Gaumenschmaus zum Literaturgenuss – Eine kulinarische Reise durch Bücherwelten

Gaumenschmaus zum Literaturgenuss – Eine kulinarische Reise durch Bücherwelten

Lesen ist ein Genuss! Aber nicht nur für den Kopf, sondern auch für den Gaumen. Um die Lektüre noch köstlicher zu gestalten, findet ihr hier einige literarische Häppchen mit dem passenden Leckerbissen aus der Küche für einen gelungenen Literaturgenuss.

Viel Spaß beim Ausprobieren, Schmökern und Genießen!

 

Die Drachenwerft (Rainer Braune)

Darum geht es:

Gilles wächst zwischen enggestellten Häusern, dem abgründigen See und unheimlichen Apfelgärten auf. In seiner Nachbarschaft leben ein musikvernarrter Metzger, die rätselhafte Zettelheim und Mitschüler, die ihm nichts Gutes wollen. Immerhin glaubt er sich unsterblich. Vor allem aber sehnt er sich danach mit seiner Geige aus dem tristen Alltag auszubrechen und den pfeifenden Herzögen zu folgen.

Zum Literaturgenuss schmeckt:

Gedeckte Apfeltorte

Foto: CC Pixabay

Zutaten

Für den Teig:

  • 300g Mehl
  • ½ Päckchen Backpulver
  • 1 Ei
  • 100g Zucker
  • 125g Butter oder Margarine
  • 2EL Milch
  • 1 Prise Salz
  • 1 Päckchen Vanillezucker

Für die Füllung:

  • 1,5kg Äpfel
  • 50g Zucker
  • 1EL Zitronensaft
  • 25g zerlassene Butter
  • 1 Messerspitze Zimt
  • 50g gestiftete Mandeln
  • 2EL Weinbrand oder Rum
  • 2 Eigelb
  • Etwas Aprikosenmarmelade

Zubereitung

Teig:

Aus allen Zutaten zügig einen Mürbeteig kneten und 30 Minuten kaltstellen. Dann den Teig teilen und dreiviertel davon in eine gut gefettete Springform drücken. Das Ganze 15 Minuten bei 250°C vorbacken und dann die Apfelfüllung hineingeben.

Füllung:

Die geschälten Äpfel in nicht zu feine Spalten schneiden. Diese dann in einen Topf geben und mit Zucker, Zimt, Zitronensaft, Butter und Rum vermischen. Im eigenen Saft einige Minuten dämpfen und dann vom Herd nehmen. Als nächstes die Mandeln unterheben und dann in die vorgebackene Teigform geben.

Den übrig gebliebenen Teig ausrollen und ein Teiggitter über die Apfelfüllung ziehen. Das Gitter mit zwei Eigelb und etwas Aprikosenmarmelade bestreichen und die Torte bei 200°C backen, bis das Gitter goldbraun ist. Mit Vanilleeis beim Schmökern genießen!

 

Das Buch, in dem die Welt verschwand (Wolfram Fleischhauer)

Darum geht es:

Im Jahr 1780 geht der junge Nürnberger Arzt Nicolai Röschlaub einer Reihe merkwürdiger Todesfälle nach. Begleitet wird er von einer rätselhaften jungen Frau. Seine Suche nach Antworten führt ihn nicht nur an die äußersten Grenzen des Landes, sondern stellt auch seine Überzeugungen in Frage. Doch er muss sich beeilen, denn die Zeit drängt und das Geheimnis ist aus einem Stoff, der ganze Welten zerstören kann.

Zum Literaturgenuss schmeckt:

Balsamicobraten

Foto: CC Pixabay

Zutaten

  • 2EL Butter
  • 800g Rindfleisch (idealerweise aus der Schulter)
  • 1EL Mehl
  • 1 große Zwiebel, geviertelt
  • 100ml Balsamico-Essig
  • 200ml Fleischbrühe
  • 300ml Sahne
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

Zuerst das Fleisch mit Mehl bestäuben. Dann die Butter erhitzen und das Fleisch mit den Zwiebeln von allen Seiten gut anbraten. Dabei darauf achten, dass die Zwiebeln nicht zu dunkel werden. Den Essig dazu gießen und vollständig verdampfen lassen. Dann das Fleisch mit Salz und Pfeffer bestreuen und als nächstes die Fleischbrühe sowie die Sahne dazu geben. Anschließend einen gut schließenden Deckel aufsetzen, die Hitze reduzieren und etwa drei Stunden schmoren lassen. Nach dem Ende der Garzeit das Fleisch in Stücke schneiden und mit der gebundenen Soße zu Knödeln und Rotkohl vertilgen.

 

Elefant (Martin Suter)

Darum geht es:

Ein kleiner rosa Elefant, der in der Dunkelheit leuchtet, verzaubert die Menschen. Ganz plötzlich taucht er in der Schlafhöhle des Obdachlosen Schoch auf. Woher das seltsame kleine Tier kommt und wie es entstanden ist, weiß nur einer: der Genforscher Roux. Er will daraus eine weltweite Sensation machen und sein angegriffenes Ego wiederherstellen. Doch der burmesische Elefantenflüsterer Kaung, der die Geburt des Tieres begleitete, hat ihm den kleinen Elefanten gestohlen. Er ist der Meinung, dass so etwas Besonderes versteckt und beschützt werden muss als es weltweit zu präsentieren.

Zum Literaturgenuss schmeckt:

Waldbeeren-Tiramisu

Foto: CC Pixabay

 

Zutaten

  • 250g Waldbeeren
  • 600g Joghurt
  • 2EL Zitronensaft
  • 4EL Zucker
  • 125g Biskotten
  • 100ml Orangensaft

Zubereitung

Zuerst Joghurt, Zitronensaft und Zucker zu einer Creme vermengen. Dann die Hälfte der Biskotten in Orangensaft tauchen und den Boden einer Kastenform damit auslegen. Die Hälfte der Creme darauf verteilen und anschließend die Waldbeeren darauflegen. Eine zweite Lage Biskotten darüber schichten und mit dem übrigen Orangensaft beträufeln. Die restliche Creme darauf verteilen und zum Literaturgenuss vernaschen!

 Viel Spaß beim Ausprobieren und Schlemmen!

