Finanzierungsformen im Online Journalismus

Es ist noch nicht lange her, da brachte mich meine Mutter häufig zur Schule. Jedes Mal stoppte sie dabei am Zeitungsgeschäft in Wiederitzsch. Der kleine, etwas schmuddelige Kiosk ist bis heute die einzige offizielle Pressevertriebsstelle im malerischen Vorort. Dort kaufte Sie täglich die frisch gedruckte Ausgabe der Leipziger Volkszeitung um „zu wissen was in der Welt so los ist“. Man sollte meinen, dass das gute Beispiel meiner Mutter sowie derartige Rituale meine heutigen Gewohnheiten geprägt hätten. Leider sind die einzigen Gründe für mich, um einen Kiosk zu betreten, Drehzeug zu kaufen oder eine Postsendung aufzugeben – nie komme ich mit dem Vorsatz eine Tageszeitung zu erwerben.

Wieso auch, wenn alle zehn Minuten das Handy vibriert und Push-Ups mit den neuesten Nachrichten aufleuchten lässt? Der Trend von Print- zu Online-Journalismus lässt sich nicht mehr ignorieren, der Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt steht im Umbruch.

Die Kopplung eines immateriellen Guts an ein Trägermedium, also Informationen an Zeitungen, ist infolge der Digitalisierung, der freien Vernetzung und Zugänglichkeit von Inhalten, inzwischen hinfällig. Heutzutage lässt sich der Informationsbedarf mit einer Vielzahl von Medien oft kostenlos decken. Man kann Radio hören, Nachrichtenwebseiten durchstöbern, Podcasts streamen, News-Apps multimedial nutzen, Fernseher schauen, durch das Facebookfeed scrollen oder in der digitalen Print-Ausgabe der Stadtzeitung blättern. Die Entwicklung im Zeitungen- und Zeitschriftenmarkt, vom festen monetären Informationsmedium zu oft kostenfreien multimedialen Welten, stellt einen großen Vorteil für den Leser aber eine gigantische Hürde für die Verlagswelt dar. Zugleich lässt der offene Charakter des Internets fortwährend die Frage nach Glaubwürdigkeit und Qualität der Inhalte aufkommen.Was zur Folge hat, dass die Zahlungsbereitschaft für Online-Erzeugnisse nicht eben hoch ist. Gleichzeitig verlieren die Verlage im Print immer mehr an Auflagenzahlen während die Nachfrage nach Online-Nachrichten stetig steigt. Ebenso die Zahl der E-Papers und News-Apps.

Doch da lauert auch schon das große Problem für die Leser: Wie soll man in dieser unüberschaubaren Masse an Online-Angeboten authentischen und qualitativ hochwertigen Journalismus ausfindig machen? Steckt erstrangiger Journalismus ausschließlich hinter Pay-Walls und Abonnements? Oder kann man ohne Bedenken nur durch die kostenlosen Online-Angebote blättern? Und von Verlagsseite aus: Wie lässt sich hochwertiger Journalismus auch online finanzieren?

Bereits in den 1990er Jahren etablierten sich Online-Angebote von Zeitungen und Zeitschriften. Neben Online-Ausgaben von gedruckten Zeitungen folgten bald unabhängige Angebote. Im Jahr 2018 zählen wir allein in Deutschland 698 verschieden Online-Zeitungen. In Laufe der Zeit haben sich dazu in der Praxis hauptsächlich vier verschiedene Modelle etabliert.

Der Großteil der Nachrichtenanbieter legt den Fokus auf das Free-Modell. Der frei zugänglich veröffentlichte Inhalt wird mit Erlösen aus Werbung oder E-Commerce finanziert. Die Werbeflächen werden dabei mit kleinen Bannern, blinkenden Pop-Ups und aus dem nichts kommenden, lauten Werbevideos gefüllt und füllen gleichsam die Geldbeutel der Verlegenden. Problematisch bei derartig finanzierten Angeboten ist außerdem, dass mit allen Mitteln versucht wird eine hohe Reichweite zu erzielen. Infolgedessen dominieren reißerische Schlagzeilen gegenüber authentischer, gründlicher Berichterstattung.

Lasst mich dies am Beispiel flipboard erläutern: Die kostenlose Nachrichten-App kuratiert auf den jeweiligen Nutzer abgestimmte Inhalte verschiedenster Herausgeber zu einer individuellen Zeitung. Dieses Smart-Magazin verweist in der App auf andere Webseiten, welche kostenlos ihren Content zur Verfügung stellen. Flipboard finanziert diese Dienstleistung durch personalisierte Werbung. Grundlage dieser Art von Werbung sind die detaillierten Kundenprofile, welche an Drittanbieter verkauft werden. Mit der Anmeldung via E-Mail oder Social Media Account gewährt man Flipboard eine akribische Datensammlung von Freundschaftslisten, Adresskontakten, Geräte-IDs bis zu Touchscreen-Nutzungsanalysen.

Eine andere Art der Contentfinanzierung ist das Metered-Modell, ein teilweise gebührenpflichtiger Ansatz. Davon ausgehend, dass loyale Leser auch für Online-Content zu zahlen bereit sind, sollen die Angebote über Abonnements oder „pay per article“ finanziert werden. Eine numerisch begrenzte Anzahl an Artikeln steht den Nutzern kostenlos zu Verfügung, danach muss gezahlt werden. Wobei man mittels Registrierung oder Verknüpfung mit Facebook, Twitter und co. häufig die Menge der kostenfreien Artikel erweitern kann.

Eine Variante dieses Modells betreibt die eingangs erwähnte Leipziger Volkszeitung: Die mobile Ausgabe der LVZ kann für eine Woche lang kostenlos getestet werden. Bei Erstellung eines Benutzerprofils und der Verknüpfung mit den Social Media-Kanälen des Lesers winkt eine zweite Testwoche als Belohnung. Nach Ablauf derselben wird man dazu aufgefordert ein Abonnement abzuschließen. Unterlässt man dies, wird die App unbrauchbar. Das Ziel ist, Kunden mit qualitativen Inhalten und Themen zu überzeugen und so die Bereitschaft zum Abschluss eines kostenpflichtigen Abonnements herzustellen. Für Leser mit geringer Zahlungsbereitschaft stehen Online-Angebote wie der News-Ticker und einzelne Zusammenfassungen von Artikeln zur Verfügung.

