Reisen: Auf den Spuren der Helden – Teil 2

Wenn in ein paar Wochen die Prüfungen endlich vorbei sind, geht für uns der Sommer los und damit das Reisen. Nicht nur zu den gängigen Urlaubsorten, sondern ebenso zu Locations, welche zwischen den Buchseiten liegen.

Der erste Teil Auf den Spuren der Helden war Harry Potter und somit Londons magischen Plätzen gewidmet, sowie der kleinen Chiyo, die im Kyôto des 20. Jahrhunderts zur meistgefeierten Geisha aufsteigt. Doch gibt es noch zahlreiche andere Titel, die Anregungen für eine Reise geben.

Mit Hohlbeins Unsterblichen in Rumänien

Varful Pietrosul Rodnei (Rodna-Gebirge) © Martin Kozák
Varful Pietrosul Rodnei (Rodna-Gebirge) © Martin Kozák

Andrej Delãny ist der Hauptcharakter von Wolfgang Hohlbeins 15 Bände umfassender Chronik der Unsterblichen. Auf der Suche nach dem Grund und dem Geheimnis seiner Existenz und seiner Artgenossen, lässt Hohlbein seinen Charakter quer durch das mittelalterliche Europa wandern. Unsere Reise startet im Transsilvanien des 15. Jahrhunderts, als Delãny nach dem Tod seiner Frau ins kleine Tal-Dorf Borsã zieht, um seine übrigen Verwandten und seinen Sohn Marius zu finden. Heute mittlerweile eine Stadt, liegt Borsã im Norden Rumäniens im Tal des Flusses Vișeu am Fuße des Rodna-Gebirges. Besonders stolz waren die Bewohner im ersten Band der Chroniken (Am Abgrund) auf ihre Holzkirche (zwar im Original erst 1718 erbaut), welche hier bewundert werden kann.

Die Idylle ist jedoch trügerisch, denn als Andrej in seinem Geburtsort ankommt sind seine Verwandten in einem blutigen Massaker umgekommen oder wurden verschleppt. Angezettelt hat dies ein Inquisitor der Heiligen Römischen Kirche, der nun plant die Überlebenden in die Sklaverei zu verkaufen. Delãny kann sich keinen Reim auf die Geschehnisse machen. Nur der kleine Frederic, welcher dem Massaker entkommen konnte, sowie eine seltsame (und höchst gefährliche) Begegnung mit zwei mysteriösen goldenen Rittern sind Andrejs einzige Anhaltspunkte …

Die Spur der Überlebenden führt Delãny in die Hafenstadt Constanta (Schwarzmeerküste, Rumänien). Es ist die erste große Stadt, die Andrej bis dato je zu Gesicht bekommen hat und vielleicht findet ihr hier zwischen griechischen und römischen Ruinen oder der Byzantinischen Basilika den riesigen Marktplatz, auf welchem Delãny sich so schrecklich verlief. Vielleicht aber auch den Palast des Herzogs, in dessen Kerker die Überlebenden aus Borsã ausharren.

Götter, Untote und andere Unannehmlichkeiten

Auf der Flucht vor einem osmanischen Heer und der römischen Kirche führt die Reise im 2. Band Der Vampyr weiter in die Walachei, wo Andrej Vlad III. Ţepeş‘ Verwandlung zum Vampir Dracula miterlebt. Wer mutig genug ist, kann durchaus Draculas Schloss – die Törzburg (Siebenbürgen) – oder seine Bergfestung Cetatea Poenari (nahe Arefu/Curtea de Arges) erkunden und eine Wanderung in die Karpaten unternehmen.

Die Chronik der Unsterblichen © Christin Fetzer
Die Chronik der Unsterblichen © Christin Fetzer

Wem nach Transsilvanien noch nicht genug gruselt, sollte es Andrej wie im 3. Band (Der Todesstoß) nur unter großer Vorsicht gleichtun, die heimischen Alpen (Bayern)auf den Verbleib der Werwölfe zu untersuchen. Wer auch diese Begegnung überlebt, kann Delãnys Spuren weiter durch die Bände 4 bis 15 zur Türkenbelagerung Wiens 1529 und der Belagerung Maltas, nach Konstantinopel und durch die lybische Wüste verfolgen. Oder ihr versucht es in der entgegengesetzten Richtung und befragt die Nordischen Götter nach dem gefallenen Gott Loki, den Andrej über Cádiz (Spanien) bis ins London des Jahres 1666 verfolgt, wo am 4. September des gleichen Jahres die ganze Stadt in Flammen aufgeht, als sich die Götter auf der London Bridge bekriegen. Vielleicht lüftet ihr auch das Geheimnis des Tower of London, denn etwas sehr Altes und Mächtiges lauert hier im Verborgenen …

Aufgrund von rätselhaften Propheten, verrückten Medizinern, wird von einem weiteren Besuch in Konstantinopel und ein Abstecher nach Venedig allerdings abgeraten. Habt ihr auf eurer Tour ebenfalls Andrejs bisher letzte Station (Nekropole, Band 15), die Ewige Stadt Rom, in euren Plänen bedacht: Vergesst den Petersdom, wenn ihr am Ende dieser gefährlichen Reise nicht doch noch euer Leben lassen wollt. Denn hier wimmelt es nur so von Untoten!

Wer nun immer noch der Geschichte eines Vampirs hinterherjagen, auf Spuren der Götter wandeln oder mit Werwölfen den Mond anheulen will, wäre gut beraten sich nicht unnötig mit Weihwasser, Kruzifixen, Silber oder Knoblauch zu belasten. Euch rettet im Notfall nur das vollständige Verbrennen, Köpfen, Vierteilen oder Holzpflöcke vor euren möglichen Angreifern!

In diesem Sinne: Gute Reise!

Autorin: Christin Fetzer

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