PAN: Phantastik-Autoren bekommen eine Stimme!

PAN: Phantastik-Autoren bekommen eine Stimme!

Zu fast jedem Buchgenre existiert in Deutschland eine entsprechende Autorenvereinigung, die ihre Mitglieder und ihr Genre öffentlich vertreten.  Dass es dabei sehr lang keine Autorenvereinigung für den Bereich Fantasy gab, ist schon eine Überraschung.  Ausgerechnet das Genre, welches bei den Deutschen an dritte Stelle der Rangliste steht, sollte keine Stimme in der Öffentlichkeit haben?  Genau diesen Umstand plante Diana Menschig zu ändern und gründete am 15. November 2015 mit zwölf weiteren Autoren, sowie einem Buchhändler und einem Lektor den gemeinnützigen Phantastik-Autoren-Netzwerk e. V., kurz: PAN.  Inzwischen zählt der Verein 70 Mitglieder (Stand: April 2016) und tagte am 21.04. und 22.04. zu seinem ersten offiziellen Branchentreffen in Köln.

Nachdem sich das SYNDIKAT – die nunmehr seit 30 Jahren bestehende Vereinigung deutscher Krimiautoren – im August 2014 mit einem offenen Brief erfolgreich in den Machtkampf zwischen amazon und der Bonnier-Verlagsgruppe eingemischt hatte, erkannte Diana Menschig, das ein solcher Zusammenschluss von Autoren der deutschen Phantastik längst überfällig war: »Ich finde es wichtig, dass wir als Phantastik-Autoren eine Stimme im Markt haben, um den Veränderungen der Buchbranche gemeinsam begegnen und gegebenenfalls gemeinsam auf sie reagieren zu können.  Das Ansehen der Phantastik hat sich in den letzten Jahren stark verbessert, aber gerade für deutschsprachig veröffentlichende Autoren ist noch viel Luft nach oben, was die Anerkennung innerhalb des Literaturbetriebs anbelangt.«

In diesem Sinne lud der PAN e. V. am 21.04. und 22.04. im Kölner Odysseum zum Ersten PAN-Branchentreffen der Phantastik ein.  Das zentrale Thema:  »Die deutschsprachige Phantastik – Kulturgut oder doch nur gut?«  Das Ziel:  »Wir wollen alle dasselbe, nämlich die Phantastik voranbringen!«  (Lars Schmeink, Gesellschaft für Fantastikforschung)

Erstes Branchentreffen der deutschen Phantastik-Autoren:  Tag 1

»Es ist ein Fehler, Elemente der Phantastik wegen ihrer Irrealität als belanglos abzutun!«
Dr. phil. Frank Weinreich

Nach der Begrüßung durch PAN-Gründerin Diana Menschig geht es sogleich mit Dr. phil. Frank Weinreich (freier Lektor und Literaturscout) in die erste Runde:  »Ausbruch aus Wolkenkuckucksheim – Gedanken über die Rolle der Phantastik in der Gesellschaft.«  Zu oft werde die Sinnhaftigkeit der Phantastik in Frage gestellt, so Weinreich.  Zu oft werde sie als Zeitverschwendung angesehen.  Kritisiert werden hierbei meist noch nicht einmal die Qualität phantastischer Texte, sondern ihre Inhalte.

Doch seien die Inhalte phantastischer Literatur keinesfalls belanglos, findet Weinreich.  Sie sei der Spiegel der Umstände, unter denen sie erfasst werde und spiegle die Welt sowohl politisch und philosophisch als auch ethisch und moralisch wider.  Weinrich blickt positiv in die Zukunft der deutschen Phantastik:  »Die fehlende Anerkennung kann sicher bald zu Grabe getragen werden.«  Schließlich vergleichen Medien bereits Landschaften mit Mordor und Politiker mit Sauron oder Voldemort.

»Das Feuilleton arbeitet seit fast zehn Jahren an seiner Selbstabschaffung!«

– Bernhard Hennen

Diskussionsrunde - Muss mehr deutsche Phantastik ins Feuilleton? © PAN e.V.
Diskussionsrunde – Muss mehr deutsche Phantastik ins Feuilleton? © PAN e.V.

Es folgt eine Diskussionsrunde zum Thema:  »Muss mehr deutsche Phantastik ins Feuilleton?« mit den Autoren Christoph Hardebusch und Bernhard Hennen, sowie der Bloggerin und ARD Literaturexpertin Karla Paul, der FAZ.net-Feuilleton-Journalistin Andrea Diener und Tilman Strasser vom Literaturhaus Köln.  Die Rede ist von den Feuilletons großer Tageszeitungen.  Kritisiert wird, dass wenig über Bücher – besonders aus dem Bereich der deutschsprachigen Phantastik – und noch weniger über Computer-Spiele gesprochen wird.  Wenn doch, dann bestehe eine Überpräsenz englischer Werke und dem, was als »hochrangige Literatur« angesehen werde.  Diener erklärt daraufhin, dass Tageszeitungen schließlich schreiben, was die Zielgruppe lesen wolle und was die Feuilletonisten, die sehr frei in ihrer Arbeit seien, interessiere.

Dies hatte eine Diskussion zufolge, warum Autoren unbedingt im Feuilleton erscheinen wöllten und wie innovativ bzw. eher wie veraltet und konservativ unsere heutigen Tageszeitungen seien.  Kritik kommt auch von Hannes Riffel, Programmleiter von Fischer TOR (Science Fiction und Fantasy) des S. Fischer Verlags:  Die allgemeine Presse sei zu stark spezialisiert.  Damit bedient sie zwar ältere Generation, die auch als Zielgruppe verstanden werden, haben aber die jüngeren bereits verloren und laufen Gefahr, sich so ihr eigenes Grab zu schaufeln.