Aus der Mischung der drei übrigen Modelle ergibt sich das Freemium-Modell. Hierbei sind nur bestimmte Inhalte gebührenpflichtig bzw. exklusiv. Nämlich solche, die aus Verlegersicht ausreichend nutzwertig sind, um die Leser zu einer Premium-Mitgliedschaft zu bewegen.

Beispielsweise die New York Times finanziert so ihre Online-Inhalte. Der grundlegende Zugang zur Nachrichtenseite ist kostenlos, doch für die Nutzung der Datenbanken, Archive sowie der Online-Ausgabe der Printzeitung wird ein Entgelt verlangt. Das Premium-Angebot wird darüber hinaus weiter ausdifferenziert um eine jeweils passende Zielgruppe zu erreichen. So kann man zwischen „Basic Access“, „All Access“ und „All Access Plus“-Abonnements wählen.

Ein letztes, erwähnenswertes Modell ist die Nutzung der Paywalled-Side. Die Inhalte werden komplett und ausschließlich gebührenpflichtig zur Verfügung gestellt. Einerseits das konsequenteste Modell mit klarer Linie, kann es andererseits zu hohen Reichweitenverlusten führen. Der Verlag arbeitet neben seinem kostenpflichtigen Programm an keinen Alternativen zur Kundenakquise für deren Online-Angebote. Die Informationsbeschaffung erhält den selben monetären Wert wie die Analoge.

Ich selbst muss gestehen, dass ich mich nicht zu den loyalsten Kunden oder Lesern, welche zahlungspflichtige Angebote nutzen, zählen kann. Mein Informationsbedarf wird ausreichend von meist kostenlosen News-Aggregatoren und -Apps gedeckt. Neben vier wöchigen Probeabos von Print-Zeitungen, nutze ich ab und zu Blendle. Der News-Aggregator finanziert den tief gehenden und hochwertigen Content mittels „pay per article“. Persönlich nutze ich auch Flipboard sehr gerne, da mir damit speziell meinen thematischen Interessen nach Inhalten gebührenfrei serviert und aufbereitet werden. Jedoch gehe ich mit der Verlegerwahl nicht immer d’accord. Ein weiterer Kritikpunkt ist das benannte Währungsmittel der Applikation. Für Werbezwecke werden wie gesagt Facebookbilder, Freundeslisten, Suchverläufe, Gefällt-Mir Angaben und Retweets verkauft. Jeder muss letztlich für sich selbst entscheiden mit welchen Mitteln er seinen Wissensdurst stillen möchte und ob nicht am Ende kostenloser Nutzen gleichbedeutend ist mit Ausnutzung.

Autorin: Josephine Rauch

Der Lerche-Veranstaltungskalender für November

Mit dem November beginnt ein eher trister und grauer Monat – die Halloween Partys sind gefeiert und bis Weihnachten dauert es auch noch eine Weile. In der Zwischenzeit haben wir für Euch ein paar spannende Veranstaltungen rausgesucht auf die man sich freuen kann! 

 

06.11.2018 – 11.11.2018

euro-scene Festival 2018

Zum 28. Mal findet das zeitgenössische Theater – und Tanzfestival euro-scene in Leipzig statt. Unter dem Motto „Bühnen – Klang – Welten“ wird der Fokus auf den Umgang mit Musik in Theater und Tanz gelegt. Gezeigt werden verschiedene Performances, Tanz-, Sprech- und Figurentheater, sowie Aufführungen für Kinder. 

 

Location: verschiedene Veranstaltungsorte 

Monetos: 6 bis 28 Euro 

Web: https://www.euro-scene.de/v2/

 

 

09.11.2018 – 11.11.2018

Disney On Ice – Das zauberhafte Eisfestival

Hier schlagen die Herzen von Disneyfans höher. Die Schwestern Anna und Elsa aus dem Film „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ laden mit Ariel, Rapunzel und vielen weiteren bekannten Disneyfiguren zu einer magischen Show ein. Die beeindruckenden Choreographien auf Eis begeistern nicht nur kleine Besucher. Wer noch Tickets bekommen möchte, sollte sich beeilen!

 

Location: Leipziger Messe

Monetos: ab 35,75 Euro

Web: https://www.disneyonice.com/de/de-de/ticket-info/Das-zauberhafte-Eisfestival/1009

 

 

11.11.2018

Kleiner BaHu-Fasching der HTWK

Wem der November zu trist ist, kann mit dem BaHu Elferrat den Beginn der Karnevalszeit feiern. Das diesjährige Motto lautet „Harry Potter“ und es wird in die „Kammer des Schwachsinns“ geladen. Gezeigt wird ein Programm, das jeden Faschings-Griesgram zum Tanzen und Lachen bringt. 

 

Location: Moritzbastei

Beginn: 21:11 Uhr (Einlass 20:00 Uhr)

Monetos: 8 Euro Vollzahler / 6 Euro Ermäßigte

Web: http://ba-hu.de/

 

 

16.11.2018 – 18.11.2018

Kunstmesse Leipzig

Für alle Kunstliebhaber bietet sich auf der Kunstmesse Leipzig eine besondere Gelegenheit neue Werke und  Künstler zu entdecken. Neben Bildhauerei und Malerei werden auch Foto- und Videokunst ausgestellt. 

 

Location: Veranstaltungszentrum GARAGE

Öffnungszeiten: Freitag 13-22 Uhr / Samstag 11-22 Uhr / Sonntag 11-19 Uhr

Monetos: 7,50 Euro Normal / 5 Euro Ermäßigt / ab 3,99 Euro Online

Web: http://kunstmesse-leipzig.de/

 

 

24.11.2018

OK KID Konzert

Mit der Lügenhits & Happy Endings Tour kommen OK KID nach Leipzig und bringen auch gleich ihr neues Album „Sensation“ mit. Fans dürfen gespannt sein wie das Trio mit neuen eingängigen und gesellschaftskritischen Texten überrascht.

