Aufgeschlagen: Das weibliche Prinzip von Meg Wolitzer

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So richtig kam der Feminismus eigentlich erst vor drei Jahren bei mir an. Und das, wie sollte es auch anders sein, im klischeehaften Millennial-Stil durch Instagram. Doch mit dieser Erfahrung ging gleichzeitig viel Unsicherheit einher. Das ist eines der vielen Themen des Romans „Das Weibliche Prinzip“ von Meg Wolitzer.

Feminismus.

Das war und ist für mich mit Unsicherheit verbunden. Ich möchte mich bei Ungerechtigkeit wehren, weiß aber nicht wie, weil ich nicht zickig wirken will. Aber liegt nicht genau da das Problem? Meg Wolitzers Buch „Das weibliche Prinzip“ fängt genau dieses Gefühl zwischen den bunten Buchdeckeln ein. Aber das Buch will noch viel mehr und manchmal, das kann hier schon gesagt werden, auch zu viel. Es werden Fragen nach Macht, Erfolg und Wettbewerb gestellt und wie Frauen da hineinpassen. Es wird von dem Leben einer jungen Frau erzählt, die sich in einer Welt wiederfindet, die nicht in der Lage ist, ihr zu geben, was sie wirklich sucht. Denn was sie sucht, das weiß sie selbst noch nicht.

Worum geht es eigentlich?

Die junge Frau, von der das Buch handelt, Greer Kadetsky ist schüchtern und ehrgeizig. Sie beginnt ihr Studium statt in Yale in einem Durchschnitts-College, weil ihre Eltern bekifft ein Formular nicht richtig ausgefüllt haben. Dort vermisst sie vor allem ihren Freund Cory, der währenddessen in Princeton studiert. Die beiden sind ein Paar, aber gleichzeitig von Beginn an als Konkurrenten angelegt. Bei einer College-Veranstaltung hört Greer eine Rede von Faith Frank, einer charismatischen Altfeministin. Nach dem College findet sie einen Job bei der Stiftung von Faith Frank und wird dort bald erfolgreich. Doch so weit reicht die Glückssträhne auch, denn in Corys Leben geschieht eine Katastrophe, die ihn zwingt seinen Job aufzugeben um sich um seine Mutter und den Haushalt zu kümmern. Auch Greer sieht sich zunehmend mit Problemen in der Stiftung und ihren Beziehungen konfrontiert.

Was sind die Stärken und Schwächen?

In meinen Augen ist die entscheidende Frage des Romans: Was ist Feminismus und wie ist man eine gute Feministin oder ein guter Feminist? Greer bekommt im Verlauf des Romans die Chance, ihrer Freundin Zee einen Job in der Stiftung zu beschaffen. Doch sie lässt die Möglichkeit verstreichen. Handelt man so feministisch? In den Augen des Lesers sinkt Greer in der Achtung und Zee steigt je mehr man über sie erfährt. Doch gleichzeitig fühlt man mit Greer, weil sie sehr menschlich angelegt ist. Der Leser merkt, wie ihre Erfahrungen sie zu ihren Entscheidungen bewogen haben und kann sie, wenn er sie vielleicht auch moralisch verwerflich findet, dennoch nachvollziehen. Darin liegen die Stärken des Romans. Bei den kleinen Fragen. Bei den Nebencharakteren. Meg Wolitzer ist in der Lage, schwierige Situationen auseinanderzunehmen und sie dem Leser damit von einem neuen Blickwinkel aus zu zeigen. Nach der Hälfte des Romans werden zunehmend mehr Kapitel den anderen Protagonisten gewidmet, wovon der Roman eindeutig profitiert. Besonders die Perspektiven von Zee und Cory geben dem Roman die Tiefe, die er bei einem Umfang von fast 500 Seiten auch braucht. Das Problem ist jedoch, dass der Roman letztendlich zu viel will. Er will rückblickend und zukunftsweisend zugleich sein und überschlägt sich dadurch an den Fragen nach Erfolg und Macht. Beim Blick auf die Details und durch die von Metaphern gespickte Sprache, verliert er das große Ganze aus den Augen.

Was nehme ich mit?

Ein Gefühl von Sicherheit. Vielleicht ist nicht alles realistisch, was Meg Wolitzer in „Das Weibliche Prinzip“ beschreibt, aber es bleibt ein warmes Gefühl. Das Vertrauen, dass am Ende alles gut wird, auch wenn der Weg dahin nicht immer leicht ist. Vielleicht nehme ich auch mit, dass man immer zweifeln kann und auch soll. Dass Zweifeln heißt, dass man Fragen stellt und sich nicht mit dem Status Quo zufrieden stellt. Die Unsicherheit und das Zweifeln, das Greer verkörpert, gehören genauso dazu, wie das Vertrauen, dass sie am Ende erfüllt. Es ist ein Roman, der von Freundschaft, Feminismus, Loyalität, Liebe und dem Leben handelt. Trotz seiner Schwächen ist der Roman eine klare Empfehlung.

Meg Wolitzer: Das Weibliche Prinzip

Dumont

ISBN 978-3-8321-8424-7

496 Seiten

Übersetzung: Henning Ahrens

Autorin: Paula Heinze

Bild vom Cover: http://www.dumont-buchverlag.de/buch/wolitzer-das-weibliche-prinzip-9783832184247/

Lerche liest: Bücher, die … im Weltall spielen

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Wir haben doch schon alle einmal in den Nachthimmel geschaut und die schier unendliche Weite der Sterne bewundert. Habt ihr euch dabei auch mal gefragt, ob sich dort oben im Weltall vielleicht irgendwelche spannenden Geschichten abspielen? Genau können wir das natürlich nicht wissen, aber zum Glück gibt es Autoren, die für uns Geschichten im Weltraum zum Leben erwecken. Eine Auswahl der besten unter ihnen stellt Lerche Liest euch heute vor.

