Weihnachten, Julfest, Christmas Eve und Noche Buena

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Vier Bezeichnungen, ein Fest und viele unterschiedliche Bräuche

Weihnachten ist wohl eines der schönsten Feste des Jahres. Mit dem Dezember beginnt die Weihnachtszeit und die eigenen vier Wände werden mit Tannenzweigen, Kerzen und Weihnachtsschmuck dekoriert. Aber in jedem Land wird Weihnachten ein bisschen anders gefeiert… Vier Länder und ihre Weihnachtsbräuche stellen wir euch hier vor!

 

 

Weihnachten in Deutschland

Herzstück jedes Hauses ist und bleibt der Weihnachtsbaum. Dieser erstrahlt meist durch etliche Lichterketten und erhält seine besondere Note durch Christbaumkugeln, Strohsterne oder häufig auch gebastelte, individuelle Schmuckstücke. Selbstgetrocknete Orangen erfüllen das ganze Haus mit ihrem süßen Duft. Mit dem ersten Sonntag des Monats beginnt der erste Advent und die erste Kerze des reichlich verzierten Adventskranzes wird angezündet. Hierzulande ist es Brauch, dass die Familie sich an den Adventsonntagen zusammen findet, Speis und Trank teilt und den Kindern Geschichten vorliest. Vor allem Glühwein und Lebkuchen finden hier großen Anklang. Selbst gebastelte, aber auch gekaufte Adventskalender mit 24 Türchen und kleinen Überraschungen sollen die Vorfreude auf Heiligabend steigern.

Am 24. Dezember gibt es dann, nach dem Besuch der Messe, ein großes Festmahl. Ob Fisch, Entenbraten, Raclette oder Nudelsalat mit Heißwürstchen, beim Abendessen kommen alle zusammen. Gut gesättigt findet dann die Bescherung unter dem Weihnachtsbaum statt. Die Geschenke hat das Christkind oder der Weihnachtsmann unter dem Weihnachtsbaum platziert. Im Anschluss klingt der Abend im Kreise der Familie aus. Der erste und zweite Weihnachtstag sind für die Verwandtschaft reserviert. Oftmals werden Großeltern, Tanten und Onkel besucht. Mit dem 26. Dezember endet die Weihnachtszeit und es heißt wieder ein Jahr warten.

So oder so ähnlich wird hierzulande Weihnachten gefeiert. Wie aber wird in Schweden, Spanien oder England gefeiert?

 

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Weihnachten in Schweden

Die Schweden zelebrieren das Julfest, oder besser bekannt als „das Fest der Heiligen Lucia.“ Die Weihnachtszeit dauert fast zwei Wochen länger als bei uns. Sie beginnt am ersten Advent und endet am 13. Januar. Der 13. Dezember ist in Schweden ein wichtiges Datum, denn es ist der Tag der Heiligen Lucia. Die Heilige Lucia wird oft mit einem Kerzenkranz auf dem Kopf dargestellt. Ihre Aufgabe besteht darin, Licht in das Dunkel zu bringen. Der ältesten Tochter jeder Familie kommt eine besondere Aufgabe zuteil: Sie darf als Heilige Lucia verkleidet die gesamte Familie wecken. Dementsprechend tragen die ältesten Töchter ein weißes Kleid und einen Kranz auf dem Kopf. Die Eltern dürfen an diesem Tag entspannt im Bett bleiben, denn ein weiterer Brauch besteht darin, dass die Kinder ihren Eltern Gebäck an das Bett bringen.

