne Postkarten finden sich hier.

 

Wie kommt man hin?

Die Buchhandlung befindet sich am Peterssteinweg 7, 04107 Leipzig. Mit der Bahn zuerst zum Wilhelm-Leuschner-Platz und von da nur einige Gehminuten entfernt.

 

 

Autorin: Viktoria Gamagina

 

HTWK auf dem Bachfest: Interview mit Nico Hattendorf

HTWK auf dem Bachfest: Interview mit Nico Hattendorf

Bachfest, Teil II – unsere Berichtreihe geht in die nächste Runde! Das Leipziger Bachfest fand dieses Jahr vom 09. bis 18. Juni statt, und auch die HTWK ist maßgeblich an diesem Fest klassischer Musik beteiligt.

Das betrifft vor allem unseren studentischen Fernsehsender floid und die Studierenden der technischen Medienstudiengänge. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, beim „Bach Open Air“, dem Teil des Bachfests auf dem Marktplatz, die Übertragung der Konzerte mit vier Kameras auf die Leinwände am Bühnenrand zu übernehmen. Meine Kommilitonin Julia und ich sind in diesem Jahr für die Pressemitteilung und den Nachbericht der Beteiligung der HTWK Leipzig am Bachfest zuständig. Für unser zweites Interview haben wir unseren „Chef“, Nico Hattendorf, befragt. Er ist Dozent im Studiengang Medientechnik an der HTWK Leipzig und plaudert heute für uns aus dem Nähkästchen!

 

Welche Bedeutung hat die Kooperation mit dem Bachfest für die HTWK Leipzig?

Dabei sind zwei Komponenten sehr relevant: Zum einen die Kooperation der Fakultät Medien mit dem Bacharchiv, zum anderen die Möglichkeit für Studierende der Fakultät Medien, praxisnahe Erfahrungen zu sammeln.

Die Kooperation mit dem Bacharchiv ist für die Fakultät und auch die gesamte Hochschule sehr wichtig, weil wir mit einem Partner zusammen arbeiten, der in Leipzig über das gesamte Jahr ein umfangreiches Kulturprogramm im Bereich der zeitgenössischen Musik anbietet und damit die kulturelle Landschaft Leipzigs bereichert.

Pic Bachfest 5
© Leipziger Lerche/Lina Al Ghori

Zum zweiten Punkt: Studierende speziell im Studiengang Medientechnik erhalten bei uns fachlich ein sehr generalistisches Studium mit Bereichen wie Audio- und Videoproduktion, Projektmanagement, Webprogrammierung und weiteren Inhalten. Studierende, die ihre Zukunft in den AV-Medien sehen, haben bei uns die Möglichkeit in den studentischen Projekten wie floid (Hochschulfernsehen) oder Campus Records (Musiklabel an der HTWK) praktische Erfahrungen in eigenverantwortlicher Organisation zu erhalten. Beim Bachfest haben eben jene Studierende die Möglichkeit, auch mit einem großen Auftraggeber zu arbeiten und somit zu erfahren, wie es in der Wirtschaft in der Medienproduktion abläuft und welche Aufgaben dabei zu bewältigen sind.

Schlussendlich ist es für alle drei Seiten eine Win-Win-Situation und jedes Jahr aufs Neue eine spannende Herausforderung, den Besuchern der Stadt Leipzig ein tolles Konzerterlebnis zu bereiten.

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© Leipziger Lerche/Lina Al Ghori

 

Wie empfinden Sie das Bach Open Air als Veranstaltung?

