Der Werther-Effekt und das Drama mit den Suizid-Dramen

 

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Im März 2017 erschien auf Netflix die Serie „Tote Mädchen lügen nicht“, welche den Suizid einer High-School-Schülerin thematisiert. Nach der Veröffentlichung entstand eine Diskussion darüber, ob die Thematik und Darstellung der Serie den sogenannten Werther-Effekt hervorrufen kann.

In der Serie nimmt sich die 16-jährige Hannah Baker das Leben. Nach ihrem Suizid erhält ihr Mitschüler Clay ein Packet mit Kassetten, auf denen Hannah die Gründe für Ihr Handeln erklärt. Die erste Staffel wurde von Kulturkritikern für die Thematisierung von u.a. Mobbing und Suizid gelobt. Gleichzeitig wird sie für die Darstellung von Hannah Baker und Ihren Taten scharf kritisiert, da diese zu Nachahmungen führen können.

Was ist der Werther-Effekt?

Der Werther-Effekt beschreibt einen Anstieg an Suiziden, bzw. Suiziden auf eine bestimmte Art, nachdem diese in den Medien viel Aufmerksamkeit bekommen haben. Daher wird dieses Phänomen auch als Nachahmungs- oder Imitationseffekt genannt. Der Name Werther-Effekt geht auf das Jahr 1774 zurück, als mit dem Erscheinen von Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ eine Suizidwelle, vor allem bei jungen Männern, auftrat. Das Buch wurde damals sogar zeitweise verboten.

Ein weiteres Beispiel für diesen Effekt sind die hohen Zahlen der Selbstmorde in der, damals neugebauten, Wiener U-Bahn in den achtziger Jahren. Durch die hohe Suizidrate war die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit sehr hoch, was zu häufigen und detailreichen Berichten führte, welche dann wiederum weitere Nachahmer verursachten. Um dem ein Ende zu setzten, wurde 1987 ein Leitfaden vom Kriseninterventionszentrum veröffentlicht. Der „Leitfaden über Berichterstattung von Suizid“ zeigt die Risiken von zu detailreichen Berichten auf und nennt Möglichkeiten, wie mit verringerten Gefahr berichtet werden kann. In den letzten 30 Jahren wurde der Leitfaden stetig aktualisiert und überarbeitet. Die neueste Version erschien im Mai 2017.

Berichterstattung bei Suizden

Auch in Deutschland gibt es Hinweise für die Berichterstattung bei Suiziden. Das Nationale Suizidpräventionsprogramm stellt auf seiner Webseite Informationsmaterialien zur Verfügung.  Inhaltliche stimmen diese Richtlinien mit den österreichischen weitgehend überein. Einige wichtige Punkte sind:

  • Keine Beschreibung von Tatort- und Hergang
  • Keine persönlichen Details über das Opfer nennen
  • Keine Interviews mit Angehörigen kurz nach der Tat
  • Keine Abschiedsbriefe o.ä. abdrucken
  • Keine Romantisierung oder Verurteilung der Tat

Es ist wichtig, dass suizidgefährdete Menschen sich nicht mit den Opfern identifizieren oder ein Gefühl der Verbundenheit entwickeln. Wenn z.B. der Ort und Hergang genau beschrieben wurden, könnte jemand sich auf die selbe Art das Leben zu nehmen umso im Tod nicht alleine zu sein.

Das Thema nicht totschweigen

Bei der Veröffentlichung der Leitfäden kam die Kritik auf, dass diese die Pressefreiheit einschränken. Ziel ist es jedoch nicht, die Berichterstattung zu behindern, sondern Menschen zu schützen. Nach der Einführung des Leitfadens in Österreich sind die Suizide in der Wiener U-Bahn zurückgegangen und seit damals auf einem konstanten Level. Eine weitere Möglichkeit die Suizidgefahr zu senken, ist der Papageno-Effekt. Berichte über Menschen, die Krisensituationen bewältigt haben, Lösungsansätze und professionelle Hilfsangebote können Suizide verhindern.

Seit Erscheinen der Netflix-Show sind bereits Fälle aufgetreten, die auf Nachahmung schließen lassen, was die Diskussionen über die Serie nur verstärkt hat. Aber Verteidiger der Serie sehen in den angesprochenen Themen einen wichtigen Beitrag zur Enttabuisierung. Denn es ist wichtig, über Suizid zu sprechen. Doch das bringt die Serie selbst und die Macher der Serie in einen ähnlichen Konflikt wie ihn Journalisten bei Suizidmeldungen gegenüberstehen.

Autorin: Annekatrin Franke

Der Lerche-Veranstaltungskalender für Januar

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Wir hoffen auch ihr seid gesund und munter in das neue Jahr 2018 gestartet. Und auch dieses Jahr geht es wie gewohnt mit einigen Tipps weiter, um sich die Vorprüfungszeit oder den wieder einkehrenden Arbeitsalltag zu versüßen. Schaltet ab, denkt um oder lasst euch inspirieren.

 

12.01.2018 – 25.02.2018

Leipziger Eistraum 2018

 

Auch dieses Jahr verwandelte sich der Augustusplatz in eine Eislaufbahn. Mit Hütten, Stehtischen, Feuerschalen und einer 36 Meter hohen Winterrutsche wird hier zum Verweilen, Aufwärmen und sportlichen Treiben geladen. Schlittschuhe können für 3€ ausgeliehen werden.

 

Beginn: 10 – 22Uhr

Location: Augustusplatz vor der Oper

Monetos: Einzelkarte – 3,50 € / 2,50 €

10er-Karte – 31,50 € / 22,50 €

Web: https://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/veranstaltungen-und-termine/eventsingle/calendar/2018/01/12/event/tx_cal_phpicalendar/leipziger-eistraum-2018/

 

14.01.2018

Theaterfest 2018

 

Theater mal von einer anderen Seite erleben? Möglich ist das alles im Theater der Jungen Welt. Zum Theaterfest finden auf allen Bühnen und in den kleinsten Winkeln des Theaters Shows und Lesungen statt. An der Bar kann sich für die nächste Runde des vielfältigen Programms gestärkt werden.

Und vielleicht ersteigert ihr auch eines der ausgefallenen Kostüme aus dem Fundus.

Wer weiß, Überraschungen sind auf jeden Fall nicht ausgeschlossen.

