5 Gründe, warum Erwachsene Kinderbücher lesen sollten

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Kinderbücher sind nichts für Erwachsene. Oder ist der Name vielleicht doch nicht Programm?

„Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry gilt schon lange, auch für Erwachsene, als lesenswert. Die Botschaften sprechen Menschen jeden Alters an. Andere Kinderbücher werden jedoch meist sträflich vernachlässigt. Hier findet ihr Gründe, warum auch Erwachsene Kinderbücher lesen sollten und was wir vielleicht sogar daraus lernen können.

Grund #1: Die Nostalgie in Kinderbüchern

Kinderbücher bergen Erinnerungen, das steht außer Frage. An Tagen, an denen alles schiefläuft, kann ein Kinderbuch, wie eine warme Decke, Wunder wirken. Oft werden beim Blättern der Seiten Erinnerungen wachgerufen, von deren Existenz man gar nichts mehr ahnte. Auf einmal schwelgt man in Reminiszenz, wie man im Garten saß und von Kobolden und Räubern gelesen hat. Oder daran, wie die Eltern abends im Bett immer vorgelesen haben, selbst als man eigentlich alt genug war, um selbst zu lesen. Und hat man erst einmal damit angefangen, fällt es schwer, wieder aufzuhören.

Grund #2: Die Illustrationen in Kinderbüchern

Warum werden Bücher für Erwachsene eigentlich nicht illustriert? Wenn wir Sonderausgaben und Sammelbände einmal außer Acht lassen, dann findet man nur äußerst selten Illustrationen in „Erwachsenenbüchern“. Natürlich ist es wunderbar, der eigenen Fantasie freien Lauf lassen zu können. Bilder können jedoch auf einer ästhetischen Ebene ein ganz anderes Leseerlebnis bieten und unsere Vorstellungen maßgeblich beeinflussen.

Beispielsweise haben Illustratoren wie Ingrid Vang Nyman, Rolf Rettich und Katrin Engelking das Bild von Pippi Langstrumpf über Jahre hinweg grundlegend geprägt. Für viele ist es heute fast unmöglich, sich Pippi anders vorzustellen, als in dem Stil der Illustrationen der Bücher, die man als Kind gelesen hat und deren Worte sich durch kunterbunte Bilder visualisierten.

Grund #3: Die kleinen Dinge in Kinderbüchern

Wer ein Kinderbuch schreibt, der macht sich ohne Frage Gedanken um seine Zielgruppe. Und mehr noch als in anderen Genres, haben Autoren es hier mit einer Leserschaft zu tun, die es zu fesseln gilt. Das Schöne daran? Kinder lassen sich von so vielen Dingen in den Bann ziehen. Und so können uns Kinderbücher in Erinnerung rufen, wie wichtig es ist, einen Blick auf die Dinge zu werfen, die wir im Alltag sonst schnell aus den Augen verlieren. Frei nach dem Zitat „Don’t grow up, it’s a trap!“, können wir so bewusster und ein bisschen kindlicher durch den Tag gehen.

Grund #4: Die Fantasie in Kinderbüchern

Während man sich bei Fantasy-Romanen oft lang in eine Welt oder ein magisches System einlesen muss, wird das bei Kinderbüchern oft einfach übersprungen. Dafür sind ja die Bilder da. Wenn jemand zaubern kann, das ist das halt so. Es gibt Einhörner? Vollkommen klar. Mäuse führen ihre Leben wie wir und schlafen in Hochstockbetten? Nicht mal der Frage wert. Die Selbstverständlichkeit, mit der fantastisches in Kinderbüchern geschieht, ist erfrischend. Ein bisschen Fantasie kann schließlich nie schaden. Denn schon Peter Pan sagte „Nur die Fröhlichen, Unschuldigen und Herzlosen können fliegen.“

Grund #5: Der neue Blickwinkel in Kinderbüchern

Mit fünf Jahren hinterfragt man die Inhalte, Figuren oder Botschaften von Kinderbüchern nicht. Das können wir heute nachholen. Kinderbücher wieder zu lesen, bietet die Gelegenheit, Fragen zu stellen und kritisch zu sein. Werden wir nicht alle mit dem Alter weiser? Heute kann man mit einem größeren Horizont und dank all der Bücher, die man bereits gelesen hat, Dinge viel besser einordnen. Es lohnt sich, die Texte einmal mit prüfenden Blick zu lesen und sich zu fragen: Was soll mir als Leser oder Zuhörer vermittelt werden? Und was halte ich davon? Wird mit Stereotypen gearbeitet? Welchen Problemen müssen sich die Protagonisten stellen und wie lösen sie diese? Welche Charaktere haben eine Vorbildfunktion? Wollte ich früher einmal so sein? Wäre ich noch heute gerne so? Und unabhängig davon, wie das Ergebnis letztendlich ausfällt: Man kann auf jeden Fall etwas für sich mitnehmen.

Autorin: Paula Heinze

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