Autorin: Frances Liebau

HTWK auf dem Bachfest: Interview mit Theresa Möckel

HTWK auf dem Bachfest: Interview mit Theresa Möckel

Auch in diesem Jahr findet vom 09. bis 18. Juni 2017 wieder das Bachfest in und um Leipzig statt. Die Besucher reisen aus der ganzen Welt an, um zehn Tage lang Konzerte und Veranstaltungen zu besuchen. Was viele nicht wissen – auch die HTWK Leipzig ist am Bachfest beteiltigt!

Die Beteiligung der HTWK am Bachfest betrifft vor allem unseren studentischen Fernsehsender floid und die Studierenden der technischen Medienstudiengänge. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, beim „Bach Open Air“, dem Teil des Bachfests auf dem Marktplatz, die Übertragung der Konzerte mit vier Kameras auf die Leinwände am Bühnenrand zu übernehmen. Meine Kommilitonin Julia und ich sind in diesem Jahr für die Pressemitteilung und den Nachbericht der Beteiligung der HTWK Leipzig am Bachfest zuständig und fanden das alles so spannend, dass wir für euch ein Interview mit Theresa Möckel geführt haben. Sie studiert im 6. Semester Medientechnik im Bachelor und wir haben sie für alle Blogleser der Lerche mit Fragen gelöchert!

 

Wie empfindest du das Bach Open Air (ehemals BACHmosphäre) als Veranstaltung?

Ich empfinde das Bachfest als kleine „Auftakt“-Veranstaltung für die vielen schönen Open Air Events, die Leipzig zu bieten hat. Durch meine Mitarbeit beim Programm auf der Bühne am Markt habe ich leider bis jetzt noch nicht alle Facetten des Bachfests bzw. andere Veranstaltungen außer der auf der Marktbühne, miterleben können. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.

 

Wie bist du dazu gekommen, beim Bachfest das Team zu unterstützen?

Ich bin seit dem ersten Semester bei floid, dem Fernsehen der HTWK, tätig. Und im Zuge der Kooperation zwischen HTWK und Bacharchiv (den Veranstaltern des Bach Open Air) haben wir die Möglichkeit praktische Erfahrungen im Bereich der Live-Videoproduktion auf dem Bachfest zu sammeln. Das heißt, alles, was man als Besucher auf der großen Leinwand neben der Bühne sieht, stammt von uns. Man kann sich aussuchen, ob man sich als Kameramann/-frau, Regisseur oder Bildmischer ausprobieren möchte.

 

pic Bachfest floid 3
© Leipziger Lerche/Lina Al Ghori

 

Wie oft hast du mitgearbeitet? Was hat dich dazu motiviert, neben der Uni auch noch beim Bachfest mitzuwirken?

Ich konnte schon zwei Mal beim Bachfest mitarbeiten. Am spannendsten ist dabei für mich die Herausforderung der Live-Situation. Wenn ein Orchester oder ein Musiker auf der Bühne performt, gibt es keine Möglichkeit zu sagen „Oh, da hatten wir einen Kamerawackler, das machen wir nochmal.“ Deshalb gibt es für jedes Konzert und jede Veranstaltung, die wir begleiten auch eine Probe, damit wir schon mal wissen, wie das Ganze läuft und wann wir wo mit der Kamera sein müssen. Neben dieser Herausforderung motiviert aber auch die Möglichkeit, praktische Erfahrungen sammeln zu können. Ohne floid, und das Angebot beim Bachfest mitzuarbeiten, hätte ich so etwas wahrscheinlich nie gemacht. Und die Teamarbeit und der damit verbundene Spaß gibt es dann als Extra noch obendrauf!

 

Was war deine Aufgabe?

Im ersten Jahr konnte ich mich als Schulterkamera und Kabelhilfe ausprobieren und letztes Jahr als Bildmischer.

 

 

Gab es ein Highlight auf das du gerne zurückblickst?

Die Konzerte und Veranstaltungen sind immer sehr vielseitig und unterschiedlich. Ein herausstechendes Event gibt es daher für mich nicht. Da das Bachfest ja „nur“ an einem Wochenende, einmal pro Jahr stattfindet, würde ich es an sich als Highlight bezeichnen. Also ich würde sagen: ein Highlight des Sommersemesters ist für mich die Mitarbeit beim Bachfest.

 

Ist schon mal etwas schiefgegangen oder gab es ein lustiges Ereignis?

Ich kann mich an einen Regenschauer erinnern, ich glaube das war vor zwei Jahren, der so heftig ausfiel, dass manche aus unserem Team in den nahegelegenen Citytunnel unter dem Markt flüchten mussten. Und letztes Jahr kam ein Typ mit Flöte während der Probe des Organisten, der am Abend auftreten sollte, und hat einfach zur Orgelmusik Flöte gespielt. Jedes Bachfest hält ein paar witzige und verrückte Situationen bereit.

 

pic Bachfest floid 2
© Leipziger Lerche/Lina Al Ghori

 

Mit welchen Schwierigkeiten habt ihr jedes Jahr zu kämpfen?

Spontan würde ich da noch einmal den Regen nennen. Dagegen können wir nichts machen, aber die letzten Jahre haben uns Wolkenbrüche öfters einen Strich durch die Planung gemacht. Aber der Regen ist auch eine gute Übung für schnelle Reaktionsfähigkeit und das Know-How, Technik regensicher einzupacken. Zu viel Sonne kann für die Kameraleute vor der Bühne allerdings auch unangenehm werden. Eineinhalb Stunden in der prallen Sonne, da helfen nur Cap und Sonnencreme.

 

Bist du in diesem Jahr wieder dabei oder unterstützt du das Team im Hintergrund?

Ich bin dieses Jahr wieder mit dabei. Zurzeit ist die Aufgabenverteilung noch nicht ganz festgelegt, aber ich habe mich für die Schulterkamera „beworben“.

 

Was hast du für dich aus der Mitarbeit mitgenommen?