 

Location: Haus Auensee

Beginn: 20 Uhr

Monetos: Tickets ab 29,90 Euro

Web: https://www.okkidmusik.com/

 

 

28.11.2018 & 30.11.2018

Halina Matata – Afrika hautnah erleben

Wer schon immer mal auf eine afrikanische Safari gehen wollte, kann dies im Zoo Leipzig erleben. Eineinhalb Stunden lang erlebt man eine geführte Tour zu gefährlichen und interessanten Tieren des fernen Kontinents. Danach wird kulinarisch und musikalisch bei einem afrikanischen Abendessen dafür gesorgt, dass der Ausflug rundum perfekt wird. 

 

Location: Zoo Leipzig

Beginn: 18 Uhr

Monetos: 89 Euro

Web: https://www.zoo-leipzig.de/kalender-uebersicht/veranstaltungsinfo/hakuna-matata-afrika-hautnah-erleben-3/2018/12/12/

 

 

Autorin: Danielle Schneider

Literaturland Georgien

© Pixabay

Auf der Frankfurter Buchmesse 2018 durfte sich in diesem Jahr Georgien als offizielles Gastland präsentieren. Die vielen Neuveröffentlichungen von lesenwerten schriftstellerischen Werken aus dem kleinen osteuropäischen Land, die zu diesem Anlass im Deutschen auf den Weg gebracht wurden, bereichern nun auch über das Messewochenende hinaus die hiesige Literaturlandschaft. Grund genug für uns einen kurzen Überblick über Land und Literaturszene zu wagen.

 

Wissenswertes über Georgien

Gerühmt wird das Land zwischen Kaukasus und schwarzem Meer vor allem für seine wunderschöne Natur. Die besondere Lage am Rande der europäischen Grenze hin zu Asien in Verbindung mit der Gebirgsnähe hat ihm den Spitznamen „der Balkon Europas“ eingebracht. Ein schönes Sinnbild, auf das die Georgier selbst sehr stolz sind.

Besonders erwähnenswert ist außerdem die über Jahrtausende hinweg bewahrte eigene Schrift Georgiens, die auf 33 wundersam geschwungenen Buchstaben basiert. Dieses Alphabet wird außerhalb Georgiens kaum verstanden und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

 

Doch bilden die etwa 4 Millionen Georgier auch eine Gemeinschaft aus Lesern?

Darauf könnte man zunächst mit einer beispielhaften Geschichte antworten. So startete der heute sehr erfolgreiche georgische Verleger Bakur Sulakauri seine Tätigkeit mit einer selbstangefertigten Übersetzung von Astrid Lindgrens Kinderbuch Ronja Räubertochter. Aufgrund chaotischer Verhältnisse zu Beginn der 90er-Jahre (nach dem Zusammenbruch der Sowjetherrschaft) baute er kurzerhand einen Stand auf dem Wochenmarkt der Hauptstadt Tiflis auf, um seine Bücher unter die Leute zu bringen. Und konnte, trotz dieser unorthodoxen Verkaufssituation und der klammen wirtschaftlichen Verhältnisse im Land, dabei insgesamt 1.500 Exemplare der georgischen Version des Kinderbuchklassikers absetzen!

Dieses Erfolgsbeispiel steht stellvertretend für das Interesse der Bevölkerung an der Literatur und am Lesen, welches sich bis heute gehalten hat. Seit 2005 werden in Georgien Jahr für Jahr mehr Titel veröffentlicht, viele Bücher erscheinen in höheren Auflagen und die Verkäufe nehmen zu. Darüber hinaus sind eine lebendige, jungeVerlagsszene und die mittlerweile alljährlich in Tiflis stattfindende Buchmesse klare Belege der positiven Lage.

 

Die Vergangenheit der Literatur…

Als wichtigster Klassiker der georgischen Literatur gilt das Versepos Der Recke im Tigerfell. Die höfische Rittergeschichte, die auf den Autor Schota Rustaweli zurückgeht, wurde zunächst über Jahrhunderte hinweg mündlich überliefert und war danach lange in unterschiedlichen Handschriftenfassungen im Umlauf. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde sie schließlich erstmals gedruckt, wobei versucht wurde die Urfassung möglichst originalgetreu wieder herzustellen.

Noch heute lesen die Schüler Georgiens das Werk im Unterricht und der Autor verfügt über einen ähnlichen Stellenwert wie in Deutschland nur Schiller und Goethe. Deutsche Übersetzungen dieses Buches sind kurioserweise unter verschiedenen Titeln im Umlauf, da Uneinigkeit darüber herrscht, ob der georgische Originaltitel auf das Fell des Tigers oder des Panthers verweist. In jedem Fall aber bezieht er sich sinnbildlich auf einen Mann, der in seine Leidenschaften eingehüllt ist und darum kämpfen muss, diesen zu widerstehen.

 

… und die literarische Gegenwart

Die georgische Literatur der Gegenwart gilt gemeinhin als ungeheuer vielfältig, wobei allerdings Autorinnen und Autoren, die sich mit der Geschichte des Landes beschäftigen, häufig vermehrte Aufmerksamkeit zuteil wird. Großen Erfolg hatte beispielsweise Nana Ekvtimishvili mit ihrem Roman Das Birnenfeld. Dessen jugendliche Protagonisten wachsen in einem georgischen Kinderheim zur Bürgerkriegszeit vor Beginn der Jahrtausendwende auf. Unter den Anwohnern im Viertel sind die Waisenkinder als Debile verschrien und werden gemieden. Zugleich kollidieren innerhalb des Heims ruppige Erziehungsmethoden aus der Sowjetvergangenheit mit neueren Ansätzen. Ekvtimishvili berichtete in Interviews selbst in der Nachbarschaft einer solchen Erziehungsanstalt aufgewachsen zu sein und nahm also für ihren Debütroman an der historischen Realität sowie ihren persönlichen Erfahrungen Maß. In deutscher Übersetzung ist das Buch bereits im Sommer beim Suhrkamp Verlag erschienen.

