Gut Leben ohne Werbung – das transform Magazin: fokussiert auf Inhalte

Gut Leben ohne Werbung – das transform Magazin: fokussiert auf Inhalte

Egal ob Print oder digital: wer gemütlich in Zeitschriften blättern will, den stört alle paar Seiten eine knallige Werbeanzeige. Überall blinkt und schreit es aufmerksamkeitsheischend. Dabei passt die Werbung häufig so gar nicht zum eigentlichen Heftinhalt. Entspannt und werbefrei Zeitung lesen – geht das überhaupt? Ja – wie das transform Magazin beweist, über das ich kürzlich gestolpert bin.

Das transform Magazin für das gute Leben versteht sich als werbefreie Zone. Auf seinen Seiten finden sich keinerlei Anzeigen. Auch wenn das für das Heft keine Werbe- und Anzeigeeinnahmen bedeutet. Viel wichtiger als Geld ist der Redaktion die Grundaussage des transform Magazins. Es geht um Entschleunigung, hinaus aus dem Hamsterrad und hinein in die genussvolle Lektüre. Da würde Werbung nur stören – zumal viele der Texte recht kritisch mit unserer heutigen Gesellschaft ins Gericht gehen.

 

Entspanntes Hipsterleben & moderne Übersichtlichkeit

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Die aktuelle Ausgabe. © transform-magazin.de

Das transform Magazin für das Gute Leben ist ein seit Juli 2015 erscheinendes Printmagazin, welches sich – wie der Titel schon verrät – mit dem Guten Leben und all seinen Facetten beschäftigt. Auf 127 Seiten finden sich Texte und alltagstaugliche Inspirationen, wie es in Heft Nr. 1 bezeichnet wird. Die Redaktion möchte mit transform einen Beitrag zur Entschleunigung leisten und wendet sich offen gegen den Selbstoptimierungswahn.

 

In jeder Ausgabe des Magazins gibt es ein Schwerpunktthema. Die die erste Ausgabe drehte sich um das Thema Arbeit („Wir schmeißen hin“), die zweite um Empathie („Empathie da wo’s wehtut“), und die dritte Ausgabe beschäftigte sich mit den eigenen, menschlichen Widersprüchen („Wir widersprechen uns“). Zu diesen Schwerpunktthemen gibt es dann diverse Artikel, aber auch die wiederkehrenden Rubriken Sanftmütige Dissidenz im Alltag und Das gute Leben sind von dem Schwerpunkt geprägt.

Charmant an dem Magazin finde ich seine leichte wie beschwingte Sprache, die dennoch von einem ernsthaften Unterton begleitet wird. Die Artikel richten sich nie gegen etwas, sondern regen zum Nachdenken an. Die teils umfangreichen und komplexen Texte werden mit verschiedenen kleineren Artikeln, lustigen Beiträgen, praktischen Handlungsanweisungen, Mandalas sowie ironischen Zitaten und Anspielungen aufgelockert. Beispiele gefällig? „Anleitung zum Blaumachen. 10 praktische Tipps“, „Du kannst es auch! Diesmal: Die Mundharmonika“ oder „Pimp my Denkmal“ sind nur einige der aufheiternden Artikel, die sich im transform Magazin finden lassen.

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© transform-magazin.de

Sehr praktisch finde ich auch das Icon-System, welches die Redaktion für das Magazin erdacht hat. Dieses Bildsystem dient der Einordnung der Beiträge und zur schnellen Übersicht, wieviel Zeit das Lesen in Anspruch nimmt (Symbol: Armbanduhr bzw. Standwecker) oder ob es was fürs Herz (Symbol: Herz) oder für den Kopf (Symbol; Glühbirne) ist. So weiß man immer, woran man ist.

 

Ein werbefreies Bookazine

Mit seiner inhaltlichen wie formalen Ausgestaltung präsentiert sich das transform Magazin als hochwertiges Produkt. Auf 127 Seiten und recyceltem Papier kommt es nicht wie eine einfache Zeitschrift daher. In seiner Beschaffenheit ist es nicht nur Magazin, sondern auch Buch. transform weicht vom typischen A4-Format ab und orientiert sich eher an einem Standart-Fachbuch mit einer Breite von 23 Zentimetern. Im Englischen gibt es für diese in den letzten Jahren aufgekommene Hybridform die Bezeichnung „Booakzine“. In der Regel sind diese zwischen 116 und 132 Seiten stark, im A4-Format und auf hochwertigem Papier gedruckt, konzentrieren sie sich auf ein spezielles Thema und funktionieren häufig ohne oder mit nur wenigen Werbeanzeigen.

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© transform-magazin.de

Diese No-Advertising Einstellung findet sich auch ganz explizit beim transform Magazin wieder. Das Magazin möchte dem Leser eine gute Zeit bieten, voller interessanter Artikel, Ideen und genussvoller Ästhetik. Der Verzicht auf Werbung erlaubt dem Magazin, unabhängig und frei agieren zu können.

Denn mit Werbung würde das Magazin zu einer wahllosen Plattform, auf der es nur um den Verkauf und monetäre Interessen ginge. Dies widerspricht aber dem Selbstverständnis der Redaktion, sodass einfach darauf verzichtet wird. Wenn sie immer wieder das Verhältnis von Werbung in Magazinen problematisiert, wird deutlich, dass es hier wirklich um ein Umdenken im Verhältnis von Werbung und Zeitungstext geht. Dies geschieht ernsthaft, aber dennoch leicht und witzig. Im transform Nr. 1 finden sich zum Beispiel zwei Seiten, die sich ganz darauf konzentrieren.  Dabei ziert die linke Heftseite auf weißen Grund nur ein überdimensional großes schwarzes X und darunter das Wort Werbung in schwarz, auf der rechten Seite findet sich der Buchstabe O in groß, darunter ein längerer Satz mit der Botschaft: „Wer seinen Leser‘innen hochwertige Inhalte anbietet, sollte nicht darauf achten müssen, ob Werbekunden ein gutes Umfeld für ihre Produkte finden. Wir sind werbefrei. Und ziemlich stolz darauf.“

 

Crossmedial: für jeden das passende

Ein weiterer Aspekt des Magazins: Die Redaktion konzentriert sich nicht nur auf Print, sondern auch auf digitale Inhalte. Wer sein Magazin lieber im PDF-Format auf einem mobilen Endgerät liest, der kann die digitale Vollversion erwerben. Interessant ist außerdem das Angebot, den reinen Textinhalt des Magazins kostenfrei lesen zu können. Wer also nur Interesse an den Texten der Redaktion und der Autoren hat, der ist bei der Open Source Variante (im RTF-Format) gut aufgehoben. Um die längere Wartezeit auf eine neue Ausgabe zu versüßen, komplettiert ein Blog mit neuen Beiträgen das Angebot. Hier kommen neben den transform Autoren auch diverse Gastschreibende in den Rubriken Gutes Leben, Dissidenz, Zeitgeist, Zukunft sowie Arbeit zu Wort.