 

Beginn: 14 Uhr

Location: Theater der Jungen Welt

Monetos: 1,00 €

Web: http://www.theaterderjungenweltleipzig.de/spielplan-000536.html

 

20.01.2018

UniBigBand

 

Wer sie noch nicht gesehen hat, sollte diese Chance nutzen! Die UniBigBand bereichert seit mehr als elf Jahren Leipzigs musikalische Vielfalt. Als viermaliger Preisträger des internationalen Bigbandfestivals macht die etwa 20-köpfige Band ihrem Ruf alle Ehre. Hier bekommt ihr Swingstandards, Latin Jazz und moderne Jazzkompositionen auf die Ohren.

 

Beginn: 20 Uhr (Einlass: 19:45 Uhr)

Location: die naTo

Monetos: 10€ / 6€ (VVK: 9,50€ zzgl. Gebühren bei Culton Ticket und tixforgigs.com)

Web: https://www.facebook.com/events/131778364202614/

 

30.01.2018

European Outdoor Film Tour 17/18 Leipzig

 

Euch kitzelt bereits das Fernweh und ihr plant schon euren nächsten Trip ins Unbekannte? Lasst euch doch von den Outdoor-Geschichten, den sportlichen Höchstleistungen und den faszinierenden Begegnungen auf der Leinwand inspirieren. Ein Abend voller Bildgewalt verspricht die E.O.F.T. mit dem Slogan:

„No casting. No actors. No makeup. This is real.“

 

Beginn: 20 Uhr (Einlass: 19:30 Uhr)

Location: WERK2-Kulturfabrik

Monetos: 16,50 €

Web: https://www.eoft.eu/de/tickets/details/event-european-outdoor-film-tour-201718-kulturfabrik-werk2-leipzig-2018-01-30_20-00/?utm_source=facebook&utm_medium=eventpage&utm_campaign=DE_Leipzig_30_1_2018_20Uhr

Autorin: Melody Schieck

Lerche liest: Bücher über … dystopische Welten

Vor einigen Wochen habe ich ein Buch in einer Hugendubel-Filiale entdeckt. Eine Hardcover-Ausgabe mit Schutzumschlag. Ausschließlich die Farben Schwarz, Weiß und Rot finden Verwendung. Um welches Buch handelt es sich? Es ist die Neuauflage von Margaret Atwood’s Erfolgsroman „Der Report der Magd“. Der Roman beschäftigt sich mit einer fiktiven, dystopischen Welt. Nachfolgend stelle ich euch vier dystopische Geschichten vor, die meiner Meinung nach sehr gelungen sind.

 

Corpus Delicti – Ein Prozess von Juli Zeh

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Die Handlung spielt sich in der Mitte des 21. Jahrhunderts ab und dreht sich hauptsächlich um die junge Mia Holl, die einen Justizirrtum an ihrem Bruder aufklären will. Soweit so gut, jetzt muss man sich aber mal vorstellen, dass der Staat sich die Gesundheit jeden Bürgers zur Pflicht gemacht hat. Ständig werden Blutwerte, sportliche Aktivitäten und körperliches Befinden überprüft und dokumentiert.

Bei Abweichungen schreitet der Staat sofort ein. Mia, die unter dem Tod ihres Bruders und den Beschuldigungen des Staates seelisch und körperlich sehr leidet, muss sich durch dieses engstirnige System arbeiten. Wird sie es schaffen, die komplette Wahrheit herauszufinden und die mögliche Unschuld ihres Bruders zu beweisen?

 

 

 

btb-Verlag

Taschenbuch, 264 Seiten, 10,00 Euro

ISBN: 978-3-442-74066-6

Mehr Infos unter: https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Corpus-Delicti/Juli-Zeh/btb-Taschenbuch/e321917.rhd

 

Fahrenheit 451 von Ray Bradbury

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Ein Roman, der zu den Klassikern gezählt wird und viel über Bücher zu erzählen weiß. 

Amerika in der Zukunft: Guy Montag ist Feuerwehrmann, aber der Job beinhaltet in dieser fiktiven Welt eine andere Aufgabe als nur physisches Feuer zu löschen. Als Feuerwehrmann hat er die Aufgabe versteckte Bücher und Zeitschriften zu finden und auf Geheiß des Staates zu verbrennen. Schließlich sind Bücher Schatzkisten des Wissens und eigenständiges Denken ist nicht gerne gesehen. Deswegen werden Feuerwehrmänner wie Guy losgeschickt; dabei ist der Titel eine Anspielung auf die Temperatur des Feuers. Denn bei 231 Celsius oder 451 Fahrenheit verbrennt Papier. Noch ist Guy ein Verfechter des Systems, bis er durch eine Begegnung anfängt, alles in Frage zu stellen und die Ereignisse sich zu überschlagen beginnen.

 

 

Heyne-Verlag

Taschenbuch, 192 Seiten, 8,99 Euro

ISBN: 978-3-453-16412-3

Mehr Infos unter: https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Fahrenheit-451/Ray-Bradbury/Heyne/e164779.rhd

 

Ich fürchte mich nicht von Tahereh Mafi (Shatter Me Trilogie)

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Stell dir vor, du lebst in einer fast vollkommen zerstörten Welt, in der wenige Auserwählte mit einer Gabe gesegnet sind. Ob unsichtbar machen oder schnell rennen, es gibt viele verschiedene Talente. Juliette jedoch sieht ihre Fähigkeit nicht als Gabe, sondern als einen Fluch an. Seit ihrer Kindheit wird sie hinter Schloss und Riegel gehalten. Jeder begegnet ihr mit Angst und Schrecken, sodass das Mädchen sich vollkommen alleine fühlt und nur ein Schatten ihrer selbst ist. Es heißt sie sei gefährlich, denn mit nur einer Berührung ist sie fähig zu töten. Als die Machthaber von ihrer Fähigkeit erfahren, wollen sie sie um jeden Preis zu ihrer Waffe machen. Juliette will dies jedoch nicht zulassen und beginnt einen unerbittlichen Kampf: Gegen ihre Peiniger und gegen sich selbst.

