Aufgeschlagen: Die Deutsche Buchhändler-Lehranstalt zu Leipzig

© Harrassowitz

Besprechung Reimar Riese: Die Deutsche Buchhändler-Lehranstalt zu Leipzig
Wiesbaden: Harrassowitz 2017
(Schriften und Zeugnisse zur Buchgeschichte 22)
ISBN 978-3-447-10831-7

Buchhändler sind keine verschnarchten Traditionalisten, vielmehr ist der deutsche Buchhandel seit jeher eine höchst mobile und engagierte Branche, die frühzeitig neue Handels- und Wirtschaftstechniken einführte und verbesserte – man denke nur an die Rationalisierung der Kommissionärsauslieferung (Verkehr über Leipzig mit Paketaustausch, Zettelbörse u.a.), die Entwicklung der Barsortimente bis zu den heutigen automatisierten und digitalisierten Kollationierungs- und Liefersystemen. Der Buchhandel war oft Vorreiter im Branchenwettbewerb. So ist es auch mit der buchhändlerischen Berufsausbildung, ein Bereich, der nach mühsamem Beginn schließlich Mitte des 19. Jahrhunderts im Gleichklang mit der allgemeinen Diskussion um die gewerbliche Fachausbildung zu einem systematischen Ansatz fand. Eine Grundlage dafür war die Gründung der Buchhändler-Lehranstalt zu Leipzig (BLA) im Jahre 1852. Die Entwicklung dieser Bildungsanstalt bis heute legt Reimar Riese dar – eine interessante Zeitreise durch die deutsche Buchhandelsgeschichte.

In 25 Abschnitten geht Riese – auf der Basis einer Diplomarbeit mit intensiver Quellenrecherche von Ines Klisch –  der Entwicklung nach. Es wird klar, dass es kein einfacher Weg war, belastet durch brancheninternes Desinteresse an besserer Ausbildung von Lehrlingen und Seiteneinsteigern, Zuständigkeitsquerelen sowie Finanzierungssorgen. Aber die private Anstalt – getragen vom „Verein der Buchhändler zu Leipzig“ – setzte sich durch, wenn auch ihre Existenz über die Jahre oft am seidenen Faden hing. Erst 1906 erfolgte mit Berufung des neuen Direktors Curt Frenzel ein „kleines Wunder“. Frenzel setzte einen kohärenten an der reformierten Berufsschulpädagogik orientierten Fachschulansatz unter dem Motto „Aus der Praxis für die Praxis“ durch. Diese Entscheidung erwies sich über die Jahrzehnte – auch in Zeiten unterschiedlicher ideologischer Ausrichtung – als tragfähig. Grundlage war die Drei-Säulen-Gliederung
– Berufsschule
– Berufsfachschule (bis zu Mittleren Reife),
– Fachschule.
Der handels- bzw. wirtschaftsorientierte Fachunterricht erhielt einen hohen Lehranteil. Anhand der Lehrpläne werden die Strukturen minutiös dargelegt. Aber auch andere für die gesellschaftliche Orientierung wichtige Themen werden behandelt, wie etwa der Anteil des Jungbuchhandels mit seiner spezifisch kulturpolitischen Ausrichtung, die die spätere Ausbildungsdiskussion erheblich beeinflusste.

1928 kam die BLA als Deutsche Buchhändler-Lehranstalt zu Leipzig (DBL) als sogenannte „Drittelschule“ in die Obhut des Börsenvereins der deutschen Buchhändler – getragen von diesem, dem Freistaat Sachsen sowie der Stadt Leipzig. Die Anstalt stand nun auf festen Füßen – dachten alle!

Aber mit dem Machtantritt der Nazis änderte sich vieles radikal. Riese schildert eingängig den Weg zur Gleichschaltung an der Schule sowohl in Bezug auf die Inhalte der Lehre als auch auf die Position der Lehrerschaft (diese war inzwischen weitgehend der NSDAP – beigetreten). Die Situation kulminierte in der Auseinandersetzung über die Rollen der neugegründeten „Reichsschule des Deutschen Buchhandels“ (Leiter Gerhard Schönfelder) und der DBL (Leiter Dr. Friedrich Uhlig). Letztlich liefen die beiden Schulen nebeneinander her, hier die eher ideologisch ausgerichtete Reichsschule, dort die DBL als sachlich orientierte Fachschule. (Doch bekommt man als Sohn des damaligen Leiters der DBL noch heute rote Ohren, wenn man den vom Vater vorgelegten Fachtext über die Rolle der Berufserziehung liest – sachlich ok, politisch verblendet).

Nach der Katastrophe des 2. Weltkriegs lag alles in Trümmern. Aber die Schule erlebte eine Wiederauferstehung, wiederum mit „Säuberungen“ und politischen Pressionen. Sieben Abschnitte des Buches widmet Riese der Geschichte der DBL in der SBZ/DDR von 1945-1990, ein in dieser Geschlossenheit bisher nicht behandeltes Thema. Interessant ist beim Weg von der wiedereröffneten DBL bis zur Umwandlung in die Betriebs-Berufsschule des Volksbuchhandels und nach der Wende der Rückwandlung zur Berufsschule im Verein mit anderen Ausbildungsbereichen die Kontinuität der fachlichen Lehrinhalte.

Riese hat einen grundlegenden Beitrag zur speziellen Buchhandelsgeschichte geliefert, der eingebettet in die zeitgeschichtlichen Rahmenbedingungen den Anteil der Deutschen Buchhändler-Lehranstalt zu Leipzig am beruflichen Bildungswesen eingängig deutlich macht.