»Der Normvertag des VS* benachteiligt Autoren und muss geändert werden!«

– Alanna Falk

Es folgt ein Vortrag zur Frage »Was kann ein Zusammenschluss von Autorenverbänden leisten?« von Hans Peter Roentgen von Aktion fairer Buchmarkt.  Besprochen werden die Themen Urheber- und Verwertungsrechte, Rechtrückforderungen und aktuelle Entwicklungen zu den Fällen der VGWort und den Urheberrechtsänderungen sowie die unvorteilhaften (Verlags-)Normverträge des *Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller.

Im Anschluss schlägt Ulrich Kelber – parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz mit »Raubkopien und illegalen Downloads« in eine ähnliche Richtung ein und beschreibt u. a. das Problem der sich zu schnell ändernden Technologien, die neuen Gesetzen  gegenüberstehen.  Nichtsdestotrotz:  »Die Rechte von Urhebern und Verlagen müssen durchgesetzt werden!«, findet Oliver Graute, Vorstandsvorsitzender der Phantastischen Akademie.

Nach einer kurzen Pause stellt Klaudia Seibel von der Phantastischen Bibliothek Wetzlar in ihrem Beitrag »Wo die Ideen aus den Büchern kriechen:  Ein Streifzug durch die Phantastische Bibliothek und ein bisschen Libriomantik« Aufgaben, Projekte und Besonderheiten der Phantastischen Bibliothek der Stadt Wetzler vor, die mit einem Bestand von ca. 260 000 phantastischen Werken die wohl weltweit umfassendste Einrichtung ihrer Art ist und als einzige Heftromane sammelt – Perry Rhodan-Fans aufgepasst!

»Schreiben ist harte Arbeit und muss auch beim Nachwuchs anerkannt werden!«

– Ingrid Pointecker

Letzter Programmpunkt des ersten Tages ist die Diskussion »Schreiben kann doch jeder – Warum sollen wir Nachwuchs fördern?« mit der Autorin und Initiatorin des Tintenzirkels Maja Ilisch, dem Autor Markus Heitz, der Chefin des ohneohren Verlags Ingrid Pointecker und Oliver Graute, dem Vorstandsvorsitzenden der Phantastischen Akademie.  Bei der richtigen Form der Nachwuchsförderung gehen die Meinungen auseinander.  »Junge Autoren müssen sich mehr trauen, die eigenen Geschichten umzusetzen«, betont Markus Heitz.  Am Schluss sind sich jedoch alle Beteiligten dahin einig:  Schreiben braucht vor allem Zeit, Ausdauer, Willen und das entsprechende Handwerk.

Ausklang des ersten Tages ist das auch öffentlich zugängliche »Phantastische Gipfeltreffen« mit den drei Giganten der deutschen Phantastik!  Bernhard Hennen, Markus Heitz und Kai Meyer aus ihren aktuellen Werken lesend und im Gespräch moderiert von Karla Paul.  Einfach episch!

Phantastisches Gipfeltreffen - Heitz, Meyer, Hennen © PAN e.V.
Phantastisches Gipfeltreffen – Heitz, Meyer, Hennen © PAN e.V.

Erstes Branchentreffen der deutschen Phantastik-Autoren:  Tag 2

»Du! Sollst! Nicht! Langweilen!«

– Tommy Krappweis

Der Freitag startet mit der Diskussion »Was bringen Leserunden und Lovelybooks, Conventions und Lesungen?«, wofür knapp zwei Stunden nicht ausreichen, findet Autor Tommy Krappweis, der zusammen mit Autorenkollegin Jennifer Benkau, Susanne Kasper von literaturschock.de, Karsten Wolter von der Buchhandlung Drachenwinkel und Jürgen Eglseer vom Amrûn Verlag auf der »Couch« sitzt.  .»Inzwischen ist der Autor in der Rolle des Entertainers«, äußert sich Wolter zur Entwicklung des Berufes »Autor« allgemein und alle sind sich einig, dass Social Media auch in der Buch- und Verlagsbranche ein wichtiger Bestandteil sei.

»Für kleine Verlage ist Facebook extrem wichtig«, meint Eglseer.  Auch Festivals und Conventions seien gute Plattformen für Fantasy-Autoren, finden Krappweis und Wolter.  Vor allem Krappweis und Benkau konnten über ihre positiven Erfahrungen mit Leserunden berichten, jedoch hält Kai Meyer – dieses Mal aus dem Publikum – dagegen.  Mit Leserunden und Beta-Lesern könne er sich nicht anfreunden.  »Als Autor will ich die Stimme des Autors hören, sonst müsste ich ja u. U. nur noch über Katzen schreiben«, argumentiert er.

»Bei Oetinger 34 ist ein Buch Teamarbeit.«

– Katrin Weller

Im Anschluss stellt Katrin Weller, Programmleiterin von Oetinger34, in ihrem Vortrag »Neue Formen der Entstehung von Büchern« die Plattform bzw. das Projekt Oetinger34 vor, wobei sie gemeinsam mit Bernhard Hennen besonders auf die erfolgreiche Reihe Kings & Fools der beiden Oetinger34-Nachwuchsautoren Silas Matthes und Natalie Matt eingeht, deren Pate Hennen war.

Mit »Magische Hörwelten:  Phantastik vertont« präsentiert Torsten Surberg, Director in Program Development bei Audible in einem eindrucksvollen Vortrag mit vielen Hörproben das Tochterunternehmen von amazon.  Gerade mit einem »Dolby-Surround-Schnipsel« aus 50 Shades of Grey plättet Surberg mehr oder weniger seine Zuhörer.  »Audible hat bereits mehr als 30 Millionen Fantasy-Hörstunden verkauft«, berichtet Surberg.  Audible sähe großes Potenzial für vertonte Phantastik, auch bei weniger bekannten Titeln.

