Gaumenschmaus zum Literaturgenuss – Eine kulinarische Reise durch Bücherwelten

Gaumenschmaus zum Literaturgenuss – Eine kulinarische Reise durch Bücherwelten

Lesen ist ein Genuss! Aber nicht nur für den Kopf, sondern auch für den Gaumen. Um die Lektüre noch köstlicher zu gestalten, findet ihr hier einige literarische Häppchen mit dem passenden Leckerbissen aus der Küche für einen gelungenen Literaturgenuss.

Viel Spaß beim Ausprobieren, Schmökern und Genießen!

 

Die Drachenwerft (Rainer Braune)

Darum geht es:

Gilles wächst zwischen enggestellten Häusern, dem abgründigen See und unheimlichen Apfelgärten auf. In seiner Nachbarschaft leben ein musikvernarrter Metzger, die rätselhafte Zettelheim und Mitschüler, die ihm nichts Gutes wollen. Immerhin glaubt er sich unsterblich. Vor allem aber sehnt er sich danach mit seiner Geige aus dem tristen Alltag auszubrechen und den pfeifenden Herzögen zu folgen.

Zum Literaturgenuss schmeckt:

Gedeckte Apfeltorte

Foto: CC Pixabay

Zutaten

Für den Teig:

  • 300g Mehl
  • ½ Päckchen Backpulver
  • 1 Ei
  • 100g Zucker
  • 125g Butter oder Margarine
  • 2EL Milch
  • 1 Prise Salz
  • 1 Päckchen Vanillezucker

Für die Füllung:

  • 1,5kg Äpfel
  • 50g Zucker
  • 1EL Zitronensaft
  • 25g zerlassene Butter
  • 1 Messerspitze Zimt
  • 50g gestiftete Mandeln
  • 2EL Weinbrand oder Rum
  • 2 Eigelb
  • Etwas Aprikosenmarmelade

Zubereitung

Teig:

Aus allen Zutaten zügig einen Mürbeteig kneten und 30 Minuten kaltstellen. Dann den Teig teilen und dreiviertel davon in eine gut gefettete Springform drücken. Das Ganze 15 Minuten bei 250°C vorbacken und dann die Apfelfüllung hineingeben.

Füllung:

Die geschälten Äpfel in nicht zu feine Spalten schneiden. Diese dann in einen Topf geben und mit Zucker, Zimt, Zitronensaft, Butter und Rum vermischen. Im eigenen Saft einige Minuten dämpfen und dann vom Herd nehmen. Als nächstes die Mandeln unterheben und dann in die vorgebackene Teigform geben.

Den übrig gebliebenen Teig ausrollen und ein Teiggitter über die Apfelfüllung ziehen. Das Gitter mit zwei Eigelb und etwas Aprikosenmarmelade bestreichen und die Torte bei 200°C backen, bis das Gitter goldbraun ist. Mit Vanilleeis beim Schmökern genießen!

 

Das Buch, in dem die Welt verschwand (Wolfram Fleischhauer)

Darum geht es:

Im Jahr 1780 geht der junge Nürnberger Arzt Nicolai Röschlaub einer Reihe merkwürdiger Todesfälle nach. Begleitet wird er von einer rätselhaften jungen Frau. Seine Suche nach Antworten führt ihn nicht nur an die äußersten Grenzen des Landes, sondern stellt auch seine Überzeugungen in Frage. Doch er muss sich beeilen, denn die Zeit drängt und das Geheimnis ist aus einem Stoff, der ganze Welten zerstören kann.

Zum Literaturgenuss schmeckt:

Balsamicobraten

Foto: CC Pixabay

Zutaten

  • 2EL Butter
  • 800g Rindfleisch (idealerweise aus der Schulter)
  • 1EL Mehl
  • 1 große Zwiebel, geviertelt
  • 100ml Balsamico-Essig
  • 200ml Fleischbrühe
  • 300ml Sahne
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

Zuerst das Fleisch mit Mehl bestäuben. Dann die Butter erhitzen und das Fleisch mit den Zwiebeln von allen Seiten gut anbraten. Dabei darauf achten, dass die Zwiebeln nicht zu dunkel werden. Den Essig dazu gießen und vollständig verdampfen lassen. Dann das Fleisch mit Salz und Pfeffer bestreuen und als nächstes die Fleischbrühe sowie die Sahne dazu geben. Anschließend einen gut schließenden Deckel aufsetzen, die Hitze reduzieren und etwa drei Stunden schmoren lassen. Nach dem Ende der Garzeit das Fleisch in Stücke schneiden und mit der gebundenen Soße zu Knödeln und Rotkohl vertilgen.

 

Elefant (Martin Suter)

Darum geht es:

Ein kleiner rosa Elefant, der in der Dunkelheit leuchtet, verzaubert die Menschen. Ganz plötzlich taucht er in der Schlafhöhle des Obdachlosen Schoch auf. Woher das seltsame kleine Tier kommt und wie es entstanden ist, weiß nur einer: der Genforscher Roux. Er will daraus eine weltweite Sensation machen und sein angegriffenes Ego wiederherstellen. Doch der burmesische Elefantenflüsterer Kaung, der die Geburt des Tieres begleitete, hat ihm den kleinen Elefanten gestohlen. Er ist der Meinung, dass so etwas Besonderes versteckt und beschützt werden muss als es weltweit zu präsentieren.