Illuminae – Amie Kaufman und Jay Kristoff

Kady dachte am Morgen noch, dass das schlimmste Ereignis des Tages die Trennung von ihrem Freund Ezra sein würde, doch da hat sie sich getäuscht. Am Nachmittag wird ihr Heimatplanet angegriffen. Die Bewohner des Planeten fliehen auf riesige Raumschiffe, die sie aus der Gefahrenzone bringen sollen. Dabei verlieren sich Kady und Ezra und gelangen auf zwei unterschiedliche Schiffe. Doch auch in den vermeintlich sicheren Raumschiffen kommen die beiden nicht zur Ruhe. Sie werden immer noch vom feindlichen Raumschiff verfolgt und dann kommt auch noch ein Virus hinzu, der sich in Windeseile ausbreitet und die Künstliche Intelligenz, die eigentlich alles im Griff haben sollte, fängt plötzlich an außer Kontrolle zu geraten.

Eine atemberaubende und spannende Geschichte, die aus Chatnachtrichten, Protokollen und Gesprächsmitschnitten besteht und somit dem Leseerlebnis noch eine ganz neue Dimension verleiht.

© dtv

Dtv

Hardcover, 608 Seiten, 19,95 €

ISBN: 978-3-423-76183-3

https://www.dtv.de/buch/amie-kaufman-jay-kristoff-illuminae-die-illuminae-akten-01-76183/

Der Marsianer – Andy Weir

Mark Watney ist mit seiner Crew auf dem weg zum Mars. In einem Moment, der Geschichte schreibt, betritt er als erster Mensch diesen Planeten. Doch während seines ersten Spazierganges gerät er in einen Sandsturm und verliert das Bewusstsein. Als er wieder zu sich kommt, ist seine Crew abgereist, da sie dachten, dass er in dem Sturm ums Leben gekommen ist. Die Atmosphäre des Planeten macht menschliches Leben geradezu unmöglich und Marks Leben scheint vorbei zu sein, doch es gelingt ihm Kontakt zur Erde aufzunehmen. Sofort werden Vorbereitungen getroffen, um Mark vom Mars zu retten, doch die lebenswidrigen Bedingungen auf dem Mars machen das Warten auf Rettung zu einem lebensgefährlichen Unterfangen

© Heyne

Heyne

Paperback, Klappenbroschur, 512 Seiten, 14,99€

ISBN: 978-3-453-31583-9

https://www.randomhouse.de/Paperback/Der-Marsianer/Andy-Weir/Heyne/e445571.rhd#info

Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten – Becky Chambers

Die junge Marsianerin Rosemary Harper heuert auf dem Raumkreuzer Wayfarer an. Die Crew des Raumschiffes kommt aus allen Ecken des Universums und ist ein bunter Haufen aus reptilienähnlichen Gestalten, Marsianern, aussterbender Arten und vielen mehr. Der Job des ramponierten Schiffes ist es, Wurmlöcher in den Weltraum zu bohren, um damit weit entfernte Galaxien miteinander zu verbinden und Rosemary ist sich sicher, dass das Leben auf dem Schiff absolut nicht glamourös werden wird. Als der Chef der Wayfarer allerdings den Auftrag annimmt, einen Raumtunnel zu einem Planeten zu bauen, auf dem eine kriegerische Spezies wohnt, wird die Reise auf dem alten Raumschiff zu einem großen Abenteuer.

© Tor

Fischer TOR

Taschenbuch, 544 Seiten, 9,99€

ISBN: 978-3-596-03568-7

https://www.fischerverlage.de/buch/der_lange_weg_zu_einem_kleinen_zornigen_planeten/9783596035687

Eine kurze Geschichte der Zeit – Stephen Hawking

In diesem Buch erklärt uns Stephen Hawking seine Theorien über die Entstehung des Universums und schwarze Löcher so, dass auch Leute, die keine Physiker sind seinen Gedankengängen folgen können. Außerdem beschäftigt sich Hawking mit der Frage, wie das Wesen der Zeit funktioniert und ist auf der Suche nach einer Weltformel für die Physik und Kosmologie. Das 1987 erschienene Buch hat diese Themen der Kosmologie so populär gemacht wie noch nie und ist auch heutzutage noch ein Buch, das sich zu lesen lohnt, wenn jemand etwas mehr über das Universum und dessen Entstehung erfahren möchte.

© rororo

rororo

Taschenbuch, 272 Seiten, 9,99€

ISBN: 978-3-499-62600-5

https://www.rowohlt.de/taschenbuch/stephen-hawking-eine-kurze-geschichte-der-zeit.html

Autorin: Milena Lohse

Lerche Leckerei

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Genießt Ihr die Sonnenstrahlen und die warmen Temperaturen der vorlesungsfreien Zeit? Wie wäre es in den letzten freien Wochen noch ein sommerlich frisches Rezept auszuprobieren? Für alle „Game of Thrones“ Fans und für die, die es noch werden wollen haben wir ein Rezept für das Lieblingsgericht einer Figur mit beeindruckender Charakterentwicklung: Sansas Lemon Cake.

Für das Rezept benötigt Ihr:

Muffinformen

3 Eier

160g Rohrzucker

140ml Mandelmilch

200g Mehl

Backpulver (eine halbe Tüte)

115g Butter

Zitronen (unbehandelt)

Vanilleextrakt oder Vanillezucker

Zitronenmarmelade

Und so geht’s:

Gebt die drei Eier in eine Rührschüssel und schlagt sie schaumig. Anschließend gebt ihr den Rohrzucker und die Butter hinzu. Verrührt alles miteinander. Am besten Ihr schmelzt die Butter schon im Vorhinein, dann verbindet sie sich besser mit den anderen Zutaten. Nun kommen ein Löffel Vanilleextrakt (oder alternativ ein Päckchen Vanillezucker) und die Mandelmilch dazu. Verrührt wieder alles miteinander. Als nächstes siebt ihr das Mehl und das Backpulver in die Rührschüssel mit den bereits gemischten Zutaten. Anschließend den Saft einer halben Zitrone und etwas abgeriebene Zitronenschale hinzufügen und fertig ist auch schon der Teig.