Autor: Christian Bartel

Aufgeschlagen: Das weibliche Prinzip von Meg Wolitzer

© Dumont

So richtig kam der Feminismus eigentlich erst vor drei Jahren bei mir an. Und das, wie sollte es auch anders sein, im klischeehaften Millennial-Stil durch Instagram. Doch mit dieser Erfahrung ging gleichzeitig viel Unsicherheit einher. Das ist eines der vielen Themen des Romans „Das Weibliche Prinzip“ von Meg Wolitzer.

Feminismus.

Das war und ist für mich mit Unsicherheit verbunden. Ich möchte mich bei Ungerechtigkeit wehren, weiß aber nicht wie, weil ich nicht zickig wirken will. Aber liegt nicht genau da das Problem? Meg Wolitzers Buch „Das weibliche Prinzip“ fängt genau dieses Gefühl zwischen den bunten Buchdeckeln ein. Aber das Buch will noch viel mehr und manchmal, das kann hier schon gesagt werden, auch zu viel. Es werden Fragen nach Macht, Erfolg und Wettbewerb gestellt und wie Frauen da hineinpassen. Es wird von dem Leben einer jungen Frau erzählt, die sich in einer Welt wiederfindet, die nicht in der Lage ist, ihr zu geben, was sie wirklich sucht. Denn was sie sucht, das weiß sie selbst noch nicht.

Worum geht es eigentlich?

Die junge Frau, von der das Buch handelt, Greer Kadetsky ist schüchtern und ehrgeizig. Sie beginnt ihr Studium statt in Yale in einem Durchschnitts-College, weil ihre Eltern bekifft ein Formular nicht richtig ausgefüllt haben. Dort vermisst sie vor allem ihren Freund Cory, der währenddessen in Princeton studiert. Die beiden sind ein Paar, aber gleichzeitig von Beginn an als Konkurrenten angelegt. Bei einer College-Veranstaltung hört Greer eine Rede von Faith Frank, einer charismatischen Altfeministin. Nach dem College findet sie einen Job bei der Stiftung von Faith Frank und wird dort bald erfolgreich. Doch so weit reicht die Glückssträhne auch, denn in Corys Leben geschieht eine Katastrophe, die ihn zwingt seinen Job aufzugeben um sich um seine Mutter und den Haushalt zu kümmern. Auch Greer sieht sich zunehmend mit Problemen in der Stiftung und ihren Beziehungen konfrontiert.

Was sind die Stärken und Schwächen?

In meinen Augen ist die entscheidende Frage des Romans: Was ist Feminismus und wie ist man eine gute Feministin oder ein guter Feminist? Greer bekommt im Verlauf des Romans die Chance, ihrer Freundin Zee einen Job in der Stiftung zu beschaffen. Doch sie lässt die Möglichkeit verstreichen. Handelt man so feministisch? In den Augen des Lesers sinkt Greer in der Achtung und Zee steigt je mehr man über sie erfährt. Doch gleichzeitig fühlt man mit Greer, weil sie sehr menschlich angelegt ist. Der Leser merkt, wie ihre Erfahrungen sie zu ihren Entscheidungen bewogen haben und kann sie, wenn er sie vielleicht auch moralisch verwerflich findet, dennoch nachvollziehen. Darin liegen die Stärken des Romans. Bei den kleinen Fragen. Bei den Nebencharakteren. Meg Wolitzer ist in der Lage, schwierige Situationen auseinanderzunehmen und sie dem Leser damit von einem neuen Blickwinkel aus zu zeigen. Nach der Hälfte des Romans werden zunehmend mehr Kapitel den anderen Protagonisten gewidmet, wovon der Roman eindeutig profitiert. Besonders die Perspektiven von Zee und Cory geben dem Roman die Tiefe, die er bei einem Umfang von fast 500 Seiten auch braucht. Das Problem ist jedoch, dass der Roman letztendlich zu viel will. Er will rückblickend und zukunftsweisend zugleich sein und überschlägt sich dadurch an den Fragen nach Erfolg und Macht. Beim Blick auf die Details und durch die von Metaphern gespickte Sprache, verliert er das große Ganze aus den Augen.

Was nehme ich mit?

Ein Gefühl von Sicherheit. Vielleicht ist nicht alles realistisch, was Meg Wolitzer in „Das Weibliche Prinzip“ beschreibt, aber es bleibt ein warmes Gefühl. Das Vertrauen, dass am Ende alles gut wird, auch wenn der Weg dahin nicht immer leicht ist. Vielleicht nehme ich auch mit, dass man immer zweifeln kann und auch soll. Dass Zweifeln heißt, dass man Fragen stellt und sich nicht mit dem Status Quo zufrieden stellt. Die Unsicherheit und das Zweifeln, das Greer verkörpert, gehören genauso dazu, wie das Vertrauen, dass sie am Ende erfüllt. Es ist ein Roman, der von Freundschaft, Feminismus, Loyalität, Liebe und dem Leben handelt. Trotz seiner Schwächen ist der Roman eine klare Empfehlung.

Meg Wolitzer: Das Weibliche Prinzip

Dumont

ISBN 978-3-8321-8424-7

496 Seiten

Übersetzung: Henning Ahrens

Autorin: Paula Heinze

Bild vom Cover: http://www.dumont-buchverlag.de/buch/wolitzer-das-weibliche-prinzip-9783832184247/

Lerche liest: Bücher, die … im Weltall spielen

@ Pixabay

Wir haben doch schon alle einmal in den Nachthimmel geschaut und die schier unendliche Weite der Sterne bewundert. Habt ihr euch dabei auch mal gefragt, ob sich dort oben im Weltall vielleicht irgendwelche spannenden Geschichten abspielen? Genau können wir das natürlich nicht wissen, aber zum Glück gibt es Autoren, die für uns Geschichten im Weltraum zum Leben erwecken. Eine Auswahl der besten unter ihnen stellt Lerche Liest euch heute vor.

