Lerche Dialekt: heute Berlinerisch

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Wer kennt ihn nicht, den Berliner Dialekt. In Deutschland ist die Berliner Schnauze weit bekannt. Dabei ist vor allem der derbe, aber herzliche Humor der Hauptstädter gemeint. Mehrere hundert Jahre alt ist der Berliner Jargon und verändert sich dank seiner Bewohner stetig weiter.

Berlinerisch – eben nicht nur ein Dialekt

Dabei ist der Berliner Dialekt in Wahrheit kein Dialekt. Sprachwissenschaftlich gesehen handelt es sich nämlich um einen sogenannten „Metrolekt“, eine in großstädtischen Zentren aus einer Mischung vieler unterschiedlicher Mundarten entstehende Stadtsprache. Dadurch, dass Berlin schon recht früh eine bedeutende Handelsstadt war, siedelten sich viele verschiedene Bevölkerungsgruppen an – so auch unterschiedliche Nationalitäten, die ihre eigenen Worte und Redewendungen ins Deutsche mitbrachten.

So lassen sich dann auch verschiedenste sprachliche Einflüsse finden wie etwa Flämisch, Französisch, Polabisch (u.a. Polnisch sowie Tschechisch) und Jiddisch. Auch das Niederdeutsch der Mittelmark und das Osterländische fanden seinen Niederschlag in dem Metrolekt. Letzter Dialekt verbreitete sich in Berlin durch intensive Handelsbeziehungen mit der Stadt Leipzig.

Zwar existiert ein Brandenburg-Berlinisches Wörterbuch mit dem Wortschatz und der Grammatik der Berliner Mundart, doch gibt es keinen genauen Konsens zur schriftlichen Fixierung, da der Dialekt sehr individuell eingesetzt wird und oft stark variiert.

Berliner Lokalkolorit im Roman Alles außer irdisch von Horst Evers

Nicht nur in der Hauptstadt wird berlinert. Auch in dem Science-Fiction Roman von Horst Evers, seines Zeichens Kabarettist und Autor zahlreicher Berliner Geschichten, geht es nicht ohne die Mundart. Mit humoristischen Einlagen und großem sprachlichen Witz nähert sich Evers in seiner Gesellschaftssatire den großen und kleinen Themen Berlins und der Welt.

So wird in der Geschichte tatsächlich der Flughafen BER eröffnet. Unglaublich, aber wahr… allerdings nur für wenige Sekunden. Denn dann stürzt ein großes Raumschiff auf die Startbahnen und verhindert so das Abheben der ersten Maschine vom BER auf ihrem Jungfernflug nach New York. Und für Goiko Schulz, einem mehr oder minder erfolgreichen Mittdreißiger, beginnt die Reise seines Lebens. Zusammen mit der Fahrradkurierin Kira, einem alten russischen Zeitreiseforscher und zwei Außerirdischen sowie einem ausrangierten Raumschiff wird er zur letzten Hoffnung der Menschheit und soll mit einer Klage vor dem intergalaktischen Gerichtshof die Verschrottung der Erde verhindern.

Signora, das berlinernde Raumschiff

Hauptverkehrsmittel der ungleichen Truppe ist das verschlissene Nahverkehrsraumschiff „Signora“. Und die berlinert, was das Zeug hält und hört sich dabei an wie ein übellauniger Busfahrer der Berliner Verkehrsbetriebe.

Und das klingt dann so:

„So, die Herrschaftn, ick hoffe, ick störe jetze nich unjebührlich Ihre jepflegte Unterhaltung, aba ick hätte hier jetze denn doch mal ’n Problem, dit ooch für Sie vielleicht nich ohne Belang is.“

„Hier startet jar nüscht, solange die hintere Tür nich rischtisch zu is. (…) Und ick hab Zeit.“

Hat euch der Berliner Charme des Raumschiffs überzeugt? Dann wartet nicht auf die Eröffnung des BER. Schnappt euch stattdessen Evers komisch-satirischen Roman Alles außer irdisch (erschienen 2016 bei Rowohlt; ISBN: 978-3871348150).

Autorin: Saskia Liske

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