Denkt daran die Muffinformen gut mit Butter einzufetten bevor ihr jeweils einen Teelöffel Zitronenmarmelade in jede Form gebt und danach die Formen mit eurem Teig auffüllt.

Bei 180 Grad backen die Lemon Cakes ungefähr 30 bis 40 Minuten im Ofen. Lasst sie danach noch etwas abkühlen und serviert sie mit einer Zitronenscheibe.

Viel Spaß beim Nachbacken und Genießen wünscht Euch Eure Leipziger Lerche Redaktion!

Autorin: Melody Schieck

Der Lerche-Veranstaltungskalender für September

© Canva

Bald endet die freie Zeit und ein neues Semester beginnt. Doch bevor ihr euch wieder in den langweiligen Vorlesungssälen einfinden müsst, haben wir Veranstaltungsvorschläge für euch, bei denen ihr nochmal richtig Spaß haben könnt.

31.08.2018 – 21.09.2018

Stadtradeln 2018

Auch in diesem Jahr nimmt Leipzig wieder am Stadtradeln, dem bundesweiten Wettbewerb des Klima-Bündnisses teil. Alle Einwohner können sich anmelden und in diesem Zeitraum Rad- Kilometer für das eigene Team, sowie die Stadt sammeln.

Location: Leipzig

Monetos: keine Startgebühr

Web: https://www.leipzig.de/umwelt-und-verkehr/unterwegs-in-leipzig/fahrrad/stadtradeln/

01.09.2018

Tag der offenen Tür in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde

Bis 16 Uhr erwartet die Besucher der DZB ein großes Programm mit Führungen, Lesungen, Vorträgen und Mitmach-Aktionen. Bei Kaffee und Kuchen kann man der Live-Musik lauschen oder der Lesung des Tatort-Drehbuchautors Andreas Pflüger.

Beginn: 10 Uhr

Location: Deutsche Zentralbücherei für Blinde

Monetos: Eintritt frei

Web: https://blog.dzb.de/2018/06/11/der-tag-der-offenen-tuer/

07.09.2018

Tapetenwerkfest 24.0

Das Tapetenwerk öffnet wieder die Türen für Besucher. In den Räumen und im Innenhof werden neue Ausstellungen, Werkstätten sowie offene Ateliers präsentiert. Speis, Trank und Musik ist natürlich auch vorhanden.

Beginn: 17 Uhr

Location: Tapetenwerk Leipzig

Monetos: Eintritt frei

Web: https://www.leipzig-im.de/index.php?section=details&auswahl=veranstaltungen&auswahl2=114284&Volltext=Tapetenwerk

22.09.2018

Tag der offenen Tür des Gewandhausorchesters 2018

Taucht ein in die Welt der Musik mit Backstage-Führungen, moderierten Orchesterkonzerten und öffentlichen Proben des Gewandhaus-Kinderchors! Die jüngeren Besucher können die Instrumente hautnah erleben und Beim Schlagzeug-Workshop selbst ausprobieren. Für das leibliche Wohl ist selbstverständlich auch gesorgt.

Beginn: 10 Uhr

Location: Gewandhaus zu Leipzig

Monetos: Eintritt frei

Web: https://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/veranstaltungen-und- termine/eventsingle/calendar/2018/09/22/event/tx_cal_phpicalendar/hereinspaziert-tag-der-offenen- tuer-des-gewandhausorchesters-2018/

25.09.2018

Die bunte Welt der Fermentation

Bei dieser Vortragsreihe wird auch verkostet: „Mikroorganismen und die wundersame Welt der Fermentation“. Lisa Erdmann und Björn Vondran, vom Leipziger Zentrum für Fermentation, zeigen wie einfach es ist, gesunde Lebensmittel selbst herzustellen und saisonale Produkte ohne viel Zucker haltbar zu machen. Erkundung neuer Geschmackswelten inklusive.

Beginn: 19 Uhr

Location: Naturkundemuseum Leipzig Monetos: 15 € p.P.

Web: https://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/veranstaltungen-und- termine/eventsingle/calendar/2018/09/25/event/tx_cal_phpicalendar/die-bunte-welt-der- fermentation/

30.09.2018

Offene Ateliers Leipzig

Mehr als 100 Künstlerinnen und Künstler öffnen ihre Ateliers und laden auch herzlich zum selbst Ausprobieren ein. Von Malerei bis Performance ist alles vertreten und auch Musik ist mancherorts vorhanden.

Beginn: 14 Uhr

Location: verschiedene Veranstaltungsorte in Leipzig

Monetos: Eintritt frei

Web: http://offene-ateliers-leipzig.blogspot.com/

Autorin: Janka Diettrich

Lerche liest: Bücher von Stephen King

© Pixabay

Wer Horror und Thriller liebt, der ist bei dem amerikanischen Autor Stephen King gut aufgehoben. Nicht umsonst zählt der 1947 in Portland geborene Autor zu den meistgelesenen und kommerziell erfolgreichsten Autoren der Gegenwart mit über 400 Millionen verkauften Bücher, die in über 50 Sprachen übersetzt wurden. Bisher kennt ihr seine Romane nicht? Dann aufgepasst, denn Lerche Liest stellt euch welche vor!