Kritische Anmerkungen gibt es wenige: manche Wiederholungen, einige falsche Zuordnungen. Warum bleiben die Namen der DBL-LeiterInnen nach 1945 in der Liste auf Seite 211 ungenannt?

Autor:                    Prof. Dr. Christian Uhlig
ehem. Gründungsprofessor des Studiengangs Buchhandel/Verlagswirtschaft der
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur ( HTWK) Leipzig

Dieser Beitrag wurde uns von Prof. Dr. Uhlig zur Verfügung gestellt und erschien wenig verkürzt in: „Aus dem Antiquariat. Zeitschrift für Antiquare und Büchersammler“, NF 16, Nr. 2/2018, S. 101

Der Lerche-Veranstaltungskalender für Juli

© pixabay

Da die Tage wieder wärmer werden, möchte man seine Zeit draußen verbringen anstatt in der Uni zu sitzen. Fakt ist aber, die ganze Zeit nur rumliegen oder sich wohl oder übel an den Schreibtisch setzen um zu lernen wird irgendwann langweilig. Deshalb haben wir für euch die besten Prokrastinationsveranstaltungen im Juli zusammengestellt.

07.07. – 08.07.
Graphic Days Leipzig #1

Dieses Jahr kommt das große Kunstfestival aus Berlin erstmalig nach Leipzig. Eingeladen sind 50 nationale und internationale Grafiker*innen, Illustrator*innen, Siebdrucker*innen und Künstler*innen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. An diesem Wochenende könnt ihr sowohl Arbeiten der Künstler anschauen als auch erstehen. Hier gibt es Siebdruck-Plakate, bunte T-Shirts, Unikate, Bilder sowie zahlreiche grafische Werke. Begleitet wird das Ganze von verschiedenen Aktivitäten: Ausstellungen, Live Painting und DJs. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt sein.

Eintritt: frei
Location: Werk 2 in Connewitz
Web: https://www.werk-2.de/programm/2018-07-07_graphic_days_leipzig

06.07. -15.07.
Hörspielsommer 2018

Wer den Sommer lieber im Park verbringt, kann das beim Leipziger Hörspielsommer
im Richard-Wagner-Hain tun. Der Hörspielsommer ist deutschlandweit das größte
Festival für Hörspielkunst. Gezeigt oder vielmehr gehört werden Hörspiele für Kinder
und Erwachsene. Des weiteren werden Hörspielwettbewerbe ausgerichtet. Zu sehen gibt es das Live-Programm des Festivals mit ausgesuchten Lesungen, Konzerten und Live-Performances. Das am Elsterflutbecken gelegene Festivalgelände bietet viel Platz für Picknickkörbe, Decken und Sonnenschirme. Ob man also alleine kommt und in der Gemeinschaft gespannt lauscht oder lieber mit Freunden das Wetter genießt, der Platz ist auf jeden Fall geboten.

Location: Richard-Wagner-Hain
Eintritt: frei
Web: https://hoerspielsommer.de

13.07. – 21.07. Christopher-Street-Day 2018

Zum diesjährigen CSD in Leipzig wird wieder in allen Farben des Regenbogens
gefeiert. Zahlreiche Veranstaltungen geben einen Einblick in die Vielfalt aller menschlichen Liebes- und Lebensformen. Mit Veranstaltungen, Lesungen, Podiumsdiskussionen, Kinovorstellungen, Stadtrundfahrten bis hin zu Partys zeigt der Leipziger Christopher- Street-Day seine Kreativität und Vielfalt. Lasst euch aufklären, unterhalten oder setzt ein Zeichen im Kampf gegen Homophobie und Transphobie.

Location: ganz Leipzig
Web: https://www.csd-leipzig.de

27.07. – 12.08. Leipziger Sommer – Kleinmesse 2018

Schon seit 110 Jahren findet alljährlich die Leipziger Kleinmesse statt. Eröffnet und geschlossen wird die Messe mit einem großen Feuerwerk. Erleben kann man viele Fahr-, Lauf- und Versorgungsgeschäfte des großen Leipziger Schaustellervereins. Wer sich also den Duft nach Zuckerwatte, Kräppelchen, Waffeln und gebrannten
Mandeln nicht entgehen lassen will, der kann sich auf dem Messegelände am Cottaweg im bunten Treiben wieder wie ein Kind fühlen.

Location: Messe – Gelände am Cottaweg
Feuerwerk: am 28.07. Eröffnungs- und am 11.08. Abschlussfeuerwerk
Eintritt: frei
Web: http://www.leipziger-kleinmesse.net/inhalt/index.php

Autorin: Paula Heinze

Lerche liest: Sommerliche Urlaubslektüre

Lerche liest: Sommerliche Urlaubslektüre

© pixabay

Na, habt Ihr schon die Koffer gepackt? Liegen Flug- und/oder Festivaltickets bereit? Das Auffrischen der Fremdsprachenkenntnisse reicht vielleicht noch für ¡Otra cerveza, por favor!” (dt. Noch ein Bier, bitte!), sollte Malle euer Ziel sein. Wir träumen uns auch schon in die Post-Prüfungsphase, wo die langen Nächte zum Tanzen und nicht zum Lernen genutzt werden. Egal ob Ballermann, Bayrischer Wald  oder Balkonien – wir schicken Euch literarisch schon mal in den (wohlverdienten) gedanklichen Urlaub!

