Hauptsache wir sind auf Facebook – Social Media in Verlagen

Was haben Spiegel, Stern sowie die Zeit gemeinsam? Richtig! Alle sind sie auf der Plattform Facebook vertreten. Social Media hat die Medienwelt sowie das Marketing für Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Kaum ein Verlag möchte die Chance ungenutzt lassen, sich auf Facebook zu etablieren und durch Kampagnen sowie Posts noch mehr Aufmerksamkeit, vor allem die der jungen Nutzer, auf sich zu ziehen.

Welche Macht hat Facebook?

Die Zahlen der weltweit größten Social Media-Plattform, welche 2004 durch Mark Zuckerberg in Cambridge gegründet wurde, sind beachtlich. Social Media ist schon längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Knapp 28 Millionen Nutzer bewegen sich 2016 allein in Deutschland auf Facebook.  Die Zeit, die Rezipienten für soziale Netzwerke nutzen, übersteigt längst die, welche für den Besuch von Zeitungswebsites aufgewendet wird. Dieses geänderte Nutzerverhalten zwingt den Journalismus seine Rolle sowie sein Angebot zu überdenken und sollte Grund genug für Verlage sein, den Weg des Marketings über diesen Kanal zu beschreiten. Zeitungen haben damit die Chance, ihre Bedeutung innerhalb der Internet- und Nachrichtenrezeption zurückzugewinnen.

Die Vorteile, welche Facebook den Medienunternehmen bietet, sind ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Derzeit ist die Schaltung von redaktionellen Inhalten auf Social Media-Kanälen wie Facebook der in anderen Medienkanälen wie Zeitungen oder Fernsehen haushoch überlegen. Sie ist nicht nur kostengünstiger, sondern bietet den Verlagen weit mehr Vorteile. Redaktionen, welche die sozialen Netzwerke pflegen, agieren in keinem völlig neuen Betätigungsfeld. Im Gegenteil: Dialog gehört zum Wesen des Journalismus. Waren die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Journalisten und Rezipienten noch früher mit relativ hohen Hürden verbunden, ist heute durch soziale Netzwerke eine größere Nähe zum Nutzer möglich. Die Kehrseite der Medaille lässt sich allerdings in den sogenannten „Shitstorms“ finden. Negatives Feedback kann heutzutage zum Selbstläufer in den Netzwerken werden und den Ruf eines Unternehmens auf lange Sicht kaputt machen. Es gibt mittlerweile unzählige Beispiele, in denen sowohl Unternehmen als auch Personen des öffentlichen Lebens den anonymen Kommentaren der Nutzer zum Opfer gefallen sind und sich in der medialen Öffentlichkeit nie wieder erholt haben. Daher ist immer viel Fingerspitzengefühl und Professionalität bei der Bedienung von sozialen Netzwerken notwendig. Aus diesem Grund sollte kein Verlag der Auffassung sein, Social Media „mal eben nebenbei“ zu bewerkstelligen oder durch den Praktikanten zu managen.

Wo stehen die Verlage im Zeitalter von Facebook?

Generell kann eine redaktionelle Facebook-Seite nicht als Ersatz zu traditionellen Marketinginstrumenten innerhalb eines Verlages wahrgenommen werden. Sie sollte ein Baustein sein, um den Verlag zukunfts- und nutzerorientiert aufzustellen. Sie allein wird weder Klick- noch Verkaufszahlen dramatisch erhöhen oder den Unternehmenserfolg verbessern. Sie ist eine Maßnahme, welche sich im Rahmen eines Gesamtkonzeptes des Verlages integrieren und dabei zum Erfolg beitragen sollte. Derzeit haben die traditionellen Medienhäuser wie Süddeutsche, Stern oder die Zeit noch enorm Nachholbedarf, was Social Media angeht. Die Zahlen ihrer Facebookseiten rangieren ungefähr auf der gleichen Ebene wie Siemens oder Vapiano mit knapp 400.000 Likes, obwohl sie doch deutlich mehr zu erzählen haben. Es ist somit an der Zeit, dass Verlage ihre digitale Rolle im Zeitalter Facebook und Co. deutlich ernster nehmen.

Autor: David Barthelmann

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