Illuminae – Amie Kaufman und Jay Kristoff

Kady dachte am Morgen noch, dass das schlimmste Ereignis des Tages die Trennung von ihrem Freund Ezra sein würde, doch da hat sie sich getäuscht. Am Nachmittag wird ihr Heimatplanet angegriffen. Die Bewohner des Planeten fliehen auf riesige Raumschiffe, die sie aus der Gefahrenzone bringen sollen. Dabei verlieren sich Kady und Ezra und gelangen auf zwei unterschiedliche Schiffe. Doch auch in den vermeintlich sicheren Raumschiffen kommen die beiden nicht zur Ruhe. Sie werden immer noch vom feindlichen Raumschiff verfolgt und dann kommt auch noch ein Virus hinzu, der sich in Windeseile ausbreitet und die Künstliche Intelligenz, die eigentlich alles im Griff haben sollte, fängt plötzlich an außer Kontrolle zu geraten.

Eine atemberaubende und spannende Geschichte, die aus Chatnachtrichten, Protokollen und Gesprächsmitschnitten besteht und somit dem Leseerlebnis noch eine ganz neue Dimension verleiht.

© dtv

Dtv

Hardcover, 608 Seiten, 19,95 €

ISBN: 978-3-423-76183-3

https://www.dtv.de/buch/amie-kaufman-jay-kristoff-illuminae-die-illuminae-akten-01-76183/

Der Marsianer – Andy Weir

Mark Watney ist mit seiner Crew auf dem weg zum Mars. In einem Moment, der Geschichte schreibt, betritt er als erster Mensch diesen Planeten. Doch während seines ersten Spazierganges gerät er in einen Sandsturm und verliert das Bewusstsein. Als er wieder zu sich kommt, ist seine Crew abgereist, da sie dachten, dass er in dem Sturm ums Leben gekommen ist. Die Atmosphäre des Planeten macht menschliches Leben geradezu unmöglich und Marks Leben scheint vorbei zu sein, doch es gelingt ihm Kontakt zur Erde aufzunehmen. Sofort werden Vorbereitungen getroffen, um Mark vom Mars zu retten, doch die lebenswidrigen Bedingungen auf dem Mars machen das Warten auf Rettung zu einem lebensgefährlichen Unterfangen

© Heyne

Heyne

Paperback, Klappenbroschur, 512 Seiten, 14,99€

ISBN: 978-3-453-31583-9

https://www.randomhouse.de/Paperback/Der-Marsianer/Andy-Weir/Heyne/e445571.rhd#info

Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten – Becky Chambers

Die junge Marsianerin Rosemary Harper heuert auf dem Raumkreuzer Wayfarer an. Die Crew des Raumschiffes kommt aus allen Ecken des Universums und ist ein bunter Haufen aus reptilienähnlichen Gestalten, Marsianern, aussterbender Arten und vielen mehr. Der Job des ramponierten Schiffes ist es, Wurmlöcher in den Weltraum zu bohren, um damit weit entfernte Galaxien miteinander zu verbinden und Rosemary ist sich sicher, dass das Leben auf dem Schiff absolut nicht glamourös werden wird. Als der Chef der Wayfarer allerdings den Auftrag annimmt, einen Raumtunnel zu einem Planeten zu bauen, auf dem eine kriegerische Spezies wohnt, wird die Reise auf dem alten Raumschiff zu einem großen Abenteuer.

© Tor

Fischer TOR

Taschenbuch, 544 Seiten, 9,99€

ISBN: 978-3-596-03568-7

https://www.fischerverlage.de/buch/der_lange_weg_zu_einem_kleinen_zornigen_planeten/9783596035687

Eine kurze Geschichte der Zeit – Stephen Hawking

In diesem Buch erklärt uns Stephen Hawking seine Theorien über die Entstehung des Universums und schwarze Löcher so, dass auch Leute, die keine Physiker sind seinen Gedankengängen folgen können. Außerdem beschäftigt sich Hawking mit der Frage, wie das Wesen der Zeit funktioniert und ist auf der Suche nach einer Weltformel für die Physik und Kosmologie. Das 1987 erschienene Buch hat diese Themen der Kosmologie so populär gemacht wie noch nie und ist auch heutzutage noch ein Buch, das sich zu lesen lohnt, wenn jemand etwas mehr über das Universum und dessen Entstehung erfahren möchte.

© rororo

rororo

Taschenbuch, 272 Seiten, 9,99€

ISBN: 978-3-499-62600-5

https://www.rowohlt.de/taschenbuch/stephen-hawking-eine-kurze-geschichte-der-zeit.html

Autorin: Milena Lohse

Lerche Leckerei

© Pixabay

Genießt Ihr die Sonnenstrahlen und die warmen Temperaturen der vorlesungsfreien Zeit? Wie wäre es in den letzten freien Wochen noch ein sommerlich frisches Rezept auszuprobieren? Für alle „Game of Thrones“ Fans und für die, die es noch werden wollen haben wir ein Rezept für das Lieblingsgericht einer Figur mit beeindruckender Charakterentwicklung: Sansas Lemon Cake.

Für das Rezept benötigt Ihr:

Muffinformen

3 Eier

160g Rohrzucker

140ml Mandelmilch

200g Mehl

Backpulver (eine halbe Tüte)

115g Butter

Zitronen (unbehandelt)

Vanilleextrakt oder Vanillezucker

Zitronenmarmelade

Und so geht’s:

Gebt die drei Eier in eine Rührschüssel und schlagt sie schaumig. Anschließend gebt ihr den Rohrzucker und die Butter hinzu. Verrührt alles miteinander. Am besten Ihr schmelzt die Butter schon im Vorhinein, dann verbindet sie sich besser mit den anderen Zutaten. Nun kommen ein Löffel Vanilleextrakt (oder alternativ ein Päckchen Vanillezucker) und die Mandelmilch dazu. Verrührt wieder alles miteinander. Als nächstes siebt ihr das Mehl und das Backpulver in die Rührschüssel mit den bereits gemischten Zutaten. Anschließend den Saft einer halben Zitrone und etwas abgeriebene Zitronenschale hinzufügen und fertig ist auch schon der Teig.