Sehr viel. Die Mitarbeit beim Bachfest deckt eine ziemlich große Bandbreite an Wissen ab, dass man sich durch die praktische Anwendung auch besser merken kann. Welches Kabel ist für welches Signal, wie setze ich die Musiker gut ins Bild, Kamera-Einstellungsgrößen, Regie-Anweisungen – nach so einem Bachfest-Wochenende weiß man viel mehr. Und zwar sowohl technischer als auch inhaltlicher Natur. Und ich finde, dass auch die Zusammenarbeit im Team gestärkt wird, denn so ein ganzes Wochenende und solche extremen Live-Herausforderungen schweißen zusammen.

 

Liebe Theresa, vielen Dank für das Interview!

 

Und, findet ihr das auch so spannend wie wir? Wir freuen uns auf jeden Fall schon sehr auf den Moment, wenn es am Freitag das erste Mal am Rand der Bühne „Kamera läuft!“ heißt, und die Bilder der Konzerte auf dem Markt für die vielen Zuschauer zu sehen sind.

Das Interview führte Lina AL Ghori.

Der Lerche-Veranstaltungskalender für Juni

Der Lerche-Veranstaltungskalender für Juni

Feste, nichts als Feste – also schärft eure Sinne und haltet die Augen und Ohren offen. Denn im Monat Juni werdet ihr sie definitiv brauchen. Es erwartet euch kunterbunter Mix aus kulturellem Angebot.

 

02.06.2017 – 04.06.2017

Stadtfest Leipzig

Den Festmonat Juni eröffnet das Stadtfest Leipzig und es hat für euch einen prall gefüllten Event Kalender in petto. Verteilt auf vier Locations könnt ihr euch auf ein breites Angebot an Events zu Musik, Tanz, Sport und Perfomance freuen und euch begeistern lassen.

 

Monetos:         keines, ist gratis

Location:        Augustusplatz, Leuschnerplatz, Markt und Nikolaikirchhof

Web:               https://www.leipzigerstadtfest.de/

 

02.06.2016

Die Lust am Unheimlichen

Wer von euch hat sich schon Nacht um die Ohren geschlagen aus Angst vor dem Sandmann von E.T.A. Hoffmann gegruselt oder konnte das Licht in der gesamten Wohnung nicht ausmachen? Dann solltet ihr wahrscheinlich nur mit großem Scheinwerfern im Haus des Buches vorbeischauen. Anlässlich des 25. Wave-Gotik-Treffens erwartet euch nämlich ein Streifzug durch die unheimlichen Ecken der Literatur mit anschließender Vorführung von „The Innocent“ (1961). Traut ihr euch?

 

Monetos:         keine, ist gratis

Beginn:           18:30 Uhr

Location:         Haus des Buches, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Web:               http://www.haus-des-buches-leipzig.de/detail.php?type=v&id=1568

 

07. – 08.06. 2017

Campusfest Leipzig

Auch die Universität feiert diesen Monat! Zwei Tage lang ist der Campus prall gefüllt mit Musik, Spaß, Sport und politischen Diskussionen. Kommt vorbei und feiert, tanzt, genießt mit unseren Uni-Kollegen!

 

Monetos:      Studenten: 12 € VK/15 € AK

alle anderen: 15 €VK/20 € AK

Beginn:        18:00 Uhr

Location:     Campus Jahnallee

Web:             http://www.campusfest-leipzig.de/

 

09.06.2017 – 18.06.2017

Bachfest Leipzig

Einer bedeutsamsten Leipziger Persönlichkeiten feiert auch dieses Jahr wieder sein Fest, auch wenn er selbst nicht vor Ort anwesend sein wird. Das diesjährige Bachfest wird im Zeichen der Reformation stehen und wird euch an zehn Tagen ein Potpourri der klassischen Musik servieren. Außerdem werden euch Führungen, Rundgänge und Bühnenstücke den Herrn Bach ein wenig näherbringen.

 

Monetos:         verschieden je nach Konzert; von gratis bis über 100 €

Location:         verschieden; u.a. Thomaskirche, Markt, Gewandhaus

Web:               http://www.bachfestleipzig.de/de/bachfest/2017/veranstaltungskalender

 

14.06.2017

25 Jahre HTWK Leipzig

Die HTWK wird nun auch schon ein Vierteljahrhundert alt und alle feiern mit. Es wird gebrunched, Musik gehört, Wissenschaft gelebt, beim Science Slam mitgefiebert und noch viel mehr erlebt. Zum Abschluss gibt’s noch eine Aftershow-Party im „Stecker“. Also schaut vorbei und lasst die Hochschule hochleben!

 

Monetos:         keine, ist gratis

Beginn:           11:00 – 22:00 Uhr

Location:         HTWK Leipzig, Karl-Liebknecht-Str. 132, 04277 Leipzig

Web:               https://we-are-htwk.de/was-wann-wo-unsere-geburtstagsparty-am-14-juni-2017/

 

16.06.2017

James Joyce „Ulysses“

Macht euch gefasst auf eine Odyssee, die ihresgleichen sucht. Denn dieses Jahr schließt sich auch Leipzig dem Bloomsday an, ein Gedenktag, der sich auf das Werk „Ulysses“ von James Joyce beruft. Wandelt auch ihr auf den Spuren von Leopold Bloom und verirrt euch dabei nicht.

 

Monetos:         3 € / 2 € ermäßigt

Beginn:           19:30 Uhr

Location:        Haus des Buches, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Web:               http://www.haus-des-buches-leipzig.de/detail.php?type=v&id=1561

 

23.06.2017/24.06.2017

Klassik Airleben

Die Klassik schaut in diesem Monat doppelt im Veranstaltungskalender vorbei, denn das Gewandhaus möchte sich, wie jedes Jahr, bei euch bedanken. Alles was ihr tun müsst, ist euch unter freien Himmel zu setzen und die Klassik zu airleben.

 

Monetos:         keine, ist gratis

Location:         Rosental Leipzig

Web:               https://www.gewandhausorchester.de/orchester/klassikairleben/

 

Autor: Michael Kroschwald

„Zeig Dich“ – Museumsnacht Halle/Leipzig mit Tipps für Büchernarren

„Zeig Dich“ – Museumsnacht Halle/Leipzig mit Tipps für Büchernarren

Unter dem Motto „Zeig Dich“ startete am 06. Mai die neunte Museumsnacht in Leipzig und Halle. Circa 20 000 interessierte Besucher und auch ich nahmen die Möglichkeit wahr, Ausstellungen und Museen der beiden Städte zu besichtigen. Hier kommen drei besonders buchaffine Tipps von mir, für unsere Erstis in den Buchstudiengängen, und für alle anderen Buchfreunde zum gemütlichen Wochenendbesuch!