„Ohne ein einziges Wort“ von Rosie Walsh

© Goldmann

 

Es könnte nicht schöner sein: Sarah trifft auf Eddie und sie wissen beide, dass es die große Liebe ist. Nur sieben Tage braucht es und die frisch geschiedene Sarah ist Hals über Kopf verliebt. Eddie versichert ihr, er fühlt genauso, er will eine Zukunft mit ihr. Und dann kommt es ganz anders – Eddie fliegt in den Urlaub und ab da meldet er nicht mehr. Aufgewühlt sucht Sarah Trost bei ihren Freunden und die sind sich sicher: für Eddie war es nur eine kurze Sommerromanze. Sie fängt an nachzuforschen, halb verrückt vor Liebeskummer, und dann kommt sie Eddie und seinem Geheimnis immer näher. Was zunächst nach klischeehafter Lovestory klingt, überrascht durch eine unerwartete Wendung. Ein Roman bei dem man so einige Male ins Schmunzeln kommt.

 

 

Goldmann (Random House)

Taschenbuch, 528 Seiten, 9,99 Euro

ISBN: 978-3-442-48738-7

Mehr Infos unter: https://www.randomhouse.de/Rosie-Walshs-Debuetroman-/aid78944.rhd#Home

 

„Mein Sommer auf dem Mond“ von Adriana Popescu

© Cbt

 

Manche Jugendliche verbringen ihren Sommer im Ferienlager, doch wenn man eine Macke hat, dann landet man auch schon mal in einem psychiatrischen Zentrum. Und das ausgerechnet auf Rügen, wo alle um einen herum Urlaub machen dürfen. Die Astronauten wie sie als Gruppe genannt werden: Fritzi, Bastian, Tim und Sarah könnten sich besseres vorstellen als mit lauter gleichaltrigen Freaks über ihre Probleme zu reden. Die vier kommen aus verschiedenen Welten, doch ihr gemeinsamer „Sommer auf dem Mond“ macht sie zu Verbündeten. Als Leser kommt man ihnen sehr nah, fühlt ihre Ängsten und Krisen – eine sehr bewegende Geschichte, über das Gefühl auseinander zu fallen und doch wiedergefunden zu werden.

 

 

Cbt (Random House)

Paperback, 400 Seiten, 13,00 Euro

ISBN: 978-3-570-31198-1

Mehr Infos unter: https://www.randomhouse.de/Paperback/Mein-Sommer-auf-dem-Mond/Adriana-Popescu/cbj-Jugendbuecher/e528454.rhd

 

„Wir leben hier, seit wir geboren sind“ von Andreas Moster

© Eichborn

 

Es kommt ein Mann in das kleine Dorf in den Bergen „und dreht die Steine um und die Köpfe der Mädchen.“ Der Fremde soll feststellen, ob sich der Steinbruch dort noch lohnt. Die kühlen Bewohner leben von dem Kalkabbau und müssen zusehen wie ihr Dorf bröckelt und langsam stirbt. Eine Gruppe von Mädchen ahnt, dass der Teufel diesen Sommer Unheil über sie bringen wird. Sie kennen nichts anderes als ihr Dorf und dann überschlagen sich die Ereignisse. Eine in Maßen zu genießende Erzählung mit markantem Sprachstil. Die dichten Momentaufnahmen lassen viel Raum für Interpretation, doch dadurch wird es nur umso besser und beunruhigender.

 

 

 

Eichborn (Bastei Lübbe)

Hardcover, 176 Seiten, 18,00 Euro

ISBN: 978-3-8479-0627-8

Mehr Infos unter: https://www.luebbe.de/eichborn/buecher/sonstige-belletristik/wir-leben-hier-seit-wir-geboren-sind/id_5803612

Autorin: Danielle Schneider

Aufgeschlagen: Buch-Rezension

© https://www.woistnorden.de/

Die Jugendliebe zur eigenen Schwägerin und ein Außenseiter in der eigenen Familie: diese problematische Ausgangsituation prägt den Ich-Erzähler Niketsch, der von dem Leben seiner Familie in den 1990ern berichtet. Der Debütroman thematisiert die Aufbruchstimmung der Nachwendezeit sowie die Gefühle von jemanden, der diesen Aufbruch zwar miterlebt aber kein Teil davon ist.

Worum geht’s eigentlich?

Die Geschichte beginnt 1993 als der Erzähler der Familie seines Bruders hilft ein altes Gutshaus in einem kleinen Dorf zu renovieren, um sich von seiner stagnierten Doktorarbeit abzulenken. Dieses Haus wird das neue Heim für drei Generationen der Familie.

So bildet sich auch für Niketsch ein neuer Zufluchtsort, der jedoch gleichzeitig so viel Schmerz wie Trost bietet. Denn die Beziehungen der Erwachsenen sind geprägt und belastet von dem Vergangenen und Unausgesprochenen. So sind die Brüder entfremdet, da die Gefühle zwischen Niketsch und seiner Schwägerin Marlene nie ganz überwunden wurden. Und die Großeltern können die Lebensweisen ihrer Kinder nicht nachvollziehen. Was sich bei der Großmutter, Rita, in übertrieben herrischen Verhalten und bei ihrem Mann, Pavel, Lakonie äußert. Nur zu seinen beiden Nichten und seinen Neffen hat der Erzähler eine ausschließlich liebevolle Beziehung.

Das Gutshaus und darin befindlich Café zieht über die Jahre Menschen an, die ein Teil des Lebens in Plenskow werden. Und während die Zeit vergeht, erlebt Niketsch wie sich festgefahrene Beziehungen und Einstellungen ändern oder Änderungen hervorrufen.

Aufbruch nach der Wende

“Wo ist Norden” chronisiert ein Jahrzehnt Familiengeschichte aus der Perspektive des ältesten Sohnes. Dabei zeigt das Buch feinfühlig, was es heißt sich aus dem engsten Kreis ausgeschlossen zu fühlen. Es ist eine ungeschönte Darstellung der vielen kleinen Verletzungen und Unsicherheiten innerhalb einer Familie.