»Die Phantastik ist endlich in der Allgemeinheit angekommen.«

– Hannes Riffel

Abschließend diskutieren Branchen- bzw. Autorengrößen wie Kai Meyer, Droemer Knaur Programmleiterin Natalja Schmidt, cbt Verlagslektorin Michelle Gyo, Literaturagent Michael Meller und Hannes Riffel von Fischer TOR über »Die Zukunft der deutschen Phantastik«.  Dabei betont Michael Meller, der sich selbst einen »Dinosaurier der Branche« nennt:  »Werbung allein macht keine Bestseller.«  Aktuell bestehe die phantastische Literatur aus drei Säulen, erklärt er:  Rollenspiel, Tolkien und George R. R. Martin.  Ihm fehle vor allem etwas »Neues«, z. B. politische oder gesellschaftliche Fantasy.

Viele (Nachwuchs-)Autoren würden zu viel nachahmen und sich auf Stoffe fokussieren, die sich insbesondere auf dem amerikanischen Markt verkaufen könnten.  Hierzu Kai Meyer:  »Schreibt für den deutschen Markt.  Schielt nicht den internationalen Markt.«  Zumal der deutsche Buchmarkt einer der größten der Welt sei.  Als letztes sollen die Diskussionsteilnehmer die Zukunft der deutschen Phantastik in drei Worten beschreiben.  Das aussagekräftigste Schlusswort dieses erfolgreichen ersten PAN-Treffens gibt damit Natalja Schmidt:  »Das wird geil!«

PAN Logo © Christin Fetzer
PAN Logo © Christin Fetzer

Wer sich weiterhin für PAN interessiert oder sogar Mitglied werden will, kann sich auf http://www.phantastik-autoren.net umsehen.  Auch auf Twitter und Facebook ist die Autorenvereinigung vertreten.  Hier können u. a. Bilder und Interviews (in Form von Videos) zum Branchentreffen angesehen werden.

Das 2. Phantastik-Autoren-Netzwerk Branchentreffen wird voraussichtlich Mitte Mai 2017 stattfinden.

 

 

Autorin:  Christin Fetzer

London Book Fair: Making Words Go Further

London Book Fair: Making Words Go Further

Auch in diesem Jahr ist eine kleine Auswahl an HTWKlern zur London Book Fair geflogen. Die Buchmesse, die bereits ihr 45-jähriges Jubiläum erlebt, ist ein Mekka für Lizenzkäufe und Gespräche über die neusten Trends der Branche. Wichtiger Teil der drei Tage sind die zahlreichen Seminare. Hier ein paar Tipps von Will Rycroft (Community Manager bei Vintage, Penguin) sowie Simon Appleby (Bookswarm) aus einem Panel über Erfolgreiche Social Media Strategien.

© Anne Wimmer
© Anne Wimmer

Content, Content, Content

Fest steht: Ein Webauftritt ist nur so gut wie sein Inhalt. Wenn eine Seite verspricht, Hintergrundinformationen zu einem Roman zu liefern, dann muss dieses Versprechen eingehalten werden. Andernfalls verliert der Auftritt (und sein Betreiber) an Glaubwürdigkeit und Lesern. Darüber hinaus hilft eine gewisse Regelmäßigkeit bei den Posts, den Leser immer wieder auf den eigenen Kanal zu locken.

Wissen ist auch im Web Macht

Zum anderen sollten Social Media Accounts nur erstellt werden, wenn sie wirklich bespielt werden. Dabei ist ein bisschen Grundwissen im Umgang mit den unterschiedlichen Plattformen nötig. Während auf Instagram das berühmte Foto von Buch und Tee- oder Kaffeetasse für Follower sorgt, ist es auf Twitter bissiger Humor und die Fähigkeit, Hashtag-Trends zu finden und klug zu reagieren.

Vernetzen statt Follower sammeln

Gerade in der Medienbranche ist Feedback wichtig fürs Geschäft. Der Handel mit Erfahrungs- und Vertrauensgütern zieht einen hohen Bedarf an Marktstudien mit sich. Aus diesem Grund ist Social Media eine wichtige und preiswerte Informationsquelle. Dabei sollte der Wert einer Plattform nicht an der Zahl der Follower und Likes festgemacht werden, sondern an der Intensität der Interaktion. Schließlich lassen sich aus einem ausführlichen Review mehr Schlüsse ziehen als aus einem vielgeteilten Katzenvideo.

Der Wohlfühlfaktor zählt

Bei der Wahl des Social Media-Kanals spielt die Zielgruppe eine große Rolle. Die Altersgruppe Unter 18 wandert immer mehr von Facebook ab und nutzt lieber Instagram sowie Youtube. Doch letztendlich gilt: Wo du dich wohl fühlst, solltest du auch surfen. Wenn die Möglichkeiten einer Social Media-Plattform den eigenen Vorlieben widersprechen und jeder hochgeladene Post eine Qual ist, wird ein Wechsel bitter nötig.

Autorin: Beatrix Dombrowski

Gastbeitrag: Rückblick Frankfurter Buchmesse

Gastbeitrag: Rückblick Frankfurter Buchmesse

Vor ein paar Wochen endete sie, die Frankfurter Buchmesse und viele von uns haben sie mit viel mehr Büchern verlassen, als geplant. Das nächste große Event, welches für uns Buchfreunde ansteht, ist die Leipziger Buchmesse im März.