 

Tipp 1: Das Museum für Druckkunst

Dieses traditionsreiche Haus eröffnet euch im Westen Leipzigs einen ebenso neuen wie geschichtsträchtigen Blick auf das Handwerk des Büchermachens. Hinter „Typezig“ verbergen sich nicht nur Leipziger Typen, die unsere Stadt lebenswert machen, sondern auch die Druck-Typen aus Blei. Schon im Eingangsbereich empfangen Kniehebel-, Kupferdruck- und Tiegeldruckpressen den Besucher. Das Museum erstreckt sich über 3 Etagen, es riecht nach alten aber noch laufenden Maschinen und regt an, kurz inne zu halten und sich gedanklich ein Stück in der Geschichte zurück zu bewegen. Roland Müller setzt heute die alten Maschinen des Museums in Stand, war aber früher Überschriftensetzer bei der LVZ. Er erklärt die Funktionsweise der Druckpressen und erzählt an diesem Abend seine Geschichte. Dadurch wird die Historie der Maschinen, die zum Teil bis heute in Betrieb sind, umso greifbarer.

 

Pic 2 Druckkunst Museum
© Melody Schieck

 

Tipp 2: Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde

Seit 1894 werden Bibliothek, Verlag, Verkauf und die Herstellung von Literatur für sehbehinderte Menschen unter einem Dach vereint. Hier werden Bücher nicht im klassischen Sinne gelesen, sondern ertastet, gefühlt und gehört. Es öffnet sich die Welt der Literatur unter den Fingern und vielfältige Hörbücher schaffen ein Vergnügen für die Ohren. Als Besucher kann und sollte man die Augen schließen und versuchen sich voll und ganz auf die anderen Sinne zu konzentrieren. Tastbilder und Reliefs schaffen auch einen visuellen Zugang. Aber schon allein mit verbundenen Augen „Mensch ärgere dich nicht“ auf einem extra dafür konzipierten Brett zu spielen, fällt schwer. Spätestens wenn man die weißen Bögen betrachtet, die als ganz normale Zeitungen und Bücher in Blindenschrift gelesen werden, ist klar was für eine wichtige Funktion die Zentralbücherei erfüllt. An dieser Stelle, wird der Weg zu einer barrierefreien Kommunikation geebnet.

 

Pic 1 Druckkunst Museum
© Melody Schieck

 

Tipp 3: Die Deutsche Nationalbibliothek Leipzig

Der Gang durch die Drehtür der DNB  fühlt sich an wie das Überqueren einer Brücke. Das Zusammenspiel aus futuristischem Design, neuster Technik und alten Büchern lässt nur erahnen, welche Schätze hinter den Türen noch warten. Die Dauerausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Nationalbibliothek spannt unter dem Titel „Zeichen – Bücher – Netze: Von der Keilschrift zum Binärcode“ einen historischern Bogen über 5.000 Jahre Mediengeschichte. Hier gehen Vergangenheit und Gegenwart Hand in Hand – von der Entstehung der Schrift und der Erfindung des Buchdrucks, bis hin zu den digitalen Netzwerken, die heute unzählige Möglichkeiten eröffnen. Im Gegensatz zu dem sich langsam etablierenden Gedanken „Bücher sterben aus“ wird hier klar, dass ein Buch mehr sein kann als gebundene, bedruckte Seiten, mehr sein kann als ein Kulturgut. Es ist auch eine Medienzukunft.

 

Autorin: Melody Schieck

Veranstaltungsplaner für November

Veranstaltungsplaner für November

Für alle, die trotz Regen und Kälte immer noch Tatendrang verspüren und sich nicht unter der Bettdecke verkriechen, hält der November ein paar schöne Veranstaltungen im Raum Leipzig bereit. Diesmal gibt es viel zum entdecken, mitmachen und Zuhören.

 

31.10.2016 – 06.11.2016

DOK – Filmfestival

Gleich Anfang November bietet das DOK Leipzig ein tolles Programm. Über 100 Filme feiern ihre Premiere. Gezeigt werden vor allem Dokumentar- und Animationsfilme, jenseits des Mainstreams. Hohe künstlerische Qualität, kritischer Blick, feine Beobachtung und historische Spurensuche machen die Vielfalt und den Charakter des Leipziger Festivals aus. Hinschauen lohnt sich!

Monetos: unterschiedlich, je nach Programm

Spot:        an unterschiedlichen Orten in Leipzig, je nach Programm

Web:        www.dok-leipzig.de

 

6.11.2016

„Über die Schwierigkeit Objekte zu bilden“ – Lesung

Im Rahmen einer Lesung aus der neu erscheinenden Ausgabe der Zeitschrift „outside the box“ widmen sich drei Redakteurinnen neuen und alten Texten zu weiblicher Sexualität und der Schwierigkeit, Objekte zu bilden. Outside the box ist eine Leipziger Zeitschrift, die sich einer umfassenden Gesellschaftskritik mit feministischem Fokus verschrieben hat.

Monetos: keine, ist umsonst

Beginn:    15 Uhr

Spot:         Bibliothek MONAliesa, Haus der Demokratie, Bernhard-Göring-Straße 152

Web:         https://monaliesa.wordpress.com/

 

 

9.11.2016

Abendführung in der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig

Zu später Stunde kann man sich in dem Museum der Nationalbibliothek herumführen lassen und sich gleichzeitig über die letzten 5000 Jahre Medienwandel informieren. Die Ausstellung erzählt von drei großen Medieninnovationen: von der Entstehung der Schrift, von der Erfindung des Buchdrucks und von digitalen Netzwelten. Motto ist „Zeichen – Bücher – Netze: Von der Keilschrift zum Binärcode“.

Monetos: 6,00€ und 3,00€ ermäßigt

Beginn: 19 Uhr ; Ende: 20 Uhr

Spot:     Museumsfoyer, Deutsches Buch- und Schriftmuseum der DNB, Deutscher Platz 1

Web:     http://www.dnb.de/DE/DBSM/Veranstaltung/abendfuehrung20161109.html

 

11.11.2016

Reinzeichnung in InDesign – Schön gestaltet und was dann?