Gleichzeitig ist es trotzdem klar, dass insbesondere Niketsch Kränkungen erfährt aufgrund der Rolle, die er für sich in der Familie geschaffen hat. Die Hoffnung auf eine erneute Chance mit seiner großen Liebe hat dazu geführt, dass er sein Leben innerhalb und außerhalb der Familie zum Stillstand brachte. Eine berufliche Laufbahn, die nicht vorankommt und kein soziales Leben, lassen ihn vereinsamen und verbittern. Erst im Laufe der Geschichte lernt Niketsch sich auf andere Dinge, als seine Wunschvorstellung, zu besinnen und sich dadurch von dieser zu lösen.

Das Buch ist in seinem Kern eine Erzählung davon, warum man sich nach Familie und zu Hause sehnt. Niketsch zieht es immer wieder zurück nach Plenskow, da dort die für ihn wichtigsten Menschen sind. Selbst wenn diese sich gegenseitig oft frustrieren. Zugleich wird aber auch die Notwendigkeit, ein eigenständig Leben zu führen, aufgezeigt. Denn erst als Niketsch sich persönlich und beruflich weiterentwickelt, schafft er es besser zu verstehen und verstanden zu werden.

„Wo ist Norden“ von Barbara Handke

erschienen bei Books on Demand

ISBN 978-3-7460-6758-2

Paperback, 308 Seiten

Autorin: Annekatrin Franke

Lerche Dialekt: heute Hessische Mundart

© pixabay

„Wenn der Käs‘ gesse is, isser gesse!“

Heute widmet sich Lerche Dialekt der hessischen Mundart und blickt dabei sogleich Differenzierungsproblemen ins Auge: Während der einfachsten Vorstellung nach wohl schlicht jedem der sechzehn deutschen Bundesländer eine eigene dialektale Färbung zuzuordnen ist, geht diese Einschätzung natürlich in Wahrheit an den geographischen Grenzziehungen vorbei.

Was ist Hessisch?

Der hessische Dialekt ist dabei zunächst in eine nord- und eine südhessische Variante zu unterscheiden, deren Gemeinsamkeit zum Beispiel im fehlenden Übergang von <p> zu <pf> besteht. Wodurch die Äpfel zu Äppeln (bzw. genauer Äbbeln oder sogar Ebbeln) werden und woraus sich die charakteristische Aussprache des hessischen „Nationalgetränks“ Äbbelwoi ableitet. Mindestens ebenso bekannt dürften die Hessen für den ihnen eigenen, galanten Verzicht auf das <ch> zugunsten des <sch> sein.

Dieser ist häufig in Kombination mit einem tendenziell geringen Bewusstsein für die eigene Dialektverwendung anzutreffen, sodass der Verfasser des vorliegenden Artikels schon des Öfteren, dem folgenden gleichende, Dialoge zwischen Hessen und Nicht-Hessen mit anhören durfte: „Du bist aus Hessen, richtig?“-„Wie hast du denn das erkannt? Isch schpresch doch ganz normal!“

Um an dieser Stelle zurück zur eingangs angeführten Grenzziehungsproblematik zu kommen: Mit einem Nordhessen hat der gemeine Südhesse der eigenen Auffassung nach in etwa so viel gemeinsam, wie mit einem Nordfriesen. Zwischen Frankfurt am Main – dem Herzstück der südhessischen Region – und Kassel liegt mit dem Taunus immerhin ein ganzes stattliches Gebirge nebst diversen zu vernachlässigenden Nicht-Städten wie Marburg, Fulda und Gießen.

Ein süddeutsches ist das südhessische Selbstverständnis jedoch ebenfalls nicht! Einwürfe, ich sei ja dann ebenfalls Süddeutscher, seitens gerade neu kennengelernter Schwaben und Bayern haben mich, als gebürtigen Frankfurter, nach meinem seinerzeitigen Umzug in die Hansestadt Hamburg jedenfalls hochgradig irritiert. Frankfurt am Main, das liegt wohl bitte schön direkt in der Mitte, schlicht „im Herzen von Europa“ wie es im bekannten Fußballfangesang der altehrwürdigen Eintracht besungen wird – und im Herzen Deutschlands sowieso. (Ausschließlich Nicht-Hessen kämen übrigens jemals auf die Idee, in einem entsprechenden Gesprächszusammenhang zu fragen, welches(!) Frankfurt denn gerade gemeint sei.)

Hessische Lebensphilsophie pur

Ein weiterer anekdotischer Einschub sei an dieser Stelle gestattet, mit dem wir kurz beim Fußball verweilen. Was unter anderem deshalb passend scheint, da der dem Südhessischen wohl am meisten verbundene Autor der Gegenwart, nämlich Andreas Maier, in einem Interview mit seinem Verleger Raimund Fellinger zum Besten gegeben hat, er neige dazu nur über zwei Institutionen in der Wir-Form zu sprechen: Den Frankfurter Suhrkamp Verlag, der ihn glücklicherweise verlegt, und „seinen Verein“, die Frankfurter Eintracht.

