Publishing: current trends – Klaus G. Saur über Wissenschaftsverlage

Unter der Überschrift „Der wissenschaftliche Verlag – Geschichte und Zukunft“ bescherte Verleger Klaus G. Saur seinem Publikum in der aktuellen Ringvorlesung den einen oder anderen „Aha-Moment“. Oder hätten Sie beim Stichwort Open Access sofort an die Apothekenumschau gedacht?

Der Vortrag behandelte die Entstehung und das Programm der bedeutenden Wissenschaftsverlage sowie ihre Entwicklung über die Jahre und Jahrhunderte auf unterhaltsame Weise. Lange Zeit, bis in die 1930er Jahre war Deutschland das wichtigste Land für wissenschaftliche Publikationen und erst die Emigration vieler europäischer Verleger in der NS-Zeit führte zu der Gründung international bekannter Wissenschafts- und Reprint-Verlage sowie Antiquariate in den USA. Im Anschluss setzte die noch immer anhaltende Phase der Konzentration ein. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kauften einige große Verlage bis zu mehreren Hundert kleinerer auf.

Hinzu kamen Technologien, die das Verlegen wissenschaftlicher Arbeiten vor immer neue Herausforderungen stellten. Einige dieser Technologien setzten sich durch – eine neue Kopiertechnik Ende der 50er Jahre beispielsweise führte zu einem radikalen Abfall der Auflagenstärken – andere hielten sich nicht sehr lange (Haben Sie schon einmal etwas von der Bildplatte gehört?).

Wissenschaftliches Publishing in einer Zeit kostenloser Informationen

Laut Saur geht die Entwicklung zu Spezialverlagen im Gegensatz zu den Konzernen. Die Verlage sehen sich Angeboten wie Books on Demand und Open Access gegenüber und Wikipedia kann sich inzwischen mehr Medizinspezialisten leisten als der Pschyrembel. So nutzen die Verlage Seminare und andere Veranstaltungen als zusätzliche Einnahmequelle. Es bleibt abzuwarten, wie die Wissenschaftsverlage in den nächsten Jahren weiter damit umgehen werden. Zudem stellt sich uns nach diesem Abend noch eine andere Frage: Wird es in 10 Jahren tatsächlich kein gedrucktes Telefonbuch mehr geben oder muss Saur diese Vorhersage in 10 Jahren erneut treffen?

Autorin: Sabrina Wistuba

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