In Kooperation mit der Typographischen Gesellschaft München bietet das Museum für Druckkunst ein Seminar an, für alle die schon immer mal wissen wollten, wie es weiter geht nach der eigentlichen Gestaltung am PC bei Printprodukten. In diesem Seminar lernt man die verschiedenen Arten von Buch- und Magazincovern, Bindearten, Farbmanagement, Veredelung und vieles mehr. Anmelden kann man sich über www.tgm-online.de .

Monetos: 210,00€

Beginn:     10 Uhr; Ende: 17 Uhr

Spot:          Museum für Druckkunst Leipzig, Nonnenstraße 38

Web:          http://www.druckkunst-museum.de/Kalenderdetail/events/tgm-seminar-reinzeichnung-in-indesign-schoen-gestaltet-und-was-dann.html

14.10.-14.12.2016

Bücher und Zeitschriften 2: Seltsame Bücher [Weird Books]

Wer sich in die Ausstellung „Weird Books“ begibt, findet dort ein Sammelsurium aus seltsam, sonderbar, eigenartig, fremd oder komisch erscheinenden Büchern, welche sich definitiv abheben von dem Rest der Millionen Druckwerke, die es gibt. Zusammengestellt wurden diese von der Klasse für Typografie der HGB Leipzig.

Monetos: keine, ist umsonst

Spot:         1. OG, Umgang Lichthof, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Wächterstr. 11

Web:         http://prinz.de/leipzig/events/575549-buecher-und-zeitschriften-2-seltsame-buecher-

 

21.11.2016

Welttag des Fernsehens

Das Internet bietet mittlerweile bei weitem mehr Verbreitungsmöglichkeiten für Bild und tritt mit dem Fernseher in Konkurrenz. Bevor es zu spät ist, lasst uns alle an den guten, alten, viereckigen Kasten feiern im Rahmen des Weltfernsehtags.

Wie wäre es heute mit einer gemütlichen Fernsehserie nach den ganzen Unternehmungen der letzten Wochen?

Monetos: keine, ist umsonst

Beginn:    von früh bis abends

Spot:        deine Wohnzimmercouch

Web:        http://www.un.org/en/events/televisionday/

 

26.11.2016

Do it yourself: Adventliches Origami

Pünktlich zum Monatsende kann man schon mal anfangen sich über Weihnachten Gedanken zu machen. Ob einfach zum Spaß für sich selber oder für die Liebsten kann man sich unter Anleitung im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Nationalbibliothek ein schönes Origami basteln.

Monetos: keine, ist umsonst

Beginn:    15 Uhr; Ende: 16.30 Uhr

Spot:        Deutsches Buch- und Schriftmuseum der DNB, Deutscher Platz 1

Web:        http://www.dnb.de/DE/DBSM/Veranstaltung/doityourself20161126.html

 

Autorin: Viktoria Gamagina

 

 

 

Veranstaltungsplaner für September

Der Sommer neigt sich langsam dem Ende, doch die Semesterferien dauern noch an. Das Wetter spielt nicht mehr mit, das Lieblingsbuch liest man lieber nicht mehr unter dem Baum im Park und die Bäume fangen bald an ihre Blätter zu verlieren.

Doch das alles ist kein Grund zum Trübsal blasen! Der September hat für Liebhaber von Buch, Literatur und Kultur schöne Veranstaltungen in Leipzig zu bieten, auch für die schmale Geldbörse. Hier ein kleiner Eventplaner für euch:

 

03.09.2016

Comicgarten 2016 – Comicfestival für Leipzig und Umgebung

Jedes Jahr begrüßt der Comicgarten 30-50 Künstler, Verlage und Comicfans.Highlights des Comicfestivals sind der Cosplaywettbewerb, Lesungen, Livemusik und die Preisverleihung des goldenen Gartenzwerges – ein Preis für den besten Comic des letzten Jahres. Außerdem kann man sich dort Autogramme, Sketches und zahlreiche Neuerscheinungen holen. Der Comicgarten 2016 hat also vieles zu bieten.

Monetos: Keine, ist kostenlos!

Spot: Gartengaststätte Siegismund, Philipp-Rosenthal-Str. 51b, 04103 Leipzig

Web: http://comicgarten-leipzig.de/

 

10.09.2016 – 11.09.2016

50 Jahre Academixer Festwochen

Das Leipziger Kabarett Academixer lädt am zweiten Septemberwochenende zum 50. Geburtstag ein und hat ein buntes Programm in petto. Es werden Lesungen gehalten, Kabaretts aufgeführt, Autogramme gegeben, zusammen gefeiert und etwas Leckeres zu Essen wird es auch geben. Hier wird einem alles geboten was das Herz begehrt. Also keine Gedanken verschwenden und einfach vorbeischnuppern.

Monetos: Straßenfest ist umsonst, der Rest variiert

Spot: Academixer Leipzig, Kupfergasse 2, 04109 Leipzig

Web: http://www.academixer.com/festwochen.html

         http://www.academixer.com/spielplan.html?date=2016-09

 

11.09.2016 – 18.09.2016

Festwoche 100 Jahre Stadtbad

Das Leipziger Stadtbad feiert 100 Jahre und gleichzeitig feiert die Förderstiftung Leipzig Stadtbad 10 Jahre. Ein Grund für eine Festwoche voller Ereignisse die sich sehen lassen können. Das erste Wellenbad Europas hat sein Programm mit Führungen, Lesungen, einer Burlesque Show, einem Kabarett und vielem mehr gespickt. Ein Blick lohnt sich in jedem Fall.

Monetos: Führungen kosten nichts, bei den Shows unterschiedlich.