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Die Redaktion. © transform-magazin.de

Das Heft ist im Zeitungsladen des Vertrauens oder direkt beim Hersteller für zehn Euro in der Printversion oder fünf Euro in der digitalen Vollversion erwerbbar. Für einen ersten, unentgeltlichen Blick könnt ihr natürlich auch auf der Homepage des transform Magazin für das Gute Leben vorbeischauen und euch durch den Blog oder die Open Source Magazinvariante lesen.

Dann verpasst ihr allerdings die tollen Illustrationen und eine genussvolle Lektüre. Ich empfehle die Printvariante, da bietet sich was für Herz, Augen und Hirn!

Autorin: Saskia Liske

PAN: „Wir erschaffen Welten!“

PAN: „Wir erschaffen Welten!“

Mieses Schmuddelwetter und ungewöhnlich kalte Temperaturen.  Seltsames schien vom 20. bis 22. April am Werk zu sein.  Die tapferen Abenteurer, die es schafften, den Elementen im Berliner Großstadtdschungel zu trotzen und sich bis zum GLS-Campus durchzukämpfen, fanden hier eine bunte Ansammlung merkwürdigster Kreaturen:  Phantastische Autoren, Lektoren, Verleger, Programmleiter, Phantastik-Freunde und Interessierte hatten sich hier zu einer ultimativen Mission versammelt: Die Weltherrschaft an sich zu reißen!

 

Oder auch, um das Zweite PAN-Branchentreffen der Phantastik unter dem Motto „Per Anhalter durch die Phantastik“ zu begehen – wobei dies die Sache mit der Weltherrschaft natürlich nicht ausschließen muss.  Mit dem allgemein steigenden Interesse an phantastischer Literatur wächst auch das Phantastik-Autoren-Netzwerk e. V. und kann nun nach etwa einem Jahr (Gründung November 2015) mehr als 100 Mitglieder vorweisen.

 

„Das spitze Ende muss in den Gegner rein!“  (Susanne Pavlovic)

Nach der Akkreditierung lädt der Verein zur Weiterbildung mit breitgefächerten Themenfeldern ein.  Im ersten Workshop-Panel Seitenwechsel geht es um alternative Rezeptionsformen.  Während Patricia Gentner (tolino media) durch „die Galaxie des digitalen Publizierens“ leitet, steuert Michael Baumann (Laetitium) „Hörbücher und Hörspiele“ an und Spieletexter Falko Löffler erklärt in „Gaming und Gamewriting“ die Unterschiede von Charakteren und Handlungen in Büchern und Spielen.  Doch liegen Unterschiede nicht nur im Medium selbst:  „Die Spielebranche stirbt aller fünf Jahre und fängt von vorne an.2  Im Gegensatz zum Buch als „fertiges“ Medium, ändern sich für Spiele ständig Plattformen und Techniken und die Erzählweisen müssen immer wieder neu angepasst werden.

Thema des zweiten Workshop-Panels ist der Weltenbau als einer der wichtigsten Aspekte einer Fantasy-Welt.  Alexa Waschkau (Autorin, Podcasterin Hoaxilla) wirft mit ihren Teilnehmern in „Zombies auf zwölf Uhr!“ einen „realistischen Blick auf die Apokalypse der lebenden Toten“.  Bei Tobias Jetzke vom Institut für Innovation und Technik hingegen werden in „Wohnen in Zukünften“ die Städte von Morgen erbaut.  Gefährlich geht es bei der Autorin Susanne Pavlovic zu, die in ihrem Workshop Glamring 2.0 eine „Betriebsanleitung für Schwert- und sonstige Kämpfe in der Fantasy“ gibt und den Seminarraum mit Kurz-, Lang- und Zweihandschwertern eine Stunde lang zu einem Ort des gepflegten Blutvergießens verwandelt.  Tagesabschluss bildet ein Werkstattbericht zum Thema des phantastischen Audio-Entertainments mit den Autoren Tommy Krappweis und Ivar Leon Menger, dem Sprecher Detlev Tams und Barbara Landsteiner von audible.

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© Christin Fetzer

„Der Autor steht am Ende der Nahrungskette!“  (Marah Woolf)

Den Freitag startet Frau Dr. Christine Lötscher von der Gesellschaft für Fantastikforschung mit ihrem Vortrag „Grüne Sonne, Melancholie, Leseglück – Wie Phantastik uns helfen kann, die Welt zu verstehen“.  Dabei gibt sie Antworten auf die Fragen, warum wir so gern phantastische Literatur lesen, lobt das Fantasygenre als Geschichtenmaschine und einen Ort, wo sich Ideen bündeln.  Im Anschluss spricht Marah Woolf bzw. Emma C. Moore über ihren Werdegang und Arbeitsalltag als Selfpublishing-Autorin und Tipps zum erfolgreichen Einstieg.  In der darauffolgenden Diskussionsrunde „Kostenlos oder umsonst – E-Book und digitaler Markt“ sprechen Marah Woolf, Alex Jahnke (Autor), Pia Cailleau (Programmleitung Carlsen Im.press) und Dieter Durchdewald (Berater Buch- und Medienbranche) nicht nur über E-Publishing.  Im Dialog mit dem Publikum entwickeln sich Diskussionen zu Fragen, wie, ob die Buchpreisbindung in Zukunft sinnvoll ist, wen oder was sie noch schützt, wo doch ein extremer Rückgang des stationären Buchhandels zu beobachten ist und was an diesem System nicht stimmt, wenn Autoren als die eigentlich Schaffenden am „Ende der Nahrungskette“ stehen.

Hiernach kommen der Hauptsponsor und „eigenständige[…] Kreativmotor“ TOR-Online sowie Shitstorm-Forscher und Geschäftsführer von VM-People Thomas Zorbach zu Wort.  In seinem Vortrag zum Thema „Immersive Welten“ demonstriert Zorbach am Beispiel Sebastian Fitzeks, wie Autoren ihre Leser stärker in ihre Welt und ihre Geschichte einbinden können.  Auch die Diskussionsrunde „Gamification des Alltags – Phantastische Spielewelten und ihre Abgrenzung zur Realität“ mit Alexa Waschkau (Autorin), Mirka Uhrmacher (Lektorin Community Editions), Olaf Zimmermann (Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates) und Felix Schniz (Wissenschaftler Game Studies) setzt sich nicht nur mit Games als Kulturgut auseinander, sondern schneidet ebenfalls Themen wie Buchpreise, Autorenhonorare, Holocaust und Fake News an.

Zum Schluss finden sich verschiedene Ergebnisse:  Games lassen sich nicht nur in „Kinderspiele“ und „Killerspiele“ untergliedern.  Auch zu Fake News spricht Zimmermann ein wahres Wort:  „Fake News können nur mit Bildung bekämpft werden.“  Weiterhin betont er, dass es „zu unserer Freiheit gehört, auch Unsinn zu glauben“ und betont, dass das Verbieten und Löschen von Fake News vor allem eines ist:  Zensur!  Ausklingen lassen den Abend schließlich Luci van Org, Christian von Aster und Tommy Krappweis im Rahmen des Zweiten Gipfeltreffens der Phantastik.