Im Nachhinein betrachtet muss ich offen und ehrlich zugeben, dass ich mir von der Frankfurter Buchmesse mehr erhofft hatte. Das Gelände war sehr unübersichtlich nur wenig war ausgeschildert. Auch die Verteilung der Verlage und anderen Stände war sehr ungleichmäßig. Halle 3 zum Beispiel war überfüllt, da dort fast alle großen Belletristik Verlage ihre Stände hatten. Und diese ziehen bei Buchmessen nun einmal mehr Besucher an, als die kleineren Verlage. Das führte dazu, dass die anderen Hallen manchmal so gut wie leer waren. Da bevorzuge ich die Aufteilung bei der Leipziger Buchmesse doch weitaus mehr.

Von Fachbesuchern und Cosplayern

© Christin Fetzer
© Christin Fetzer

Von Vorteil fand ich die Fachbesuchertage. Von Mittwoch bis Freitag war die Messe nur für Leute aus der Branche geöffnet. Was wiederum die Besucherzahlen in Grenzen hielt. So konnte man meistens ohne großes Gedränge in Ruhe die Stände erkunden. Wenn man allerdings nicht aus der Branche kommt, kann ich den Besuch an den übrigen zwei Tagen nicht empfehlen. Denn ich kann versichern, man wird die Stände vor lauter Menschen nicht mehr sehen. Allerdings konnte man viele Cosplayer bewundern, die für einen Wettbewerb angereist waren.

Mehr eine Fachmesse

Auch das Angebot an Verlagen traf nicht meinen Geschmack. Ich bin versierter Fantasy Fan in allen Formen und Größen und musste erschreckend feststellen, dass die FBM neben den großen und bekanntesten Verlagen nicht viel mehr zu bieten hatte. Im Allgemeinen schätze ich die Frankfurter Buchmesse eher als eine Fachmesse ein, speziell für die Branche.

Kurzes Fazit zur Buchmesse

Dies war mein erster Besuch auf der Frankfurter Buchmesse und ich muss gestehen, ich bevorzuge die Leipziger Buchmesse bei weitem. Doch dazu hat jeder seine eigene Meinung.

Dennoch fand ich meinem Besuch dort alles in allem sehr schön. Wer Bücher liebt und sich vielleicht auch ein wenig für die Geschehnisse der Branche interessiert, ist dort garantiert gut aufgehoben.

Autorin: Madlen Krätzig

BuchmesseCon: Alternative zur FBM15

BuchmesseCon: Alternative zur FBM15

Kleiner Drache BuCon © buchmessecon.de
Kleiner Drache BuCon © buchmessecon.de

Wie jedes Jahr war die Frankfurter Buchmesse wieder laut und, um die Stände der großen Publikumsverlage wie Heyne, Carlsen, Lyx & Co. herum, sehr voll. Kurz: Die Messe war gut besucht. Doch auch jenen, denen der Massenansturm (besonders an den Besuchertagen) zu heftig war, bot sich eine buchlastige Fluchtmöglichkeit: Keine 15 Kilometer von der Frankfurter Buchmesse entfernt, fand am Samstag (17.10.2015) die BuchmesseCon in Dreieich statt.

Im beinahe unscheinbaren Bürgerhaus Dreieich treffen sich jedes Jahr (nunmehr zum 30. Mal) Freunde der fantastischen Literatur aus ganz Deutschland. Nicht nur der Deutsche Phantastik Preis wird auf der BuchmesseCon verliehen, auch für so manches Erstlingswerk namenhafter Autoren hat die Reise hier begonnen.

Ein fantastisches Paradies

Selfpublisherin und Gewinnerin des Indie-Autor-Preises 2015: Farina de Waard © Christin Fetzer
Selfpublisherin und Gewinnerin des Indie-Autor-Preises 2015: Farina de Waard © Christin Fetzer

Zugegeben, beeindruckend war der Eingangsbereich nicht. Der Erstbesucher war skeptisch und blickte kritisch umher. Alles wirkte zunächst sehr einfach, wenn einem immer noch die imposanten und stark umschwärmten Stände der Frankfurter Buchmesse vor Augen schwebten. Doch bald dämmerte, dass sich hier ein kleines, aber feines Fantasy-Paradies versteckt hielt. In einer einzigen Halle tummelten sich Verlage wie Feder und Schwert, acabus, Amrûn, Mantikore und Papierverzierer neben Antiquariat, Perry Rhodan, sowie Selfpublishern wie Farina de Waard (Zähmung – Das Vermächtnis der Wölfe). Zwischen Lektoren, Verlegern und Romandebütanten waren ebenso Größen wie Markus Heitz, Bernhard Hennen und Ann-Kathrin Karschnick zu einem Gespräch bereit.

Ein fantastisches Programm

Neben Gesprächen, Kontakteknüpfen und Bücherkauf kam auch der unterhaltende Aspekt nicht zu kurz. Von 11 bis 19 Uhr fanden über den Maschinenraum, Holo-Deck, Transportraum, uvm., stündlich Lesungen statt. Die Verleihung des Deutschen Phantastik Preises bildete den abendlichen Höhepunkt. Die Gewinner des Jahres 2015 sind:

* Bernd Perplies mit Imperium der Drachen – Das Blut des Schwarzen Löwen in der Kategorie Bester deutschsprachiger Roman

* Silke M. Meyer mit Lux & Umbra 1 – Der Pfad der schwarzen Perle in der Kategorie Bestes deutschsprachiges Romandebüt

* Neil Gaiman mit Der Ozean am Ende der Straße in der Kategorie Bester internationaler Roman

* Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser mit Der letzte Gast in der Kategorie Beste deutschsprachige Kurzgeschichte