Spot: Leipziger Stadtbad, Eutritzscher Str. 21, 04105 Leipzig

Web: http://www.herz-leipzig.de/news/doppeljubilaeum-100-jahre-leipziger-stadtbad-und-10-jahre-foerderstiftung-wird-mit-        festwoche-gefeiert/r-news-a-2792.html

 

19.09.2016

Hans Fallada „Kleiner Mann – was nun?“ mit ARTE Filmpremiere

Im Haus des Buches geht es, wer hätte es gedacht, um Bücher, aber auch Autoren, Geschichte und Interkulturelle Themen. Am 19. September dreht sich alles um Hans Fallada und seinen weltbekannten Roman „Kleiner Mann – was nun?“ Zuerst spricht Carsten Gansel vom Aufbau Verlag über die ungekürzte Neuauflage des Romans und im Anschluss gibt es die Premiere der ARTE Dokumentation „Fallada –  im Rausch des Schreibens“ zu sehen.

Monetos: Keine, ist kostenlos!

Spot: Haus des Buches, Literaturhaus Leipzig, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Web: http://www.haus-des-buches-leipzig.de/Veranstaltungen.php?m2=9&j2=2016#

 

20.09.2016

Livelyrix Poetry Slam Battle: Leipzig vs. Frankfurt

Poeten und Poetinnen treten im Täubchenthal gegeneinander an, dabei geht es um die Wor(s)t. Das mit den Wortwitzen können Kaleb Erdmann und Marsha Richardz sicher besser, welche bei dem Lyrikwettkampf unteranderem auftreten werden. Die Besucher können sich ganz gemütlich die Veranstaltung im Sitzen ansehen, da sie bestuhlt ist.  Ein unterhaltsamer Abend ist garantiert!

Monetos: 10€ VVK

Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr

Spot: Täubchenthal, Markranstädter Strasse 1, Leipzig, 04229 Germany

Web: http://www.livelyrix.de/veranstaltung/livelyrix-poetry-slam-battle-leipzig-vs-frankfurt/

 

25.09.2016

15. Offene Ateliers Leipzig

Am 25. September finden bereits zum 15. mal die „Offenen Ateliers“ in ganz Leipzig statt. Als Besucher hat man von 14 – 19 Uhr die Möglichkeit Kunstwerke in ihrem Entstehungsprozess zu entdecken, zahlreiche bekannte aber auch neue Gesichter „hinter den Kulissen“ ihrer Kunstwerke kennenzulernen, sowie die kreative Atmosphäre der Ateliers in sämtlichen Stadtteilen Leipzigs zu erleben.

Monetos: Keine, ist kostenlos!

Beginn: 14.00 Uhr Ende: 19.00 Uhr

Spot: Ateliers in ganz Leipzig

Web: http://offene-ateliers-leipzig.blogspot.de/

 

28.09.2016

Coloured Gigs Vol. VIII

Das Coloured Gigs eine Ausstellung, welche im Zeichen der Kunst und der Musik steht, findet am 28. September im Werk II statt. Hierbei sind nationale sowie internationale Künstler vertreten. Es sind Künstler aus den USA, den Niederlanden, Frankreich, Spanien uvm. eingeladen um ihre Werke zu präsentieren. Untermalt wird die Veranstaltung mit Musik von eingeladenen Bands oder DJ’s, welche ihre Klänge parallel zum Besten geben werden.

Monetos: Keine, ist kostenlos!

Beginn: 19 Uhr

Spot:     Werk II, Kochstraße 132, 04277 Leipzig

Web: http://www.werk-2.de/programm/2016-09-28_colored_gigs_vol_viii-international_silkscreen_gigposter_exhibitions

Ganzer September

globaLE 2016 – globalisierungskritisches Filmfestival

Zum Schluss ein Tipp für den ganzen September: Das 12. globaLE Filmfestival hat bereits am 21.07. begonnen und geht noch bis zum 03.11.2016. Die globaLE ist ein politisches Filmfestival, welche in ihren Vorstellungen verschiedene Themen wie die Auswirkungen der kapitalistischen Ökonomie, Widerstand gegen Ausbeutung und Ausgrenzung und wie Menschen ihren Mut, ihre Würde und ihre Hoffnung nicht verlieren. Es wird herzlich dazu eingeladen sich eine andere Seite der globalen Lebenswirklichkeit anzusehen und an den Diskussionen teilzunehmen.

Monetos: Keine, ist kostenlos!

Spot: Unterschiedlich, je nach Tag und Programm

Web: http://www.globale-leipzig.de/

 

Autorin: Viktoria Gamagina

Dangerous Minds in Literature – Charles Bukowski

Dangerous Minds in Literature – Charles Bukowski

Henry Charles Bukowski umschreiben die Worte unbeugsam und unbequem wohl am besten. Manche lieben und manche hassen ihn, das ist wohl der Lauf der Dinge. Er war ein Autor, welcher ohne jeglichen Schnick Schnack innerhalb seiner Werke auskam. Es war gerade heraus, direkt und schroff, was wohl auch der Grund ist, wieso manche ihn nicht ertragen konnten.

Der Dirty Old Man

hqdefaultGeboren 1920 in Andernach, zog seine Familie mit ihm im Alter von 3 Jahren nach Los Angeles. Er hatte ein bewegendes Leben ohne Fixpunkte. Bukowski versuchte sich an einem Journalismus Studium und währenddessen auch schon als Schriftsteller. Viele Jahre lebte er in immer neuen Umfeldern ohne wirklich sesshaft zu werden. Seinen Unterhalt verdiente Bukowski meist durch Hilfs- oder Tagesjobs, unter anderem bei der Post. Im Alter von 33 Jahren wäre er fast an einem aufgeplatzten Magengeschwür gestorben, aber er konnte dem Tod noch gerade so eine Schippe schlagen. 1970 gelang es dann Bukowski ausschließlich von seinen schriftstellerischen Einnahmen zu leben, wodurch er endlich seinen Job bei der Poststelle kündigen konnte. Henry Charles Bukowski starb aber schließlich im Alter von 73 an Blutkrebs in San Pedro.

Dieses wilde und wechselhafte Leben machten Bukowski zu der Person, welche manche lieben und andere hassen gelernt hatten. Zu einer unbequemen, schroffen und unbeugsamen Person.

Der Charakter des Dirty Old Man

Ein von Zigaretten und Alkohol umhüllender Rauch umgibt die Person des Charles Bukowski. Die Sinne benebelt und der Körper berauscht, aber keineswegs getrübt. Er hatte seine eigenen und zuweilen einzigartigen Ansichten und scheute sich auch niemals davor sie auszusprechen. Mag dies dem Alkohol geschuldet sein? Wer weiß vielleicht, aber ist dies nicht unwichtig an dieser Stelle? Nicht von der Hand zu weisen ist jedoch, dass er gerne trank.