 

Für Stephen King Neulinge: Carrie

© Bastei Lübbe

Als das erste veröffentlichte Werk von King ist Carrie ein typischer Roman von ihm. In dem dreihundertseitigen Horrorroman setzt sich King mit unheimlichen Ereignissen und dem Heranwachsen seiner Protagonistin Carrie auseinander. Die Außenseiterin wird in der Schule von ihren Mitschülern gehänselt und gedemütigt, bis sie und ihre Umgebung eines Tages nach dem Sportunterricht von mysteriösen Ereignissen heimgesucht wird.

Bald wird sich Carrie ihrer besonderen Kräfte bewusst und kann sich gegen die Verletzungen seitens ihrer Mutter und ihrer Mitschüler wehren. Nach und nach legt Carrie ihre Ängste ab und wird daraufhin sogar von einem Jungen zum Frühlingsball der Schule eingeladen.  Doch damit beginnen erst die schrecklichen Ereignisse…

 

 

Bastei Lübbe

Taschenbuch

318 Seiten

11,00 Euro

ISBN: 978-3-404-16958-0

https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/horror/carrie/id_3258766

Für Krimi- und Thrillerfans: Mr. Mercedes

Mit dem ersten Teil seiner Serie über den pensionierten Polizisten Bill Hodges und abgründigen Beschreibungen über Amerikas Mittelschicht schreibt King sich in den Krimihimmel. Alles beginnt in den frühen Morgenstunden auf einem Parkplatz in einer Großstadt im Mittleren Westen der USA, als sich Arbeitslose vor der Stadthalle zu Hunderten versammeln. Jeder will eine Arbeit finden – vom einfachen Arbeiter bis hin zur alleinerziehenden Mutter mit Baby auf dem Arm.

© Heyne

 

Der Anfang von Mr. Mercedes hat es in sich, als durch den Morgendunst ein Mercedes in die Menge rast und den eben noch Wartenden das Leben nimmt – und Bill Hodges den Täter nicht fassen kann. Noch Mona

te später quält diese Erkenntnis den Mann, bis er Post von Mr. Mercedes bekommt und er versuchen muss, den nächsten Anschlag des geisteskranken Killers zu stoppen.

 

 

 

 

 

Heyne (Random House)

Taschenbuch

14,99 Euro

ISBN: 978-3-453-41901-8

https://www.randomhouse.de/Paperback/Mr-Mercedes/Stephen-King/Heyne/e482113.rhd

Für Fortsetzungsfreunde: Doctor Sleep

Die lang erwartete und 2013 veröffentlichte Fortsetzung von dem 1977 erschienenen Shining erzählt die Geschichte von Danny Torrance weiter. In dem Horrorroman setzt sich Stephen King wie für ihn typisch mit schwierigen Familien- und Lebensverhältnissen auseinander.

Nach dem Tod von Dannys Vater Jack Torrance und der Zerstörung des Overlook-Hotels, wächst Danny ebenfalls mit der besonderen Gabe, dem Shining, auf. Allerdings hat er nicht nur dies von seinem Vater geerbt – auch die Alkoholsucht und ein schwieriges Verhältnis zu Menschen hindert ihm an seinem Glück. In wenigen Momenten bei seiner Arbeit als Sterbebegleiter verspürt er Frieden, wenn er mithilfe seiner Gabe, den Sterbenden letzten Trost spenden kann.

Auch das Mädchen Abra Stone besitzt das Shining. Ihre und Danny Torrence Wege kreuzen sich, als eine Sekte, auf der Suche nach Unsterblichkeit, das Mädchen in ihr Visier nimmt. Um Abra das Leben zu retten, muss Danny sich seinen Dämonen stellen und sein Shining scheinen lassen.

© Heyne

Heyne (Random House)

Hardcover

22,99 Euro

ISBN: 978-3-453-26855-5

https://www.randomhouse.de/Buch/Doctor-Sleep/Stephen-King/Heyne/e424193.rhd

Für Intellektuelle: Danse Macabre

© Heyne

Wer dachte, Stephen King könnte keine Sachbücher schreiben, der sei eines Besseren belehrt. Er lieferte bereits mehrere Sachtitel, unter anderem dieses Buch über die Verbreitung von Horror. Das Grundlagenwerk widmet sich in zwölf Kapiteln der Geschichte des Horrors in Literatur und Film vom viktorianischen Zeitalter bis heute.

Für alle, die wissen wollen, was den Meister des Horrors selbst inspiriert, ist der Anhang mehr als interessant. Hier gibt der Schriftsteller seine eigenen Empfehlungen von jeweils einhundert Filmen und Büchern im Bereich des Horrors, aus den Jahren 1950 bis 1980 stammend.

Heyne (Random House)

Taschenbuch

11,99 Euro

ISBN: 978-3-453-43573-5

https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Danse-Macabre/Stephen-King/Heyne/e350562.rhd

 

 

Autorin: Saskia Liske

Lerche Dialekt: diesmal Schwäbisch

Bodenständig, sparsam, herzlich, humorvoll und kulinarisch… Adjektive, mit denen die Schwaben gerne bedacht werden. Zwischen modernen Städten, Fachwerkhäusern und farbenprächtiger Landschaft können Besucher des Schwabenlandes viele schöne Ereignisse erleben. Eines davon bleibt sicherlich lange im Gedächtnis: die schwäbische Mundart.