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Schwer beschäftigt: Das Tagungsprogramm der Zweiten PAN-Konferenz. © Christin Fetzer

„Es ist Aufgabe des Schriftstellers, die Welt in Worten zu formen.“  (Eva Leipprand)

Den ersten Programmpunkt am Samstag bildet die Mitgliederversammlung und nach einer Dosis Kaffee erörtern die Autoren Alana Falk und Tom Hillenbrand sowie Blanvalet-Lektorin Beatrice Lampe und Verlegerin Grit Richter (Art & Script Phantastik Verlag) in ihrer Diskussionsrunde „Pseudonyme, Lesererwartungen und Marketing“.  Fazit:  Pseudonyme sind durchaus sinnvoll, vor allem, wenn Autoren genreübergreifend schreiben.  Schließlich sollen Erotikromane von männlichen Autoren nicht sofort als „Dirty Old Man-Prosa“ abgestempelt werden.

Nach dieser Runde spricht Eva Leipprand als Vorsitzende des Verbands Deutscher Schriftsteller und Schriftstellerinnen über Bücher als Kulturgüter und Kommunikationsformen sowie die Rolle des Urheberrechts.  Dabei betont sie die Aufgabe von Schriftstellern als Weltenschöpfer, sich mit der Zukunft auseinanderzusetzen.  Zukunftsgestaltung ist auch Hauptthema im Vortrag „Wie realistisch muss Science Fiction sein?“ von Dr. Volker Wittpfahl (Leiter des Institut für Innovation und Technik) und nach einer letzten Diskussionsrunde mit Tommy Krappweis (Autor), Kai Meyer (Autor), Simon Happ (Produzent Pantaleon Films) und Huan Vu (Regisseur und Produzent genrefilm.net) zum ThemaPhantastische Filme – Warum nicht auch in Deutschland?“ muss nach drei phantastisch informativen Tagen wieder aufgetaucht werden.

Aber das ist nicht das Ende der Geschichte.  Im nächsten Jahr gibt es die Fortsetzung – beim Dritten PAN-Branchentreffen der Phantastik in Köln!  Wer mehr zu PAN erfahren oder sogar Mitglied werden will, kann sich auf www.phantastik-autoren.net umsehen.  Auch auf Twitter, Instagram und Facebook ist die Autorenvereinigung vertreten.

Autorin:  Christin Fetzer

„Das lebende Buch“  – Bücher bewegen wie Harry Potter

„Das lebende Buch“ – Bücher bewegen wie Harry Potter

Die Haptik eines gedruckten Buches mit multimedialen Inhalten zu verbinden, ist schon lange ein Traum der Buchbranche. Eine Firma aus Augsburg bietet eine vielversprechende Lösung an. Ist Das lebende Buch tatsächlich der neue Heilige Buch-Gral?

Den Inhalt eines Buches zum Leben zu erwecken und Figuren über die Seiten laufen zu lassen, war bisher nur bei „Harry Potter“ möglich. Nur durch Zauberei kann die Trennung zwischen echter und digitaler Welt aufgehoben werden, doch normalsterbliche Verlage stehen immer noch vor der Entscheidung: Beeindruckend aufbereitete Inhalte mit allerlei multimedialen Spielereien – verpackt in der eher nüchternen Kunststoffhülle eines E-Books? Oder doch ein schönes klassisches Buch, leinengebunden und mit diesem ganz besonderen Geruch literarischer Verheißung – aber letztendlich immer auf Text und unbewegliche Bilder beschränkt?

Das Hauptproblem ist nun einmal, dass ein Bildschirm starr ist. Auch wenn bereits Prototypen folienähnlicher Monitore existieren und teils verblüffende 3D-Darstellungen erzeugen können, dürften diese noch für einige Jahre Zukunftsmusik bleiben. Aber Buchseiten ohne Umblättern? Da können wir doch auch gleich zu Steintafeln zurückkehren.

Futuristisches Lesen mit technischen Tricks

Die Gestaltungsagentur Liquid hat sich jetzt dieses Problems angenommen. Ihr Produkt Das lebende Buch ist ein Buch, aufwendig per Hand hergestellt und fadengeheftet, vorzugsweise im Großformat. Die Seiten sind ganz konventionell bedruckt, aber gefertigt aus speziell lichtempfindlichen Material. Dieses kann durch einen Projektor angestrahlt werden und so weitere Inhalte für den Betrachter enthüllen. Je nach aufgeschlagener Seite werden Videos und Audioateien wiedergegeben, auch Gerüche gehören zum Repertoire des Lebenden Buches.  Zumindest die Illusion entsteht, als ob sich der Leser durch ein ganz normales Buch bewegt. Er kann vor- und zurückblättern, Inhalte noch einmal abrufen oder Seiten überspringen, ohne an einen fest vorgegebenen Ablauf gebunden zu sein. Durch Berühren können erneut weitere Informationen abgerufen werden. Dabei kommt die Installation ohne Tasten oder Interface aus, der Projektor erkennt automatisch die jeweils aufgeschlagene Seite.

Einen guten Eindruck verschaffen von den vielfältigen Möglichkeiten kann man sich in diesem Video, wo der Einsatz im Mercedes-Benz-Museum gezeigt wird:

https://www.youtube.com/watch?v=UXtQSmkT25g

Keine Lösung für Verlage

Trotz sehr benutzerfreundlicher Gestaltung ist der praktische Nutzen dieser mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Idee nüchtern betrachtet für die Buchbranche eher gering. Das Buch selbst braucht immer noch eine sperrige Projektionsanlage, um zu funktionieren. Interessant ist diese Technologie vor allem für Museen, Messeaussteller u.ä., die eine extravagante Form für die Präsentation ihrer Inhalte suchen. Auf den Leser macht es auf jeden Fall ordentlich Eindruck, zudem kann er auch selbst Daten in das Buch hochladen. Die Agentur bietet zu ihrer Technologie gleich ihre kreative Expertise mit an, um Firmenkunden bei der Erstellung der Inhalte zu helfen.

Zweifellos also eine kostspielige, aber sehr wirkungsvolle . Leider nicht das, wonach verzweifelte Verlage auf der Suche nach dem digitalen Wunder suchen, aber zumindest eine weitere hochinteressante Neuinterpretation des Mediums Buch. Das lebende Buch zeigt auch einmal mehr, dass Innovationen in der Buchbranche selten selbst von dieser produziert werden. Wie seit Jahrhunderten bringen „fachfremde“ Tüftler aus Industrie, Handwerk und IT-Branche ihr Können von außen ein.

Autor: Niklas Gaube

Hauptsache wir sind auf Facebook – Social Media in Verlagen

Hauptsache wir sind auf Facebook – Social Media in Verlagen

Was haben Spiegel, Stern sowie die Zeit gemeinsam? Richtig! Alle sind sie auf der Plattform Facebook vertreten. Social Media hat die Medienwelt sowie das Marketing für Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Kaum ein Verlag möchte die Chance ungenutzt lassen, sich auf Facebook zu etablieren und durch Kampagnen sowie Posts noch mehr Aufmerksamkeit, vor allem die der jungen Nutzer, auf sich zu ziehen.

Welche Macht hat Facebook?