* Steampunk Akte Deutschland in der Kategorie Beste Original-Anthologie

* Das Schwarze Auge in der Kategorie Beste Serie

* Arndt Drechsler in der Kategorie Bester Grafiker

* Christian Humberg und Andrea Bottlinger mit Geek, Pray, Love: Ein praktischer Leitfaden für das Leben, das Fandom und den ganzen Rest in der Kategorie Bestes Sekundärwerk * www.fantasybuch.de in der Kategorie Beste Internet-Seite

Gewinner des BuchmesseCon Ehrenpreises 2015: Bernhard Hennen © op-online.de
Gewinner des BuchmesseCon Ehrenpreises 2015: Bernhard Hennen © op-online.de

Der 2. BuchmesseCon Ehrenpreis gebührte dieses Jahr Bernhard Hennen für seine Verdienste in der deutschen Phantastik-Szene.

Fantasy-Fans, welche die BuchmesseCon bisher noch nicht mit ihrer Anwesenheit beehrt haben, wird hiermit wärmstens empfohlen, sich zum nächsten Frankfurter Buchmesse-Samstag im Bürgerhaus in Dreieich einzufinden.

Autorin: Christin Fetzer 

FBM: Geschichte der Frankfurter Buchmesse 

FBM: Geschichte der Frankfurter Buchmesse 

Logo der FBM 2015 © neureuter.de
Logo der FBM 2015 © neureuter.de

Vom 14. bis 18. Oktober 2015 zog es, wie jedes Jahr, Büchermenschen aus allen Ecken der Welt an. Ob zum Lesen, Informieren, Kontakteknüpfen, zur Marktbeobachtung oder zum Erleben ist die Frankfurter Buchmesse der weltweit wichtigste Ort der Branche. Zeit, einen Blick auf die Geschichte zu werfen.

Im 15. Jahrhundert erfand Gutenberg in Mainz, in unmittelbarer Nähe zu Frankfurt, den Buchdruck. Die Geburtsstunde eines neuen, weltbewegenden Wirtschaftszweiges und einer inzwischen 500 Jahre alten Tradition. Ein Highlight bilden jedes Jahr wieder die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels und der Deutsche Jugendliteraturpreis. Seit 1964 wird die Frankfurter Buchmesse von der Ausstellungs- und Messe-GmbH ausgerichtet.

Meilensteine

Seit der Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert ist die Frankfurter Buchmesse der Umschlagplatz der Branche, bis in 17. Jahrhundert hinein, wo ihr die Kaiserliche Bücherkommission zum Verhängnis wurde. Somit war zur Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert Leipzig die zentrale Buchmessestadt, hier ist es jedoch der 2. Weltkrieg, der den Buchhandel zum Erliegen bringt.

© jugendliteratur.org
© jugendliteratur.org

Einen Neuanfang bildet 1949 die offizielle Gründung der Frankfurter Buchmesse durch den Deutschen Börsenverein mit 205 Ausstellern. Seit 2003 entwickelt sich die Buchmesse zunehmend zur Marketing-Plattform, denn sie ist nur in zweiter Linie für das allgemeine Publikum gedacht. Von insgesamt 269 534 Besuchern zur Frankfurter Buchmesse 2014, waren 167 654 Fachbesucher aus 132 Ländern. Der jährliche Fokus auf ein Gastland besteht hierbei offiziell seit 1988.

Liste der bisherigen Gastländer:

* 1986 Indien – Wandel in Tradition

* 1988: Italien – Italienisches Tagebuch

* 1989: Frankreich – L’Automne français

* 1990: Japan – Then and Now

* 1991: Spanien – La Hora de España

* 1992: Mexiko – Offenes Buch

* 1993: Flandern und Niederlande – Weltoffen

* 1994: Brasilien – Begegnung von Kulturen

* 1995: Österreich

* 1996: Irland – Und seine Diaspora

* 1997: Portugal – Wege in die Welt

* 1998: Schweiz – Hoher Himmel – Enges Tal

* 1999: Ungarn – Unbegrenzt

* 2000: Polen – ©Poland

* 2001: Griechenland – Neue Wege nach Ithaka

* 2002: Litauen – Fortsetzung folgt

* 2003: Russland – Neue Seiten

* 2004: Arabische Welt – Arabische Welt – Blick in die Zukunft

* 2005: Südkorea – Enter Korea

* 2006: Indien – Today’s India

* 2007: Katalanische Länder – Singular i Universal

* 2008: Türkei – Faszinierend farbig

* 2009: Volksrepublik China – Tradition und Innovation

* 2010: Argentinien – Kultur in Bewegung

* 2011: Island – Sagenhaftes Island

* 2012: Neuseeland – Bevor es bei euch hell wird

* 2013: Brasilien – Ein Land voller Stimmen

* 2014: Finnland – Finnland. Lesen.

* 2015: Indonesien – 17.000 Inseln der Imagination

Ob zum Hobby oder als Fachbesucher, die Frankfurter Buchmesse ist in jedem Fall immer einen Besuch wert.

Autorin: Christin Fetzer

Frankfurter Buchmesse: 25 Jahre BücherFrauen

Frankfurter Buchmesse: 25 Jahre BücherFrauen

Frauen sind in der Buchbranche mit fast 80 Prozent klar in der Überzahl. Es ist also nur natürlich, dass es ein Netzwerk gibt, das sich ausschließlich mit dem starken Geschlecht beschäftigt – die BücherFrauen.

Logo des BücherFrauen e.V.
Logo der BücherFrauen © buecherfrauen.de

25 Jahre gibt es diesen Zusammenschluss nun schon. Er wurde 1990 in München gegründet, Vorbild dazu war die Organisation Women in Publishing, kurz WiP. Ableger davon gibt es bisher in den USA, Großbritannien, Australien, Irland, Indien, Hongkong und den Philippinen.

