Publishing: Vielfalt leben, Vielfalt lesen.

Eine Pausenkritik zum Kleinverlegertag 2014 der Studenten in Buchhandel/Verlagswirtschaft der HTWK Leipzig.

Der 21. Kleinverlegertag startet mit einem brisanten Thema durch. Er steht ganz im Zeichen der Homosexualität und des Feminismus. Geladen sind dafür vier ganz unterschiedliche Verlage aus den Bereichen Sozialwissenschaft (Verlag Barbara Budrich), Belletristik und Sachbuch (Männerschwarm und Edition Ebersbach) sowie vielfältige Publikationen aus dem linken Lager (Westfälisches Dampfboot). Dies ist ein kurzer Einblick für alle, die nicht dabei sein können.

Die Edition Ebersbach gestaltet Frauenthemen und unterhaltende Literatur über Geschlechterbeziehungen in Form von hochwertig ausgestatteten Biographien, Geschenkbüchern und literarischen Kalendern. Dabei werden Leserinnen zwischen 40 und 80 angesprochen. Ein neues, junges Gesicht soll den Verlag in Zukunft aber auch der jüngeren Zielgruppe näherbringen.

In Form eines repräsentativen Titels bekamen die Zuhörer einen Einblick in die Verlagsprogramme. Einen Lacher landete dabei der Männerschwarm-Verlag: Ralf Königs Titel „Bullenklöten, Dicke Dödel Bd. I“ war für den Hamburger Verlag einer der erfolgreichsten. Der kleine Verlag hat sich aus einem schwulen Buchladen entwickelt, dessen Inhaber keine Lust mehr auf den „Mist, den die Verlage anbieten“ hatten.

Das „Dampfboot“, wie Herr Thien sein Unternehmen liebevoll nennt, beschäftigt sich z.B.: mit Feminismus. Aber vorrangig wird Politisch-kritisches publiziert, für die junge und alte politisch denkende Leserschaft. Wissenschaft, findet er, sei heute sehr oberflächlich. „Die besten Professoren sind heute jene, die die besten Projektanträge stellen. Mit richtiger Lehre hat das nichts mehr zu tun.“

Der Verlag Barbara Budrich hat ihr Programm auf vier Säulen aufgebaut: Forschung, Lehr- und Studienbücher, Transfer von Wissen in der Gesellschaft und Internationalisierung. Als einer der wenigen deutschen Independent-Verlage mit politikwissenschaftlichen Publikationen ist der Babara Budrich Verlag auf internationalen Kongressen vertreten.

Alle anwesenden Verlegerinnen und Verleger betonen, dass sie keine expliziten Verlage für Frauen, Schwule oder Gender-Inhalte sind. Damit passen sie in die Zeit. Denn heute möchte sich keiner gerne in eine Schublade stecken lassen.

Uns erwartet ein spannender zweiter Teil und eine sicherlich anregende Diskussion.

 

Autorinnen: Monique Eckart, Sabrina Wistuba, Stephanie Hübner

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