Buchtage: Das Nachwuchsparlament bekommt Nachdruck!

Ein Kommentar von Stephanie Hübner

Schon lange steht der Eintrag des Nachwuchsparlaments in die Satzung des Börsenvereins des deutschen Buchhandels auf der Agenda der Nachwuchskräfte. Und völlig unverhofft kamen sie in der Hauptversammlung am Freitag auf ihre Kosten. Aber immer der Reihe nach.

Abstimmung zur Reform  © Stephanie Hübner
Abstimmung zur Reform © Stephanie Hübner

Es war interessant für den Nachwuchs einen Teil der Hauptversammlung zu erleben und Diskussionen und Abstimmungen vor dem eigenen Auftritt folgen zu dürfen. Lange ging es um die Reformbestrebungen des Börsenvereins, die letztlich mit großer Mehrheit der Anwesenden angenommen wurden (s. Foto). Als hätten die Mitglieder in den dürftig besetzten Stuhlreihen nur auf diese Entscheidung gewartet, lichtete sich der Kuppelsaal noch einmal merklich und mehr Nachwuchskräfte als stimmberechtigte Mitglieder verblieben nun im Saal.

Aufmerksamkeit ja – aber nicht erst zum Schluss!

Als die Powerpoint endlich mit Tagesordnungspunkt Nr. 11 das Nachwuchsparlament ankündigte, meldete sich Killian Kissling vom Argon Verlag. Er hätte so etwas wie einen Antrag, vielleicht eine Bitte. Dr. Christian Sprang, Leiter der Rechtsabteilung des BöV, glaubte auf dem Podium den TOP Satzungsänderungen vorschnell beendet zu haben. Aber nein: Kissling äußerte überraschend den Wunsch, dem Nachwuchs im nächsten Jahr doch nicht erst am Ende der Hauptversammlung Gehör zu verschaffen. Tosender Beifall folgte diesem unverhofften und offiziellen Wortbeitrag, nicht nur aus den Nachwuchsreihen.

Empfehlungen des NWP an die Hauptversammlung © Stephanie Hübner
Empfehlungen des NWP an die Hauptversammlung © Stephanie Hübner

Doch damit der Aufregung nicht genug. Die mit Ramona Nicklaus und Catharina Schölzel frisch besetzte Doppelspitze des Nachwuchssprecheramts präsentierte zwar souverän die an die Wand geworfenen Empfehlungen des Nachwuchsparlaments (s. Foto), vergaß jedoch in der Aufregung den wichtigsten Punkt hervorzuheben: die Forderung nach dem Eintrag in die Satzung des BöV, der dem NWP mehr Tatkraft an die Hand geben würde. Veit Hoffmann, Buchhändler aus Bonn, sprang ein: Er finde, der vergessene Punkt der Satzung sollte besonders hervorgehoben werden – und beantragte kurzerhand die lange fällige Prüfung zur Eintragung des NWP in die Satzung! Ungläubig überraschte Mienen applaudierten lange dem spontanen Sortimenter, der mit dem Antrag auch bei den stimmberechtigten Mitgliedern auf Begeisterung stieß. Vorstandsmitglied Heinrich Riethmüller, drauf und dran die Nachwuchssprecherinnen von der Bühne zu verabschieden, ließ nach Protestrufen, die von bereits gehobenen, Stimmzettel-wedelnden Armen begleitet wurden, ein scheinbar beiläufiges „Ach, das war ein richtiger Antrag?“ verlauten, leitete dennoch wohlwollend die Abstimmung ein. Die Auszählerinnen standen dieser ungewollt untätig zur Seite: Es gab schlicht nichts zu zählen, denn dieser letzte Antrag des Tages wurde einstimmig angenommen.

Was heißt das?

Die neuen Nachwuchssprecherinnen geben die Empfehlungen © Stephanie Hübner
Auftritt der neuen Nachwuchssprecherinnen © Stephanie Hübner

Nachwuchs ist den Unternehmen tatsächlich wichtig und sie nehmen dessen Stimmen ernst. Die neuen Nachwuchssprecherinnen werden es in den nächsten zwei Jahren leichter haben als ihre Vorgängerinnen, denn sie bekommen eine offiziell verankerte Daseinsberechtigung – sowie hoffentlich eine offizielle @boev-Mailadresse, die ebenfalls ein stimmberechtigtes Mitglied forderte. Ein Dank für ihr Engagement gebührt neben den scheidenden Sprecherinnen, Lisa Maria Keil und Jana Zawadski, unbedingt auch den Helden des Freitagnachmittags: Kilian Kissling und Veit Hoffmann!

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