Leipziger Buchmesse 2016 – Mehr als Lesebühnen

Wenn Buchhändler im ganzen Land ungeduldig mit den Seiten rascheln, das aufgeregte Knistern der  Bücherwürmer nicht mehr zu überhören ist und die druckfrischen Leipziger Lerchen wieder ihren bundesweiten Frühlingsausflug antreten, dann besteht kein Zweifel: Es ruft die Leipziger Buchmesse!

Země potřebuje překladatele!

Während sich in ganz Deutschland CosplayerInnen für die kontemporär stattfindende Manga-Comic-Con rüsten und in die Schale ihre Helden und Idole werfen, bereiten sich auf die diesjährige Leipziger Buchmesse auch wahre Alltagshelden vor: Übersetzer. Wem nun nicht ganz klar ist, wo der alltägliche Heroismus im Übersetzertum verwurzelt sein soll, dem sei ein Besuch bei dem dieses Jahr auf der Messe vertretenem, südosteuropäischen Übersetzernetzwerk TRADUKI wärmstens empfohlen. Der Kern der translatorischen Kompetenz, lässt sich schon vom eigentlichen Terminus ableiten: Übersetzer. So wird die innerste Funktion, das Übersetzen, oft nicht als das Übersetzen von einem kulturellen Ufer zum nächsten, sondern lediglich als das Umsetzen einer codierten Information in eine differente Codierung verstanden. Doch jene Überbrückungsfunktion stiftet, vermittelt und verbreitet unterschiedlichste kulturelle Inhalte und schafft somit die Grundlage für gegenseitiges Kulturverständnis. Darum lohnt sich auch ein Besuch im dieses Jahr in Halle 4 beraumten Übersetzerzentrums.

© dpa
© dpa

Sonnig, mit Aussicht auf Belletristik

Wem dies noch nicht genug Sprachvielfalt war, der kann sich auf den ersten Internationalen Book Pitch zur Leipziger Buchmesse 2016 freuen. Dieser gibt ausländischen Autoren die Chance, ihre Machwerke den lokalen Agenten und Lektoren vorzustellen und somit neue Märkte zu erschließen und unentdecktes Potential zu verbreiten. Auch die längst etablieren Prosa Prognosen des  Literarischen Colloquiums Berlin, sollte man nicht verpassen. Ausgewählte Jungautoren können hier ihre, zuvor in der Autorenwerkstatt zu Berlin gefertigten, potentiellen Erstveröffentlichungen vorstellen. Die Lesungen finden am 18.03. um 15 Uhr in Halle 5 statt.

Die Start-Up Area der Buchmesse

Ganz im Zeichen der Innovation und Neuerung steht außerdem die Ausstellung Neuland 2.0, welche am 18. und 19. März in Halle 5 vertreten sein wird. Dort werden 14 verschiedene, bereits von einer Jury vorausgewählte, Start-Ups präsentiert, welche einen frischen Wind in die Verlags- und Medienbranche tragen sollen. Die aus aller Welt stammenden Newcomer-Projekte sind zumeist Apps, Medienserver oder und Online-Plattformen, welche zumeist unterstützende Funktionen für Autoren, Lektoren, Kleinverlage oder anderen Medienunternehmen bereitstellen. Der digitale Trend ist dabei nicht von der Hand zu weisen und erwünscht, so auch bei dem diesjährigen Fachprogramm für Blogger, den buchmesse: blogger sessions 2016. Die Fachkonferenz dieser jungen Zielgruppe der Verlagsbranche findet im Congress Center Leipzig statt, bedarf allerdings einer zusätzlichen Anmeldung.

Autor: Tankred Hielscher

Inhalt teilen:
Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on TumblrPin on Pinterest

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.