Schwäbisch – ein besonderer Dialekt

Nicht nur die Dialektgruppe auch die Gegend – Schwaben – ist etwas Besonderes. Als ehemalig historisch-politischer Raum wird Schwaben heute etwa mit der Gegend zwischen dem Schwarzwald im Westen und dem Lech im Osten, dem Bodensee im Süden und dem südlichen Teil der Region Heilbronn-Franken im Norden gleichgesetzt.
Gesprochen wird Schwäbisch in verschiedenen, angrenzenden Regionen im deutschsprachigen Raum. Besonders ausgeprägt findet es sich im mittleren und südöstlichen Bereich Baden-Württembergs, im Südwesten Bayerns sowie im äußersten Nordwesten Tirols und unterteilt sich in West-, Mittel- und Ostschwäbisch. Die Dialektgruppe gehört linguistisch gesehen zu den alemannischen Dialekten und damit zum Oberdeutschen. Im Süden der Region (ab Sigmaringen) geht das Südwestschwäbische in das Bodenseealemannische über.

Einblicke in typisch schwäbische Regionalküche

Bubenspitzle
Wenn man sich mal dieses Gericht anschaut, weiß man, wieso die Schupfnudeln im schwäbischen Munde so genannt werden. Aber mit normalen Nudeln haben sie wenig zu tun, da es in der schwäbischen Küche vor allem Kartoffelrezepte sind. Traditionell werden sie mit Kraut gegessen, aber auch süß mit Apfelmus, Zimt und Zucker sind sie ein Genuss.

Herrgottsbscheißerle
Wer hätte gedacht, dass die Schwaben ihre Maultaschen so nennen. Doch der Name ist Programm, denn da während der Fastenzeit bis zum Ostersonntag traditionell kein Fleisch gegessen werden darf, wurde einfach das Fleisch einfach in den Maultaschen versteckt. So kann der liebe Gott eben nicht genau sehen, was gegessen wird.
Mittlerweile gehören die Maultaschen zu den traditionellen, schwäbischen Gerichten und werden auch an anderen Tagen verzehrt – und das in vielen verschiedenen Varianten. Ob geschmälzt, gebraten, in der Suppe oder sogar als Auflauf oder Salat. Man kann sie einfach immer essen!

Nonnenfürzle
Das Schmalzgebäck besteht aus einem luftigen Brandteig, weshalb sich wohl auch der Name Nonnenfürzle von den Darmwinden der Nonnen ableiten lässt, welche auch für die Herstellung des Gebäcks verantwortlich waren. Traditionell verspeist werden die kleinen, in Zucker gewendeten Gebäckkugeln nämlich zur Fastnacht.

Und wer noch mehr Interessantes über die schwäbische Küche erfahren will, dem sei das Kochbuch schwäbisch: Echt schwäbisch! ans Herz gelegt. Hier lassen wunderbare Rezepte aus dem Schwabenländle entdecken, nachkochen und genießen!

Wohl bekommt´s!

Simon Tress: Kochbuch schwäbisch: Echt schwäbisch! 85 Familienrezepte ausm Ländle. Mit guten Speisen wird nicht gegeizt im Heimatland der Spätzle. Authentische schwäbische Regionalküche, die glücklich macht. Christian Verlag GmbH 2016.

Der Lerche-Veranstaltungskalender für August

© Canva

Die Prüfungsphase ist endlich vorbei und der Urlaub steht vor der Tür. Aber auch für diejenigen, die bei diesen Rekord-Temperaturen noch nicht in die Semesterferien starten können, haben wir einige Ideen, um zwischendurch den Sommer zu genießen.

 

03.08. – 12.08.

Leipziger Markt Musik 2018

Die Musikstadt Leipzig startet in diesem Jahr ein neues Sommerfestival. Anfang August präsentieren Orchester, Bands, Artisten und Wortkünstler vor der Kulisse des Alten Rathauses ihr Können.

 

Beginn: jeden Tag um 11 Uhr

Location: Leipziger Marktplatz

Eintritt: frei

Web: https://www.leipziger-markt-musik.de/

 

06.08.

Konzert am Bachdenkmal

Jeden Montag im August bekommt man die Möglichkeit am Bachdenkmal Konzerte namhafter internationaler und nationaler Künstler zu lauschen. Es sind neun Konzerte von Bach bis Blues geplant. Ein Muss für alle Musikliebhaber!

 

Beginn: 19 Uhr

Location: am Bachdenkmal vor der Leipziger Thomaskirche (bei Regen in der Thomaskirche oder im Hildebrand & Partner Haus)

Eintritt: frei

Web: https://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/veranstaltungen-und-termine/eventsingle/calendar/2018/08/06/event/tx_cal_phpicalendar/konzert-am-bachdenkmal-24/

 

08.08.

Arabische Nächte – Geschichten aus 1001 Nacht

Bist du nach den Prüfungen total ausgelaugt und willst am liebsten ganz weit weg? Dann lass dich mit süßem Honiggebäck und Geschichten aus 1001 Nacht in den Orient entführen. Es wird auf Deutsch und Arabisch gelesen.

 

Beginn: 19:30

Location: Bibliothek Plagwitz „Georg Maurer“

Eintritt: frei

Web: https://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/veranstaltungen-und-termine/eventsingle/calendar/2018/08/08/event/tx_cal_phpicalendar/arabische-naechte-geschichten-aus-1001-nacht-2/

 

17.08.

Gefährliche Liebschaften

Das Ensemble „Gefährliche Liebschaften“ ist ein unterhaltsames Sommertheater vom Schauspiel Leipzig. Das Theaterstück nach dem gleichnamigen Roman gehört zu den Klassikern der Weltliteratur und handelt von verhängnisvollen Affären, sowie Intrigen der höfischen Rokoko-Gesellschaft kurz vor Ausbruch der Französischen Revolution.

 

Beginn: 19:30 (Einlass ab 18:30)

Location: Gohliser Schlösschen

Eintritt: 9 bis 22 € zzgl. VVK-Gebühr

Web: http://www.gohliser-schloss.de/html/kunst_theater.php

 

17.08. – 19.08.