Dragoslav Stepanovic, genannt „Steppi“, der damalige Trainer eben dieser Mannschaft, antwortete übrigens, als seine Truppe die deutsche Bundesligameisterschaft des Jahres 1992/93 am letzten Spieltag denkbar knapp verpasst hatte, und er in Interviews mit Fragen dazu, wie denn mit dieser Tragödie nun umzugehen sei, in die Mangel genommen wurde, denkbar trocken: „Läbbe geeeht weida.“

Hierin findet sich in wundervoller Verdichtung die Lebensphilosophie der gesamten Südhessischen Region. Das stoische Selbstbewusst einer um diejenige deutsche Stadt herum gebauten Region, die mehrmals versucht hat, deutsche Hauptstadt zu werden, es aber in den jeweiligen historischen Situationen, trotz guter Gründe, nie wurde. Und deren Menschen, die zwar wissen, dass sie wohl nicht die Wichtigsten im ganzen Land sind; dafür aber sehr genau wissen wer sie sind. Daher liest man etwa im – humoristisch gemeinten – hessischen Grundgesetz folgerichtige Weisheiten wie „Bevor isch misch uffreesch, isses mir lieber egal“ oder „Wann’s Griessbrei rechent, muss mer n Löffel zum scheppe habbe.“ – Kleine in Worte gegossene Sternstunden pragmatischer Lebensart.

Hessens Devise Leben und Leben lassen!

Besonders stolz ist der gemeine Frankfurter folglich auch darauf, dass seine Stadt, deren Anteil an Bevölkerung mit Migrationshintergrund schon lange über 50% liegt, wirtschaftlich und im sozialen Zusammenleben trotzdem funktioniert. So konstatierte etwa die ZEIT: „Nirgendwo in Deutschland ist der Ausländeranteil so hoch wie in Frankfurt – eigentlich ein Thema für die AfD. Doch nicht einmal sie selbst erwartet hier Wahlerfolge.“

Kein großes Wunder! Denn die Devise Leben und Leben lassen! zeigt sich, da Sprachverwendung ja immer auch Spracheinstellungen widerspiegelt, schon im Dialektalen und fängt dort, wie üblich, am Anfang an: bei der Begrüßung. Die dafür verwendete Standardformel „Ai, Guuuude, wie?“ bedeutet im Hochdeutschen in etwa „Hallo, mein/e Liebe/r, wie geht es dir?“ und kann den erwähnten Hang zu Pragmatismus und ruhiger Effizienz offensichtlich nur unzureichend verbergen. Legitime Antworten sind in der Regel: „Prächtisch“ oder „Subber!“ (gut/hervorragend) oder, in schlechteren Lagen, „Als so weider. Es muss ja!“ (Schlecht, aber was soll man machen? Es wird sowieso wieder.)

Da wir schließlich im Lerche Dialekt gerne auch immer örtliche Literatur empfehlen, sei, neben dem erwähnten Andreas Maier, zum Abschluss auf einen der Haus- und Hofdichter des Frankfurterischen hingewiesen. Den aus den Reihen der humoristischen Neuen Frankfurter Schule stammenden F.W. Bernstein, dessen wohl bekanntester Reim ein erneutes Plädoyer liefert, den Windigkeiten und Windungen des Lebens allzeit in aller gebotenen Gemütlichkeit zu trotzen: „Die größten Kritiker der Elche, waren früher selber welche.“

Autor: Christian Bartl

Der Lerche-Veranstaltungskalender für Juni

©Danielle Schneider

Habt Ihr die letzten Tage in überhitzten Hörsälen oder Büros gesessen, mit Fluchtinstinkt nach Abkühlung? Oder vielleicht lagt Ihr am Cospudener See und habt Euch den ersten anerkennungswürdigen Sonnenbrand geholt? Ob wir im Juni weiterhin so prächtiges Sommerwetter genießen dürfen, weiß nur der Wetterfrosch. Doch für welche Veranstaltungen es sich lohnt Hörsaal, Büro und sogar den See zu verlassen, das darf Euch schon mal vorausgesagt werden.

01.06. – 03.06.2018
Leipziger Stadtfest 2018

Besser als mit einem großen Fest kann der Juni gar nicht beginnen! Leipzig feiert sich selbst und verwandelt die Innenstadt zum Festival. Auf vier Bühnen wird den Besuchern ein bunt gemixtes Musikprogramm geboten. Eines der Highlights des Jahres für alle, die Ihre #leipzigliebe zeigen wollen. Plus: Oli P. bringt ein Stück 90er Jahre mit

Location: Leipziger Innenstadt
Eintritt: frei
Web: https://www.leipzigerstadtfest.de/

 

10.06.2018
POW WOW Festival 2018

Für wen das Stadtfest musikalisch nicht die richtige Veranstaltung war, der wird schließlich beim POW WOW Festival das Tanzbein schwingen. House und Techno DJs werden Euch mit einem kleinen, aber feinen Line-up den Tag verschönern. Auf dem Open Air Gelände findet Ihr unter anderem Street Food Stände und einen Bastel-Workshop.

Beginn: 12 Uhr
Festivalgelände: Innenhof Täubchenthal
Online Tickets: ab 21,45 €
Web: https://www.taeubchenthal.com/veranstaltungen/powwow2018/

15.06. & 16.06.2018
Theater: Leinen los! Eine Kreuzfahrt mit Hindernissen

Die Kulturfabrik Leipzig macht sich mit ihrem siebten Jugendtheaterprojekt auf eine besondere Reise. Fünf jugendliche Schauspieler nehmen die Zuschauer mit auf ein fast kriminell komisches Kreuzfahrtschiff. Für alle Theaterliebhaber einen Besuch wert, um junge Talente zu entdecken.

Beginn: 18 Uhr (Einlass 17:30 Uhr)
Location: Werk 2, Halle D
Eintritt: VVK 10,40 €/ermäßigt 6 €
Web: http://www.werk-2.de/programm/2018-06-16_leinen_los_eine_kreuzfahrt_mit_hindernissen

27.06. – 01.07.2018
Leipziger Weinfest 2018

Begann der Juni mit Jubel, Trubel, Heiterkeit, so endet er entspannt mit einem Glas Wein oder Sekt in der Hand. Ein Treffpunkt für wahre Kenner und alle, die immer nur so tun als hätten sie Ahnung von Wein. Winzer aus verschiedenen Anbaugebieten laden Euch zum Probieren und Schlürfen ein. Begleitet wird die Veranstaltung mit Live-Musik und gutem Essen. Doch Obacht beim Genuss vom feinen Tropfen!