 

 

 

Goldmann Verlag

Taschenbuch, 336 Seiten, 9,99 Euro

ISBN: 978-344247849

Mehr Infos unter: https://www.randomhouse.de/Buch/Ich-fuerchte-mich-nicht/Tahereh-Mafi/Goldmann/e382879.rhd

 

Der Report der Magd von Margaret Atwood

©Piper-Verlag

Was ist deine Aufgabe in der zukünftigen Republik Gilead? Bist du die Frau eines Kommandanten, unfruchtbar und auf Hilfe anderer angewiesen, eine Martha und schmeißt den Haushalt des Kommandanten oder eine Magd, deren Aufgabe darin besteht, Kinder der Kommandanten auszutragen? Mägde sind das heilige Gut von Gilead und werden um jeden Preis geschützt. Sie sind der kleine, noch fruchtbare Teil der Bevölkerung. Als Magd besteht dein Leben aus Gehorsam und der Aufgabe dich darauf zu konzentrieren, schwanger zu werden. Es gibt keinen Alkohol, keine Zigaretten oder ausgefallene Mahlzeiten für dich und auch sonst herrschen viele Regeln. Alles natürlich nur zu deinem Wohl! Aber was ist das für ein Leben? Genau das fragt sich die junge Desfred, die sich an das Leben vor der Republik noch erinnern kann. Langsam stellt sie nicht nur ihr Leben, sondern das aller Menschen in Gilead in Frage.Wird sie sich auflehnen und eine Hinrichtung riskieren, oder wird sie sich fügen und ihren Körper der Gesellschaft als Gebärmaschine zur Verfügung stellen?

 

Berlin-Verlag

Gebundene Ausgabe mit SU, 416 Seiten, 25,00 Euro

ISBN: 978-3-8270-1384-2

Mehr Infos unter: https://www.piper.de/buecher/der-report-der-magd-isbn-978-3-8270-1384-2

 

Autorin: Jana Menke

Jahreswechsel mit der Lerche – „Gute Vorsätze“

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Ich will mehr Sport machen! Ich will mit dem Rauchen aufhören! Ich will mich gesünder ernähren, weniger Fernsehen, mehr Zeit mit Freunden und Familie verbringen, mehr Geld sparen …

Wir alle kennen sie, stellen sie auf und vergeigen die Umsetzung.

Gute Vorsätze für das neue Jahr

 

Man nimmt sich etwas am 31.12. vor, um es am 01.01. zu vergessen.  Klingt enttäuschend? Das ist es auch. Also warum verzichten wir nicht einfach mal auf die wagen, undefinierten Vorhaben? Denn ganz ehrlich, wenn man es schon von Januar bis November nicht schafft die eigenen Pläne zu verwirklichen, warum sollte es im Dezember klappen?

Wie wäre es, die „guten Vorsätze“ dieses Jahr bzw. nächstes gemeinsam zu schwänzen? Denn oft machen sie uns doch nur unzufrieden und zeigen unsere Fehlbarkeit auf. Deswegen: kein Druck „Es“ durchzuziehen und kein Schamgefühl bei der Frage: „Wie läuft es mit deinen Vorsätzen?“ Wir sollten entspannt in das nächste Jahr starten mit der Antwort: “Läuft super, ich hatte keine!“

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Vorsatz, nicht Ziel

Doch woher rührt dieses ständige Scheitern an den eigentlich guten „Zielen“? Zuerst einmal ist ein Vorsatz kein Ziel, er ist unverbindlich und erinnert mehr an Wunschdenken als an Fokussierung.

Ich will mehr Sport treiben. – Ja, aber wie viel ist mehr? Welchen Sport will man treiben und wie oft?

Und dann diese Angelegenheit mit der Ausdauer, es durchzuhalten. Entgegenwirken kann man hier jedoch schon mit kleinen guten Vorsätzen (besser: Zielen) die erst mal nicht zu hoch gegriffen und sowohl kurz- als auch langfristig umsetzbar sind. Den zeitlichen Faktor darf man also nicht aus den Augen verlieren. Ablenkungen, sowohl beruflich als auch privat, machen es zusätzlich schwer.

Wichtig ist dann: Prioritäten setzen!

Und wenn dann noch genug Geduld vorhanden ist, werden die Ziele zu Gewohnheiten. Sobald Gewohnheit einkehrt, fühlt es sich so an, als koste es gar keinen Aufwand mehr sich an die selbst aufgestellten Regeln zu halten. Dann wird der regelmäßige Sport zum Alltag und ist so selbstverständlich wie das Zähneputzen nach dem Aufstehen.

Mit Ehrlichkeit, vor allem zu sich selbst, kommt man weiter als gedacht. Aus diesem Grund ist es besser, sich selbst im Laufe des Jahres kritisch zu betrachten, um dann wirklich etwas zu ändern, anstatt sich am Ende des Jahres im Gruppenzwang gute Vorsätze aus der Nase zu ziehen, welche bald wieder ad acta gelegt werden. Es gibt immer mehrere Wege die zum Ziel führen. Man muss sich nur einen aussuchen der zur eignen Person passt. Vielleicht wird dann die auferlegte Pflicht schnell zu einem inneren Bedürfnis.

 

Die Krux mit den Guten Vorsätzen

Wenn also wieder einmal nach wenigen Tagen die Luft raus ist, bei unseren guten Vorsätzen, ist die Frage: was sollen wir nun tun? Durchziehen oder fallen lassen? Unser 5-Punkte-Plan sagt euch, was ihr tun könnt!

 

  1. Spezifische Ziele oder kleinere Teilziele anstatt „gute Vorsätze“ festlegen

  2. Einen Zeitrahmen oder Startpunkt wählen, der dem Ziel nützt und nicht dem Gruppenzwang am Jahresende nachhetzen

  3. Sich die Vorteile vor Augen halten und somit Verbündete (z.B.: Trainingspartner) finden und überzeugen

  4. Bei ersten Erfolgen – Belohnen

  5. Rückschläge sind zu erwarten, solange man danach weitermacht

Atmet tief durch und entspannt euch. Der Jahreswechsel wird mit etwas Selbstreflextion genau das, was ihr braucht – auch ohne „gute Vorsätze“.

Autorin: Melody Schieck

Weihnachten, Julfest, Christmas Eve und Noche Buena

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Vier Bezeichnungen, ein Fest und viele unterschiedliche Bräuche

Weihnachten ist wohl eines der schönsten Feste des Jahres. Mit dem Dezember beginnt die Weihnachtszeit und die eigenen vier Wände werden mit Tannenzweigen, Kerzen und Weihnachtsschmuck dekoriert. Aber in jedem Land wird Weihnachten ein bisschen anders gefeiert… Vier Länder und ihre Weihnachtsbräuche stellen wir euch hier vor!

