Reisen: Auf den Spuren der Helden – Teil 1

Sommer, Sonne, Freizeit. In wenigen Wochen beginnen die Prüfungen und wenn diese endlich vorüber sind, können wir verdient in die Semesterferien und damit in den Urlaub starten.

Einfach mit der Decke in den Park legen, mit dem Rucksack um die halbe Welt trampen oder den Hartschalenkoffer ins Flugzeug packen und sich an entfernte Sandstrände flüchten. Bücher dürfen aber im Urlaub nicht fehlen. Wir suchen die perfekte Strand- oder Parklektüre oder ein gutes Buch, was uns auf der Rucksackreise begleitet. Aber warum nur unsere Bücher als Begleiter mitnehmen? Warum nicht an die Orte reisen, die wir zwischen den Buchseiten längst schon erlebt und gesehen haben? Warum nicht den Reiserouten unserer einstigen Helden zu schicksalhaften Orten folgen?

Kyôto aus den Memoiren einer Geisha

Die Geisha © Christin Fetzer
Die Geisha © Christin Fetzer

Die einstige japanische Haupt- und Kaiserstadt Kyôto ist in jedem Fall eine Reise auf das ostasiatische Inselreich wert. Arthur Goldens Roman Memoirs of a Geisha beginnt im Japan des Jahres 1929 und erzählt die Geschichte der Fischerstochter Chiyo (später: Sayuri), die von ihrem Vater an eine Okiya – ein Geisha-Haus – in Kyôto verkauft wird. Trotz harter Arbeit, Erniedrigungen, etlichen Schicksalsschlägen und Intrigen der grausamen, aber äußerst erfolgreichen Geisha Hatsumomo durchläuft Chiyo die harte Ausbildung, wird selbst zu einer herausragenden Künstlerin und steigt zur meistgefeierten Geisha im Gion, dem Zentrum der Geisha-Kultur in Kyôto, auf. Auch heute ist Gion immer noch das Geisha-Viertel in der ehemaligen Hauptstadt und die Heimat von etwa 260 Geishas. Auf den gepflasterten, von kleinen Teehäusern gesäumten Straßen aus der Zeit des alten Japans, lassen wir uns in Chiyos Welt entführen.

In Rob Marshalls gleichnamiger Buchverfilmung sehen wir unsere junge Heldin zum Fushimi-Inari-Schrein laufen, um die Götter um ihre Gunst zu bitten. Dabei wählt sie einen von tausenden Torii (roten Torbögen) umgebenen Weg. Im Buch hingegen beschreibt Golden aus der Sicht der kleinen Chiyo jedoch einen anderen Weg: „Im Laufschritt eilte ich zur Shijo-Avenue und bis an den Ostrand von Gion, wo der Gion-Schrein stand.“ (S. 153) Der Gion-Schrein (heute: Yasaka Jinja) ist über 1 350 Jahre alt und der wohl bekannteste Shinto-Schrein in Kyôto. Nahe der Haupthalle befindet sich eine Bühne mit hunderten Laternen, die jeden Abend entzündet werden. Im Roman beschreibt Chiyo ihre Laufwege streckenweise sehr detailliert, was es leicht macht, ihr durch Kyôto zu folgen …

London mit unserem Kindheits- und Jugendheld Harry Potter

Harry Potter © Christin Fetzer
Harry Potter © Christin Fetzer

Mit unserem Kindheits- und Jugendhelden, dem Zauberlehrling Harry Potter, besuchen wir London. Etwas außerhalb starten wir in Picket Post Close, Berkshire, der Vorlage zu Ligusterweg Nummer 4 in Little Whinging, wo Harry seine weniger schönen Zeiten im Hause der Dursleys verbracht hatte. Einen weiteren Besuch ist der Londoner Zoo wert und hier ganz besonders das Reptilienhaus, wo Harry versehentlich eine Boa constrictor auf seinen Cousin Dudley loslässt. Im Hinterhof des Tropfenden Kessels (Leadenhall Market) liegt der Zugang zur Winkelgasse (Borough Market), der Shopping Area für Zauberer und Hexen. Zum Geldabheben müssen Zauberer zuvor aber natürlich noch zu Gringotts. Das Australia House stand in London Modell für die Zaubererbank. Zum Gleis 9 3⁄4 geht es am Bahnhof King’s Cross, wo der Hogwarts-Express stets am 1. September um genau 11 Uhr abfährt. Wer sich im Fach Zauberkunst unterrichten lässt, sollte sich in Filtwick’s Klassenzimmer in der Harrow School einfinden. Diejenigen mit einem Termin im Zaubereiministerium hingegen, sollten mal die Telefonzellen oder auch die öffentlichen Toiletten (ihr müsst euch runterspülen!) auf dem Great Scotland Yard, Scotland Place testen. Hingegen sollten die Millenium Bridge, St. Pauls und diverse Cafés in der Nähe vom Piccadilly Circus/Shaftesbury Avenue gemieden werden. Es kursieren beunruhigende Berichte, dass Todesser hier des Öfteren verkehren …

Weitere Anregungen folgen im Teil 2!

Autorin: Christin Fetzer

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