Die Zahlen der weltweit größten Social Media-Plattform, welche 2004 durch Mark Zuckerberg in Cambridge gegründet wurde, sind beachtlich. Social Media ist schon längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Knapp 28 Millionen Nutzer bewegen sich 2016 allein in Deutschland auf Facebook.  Die Zeit, die Rezipienten für soziale Netzwerke nutzen, übersteigt längst die, welche für den Besuch von Zeitungswebsites aufgewendet wird. Dieses geänderte Nutzerverhalten zwingt den Journalismus seine Rolle sowie sein Angebot zu überdenken und sollte Grund genug für Verlage sein, den Weg des Marketings über diesen Kanal zu beschreiten. Zeitungen haben damit die Chance, ihre Bedeutung innerhalb der Internet- und Nachrichtenrezeption zurückzugewinnen.

Die Vorteile, welche Facebook den Medienunternehmen bietet, sind ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Derzeit ist die Schaltung von redaktionellen Inhalten auf Social Media-Kanälen wie Facebook der in anderen Medienkanälen wie Zeitungen oder Fernsehen haushoch überlegen. Sie ist nicht nur kostengünstiger, sondern bietet den Verlagen weit mehr Vorteile. Redaktionen, welche die sozialen Netzwerke pflegen, agieren in keinem völlig neuen Betätigungsfeld. Im Gegenteil: Dialog gehört zum Wesen des Journalismus. Waren die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Journalisten und Rezipienten noch früher mit relativ hohen Hürden verbunden, ist heute durch soziale Netzwerke eine größere Nähe zum Nutzer möglich. Die Kehrseite der Medaille lässt sich allerdings in den sogenannten „Shitstorms“ finden. Negatives Feedback kann heutzutage zum Selbstläufer in den Netzwerken werden und den Ruf eines Unternehmens auf lange Sicht kaputt machen. Es gibt mittlerweile unzählige Beispiele, in denen sowohl Unternehmen als auch Personen des öffentlichen Lebens den anonymen Kommentaren der Nutzer zum Opfer gefallen sind und sich in der medialen Öffentlichkeit nie wieder erholt haben. Daher ist immer viel Fingerspitzengefühl und Professionalität bei der Bedienung von sozialen Netzwerken notwendig. Aus diesem Grund sollte kein Verlag der Auffassung sein, Social Media „mal eben nebenbei“ zu bewerkstelligen oder durch den Praktikanten zu managen.

Wo stehen die Verlage im Zeitalter von Facebook?

Generell kann eine redaktionelle Facebook-Seite nicht als Ersatz zu traditionellen Marketinginstrumenten innerhalb eines Verlages wahrgenommen werden. Sie sollte ein Baustein sein, um den Verlag zukunfts- und nutzerorientiert aufzustellen. Sie allein wird weder Klick- noch Verkaufszahlen dramatisch erhöhen oder den Unternehmenserfolg verbessern. Sie ist eine Maßnahme, welche sich im Rahmen eines Gesamtkonzeptes des Verlages integrieren und dabei zum Erfolg beitragen sollte. Derzeit haben die traditionellen Medienhäuser wie Süddeutsche, Stern oder die Zeit noch enorm Nachholbedarf, was Social Media angeht. Die Zahlen ihrer Facebookseiten rangieren ungefähr auf der gleichen Ebene wie Siemens oder Vapiano mit knapp 400.000 Likes, obwohl sie doch deutlich mehr zu erzählen haben. Es ist somit an der Zeit, dass Verlage ihre digitale Rolle im Zeitalter Facebook und Co. deutlich ernster nehmen.

Autor: David Barthelmann

Schwellenländer – neue Chancen für Verlage?

Schwellenländer – neue Chancen für Verlage?

Gewalt, vermüllte Slums und Billigschuhe – das sind die ersten Bilder, welche bei der Erwähnung des Begriffs „Schwellenland“ auftauchen. Doch abseits dessen wächst in diesen Staaten unbemerkt ein Buchmarkt mit riesigem Potential heran. Wie gehen deutsche Verlage mit den neuen Möglichkeiten um? Lohnt es sich überhaupt, dort zu investieren?

Zwischen dem hochindustrialisierten Westen und den bettelarmen Ländern der Dritten Welt rangieren diese sogenannten Schwellenländer. Bekanntestes Beispiel sind die „BRICS“, ein Zusammenschluss von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Vor allem große Technologiekonzerne wie Siemens sind bereits seit Jahrzehnten mit Standorten vertreten und machen dort, nicht zuletzt aufgrund der niedrigen Löhne, einen wichtigen Teil ihres Geschäftes. Doch für die deutsche Verlagswelt war Internationalisierung außerhalb des anglo-amerikanischen Raums bisher selten ein großes Thema. Politisches Chaos, Unterdrückung und religiöser Fanatismus schrecken viele ab, außerhalb sicherer Gewässer ihr Glück zu wagen.

Die schlafenden Riesen

Ein näherer Blick auf die Zahlen zeigt aber das große Potential dieser Gebiete. Selbst wenn in Indien Millionen Analphabeten leben, so gibt es doch eine kleine gebildete Mittelschicht von 10% – was bei dem Subkontinent mehr Menschen sind, als Deutschland Einwohner hat. Diese fragen auch tatsächlich Bücher nach, denn sie sind bestrebt, auch ihren Kindern einen gesellschaftlichen Aufstieg durch Bildung zu ermöglichen. Beispielsweise werden auf der Buchmesse in Rio de Janeiro jedes Jahr aufs Neue deutsche Kinderbücher heiß begehrt, die aufgrund ihrer hochwertigen Gestaltung viele Liebhaber finden. Da der gesamtwirtschaftliche Trend eines Schwellenlandes sowie die Bevölkerungszahl beide durch starkes Wachstum gekennzeichnet sind, ergeben sich vor allem für die Zukunft beachtenswerte Alternativen zu einem seit Jahren kriselnden, schrumpfenden Buchmarkt in Deutschland. Das haben auch große Verlagshäuser erkannt und mit ihrer Finanzkraft Marktanteile abgesteckt. Der spanisch- und portugiesischsprachige Ableger von Penguin Random House ist mittlerweile der größte Buchanbieter in Lateinamerika, während der Hauptkonzern selbst im Jahr 2014 bereits 16,5% seines Umsatzes außerhalb westlicher Länder erwirtschaftete – Tendenz weiter steigend.

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Buchladen in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © piqs.de: Michael McCauslin

Digitale Unternehmen auf dem Vormarsch

Natürlich sind Investitionen in solch einem unbekannten Buchmarkt mit beträchtlichem Risiko verbunden. Abseits wirtschaftlicher Schwankungen und fehlender Erfahrung hängen die publizierbaren Inhalte nicht selten vom Willen der Machthabenden ab. Doch insbesondere die verteufelten Medien-Konkurrenten Amazon, Google und Facebook lassen sich davon nicht abschrecken und werfen sich mit all ihrer Kapitalmasse in diese Märkte. Facebook erregte erst vor kurzem in Indien Aufsehen mit seinem Plan, Gratis-Internet für alle (unter dem wachsamen blauweißen Auge) zur Verfügung zu stellen. Hier ist Eile geboten: wenn nicht die klassischen Verlage in die neuen Buchmärkte investieren – die digitalen Konzerne werden es auf jeden Fall tun. Und danach stehen die Chancen schlecht, noch ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Gerade deutsche Verlage mit genügend Finanzkraft sollten sich dringend die Frage stellen, warum sie ihre meißt hochqualitativen Inhalte nicht außerhalb der internationalen Komfortzone vertreiben. Und sei es nur in elektronischer Form, gerade in Schwellenländern sind viele Menschen den neuen Medien gegenüber aufgeschlossen. Wer nicht in einigen Jahren von einem noch mächtigeren Amazon überrollt werden will, sollte das Risiko auf sich nehmen und den gern selbst propagierten Sprung über den Tellerrand auch tatsächlich wagen.