 

 

Weihnachten in Deutschland

Herzstück jedes Hauses ist und bleibt der Weihnachtsbaum. Dieser erstrahlt meist durch etliche Lichterketten und erhält seine besondere Note durch Christbaumkugeln, Strohsterne oder häufig auch gebastelte, individuelle Schmuckstücke. Selbstgetrocknete Orangen erfüllen das ganze Haus mit ihrem süßen Duft. Mit dem ersten Sonntag des Monats beginnt der erste Advent und die erste Kerze des reichlich verzierten Adventskranzes wird angezündet. Hierzulande ist es Brauch, dass die Familie sich an den Adventsonntagen zusammen findet, Speis und Trank teilt und den Kindern Geschichten vorliest. Vor allem Glühwein und Lebkuchen finden hier großen Anklang. Selbst gebastelte, aber auch gekaufte Adventskalender mit 24 Türchen und kleinen Überraschungen sollen die Vorfreude auf Heiligabend steigern.

Am 24. Dezember gibt es dann, nach dem Besuch der Messe, ein großes Festmahl. Ob Fisch, Entenbraten, Raclette oder Nudelsalat mit Heißwürstchen, beim Abendessen kommen alle zusammen. Gut gesättigt findet dann die Bescherung unter dem Weihnachtsbaum statt. Die Geschenke hat das Christkind oder der Weihnachtsmann unter dem Weihnachtsbaum platziert. Im Anschluss klingt der Abend im Kreise der Familie aus. Der erste und zweite Weihnachtstag sind für die Verwandtschaft reserviert. Oftmals werden Großeltern, Tanten und Onkel besucht. Mit dem 26. Dezember endet die Weihnachtszeit und es heißt wieder ein Jahr warten.

So oder so ähnlich wird hierzulande Weihnachten gefeiert. Wie aber wird in Schweden, Spanien oder England gefeiert?

 

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Weihnachten in Schweden

Die Schweden zelebrieren das Julfest, oder besser bekannt als „das Fest der Heiligen Lucia.“ Die Weihnachtszeit dauert fast zwei Wochen länger als bei uns. Sie beginnt am ersten Advent und endet am 13. Januar. Der 13. Dezember ist in Schweden ein wichtiges Datum, denn es ist der Tag der Heiligen Lucia. Die Heilige Lucia wird oft mit einem Kerzenkranz auf dem Kopf dargestellt. Ihre Aufgabe besteht darin, Licht in das Dunkel zu bringen. Der ältesten Tochter jeder Familie kommt eine besondere Aufgabe zuteil: Sie darf als Heilige Lucia verkleidet die gesamte Familie wecken. Dementsprechend tragen die ältesten Töchter ein weißes Kleid und einen Kranz auf dem Kopf. Die Eltern dürfen an diesem Tag entspannt im Bett bleiben, denn ein weiterer Brauch besteht darin, dass die Kinder ihren Eltern Gebäck an das Bett bringen.

Ein Weihnachtsbaum darf auch in Schweden nicht fehlen. Dieser wird mit Strohpuppen, Lichterketten und Gebäck geschmückt. Wie auch bei uns, ist der 24. Dezember der wichtigste Tag der Weihnachtszeit. Schweinfußsülze, Fisch in Cremesoße und Köttbullar sind beliebte Speisen für das „Julbord“, bevor die Bescherung unter dem Weihnachtsbaum stattfindet. Die Geschenke wurden liebevoll von dem „Jultomten“ platziert. Im Anschluss findet sich die ganze Familie in der Kirche zur Mitternachtsmesse ein, oder besucht am 25. Dezember die Frühmesse. Mit dem 13. Januar, dem Knutstag, an dem der gesamte Weihnachtsbaum „geplündert“ wird, endet die Weihnachtszeit.

 

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Weihnachten in Spanien

In Spanien spielt die Weihnachtslotterie, welche am 22. Dezember stattfindet, eine große Rolle. Der Hauptgewinn („El Gordo“) besteht aus einer beträchtlichen Summe Geld. Nach christlichem Glauben kamen die drei heiligen Könige am sechsten Januar nach Bethlehem und Beschenkten das Christkind. Dementsprechend geht die Weihnachtszeit in Spanien bis zum sechsten Januar. Am 24. Dezember findet sich auch in Spanien die Familie zusammen, um gemeinsam zu speisen. Am „Noche Buena“, so wird Heiligabend in Spanien genannt, wird häufig „Turron“ serviert. Eine Spezialität, bestehend aus Mandeln, Zucker, Honig und Eiern. Im Anschluss wird die Mitternachtsmesse besucht. Anders als in Deutschland und Schweden, wird in Spanien meist kein Weihnachtsbaum aufgestellt, sondern lediglich eine Krippe. Traditionell findet die Bescherung nicht an Heiligabend statt, sondern erst im neuen Jahr, am Tag der heiligen drei Könige. Am 28. Dezember wird dann der „Dia de los Santos Inocentes“ zelebriert. Vergleichbar ist dieser Tag mit unserem ersten April. Es ist der Tag der Heiligen Unschuldigen und es werden viele Streiche gespielt. Am fünften Januar findet in vielen Städten ein Umzug statt. Auf Kamelen reiten die heiligen drei Könige durch die Straßen. Spanische Kinder legen Brot und Wasser vor die Tür und bekommen als Dank am nächsten Tag Geschenke, oder im Falle von Unartigkeit ein Stück Kohle.

 

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Weihnachten in Großbritannien

Der englische Weihnachtsschmuck erinnert häufig an Dekoration für eine Geburtstagsparty. Viele bunte Girlanden und Luftschlangen werden im ganzen Haus aufgehängt. Auf dem Esstisch finden häufig sogar Partyhütchen und Tröten ihren Platz. Zur Feier des Tages wird in vielen Haushalten ein Truthahn serviert. Anschließend gibt es noch eine Kleinigkeit zu naschen – den Plumpudding. Jeden der jetzt an einen Pudding denkt, werde ich nachfolgend enttäuschen, denn es handelt sich nicht um einen Pudding, sondern um einen Kuchen, bestehend aus Rosinen und Nüssen. Das Highlight dieses Küchleins ist eine eingebackene Münze. Finder dieser Münze darf sich etwas wünschen.

