Gastbeitrag: Rückblick Frankfurter Buchmesse

Gastbeitrag: Rückblick Frankfurter Buchmesse

Vor ein paar Wochen endete sie, die Frankfurter Buchmesse und viele von uns haben sie mit viel mehr Büchern verlassen, als geplant. Das nächste große Event, welches für uns Buchfreunde ansteht, ist die Leipziger Buchmesse im März.

Im Nachhinein betrachtet muss ich offen und ehrlich zugeben, dass ich mir von der Frankfurter Buchmesse mehr erhofft hatte. Das Gelände war sehr unübersichtlich nur wenig war ausgeschildert. Auch die Verteilung der Verlage und anderen Stände war sehr ungleichmäßig. Halle 3 zum Beispiel war überfüllt, da dort fast alle großen Belletristik Verlage ihre Stände hatten. Und diese ziehen bei Buchmessen nun einmal mehr Besucher an, als die kleineren Verlage. Das führte dazu, dass die anderen Hallen manchmal so gut wie leer waren. Da bevorzuge ich die Aufteilung bei der Leipziger Buchmesse doch weitaus mehr.

Von Fachbesuchern und Cosplayern

© Christin Fetzer
© Christin Fetzer

Von Vorteil fand ich die Fachbesuchertage. Von Mittwoch bis Freitag war die Messe nur für Leute aus der Branche geöffnet. Was wiederum die Besucherzahlen in Grenzen hielt. So konnte man meistens ohne großes Gedränge in Ruhe die Stände erkunden. Wenn man allerdings nicht aus der Branche kommt, kann ich den Besuch an den übrigen zwei Tagen nicht empfehlen. Denn ich kann versichern, man wird die Stände vor lauter Menschen nicht mehr sehen. Allerdings konnte man viele Cosplayer bewundern, die für einen Wettbewerb angereist waren.

Mehr eine Fachmesse

Auch das Angebot an Verlagen traf nicht meinen Geschmack. Ich bin versierter Fantasy Fan in allen Formen und Größen und musste erschreckend feststellen, dass die FBM neben den großen und bekanntesten Verlagen nicht viel mehr zu bieten hatte. Im Allgemeinen schätze ich die Frankfurter Buchmesse eher als eine Fachmesse ein, speziell für die Branche.

Kurzes Fazit zur Buchmesse

Dies war mein erster Besuch auf der Frankfurter Buchmesse und ich muss gestehen, ich bevorzuge die Leipziger Buchmesse bei weitem. Doch dazu hat jeder seine eigene Meinung.

Dennoch fand ich meinem Besuch dort alles in allem sehr schön. Wer Bücher liebt und sich vielleicht auch ein wenig für die Geschehnisse der Branche interessiert, ist dort garantiert gut aufgehoben.

Autorin: Madlen Krätzig

BuchmesseCon: Alternative zur FBM15

BuchmesseCon: Alternative zur FBM15

Kleiner Drache BuCon © buchmessecon.de
Kleiner Drache BuCon © buchmessecon.de

Wie jedes Jahr war die Frankfurter Buchmesse wieder laut und, um die Stände der großen Publikumsverlage wie Heyne, Carlsen, Lyx & Co. herum, sehr voll. Kurz: Die Messe war gut besucht. Doch auch jenen, denen der Massenansturm (besonders an den Besuchertagen) zu heftig war, bot sich eine buchlastige Fluchtmöglichkeit: Keine 15 Kilometer von der Frankfurter Buchmesse entfernt, fand am Samstag (17.10.2015) die BuchmesseCon in Dreieich statt.

Im beinahe unscheinbaren Bürgerhaus Dreieich treffen sich jedes Jahr (nunmehr zum 30. Mal) Freunde der fantastischen Literatur aus ganz Deutschland. Nicht nur der Deutsche Phantastik Preis wird auf der BuchmesseCon verliehen, auch für so manches Erstlingswerk namenhafter Autoren hat die Reise hier begonnen.

Ein fantastisches Paradies

Selfpublisherin und Gewinnerin des Indie-Autor-Preises 2015: Farina de Waard © Christin Fetzer
Selfpublisherin und Gewinnerin des Indie-Autor-Preises 2015: Farina de Waard © Christin Fetzer

Zugegeben, beeindruckend war der Eingangsbereich nicht. Der Erstbesucher war skeptisch und blickte kritisch umher. Alles wirkte zunächst sehr einfach, wenn einem immer noch die imposanten und stark umschwärmten Stände der Frankfurter Buchmesse vor Augen schwebten. Doch bald dämmerte, dass sich hier ein kleines, aber feines Fantasy-Paradies versteckt hielt. In einer einzigen Halle tummelten sich Verlage wie Feder und Schwert, acabus, Amrûn, Mantikore und Papierverzierer neben Antiquariat, Perry Rhodan, sowie Selfpublishern wie Farina de Waard (Zähmung – Das Vermächtnis der Wölfe). Zwischen Lektoren, Verlegern und Romandebütanten waren ebenso Größen wie Markus Heitz, Bernhard Hennen und Ann-Kathrin Karschnick zu einem Gespräch bereit.