Die BücherFrauen widmen sich der Karriere von Frauen, die verlegen, schreiben und sich voll und ganz dem Produkt Buch widmen.

Bundesweit spaltet sich der Verein in Regionalgruppen auf, deren Mitglieder sich regelmäßig treffen und sich über bestimmte Themen austauschen. Verschiedene Themen der  Regional- und weiterer Arbeitsgruppen führen deren Sprecherinnen und die Vorstandsfrauen zweimal im Jahr überregional zusammen.

Projekte

Der Verein umfasst viele Projekte, die Frauen helfen sollen sich in der Buchbrache zu Recht zu finden. So gibt es verschiedene Arbeitsgruppen, Vorträge und das Mentoring-Programm. In Berlin, Hamburg, München und Stuttgart gibt es mittlerweile einmal im Jahr eine Mentoring-Runde bei der die Siegerin eine Mentorin bekommt, die sie ein Jahr lang begleitet und ihr beim Start in das Berufsleben hilft.

Öffentlichkeitsarbeit

Auch nach außen hin präsentieren sich die BücherFrauen, zum Beispiel auf der Leipziger und Frankfurter Buchmesse. Danach gibt es eine WiP-Party. Außerdem hat die Ehrung der BücherFrau des Jahres auf der FBM eine lange Tradition.

Also, wer zur Frankfurter Buchmesse geht, sollte auch bei den BücherFrauen vorbeischauen. Es lohnt sich!

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BücherFrau des Jahres 2015: Frauke Ehlers. © Silvie Brucklacher

BücherFrauen auf der FBM

Zwei Veranstaltungen am 15. Oktober, Ort ist hierbei die Leseinsel der unabhängigen Verlage, Halle 4.1 C37

15.30 bis 16.30 Uhr steht eine Podiumsdiskussion mit indonesischen BücherFrauen auf dem Plan.

Im Anschluss erfolgt die Verleihung der BücherFrau des Jahres 2015 und es wird das 25-jährige Bestehen des Vereines gefeiert. Ehrengast wird Manuela Schwesig sein, die die Schirmherrschaft über die BücherFrauen hat.

Am 16. Oktober sprechen die BücherFrauen mit Vertretern des Börsenvereins zum Thema Vernetzung. Dabei wird unter anderem auch das Mentoring-Programm der BücherFrauen vorgestellt. Wer also weiblich ist und Interesse an einer Mitgliedschaft dieser renommierten Organisation hat, sollte sich diesen Termin nicht entgehen lassen!

Das Gespräch findet in Halle 3.1 H 65 statt.

Autorin: Melanie Uhlig

Gastbeitrag: Messe-Highlights aus Sicht einer Buchbloggerin 

 Überblick FBM 2014 (c) labkultur.tv
Überblick FBM 2014 (c) labkultur.tv

Auch dieses Jahr öffnen sich vom 14. bis zum 18. Oktober die Tore der Frankfurter Buchmesse und ziehen damit Verlage, Autoren und Leser aus der ganzen Welt nach Hessen. Sich einen Überblick über alle Veranstaltungen zu schaffen, ist da gar nicht so einfach, aber die folgenden Messehighlights sollte man sich nicht entgehen lassen.

Als Buchbloggerin und begeisterte Leserin habe ich für euch deshalb einen kurzen Überblick über die Must-See‘s erstellt. Dazu gehören zunächst einmal die Lesungen und Signierstunden mit den deutschen Bestsellerautoren Kai Meyer (Die Seiten der Welt – Nachtland), Kerstin Gier (Silber – Das dritte Buch der Träume), Ursula Poznanski (Layers) und dem Autorenduo, welches sich hinter dem Pseudonym Iny Lorentz (Die Wanderhure) verbirgt.

Aber nicht nur deutsche Autoren sind auf der Messe vertreten. Dieses Jahr sind auch besonders viele US-amerikanische Bestseller-Autorinnen in Frankfurt. Kiera Cass (The Selection), Teri Terry (Mind Games) und Jennifer Estep (Black Blade) werden, vorwiegend am Wochenende, lesen sowie Autogramme verteilen.

Carlsen-Stand auf der FBM 2014 © book-walk.de
Carlsen-Stand auf der FBM 2014 © book-walk.de

Der Carlsen-Verlag wird dieses Jahr von den Labels Bittersweet, Chicken House und Impress unterstützt, wobei letztes auch gleich 23 Autoren im Rahmen eines Blogger-Brunches zusammenbringen. Von ihnen werden Jennifer Wolf (Morgentau) und Stefanie Hasse (Book Elements), sowie Laura Kneidl (Light&Darkness), Carina Müller (Moonlit Nights) und Teresa Sporrer (Lost in Stereo) Freitag und Samstag signieren.

Die größte deutsche Leser-Community Lovelybooks wird am Samstag zwischen 14 und 16 Uhr für alle Mitglieder und solche, die es werden wollen ein Treffen veranstalten. Vorbeischauen lohnt sich, denn es werden Goodiebags verteilt.

Für die, die sich für Indie-Autoren interessieren, hat Amazon Publishing am Samstag- und Sonntagvormittag Lesungen und anschließend je ein Meet&Greet mit den erfolgreichsten Selfpublishern vorbereitet. An den gleichen Tagen lockt Neobooks mit interessanten Veranstaltungen rund ums Thema Selbstverlag und das neue Neobooks-Rookie-Programm.