Leipziger Wasserfest 2018

Zum 18. Mal können die Besucher anlässlich des Leipziger Wasserfestes mit Booten die Stadt vom Wasser aus betrachten. An allen Seen und Wasserstraßen werden interaktive Aktionen bereitgestellt. Weiterer Bestandteil sind Wasserspiele, die Bootsparade und das Entenrennen.

 

Location: verschiedene Veranstaltungsorte innerhalb Leipzigs

Eintritt: frei

Web: http://www.wasserfest-leipzig.de/start/

 

30.08.

300 Jahre sächsische Kaffeekulturgeschichte

Viele Sachsen können nicht auf ihren Kaffee verzichten. Ihr auch nicht? Dann ist diese Museumsführung genau das richtige für euch.

 

Beginn: 17 Uhr

Location: Museum „Zum Arabischen Coffe Baum“

Eintritt: frei

Web: https://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/veranstaltungen-und-termine/eventsingle/calendar/2018/08/30/event/tx_cal_phpicalendar/300-jahre-saechsische-kaffeekulturgeschichte-5/

 

Autorin: Janka Diettrich

Lerche liest: Bücher für … Filmliebhaber

© pixabay

Wer kennt es nicht: Man geht ins Kino, sieht einen Film und findet hinterher zufällig heraus, dass es eine Buchverfilmung war. Oft fragt man sich, ob man das Buch noch lesen soll, jetzt wo man den Film schon gesehen hat. Die Antwort ist ein eindeutiges: Ja! Und aus diesem Grund stellen wir euch heute ein paar Bücher vor, die man trotz einer Verfilmung unbedingt lesen sollte.

Nur drei Worte – Becky Albertalli

© Carlsen

Simon ist schwul, doch niemand weiß davon. Bis jetzt gab es nie einen Anlass das Geheimnis irgendjemandem anzuvertrauen, doch als Simon Blue über einen Chat kennenlernt wird alles anders. Die beiden gehen auf dieselbe Schule, doch wer wirklich hinter den Chat-Namen steckt, wissen sie beide nicht. Als die Mails der beiden in falsche Hände geraten, steht Simons Geheimnis kurz vor der Offenbarung. Was wird Blue sagen, wenn er herausfinden sollte wer Simon wirklich ist? Und was ist, wenn Simon sich in einen Jungen verliebt den er eigentlich noch nie getroffen hat?

Ein Buch, das nicht nur unheimlich süß zu lesen ist, sondern auch eine ganz wichtige Message verbreitet.

Carlsen

Hardcover, 320 Seiten, 16,99 Euro

ISBN: 978-3-551-55609-7

Mehr Infos unter: https://www.carlsen.de/jugendbuecher/hardcover/nur-drei-worte-nur-drei-worte-love-simon-/60116

Ready Player One – Ernest Cline

© Fischer TOR

Die Welt in der Wade Watts lebt ist ausgelaugt, überbevölkert und die Umwelt ist komplett zerstört. Deshalb leben die Menschen lieber in der virtuellen Realität, der Oasis. Hier können die Leute arbeiten, zur Schule gehen, sich mit Freunden treffen und nicht nur äußerlich genau die Person sein, die sie sein wollen.Als der Gründer der Oasis stirbt, hinterlässt er einen Wettkampf, dessen Sieger endlosen Ruhm,  Reichtum und die Kontrolle über die Oasis erhält. Die Menschen begeben sich in einen virtuellen Wettkampf und als der unscheinbare Wade den ersten Hinweis entdeckt, steht er plötzlich im Rampenlicht.

Mit zahlreichen Anspielungen auf Filme, Musik und Videospiele der 80er Jahre ist dieses Buch eine wahre Fundgrube an Details.

Fischer TOR

Taschenbuch, Filmausgabe,  544 Seiten, 9,99 Euro

ISBN: 978-3-596-70242-8

Mehr Infos unter: https://www.fischerverlage.de/buch/ernest_cline_ready_player_one/9783596702428

Wunder – P.J. Palacio

© dtv

August – oder Auggie wie er von allen genannt wird – ist nur fast ein ganz normaler zehnjähriger Junge ,denn er hat eine angeborene Gesichtsdeformation, die ihn zumindest äußerlich von den anderen Kindern seines Alters unterscheidet. Aufgrund zahlreicher Operationen in seiner Kindheit ist Auggie immer von seiner Mutter unterrichtet worden, doch jetzt soll er in die fünfte Klasse einer Schule kommen. Das einzige, was August will ist nicht aufzufallen, doch das gestaltet sich schwieriger als erwartet.

Ein Buch über Mut, Freundschaft und einen Jungen, der sich seinen Platz in der Welt erkämpfen muss und dabei unfassbar tapfer ist. Eine Geschichte, die keinesfalls nur eine Kindergeschichte ist, sondern ganz viel Tiefgang besitzt.

dtv (Reihe Hanser)

Taschenbuch, 448 Seiten, 9,95 Euro

ISBN: 978-3-423-62589-0

Mehr Infos unter: https://www.dtv.de/buch/raquel-j-palacio-wunder-sieh-mich-nicht-an-62589/

Autorin: Milena Lohse

Aufgeschlagen: „Herzschlag der Gewalt“ von Matthias Soeder

© pixabay

Als ich von einer ehemaligen Studentin der HTWK kontaktiert wurde und sie mir das Buch, den Inhalt und den Autor näher bringen wollte war ich anfangs sehr skeptisch. Der Klappentext wird dem Inhalt des Buches meiner Meinung nach nicht gerecht, denn der Leser erwartet schon fast einen 0815-Geheimagenten-Thriller mit etwas Action und Blut. Meine Kontaktperson beschrieb mir den Autor und die Hintergründe des Buches und letzten Endes bin ich neugierig geworden und wollte dem Buch eine Chance geben.