Denkt daran die Muffinformen gut mit Butter einzufetten bevor ihr jeweils einen Teelöffel Zitronenmarmelade in jede Form gebt und danach die Formen mit eurem Teig auffüllt.

Bei 180 Grad backen die Lemon Cakes ungefähr 30 bis 40 Minuten im Ofen. Lasst sie danach noch etwas abkühlen und serviert sie mit einer Zitronenscheibe.

Viel Spaß beim Nachbacken und Genießen wünscht Euch Eure Leipziger Lerche Redaktion!

Autorin: Melody Schieck

Der Lerche-Veranstaltungskalender für September

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Bald endet die freie Zeit und ein neues Semester beginnt. Doch bevor ihr euch wieder in den langweiligen Vorlesungssälen einfinden müsst, haben wir Veranstaltungsvorschläge für euch, bei denen ihr nochmal richtig Spaß haben könnt.

31.08.2018 – 21.09.2018

Stadtradeln 2018

Auch in diesem Jahr nimmt Leipzig wieder am Stadtradeln, dem bundesweiten Wettbewerb des Klima-Bündnisses teil. Alle Einwohner können sich anmelden und in diesem Zeitraum Rad- Kilometer für das eigene Team, sowie die Stadt sammeln.

Location: Leipzig

Monetos: keine Startgebühr

Web: https://www.leipzig.de/umwelt-und-verkehr/unterwegs-in-leipzig/fahrrad/stadtradeln/

01.09.2018

Tag der offenen Tür in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde

Bis 16 Uhr erwartet die Besucher der DZB ein großes Programm mit Führungen, Lesungen, Vorträgen und Mitmach-Aktionen. Bei Kaffee und Kuchen kann man der Live-Musik lauschen oder der Lesung des Tatort-Drehbuchautors Andreas Pflüger.

Beginn: 10 Uhr

Location: Deutsche Zentralbücherei für Blinde

Monetos: Eintritt frei

Web: https://blog.dzb.de/2018/06/11/der-tag-der-offenen-tuer/

07.09.2018

Tapetenwerkfest 24.0

Das Tapetenwerk öffnet wieder die Türen für Besucher. In den Räumen und im Innenhof werden neue Ausstellungen, Werkstätten sowie offene Ateliers präsentiert. Speis, Trank und Musik ist natürlich auch vorhanden.

Beginn: 17 Uhr

Location: Tapetenwerk Leipzig

Monetos: Eintritt frei

Web: https://www.leipzig-im.de/index.php?section=details&auswahl=veranstaltungen&auswahl2=114284&Volltext=Tapetenwerk

22.09.2018

Tag der offenen Tür des Gewandhausorchesters 2018

Taucht ein in die Welt der Musik mit Backstage-Führungen, moderierten Orchesterkonzerten und öffentlichen Proben des Gewandhaus-Kinderchors! Die jüngeren Besucher können die Instrumente hautnah erleben und Beim Schlagzeug-Workshop selbst ausprobieren. Für das leibliche Wohl ist selbstverständlich auch gesorgt.

Beginn: 10 Uhr

Location: Gewandhaus zu Leipzig

Monetos: Eintritt frei

Web: https://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/veranstaltungen-und- termine/eventsingle/calendar/2018/09/22/event/tx_cal_phpicalendar/hereinspaziert-tag-der-offenen- tuer-des-gewandhausorchesters-2018/

25.09.2018

Die bunte Welt der Fermentation

Bei dieser Vortragsreihe wird auch verkostet: „Mikroorganismen und die wundersame Welt der Fermentation“. Lisa Erdmann und Björn Vondran, vom Leipziger Zentrum für Fermentation, zeigen wie einfach es ist, gesunde Lebensmittel selbst herzustellen und saisonale Produkte ohne viel Zucker haltbar zu machen. Erkundung neuer Geschmackswelten inklusive.

Beginn: 19 Uhr

Location: Naturkundemuseum Leipzig Monetos: 15 € p.P.

Web: https://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/veranstaltungen-und- termine/eventsingle/calendar/2018/09/25/event/tx_cal_phpicalendar/die-bunte-welt-der- fermentation/

30.09.2018

Offene Ateliers Leipzig

Mehr als 100 Künstlerinnen und Künstler öffnen ihre Ateliers und laden auch herzlich zum selbst Ausprobieren ein. Von Malerei bis Performance ist alles vertreten und auch Musik ist mancherorts vorhanden.

Beginn: 14 Uhr

Location: verschiedene Veranstaltungsorte in Leipzig

Monetos: Eintritt frei

Web: http://offene-ateliers-leipzig.blogspot.com/

Autorin: Janka Diettrich

Lerche liest: Bücher von Stephen King

© Pixabay

Wer Horror und Thriller liebt, der ist bei dem amerikanischen Autor Stephen King gut aufgehoben. Nicht umsonst zählt der 1947 in Portland geborene Autor zu den meistgelesenen und kommerziell erfolgreichsten Autoren der Gegenwart mit über 400 Millionen verkauften Bücher, die in über 50 Sprachen übersetzt wurden. Bisher kennt ihr seine Romane nicht? Dann aufgepasst, denn Lerche Liest stellt euch welche vor!

 

Für Stephen King Neulinge: Carrie

© Bastei Lübbe

Als das erste veröffentlichte Werk von King ist Carrie ein typischer Roman von ihm. In dem dreihundertseitigen Horrorroman setzt sich King mit unheimlichen Ereignissen und dem Heranwachsen seiner Protagonistin Carrie auseinander. Die Außenseiterin wird in der Schule von ihren Mitschülern gehänselt und gedemütigt, bis sie und ihre Umgebung eines Tages nach dem Sportunterricht von mysteriösen Ereignissen heimgesucht wird.