Natürlich wird es auf der Messe noch viele weitere Veranstaltungen geben, doch bei so einer Auswahl müssen leider immer Prioritäten gesetzt werden. Wer sich selbst einen Überblick über die Messeevents schaffen will, dem empfehle ich das Messeprogramm von Philip’s Blog Book-Walk. Er hat die anstehenden Veranstaltungen der Verlage gesammelt und dort vorgestellt. Hier findet ihr sein Messeprogramm.

Autorin: Anna-Lena Krug, anni-chans-fantastic-books.blogspot.de

London Book Fair: Tipps für künftige Verlagsmenschen

London Book Fair: Tipps für künftige Verlagsmenschen

© Stephanie Hübner
© Stephanie Hübner

Nicht nur für die alten Hasen hielt die London Book Fair 2015 allerhand Seminare bereit. Auch die Young Professionals konnten dank entsprechenden Podiumsdiskussionen wertvolle Hinweise für die Karriereplanung mitnehmen. Unsere Top 10:

  1. Skill up! Helen Youngs von der Personalagentur inspired selections ruft alle Berufseinsteiger auf, sich ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen bewusst zu werden. „Erzählt welche besonderen, auch übertragbaren Fähigkeiten ihr mitbringt. Der Lebenslauf lässt das nicht immer erkennen.“ Ihr Tipp: Kompetenz-Tutorials auf lynda.com.
  2. Move around! Gute Einstiege bieten Volontariate (in UK sind das Assistenzstellen). Wenn ihr flexibel und aufgeschlossen seid, könnt ihr hier euer Organisationstalent beweisen. Ihr könnt lernen Märkte zu beobachten, Veränderungen schnell zu erkennen und Problemlöser zu sein. Erwerbt Social-Media-Know-How, versucht Webseiten zu bauen und setzt euch mit SEO auseinander. Sicher, alles kann man nicht können. Aber solches Basiswissen fördert abteilungsübergreifendes Denken – eine in London oft gehörte Wortkombination. Wer hier brilliert, hat gute Chancen weiterzukommen.
  3. Be nosy! Alison Baverstock (Kingston University) wünscht sich Nachwuchskräfte, die sich nicht scheuen Fragen zu stellen. Natürlich könnt ihr (noch) nicht alles wissen.
  4. Be self-confident! „Ein Studium im Verlagswesen gibt euch die Möglichkeit ein Leistungsangebot zu versprechen, noch bevor ihr aktiv werdet. Ihr wisst worauf es in jedem Job eines Verlagshauses ankommt, nicht nur in eurem. Nutzt das!“, fordert Baverstock.
  5. „Work for Indies!“, rät Bridget Shine, Vorstandsvorsitzende der Independent Publishers Guild. Praktika in unabhängigen Verlagen bieten oft umfassende Einblicke in alle Bereiche.
  6. Plan ahead! Überlegt euch, wo euer Platz in der Branche sein soll und plant mit welchen Schritten ihr das erreichen könnt. Das erleichtert sich zu fokussieren – selbst, wenn sich der Plan auf halbem Weg ändert.
  7. Network! In einer Industrie, die sich besonders durch die Menschen auszeichnet, die in ihr arbeiten, sind Beziehungen oft sehr wichtig.
  8. „Short applications!“, empfiehlt die Pengiun-Personalerin Ellie Pike. Gerade große Unternehmen suchen bei 2000 Einsendungen pro Stelle nicht lange nach Besonderheiten, sie müssen ins Auge stechen. Beständigkeit und Persönlichkeit sollten daraus klar hervorgehen. Das Anschreiben soll den Lebenslauf nicht wiederholen. Im Zusammenhang mit euren Fähigkeiten darf Beachtenswertes jedoch gern erzählt werden. Richtet den Text auf eure Wunschstelle aus und zeigt, dass das Verlagswesen genau euer Business ist. Berichtet zum Beispiel, was euch in einem Praktikum besonders gut gefallen hat.
  9. Practice video interviews! Die Digitalisierung macht auch vor Vorstellungsgesprächen nicht halt. Große Häuser verwenden im Auswahlprozess mittlerweile non-live und live Videointerviews. Vorbereitungen: Übt das Reden vor dem Bildschirm, überprüft eure Technik und sorgt für eine stabile Internetverbindung. Regel: Inhalt vor Style. Lasst den Anzug im Schrank und überzeugt die Personaler mit eurer Persönlichkeit. Kein Grund nervös zu sein. Zweck dessen ist, dass ihr in gewohnter Umgebung freier erzählen könnt. Achtung Falle: Insbesondere bei non-live Videos ist die Zeit begrenzt – aber auch in Echtzeit-Gesprächen solltet ihr nicht ins Schwatzen geraten.
  10. You are you! Versucht nicht euch zu verstellen, denn das wird auffallen. Bleibt authentisch, schließlich wollt ihr das im Job dann auch sein.

Hilfreiche Links:

http://www.ipg.uk.com/jobs

https://www.inspiredselection.com/

http://www.publishers.org.uk/careers-in-publishing/

https://prhcareers.wordpress.com/

Übrigens: Auch Studierende der naturwissenschaftlichen Studiengänge sind den Verlagen willkommene Fachkräfte. Sie können zum Beispiel Pricing Analytics Manager oder Systemarchitekten werden.

Autorin: Stephanie Hübner

London Book Fair: Digital wird Tradition

London Book Fair: Digital wird Tradition

Die London Book Fair ist um einiges kleiner, um einiges lizenzträchtiger und um einiges weniger Publikums-, denn mehr Fachmesse als Frankfurt (von Leipzig ganz zu schweigen). Die Atmosphäre ist geschäftig, von der Galerie der Olympia Hall aus wirkt der Ameisenhaufen besonders eindrucksvoll.