Eintritt: frei
Location: Marktplatz
Beginn: täglich 14 Uhr
Web: https://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/einkaufen-und-ausgehen/maerkte/weinfest/

Autorin: Danielle Schneider

Lerche Liest: Bücher … der besonderen Art

© pixabay

Die Bücher die ich euch heute vorstellen möchte, haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam, doch wenn man sie gelesen hat, wird einem klar, dass sie sich sehr wohl ähneln – sie sind alle besondere Werke, die man mehr oder weniger auf dem Schirm hat. Die einen haben viel Aufmerksamkeit erlagt und die anderen sind leider etwas untergegangen und vielen nicht geläufig. Ich hoffe, dass diese Bücher den einen oder anderen genauso begeistern können wie mich und die unbekannteren Geschichten mehr Anklang und Popularität erhalten.

„To your eternity 1“ von Yoshitoki Oima

© Egmont Manga

 

Dieser großartige Manga besticht nicht nur durch detaillierte Zeichnungen, sondern auch durch einen Schutzumschlag in Pastellfarben (was bei Mangas eher selten der Fall ist).

Ein Wesen mit der Gabe seine Form zu verändern (mal ist es ein Stein, mal ein Tier), wird auf der Erde ausgesetzt. Eine Welt die diesem Wesen vollkommen unbekannt ist. Das Schicksal führt das Wesen (mittlerweile in Wolfsgestalt) und einen jungen Menschen zusammen. Sie werden einige Zeit miteinander verbringen, aber ihre Wege trennen sich schneller als gedacht. Den weiteren Verlauf dieser Geschichte müsst ihr selber lesen, schließlich möchte ich nicht „spoilern.“ Aber in jedem Fall lohnt sich ein Blick auf die wunderbaren Bilder und die grandios erzählte Geschichte.

 

Egmont Manga

Taschenbuch mit SU, 7,00 Euro

ISBN: 978-3-7704-9789-8

Mehr Infos unter: https://www.egmont-manga.de/buch/to-your-eternity-01/

 

„Schattenspringer – wie es ist, anders zu sein“ von Daniela Schreiter

© Panini Comics

Autismus – was ist das eigentlich? Viele von uns haben schon einmal davon gehört und wissen ungefähr was das ist. Falls dies nicht der Fall ist, liefert Google verständliche Erklärungen. Damit hätten wir die Definition für Autismus, aber keine Antwort darauf, wie es sich anfühlt Autist zu sein. In dieser liebevoll gestalteten Graphic Novel erklärt Daniela Schreiter wie es sich anfühlt als Asperger-Autistin zu leben. Mit interessanten Bildern und Informationen aus erster Hand, bekommt der Leser eine Ahnung davon, was Autismus ist und wie es sich damit lebt.

 

 

 

 

Panini Verlags GmbH

HC, 160 Seiten, 19,99 Euro

ISBN: 978-3-86201-950-2

Mehr Infos unter: https://www.paninishop.de/schattenspringer-wie-es-ist-anders-zu-sein-i10410.html

 

„13 – Das Tagebuch“ von Carl Wilckens

© acabus Verlag

Dieses Buch hat mir eine Mitarbeiterin des Verlages auf der Leipziger Buchmesse empfohlen. Sie war so begeistert von dem Buch und hat mich sofort angesteckt. Häufig kommt es vor, dass man nach dem Lesen enttäuscht ist, weil man sich viel erhofft hat. Was soll ich sagen? Die Begeisterung hält an!

„Ich war elf, als ich zum ersten Mal tötete“ ist einer der Sätze die dem Leser sofort in das Auge springen. Der Klappentext macht neugierig, lässt aber erahnen, dass das Buch eine sehr düstere Handlung beinhaltet. Der Leser wird auf eine unglaubliche Reise mitgenommen. Eine Reise mit Höhen und Tiefen, unvorhergesehenen und überraschenden Geschehnissen. Oft lässt es einen atemlos zurück.

 

acabus Verlag

Paperback, 260 Seiten, 13,00 Euro

ISBN: 978-3-86282-473-1

Mehr Infos unter: https://www.acabus-verlag.de/belletristik_9/fantasy_4/low-fantasy_49/13-dreizehn_1273.htm

 

„Die Geschichte der Bienen“ und „Die Geschichte des Wassers“ von Maja Lunde

© RandomHouse
© RandomHouse

Maja Lundes Romane sind seit Wochen auf der Bestseller-Liste und werden als Buch-Hit des Jahres gefeiert. Die Themen die Lunde in ihren Romanen behandelt, sind aktuell und für jeden greifbar.

Denn was passiert, wenn die Bienen aussterben und wie wird unsere Zukunft ohne sie aussehen? Wie geht die Menschheit damit um, wenn das Trinkwasser knapp und Wasser weltweit zu einem Luxusartikel wird?

Die Handlungen sind teilweise erschreckend, aber realistisch. Die Geschichten sind wahnsinnig gut recherchiert und lassen den Leser darüber nachdenken, was die Menschheit mit Ihrem Dasein bewirkt.