Autor: Niklas Gaube

Musikverlage auf dem Smartphone – wie soll das gehen?

Musikverlage auf dem Smartphone – wie soll das gehen?

Im deutschen Musikverlegerverband DMV sind am heutigen Tag 432 Verlage registriert, die mit dem Druck und Vertrieb von Noten ihre Brötchen verdienen. Leider machen dies klassischen Musikverlage wie Edition Peters oder Breitkopf & Härtel immer weniger Umsatz. Das liegt vor allem daran, dass ihnen die Lizenzen an klassischen Komponisten auslaufen und viele Musiker ihre Noten kostenlos von Online-Plattformen beziehen. Musikverlage müssen also ihre Produkte und Konzepte überdenken und mit dem digitalen Trend der Zeit gehen. Einige Verlage nutzen hier die Möglichkeit von eigenen Apps, die mit verschiedenen Funktionsweisen Umsätze generieren und die Musikverlage bekannter machen sollen.

 

Carus Music App

Carus App
© Carus-Verlag

Der Carus-Verlag aus Stuttgart hat sich in seinem Verlagsprogramm auf geistliche & weltliche Chormusik spezialisiert. Er bietet seit dem 15.04.2015 eine App im App- und Google-Play-Store an, mit der man seine Chorstimme mit oder ohne Notenkenntnisse lernen kann. Zurzeit sind etwa 50 bekanntere Werke erhältlich, die man im Verlag auch gedruckt erwerben kann, zum Beispiel das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Im Menü findet man Informationen zum Werk und zur Einspielung, welche von renommierten Chören eingesungen wurde. Hat der Sänger eine Ausgabe seiner Stimmgruppe für einen Preis zwischen 4,99€ und 14,99€ erworben, so kann er sich seine Stimme langsamer, lauter oder einzeln vorsingen lassen und einfach mit dem blauen Balken per drag-and-drop zu der Stelle springen, die er üben möchte. So geht kein Chorsänger mehr unvorbereitet in eine Chorprobe.

 

Musikverlag Richard Grünwald

Musikverlag Richard Grünwald App
© Tobit.Software

Auch über Neuigkeiten im Verlag kann über eine App informiert werden. Der Musikverlag Richard Grünwald bietet ausschließlich Noten, digitale Downloads, Workshops und Zubehör für alle Musiker an, die das Instrument Zither spielen. In seiner am 22.03.2016 auf den Markt gebrachten App informiert der Verlag alle Interessenten über aktuelle Projekte, Neuausgaben, die verlegten Komponisten, gibt über Bilder Einblick in den Verlagsalltag und bietet die Möglichkeit zur direkten Kommunikation mit dem aktuellen Verlagsinhaber. Leider ist die App durch ihre Neuheit noch sehr wenig bespielt und bis jetzt nur im App-Store erhältlich, doch auch Android soll bald nachziehen.

Artist Ahead Apps

Wieder etwas anders gestaltet der artist ahead Musikverlag aus Wiesloch bei Heidelberg seine App bzw. Apps. Dieser Verlag bietet nämlich nicht nur eine, sondern viele kleine Apps an, mit denen mal multimedial und innovativ ein Instrument lernen soll. Erhältlich sind hier nicht nur Apps für „normale“ Instrumente, sondern auch für Nischeninstrumente wie Blues-Harfe oder Rockabilly Gitarre. Ein Beispiel für eine weniger spezielle App ist „Weihnachtslieder in C“, welche im November 2014 passend zur Vorweihnachtszeit erschienen ist. In dieser App erhält man 1 Weihnachtslied gratis und 71 weitere, sobald man bei den In-App-Käufen 1,99€ bezahlt hat. Der Musiker kann hier ein- oder zweistimmig mit seinem in C gestimmten Instrument (zum Beispiel dem Klavier) bekannte Weihnachtslieder gemeinsam mit Metronom und wohlklingender Klavierbegleitung spielen. Leider gibt es noch keine Funktion, mit der man ein Feedback für seine vorgetragene Leistung erhält, aber auch das wird bei unserer fortschreitenden Technisierung sicherlich nicht mehr lange ein Problem sein. Bis jetzt sind die Apps allerdings nur für das iPad erhältlich.

 

Fazit

Apps sind auch für Musikverlage eine tolle Möglichkeit, um ein breiteres, internetbegeistertes Publikum zu erreichen und zu den klassischen Verlagen zurück zu holen. Leider wird diese Möglichkeit momentan noch zu selten oder nicht ganz durchdacht genutzt. Prinzipiell werden Musikverlage mit Apps, die ein gutes Design, eine einfache Bedienung, faire Preise und nützliche Nebenfunktionen (Hintergrundinformationen zum Stück, Videos, etc.) auszeichnen in ein sinnvolles Marketing-Mittel investieren.

 

Autorin: Lina Al Ghori

Videospiele: Bücher werden in der Games-Branche neu verwertet

Videospiele: Bücher werden in der Games-Branche neu verwertet

Ihr wolltet schon immer der Lieblingscharakter aus euren Büchern sein? Anstelle von Zauberei braucht ihr bald nur noch zum Controller greifen. Während Buchverfilmungen schon seit Anbeginn der Filmtechnik zum festen Repertoire des jährlichen Kino-Kalenders gehören, beginnt eine andere Branche gerade erst mit dieser Art der Zweitverwertung. Den Inhalt von Büchern als Videospiele zu veröffentlichen, ist bisher noch eine seltene Erscheinung. Allerdings birgt es gewaltiges Umsatzpotenzial und daher probieren sich immer mehr Verlage und Publisher daran.

Crossmediale Hexerei mit Erfolg

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Das Videospiel „The Witcher 3“ hat eine unbekannte Buchreihe in ein erfolgreiches Franchise verwandelt. © Maxi Pfeil

Das bekannteste Beispiel der vergangenen Jahre dafür ist die Witcher-Reihe des polnischen Entwicklerstudios CD Project Red. Die Spiele basieren auf den Büchern des ebenfalls polnischen Autors Andrzej Sapkowski, welche bis vor wenigen Jahren außerhalb unseres Nachbarlandes allenfalls ein Geheimtipp waren. Auch der erste Teil der Videospiel-Reihe änderte daran wenig, aber sein Nachfolger „Assassins of Kings“ heimste zahlreiche Preise ein und gewann zumindest im Genre Rollenspiel viele Fans. Der Durchbruch kam schließlich letztes Jahr mit dem dritten Teil „Wild Hunt“, der sich nicht nur über 10 Millionen mal verkaufte, sondern von Kritikern als neue Messlatte für Rollenspiele definiert wurde. Eine herausragende Gemeinsamkeit der Reihe ist die packende Inszenierung. Die Handlung wurde durch die Entscheidungen beeinflusst, die der Spieler in der düsteren und stimmungsvollen Welt traf.