Zu dem Autor: Matthias Soeder hat die Schule des Schreibens absolviert und sein erstes großes Projekt „Herzschlag der Gewalt“ hat ihm keine Ruhe gelassen. Die Geschichte schlug Wurzeln in seinem Kopf, die so ein großes Durcheinander waren, dass der Autor die Handlungen erst einmal ordnen musste. Auch nach monatelangen Pausen und Rückschlägen, hat er sich nicht davon abbringen lassen, diesen Roman zu schreiben und dann selbst zu publizieren. Mein Interesse für das Buch läutete schlicht und einfach von der Person die dahinter steckt.

Worum geht es?

Das Buch steigt sofort brutal ein. Wir verfolgen einen Agenten in Kenia, 2010, dessen Tarnung ganz offensichtlich aufgeflogen ist. Er wird von seinen Peinigern in die Wüste gefahren, nachdem sie ihn übel zugerichtet haben und dort ausgesetzt. Der perfide Plan seiner Gegner geht auf: Ein Rudel Hyänen wittert seine Fährte, nimmt die Verfolgung auf und erledigt den Agenten schließlich, indem sie ihn bei lebendigem Leibe qualvoll auseinander reißen.

Danach springt die Handlung nach Deutschland und wir lernen eine der Hauptpersonen des Romans kennen: Alexander Hartmann. Sein Leben wird in allen Einzelheiten beschrieben und macht es dem Leser leicht, zu verstehen warum Alexander ist wie er ist. Er wird einige Umwege nehmen, bevor er seinen Job als Geheimagent annimmt. Alexander ist ein Charakter, der sein Wort hält und dem Gerechtigkeit sehr wichtig ist. Seine schwere Vergangenheit hat ihn sehr geprägt und er gehört der Sorte Mensch an, die lieber als Einzelgänger durch das Leben schreiten. Doch dann trifft er eine Frau, die sein Leben auf den Kopf stellt und für die er sein Leben ändern möchte. Doch bevor dies Wirklichkeit wird, zeigt das Schicksal sich von seiner grausamsten Seite.

Im weiteren Verlaufe des Buches wird eine zweite Person in den Mittelpunkt gerückt: Chibala. Auch ihn begleiten wir von Kindesbeinen an. Sein Leben beginnt in Mogadischu, Ostafrika. In einem Krisengebiet muss er täglich mit Tod und Leid umgehen und ein Schicksalsschlag zwingt ihn dazu die Stadt zu verlassen. Mit seinen letzten Kraftreserven flieht er in ein Flüchtlingslager. Dort angekommen lernt er Baakir kennen – die einzige Person, die ihm in seinem Leben etwas bedeuten wird.

Die Handlungsstränge springen zwischen Deutschland, Ostafrika, Kolumbien und dem arabischen Meer hin und her und der Roman spielt zwischen 1985 und 2010. Zwischendurch werden auch andere Personen die Geschichte aus ihrer Sicht mit Taten untermauern, aber Alexander und Chibala bleiben die wichtigsten Charaktere. Ihre Handlungen werden stetig spannend aufgebaut, bis sich überschneiden und aufeinander treffen. Was genau zwischen diesen beiden starken Männern, die einige Gemeinsamkeiten teilen, geschieht müsst ihr selber lesen.

Meine Meinung:

Mich hat das Buch definitiv überrascht. Die Handlung ist sehr gewaltig und wechselt häufig zwischen den Schauplätzen und Charakteren hin und her, aber dadurch bekommt der Leser einen besseren Draht zu Chibala, Alexander und den ganzen Machenschaften die sich abspielen. Das Buch sollte nicht nach seinem Klappentext beurteilt werden, denn dieser wird dem Buch bei Weitem nicht gerecht.

Matthias Soeder versteht es, den Leser mit einem guten Schreibstil zu unterhalten. Auch hat er ein Gespür dafür Spannung aufzubauen und Plot-Twists zu geeigneten, aber dennoch unerwarteten Zeitpunkten, einzuspeisen.

Natürlich gibt es hier und da Verbesserungsmöglichkeiten was den Schreibstil angeht, aber es ist ein Erstlingswerk und das sollte nicht vergessen werden. Auf einigen Blogs werden die romantischen Szenen kritisiert. Es sei offensichtlich, dass die Beschreibung dieser Szenen dem Autor unangenehm gewesen sei. Bedingt stimme ich dieser Meinung zu. Obwohl die Szenen handwerklich gut geschrieben sind, gehören sie nicht zu den Stärken Soeders, der sich besser darauf versteht Verschwörungen und brutale Szenen sehr bildlich und somit realistisch zu beschreiben. Ab den ersten 50 Seiten war ich in der Geschichte gefangen und konnte das Buch nur schwer zur Seite legen, daher ist dieses Erstlingswerk eine ausdrückliche Empfehlung. Zwar geht es des Öfteren sehr brutal zu, aber davon lebt der Roman auch zum Teil, denn meiner Meinung nach sollten solche Szenen, die in der Tat realen Bezug haben, nicht verharmlost werden.