Nachdem alle gut gesättigt sind, begibt sich die Familie in das Wohnzimmer, um ein Seil zu spannen, an dem sie ihre langen, weihnachtlich verzierten Socken aufhängen, die in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember von „Father Christmas“ mit Geschenken befüllt werden. Die Bescherung findet in England erst am Morgen des 25. Dezember statt. Am Nachmittag findet sich häufig die gesamte Familie im Wohnzimmer ein, um zusammen Weihnachtsfilme zu schauen. Am „Boxing Day“, dem 26. Dezember“, werden oftmals Freunde und Verwandte besucht. Mit diesem Tag findet in England die Weihnachtszeit ihr Ende.

Auch wenn jedes Land seine eigenen Bräuche und Traditionen hat, so ist eines nach dieser kurzen Einweisung in andere Bräuche klar – die Familie ist das Herzstück jedes Weihnachtsfestes!

 

Autorin: Jana Menke

Der Lerche-Veranstaltungskalender für Dezember

Monat Dezember
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Langsam fängt es auch den hart Gesottenen an zu frösteln und trotz der nachvollziehbaren Tendenz sich jetzt zu Hause einzukuscheln, haben wir ein paar Empfehlungen für die es sich lohnt im Dezember doch mal einen Fuß vor die Tür zu setzen.

 

07.12.2017

Tools for Fools – Adventskränze

 Hier wird gewerkelt!

Mit Wiesengrün Leipzig, der mobilen Blumenmanufaktur, gestaltet ihr weihnachtliche Dekorationen und Kränze. Egal ob für Tür oder Tisch: es gibt keine Grenzen. Lasst eurer Fantasie freien Lauf!

Schreibt einfach eine Mail an: kontakt@krudebude.de und meldet euch an.

 

Beginn: 17 Uhr (circa 3h)

Location: krudebude am Stannebeinplatz 13

Monetos: 15€

Web: http://wiesengruen-leipzig.de oder https://www.facebook.com/blumenleipzig/

 

 

09.12.2017

5. Vegane Weihnachtsmarkt in Leipzig

Weihnachtsmarkt kann jeder, wir haben für euch mal etwas Anderes entdeckt. In der Südvorstadt findet dieses Jahr zum 5. Mal der Vegane Weihnachtsmarkt vom „Bündnis Leipziger Tierrechtler“ und „Neues Vorum“ statt.

Euch erwarten selbstverständlich vegane Leckereien, Shows, Handwerks- und Infostände. Das besondere Highlight: Wichteln für ALLE. Also bring einfach ein verpacktes Geschenk mit und nimm dafür eine andere Überraschung entgegen!

 

Beginn: 11:00 – 20:00 Uhr

Location: Feinkost eG, Karl-Liebknecht-Straße 36

Monetos: Kostenlos

Web: https://neues-vorum.de/weihnachtsmarkt/

 

11.12.2017

Kabarett: Schneeflöckchen, verpiss dich!

Für alle Grinches und Weihnachtsmuffel unter uns geeignet! Julian Nort präsentiert als Jack einen Wirt, der schon lange mit dieser Zeit des Jahres abgeschlossen hat und sich lieber in der Vergangenheit verliert. Mit von der Partie: sein guter Geist „Schneeflöckchen“, die alles daran setzt, Jack doch noch in Stimmung zu bringen. Ob das klappt? Das müsst ihr wohl selbst herausfinden.

 

Beginn: 20:00 Uhr

Location: Kabarett/ Theater SANFTWUT in der Mädler Passage Leipzig

Monetos: 21€ (Reservierung & Online Ticket möglich)

Web: www.sanftwut.de

 

16.12.2017

89/90

Das unglaublich erfolgreiche Stück von Claudia Bauer nach Peter Richters DDR-Erinnerungsroman ist in jedem Fall einen Besuch wert. Dramatisch, extravagant und mitreißend werden die verschiedenen Schicksale der Dresdner Jugend zur Wendezeit erzählt.

„Hätte man damals schon sagen können, wer wem einen Baseballschläger über den Kopf haut?“

Einfach ein MUSS für Kulturliebhaber!

 

Beginn: 19:30 Uhr (ca. 3:15h, inkl. Pause / ab 19Uhr Einführung im Rangfoyer)

Location: Schauspiel Leipzig, Bosestr. 1

Monetos: je nach Platz 13 – 29€ ( man sieht aber überall gut 😉 )

Web: www.schauspiel-leipzig.de

 

23.11.2017 – 07.01.2018

Eislaufen am P.C.

Unsere Empfehlung für die Zeit zwischen den Festen und um den bereits angelegten oder noch kommenden Schlemmerkilos entgegenzuwirken: Vor dem Paunsdorf Center findet ihr die größte, mobile Eislaufbahn in Leipzig. Wer keine Schlittschuhe hat, kann sich hier für 2,50€ ein Paar ausleihen.

Und wenn es euch nicht gerade an einem Feiertag dort hin verschlägt, gibt es Shopping direkt im P.C. obendrauf!

 

Beginn: Montag – Samstag 10:00 – 20:00 Uhr

Sonntag 12:00 – 19:00 Uhr

(+ Sonderöffnungszeiten 22.12.17, Silvester, Neujahr)

Location: Paunsdorf Center Leipzig

Monetos: Kinder bis 16 Jahre: 2,50 €

Erwachsene: 3,50 €

Gruppen ab 10 Personen: 2 € pro Person

Web: http://paunsdorf-center.de/news-detail/PC%20Eisbahn

 

31.12.2017

Brunch

Bevor dann endgültig mit all den guten Vorsätzen ins neue Jahr gestartet wird, gönnt euch vor dem mitternächtlichen „Rein-Feiern“ ein gemütliches Zusammensitzen und gemeinsames Auftanken. Wie? Zum Beispiel beim Brunchen am Silvestermorgen (oder -mittag).

Von uns bekommt ihr drei Vorschläge:

 

Espitas BBQ Brunch

Für: 15,90€ p.P.

Bekommt ihr: warme Speisen (mexikanische & internationale Küche), Rippchen, Enchiladas, Suppen, Wraps, Desserts, Salate, Cremes & Dips, Nachos und klassische Frühstücksleckereien

Hier: Torgauer Str. 306, Leipzig

 

Mørtelwerk Brunch

Für: 14,50€ p.P.

Bekommt ihr: verschiedene Brötchen, kleine Croissants, Brot, Serranoschinken, Salami, Käseaufschnitte, hausgemachten Quark und Gurkensalat, warme Speisen + Industriecharme obendrauf

(hausgemachten Limonaden inkl., Heißgetränke zahlt ihr extra)

Hier: Am Kanal 28, Leipzig

 

Brunch im Bellini’s

Für: 15,90€ p.P.