Ein solcher Erfolg schlug natürlich auch auf die ursprünglichen Bücher zurück, denn plötzlich wollten viele Spieler auch die Vorgeschichte lesen und die früher unbekannten Titel gehören heute zur Grundausstattung eines Fantasy-Regals im Buchhandel. Sapkowski selbst beteiligt sich aber nicht daran, für ihn ist crossmediales Publizieren keine Option. Allerdings starten vor allem bekannte Buch- Marken damit gerade voll durch. Bastei-Lübbe hat bereits mit Daedalic Entertainment ein eigenes Spiele-Entwicklerstudio im Portfolio, welches zurzeit an einer Umsetzung von Ken Follets „Säulen der Erde“ für den Bildschirm arbeitet. Und auch die Leser der „Zwerge“ von Markus Heitz werden wohl noch in diesem Jahr mit ihren Helden in die digitale Schlacht ziehen können.

Ein neuer Markt fürs Geschichtenerzählen

Sieht man einmal davon ab, dass der US-Autor Tom Clancy mehrere Shooter mit lediglich seinem Namen veredelt hat, ist diese Art der Buchverwertung aber momentan noch ein auffällig mitteleuropäisches Phänomen. Das liegt an der besonderen Beschaffenheit der „Buchverspielungen“: die Leser wollen hier erneut in ihre liebgewonnene Welt eintauchen und erwarten ein auf Story und Stimmung fokussiertes Erlebnis. So etwas zu entwickeln verlang eine Menge Herzblut und Zeit, das Produkt jedoch wird nicht auf dem eher action-orientierten Massenmarkt punkten können. Beides Dinge, an denen ein großer internationaler Publisher wenig Gefallen findet, denn auf seinem Wunschzettel steht die durchdesignte Erfolgsformel für den jährlich erscheinenden Millionen-Kracher. Die einzige amerikanische Ausnahme bildet der Independent- Publisher Telltale, welcher für ein Episoden-Spiel im Universum von „Game of Thrones“ verantwortlich zeichnet.

Eine zweite Auffälligkeit ist die Genre-Vielfalt. Natürlich bedienen sich insbesondere Rollenspiele schon immer am reichen Quell der Märchen- und Sagenliteratur, aber es gibt kein typisches „Buchspiel“. Je nach Vorlage wird das gewählt, was am passendsten scheint. Die aufstrebenden Sherlock-Holmes-Spiele sind so, wie könnte es anders sein, Rätsel-Adventures.

Auch in der anderen Richtung haben Oliver Bodens „Assassin’s Creed“-Bücher und zahlreiche Titel zum Warcraft-Universum veritable Erfolge gefeiert. Der wachsende und mit jungen Menschen bevölkerte Videospiel-Markt könnte sich also in Zukunft für die schwächelnde Buchbranche als ertragreiche Fundgrube fürs Geschichtenerzählen erweisen.

Autor: Niklas Gaube

 

Wie viel Utopie steckt hinter „Unterwerfung“?

Wie viel Utopie steckt hinter „Unterwerfung“?

„Ich denke nicht, dass man ein Held sein muss um heldenhaft zu handeln, vielleicht muss man einfach nur ein Sturkopf sein um ein Held zu werden.“    Michel Houellebecq – Autor des Romans „Unterwerfung“

Mit diesen Worten würdigte Michel Houellebecq die am 7. Januar 2015 ermordeten Schriftsteller und Karikaturisten der Satirezeitschrift Charlie Hebdo, wozu auch einer seiner Freunde Bernard Maris zählte. Am selben Tag publizierte der Autor sein Buch „Unterwerfung“, mit dem er die Ängste der Gesellschaft zum Islam sowie der identitären Bewegung in Frankreich direkt aufgreift.

Die Vorfälle in Paris, welche dem Roman zusätzliche Sprengkraft verliehen, konnte der Autor wohl kaum vorhersehen.

Paris am 07. Januar 2015

Terroristen stürmen die Redaktion der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo. 14 Menschen kommen dabei ums Leben. Auf dem Titelblatt der damaligen Ausgabe ist der französische Bestsellerautor Michel Houellebecq mit den ihm in den Mund gelegten Worten „2015 verliere ich meine Zähne, 2022 feiere ich Ramadan“ zu sehen.

Die zeitgleichen Ereignisse in Paris, welche mit der Veröffentlichung des Romans „Unterwerfung“ einhergingen, wirken dabei fast surreal und werfen auf das Buch einen schockierenden Schatten. Und obwohl das Buch nichts mit den Anschlägen in Paris zu tun hat ging das Cover der Zeitschift um die Welt. Schnell kursierten Vorwürfe, es handle sich bei Unterwerfung um ein islamophobes Werk und noch bis heute lebt der Bestseller-Autor unter Polizeischutz. Doch was wollte Houellebecq wirklich mit seinem Buch „Unterwerfung“ bewirken?

Unterwerfung – Worum geht es?

Michel Houellebecq © Wikipedia
Michel Houellebecq

Der umstrittene Autor umschreibt in seinem Roman eine Zukunftsvision Frankreichs im Jahre 2022. Dabei spiegelt er eine völlig dekadente Nation wider in welcher gesellschaftliche sowie moralische Werte austauschbar geworden sind. Der Islam bietet hier mit seinen strengen Prinzipien sowie seinen islamisch, konservativen Vorstellungen von Familie, Religion und dem Verhältnis von Mann und Frau einen Ausweg. Frankreich steht in diesem Jahr zudem kurz vor den Wahlen. Houellebecq spielt nun in Unterwerfung ein sehr realistisches, politisches Machtkampf-Szenario zwischen der rechtsextremen Partei Front National und der muslimischen Partei Ben Abbes durch. In Folge der Wahl des neuen muslimischen Staatspräsidenten Ben Abbes findet in Frankreich eine Änderung der laizistischen Verfassung als auch die Einführung der Polygamie, Scharia, Patriarchat und Theokratie statt.

Parallel zu der politischen Abbildung Frankreichs, erzählt der Autor die Geschichte des 44 jährigen Protagonisten Francois, welcher aus einer katholisch, gebildeten und wohlsituierten, französischen Familie stammt. Als Literaturwissenschaftler und Universitätsprofessor verliert er zunächst seinen Job, da er als Nicht – Konvertit in den Vorruhestand geschickt wird. Der Leser erlebt durch ihn nun bürgerkriegsähnliche Zustände, welche innerhalb der Medienlandschaft vertuscht werden. Seine Freundin, eine deutlich jüngere Studentin, wandert angesichts der Ereignisse in Frankreich gemeinsam mit ihrer Familie nach Israel aus, worauf hin er in zunehmende Einsamkeit abrutscht. Doch ändert sich seine Situation als er von seiner alten Universität ein Angebot unterbreitet bekommt, da renommierte Wissenschaftler durch die Kündigungswelle nach der Machtergreifung Ben Abbes, fehlen. Im Zuge des Angebotes entschließt sich Francois der Karriere wegen zum Islam zu konvertieren und genießt noch unter anfänglichem Hadern des Scharia Zwangs und Co. die Vorteile der Polygamie und eine deutlich besser Bezahlung.