„Das ist das Problem am Trinken, dachte ich mir, während ich mir einen Drink einschüttete. Wenn etwas Schlechtes passiert, trinkt man um zu vergessen; wenn etwas Gutes passiert, trinkt man um zu feiern; und wenn gar nichts passiert, trinkt man, damit etwas passiert.“

Bukowski lebte und liebte sozusagen den Exzess, sei es der Alkohol, die Zigaretten oder auch die Frauen. Meist begann währenddessen seine Schaffensphase. Er schrieb und schrieb, machte sich Gedanken über vergangene Erlebnisse, Liebe, Gesellschaft, Politik, Literatur und Kunst.

Die Gedanken des Dirty Old Man

Die Gedanken des Charles Bukowski lassen sich grob mit diesem Zitat zusammenfassen:

„Understand me. I’m not like an ordinary world. I have my own madness, I live in another dimension and I do not have time for things that have no soul.“

Er machte keinen Hehl daraus, dass er anders dachte und sich auch so verhielt. Ihm war ein Großteil der Gesellschaft zu bieder, er bezeichnete diese gerne als „tote Massen“. Bukowski meinte meist mit diesen „toten Massen“ Personen, welche sich ohne nachzudenken jeden Morgen aufraffen und in den Verkehr zwängen, nur um zu einem lieblosen Job zu kommen. Er ließ aber auch kein gutes Haar an der Politik, indem er die Oberhäupter eines Landes als gemein, engstirnig und dumm charakterisierte und mit dem folgenden Ausspruch die Demokratie abstraft:

„Der Unterschied zwischen einer Demokratie und einer Diktatur liegt darin, dass du in der Demokratie wählen darfst, bevor du den Befehlen gehorchst.“

Im Bezug auf Literatur mochte Bukowski jene Schriftsteller, welche auch gerade heraus schrieben, ohne viel Aufhübschen und Beschönigung des Textes. Einer der in diese Kategorie einstach, war Antonin Artraud, denn auch dieser schrieb was er dachte, ohne künstlich etwas aufzubessern. Doch gibt es nicht nur diese Art der Schriftsteller, sondern auch jene, welche künstlich hochstilisieren und mit ihren gut gewählten Worten die Szenarien besonders bunt ausmalen. Die Gedichte dieser Personen beschreibt Bukowski als „feinsinnig mit Nichtigkeiten“ oder auch als „ödes, schmutziges Spielchen“.

Bukowski trieb auch so einige schmutzige Spielchen, aber nicht in seinen Gedichten, sondern viel mehr mit Frauen. Somit war er auch nicht vor Liebe gefreit, wobei er in diesem Bereich wieder seine ganz eigenen Ansichten hatte. Er meinte, dass Liebe nur ein Vorurteil sei und er nicht einer verblendenden Illusion einer Traumfrau hinterherlaufen wolle, sondern nur eine Frau wollte, die kein Albtraum war.

Henry Charles Bukowski war mit Sicherheit kein einfacher Zeitgenosse. Weder für Verleger, Schriftsteller, seine Frauen oder die Gesellschaft. Er war unbequem, unbeugsam und schroff.

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„Das Leben ist eine Illusion, hervorgerufen durch Alkoholmangel.“

Cheers Mr. Bukowski.

Autor: M. Kroschwald

London Book Fair: Making Words Go Further

London Book Fair: Making Words Go Further

Auch in diesem Jahr ist eine kleine Auswahl an HTWKlern zur London Book Fair geflogen. Die Buchmesse, die bereits ihr 45-jähriges Jubiläum erlebt, ist ein Mekka für Lizenzkäufe und Gespräche über die neusten Trends der Branche. Wichtiger Teil der drei Tage sind die zahlreichen Seminare. Hier ein paar Tipps von Will Rycroft (Community Manager bei Vintage, Penguin) sowie Simon Appleby (Bookswarm) aus einem Panel über Erfolgreiche Social Media Strategien.

© Anne Wimmer
© Anne Wimmer

Content, Content, Content

Fest steht: Ein Webauftritt ist nur so gut wie sein Inhalt. Wenn eine Seite verspricht, Hintergrundinformationen zu einem Roman zu liefern, dann muss dieses Versprechen eingehalten werden. Andernfalls verliert der Auftritt (und sein Betreiber) an Glaubwürdigkeit und Lesern. Darüber hinaus hilft eine gewisse Regelmäßigkeit bei den Posts, den Leser immer wieder auf den eigenen Kanal zu locken.

Wissen ist auch im Web Macht

Zum anderen sollten Social Media Accounts nur erstellt werden, wenn sie wirklich bespielt werden. Dabei ist ein bisschen Grundwissen im Umgang mit den unterschiedlichen Plattformen nötig. Während auf Instagram das berühmte Foto von Buch und Tee- oder Kaffeetasse für Follower sorgt, ist es auf Twitter bissiger Humor und die Fähigkeit, Hashtag-Trends zu finden und klug zu reagieren.

Vernetzen statt Follower sammeln

Gerade in der Medienbranche ist Feedback wichtig fürs Geschäft. Der Handel mit Erfahrungs- und Vertrauensgütern zieht einen hohen Bedarf an Marktstudien mit sich. Aus diesem Grund ist Social Media eine wichtige und preiswerte Informationsquelle. Dabei sollte der Wert einer Plattform nicht an der Zahl der Follower und Likes festgemacht werden, sondern an der Intensität der Interaktion. Schließlich lassen sich aus einem ausführlichen Review mehr Schlüsse ziehen als aus einem vielgeteilten Katzenvideo.

Der Wohlfühlfaktor zählt

Bei der Wahl des Social Media-Kanals spielt die Zielgruppe eine große Rolle. Die Altersgruppe Unter 18 wandert immer mehr von Facebook ab und nutzt lieber Instagram sowie Youtube. Doch letztendlich gilt: Wo du dich wohl fühlst, solltest du auch surfen. Wenn die Möglichkeiten einer Social Media-Plattform den eigenen Vorlieben widersprechen und jeder hochgeladene Post eine Qual ist, wird ein Wechsel bitter nötig.