Bekommt ihr: Brötchen, Croissants, Wurst-, Käse-, Obstplatten, alle Arten von Eiervariationen, warme Speisen wie Sauerkraut, Kassler, sowie diverse Beilagen

(inkl. Kaffee, Tee und Säfte)

Hier: Barfußgäßchen 3, Leipzig

Achtung: wir empfehlen in jedem Fall vorher zu reservieren!

 

Autorin: Melody Schieck

Eine sprachliche Reise durch Deutschland

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Neue Redaktion, neues Glück! Aber worüber schreiben? Die Frage hat sich bereits bei unserem ersten Redaktionstreffen gestellt. Dabei ging es nicht nur um die 48. Ausgabe der Leipziger Lerche, sondern auch um unseren Blog. In den Semesterferien wurden bereits Ideen gesammelt, welche wir dann diskutiert und weiterentwickelt haben. Mit dem Ergebnis, dass wir heute eine neue Rubrik auf unserem Blog vorstellen: Lerche Dialekt.

Bei Lerche Dialekt fühlen wir einigen der (schrecklich-)schönen Mundarten, die sich in jeder Ecke Deutschlands finden, auf den Zahn. Es werden Ursprünge und Eigenheiten ergründet. Wir stellen Autoren und Werke vor. Den Beginn macht der Dialekt, der in Deutschland als einer der unbeliebtesten gilt: sächsisch.

Vorne weg: sächsisch ist natürlich nicht gleich sächsisch! Ein Leipziger klingt deutlich anders als ein Voigtländer. Die Analyse der feinen Unterschiede der Dialekte ist aber nicht das Ziel des Artikels. Nein, Ziel ist es, dass wir am Ende nicht nur über, sondern auch mit den Sachsen und ihrem Dialekt lachen. Vor nicht mal einem Monat wurde groß 500 Jahre Reformation gefeiert. Kaum beachtet dabei wurde in welches Deutsch Luther seine Bibel übersetzte. Bei der Übersetzung orientierte sich Martin Luther nämlich an der sächsischen Amtssprache. Sächseln war früher sogar schick! Bis zum 18. Jahrhundert war sächsisch, in Schrift und Grammatik, die Modesprache der preußischen Oberschicht.

Vielleicht sollten wir auch alle öfter daran denken, wie viele Personen und Persönlichkeiten, die heute für ihr Schaffen bewundert werden ins sächsische oder obersächsische geboren wurden. Um nur ein paar aufzuzählen: Martin Luther, Johann Sebastian Bach, Richard Wagner, Joachim Ringelnatz, Erich Kästner, Friedrich Nietzsche, Karl May und viele mehr. Und jetzt stelle man sich doch mal vor, dass all diese Leute mit einem (ober-)sächsischen Dialekt aufgewachsen sind und diesen vielleicht sogar zeitlebens gesprochen haben. Nach dieser Schocktherapie zur Wertschätzung des Sächsischen, hat man jetzt aber auch was zu lachen. Die Sachsen besitzen nämlich auch Humor. Denn bei sächsischen Witzen in sächsischer Mundart gibt es auf jeden Fall was zu lachen. Vielleicht erst mehr über den Klang als über den Witz an sich (aber was soll’s). Zum Verständnis erzählt der Sachse seinen Witz auch gern drei mal.

Bernd-Lutz Lange ist freiberuflich Kabarettist und Buchautor und seines Zeichens auch studierter Buchhändler. In seinen Bühnenprogrammen beschäftigt er sich stark mit dem Humor seiner Heimat. 2015 zog er nach damals fast 50 Jahren als Kabarettist ein erstes Resümee und veröffentlichte ein Buch mit seinen Lieblingswitzen „Teekessel und Othello“ (Aufbau-Verlag, 9783351036386, 10€), welches als Live-Mitschnitt einer Lesung auch als Hörbuch erhältlich ist.

In dieser Lesung stellt Lange seine Bühnentalente zur Schau und verleiht den Situationen und Figuren seiner Witze extra Charme. Die erzählten Witze sind dabei in verschiedene Rubriken unterteilt. So setzt man sich in der einstündigen Laufzeit mit Alltag, Romanzen, Kunst und u.a. der DDR humoristisch auseinander. Bernd-Lutz Lange hat in dieser Sammlung den Wahn- und Unsinn der Sachsen wunderbar auf die Spitze getrieben. So ist auch sein abschließender Ratschlag an jene, die sich ihres Dialektes schämen, so instruktiv wie aberwitzig:

„Erzählen Sie lieber ein paar Witz (..) und denken Sie daran, dass es in den alten Bundesländern einen riesigen Nachholbedarf für sächsischen Humor gibt. 60 Millionen Verbraucher und wir sind bei diesen Produkten nun wirklich die alleinigen Marktführer.“

Autorin: Annekatrin Franke

Lerche liest: Bücher über … andere Realitäten

Lerche liest: Bücher über … andere Realitäten

Jetzt, wo die dunkle Jahreszeit sich wieder in unsere Leben schleicht, lassen wir uns doch gern von Geschichten in fremde Welten und Realitäten entführen. Was bietet sich da also Besseres an, als eine kleine Vorstellung von Büchern, die sich um Parallelwelten und Alternativweltgeschichte drehen? Viel Spaß beim Schmökern!

 

Für Intellektuelle: Unendlicher Spaß von David Foster Wallace

©Kiepenheuer&Witsch

Eine verschobene Realität fängt den Leser von der ersten Seite des Buches ein. Die alternative Zeitrechnung mit Sponsorennamen (wie beispielsweise Jahr des Whoppers oder das Jahr der Inkontinenz-Unterwäsche) erzeugt gleichermaßen Belustigung wie Schrecken. Dieses Gefühl zieht sich durch den gesamten Roman, der sich mit hochkomplexen Themen wie Sucht, psychischen Krankheiten, schwierigen Beziehungefügen, Unterhaltsindustrie und Kapitalismus beschäftigt.