Leipzig ist nicht nur eine Musikstadt, Leipzig ist eine Bach-Stadt. Der Geist seiner Musik ist hier, gerade im Stadtzentrum, immer präsent und spürbar. Das Bach Open Air im Rahmen des Bachfests ist dabei das Highlight rund um den Mythos Bach. Veranstalter und Ausrichter sind jedes Jahr darum bemüht, nicht nur den klassischen Bach zu bedienen, sondern auch genreübergreifend zu inszenieren. An einem Wochenende finden sich zum Bach Open Air bis zu sieben oder acht Künstler und Ensembles in Leipzig ein. Dazu ist die Veranstaltung auf dem Leipziger Marktplatz kostenlos – ein Punkt, der für einige eventuell selbstverständlich erscheint. Dies ist es aber keineswegs. Es gibt viele Städte in Deutschland, wo man solch ein Angebot vergeblich suchen würde. Dazu ist es eine Veranstaltung ohne Altersgrenzen. Jung und alt mischen sich, Kinder und Familien nehmen teil. Es ist ein großes Fest im Zeichen der Musik von Bach, bei dem im Vordergrund steht, was viele heutzutage kaum noch bewusst tun: Musik hören und vor allem Musik erleben.

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© Leipziger Lerche/Lina Al Ghori

 

Warum arbeiten Sie beim Bachfest mit? Was ist ihre Aufgabe?

Als Dozent an der Fakultät Medien hat für mich oberste Priorität, dass die Studierenden, die ich unterrichte nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch eine nachhaltige Ausbildung erfahren. In den audiovisuellen Medien kann man nicht einfach sagen, die Produktionen verlaufen nach diesem und jenem Schema. Zu jeder Zeit entstehen neue Stile, Trends, Mechanismen, Entwicklungen, durch diese ein jeder Medienproduzent beeinflusst wird. Man kann nicht sagen: „Ich habe nun gelernt, wie man ein Konzert filmt oder schneidet – nun kann ich Filmen und Schneiden.“ Man muss immer aufmerksam die Entwicklungen am Markt verfolgen und immer schauen, was man für seine eigenen Produktionen daraus zieht. Insofern ist es für mich eine logische Konsequenz, dass die Studierenden beim Bach Open Air einen maßgeblichen und nachhaltigen Eindruck erhalten, wie zu heutigen Standards produziert wird.

Von der technischen Planung bis zu dem Moment, wenn die letzten Bilder auf dem Leipziger Marktplatz auf der großen LED-Wand gelaufen sind, liegt alles in studentischer Verantwortung.

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© Leipziger Lerche/Lina Al Ghori

Als Dozent bin ich vor Ort, um im Zweifel Detailfragen beantworten zu können. Zudem halten wir nach einem Konzert immer eine konstruktive Feedbackrunde – davon profitiert dann im Endeffekt das gesamte Team, weil alle wissen, was gut lief und was noch ausbaufähig ist. Man muss sich ja auch vor Augen halten, dass dieses Team Freitag bis Sonntag jeweils vom frühen Vormittag bis kurz vor Mitternacht gemeinsam produziert. Die verbringen dort also ihr gesamtes Wochenende miteinander; natürlich ist es da auch wichtig nicht nur als Dozent, sondern auch als Produktionsmitglied aufzutreten. Wir produzieren gemeinsam und deswegen entwickeln und lernen wir auch immer gemeinsam bei solch einer Veranstaltung. Unabhängig davon, ob das nun Bachelor- und Masterstudierende oder Dozenten sind. Vor Ort sind wir immer als Team!

Zu Beginn des Festivals bin ich auch Ansprechpartner für die Produktionsleiter vom Auftraggeber vor Ort . Mit ihnen werden die Sichertsbestimmungen abgeklärt, sowie die Absprachen mit den jeweiligen Künstlern getroffen.

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© Leipziger Lerche/Lina Al Ghori

 

Gab es Highlights oder Situationen auf die Sie gerne zurückblicken?