Ein Weihnachtsbaum darf auch in Schweden nicht fehlen. Dieser wird mit Strohpuppen, Lichterketten und Gebäck geschmückt. Wie auch bei uns, ist der 24. Dezember der wichtigste Tag der Weihnachtszeit. Schweinfußsülze, Fisch in Cremesoße und Köttbullar sind beliebte Speisen für das „Julbord“, bevor die Bescherung unter dem Weihnachtsbaum stattfindet. Die Geschenke wurden liebevoll von dem „Jultomten“ platziert. Im Anschluss findet sich die ganze Familie in der Kirche zur Mitternachtsmesse ein, oder besucht am 25. Dezember die Frühmesse. Mit dem 13. Januar, dem Knutstag, an dem der gesamte Weihnachtsbaum „geplündert“ wird, endet die Weihnachtszeit.

 

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Weihnachten in Spanien

In Spanien spielt die Weihnachtslotterie, welche am 22. Dezember stattfindet, eine große Rolle. Der Hauptgewinn („El Gordo“) besteht aus einer beträchtlichen Summe Geld. Nach christlichem Glauben kamen die drei heiligen Könige am sechsten Januar nach Bethlehem und Beschenkten das Christkind. Dementsprechend geht die Weihnachtszeit in Spanien bis zum sechsten Januar. Am 24. Dezember findet sich auch in Spanien die Familie zusammen, um gemeinsam zu speisen. Am „Noche Buena“, so wird Heiligabend in Spanien genannt, wird häufig „Turron“ serviert. Eine Spezialität, bestehend aus Mandeln, Zucker, Honig und Eiern. Im Anschluss wird die Mitternachtsmesse besucht. Anders als in Deutschland und Schweden, wird in Spanien meist kein Weihnachtsbaum aufgestellt, sondern lediglich eine Krippe. Traditionell findet die Bescherung nicht an Heiligabend statt, sondern erst im neuen Jahr, am Tag der heiligen drei Könige. Am 28. Dezember wird dann der „Dia de los Santos Inocentes“ zelebriert. Vergleichbar ist dieser Tag mit unserem ersten April. Es ist der Tag der Heiligen Unschuldigen und es werden viele Streiche gespielt. Am fünften Januar findet in vielen Städten ein Umzug statt. Auf Kamelen reiten die heiligen drei Könige durch die Straßen. Spanische Kinder legen Brot und Wasser vor die Tür und bekommen als Dank am nächsten Tag Geschenke, oder im Falle von Unartigkeit ein Stück Kohle.

 

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Weihnachten in Großbritannien

Der englische Weihnachtsschmuck erinnert häufig an Dekoration für eine Geburtstagsparty. Viele bunte Girlanden und Luftschlangen werden im ganzen Haus aufgehängt. Auf dem Esstisch finden häufig sogar Partyhütchen und Tröten ihren Platz. Zur Feier des Tages wird in vielen Haushalten ein Truthahn serviert. Anschließend gibt es noch eine Kleinigkeit zu naschen – den Plumpudding. Jeden der jetzt an einen Pudding denkt, werde ich nachfolgend enttäuschen, denn es handelt sich nicht um einen Pudding, sondern um einen Kuchen, bestehend aus Rosinen und Nüssen. Das Highlight dieses Küchleins ist eine eingebackene Münze. Finder dieser Münze darf sich etwas wünschen.

Nachdem alle gut gesättigt sind, begibt sich die Familie in das Wohnzimmer, um ein Seil zu spannen, an dem sie ihre langen, weihnachtlich verzierten Socken aufhängen, die in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember von „Father Christmas“ mit Geschenken befüllt werden. Die Bescherung findet in England erst am Morgen des 25. Dezember statt. Am Nachmittag findet sich häufig die gesamte Familie im Wohnzimmer ein, um zusammen Weihnachtsfilme zu schauen. Am „Boxing Day“, dem 26. Dezember“, werden oftmals Freunde und Verwandte besucht. Mit diesem Tag findet in England die Weihnachtszeit ihr Ende.

Auch wenn jedes Land seine eigenen Bräuche und Traditionen hat, so ist eines nach dieser kurzen Einweisung in andere Bräuche klar – die Familie ist das Herzstück jedes Weihnachtsfestes!

 

Autorin: Jana Menke

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