Unterwerfung – Resümee des Werkes

9783832197957Der Leser erlebt mit Hilfe des Romans ein spannendes Polit-Drama. Houellebecqs Genialität liegt darin, dass er die Wahlen von 2022 unter bekannten Mechanismen und Gesetzmäßigkeiten der Demokratie feinfühlig behandelt und genaustens darstellt. Er umschreibt selbstverständlich eine Utopie, doch ist diese aufgrund der realen Persönlichkeiten der aktuellen Politlandschaft in Frankreich, welche in seinem Werk mit richtigen Namen behandelt werden, sehr authentisch dargestellt. Durch die Erlebnisse und eindringlichen Gedankenwelten des Protagonisten kannst du dich in den Prozess der persönlichen, sowie auf der politischen Ebene, stattfindenden Unterwerfung sehr gut einfühlen. Sein Werk greift die Stimmung und Probleme nicht nur Frankreichs, sondern auch ganz Europas auf und regt zum permanenten Nachdenken an. Dem Schriftsteller Michel Houellebecq ist mit Unterwerfung ein Meisterwerk gelungen.

Autor: David B. 

Poetry Slam – aufblühender Trend in Leipzig?

Poetry Slam – aufblühender Trend in Leipzig?

In Veranstaltungsplanern findet man immer häufiger Poetry-Slam-Events. Woran das liegt, wie man zum Slammen kommt und wie das aus der Sicht eines Slammers ist, habe ich mit Karl-Georg Gräfe besprochen. Er schreibt Texte und trägt sie vor, früher in Delitzsch, heute in Leipzig. 

Karl-Georg Gräfe im Interview
Karl-Georg Gräfe im Interview

Stell dich kurz einmal vor.

Ich bin Karl. Ich arbeite hauptberuflich im BFW Bau und schreibe nebenbei. Inzwischen bin ich 26, habe Anglistik studiert, bei Amazon Päckchen gepackt, als Küchenhilfe gejobbt, auf dem Bau gearbeitet und keinen Wehrdienst ableisten müssen. (lacht)

Wie hast du mit dem Slammen angefangen?

Zum Schreiben an sich bin ich durch Musik gekommen – Rap. Mit 13/14 habe ich angefangen selber zu schreiben und weil ich kein Taktgefühl habe, habe ich dann nur noch geschrieben ohne die Musik ringsum. Dann ist dieses Phänomen Poetry Slam aufgetaucht.

Wann war das?

Schon eine ganze Weile her. Aber ich habe erst vor 2 Jahren angefangen und den Schritt gemacht auf der Bühne zu erzählen. Ich habe vorher schon ein Weilchen darüber nachgedacht und es ist einfach der leichteste Weg seinen Quatsch unters Volk zu bringen. Wenn man versuchen wollen würde ein Buch rauszubringen, ist das auf dem Lyrikmarkt sehr schwierig. Hinzukommt, dass es echt Arbeit ist einen Verlag zu finden. Man könnte es zwar auch selbst bezahlen, aber das ist echt teuer. Deswegen habe ich Poetry Slam als mein Sprachrohr entdeckt.

Wie ist es vor versammelter Mannschaft zu sprechen? Warst du das erste Mal sehr nervös und aufgeregt?

Mein erster Slam war in Torgau im Oktober 2014 glaube ich. Da stand etwas in der Zeitung, dass die sowas machen. Da hat es sich angeboten da hin zu fahren und einfach mitzumachen. Nervös war ich schon, aber dadurch, dass man sich durchaus an seinem Zettel festhalten kann, ging das schon.

Ich habe noch nie einen Poetry Slammer mit Zettel gesehen.

Doch gibt es. Wenn ich das ganze schon schreibe, dann lern ich das doch nicht noch auswendig. Das war noch nie meine Stärke Gedichte auswendig zu lernen. Selbst wenn es meine eigenen Texte sind, macht es das nicht einfacher. Passagenweise kenn ich meine Texte schon, aber so hat man nochmal eher die Möglichkeit auf den Ausdruck zu achten und es nicht gerade runter zu leiern wie in der Schule.

Gibt es beim Poetry Slam Regeln die man beachten muss?

Grundsätzlich ist es ein Dichterwettstreit, wo man sich vergleichend gegenübertritt. Poetry Slam ist in in den 50er, 60er Jahren in New York zum ersten Mal aufgetreten, damals noch als Spoken Word tituliert. Es gibt eine Zeitbegrenzung von 7-10 min. Es darf nicht gesungen und keine Requisiten benutzt werden. Es geht um den Vortrag und den Text an sich, dass das eben im Mittelpunkt steht.

Was glaubst du wer meistens bei den Contests gewinnt? Eher die lustigen Beiträge oder die ernsthaften?

Ich glaube was am meisten Aufmerksamkeit am Ende bekommt, ist das was lustig ist. Die Leute gehen dahin um unterhalten zu werden und nicht um ihr Weltbild umstoßen zu lassen. Das ist ja auch okay so. Aber wer am Ende gewinnt, ist immer unterschiedlich, weil es ja auch immer ein wechselndes Publikum und am Ende Massenentscheid ist. Wenn über Applausometer entschieden wird, ist das eh ein bisschen schwammig, da es dann im Ohr des Moderators liegt. Tendenzen würde ich da nicht festmachen wollen.

Welche Themen interessieren dich? Worüber schreibst du selber?

Ich bilde mir ein, zumindest einen gewissen Humor mit reinzubringen, aber ich versuche schon die Themen die mich am ehesten bewegen abzuarbeiten mit einem ernsten Hintergedanken und einem Anliegen. Ich habe einen Text der heißt Generation Copy &Paste. Das ist mein Blick auf meine Generation. Es gibt einfach wichtigere Dinge für unsere Altersgruppe als Arbeit und Karriere. Damit mein ich mehr Leben als Leistung bringen. Dann habe ich noch einen anderen Text den ich sehr mag – Diptychon, wie das zweiteilige Heiligenbild. Da geht es um die Rolle der Frau heutzutage und auch die der Männer. Was ist männlich, was ist weiblich? Und macht das Sinn das so einzuteilen? Das ist ein Thema, dass mich persönlich sehr interessiert. Das sind auch durchaus Themen die ernster Natur sein können, da bring ich halt lieber noch ein bisschen Situationskomik mit rein, anstatt das wissenschaftlich abzuarbeiten.

Warum zeigen zurzeit so viele Leute Interesse an Poetry Slams? Das gibt es ja schon länger.

Ich glaube es ist eine relativ kostengünstige Variante sich einen Abend lang unterhalten zu lassen und viele verschiedene Themen geboten zu bekommen. Und dann natürlich auch durch sowas was sehr große Aufmersamkeit erregt wie Julia Engelmann mit ihrem Text „Eines Tages werden wir alt sein“. Was punktuell eine recht große Aufmerksamkeit bekommt, da entsteht auch ein allgemeines Interesse.

