Jahresrückblick: 2015

Das Wichtigste aus dem Jahr 2015 in einem Jahresrückblick.

Amazon:  Schlagzeilen machte der Megakonzern Amazon mit der am 25. August durch den Börsenverein des Deutschen Buchhandels eingereichten  Kartellbeschwerde gegen Audible.  Bei diesem Hörbuch-Flatrate-Modell habe Amazon seine marktbeherrschende Stellung (rund 90 Prozent Marktanteil bei digitalen Hörbüchern) benutzt, um Verlagen seine Konditionen aufzuzwingen oder sie – sollten die Verlage nicht mitziehen – auszulisten.  Seit Dezember druckt Amazon nun auch in Kooperation mit BILD seine eigene Bestseller-Liste.

Bertelsmann:  Am 31. März ging eine Ära zu Ende.  Die letzten beiden Bertelsmann-Club-Filialen wurden geschlossen.  Das Ende eines Geschäftsmodells, welches Bertelsmann seit Jahrzehnten geprägt hatte.

Buchmarktforschung:  Media Control und GfK Entertainment konkurrieren um die Vorherrschaft im Bereich der Buchmarktforschung.  Und schließen Exklusivvereinbarungen, wonach z. B. KNV und Thalia Buchverkaufsdaten nur an Media Control liefern und Osiander beispielsweise an GfK.

Charlie Hebdo und 13. November:  Nach dem Leitmotiv »Für das Wort und die Freiheit« besinnt sich die Buchbranche auf ihre Funktion zur Wahrung von Meinungs- und Pressefreiheit.

Reprobel-Urteil:  Eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg, die der Börsenverein als Gefährdung des »Miteinander von Autoren und Verlagen in VG Wort« wertet.  Um Verlage für ihre Leistungen zu honorieren, werden die Ausschüttungen von Verwertungsgesellschaften seit dem frühen 19. Jahrhundert zwischen Verlagen und Autoren aufgeteilt.  Doch nun hat der EuGH entschieden, dass Verlage an Ausschüttungen durch Verwertungsgesellschaften, wie z. B. die VG Wort, nicht weiter beteiligt werden können, da Verlage keine formalen Rechteinhaber im Sinne der europäischen Urheberrechtsrichtlinie InfoSoc (2001/29/EG) seien.  Verlagsvergütung auf Kosten der Autoren ist damit unzulässig.  Die Antwort des EuGH kam im November, den Verlagen drohen nun hohe Rückzahlungen.

12436201_956384704451293_1985021760_oTolino-Allianz:  2013 gründeten Club Bertelsmann, Hugendubel, Thalia und Weltbild zusammen mit der Deutschen Telekom einen Bund zum Angriff auf Amazons Vorherrschaft auf dem deutschen E-Book-Markt.  Als neue, starke Partner kamen 2015 Osiander und Mayersche hinzu.

 

Verbandsreform Börsenblatt:  Während der Berliner Hauptversammlung im Juni 2015 wurde die Umstrukturierung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels beschlossen.  Die Umstrukturierung soll Schritt für Schritt erfolgen, um den Börsenverein »weniger und flexibler« zu gestalten.  Wie die Reform konkret aussehen soll, zeigt der Börsenverein in einem Video:

Weltbild:  Insolvent oder nicht insolvent?  Das ist hier die Frage.  Seit 2014 geht es für den Konzern auf und ab.  Über 400 Mitarbeiter verloren hier ihre Jobs und ein Ende der Krise ist immer noch nicht in Sicht.

Autorin: Christin Fetzer

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