Die Messestände der Verlage gleichen riesigen Verhandlungsarealen. An unzähligen Tischen besprechen sich kleine und große Verhandlungsparteien. Mal geht es dort hochprofessionell zu, andere geben sich locker – british business-casual kann definitiv ein Auslöser irritierter Mimik sein. Mehr als ein Gespräch an den Empfangstresen der Verlage ist hier auf der Suche nach Informationen für Studium und Praktika leider nicht zu erreichen. Auf Facebook würden Internships gepostet, bitte da mal nachschauen. Social Media Channels sind hier definitiv angekommen. Überall Hashtags.

Pflichttermin für Young Professionals

Gelebte Digitalisierung bei der Vortragstechnik: Sobald die MickeyMouse-Kopfhörer auf den Ohren sitzen, ist die summende Geräuschkulisse der Olympia Hall ausgeblendet.   (Man beachte das Handy im Handy im TV.) © Stephanie Hübner
Gelebte Digitalisierung bei der Vortragstechnik: Sobald die MickeyMouse-Kopfhörer auf den Ohren sitzen, ist die summende Geräuschkulisse der Olympia Hall ausgeblendet.
(Man beachte das Handy im Handy im TV.) © Stephanie Hübner

Und trotzdem lohnt sich ein Besuch der London Book Fair für jeden, der einen Einstieg in die Branche finden möchte. Denn hier wird alles diskutiert, was den Buchmarkt bewegt: Berufseinstieg, (Workflow)-Trends bei Verlagen und Dienstleistern, Mehrwert von Bloggern für die Buchbranche, Merkmale des mexikanischen Buchmarkts (Gastland!), Cross Media Strategien, neue Geschäftsmodelle, um nur eine Auswahl zu nennen. Die LBF hat ein so umfassendes Seminarprogramm, dass der Besucher oft zwischen zwei bis drei favorisierten Veranstaltungen wählen muss, die alle gleichzeitig stattfindenden. Auf den Podien steht ein internationaler Mix erfahrener Buch- und Medienmenschen und erzählt von den neuesten Entwicklungen ihrer Unternehmen und Spezialmärkte. Nach Vorträgen gibt es oft noch eine Diskussionsrunde, sie muss aus Zeitgründen aber auch oft abgebrochen werden, denn der nächste Redner steht in den Startlöchern. Es fühlt sich ein bisschen an wie Uni-Alltag – nur mit umgekehrtem Professoren-Studenten-Anteil und schneller wechselnden Vorlesungen.

Absurde „neue“ Medien

International ist es nicht anders als in der deutschen Verlagslandschaft – der digitale Wandel beschäftigt die Branche immens und noch immer werden Lösungen von vielen Verlagen offensichtlich lieber diskutiert als umgesetzt. Nach wie vor lässt sich Unsicherheit auf diesem Gebiet beobachten. Hier (t)wittern die Publishing-Dienstleister ihre Chance. Tatsächlich entsteht der Eindruck, dass diese ihrer Zielgruppe in Sachen Digitalmentalität einiges voraus haben, denn es tauchen viele misstrauische Nachfragen zum Mehrwert medienneutraler Cloud-Systeme und crossmedialer Lösungen auf.

Trial and succeed or error!

Es ist der Geschäftsführer des kleinen Verlags Unique Inspiration aus Birmingham, der sein intermediales Kinderbuchprojekt Aku&Kamu vorstellt und dabei erklärt, dass er und seine Kollegen oft zwar mehr Projektmanager als Verleger seien. Doch weil der Content über verschiedene Kanäle verbreitet werden soll, mussten sie erkennen, dass sie nicht für alle Medien Experten sein können. Die Aufbereitung als App oder Serie werden deshalb an globale Dienstleister gegeben. Und damit seien sie in Europa und Asien sehr erfolgreich. Eine Zuschauerin möchte wissen, wie er das angefangen habe. Trial and error, sagt Asif Bashir: „Just make it.“ Nach der Vorstellung möchte sie mehr darüber wissen. Bashir gibt ihr seine Karte, er müsse leider zu einem Termin. Da wartet bestimmt die nächste Lizenzverhandlung…

Autorin: Stephanie Hübner

London Book Fair: Ein erster Einblick

London Book Fair: Ein erster Einblick

Ein paar Lerchen sind im Moment nicht in den Hörsälen der HTWK Leipzig unterwegs, sondern auf der London Book Fair. Damit ihr nichts verpasst, berichten wir hier von den aktuellen Highlights der Messe!

London Book Fair 2015 © Jana Kapfer
London Book Fair 2015 © Jana Kapfer

Gestern zum Auftakt der London Book Fair begeisterte uns vor allem das Seminar zum Thema „The Principles of Successful Book and Book Cover Design“. Vier Experten diskutierten die Frage, ob der Markt ein Buch nach seinem Umschlag beurteilt. Besonders wichtig seien bei einem Buchcover der Zusammenhang mit dem Content, der „lust factor“, also die gute Idee, bzw. der Unterschied zu anderen Werken und eine klare Hierarchie von Autor und Titel. Als „golden rule“ wurde die Regel „Be clear before you are clever“ ausgemacht. Man sollte also immer erst an die entscheidenden Aspekte wie z.B. den Titel und die Abbildungen denken, bevor man typografische Detailfragen diskutiert.

Das humorvolle Ende der Gesprächsrunde bildete schließlich ein Vergleich der Gewinnerin eines Designpreises: Mit dem Buchdesign sei es wie mit Pippa Middletons Hinterteil – eine gute Verpackung kann große Begeisterung auslösen, selbst wenn man den Inhalt nicht kennt!

Autorin: Jana Kapfer