Im Buch selbst ist „Unendlicher Spaß“ ein Film, der Menschen süchtig nach seinen Bildern macht. Die Menschen merken nicht einmal während des Sehens, dass sie verdursten und verhungern. Im Zentrum der Geschichte steht der Filmemacher und sein Sohn Hal, ein Tenniswunderkind mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Mit literarischer Virtuosität, Absurditäten und einem literarischen Kosmos, der seinesgleichen sucht, gelang Foster Wallace sein literarisches Debüt und gilt heute als eines der einflussreichsten Romane seit 1923.

 

 

 

David Foster Wallace: Unendlicher Spaß

Kiepenheuer&Witsch

Hardcover, 1552 Seiten, gebunden mit SU, 39,95 Euro

ISBN: 978-3-462-04112-5

Mehr Informationen unter: https://www.kiwi-verlag.de/buch/unendlicher-spass/978-3-462-04112-5/

 

Für Fans von H.G. Wells: Die Landkarte der Zeit von Félix J Palma

© Rowohlt

Reisen durch die Zeit sind die neueste Sensation im viktorianischen London. Ein Bibliothekar hütet das Geheimnis der Landkarte der Zeit und spinnt seine Pläne mit den Protagonisten. Da ist zum einen der wohlhabende Andrew, der den Tod seiner großen Liebe durch Jack the Ripper verhindern will. Die junge Claire sehnt sich nach Abenteuer in der Zukunft, während Inspektor Garrett einem Mörder auf den Fersen ist, der mit Waffen tötet, die noch gar nicht erfunden sind.

Mit packenden Bildern und einem einzigartigen Verwirrspiel gelingt Palma es, den Leser zu fesseln. Auch die Einbettung des Autors H.G. Wells in den Figurenkosmos erzeugt gleichzeitig Faktizität als auch das beklemmende Gefühl, es könnte alles nur Illusion sein. Ist die vierte Dimension Realität oder nur Fiktion? Oder vielleicht das Ergebnis von mehreren Parallelwelten?

 

 

Félix J. Palma: Die Landkarte der Zeit

Rowohlt Verlag

720 Seiten, Hardcover, 24,95 Euro

ISBN 978-3-463-40577-3

Mehr Informationen unter: https://www.rowohlt.de/buch/Felix_J_Palma_Die_Landkarte_des_Himmels.2962620.html

 

Für Realisten und Polit-Satiriker: Plan D von Simon Urban

©Schöffling & Co.

Stellt euch vor, die deutsche Wiedervereinigung hat es nie gegeben und Egon Krenz ist seit 22 Jahren an der Macht. Die DDR ist pleite und Ostberlin ist kein schöner Ort: die Luft verpestet von Millionen Ölmotoren des Trabant-Nachfolgers Phobos. Aber es gibt eine letzte Chance für den Sozialismus, nämlich Wirtschaftsverhandlungen mit der BRD und ihrem Bundeskanzler Oskar Lafontaine. Doch dann geschehen mehrere Morde und Martin Wegener, Hauptmann der DDR-Volkspolizei, findet sich in einem Netz aus Intrigen und politischen Irrtümern wieder.

Urbans Polit-Satire spielt in seinem Roman auf so viele typische DDR-Alltagssituationen an, dass nicht nur Ostdeutsche auf ihre Kosten kommen. Universell hingegen gestaltet der Autor seine Hauptfigur, den gescheiterten Hauptmann. Dieser wird recht frei in seinen Obsessionen und Begehrlichkeiten geschildert, sodass eine explizite Sprache Verwendung findet.

Simon Urban: Plan D

Schöffling & Co.

552 Seiten, gebunden, 24,95 Euro

ISBN: 978-3-89561-195-7

Mehr Informationen unter: https://www.schoeffling.de/buecher/simon-urban/plan-d

 

Für Humanisten und Revolutionäre:

Die Drei Sonnen von Cixin Liu

©Heyne/Random House

Der Roman ist der erste zeitgenössische chinesische SF-Roman, der mit dem Hugo-Award ausgezeichnet wurde. Gezeichnet von der chinesischen Kulturrevolution empfängt die Astrophysikerin Ye in unserer heutigen Zeit eine an die Erde gerichtete Nachricht von Außerirdischen. Doch statt angesichts einer drohenden Invasion die Regierung zu informieren, will Ye Menschheit mithilfe der Außerirdischen erneuern.

In klarer Sprache versetzt Liu seine Leser in die Zeit von Mao und die Kulturevolution wird angesichts der Möglichkeit einer Invasion zu einer Zivilisationsfrage. Immerhin sind die meisten Menschen nur auf ihr Wohl es. Zum Wohle der Kultur wird die Natur, die eigene Existenzgrundlage, ausgebeutet und zerstört. Macht, Gier und Reichtum haben die Menschen im Griff. Mit geschickten Handlungssträngen baut der Autor seine Geschichte um philosophische Fragen. Ist der Mensch es wert, weiterhin auf der Erde zu leben?

 

 

 

 

Cixin Liu: Die drei Sonnen

Heyne

Paperback, Klappenbroschur, 14,99 Euro

ISBN: 978-3-453-31716-1

Mehr Informationen unter:

https://www.randomhouse.de/Paperback/Die-drei-Sonnen/Cixin-Liu/Heyne/e486389.rhd

Autorin: Saskia Liske

Der Lerche-Veranstaltungskalender für November

Der Lerche-Veranstaltungskalender für November

Nachdem die Redaktion sich verändert hat, wollen wir das neue Semester mit unserem bekannten Veranstaltungskalender starten. Es gibt wieder viel zu erleben in unserer wunderschönen Stadt!

 

30.10. – 05.11.17

DOK-Festival

Das alljährliche DOK-Festival bietet in diesem Jahr bis zu 340 Filme. Motto des Festivals ist dieses Jahr „Nach der Angst“. Nach Amsterdam ist das Dokumentarfilmfestival Leipzig das zweitgrößte seiner Art in Europa.

 

Location: verschiedene Veranstaltungsorte

Monetos: von Einzeltickets, bis Dauerkarten ist alles dabei

Web: http://www.dok-leipzig.de/festival/programmuebersicht-2017

 

02.11.17 – 31.03.18

Ausstellung in Reclams Universal-Bibliothek

Vor 150 Jahren wurde Reclams Universal-Bibliothek (RUB) gegründet. Die Reclamhefte sind jedem geläufig und werden vor allem für schulische Zwecke genutzt. Aus Jubiläumsanlass findet eine Vernissage in der RUB statt.