Ein fantastisches Programm

Neben Gesprächen, Kontakteknüpfen und Bücherkauf kam auch der unterhaltende Aspekt nicht zu kurz. Von 11 bis 19 Uhr fanden über den Maschinenraum, Holo-Deck, Transportraum, uvm., stündlich Lesungen statt. Die Verleihung des Deutschen Phantastik Preises bildete den abendlichen Höhepunkt. Die Gewinner des Jahres 2015 sind:

* Bernd Perplies mit Imperium der Drachen – Das Blut des Schwarzen Löwen in der Kategorie Bester deutschsprachiger Roman

* Silke M. Meyer mit Lux & Umbra 1 – Der Pfad der schwarzen Perle in der Kategorie Bestes deutschsprachiges Romandebüt

* Neil Gaiman mit Der Ozean am Ende der Straße in der Kategorie Bester internationaler Roman

* Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser mit Der letzte Gast in der Kategorie Beste deutschsprachige Kurzgeschichte

* Steampunk Akte Deutschland in der Kategorie Beste Original-Anthologie

* Das Schwarze Auge in der Kategorie Beste Serie

* Arndt Drechsler in der Kategorie Bester Grafiker

* Christian Humberg und Andrea Bottlinger mit Geek, Pray, Love: Ein praktischer Leitfaden für das Leben, das Fandom und den ganzen Rest in der Kategorie Bestes Sekundärwerk * www.fantasybuch.de in der Kategorie Beste Internet-Seite

Gewinner des BuchmesseCon Ehrenpreises 2015: Bernhard Hennen © op-online.de
Gewinner des BuchmesseCon Ehrenpreises 2015: Bernhard Hennen © op-online.de

Der 2. BuchmesseCon Ehrenpreis gebührte dieses Jahr Bernhard Hennen für seine Verdienste in der deutschen Phantastik-Szene.

Fantasy-Fans, welche die BuchmesseCon bisher noch nicht mit ihrer Anwesenheit beehrt haben, wird hiermit wärmstens empfohlen, sich zum nächsten Frankfurter Buchmesse-Samstag im Bürgerhaus in Dreieich einzufinden.

Autorin: Christin Fetzer 

FBM: Geschichte der Frankfurter Buchmesse 

FBM: Geschichte der Frankfurter Buchmesse 

Logo der FBM 2015 © neureuter.de
Logo der FBM 2015 © neureuter.de

Vom 14. bis 18. Oktober 2015 zog es, wie jedes Jahr, Büchermenschen aus allen Ecken der Welt an. Ob zum Lesen, Informieren, Kontakteknüpfen, zur Marktbeobachtung oder zum Erleben ist die Frankfurter Buchmesse der weltweit wichtigste Ort der Branche. Zeit, einen Blick auf die Geschichte zu werfen.

Im 15. Jahrhundert erfand Gutenberg in Mainz, in unmittelbarer Nähe zu Frankfurt, den Buchdruck. Die Geburtsstunde eines neuen, weltbewegenden Wirtschaftszweiges und einer inzwischen 500 Jahre alten Tradition. Ein Highlight bilden jedes Jahr wieder die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels und der Deutsche Jugendliteraturpreis. Seit 1964 wird die Frankfurter Buchmesse von der Ausstellungs- und Messe-GmbH ausgerichtet.

Meilensteine

Seit der Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert ist die Frankfurter Buchmesse der Umschlagplatz der Branche, bis in 17. Jahrhundert hinein, wo ihr die Kaiserliche Bücherkommission zum Verhängnis wurde. Somit war zur Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert Leipzig die zentrale Buchmessestadt, hier ist es jedoch der 2. Weltkrieg, der den Buchhandel zum Erliegen bringt.

© jugendliteratur.org
© jugendliteratur.org

Einen Neuanfang bildet 1949 die offizielle Gründung der Frankfurter Buchmesse durch den Deutschen Börsenverein mit 205 Ausstellern. Seit 2003 entwickelt sich die Buchmesse zunehmend zur Marketing-Plattform, denn sie ist nur in zweiter Linie für das allgemeine Publikum gedacht. Von insgesamt 269 534 Besuchern zur Frankfurter Buchmesse 2014, waren 167 654 Fachbesucher aus 132 Ländern. Der jährliche Fokus auf ein Gastland besteht hierbei offiziell seit 1988.