Der Wunsch etwas zu ändern wird am Ende der Bücher laut und ist wahrscheinlich auch Ziel der Autorin gewesen. Die beiden Romane sind Teil eines „Klima-Quartetts“. Wir dürfen also gespannt, auf weitere schockierende Werke von Maja Lunde, sein.

btb-Verlag (RandomHouse)

Gebundene Ausgaben mit SU, je 20,00 Euro

ISBN: 978-3-442-75684-1 und 978-3-442-75774-9

Mehr Infos unter:

https://www.randomhouse.de/Buch/Die-Geschichte-der-Bienen/Maja-Lunde/btb-Hardcover/e492023.rhd

https://www.randomhouse.de/Buch/Die-Geschichte-des-Wassers/Maja-Lunde/btb-Hardcover/e534656.rhd

 

An dieser Stelle danke ich den Verlagen, die mir  diese Bücher als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt haben!

Autorin: Jana Menke

 

Besuch der Londoner Buchmesse 2018

Besuch der Londoner Buchmesse 2018

© Anne Geßner

Im Rahmen des Faches Bookselling und Publishing begaben wir, Studierende der Studiengänge Bibliothekswissenschaften und Buchhandel / Verlagswirtschaft, uns vom 7. bis 14. April in Großbritanniens Hauptstadt auf Augenhöhe mit dem britischen Buchmarkt.

 

Die Londoner Buchmesse: Geschäfts- und Kontaktmesse der Buchbranche

Im Zentrum unserer Reise stand der Besuch der Londoner Buchmesse. Das jährlich im Frühling in der Olympia Hall von London stattfindende Event, zieht während drei Messetagen rund  2300 Aussteller aus 56 Ländern und Vertreter der sowohl britischen als auch internationalen Buchbranche an. Auch deutsche Stände wie zum Beispiel der Börsenverein des deutschen Buchhandels waren hier anzutreffen. Einen Unterschied zur Leipziger Buchmesse konnten wir sogleich am Anfang feststellen. Statt publikumswirksamer Veranstaltungen wie Lesungen und Signierstunden standen hier das Geschäft wie Lizenzverkäufe im Vordergrund.

Aber auch für uns Studenten hielt die Londoner Buchmesse zahlreiche spannende Seminare und Vorträge in lebhafter Messe-Atmosphäre bereit. Insbesondere die Präsentation neuer Geschäftsmodelle sowie innovativer Buchkonzepte unter dem Motto des Disruptive Publishing, wie zum Beispiel Publikationen des Verlages „One Third Stories“ oder das Konzept personalisierter Bücher durch das Unternehmen Wonderbly weckten unser Interesse.

Kreativität und Professionalität gehen Hand in Hand auf der Londoner Buchmesse

Neben der Präsentation interessanter aktueller Projekte wie der internationalen Kooperation „Pop Up Creators“ als Austausch zwischen jungen Künstlern und Verlegern, durften wir Gesprächen mit kreativen Köpfen der Buchbranche beiwohnen. Bestsellerautorin Jojo Moyes und Illustrator Alex T. Smith sprachen in Interviews über ihren kreativen Schaffensprozess.

Verleger und Lektoren beleuchteten aktuelle Trends und die Zukunft des Young Adult Genres. Auch das Kauf- und Leseverhalten, insbesondere junger Buchliebhaber, wurde unter die Lupe genommen. Allision David, Consumer Insights Director bei Egmont, referierte diesbezüglich über das Mediennutzungverhalten von Kindern und verwies auf mögliche Maßnahmen der Leseförderung, wie eine Kooperation mit der Londoner Buchhandlung Foyles.

Abseits der Pfade auf der Londoner Buchmesse: auf in die Kulturstadt London

Natürlich blieb abseits der Messezeiten freie Zeit zum Erkunden der Kulturstadt London. Neben Besichtigungen der National Gallery, St  Pauls Cathedral und Westminster Abbey fand sich stets eine Gelegenheit zum gemeinsamen Schmökern in einer der zahlreichen Londoner Buchhandlungen. Vor allem der Besuch der größten Buchhandlung Europas – der Flagship Store des in Großbritannien führenden Filial-Buchhändlers Waterstones – war für Studenten des Buchhandels ein Muss und ermöglichte es uns erneut, einen Blick auf die Novitäten des britischen Buchmarktes zu werfen.

Insbesondere für die Bibliothekswissenschaftler unter uns stellte die Führung durch die British Library ein weiteres Highlight der Studienreise dar. Mit einem Medienbestand von über 170 Millionen Werken gilt sie als eine der bedeutendsten und größten Forschungsbibliotheken weltweit. Im Buchbestand der Nationalbibliothek finden sich Ausgaben, welche bis ins Jahr 1600 vor Christus zurückreichen. Als krönenden Abschluss besichtigten wir die Warner Brothers Harry Potter Studios.

Autorin: Anne Geßner

5 Gründe, warum Erwachsene Kinderbücher lesen sollten

© pixabay

Kinderbücher sind nichts für Erwachsene. Oder ist der Name vielleicht doch nicht Programm?

„Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry gilt schon lange, auch für Erwachsene, als lesenswert. Die Botschaften sprechen Menschen jeden Alters an. Andere Kinderbücher werden jedoch meist sträflich vernachlässigt. Hier findet ihr Gründe, warum auch Erwachsene Kinderbücher lesen sollten und was wir vielleicht sogar daraus lernen können.

Grund #1: Die Nostalgie in Kinderbüchern

Kinderbücher bergen Erinnerungen, das steht außer Frage. An Tagen, an denen alles schiefläuft, kann ein Kinderbuch, wie eine warme Decke, Wunder wirken. Oft werden beim Blättern der Seiten Erinnerungen wachgerufen, von deren Existenz man gar nichts mehr ahnte. Auf einmal schwelgt man in Reminiszenz, wie man im Garten saß und von Kobolden und Räubern gelesen hat. Oder daran, wie die Eltern abends im Bett immer vorgelesen haben, selbst als man eigentlich alt genug war, um selbst zu lesen. Und hat man erst einmal damit angefangen, fällt es schwer, wieder aufzuhören.