Bald wird sich Carrie ihrer besonderen Kräfte bewusst und kann sich gegen die Verletzungen seitens ihrer Mutter und ihrer Mitschüler wehren. Nach und nach legt Carrie ihre Ängste ab und wird daraufhin sogar von einem Jungen zum Frühlingsball der Schule eingeladen.  Doch damit beginnen erst die schrecklichen Ereignisse…

 

 

Bastei Lübbe

Taschenbuch

318 Seiten

11,00 Euro

ISBN: 978-3-404-16958-0

https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/horror/carrie/id_3258766

Für Krimi- und Thrillerfans: Mr. Mercedes

Mit dem ersten Teil seiner Serie über den pensionierten Polizisten Bill Hodges und abgründigen Beschreibungen über Amerikas Mittelschicht schreibt King sich in den Krimihimmel. Alles beginnt in den frühen Morgenstunden auf einem Parkplatz in einer Großstadt im Mittleren Westen der USA, als sich Arbeitslose vor der Stadthalle zu Hunderten versammeln. Jeder will eine Arbeit finden – vom einfachen Arbeiter bis hin zur alleinerziehenden Mutter mit Baby auf dem Arm.

© Heyne

 

Der Anfang von Mr. Mercedes hat es in sich, als durch den Morgendunst ein Mercedes in die Menge rast und den eben noch Wartenden das Leben nimmt – und Bill Hodges den Täter nicht fassen kann. Noch Mona

te später quält diese Erkenntnis den Mann, bis er Post von Mr. Mercedes bekommt und er versuchen muss, den nächsten Anschlag des geisteskranken Killers zu stoppen.

 

 

 

 

 

Heyne (Random House)

Taschenbuch

14,99 Euro

ISBN: 978-3-453-41901-8

https://www.randomhouse.de/Paperback/Mr-Mercedes/Stephen-King/Heyne/e482113.rhd

Für Fortsetzungsfreunde: Doctor Sleep

Die lang erwartete und 2013 veröffentlichte Fortsetzung von dem 1977 erschienenen Shining erzählt die Geschichte von Danny Torrance weiter. In dem Horrorroman setzt sich Stephen King wie für ihn typisch mit schwierigen Familien- und Lebensverhältnissen auseinander.

Nach dem Tod von Dannys Vater Jack Torrance und der Zerstörung des Overlook-Hotels, wächst Danny ebenfalls mit der besonderen Gabe, dem Shining, auf. Allerdings hat er nicht nur dies von seinem Vater geerbt – auch die Alkoholsucht und ein schwieriges Verhältnis zu Menschen hindert ihm an seinem Glück. In wenigen Momenten bei seiner Arbeit als Sterbebegleiter verspürt er Frieden, wenn er mithilfe seiner Gabe, den Sterbenden letzten Trost spenden kann.

Auch das Mädchen Abra Stone besitzt das Shining. Ihre und Danny Torrence Wege kreuzen sich, als eine Sekte, auf der Suche nach Unsterblichkeit, das Mädchen in ihr Visier nimmt. Um Abra das Leben zu retten, muss Danny sich seinen Dämonen stellen und sein Shining scheinen lassen.

© Heyne

Heyne (Random House)

Hardcover

22,99 Euro

ISBN: 978-3-453-26855-5

https://www.randomhouse.de/Buch/Doctor-Sleep/Stephen-King/Heyne/e424193.rhd

Für Intellektuelle: Danse Macabre

© Heyne

Wer dachte, Stephen King könnte keine Sachbücher schreiben, der sei eines Besseren belehrt. Er lieferte bereits mehrere Sachtitel, unter anderem dieses Buch über die Verbreitung von Horror. Das Grundlagenwerk widmet sich in zwölf Kapiteln der Geschichte des Horrors in Literatur und Film vom viktorianischen Zeitalter bis heute.

Für alle, die wissen wollen, was den Meister des Horrors selbst inspiriert, ist der Anhang mehr als interessant. Hier gibt der Schriftsteller seine eigenen Empfehlungen von jeweils einhundert Filmen und Büchern im Bereich des Horrors, aus den Jahren 1950 bis 1980 stammend.

Heyne (Random House)

Taschenbuch

11,99 Euro

ISBN: 978-3-453-43573-5

https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Danse-Macabre/Stephen-King/Heyne/e350562.rhd

 

 

Autorin: Saskia Liske

Lerche Dialekt: diesmal Schwäbisch

Bodenständig, sparsam, herzlich, humorvoll und kulinarisch… Adjektive, mit denen die Schwaben gerne bedacht werden. Zwischen modernen Städten, Fachwerkhäusern und farbenprächtiger Landschaft können Besucher des Schwabenlandes viele schöne Ereignisse erleben. Eines davon bleibt sicherlich lange im Gedächtnis: die schwäbische Mundart.

Schwäbisch – ein besonderer Dialekt

Nicht nur die Dialektgruppe auch die Gegend – Schwaben – ist etwas Besonderes. Als ehemalig historisch-politischer Raum wird Schwaben heute etwa mit der Gegend zwischen dem Schwarzwald im Westen und dem Lech im Osten, dem Bodensee im Süden und dem südlichen Teil der Region Heilbronn-Franken im Norden gleichgesetzt.
Gesprochen wird Schwäbisch in verschiedenen, angrenzenden Regionen im deutschsprachigen Raum. Besonders ausgeprägt findet es sich im mittleren und südöstlichen Bereich Baden-Württembergs, im Südwesten Bayerns sowie im äußersten Nordwesten Tirols und unterteilt sich in West-, Mittel- und Ostschwäbisch. Die Dialektgruppe gehört linguistisch gesehen zu den alemannischen Dialekten und damit zum Oberdeutschen. Im Süden der Region (ab Sigmaringen) geht das Südwestschwäbische in das Bodenseealemannische über.