Wer verdient bei den Poetry Slam Veranstaltungen oder ist es eine Ehrensache?

Daran verdienen die die Location bieten, zum Beispiel das Westwerk hier in Leipzig. Die verdienen natürlich an den Getränken an dem Abend. Diejenigen die das selbst veranstalten, kriegen ein bisschen mehr rein als die Kosten durch die Eintrittsgelder. Die Künstler an sich bekommen vielleicht ihre Fahrtkosten wieder aber machen das im Großen und Ganzen aus Spaß an der Freude und für die Sache. Dann hat man ja noch ein paar Bekanntere wie Julia Engelmann und Sebastian 23, die vielleicht davon leben können.

Kannst du mir abschließend eine Anekdote erzählen?

Beim Westslam wo ich war, war einer der für „Die Partei“ tätig ist, der sehr viel von Zahlen gesprochen was Schwarzverschuldung und EZB Bankenrettung betrifft. War durchaus auch amüsant. Er musste von der Bühne getragen werden, weil er sein Zeitlimit rigoros überschritten hat und sich auch davon nicht abhalten lassen hat, als das Mikro abgestellt wurde. Der war voll bei der Sache, der wollte erzählen. Manchmal ist einer auch mal betrunken der vorträgt, aber die meisten sind relativ gut erzogene Mittelstandskinder. Die Zeiten von nackt über die Bühne rennen sind vorbei.

Karl, vielen Dank für das Gespräch.

Autorin: Viktoria Gamagina

Dangerous Minds in Literature – Charles Bukowski

Dangerous Minds in Literature – Charles Bukowski

Henry Charles Bukowski umschreiben die Worte unbeugsam und unbequem wohl am besten. Manche lieben und manche hassen ihn, das ist wohl der Lauf der Dinge. Er war ein Autor, welcher ohne jeglichen Schnick Schnack innerhalb seiner Werke auskam. Es war gerade heraus, direkt und schroff, was wohl auch der Grund ist, wieso manche ihn nicht ertragen konnten.

Der Dirty Old Man

hqdefaultGeboren 1920 in Andernach, zog seine Familie mit ihm im Alter von 3 Jahren nach Los Angeles. Er hatte ein bewegendes Leben ohne Fixpunkte. Bukowski versuchte sich an einem Journalismus Studium und währenddessen auch schon als Schriftsteller. Viele Jahre lebte er in immer neuen Umfeldern ohne wirklich sesshaft zu werden. Seinen Unterhalt verdiente Bukowski meist durch Hilfs- oder Tagesjobs, unter anderem bei der Post. Im Alter von 33 Jahren wäre er fast an einem aufgeplatzten Magengeschwür gestorben, aber er konnte dem Tod noch gerade so eine Schippe schlagen. 1970 gelang es dann Bukowski ausschließlich von seinen schriftstellerischen Einnahmen zu leben, wodurch er endlich seinen Job bei der Poststelle kündigen konnte. Henry Charles Bukowski starb aber schließlich im Alter von 73 an Blutkrebs in San Pedro.

Dieses wilde und wechselhafte Leben machten Bukowski zu der Person, welche manche lieben und andere hassen gelernt hatten. Zu einer unbequemen, schroffen und unbeugsamen Person.

Der Charakter des Dirty Old Man

Ein von Zigaretten und Alkohol umhüllender Rauch umgibt die Person des Charles Bukowski. Die Sinne benebelt und der Körper berauscht, aber keineswegs getrübt. Er hatte seine eigenen und zuweilen einzigartigen Ansichten und scheute sich auch niemals davor sie auszusprechen. Mag dies dem Alkohol geschuldet sein? Wer weiß vielleicht, aber ist dies nicht unwichtig an dieser Stelle? Nicht von der Hand zu weisen ist jedoch, dass er gerne trank.

„Das ist das Problem am Trinken, dachte ich mir, während ich mir einen Drink einschüttete. Wenn etwas Schlechtes passiert, trinkt man um zu vergessen; wenn etwas Gutes passiert, trinkt man um zu feiern; und wenn gar nichts passiert, trinkt man, damit etwas passiert.“

Bukowski lebte und liebte sozusagen den Exzess, sei es der Alkohol, die Zigaretten oder auch die Frauen. Meist begann währenddessen seine Schaffensphase. Er schrieb und schrieb, machte sich Gedanken über vergangene Erlebnisse, Liebe, Gesellschaft, Politik, Literatur und Kunst.

Die Gedanken des Dirty Old Man

Die Gedanken des Charles Bukowski lassen sich grob mit diesem Zitat zusammenfassen:

„Understand me. I’m not like an ordinary world. I have my own madness, I live in another dimension and I do not have time for things that have no soul.“

Er machte keinen Hehl daraus, dass er anders dachte und sich auch so verhielt. Ihm war ein Großteil der Gesellschaft zu bieder, er bezeichnete diese gerne als „tote Massen“. Bukowski meinte meist mit diesen „toten Massen“ Personen, welche sich ohne nachzudenken jeden Morgen aufraffen und in den Verkehr zwängen, nur um zu einem lieblosen Job zu kommen. Er ließ aber auch kein gutes Haar an der Politik, indem er die Oberhäupter eines Landes als gemein, engstirnig und dumm charakterisierte und mit dem folgenden Ausspruch die Demokratie abstraft:

„Der Unterschied zwischen einer Demokratie und einer Diktatur liegt darin, dass du in der Demokratie wählen darfst, bevor du den Befehlen gehorchst.“

Im Bezug auf Literatur mochte Bukowski jene Schriftsteller, welche auch gerade heraus schrieben, ohne viel Aufhübschen und Beschönigung des Textes. Einer der in diese Kategorie einstach, war Antonin Artraud, denn auch dieser schrieb was er dachte, ohne künstlich etwas aufzubessern. Doch gibt es nicht nur diese Art der Schriftsteller, sondern auch jene, welche künstlich hochstilisieren und mit ihren gut gewählten Worten die Szenarien besonders bunt ausmalen. Die Gedichte dieser Personen beschreibt Bukowski als „feinsinnig mit Nichtigkeiten“ oder auch als „ödes, schmutziges Spielchen“.

Bukowski trieb auch so einige schmutzige Spielchen, aber nicht in seinen Gedichten, sondern viel mehr mit Frauen. Somit war er auch nicht vor Liebe gefreit, wobei er in diesem Bereich wieder seine ganz eigenen Ansichten hatte. Er meinte, dass Liebe nur ein Vorurteil sei und er nicht einer verblendenden Illusion einer Traumfrau hinterherlaufen wolle, sondern nur eine Frau wollte, die kein Albtraum war.

Henry Charles Bukowski war mit Sicherheit kein einfacher Zeitgenosse. Weder für Verleger, Schriftsteller, seine Frauen oder die Gesellschaft. Er war unbequem, unbeugsam und schroff.

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„Das Leben ist eine Illusion, hervorgerufen durch Alkoholmangel.“

Cheers Mr. Bukowski.

Autor: M. Kroschwald