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Generation – Smombies. Wie Smartphones uns beherrschen.

Man sieht sie überall. Auf der Straße, in Cafes und Bars, in der Bahn oder sogar auf Partys – Smombies! Der Kopf ist nach unten geneigt, über dem grellen Licht der Smartphones. Sie nehmen ihre Außenwelt kaum bis gar nicht mehr wahr. Alles dreht sich nur um den kleinen rechteckigen Bildschirm, den sie vor sich halten. Das sind die sogenannten Smombies (Smartphone-Zombies). 

Seit es Smartphones gibt, werden sie immer wichtiger in unserem Leben. Durch die stetig neue Technologie beeinflussen sie unseren Alltag immer mehr. Ein Leben ohne Smartphone, heutzutage kaum mehr vorstellbar. Doch warum sind wir so süchtig danach und warum sind Smartphones für die meisten Menschen so ein essentieller Teil ihres Lebens? Ich habe meinen Smartphonekonsum selbst beobachtet und die Auswirkungen auf mich und meine Mitmenschen waren alarmierend.

Gleich morgens nach dem Aufwachen, greift man als Erstes nach seinem Handy, um Social Media zu checken oder Nachrichten zu beantworten. Vorher aufstehen – unmöglich. Man könnte ja etwas verpasst haben. Aus dem Haus gehen und bemerken, dass man sein Handy vergessen hat – HORROR! Dann lieber zu spät auf Arbeit oder in die Uni kommen, als das Smartphone zu Hause zu lassen. In der Bahn – überall Smombies, kaum jemand unterhält sich. Wäre ja auch komisch, einfach nur in einer Bahn zu sitzen und sich anzuschauen, dann lieber aus Verlegenheit sinnlos irgendetwas auf dem Bildschirm herumtippen. Es ist einfach schon Gewohnheit, es stets und ständig in der Hand zu haben. In den Niederlanden wurden sogar Lichtstreifen erfunden, die am Boden bei Fußgängerampeln angebracht sind, um die unachtsamen ,,Smombies” zu schützen, damit diese nicht bei Rot über die Straße laufen. Und auch deutsche Städte wie Köln und Augsburg führten die Lichtstreifen bereits ein. Ist das nicht erschreckend?

Die Sucht bestimmt über unser Verhalten.

Man hat die Möglichkeit, ständig auf Social Media online zu sein, also nutzt man sie auch. Das erscheint ähnlich wie bei anderen Suchtkranken, seien es Alkoholiker*innen oder Spielsüchtige. Handysucht ist mittlerweile eine offizielle Krankheit. Wie andere Suchtabhängige bekommen wir Glücksgefühle durch das Konsumieren der Droge, in diesem Fall unserer Handys. Wir erfahren durch Social Media Zuneigung und Anerkennung, positives Feedback und soziale Belohnung. Jeder Klick macht uns glücklicher, schüttet Endorphine aus und somit wollen wir immer mehr davon. Solange wir unser Handy immer in Griffweite haben, kommen wir zu nichts anderem. Unsere Konzentrationsfähigkeit nimmt durch den exzessiven Smartphonekonsum erheblich ab. Wir sind nicht mehr in der Lage, uns länger auf Dinge zu konzentrieren, wie ein Buch zu lesen oder einen Film zu schauen. Durch das ständige Scrollen auf den Social Media Kanälen, bekommen wir in Sekundenschnelle immer mehr neue Inhalte zur Verfügung und es gibt kein Ende. Während unser Wissensdurst immer weiter bedient wird, verlieren wir die Fähigkeit, uns auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren.

Eine intensive Smartphonenutzung kann uns psychisch krank machen.

Die permanente Smartphonenutzung macht anfälliger für Depressionen und unser Selbstbewusstsein wird geschwächt. Auf den sozialen Kanälen wird ein Idealbild porträtiert, alles ist schön, kaum etwas negativ. Natürlich gefällt uns das und wir tauchen gern in diese Welt ab, fernab von der Realität. Selbst unsere Haltung verändert sich. Wir sind die “Kopf-nach-unten- Gereration”. Die Position, die wir einnehmen, wenn wir unsere Handys benutzen und wie Smombies durch die Gegend laufen. Genau diese Haltung wird auch bei Trauer und Depression eingenommen, kein Wunder also, dass wir öfter traurig und deprimiert sind. Wir sind so süchtig, dass uns die ganzen Folgen gar nicht auffallen.                                                                                                                                                      

Wer kennt nicht diese Situation: Man ist mit jemandem unterwegs und diese Person holt plötzlich ihr Handy heraus. Was macht man instinktiv selbst? Man holt seins auch hervor. Du unterhältst dich mit jemanden, doch die Person ist während dem Gespräch ebenfalls mit ihrem Handy beschäftigt. Hast du dann das Gefühl, in diesem Moment die volle Aufmerksamkeit zu bekommen? Wohl kaum, wenn ihr Blick eher auf das Display ihres Handys schweift. Genau das sind unterbewusste Wahrnehmungen, wenn jemand in unserer Gegenwart sein Handy benutzt. Es macht uns in gewisser Weise traurig. Ebenfalls eine Situation, die ich selbst immer wieder erlebe, ist, wenn man mit jemanden in einem Restaurant sitzt und die andere Person geht zur Toilette. Was machst du? Du holst dein Handy heraus, anstatt einfach mal fünf Minuten Blicke durch den Raum schweifen zu lassen. Warum ist es für uns so unangenehm geworden, ein paar Minuten einfach mal nichts zu tun? Wann haben wir das verlernt? Wir bewegen uns wie Zombies durch den Alltag, gesteuert von unseren Smartphones. Wenn sich selbst schon unsere Umwelt und unsere Mitmenschen an dieses Verhalten anpassen, sollten wir dann nicht mal etwas Abstand nehmen? Sollten wir nicht versuchen, dieser Sucht zu entkommen? 

Gebt lieber mehr Acht auf eure Mitmenschen und euer Umfeld. Auch wenn die reale Welt nicht so perfekt und schön scheint, wie die fiktionale Welt der sozialen Medien, ist sie es dennoch wert, mehr beachtet zu werden. Und mal ehrlich, wer läuft schon gerne wie ein Smombie durch die Gegend? 

Autorin: Eileen Abe

Foto: Kopf-nach-unten-Generation ©pexels.com

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