Liste der bisherigen Gastländer:

* 1986 Indien – Wandel in Tradition

* 1988: Italien – Italienisches Tagebuch

* 1989: Frankreich – L’Automne français

* 1990: Japan – Then and Now

* 1991: Spanien – La Hora de España

* 1992: Mexiko – Offenes Buch

* 1993: Flandern und Niederlande – Weltoffen

* 1994: Brasilien – Begegnung von Kulturen

* 1995: Österreich

* 1996: Irland – Und seine Diaspora

* 1997: Portugal – Wege in die Welt

* 1998: Schweiz – Hoher Himmel – Enges Tal

* 1999: Ungarn – Unbegrenzt

* 2000: Polen – ©Poland

* 2001: Griechenland – Neue Wege nach Ithaka

* 2002: Litauen – Fortsetzung folgt

* 2003: Russland – Neue Seiten

* 2004: Arabische Welt – Arabische Welt – Blick in die Zukunft

* 2005: Südkorea – Enter Korea

* 2006: Indien – Today’s India

* 2007: Katalanische Länder – Singular i Universal

* 2008: Türkei – Faszinierend farbig

* 2009: Volksrepublik China – Tradition und Innovation

* 2010: Argentinien – Kultur in Bewegung

* 2011: Island – Sagenhaftes Island

* 2012: Neuseeland – Bevor es bei euch hell wird

* 2013: Brasilien – Ein Land voller Stimmen

* 2014: Finnland – Finnland. Lesen.

* 2015: Indonesien – 17.000 Inseln der Imagination

Ob zum Hobby oder als Fachbesucher, die Frankfurter Buchmesse ist in jedem Fall immer einen Besuch wert.

Autorin: Christin Fetzer

Frankfurter Buchmesse: 25 Jahre BücherFrauen

Frankfurter Buchmesse: 25 Jahre BücherFrauen

Frauen sind in der Buchbranche mit fast 80 Prozent klar in der Überzahl. Es ist also nur natürlich, dass es ein Netzwerk gibt, das sich ausschließlich mit dem starken Geschlecht beschäftigt – die BücherFrauen.

Logo des BücherFrauen e.V.
Logo der BücherFrauen © buecherfrauen.de

25 Jahre gibt es diesen Zusammenschluss nun schon. Er wurde 1990 in München gegründet, Vorbild dazu war die Organisation Women in Publishing, kurz WiP. Ableger davon gibt es bisher in den USA, Großbritannien, Australien, Irland, Indien, Hongkong und den Philippinen.

Die BücherFrauen widmen sich der Karriere von Frauen, die verlegen, schreiben und sich voll und ganz dem Produkt Buch widmen.

Bundesweit spaltet sich der Verein in Regionalgruppen auf, deren Mitglieder sich regelmäßig treffen und sich über bestimmte Themen austauschen. Verschiedene Themen der  Regional- und weiterer Arbeitsgruppen führen deren Sprecherinnen und die Vorstandsfrauen zweimal im Jahr überregional zusammen.

Projekte

Der Verein umfasst viele Projekte, die Frauen helfen sollen sich in der Buchbrache zu Recht zu finden. So gibt es verschiedene Arbeitsgruppen, Vorträge und das Mentoring-Programm. In Berlin, Hamburg, München und Stuttgart gibt es mittlerweile einmal im Jahr eine Mentoring-Runde bei der die Siegerin eine Mentorin bekommt, die sie ein Jahr lang begleitet und ihr beim Start in das Berufsleben hilft.

Öffentlichkeitsarbeit

Auch nach außen hin präsentieren sich die BücherFrauen, zum Beispiel auf der Leipziger und Frankfurter Buchmesse. Danach gibt es eine WiP-Party. Außerdem hat die Ehrung der BücherFrau des Jahres auf der FBM eine lange Tradition.

Also, wer zur Frankfurter Buchmesse geht, sollte auch bei den BücherFrauen vorbeischauen. Es lohnt sich!

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BücherFrau des Jahres 2015: Frauke Ehlers. © Silvie Brucklacher

BücherFrauen auf der FBM

Zwei Veranstaltungen am 15. Oktober, Ort ist hierbei die Leseinsel der unabhängigen Verlage, Halle 4.1 C37

15.30 bis 16.30 Uhr steht eine Podiumsdiskussion mit indonesischen BücherFrauen auf dem Plan.

Im Anschluss erfolgt die Verleihung der BücherFrau des Jahres 2015 und es wird das 25-jährige Bestehen des Vereines gefeiert. Ehrengast wird Manuela Schwesig sein, die die Schirmherrschaft über die BücherFrauen hat.