Zum Thomaner-Jubiläum im Jahr 2012 waren unter anderem die „Prinzen“ vor Ort. Die sind ja teilweise ehemalige Thomaner. Das war schon ein bisschen beeindruckend. Da kamen richtig viele edle Autos im Backstage vorgefahren, du wusstest schon – das sind „echte“ VIPs. Die Show selbst war natürlich klasse, auch wenn es uns untersagt wurde, direkt auf der Bühne zu filmen. Der Marktplatz war glaube ich noch nie so voll, wie an diesem Abend. Wir haben mit einem kleinen Camcorder Bilder aus der obersten Etage des alten Rathauses gemacht. Diesen Anblick werde ich nicht vergessen, die Menschen standen bis weit hinten in den Fußgängerzonen.

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© Leipziger Lerche/Lina Al Ghori

Ein Jahr später, kurz bevor ich als Dozent an der HTWK begann, produzierten wir das Abendkonzert der Band „Aufgang“ (sehr empfehlenswert!) und ich durfte mit der Schulterkamera auf der Bühne arbeiten. Es war zu Beginn des Konzertes noch gerade hell, kurz vor Dämmerung, das schönste Licht, um Konzerte zu filmen. Die Zuschauer wussten nicht so richtig, was sie erwartet: Drei Musiker auf der Bühne, zwei an Synthesizer-Orgeln, einer mittig am Schlagzeug. Der Marktplatz war dennoch gewohnt voll. Die Band startete, wir haben unsere Bilder produziert und irgendwann begann dieses Gefühl, diese Elektrizität in der Luft. Die Band spielte sich in einen Rausch, die Zuschauer wurden mit jedem Song tanzwütiger und auch wir als Team waren einfach am Peak an diesem Abend.

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© Leipziger Lerche/Lina Al Ghori

Du siehst ja als Kameramensch immer nur die Bilder, die du selbst lieferst. Durch das Feedback aus der Regie (mit der du via Intercom immer verbunden bist), hast du aber irgendwie gespürt, dass heute etwas Besonderes passiert – und du bist live dabei und auch du sorgst für dieses Besondere! Es hat sich einfach von einem Gewerk aufs nächste übertragen, von der Band auf uns, von da auf die Zuschauer – Der Marktplatz war wirklich am Kochen!

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© Leipziger Lerche/Lina Al Ghori

Als wir uns nach dem Konzert Backstage im Team gesammelt haben, war es als wenn wir gerade einen Pokal gewonnen hätten: Alle jubelten, freuten sich, jeder wusste, dass wir etwas Großes geschaffen hatten. Natürlich bekommt so etwas der gewöhnliche Zuschauer nicht mit: Der sieht die Band und guckt auf die Leinwandbilder, aber wird sicherlich nicht großartig darauf achten, wie gut das Kamerateam arbeitet. Aber so ist das halt, wenn man für Film oder Fernsehen produziert: Die großartigen Dinge werden als normal angesehen. Was auffällt, sind meist eher die Fehler.

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© Leipziger Lerche/Lina Al Ghori

Uns war das egal, wir wussten, was wir geleistet haben und bis heute war es einfach die beste Produktion, welche die HTWK Leipzig auf dem Bach Open Air abgeliefert hat.

Und solche Erfahrungen oder Emotionen können die Studierenden eben nur bei diesen Veranstaltungen erfahren. Allein deswegen sind die Produktionen mit dem Bacharchiv für alle Beteiligten unschätzbar wertvoll.

 

Herr Hattendorf, vielen Dank für das Interview!

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© Leipziger Lerche/Lina Al Ghori

 

Das Interview führte Lina Al Ghori.

HTWK auf dem Bachfest: Interview mit Theresa Möckel

HTWK auf dem Bachfest: Interview mit Theresa Möckel

Auch in diesem Jahr findet vom 09. bis 18. Juni 2017 wieder das Bachfest in und um Leipzig statt. Die Besucher reisen aus der ganzen Welt an, um zehn Tage lang Konzerte und Veranstaltungen zu besuchen. Was viele nicht wissen – auch die HTWK Leipzig ist am Bachfest beteiltigt!