Autorin: Beatrix Dombrowski

Weihnachten: Zwischen Besinnung und Konsum

Weihnachten: Zwischen Besinnung und Konsum

Heiligabend, die Weihnachtsfeiertage und der Jahreswechsel bieten Zeit mit und für Familie, Freunde und sich selbst. Diese Zeit ist für viele jedoch auch undenkbar ohne Geschenke. Wer keine Zeit oder Lust auf etwas Selbstgemachtes oder kreative Geschenkideen (s. letzten Blogartikel) hatte, wird wahrscheinlich dem alljährlichen weihnachtlichen Konsum gefrönt haben. Was aber machen mit unpassenden Geschenken, die nach Weihnachten nicht umgetauscht werden können? Auch dafür gibt es ein paar kreative Ideen, die nicht nur nützlich sind, sondern auch Spaß machen können. 

Sinnvolle Alternativen zum Wegwerfwahn nach Weihnachten

Die Ideen eignen sich natürlich auch für Dinge, die schönen Geschenken weichen müssen. Der Bücher- oder Kleiderschrank droht nach Weihnachten übervoll zu werden, aber Wegwerfen kommt nicht in Frage? Dann eignen sich vielleicht folgende Alternativen, frei nach dem Prinzip „Teilen und Tauschen“ statt „Besitzen und Wegwerfen“:

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Öffentlicher Bücherschrank in der Filiale der Leipziger Volksbank, Karl-Liebknecht-Str. 54 © Detlef M. Plaisier

Bücherschränke: Besonders interessant für Buchfreunde sind die öffentlichen Bücherschränke, die es in immer mehr deutschen Städten gibt. Das Prinzip ist denkbar einfach: Die Bücherschränke werden meist an öffentlichen, gut frequentierten Plätzen aufgestellt und jeder kann seine Bücher, die er nicht mehr benötigt, gegen andere tauschen oder kostenlos zur Verfügung stellen. Das Konzept ist nicht auf Bücher beschränkt. So finden sich immer mehr sogenannte Give-Boxen, bei denen auch andere Gegenstände getauscht werden.

Kleider- oder Büchertauschpartys: Kleidertauschpartys erfreuen sich steigender Beliebtheit: Ein Raum wird organisiert, Musik aufgelegt und von den Teilnehmern nicht mehr gebrauchte Kleidung mitgebracht, anprobiert und neue Kleidung mit nach Hause genommen. Da einige Teilnehmer ganze Geschichten zu ihren Kleidungsstücken erzählen können, ist Unterhaltung garantiert und es entstehen schnell interessante Gespräche. Die Idee ließe sich ebenso auf Bücher übertragen.

Flohmärkte: Altbekannt, aber nicht weniger beliebt: Seine Sachen für wenig Geld auf Flohmärkten anbieten. Leipzig bietet hier verschiedene Anlaufstellen. Unterhaltung ist hier ebenfalls so gut wie immer garantiert.

Netter Nebeneffekt bei den genannten Ideen: Der Konsum- und Wegwerfgesellschaft ein Schnippchen schlagen und deren Folgeerscheinungen etwas mindern. Wer keine vergleichbaren Angebote in seiner Umgebung findet, kann selbst aktiv werden und die Liste seiner Neujahresvorsätze direkt um einen Punkt erweitern.

Autor: Fabian Schwab

Gastbeitrag: Rückblick Frankfurter Buchmesse

Gastbeitrag: Rückblick Frankfurter Buchmesse

Vor ein paar Wochen endete sie, die Frankfurter Buchmesse und viele von uns haben sie mit viel mehr Büchern verlassen, als geplant. Das nächste große Event, welches für uns Buchfreunde ansteht, ist die Leipziger Buchmesse im März.

Im Nachhinein betrachtet muss ich offen und ehrlich zugeben, dass ich mir von der Frankfurter Buchmesse mehr erhofft hatte. Das Gelände war sehr unübersichtlich nur wenig war ausgeschildert. Auch die Verteilung der Verlage und anderen Stände war sehr ungleichmäßig. Halle 3 zum Beispiel war überfüllt, da dort fast alle großen Belletristik Verlage ihre Stände hatten. Und diese ziehen bei Buchmessen nun einmal mehr Besucher an, als die kleineren Verlage. Das führte dazu, dass die anderen Hallen manchmal so gut wie leer waren. Da bevorzuge ich die Aufteilung bei der Leipziger Buchmesse doch weitaus mehr.

Von Fachbesuchern und Cosplayern

© Christin Fetzer
© Christin Fetzer

Von Vorteil fand ich die Fachbesuchertage. Von Mittwoch bis Freitag war die Messe nur für Leute aus der Branche geöffnet. Was wiederum die Besucherzahlen in Grenzen hielt. So konnte man meistens ohne großes Gedränge in Ruhe die Stände erkunden. Wenn man allerdings nicht aus der Branche kommt, kann ich den Besuch an den übrigen zwei Tagen nicht empfehlen. Denn ich kann versichern, man wird die Stände vor lauter Menschen nicht mehr sehen. Allerdings konnte man viele Cosplayer bewundern, die für einen Wettbewerb angereist waren.

Mehr eine Fachmesse

Auch das Angebot an Verlagen traf nicht meinen Geschmack. Ich bin versierter Fantasy Fan in allen Formen und Größen und musste erschreckend feststellen, dass die FBM neben den großen und bekanntesten Verlagen nicht viel mehr zu bieten hatte. Im Allgemeinen schätze ich die Frankfurter Buchmesse eher als eine Fachmesse ein, speziell für die Branche.

Kurzes Fazit zur Buchmesse

Dies war mein erster Besuch auf der Frankfurter Buchmesse und ich muss gestehen, ich bevorzuge die Leipziger Buchmesse bei weitem. Doch dazu hat jeder seine eigene Meinung.

Dennoch fand ich meinem Besuch dort alles in allem sehr schön. Wer Bücher liebt und sich vielleicht auch ein wenig für die Geschehnisse der Branche interessiert, ist dort garantiert gut aufgehoben.

Autorin: Madlen Krätzig