Am 16. Oktober sprechen die BücherFrauen mit Vertretern des Börsenvereins zum Thema Vernetzung. Dabei wird unter anderem auch das Mentoring-Programm der BücherFrauen vorgestellt. Wer also weiblich ist und Interesse an einer Mitgliedschaft dieser renommierten Organisation hat, sollte sich diesen Termin nicht entgehen lassen!

Das Gespräch findet in Halle 3.1 H 65 statt.

Autorin: Melanie Uhlig

Gastbeitrag: Messe-Highlights aus Sicht einer Buchbloggerin 

 Überblick FBM 2014 (c) labkultur.tv
Überblick FBM 2014 (c) labkultur.tv

Auch dieses Jahr öffnen sich vom 14. bis zum 18. Oktober die Tore der Frankfurter Buchmesse und ziehen damit Verlage, Autoren und Leser aus der ganzen Welt nach Hessen. Sich einen Überblick über alle Veranstaltungen zu schaffen, ist da gar nicht so einfach, aber die folgenden Messehighlights sollte man sich nicht entgehen lassen.

Als Buchbloggerin und begeisterte Leserin habe ich für euch deshalb einen kurzen Überblick über die Must-See‘s erstellt. Dazu gehören zunächst einmal die Lesungen und Signierstunden mit den deutschen Bestsellerautoren Kai Meyer (Die Seiten der Welt – Nachtland), Kerstin Gier (Silber – Das dritte Buch der Träume), Ursula Poznanski (Layers) und dem Autorenduo, welches sich hinter dem Pseudonym Iny Lorentz (Die Wanderhure) verbirgt.

Aber nicht nur deutsche Autoren sind auf der Messe vertreten. Dieses Jahr sind auch besonders viele US-amerikanische Bestseller-Autorinnen in Frankfurt. Kiera Cass (The Selection), Teri Terry (Mind Games) und Jennifer Estep (Black Blade) werden, vorwiegend am Wochenende, lesen sowie Autogramme verteilen.

Carlsen-Stand auf der FBM 2014 © book-walk.de
Carlsen-Stand auf der FBM 2014 © book-walk.de

Der Carlsen-Verlag wird dieses Jahr von den Labels Bittersweet, Chicken House und Impress unterstützt, wobei letztes auch gleich 23 Autoren im Rahmen eines Blogger-Brunches zusammenbringen. Von ihnen werden Jennifer Wolf (Morgentau) und Stefanie Hasse (Book Elements), sowie Laura Kneidl (Light&Darkness), Carina Müller (Moonlit Nights) und Teresa Sporrer (Lost in Stereo) Freitag und Samstag signieren.

Die größte deutsche Leser-Community Lovelybooks wird am Samstag zwischen 14 und 16 Uhr für alle Mitglieder und solche, die es werden wollen ein Treffen veranstalten. Vorbeischauen lohnt sich, denn es werden Goodiebags verteilt.

Für die, die sich für Indie-Autoren interessieren, hat Amazon Publishing am Samstag- und Sonntagvormittag Lesungen und anschließend je ein Meet&Greet mit den erfolgreichsten Selfpublishern vorbereitet. An den gleichen Tagen lockt Neobooks mit interessanten Veranstaltungen rund ums Thema Selbstverlag und das neue Neobooks-Rookie-Programm.

Natürlich wird es auf der Messe noch viele weitere Veranstaltungen geben, doch bei so einer Auswahl müssen leider immer Prioritäten gesetzt werden. Wer sich selbst einen Überblick über die Messeevents schaffen will, dem empfehle ich das Messeprogramm von Philip’s Blog Book-Walk. Er hat die anstehenden Veranstaltungen der Verlage gesammelt und dort vorgestellt. Hier findet ihr sein Messeprogramm.

Autorin: Anna-Lena Krug, anni-chans-fantastic-books.blogspot.de

London Book Fair: Tipps für künftige Verlagsmenschen

London Book Fair: Tipps für künftige Verlagsmenschen

© Stephanie Hübner
© Stephanie Hübner

Nicht nur für die alten Hasen hielt die London Book Fair 2015 allerhand Seminare bereit. Auch die Young Professionals konnten dank entsprechenden Podiumsdiskussionen wertvolle Hinweise für die Karriereplanung mitnehmen. Unsere Top 10:

  1. Skill up! Helen Youngs von der Personalagentur inspired selections ruft alle Berufseinsteiger auf, sich ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen bewusst zu werden. „Erzählt welche besonderen, auch übertragbaren Fähigkeiten ihr mitbringt. Der Lebenslauf lässt das nicht immer erkennen.“ Ihr Tipp: Kompetenz-Tutorials auf lynda.com.
  2. Move around! Gute Einstiege bieten Volontariate (in UK sind das Assistenzstellen). Wenn ihr flexibel und aufgeschlossen seid, könnt ihr hier euer Organisationstalent beweisen. Ihr könnt lernen Märkte zu beobachten, Veränderungen schnell zu erkennen und Problemlöser zu sein. Erwerbt Social-Media-Know-How, versucht Webseiten zu bauen und setzt euch mit SEO auseinander. Sicher, alles kann man nicht können. Aber solches Basiswissen fördert abteilungsübergreifendes Denken – eine in London oft gehörte Wortkombination. Wer hier brilliert, hat gute Chancen weiterzukommen.
  3. Be nosy! Alison Baverstock (Kingston University) wünscht sich Nachwuchskräfte, die sich nicht scheuen Fragen zu stellen. Natürlich könnt ihr (noch) nicht alles wissen.
  4. Be self-confident! „Ein Studium im Verlagswesen gibt euch die Möglichkeit ein Leistungsangebot zu versprechen, noch bevor ihr aktiv werdet. Ihr wisst worauf es in jedem Job eines Verlagshauses ankommt, nicht nur in eurem. Nutzt das!“, fordert Baverstock.
  5. „Work for Indies!“, rät Bridget Shine, Vorstandsvorsitzende der Independent Publishers Guild. Praktika in unabhängigen Verlagen bieten oft umfassende Einblicke in alle Bereiche.
  6. Plan ahead! Überlegt euch, wo euer Platz in der Branche sein soll und plant mit welchen Schritten ihr das erreichen könnt. Das erleichtert sich zu fokussieren – selbst, wenn sich der Plan auf halbem Weg ändert.
  7. Network! In einer Industrie, die sich besonders durch die Menschen auszeichnet, die in ihr arbeiten, sind Beziehungen oft sehr wichtig.
  8. „Short applications!“, empfiehlt die Pengiun-Personalerin Ellie Pike. Gerade große Unternehmen suchen bei 2000 Einsendungen pro Stelle nicht lange nach Besonderheiten, sie müssen ins Auge stechen. Beständigkeit und Persönlichkeit sollten daraus klar hervorgehen. Das Anschreiben soll den Lebenslauf nicht wiederholen. Im Zusammenhang mit euren Fähigkeiten darf Beachtenswertes jedoch gern erzählt werden. Richtet den Text auf eure Wunschstelle aus und zeigt, dass das Verlagswesen genau euer Business ist. Berichtet zum Beispiel, was euch in einem Praktikum besonders gut gefallen hat.
  9. Practice video interviews! Die Digitalisierung macht auch vor Vorstellungsgesprächen nicht halt. Große Häuser verwenden im Auswahlprozess mittlerweile non-live und live Videointerviews. Vorbereitungen: Übt das Reden vor dem Bildschirm, überprüft eure Technik und sorgt für eine stabile Internetverbindung. Regel: Inhalt vor Style. Lasst den Anzug im Schrank und überzeugt die Personaler mit eurer Persönlichkeit. Kein Grund nervös zu sein. Zweck dessen ist, dass ihr in gewohnter Umgebung freier erzählen könnt. Achtung Falle: Insbesondere bei non-live Videos ist die Zeit begrenzt – aber auch in Echtzeit-Gesprächen solltet ihr nicht ins Schwatzen geraten.
  10. You are you! Versucht nicht euch zu verstellen, denn das wird auffallen. Bleibt authentisch, schließlich wollt ihr das im Job dann auch sein.

Hilfreiche Links:

http://www.ipg.uk.com/jobs

https://www.inspiredselection.com/

http://www.publishers.org.uk/careers-in-publishing/

https://prhcareers.wordpress.com/

Übrigens: Auch Studierende der naturwissenschaftlichen Studiengänge sind den Verlagen willkommene Fachkräfte. Sie können zum Beispiel Pricing Analytics Manager oder Systemarchitekten werden.

Autorin: Stephanie Hübner

London Book Fair: Digital wird Tradition

London Book Fair: Digital wird Tradition

Die London Book Fair ist um einiges kleiner, um einiges lizenzträchtiger und um einiges weniger Publikums-, denn mehr Fachmesse als Frankfurt (von Leipzig ganz zu schweigen). Die Atmosphäre ist geschäftig, von der Galerie der Olympia Hall aus wirkt der Ameisenhaufen besonders eindrucksvoll.