Die Beteiligung der HTWK am Bachfest betrifft vor allem unseren studentischen Fernsehsender floid und die Studierenden der technischen Medienstudiengänge. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, beim „Bach Open Air“, dem Teil des Bachfests auf dem Marktplatz, die Übertragung der Konzerte mit vier Kameras auf die Leinwände am Bühnenrand zu übernehmen. Meine Kommilitonin Julia und ich sind in diesem Jahr für die Pressemitteilung und den Nachbericht der Beteiligung der HTWK Leipzig am Bachfest zuständig und fanden das alles so spannend, dass wir für euch ein Interview mit Theresa Möckel geführt haben. Sie studiert im 6. Semester Medientechnik im Bachelor und wir haben sie für alle Blogleser der Lerche mit Fragen gelöchert!

 

Wie empfindest du das Bach Open Air (ehemals BACHmosphäre) als Veranstaltung?

Ich empfinde das Bachfest als kleine „Auftakt“-Veranstaltung für die vielen schönen Open Air Events, die Leipzig zu bieten hat. Durch meine Mitarbeit beim Programm auf der Bühne am Markt habe ich leider bis jetzt noch nicht alle Facetten des Bachfests bzw. andere Veranstaltungen außer der auf der Marktbühne, miterleben können. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.

 

Wie bist du dazu gekommen, beim Bachfest das Team zu unterstützen?

Ich bin seit dem ersten Semester bei floid, dem Fernsehen der HTWK, tätig. Und im Zuge der Kooperation zwischen HTWK und Bacharchiv (den Veranstaltern des Bach Open Air) haben wir die Möglichkeit praktische Erfahrungen im Bereich der Live-Videoproduktion auf dem Bachfest zu sammeln. Das heißt, alles, was man als Besucher auf der großen Leinwand neben der Bühne sieht, stammt von uns. Man kann sich aussuchen, ob man sich als Kameramann/-frau, Regisseur oder Bildmischer ausprobieren möchte.

 

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© Leipziger Lerche/Lina Al Ghori

 

Wie oft hast du mitgearbeitet? Was hat dich dazu motiviert, neben der Uni auch noch beim Bachfest mitzuwirken?

Ich konnte schon zwei Mal beim Bachfest mitarbeiten. Am spannendsten ist dabei für mich die Herausforderung der Live-Situation. Wenn ein Orchester oder ein Musiker auf der Bühne performt, gibt es keine Möglichkeit zu sagen „Oh, da hatten wir einen Kamerawackler, das machen wir nochmal.“ Deshalb gibt es für jedes Konzert und jede Veranstaltung, die wir begleiten auch eine Probe, damit wir schon mal wissen, wie das Ganze läuft und wann wir wo mit der Kamera sein müssen. Neben dieser Herausforderung motiviert aber auch die Möglichkeit, praktische Erfahrungen sammeln zu können. Ohne floid, und das Angebot beim Bachfest mitzuarbeiten, hätte ich so etwas wahrscheinlich nie gemacht. Und die Teamarbeit und der damit verbundene Spaß gibt es dann als Extra noch obendrauf!

 

Was war deine Aufgabe?

Im ersten Jahr konnte ich mich als Schulterkamera und Kabelhilfe ausprobieren und letztes Jahr als Bildmischer.

 

 

Gab es ein Highlight auf das du gerne zurückblickst?

Die Konzerte und Veranstaltungen sind immer sehr vielseitig und unterschiedlich. Ein herausstechendes Event gibt es daher für mich nicht. Da das Bachfest ja „nur“ an einem Wochenende, einmal pro Jahr stattfindet, würde ich es an sich als Highlight bezeichnen. Also ich würde sagen: ein Highlight des Sommersemesters ist für mich die Mitarbeit beim Bachfest.

 

Ist schon mal etwas schiefgegangen oder gab es ein lustiges Ereignis?

