Bücher sagen Willkommen – eine Initiative der Buchbranche

Für eine gelungene Willkommenskultur stellt der Bildungs- und Spracherwerb durch Literatur einen nicht zu unterschätzenden Faktor dar. Um Flüchtlingen den Zugang zu Büchern zu erleichtern, wurde die Initiative „Bücher sagen Willkommen“ ins Leben gerufen.

Mit über 250 000 gestellten Asylanträgen in Deutschland, allein von Januar bis August 2015, hat die Flüchtlingswelle Richtung Europa einen neuen Höhepunkt erreicht. Obgleich damit auch eine Rekordabschiebungsrate einhergeht, kommen für den Staat und alle helfenden Bürger dennoch einige Hürden auf, die für eine gelungene Willkommenskultur und Integration genommen werden müssen. Neben Lebensmitteln, Unterbringung und Kleidung zählen auch Bücher zu den wichtigsten Integrationsstützen, da diese Sprach- sowie Kulturbarrieren überbrücken. Eine Initiative der Buchbranche möchte genau dies nun forcieren.

Erste Lern – und Leseecke in Frankfurt a.M. © Rainer Rüffer
Erste Lern – und Leseecke in Frankfurt a.M. © Rainer Rüffer

Bei rund 15 % der Asylsuchenden handelt es sich um Analphabeten. Gerade deshalb  ist es wichtig, neben Sprach- und Lesekursen, auch einen schnellen Zugang zu Lern- und Erstleseliteratur zu schaffen. „Bücher sagen Willkommen“ heißt die Initiative, die dies zukünftig ermöglichen soll.

Ins Leben gerufen wurde die Aktion durch den Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und die gemeinnützige Gesellschaft Litcam (Literacy Campaign), welche sich schon seit Jahren für die Alphabetisierung und Leseförderung in Deutschland sowie international einsetzt. Die konkrete Umsetzung des Projektes soll in Form von Lese- und Lernecken in Orten mit einer hohen Anzahl von Flüchtlingen realisiert werden. Die von Leseförderungsexperten ausgewählten Bücher werden in Kultur- sowie Bildungszentren zur Verfügung gestellt und beinhalten neben Deutsch-Lehrbüchern und Lexika auch ausgewählte Romane in den jeweiligen Fremdsprachen. Der erste dieser Leseförderungsorte wurde am 24.09.2015 in Frankfurt am Main eröffnet, ein weiterer wird am Sonntag, dem 27.10.2015, in Hamm in Nordrhein-Westfalen bereitgestellt.

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Jede Spende hilft

Momentan finanziert sich die Initiative noch großteilig auf Spendenbasis: So können seit dem 19. September Kunden in allen teilnehmenden Buchhandlungen in ganz Deutschland die Aktion unterstützen. Dies soll über eigens zu diesem Zweck angebrachte Spendenboxen ermöglicht werden. Doch diese vorbildliche Aktion allein kann wohl kaum das Ausmaß der benötigten Materialien und Integrationsstützen tilgen, die im Bereich der Bildung und Kulturvermittlung benötigt werden. Eine staatliche Subventionierung für Bibliotheken, zur Schaffung eines  adäquaten Sortiments für Flüchtlinge, wäre ein angebrachter Schritt. Schließlich eröffnet jedes Buch die Möglichkeit Bildung, Kultur und Sprache zu erlangen und ist dies nicht die Grundlage für jene angestrebte Integration.

Weitere Informationen für Spendenbeiträge gibt es hier: http://www.litcam.de/de/projekte/buecher-sagen-willkommen

Autor: Tankred Hielscher

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