Grund #2: Die Illustrationen in Kinderbüchern

Warum werden Bücher für Erwachsene eigentlich nicht illustriert? Wenn wir Sonderausgaben und Sammelbände einmal außer Acht lassen, dann findet man nur äußerst selten Illustrationen in „Erwachsenenbüchern“. Natürlich ist es wunderbar, der eigenen Fantasie freien Lauf lassen zu können. Bilder können jedoch auf einer ästhetischen Ebene ein ganz anderes Leseerlebnis bieten und unsere Vorstellungen maßgeblich beeinflussen.

Beispielsweise haben Illustratoren wie Ingrid Vang Nyman, Rolf Rettich und Katrin Engelking das Bild von Pippi Langstrumpf über Jahre hinweg grundlegend geprägt. Für viele ist es heute fast unmöglich, sich Pippi anders vorzustellen, als in dem Stil der Illustrationen der Bücher, die man als Kind gelesen hat und deren Worte sich durch kunterbunte Bilder visualisierten.

Grund #3: Die kleinen Dinge in Kinderbüchern

Wer ein Kinderbuch schreibt, der macht sich ohne Frage Gedanken um seine Zielgruppe. Und mehr noch als in anderen Genres, haben Autoren es hier mit einer Leserschaft zu tun, die es zu fesseln gilt. Das Schöne daran? Kinder lassen sich von so vielen Dingen in den Bann ziehen. Und so können uns Kinderbücher in Erinnerung rufen, wie wichtig es ist, einen Blick auf die Dinge zu werfen, die wir im Alltag sonst schnell aus den Augen verlieren. Frei nach dem Zitat „Don’t grow up, it’s a trap!“, können wir so bewusster und ein bisschen kindlicher durch den Tag gehen.

Grund #4: Die Fantasie in Kinderbüchern

Während man sich bei Fantasy-Romanen oft lang in eine Welt oder ein magisches System einlesen muss, wird das bei Kinderbüchern oft einfach übersprungen. Dafür sind ja die Bilder da. Wenn jemand zaubern kann, das ist das halt so. Es gibt Einhörner? Vollkommen klar. Mäuse führen ihre Leben wie wir und schlafen in Hochstockbetten? Nicht mal der Frage wert. Die Selbstverständlichkeit, mit der fantastisches in Kinderbüchern geschieht, ist erfrischend. Ein bisschen Fantasie kann schließlich nie schaden. Denn schon Peter Pan sagte „Nur die Fröhlichen, Unschuldigen und Herzlosen können fliegen.“

Grund #5: Der neue Blickwinkel in Kinderbüchern

Mit fünf Jahren hinterfragt man die Inhalte, Figuren oder Botschaften von Kinderbüchern nicht. Das können wir heute nachholen. Kinderbücher wieder zu lesen, bietet die Gelegenheit, Fragen zu stellen und kritisch zu sein. Werden wir nicht alle mit dem Alter weiser? Heute kann man mit einem größeren Horizont und dank all der Bücher, die man bereits gelesen hat, Dinge viel besser einordnen. Es lohnt sich, die Texte einmal mit prüfenden Blick zu lesen und sich zu fragen: Was soll mir als Leser oder Zuhörer vermittelt werden? Und was halte ich davon? Wird mit Stereotypen gearbeitet? Welchen Problemen müssen sich die Protagonisten stellen und wie lösen sie diese? Welche Charaktere haben eine Vorbildfunktion? Wollte ich früher einmal so sein? Wäre ich noch heute gerne so? Und unabhängig davon, wie das Ergebnis letztendlich ausfällt: Man kann auf jeden Fall etwas für sich mitnehmen.

Autorin: Paula Heinze

Lerche Leckerei: Das Butterbier aus Harry Potter

© pixabay

Die Tage sind schon merklich länger geworden und auch wenn es mittags schon ordentlich warm wird spricht doch am Abend nichts gegen ein schönes heißes Bier. Klingt komisch? Nicht nur für alt eingeschworene Harry Potter Fans: macht es euch mit Freunden bequem und holt euch den „Drei Besen“ in euer Wohnzimmer, indem ihr ein original selbstgemachtes Butterbier genießt.

Wie das geht? Ganz leicht, innerhalb von 15 Minuten!

 

Ihr braucht:

250ml             Malzbier

1/2 Liter          Milch

100ml            Sahne

1                     Vanilleschote

1/2 TL             Zimt

1/2  TL            Kakaopulver

1/2  Pck.         Vanillezucker

 

Und dann:

Ihr gebt die Milch gemeinsam mit 50ml von der Sahne, der Vanilleschote, dem Zimt, Kakaopulver und dem Vanillezucker in einen Topf. Jetzt lasst ihr alles zusammen aufkochen und nehmt den Topf direkt danach von der Herdplatte. Fügt anschließend das Malzbier hinzu und erwärmt das Ganze noch einmal kurz. Währenddessen könnt ihr die übrigen 50ml Sahne steif schlagen und als „Schaum“-Krönung eure Gläser damit auffüllen.

P.S.: Passt auf, dass eure Gläser auch für heiße Getränke geeignet sind. 😉

 

“Hey, wie viel kostet das?“ – “5 Galleonen.“ – “Und für mich?“ – “5 Galleonen.“ – “Ich bin euer Bruder!“ – “10 Galleonen.“

Autorin: Melody Schieck