Ich kann mich an einen Regenschauer erinnern, ich glaube das war vor zwei Jahren, der so heftig ausfiel, dass manche aus unserem Team in den nahegelegenen Citytunnel unter dem Markt flüchten mussten. Und letztes Jahr kam ein Typ mit Flöte während der Probe des Organisten, der am Abend auftreten sollte, und hat einfach zur Orgelmusik Flöte gespielt. Jedes Bachfest hält ein paar witzige und verrückte Situationen bereit.

 

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© Leipziger Lerche/Lina Al Ghori

 

Mit welchen Schwierigkeiten habt ihr jedes Jahr zu kämpfen?

Spontan würde ich da noch einmal den Regen nennen. Dagegen können wir nichts machen, aber die letzten Jahre haben uns Wolkenbrüche öfters einen Strich durch die Planung gemacht. Aber der Regen ist auch eine gute Übung für schnelle Reaktionsfähigkeit und das Know-How, Technik regensicher einzupacken. Zu viel Sonne kann für die Kameraleute vor der Bühne allerdings auch unangenehm werden. Eineinhalb Stunden in der prallen Sonne, da helfen nur Cap und Sonnencreme.

 

Bist du in diesem Jahr wieder dabei oder unterstützt du das Team im Hintergrund?

Ich bin dieses Jahr wieder mit dabei. Zurzeit ist die Aufgabenverteilung noch nicht ganz festgelegt, aber ich habe mich für die Schulterkamera „beworben“.

 

Was hast du für dich aus der Mitarbeit mitgenommen?

Sehr viel. Die Mitarbeit beim Bachfest deckt eine ziemlich große Bandbreite an Wissen ab, dass man sich durch die praktische Anwendung auch besser merken kann. Welches Kabel ist für welches Signal, wie setze ich die Musiker gut ins Bild, Kamera-Einstellungsgrößen, Regie-Anweisungen – nach so einem Bachfest-Wochenende weiß man viel mehr. Und zwar sowohl technischer als auch inhaltlicher Natur. Und ich finde, dass auch die Zusammenarbeit im Team gestärkt wird, denn so ein ganzes Wochenende und solche extremen Live-Herausforderungen schweißen zusammen.

 

Liebe Theresa, vielen Dank für das Interview!

 

Und, findet ihr das auch so spannend wie wir? Wir freuen uns auf jeden Fall schon sehr auf den Moment, wenn es am Freitag das erste Mal am Rand der Bühne „Kamera läuft!“ heißt, und die Bilder der Konzerte auf dem Markt für die vielen Zuschauer zu sehen sind.

Das Interview führte Lina AL Ghori.

Der Lerche-Veranstaltungskalender für Juni

Der Lerche-Veranstaltungskalender für Juni

Feste, nichts als Feste – also schärft eure Sinne und haltet die Augen und Ohren offen. Denn im Monat Juni werdet ihr sie definitiv brauchen. Es erwartet euch kunterbunter Mix aus kulturellem Angebot.

 

02.06.2017 – 04.06.2017

Stadtfest Leipzig

Den Festmonat Juni eröffnet das Stadtfest Leipzig und es hat für euch einen prall gefüllten Event Kalender in petto. Verteilt auf vier Locations könnt ihr euch auf ein breites Angebot an Events zu Musik, Tanz, Sport und Perfomance freuen und euch begeistern lassen.

 

Monetos:         keines, ist gratis

Location:        Augustusplatz, Leuschnerplatz, Markt und Nikolaikirchhof

Web:               https://www.leipzigerstadtfest.de/

 

02.06.2016

Die Lust am Unheimlichen

Wer von euch hat sich schon Nacht um die Ohren geschlagen aus Angst vor dem Sandmann von E.T.A. Hoffmann gegruselt oder konnte das Licht in der gesamten Wohnung nicht ausmachen? Dann solltet ihr wahrscheinlich nur mit großem Scheinwerfern im Haus des Buches vorbeischauen. Anlässlich des 25. Wave-Gotik-Treffens erwartet euch nämlich ein Streifzug durch die unheimlichen Ecken der Literatur mit anschließender Vorführung von „The Innocent“ (1961). Traut ihr euch?