Einblicke in typisch schwäbische Regionalküche

Bubenspitzle
Wenn man sich mal dieses Gericht anschaut, weiß man, wieso die Schupfnudeln im schwäbischen Munde so genannt werden. Aber mit normalen Nudeln haben sie wenig zu tun, da es in der schwäbischen Küche vor allem Kartoffelrezepte sind. Traditionell werden sie mit Kraut gegessen, aber auch süß mit Apfelmus, Zimt und Zucker sind sie ein Genuss.

Herrgottsbscheißerle
Wer hätte gedacht, dass die Schwaben ihre Maultaschen so nennen. Doch der Name ist Programm, denn da während der Fastenzeit bis zum Ostersonntag traditionell kein Fleisch gegessen werden darf, wurde einfach das Fleisch einfach in den Maultaschen versteckt. So kann der liebe Gott eben nicht genau sehen, was gegessen wird.
Mittlerweile gehören die Maultaschen zu den traditionellen, schwäbischen Gerichten und werden auch an anderen Tagen verzehrt – und das in vielen verschiedenen Varianten. Ob geschmälzt, gebraten, in der Suppe oder sogar als Auflauf oder Salat. Man kann sie einfach immer essen!

Nonnenfürzle
Das Schmalzgebäck besteht aus einem luftigen Brandteig, weshalb sich wohl auch der Name Nonnenfürzle von den Darmwinden der Nonnen ableiten lässt, welche auch für die Herstellung des Gebäcks verantwortlich waren. Traditionell verspeist werden die kleinen, in Zucker gewendeten Gebäckkugeln nämlich zur Fastnacht.

Und wer noch mehr Interessantes über die schwäbische Küche erfahren will, dem sei das Kochbuch schwäbisch: Echt schwäbisch! ans Herz gelegt. Hier lassen wunderbare Rezepte aus dem Schwabenländle entdecken, nachkochen und genießen!

Wohl bekommt´s!

Simon Tress: Kochbuch schwäbisch: Echt schwäbisch! 85 Familienrezepte ausm Ländle. Mit guten Speisen wird nicht gegeizt im Heimatland der Spätzle. Authentische schwäbische Regionalküche, die glücklich macht. Christian Verlag GmbH 2016.

Der Lerche-Veranstaltungskalender für August

© Canva

Die Prüfungsphase ist endlich vorbei und der Urlaub steht vor der Tür. Aber auch für diejenigen, die bei diesen Rekord-Temperaturen noch nicht in die Semesterferien starten können, haben wir einige Ideen, um zwischendurch den Sommer zu genießen.

 

03.08. – 12.08.

Leipziger Markt Musik 2018

Die Musikstadt Leipzig startet in diesem Jahr ein neues Sommerfestival. Anfang August präsentieren Orchester, Bands, Artisten und Wortkünstler vor der Kulisse des Alten Rathauses ihr Können.

 

Beginn: jeden Tag um 11 Uhr

Location: Leipziger Marktplatz

Eintritt: frei

Web: https://www.leipziger-markt-musik.de/

 

06.08.

Konzert am Bachdenkmal

Jeden Montag im August bekommt man die Möglichkeit am Bachdenkmal Konzerte namhafter internationaler und nationaler Künstler zu lauschen. Es sind neun Konzerte von Bach bis Blues geplant. Ein Muss für alle Musikliebhaber!

 

Beginn: 19 Uhr

Location: am Bachdenkmal vor der Leipziger Thomaskirche (bei Regen in der Thomaskirche oder im Hildebrand & Partner Haus)

Eintritt: frei

Web: https://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/veranstaltungen-und-termine/eventsingle/calendar/2018/08/06/event/tx_cal_phpicalendar/konzert-am-bachdenkmal-24/

 

08.08.

Arabische Nächte – Geschichten aus 1001 Nacht

Bist du nach den Prüfungen total ausgelaugt und willst am liebsten ganz weit weg? Dann lass dich mit süßem Honiggebäck und Geschichten aus 1001 Nacht in den Orient entführen. Es wird auf Deutsch und Arabisch gelesen.

 

Beginn: 19:30

Location: Bibliothek Plagwitz „Georg Maurer“

Eintritt: frei

Web: https://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/veranstaltungen-und-termine/eventsingle/calendar/2018/08/08/event/tx_cal_phpicalendar/arabische-naechte-geschichten-aus-1001-nacht-2/

 

17.08.

Gefährliche Liebschaften

Das Ensemble „Gefährliche Liebschaften“ ist ein unterhaltsames Sommertheater vom Schauspiel Leipzig. Das Theaterstück nach dem gleichnamigen Roman gehört zu den Klassikern der Weltliteratur und handelt von verhängnisvollen Affären, sowie Intrigen der höfischen Rokoko-Gesellschaft kurz vor Ausbruch der Französischen Revolution.

 

Beginn: 19:30 (Einlass ab 18:30)

Location: Gohliser Schlösschen

Eintritt: 9 bis 22 € zzgl. VVK-Gebühr

Web: http://www.gohliser-schloss.de/html/kunst_theater.php

 

17.08. – 19.08.

Leipziger Wasserfest 2018

Zum 18. Mal können die Besucher anlässlich des Leipziger Wasserfestes mit Booten die Stadt vom Wasser aus betrachten. An allen Seen und Wasserstraßen werden interaktive Aktionen bereitgestellt. Weiterer Bestandteil sind Wasserspiele, die Bootsparade und das Entenrennen.

 

Location: verschiedene Veranstaltungsorte innerhalb Leipzigs

Eintritt: frei

Web: http://www.wasserfest-leipzig.de/start/

 

30.08.

300 Jahre sächsische Kaffeekulturgeschichte

Viele Sachsen können nicht auf ihren Kaffee verzichten. Ihr auch nicht? Dann ist diese Museumsführung genau das richtige für euch.

 

Beginn: 17 Uhr

Location: Museum „Zum Arabischen Coffe Baum“

Eintritt: frei

Web: https://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/veranstaltungen-und-termine/eventsingle/calendar/2018/08/30/event/tx_cal_phpicalendar/300-jahre-saechsische-kaffeekulturgeschichte-5/

 

Autorin: Janka Diettrich