 

Beginn: 19.30 Uhr

Location: Stadtarchiv Ausstellungsfoyer im 3. Obergeschoss

Monetos: Kostenlos

Web:https://bitly.com.np/2nJ9B

 

08.11.17

Bilderausstellung der „Donnerstagsmalerinnen“

Auch für die Kunstbegeisterten unter uns gibt es im November etwas zu entdecken. In der Bibliothek Mockau findet eine Vernissage der Künstlerinnen Usch Neufert, Petra Schumann und Ruth Haan statt. Die Ausstellung kann während der Öffnungszeit der Bibliothek besichtigt werden.

 

Location: Bibliothek Mockau

Monetos: kostenlos

Web: https://bitly.com.np/59LXF

 

15.11.17

Lesung mit Jan Weiler

Jan Weiler, Autor des erfolgreichen Romandebüts „Maria, ihm schmeckts nicht!“, liest im Täubchenthal aus seinem Werk „Und ewig schläft das Pubertier“.

 

Location: Täubchenthal

Beginn: 20.00 Uhr

Monetos: VVK 19 € (zzgl. VVK-Gebühren), AK 24 €

Web: http://www.taeubchenthal.com/veranstaltungen/jan-weiler/

 

22.– 29.11.17

23. Französische Filmtage

Die 23. Französischen Filmtage finden auch dieses Jahr wieder in den Passage Kinos und der Schaubühne Lindenfels statt. Zu entdecken gibt es hier zahlreiche französische Filmpremieren aus vielen verschiedenen Genres.

 

Location: verschiedene Veranstaltungsorte

Beginn: 22.11., 19:30 Uhr Eröffnungsfeier – Schaubühne Lindenfels

Monetos: verschiedene Eintrittspreise

Web: http://www.schaubuehne.com/programm/reihen/23-franzoesische-filmtage-leipzig/

          http://passage-kinos.de/franzoesische-filmtage-leipzig

 

 

24./25.11.17

Nachts im … Zoo

Für alle, die den Zoo mal anders erleben wollen. An beiden Tagen haben alle Interessierten die Möglichkeit, eine Abendtour zu unternehmen und die Zoobewohner mal ganz anders zu erleben!

 

Location: Zoo Leipzig

Beginn: 20.30 Uhr

Monetos: VVK 14 €

Web: http://bit.ly/2zeBAfQ (Stadt Leipzig, Freizeit, Kultur und Tourismus)

          http://www.zoo-leipzig.de/

Autorin: Jana Menke

Frankfurt auf Französisch – Ein Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse 2017

Frankfurt auf Französisch – Ein Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse 2017

Die Frankfurter Buchmesse verzeichnet ein Besucherplus von 6,5 Prozent – bis zu 280.000 Menschen strömten dieses Jahr durch die Messetore in Frankfurt. Lesungen der Lieblingsautoren, Neuerscheinungen und der „Ehrengast Frankreich“ zogen die Besucher in ihren Bann. Besonders am Wochenende war viel los in den Messehallen und auf dem Außengelände.

Frankfurter Buchmesse 2017 © Janka Diettrich

Neben Besuchern war auch das Fachpublikum wieder zahlreich mit dabei. Verlagsvertreter und Autoren reisen jedes Jahr gern wieder an. Wie beispielsweise der bekannte Tagesthemen-Moderator, Journalist und Schriftsteller Ulrich Wickert. Dieser bestätigt in einem Interview:

„Ich finde Bücher faszinierend und deswegen bin ich immer mit großer Begeisterung hier, um zu sehen was gibt es Neues. Denn das kann man nur aus der Zeitung nicht erfahren.“

Veranstaltungen

Nicht nur Autoren, sondern auch Musiker wie Brian May und Udo Lindenberg besuchten die Buchmesse um ihre neuen Bildbände vorzustellen sowie die Besucher mit ihrer Musik aus den Messehallen zu locken. Autogrammstunden von Ken Follett, Cecilia Ahern und Sebastian Fitzek waren ein weiteres Highlight für Besucher. Das Lesezelt auf dem Innenhof der Messe lud bei kostenlosem Tee zum Lauschen von „Grimms Morde“ ein. Der historische Roman von Bestsellerautorin Tanja Kinkel versetzt die Leser zurück ins 19. Jahrhundert und verbindet märchenhaftes Setting mit einer blutigen Mordserie.

Gastland Frankreich

Auf der Frankfurter Buchmesse standen drei Themenschwerpunkte im Mittelpunkt des Gastauftrittes: Innovation und digitales Schaffen, Französisch als Sprache des Wissensaustauschs und der Gastfreundschaft sowie die Belebung des deutsch-französischen Kulturaustauschs über die Jugend. Über 300 Veranstaltungen haben dieses Jahr schon unter dem Motto „Frankfurt auf Französisch“ stattgefunden.

Im Rahmen der Buchmesse stellte Michel Houellebecq sein neues Werk „In Schopenhauers Gegenwart“ vor. Im Ehrengastpavillion machten die Besucher viele Entdeckungen, besonders Digitalatelier sowie eine ausgestellte Gutenbergpresse waren ein Publikumsmagnet.

Preisverleihungen

Überall auf der Buchmesse war es zu sehen und zu hören. Die Preisverleihungen. Ungefähr 40 Auszeichnungen hat die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr an Illustratoren, Kinderbuchautoren, Buchblogger und weitere vergeben.

Der Verlag Kein & Aber wurde beispielsweise für sein brillantes Live-Marketing mit dem Orbanism Award ausgezeichnet. Die begehbaren Container, welche sowohl als Verlagsstand, als auch als Aussichtsplattform fungierten, zogen viele staunende Blicke auf sich.

Das allererste Mal konnte auch der Buchblog-Award vergeben werden. Uwe Kalkowkis Blog kaffeehaussitzer.de erhielt den Hauptpreis und Florian Valerius Instagram-Account @literarischernerd den Sonderpreis.

Für die besonders durchdachte Darstellung von Chancen und Risiken im Umgang mit Daten in Zeiten der Digitalisierung, wurde Adrian Lobe mit dem Journalistenpreis der Stiftung Datenschutz geehrt.

Die Frankfurter Buchmesse konnte also auch in diesem Oktober wieder glänzen und begeisterte Fachbesucher, Leser und Autoren. Im nächsten Jahr wird „Ehrengast Georgien“ empfangen. Zunächst jedoch können sich Bücherfreunde  auf die Leipziger Buchmesse im März 2018 freuen.

Autorin: Janka Diettrich