Die Messestände der Verlage gleichen riesigen Verhandlungsarealen. An unzähligen Tischen besprechen sich kleine und große Verhandlungsparteien. Mal geht es dort hochprofessionell zu, andere geben sich locker – british business-casual kann definitiv ein Auslöser irritierter Mimik sein. Mehr als ein Gespräch an den Empfangstresen der Verlage ist hier auf der Suche nach Informationen für Studium und Praktika leider nicht zu erreichen. Auf Facebook würden Internships gepostet, bitte da mal nachschauen. Social Media Channels sind hier definitiv angekommen. Überall Hashtags.

Pflichttermin für Young Professionals

Gelebte Digitalisierung bei der Vortragstechnik: Sobald die MickeyMouse-Kopfhörer auf den Ohren sitzen, ist die summende Geräuschkulisse der Olympia Hall ausgeblendet.   (Man beachte das Handy im Handy im TV.) © Stephanie Hübner
Gelebte Digitalisierung bei der Vortragstechnik: Sobald die MickeyMouse-Kopfhörer auf den Ohren sitzen, ist die summende Geräuschkulisse der Olympia Hall ausgeblendet.
(Man beachte das Handy im Handy im TV.) © Stephanie Hübner

Und trotzdem lohnt sich ein Besuch der London Book Fair für jeden, der einen Einstieg in die Branche finden möchte. Denn hier wird alles diskutiert, was den Buchmarkt bewegt: Berufseinstieg, (Workflow)-Trends bei Verlagen und Dienstleistern, Mehrwert von Bloggern für die Buchbranche, Merkmale des mexikanischen Buchmarkts (Gastland!), Cross Media Strategien, neue Geschäftsmodelle, um nur eine Auswahl zu nennen. Die LBF hat ein so umfassendes Seminarprogramm, dass der Besucher oft zwischen zwei bis drei favorisierten Veranstaltungen wählen muss, die alle gleichzeitig stattfindenden. Auf den Podien steht ein internationaler Mix erfahrener Buch- und Medienmenschen und erzählt von den neuesten Entwicklungen ihrer Unternehmen und Spezialmärkte. Nach Vorträgen gibt es oft noch eine Diskussionsrunde, sie muss aus Zeitgründen aber auch oft abgebrochen werden, denn der nächste Redner steht in den Startlöchern. Es fühlt sich ein bisschen an wie Uni-Alltag – nur mit umgekehrtem Professoren-Studenten-Anteil und schneller wechselnden Vorlesungen.

Absurde „neue“ Medien

International ist es nicht anders als in der deutschen Verlagslandschaft – der digitale Wandel beschäftigt die Branche immens und noch immer werden Lösungen von vielen Verlagen offensichtlich lieber diskutiert als umgesetzt. Nach wie vor lässt sich Unsicherheit auf diesem Gebiet beobachten. Hier (t)wittern die Publishing-Dienstleister ihre Chance. Tatsächlich entsteht der Eindruck, dass diese ihrer Zielgruppe in Sachen Digitalmentalität einiges voraus haben, denn es tauchen viele misstrauische Nachfragen zum Mehrwert medienneutraler Cloud-Systeme und crossmedialer Lösungen auf.

Trial and succeed or error!

Es ist der Geschäftsführer des kleinen Verlags Unique Inspiration aus Birmingham, der sein intermediales Kinderbuchprojekt Aku&Kamu vorstellt und dabei erklärt, dass er und seine Kollegen oft zwar mehr Projektmanager als Verleger seien. Doch weil der Content über verschiedene Kanäle verbreitet werden soll, mussten sie erkennen, dass sie nicht für alle Medien Experten sein können. Die Aufbereitung als App oder Serie werden deshalb an globale Dienstleister gegeben. Und damit seien sie in Europa und Asien sehr erfolgreich. Eine Zuschauerin möchte wissen, wie er das angefangen habe. Trial and error, sagt Asif Bashir: „Just make it.“ Nach der Vorstellung möchte sie mehr darüber wissen. Bashir gibt ihr seine Karte, er müsse leider zu einem Termin. Da wartet bestimmt die nächste Lizenzverhandlung…

Autorin: Stephanie Hübner

London Book Fair: Ein erster Einblick

London Book Fair: Ein erster Einblick

Ein paar Lerchen sind im Moment nicht in den Hörsälen der HTWK Leipzig unterwegs, sondern auf der London Book Fair. Damit ihr nichts verpasst, berichten wir hier von den aktuellen Highlights der Messe!

