Print-it-yourself: Mit Wassertransferdruck Wow-Effekte erzeugen

Schon klar, nicht jeder von uns ist ein Naturtalent in Sachen Handwerkern. Doch bei jedem Projekt lernen wir etwas Neues dazu und können uns danach ganz besonderer Fertigkeiten erfreuen. Beim Wassertransferdruck ist es ähnlich. Hier werden einfachste Lackierskills von euch gefordert. Wer aber in seiner Jugend schon mal die eine oder andere Hauswand getaggt hat, der sollte diese Aufgabe mit links lösen können.

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Für alle anderen, keine Sorge, es ist einfacher als auf den ersten Blick den Anschein erwecken mag. Die erforderlichen Handgriffe solltet ihr jedoch spätestens beim zweiten/dritten Werkstück verinnerlicht haben und so könnt ihr schon bald „Drucken“ wie ein richtiger Erbe Gutenbergs. Zumal es auch eine gute Einnahmequelle wäre, wenn ihr ein paar eurer Meisterwerke zu Kauf anbietet. Gerade für diejenigen unter euch eine Option, die nicht so üppig von der Bafögfee beschenkt werden, aber auch für Leute, die zum Weihnachtsfest lieber mit etwas selbst gemachtem punkten wollen.

Was ist Wassertransferdruck?

Wassertransferdruck oder auch Hydrografie genannt, ist eine Methode, um ein dreidimensionales Objekt zu verzieren. Es ermöglicht euch ein Werkstück mit einem Dekor zu überziehen, und das mit einem Detailreichtum, der seines Gleichen sucht. Fotos von Freunden und Familie auf einem Smartphonecase sind genauso möglich, wie auch Camouflage- oder Holzmuster auf einem Motorradhelm. So gut wie alles ist denkbar. Aber das Beste daran ist, die Farben blassen nicht aus, da sie im letzten Arbeitsgang noch mit mehreren Schichten Klarlack überzogen werden. Dies bringt nicht nur einen schönen Glanz, sondern macht es auch noch Kratz-, Stoß- und Wasserfest.

Wie funktioniert Wassertransferdruck?

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„Ein Dekor wird auf einen speziell wasserlöslichen Polyvinylalkohol-Film gedruckt. Sofern erforderlich werden die zu beschichtenden Teile grundiert und/oder mit einem Grundfarbton überzogen. Der Druckfilm wird auf der Wasseroberfläche des Tauchbeckens ausgelegt und mit einem Aktivator besprüht. Die Trägersubstanz löst sich auf und gibt das vorher aufgedruckte Dekor in flüssiger Form an die Wasseroberfläche ab. Es bleibt dabei in seiner Form erhalten. Die zu beschichtenden Teile werden durch die Schwimmende Farbschicht in das Wasserbad getaucht. Durch den Druck des Wassers wird der Dekorfilm gleichmäßig an die Teile gepresst.“

Immer noch keine Vorstellung was Wassertransferdruck wirklich kann? Dann checkt mal diesen Video-Clip aus!

Welche Materialien eignen sich für Wassertransferdruck?

So gut wie alle! Den Anwendungsmöglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt, da man sein Objekt durch das vorangegangene Grundieren sowieso schon versiegelt hat. Es ist so also theoretisch möglich selbst Objekte aus Pappe zu bedrucken. Dabei gilt die Faustregel: Kannst du es grundieren und lackieren, so kannst du es auch mit einem Dekor probieren. Bei Teilen, die später in Kontakt mit Wärmequellen kommen, solltet ihr darauf achten, einen dementsprechenden resistenten Lack einzukaufen. Generell müsst ihr aber darauf verzichten, Gegenstände zu lackieren mit denen ihr später Nahrungsmittel zu euch nehmt. Die Außenseiten von beispielsweise einer Kaffeetasse sind jedoch unbedenklich.

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© i.imgur.com

 

Das braucht ihr zum selber machen

  • Cutter-Messer
  • Latexhandschuhe
  • Klebestreifen
  • Klarlack
  • Silikonentferner
  • Grundierung (je nach dem welches Material ihr bedrucken wollt)
  • Dippdaktivator
  • Dekor / Transferdruckfolie
  • große Schüssel / Badewanne
  • feines Schleifpapier
  • Atemschutzmaske

Alle Sachen, die ihr benötigt, sind in der Regel in einem gut sortierten Baumarkt zu erhalten. Die Transferdruckfolie jedoch werdet ihr wahrscheinlich nicht im Baumarkt bekommen, hierfür solltet ihr mal in einem Bastelladen oder bei Amazon vorbeischauen. Ihr könnt aber auch wahlweise auf Startersets einschlägiger Hersteller zurückgreifen. Die Kosten für solche Sets belaufen sich um die 60-80€, wenn ihr euch aber alles einzeln organisiert, kommt ihr wesentlich günstiger davon.

 

Und so geht’s

 

Schritt 1

Schleift euer Objekt gründlich mit dem Schleifpapier ab und reinigt es danach mit einem Tuch und dem Silikonentferner. Tragt nun die Grundierung gleichmäßig auf. Achtet dabei darauf die Spraydose in einem Abstand von 30 cm über euer Stück zu halten. Lasst es danach für mindestens 24 Stunden trocken.

Schritt 2

Schneidet euch die Folie zurecht. Sie sollte ungefähr doppelt so breit wie euer Objekt sein. Begrenzt anschließend die Ränder mit einem Rahmen aus Klebestreifen. Füllt das Gefäß mit 30 Grad warmen Wasser und legt die Folie vorsichtig auf die Wasseroberfläche. Dabei ist es wichtig, dass sich keine Lufteinschlüsse unter Folie bilden und euer Gefäß tief genug ist, um das Objekt weit genug eintauchen zu können. Sprüht das Aktivatorspray gleichmäßig auf die Folie. Sie sollte sich innerhalb weniger Sekunden auflösen. Taucht das Werkstück jetzt in einem Winkel von 45 Grad langsam aber gleichmäßig in das Wasser. Verwirbelt nun die Wasseroberfläche, währenddessen sich euer Werkstück noch unter Wasser befindet. Spült es anschließend unter einem laufenden Wasserhahn behutsam ab. Lasst es dann etwa für ein bis zwei Stunden trocknen.

 

Schritt 3

Tragt danach den Klarlack ebenfalls in einem Abstand von 30 cm auf das Objekt auf. Ihr solltet mindestens zwei Schichten Lack auftragen, wenn ihr es aber noch Glänzender haben wollt, dann könnt ihr gerne auch drei bis vier Schichten auftragen. Zwischen jeder Lackschicht solltet ihr es aber unbedingt 30 Minuten antrocknen lassen. Wenn ihr die letzte Schicht aufgetragen habt, dann muss es nur noch einen Tag durchtrocknen.

Voila, und schon habt ihr euer ganz individuell bedrucktes Kunstwerk.

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© hydrofxprinting.com

Besondere Sicherheitsanweisungen

Bei sämtlichen Lackierschritten solltet ihr darauf achten, eine Atemschutzmaske zu tragen und die Räumlichkeiten währenddessen und danach gut zu lüften. Wahlweise könnt ihr auch auf dem Balkon lackieren. Ebenso müsst ihr auch immer Handschuhe beim Arbeiten tragen, denn die Lacke reizen nicht nur die Atemwege, sondern sind auch nicht besonders freundlich zu eurer Haut.

 

Worauf wartet ihr noch? Get your stuff colored!

 

Autor: Ronny Wenzel

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