 

Monetos:         keine, ist gratis

Beginn:           18:30 Uhr

Location:         Haus des Buches, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Web:               http://www.haus-des-buches-leipzig.de/detail.php?type=v&id=1568

 

07. – 08.06. 2017

Campusfest Leipzig

Auch die Universität feiert diesen Monat! Zwei Tage lang ist der Campus prall gefüllt mit Musik, Spaß, Sport und politischen Diskussionen. Kommt vorbei und feiert, tanzt, genießt mit unseren Uni-Kollegen!

 

Monetos:      Studenten: 12 € VK/15 € AK

alle anderen: 15 €VK/20 € AK

Beginn:        18:00 Uhr

Location:     Campus Jahnallee

Web:             http://www.campusfest-leipzig.de/

 

09.06.2017 – 18.06.2017

Bachfest Leipzig

Einer bedeutsamsten Leipziger Persönlichkeiten feiert auch dieses Jahr wieder sein Fest, auch wenn er selbst nicht vor Ort anwesend sein wird. Das diesjährige Bachfest wird im Zeichen der Reformation stehen und wird euch an zehn Tagen ein Potpourri der klassischen Musik servieren. Außerdem werden euch Führungen, Rundgänge und Bühnenstücke den Herrn Bach ein wenig näherbringen.

 

Monetos:         verschieden je nach Konzert; von gratis bis über 100 €

Location:         verschieden; u.a. Thomaskirche, Markt, Gewandhaus

Web:               http://www.bachfestleipzig.de/de/bachfest/2017/veranstaltungskalender

 

14.06.2017

25 Jahre HTWK Leipzig

Die HTWK wird nun auch schon ein Vierteljahrhundert alt und alle feiern mit. Es wird gebrunched, Musik gehört, Wissenschaft gelebt, beim Science Slam mitgefiebert und noch viel mehr erlebt. Zum Abschluss gibt’s noch eine Aftershow-Party im „Stecker“. Also schaut vorbei und lasst die Hochschule hochleben!

 

Monetos:         keine, ist gratis

Beginn:           11:00 – 22:00 Uhr

Location:         HTWK Leipzig, Karl-Liebknecht-Str. 132, 04277 Leipzig

Web:               https://we-are-htwk.de/was-wann-wo-unsere-geburtstagsparty-am-14-juni-2017/

 

16.06.2017

James Joyce „Ulysses“

Macht euch gefasst auf eine Odyssee, die ihresgleichen sucht. Denn dieses Jahr schließt sich auch Leipzig dem Bloomsday an, ein Gedenktag, der sich auf das Werk „Ulysses“ von James Joyce beruft. Wandelt auch ihr auf den Spuren von Leopold Bloom und verirrt euch dabei nicht.

 

Monetos:         3 € / 2 € ermäßigt

Beginn:           19:30 Uhr

Location:        Haus des Buches, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Web:               http://www.haus-des-buches-leipzig.de/detail.php?type=v&id=1561

 

23.06.2017/24.06.2017

Klassik Airleben

Die Klassik schaut in diesem Monat doppelt im Veranstaltungskalender vorbei, denn das Gewandhaus möchte sich, wie jedes Jahr, bei euch bedanken. Alles was ihr tun müsst, ist euch unter freien Himmel zu setzen und die Klassik zu airleben.