London Book Fair 2015 © Jana Kapfer
London Book Fair 2015 © Jana Kapfer

Gestern zum Auftakt der London Book Fair begeisterte uns vor allem das Seminar zum Thema „The Principles of Successful Book and Book Cover Design“. Vier Experten diskutierten die Frage, ob der Markt ein Buch nach seinem Umschlag beurteilt. Besonders wichtig seien bei einem Buchcover der Zusammenhang mit dem Content, der „lust factor“, also die gute Idee, bzw. der Unterschied zu anderen Werken und eine klare Hierarchie von Autor und Titel. Als „golden rule“ wurde die Regel „Be clear before you are clever“ ausgemacht. Man sollte also immer erst an die entscheidenden Aspekte wie z.B. den Titel und die Abbildungen denken, bevor man typografische Detailfragen diskutiert.

Das humorvolle Ende der Gesprächsrunde bildete schließlich ein Vergleich der Gewinnerin eines Designpreises: Mit dem Buchdesign sei es wie mit Pippa Middletons Hinterteil – eine gute Verpackung kann große Begeisterung auslösen, selbst wenn man den Inhalt nicht kennt!

Autorin: Jana Kapfer

Leipziger Buchmesse: Die Highlights

Die Leipziger Buchmesse und das begleitende Lesefestival Leipzig liest verbanden vier Tage lang Menschen aus ganz Europa, die Cosplayer zogen die Besucher in eine Welt voll bunter Kleidung und Perücken und auch der Messeschwerpunkt Israel war ein Magnet für Jung und Alt. Insgesamt kamen 186.000 Menschen zum Leipziger Messegelände und besuchten die 2.263 Aussteller und 3.200 Veranstaltungen.

Die Glashalle der Leipziger Buchmesse 2015 am Messefreitag. © Leonarda Pfeiffer
Die Glashalle der Leipziger Buchmesse 2015 am Messefreitag. © Leonarda Pfeiffer

Auf der diesjährigen Buchmesse waren die wichtigsten Thematiken die der Meinungsfreiheit und der Kampf gegen Rassismus, welche vor allem für die Verantwortlichen von starker Bedeutung waren. Bereits zur Eröffnung im Gewandhaus betonten der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Leipzigs Bürgermeister Andreas Müller, wie wichtig ihnen diese Punkte und vor allem der kulturelle Austausch in der heutigen Gesellschaft sind. Auch an den vier Messetagen wurden immer wieder hitzige Debatten zu den Themen geführt. Die Buchmesse war in diesem Jahr so politisch wie noch nie zuvor.

Der Messeschwerpunkt 1965 bis 2015: Deutschland – Israel ging für einige Besucher auf den ersten Blick ein wenig unter. Während im letzten Jahr das Gastland Schweiz überall Präsenz zeigte, war Israel doch etwas zurückhaltender. Allerdings konnten vor allem die 40 Autoren beider Länder in 74 Veranstaltungen glänzen und zogen doch noch einige Besucher in den Bann. Auch die Delegation aus dem Land Litauen, welches 2017 Themenschwerpunkt sein wird, bot einen interessanten kurzen Überblick auf die dortige Buchbranche.

Als größtes Erfolgsprojekt der diesjährigen Buchmesse ist selbstverständlich Leipzig liest zu nennen. Dieses Projekt präsentierte sich über die vier Messetage hinweg an 410 Orten in der ganzen Stadt verteilt und zeigte dabei eine wirklich vielseitige Literaturszene Leipzigs. Insgesamt fanden 3.200 Veranstaltungen statt, zu denen ca. 251.000 Besucher strömten. Am Messesamstag gab es dann noch eine wunderschöne Überraschung für alle Besucher, als der speziell für die Buchmesse zusammengestellte Chor Musik aus Israel präsentierte.

Natürlich wurden auch wieder Preise der Leipziger Buchmesse vergeben, wobei es in diesem Jahr zu einer Prämiere kam, denn zum ersten Mal wurde ein Lyrikband in der Kategorie Belletristik gekürt. Stolzer Gewinner ist Autor Jan Wagner mit seinem Werk Regentonnenvariationen. In der Kategorie Sachbuch wurde Philipp Ther als Gewinner mit seinem Buch Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent – Eine Geschichte des neoliberalen Europa ausgezeichnet. Die Gewinnerin der Kategorie Übersetzung ist Mirjam Pressier mit ihrer Übersetzung von Amos Oz Werk Judas.

Auch Halle 1 war dieses Jahr wieder ein echter Hingucker, nicht nur für Manga-Liebhaber. Ungefähr 93.000 Menschen, davon ca. ein Drittel als Cosplayer verkleidet, strömten dieses Jahr zur Manga Comic Convention um die 284 Aussteller und 450 Veranstaltungen rund um das Thema Manga, Comic und Cosplay zu besuchen. Durch verschiedene Zeichner, wie beispielsweise Chaco Abeno, Takeshi Obata oder Tatsuya Ihara und Mayu Sakai, konnten die Fans miterleben wie eine Mangafigur zum Leben erweckt wurde. Auch echte Zockerfreunde konnten ihr Können in einem Gamesroom mit 15 Konsolen unter Beweis stellen. Dieses Projekt feierte in diesem Jahr seine Prämiere und zog mit seiner Vielfalt an neusten Spielen eine große Fangemeinde an.