© Matthias Soeder

 

 

Matthias Soeder: Herzschlag der Gewalt

ISBN 978-3-00-050876-9

TB, 430Seiten

13,90 €

 

 

 

Autorin: Jana Menke

Aufgeschlagen: Die Deutsche Buchhändler-Lehranstalt zu Leipzig

© Harrassowitz

Besprechung Reimar Riese: Die Deutsche Buchhändler-Lehranstalt zu Leipzig
Wiesbaden: Harrassowitz 2017
(Schriften und Zeugnisse zur Buchgeschichte 22)
ISBN 978-3-447-10831-7

Buchhändler sind keine verschnarchten Traditionalisten, vielmehr ist der deutsche Buchhandel seit jeher eine höchst mobile und engagierte Branche, die frühzeitig neue Handels- und Wirtschaftstechniken einführte und verbesserte – man denke nur an die Rationalisierung der Kommissionärsauslieferung (Verkehr über Leipzig mit Paketaustausch, Zettelbörse u.a.), die Entwicklung der Barsortimente bis zu den heutigen automatisierten und digitalisierten Kollationierungs- und Liefersystemen. Der Buchhandel war oft Vorreiter im Branchenwettbewerb. So ist es auch mit der buchhändlerischen Berufsausbildung, ein Bereich, der nach mühsamem Beginn schließlich Mitte des 19. Jahrhunderts im Gleichklang mit der allgemeinen Diskussion um die gewerbliche Fachausbildung zu einem systematischen Ansatz fand. Eine Grundlage dafür war die Gründung der Buchhändler-Lehranstalt zu Leipzig (BLA) im Jahre 1852. Die Entwicklung dieser Bildungsanstalt bis heute legt Reimar Riese dar – eine interessante Zeitreise durch die deutsche Buchhandelsgeschichte.

In 25 Abschnitten geht Riese – auf der Basis einer Diplomarbeit mit intensiver Quellenrecherche von Ines Klisch –  der Entwicklung nach. Es wird klar, dass es kein einfacher Weg war, belastet durch brancheninternes Desinteresse an besserer Ausbildung von Lehrlingen und Seiteneinsteigern, Zuständigkeitsquerelen sowie Finanzierungssorgen. Aber die private Anstalt – getragen vom „Verein der Buchhändler zu Leipzig“ – setzte sich durch, wenn auch ihre Existenz über die Jahre oft am seidenen Faden hing. Erst 1906 erfolgte mit Berufung des neuen Direktors Curt Frenzel ein „kleines Wunder“. Frenzel setzte einen kohärenten an der reformierten Berufsschulpädagogik orientierten Fachschulansatz unter dem Motto „Aus der Praxis für die Praxis“ durch. Diese Entscheidung erwies sich über die Jahrzehnte – auch in Zeiten unterschiedlicher ideologischer Ausrichtung – als tragfähig. Grundlage war die Drei-Säulen-Gliederung
– Berufsschule
– Berufsfachschule (bis zu Mittleren Reife),
– Fachschule.
Der handels- bzw. wirtschaftsorientierte Fachunterricht erhielt einen hohen Lehranteil. Anhand der Lehrpläne werden die Strukturen minutiös dargelegt. Aber auch andere für die gesellschaftliche Orientierung wichtige Themen werden behandelt, wie etwa der Anteil des Jungbuchhandels mit seiner spezifisch kulturpolitischen Ausrichtung, die die spätere Ausbildungsdiskussion erheblich beeinflusste.

1928 kam die BLA als Deutsche Buchhändler-Lehranstalt zu Leipzig (DBL) als sogenannte „Drittelschule“ in die Obhut des Börsenvereins der deutschen Buchhändler – getragen von diesem, dem Freistaat Sachsen sowie der Stadt Leipzig. Die Anstalt stand nun auf festen Füßen – dachten alle!

Aber mit dem Machtantritt der Nazis änderte sich vieles radikal. Riese schildert eingängig den Weg zur Gleichschaltung an der Schule sowohl in Bezug auf die Inhalte der Lehre als auch auf die Position der Lehrerschaft (diese war inzwischen weitgehend der NSDAP – beigetreten). Die Situation kulminierte in der Auseinandersetzung über die Rollen der neugegründeten „Reichsschule des Deutschen Buchhandels“ (Leiter Gerhard Schönfelder) und der DBL (Leiter Dr. Friedrich Uhlig). Letztlich liefen die beiden Schulen nebeneinander her, hier die eher ideologisch ausgerichtete Reichsschule, dort die DBL als sachlich orientierte Fachschule. (Doch bekommt man als Sohn des damaligen Leiters der DBL noch heute rote Ohren, wenn man den vom Vater vorgelegten Fachtext über die Rolle der Berufserziehung liest – sachlich ok, politisch verblendet).

Nach der Katastrophe des 2. Weltkriegs lag alles in Trümmern. Aber die Schule erlebte eine Wiederauferstehung, wiederum mit „Säuberungen“ und politischen Pressionen. Sieben Abschnitte des Buches widmet Riese der Geschichte der DBL in der SBZ/DDR von 1945-1990, ein in dieser Geschlossenheit bisher nicht behandeltes Thema. Interessant ist beim Weg von der wiedereröffneten DBL bis zur Umwandlung in die Betriebs-Berufsschule des Volksbuchhandels und nach der Wende der Rückwandlung zur Berufsschule im Verein mit anderen Ausbildungsbereichen die Kontinuität der fachlichen Lehrinhalte.

Riese hat einen grundlegenden Beitrag zur speziellen Buchhandelsgeschichte geliefert, der eingebettet in die zeitgeschichtlichen Rahmenbedingungen den Anteil der Deutschen Buchhändler-Lehranstalt zu Leipzig am beruflichen Bildungswesen eingängig deutlich macht.

Kritische Anmerkungen gibt es wenige: manche Wiederholungen, einige falsche Zuordnungen. Warum bleiben die Namen der DBL-LeiterInnen nach 1945 in der Liste auf Seite 211 ungenannt?

Autor:                    Prof. Dr. Christian Uhlig
ehem. Gründungsprofessor des Studiengangs Buchhandel/Verlagswirtschaft der
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur ( HTWK) Leipzig

Dieser Beitrag wurde uns von Prof. Dr. Uhlig zur Verfügung gestellt und erschien wenig verkürzt in: „Aus dem Antiquariat. Zeitschrift für Antiquare und Büchersammler“, NF 16, Nr. 2/2018, S. 101