 

Monetos:         keine, ist gratis

Location:         Rosental Leipzig

Web:               https://www.gewandhausorchester.de/orchester/klassikairleben/

 

Autor: Michael Kroschwald

„Zeig Dich“ – Museumsnacht Halle/Leipzig mit Tipps für Büchernarren

„Zeig Dich“ – Museumsnacht Halle/Leipzig mit Tipps für Büchernarren

Unter dem Motto „Zeig Dich“ startete am 06. Mai die neunte Museumsnacht in Leipzig und Halle. Circa 20 000 interessierte Besucher und auch ich nahmen die Möglichkeit wahr, Ausstellungen und Museen der beiden Städte zu besichtigen. Hier kommen drei besonders buchaffine Tipps von mir, für unsere Erstis in den Buchstudiengängen, und für alle anderen Buchfreunde zum gemütlichen Wochenendbesuch!

 

Tipp 1: Das Museum für Druckkunst

Dieses traditionsreiche Haus eröffnet euch im Westen Leipzigs einen ebenso neuen wie geschichtsträchtigen Blick auf das Handwerk des Büchermachens. Hinter „Typezig“ verbergen sich nicht nur Leipziger Typen, die unsere Stadt lebenswert machen, sondern auch die Druck-Typen aus Blei. Schon im Eingangsbereich empfangen Kniehebel-, Kupferdruck- und Tiegeldruckpressen den Besucher. Das Museum erstreckt sich über 3 Etagen, es riecht nach alten aber noch laufenden Maschinen und regt an, kurz inne zu halten und sich gedanklich ein Stück in der Geschichte zurück zu bewegen. Roland Müller setzt heute die alten Maschinen des Museums in Stand, war aber früher Überschriftensetzer bei der LVZ. Er erklärt die Funktionsweise der Druckpressen und erzählt an diesem Abend seine Geschichte. Dadurch wird die Historie der Maschinen, die zum Teil bis heute in Betrieb sind, umso greifbarer.

 

Pic 2 Druckkunst Museum
© Melody Schieck

 

Tipp 2: Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde

Seit 1894 werden Bibliothek, Verlag, Verkauf und die Herstellung von Literatur für sehbehinderte Menschen unter einem Dach vereint. Hier werden Bücher nicht im klassischen Sinne gelesen, sondern ertastet, gefühlt und gehört. Es öffnet sich die Welt der Literatur unter den Fingern und vielfältige Hörbücher schaffen ein Vergnügen für die Ohren. Als Besucher kann und sollte man die Augen schließen und versuchen sich voll und ganz auf die anderen Sinne zu konzentrieren. Tastbilder und Reliefs schaffen auch einen visuellen Zugang. Aber schon allein mit verbundenen Augen „Mensch ärgere dich nicht“ auf einem extra dafür konzipierten Brett zu spielen, fällt schwer. Spätestens wenn man die weißen Bögen betrachtet, die als ganz normale Zeitungen und Bücher in Blindenschrift gelesen werden, ist klar was für eine wichtige Funktion die Zentralbücherei erfüllt. An dieser Stelle, wird der Weg zu einer barrierefreien Kommunikation geebnet.

 

Pic 1 Druckkunst Museum
© Melody Schieck

 

Tipp 3: Die Deutsche Nationalbibliothek Leipzig

Der Gang durch die Drehtür der DNB  fühlt sich an wie das Überqueren einer Brücke. Das Zusammenspiel aus futuristischem Design, neuster Technik und alten Büchern lässt nur erahnen, welche Schätze hinter den Türen noch warten. Die Dauerausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Nationalbibliothek spannt unter dem Titel „Zeichen – Bücher – Netze: Von der Keilschrift zum Binärcode“ einen historischern Bogen über 5.000 Jahre Mediengeschichte. Hier gehen Vergangenheit und Gegenwart Hand in Hand – von der Entstehung der Schrift und der Erfindung des Buchdrucks, bis hin zu den digitalen Netzwerken, die heute unzählige Möglichkeiten eröffnen. Im Gegensatz zu dem sich langsam etablierenden Gedanken „Bücher sterben aus“ wird hier klar, dass ein Buch mehr sein kann als gebundene, bedruckte Seiten, mehr sein kann als ein Kulturgut. Es ist auch eine Medienzukunft.

 

Autorin: Melody Schieck