Für uns war die diesjährige Buchmesse wieder sehr aufregend und ein toller Auftakt in den Frühling. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, wenn sie vom 17. bis 20. März ihre Tore erneut für uns öffnet.

Autorin: Leonarda Pfeiffer

Leipziger Buchmesse: Shalom, Bücherliebhaber!

Leipziger Buchmesse: Shalom, Bücherliebhaber!

Gastland der diesjährigen Buchmesse ist das wundervolle Land Israel. Grund hierfür ist das besondere Jubiläum 50 Jahre deutsch-israelische diplomatische Beziehungen. Geprägt durch jahrtausendealte und vielseitig beeinflusste Geschichte und Kultur hat Israel literarisch einige Schätze zu bieten. Sie hatten noch keine Gelegenheit sich mit dem umfangreichen Programm der Leipziger Buchmesse oder dem Festival Leipzig liest zu beschäftigen? Ich habe mich ein wenig umgeschaut.

Logo der Leipziger Buchmesse 2015 © Leipziger Buchmesse
Logo der Leipziger Buchmesse 2015 © Leipziger Buchmesse

Am Abend des 12. März 2015 findet ab 19 Uhr im Schauspiel Leipzig die Lange Nacht der deutsch-israelischen Literatur statt. Unter dem Titel Geschichten von Liebe und Finsternis sind einige israelische und deutsche AutorInnen vor Ort, darunter der bekannte israelische Schriftsteller Amos Oz. Sie sprechen über ihre Werke und es wird viel gelesen. Außerdem gibt es eine musikalische Untermalung durch das Itamar Erez Trio.

Am 13. März 2015 wird ab 11 Uhr auf der Buchmesse im Leseforum Israel (Halle 4, D400) unter dem Titel Rituelle Distanz die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel beleuchtet. Es wird gelesen und diskutiert.

14 Uhr, Comic Forum Schwarzes Sofa (Halle 1, Stand H500): Marijpol und Naama Benziman sprechen unter dem Titel Graphic-Novels: Deutsch-israelische Erkundungen über die israelische und deutsche Comic-Szene und den Einfluss anderer Kulturen auf die eigene Kunst.

Am 14. März 2015 wird diskutiert. 50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen. Unter dem Titel Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen wird 14 Uhr im ARD-TV-Forum (Halle 3, Stand C500/501) von israelischen und deutschen Autoren beleuchtet, wie die „3. Generation“ Politik, Literatur und Party vor dem Hintergrund der Geschichte erlebt.

Um 15 Uhr lädt das Goethe Institut ins Café Europa (Halle 4, Stand E401) ein. Jenseits des Schokoladenpuddings – Israelische Künstler in Berlin berichtet und diskutiert über das Leben israelischer Autoren in Berlin und den Austausch der Kulturszene beider Länder.

Ebenfalls um 15 Uhr, aber im Leseforum Israel (Halle 4, Stand D400) spricht Asaaf Gamzou, Kurator am Cartoon Museum Holon (Israel), über die israelische Comic-Szene.

18 Uhr, Alte Nikolaischule (Nikolaikirchhof 2, 04109 Leipzig): Hier unterhält Sie Hendrikje Fritz mit den witzigsten und schönsten Geschichten von Ephraim Kishon. Der Satiriker veröffentlichte seine Werke unter dem Titel Etwas Bibel, viel Israel und noch mehr Allerweltswitz.

Am 15. März 2015 um 12 Uhr fahren Sie zum Abschluss im Leseforum Israel (Halle 4, Stand D400) Mit dem Fahrrad durch Israel. Johannes Reichert berichtet aus seinem Reisetagebuch von seinen Erfahrungen und 1 230 zurückgelegten Kilometern durch das Heilige Land und zeigt einzigartige Aufnahmen.

Natürlich gibt es neben den hier ausgewählten noch unzählige weitere Veranstaltungen zu den verschiedensten Themen. Ich hoffe ich konnte Ihnen einen kleinen Einblick geben und wünsche Ihnen eine informative und schöne Zeit auf der Leipziger Buchmesse 2015.

PS: Und bitte vergessen Sie nicht, sich Ihre kostenlose Ausgabe unserer Leipziger Lerche Nr. 42 am Messestand Studium rund ums Buch (Halle 5, Stand C510) abzuholen!

Autorin: Maggy Kleinichen