Zum Literaturgenuss schmeckt:

Waldbeeren-Tiramisu

Foto: CC Pixabay

 

Zutaten

  • 250g Waldbeeren
  • 600g Joghurt
  • 2EL Zitronensaft
  • 4EL Zucker
  • 125g Biskotten
  • 100ml Orangensaft

Zubereitung

Zuerst Joghurt, Zitronensaft und Zucker zu einer Creme vermengen. Dann die Hälfte der Biskotten in Orangensaft tauchen und den Boden einer Kastenform damit auslegen. Die Hälfte der Creme darauf verteilen und anschließend die Waldbeeren darauflegen. Eine zweite Lage Biskotten darüber schichten und mit dem übrigen Orangensaft beträufeln. Die restliche Creme darauf verteilen und zum Literaturgenuss vernaschen!

 Viel Spaß beim Ausprobieren und Schlemmen!

Autorin: Frances Liebau

Medien in der Vertrauenskrise: wirklich nur dumme Konsumenten?

Medien in der Vertrauenskrise: wirklich nur dumme Konsumenten?

Die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten setzt diesem Jahr einen bitteren Abschluss und stürzte die Medien einmal mehr in Selbstzweifel: Nach dem Präsidenten-Votum in Österreich, dem Brexit und mehreren deutschen Landtagswahlen hatten sie erneut den Ausgang einer bedeutenden politischen Weichenstellung grundlegend falsch eingeschätzt. Warum nur hörten die Leser und Zuschauer nicht mehr auf die durchaus begründeten Warnungen? Wieso entzieht sich das Handeln breiter Bevölkerungsschichten zunehmend jeder Rationalität?

Da es noch relativ neu ist, hat dieses Phänomen bisher kaum Aufmerksamkeit durch die Wissenschaft erfahren, und so gleicht die Suche nach den Gründen manchmal eher einem Ratespiel. Vor allem in den USA wird gern der Kampfbegriff „White Trash“ ins Feld geführt. Demzufolge sind viele Menschen einfach zu ungebildet und egoistisch, um eine Situation aus einer anderen Perspektive als ihrer eigenen zu bewerten. Ihnen fehlt die Fähigkeit für offenes und kritisches Denken, geleitet von Fakten und nicht von Gefühlen oder Doktrinen. Hierzulande etabliert sich für diese Entwicklung gerade der Begriff einer „postfaktischen Gesellschaft“, welcher eben erst zum Wort des Jahres gewählt wurde. Doch ist das nicht eine ziemliche Milchmädchenrechnung? Kulturpessimismus hin oder her, aber mehr oder weniger die Hälfte der Einwohner jedes größeren westlichen Landes als dumm und charakterschwach zu bezeichnen, sollte zumindest in eben jenen seriösen Medien nicht ohne handfeste Beweise in Form von Zahlen vorkommen. Auch wenn es vielleicht näher an der Realität sein mag als uns lieb ist. Selbst wenn, so wäre es zumindest ein Alarmsignal über den Zustand des Bildungssystems.

Nur die Schattenseite des Informationszeitalters?

bild rachel botsman
Rachel Botsman

Es fehlen, bei all dieser Hysterie, ein wenig die Gegenpositionen. Ideen, die das Geschehen aus einem komplett anderen Blickwinkel betrachten wollen. Im Sinne der journalistischen Vielfalt daher heute einmal ein etwas philosophischer Gedanke der britischen Publizistin Rachel Botsman, die an der Universität in Oxford einen Lehrstuhl in kollaborativer Ökonomie innehat. Sie sieht die derzeitige Entwicklung lediglich als Nachteil des 21. Jahrhunderts, als andere Seite der Medaille der Informationsfreiheit. Ihr zufolge gleiche Vertrauen einer Währung, die zwischen fremden Menschen gehandelt wird, um Bedürfnisse zu erfüllen. Die Merkmale dieser Währung ändern sich gerade, hauptsächlich dank des Internets. Früher konnte Vertrauen in erster Linie außerhalb des Bekanntenkreises nur von großen Institutionen bereitgestellt werden: Unternehmen, den Medien, der Politik. Nur diese verfügten über die Ressourcen, welche erforderlich waren um Vertrauen zu jedwedem Menschen aufzubauen und sicherzustellen (wie z.B. durch einen Kundendienst, Geld für Recherchen, Sicherheit mittels Polizei etc.). Durch das Internet ist es aber jedermann möglich, sehr preiswert Vertrauen in das Unbekannte zu kreieren, und Start-Ups wie BlaBlaCar sind mit diesem Geschäftsmodell groß geworden. Dadurch ändern sich aber auch die Charakteristika von Vertrauen, alles ist schnell verfügbar, nicht mehr von vorbestimmten Routinen abhängig und transparenter. Die negativen Begleiterscheinungen: Vertrauen lässt sich z.B. mit einer hübschen Website schnell erschleichen. Die Urheber sitzen immer anonym hinter einem weit entfernten Bildschirm, einen windigen Autohändler konnte man zumindest noch „live“ einschätzen.

Der neue Informations-Marktplatz: Für jeden alles

So wird Vertrauen chaotischer und unberechenbarer. Botsmans Theorie auf die Medien angewandt bedeutet, dass jeder im Internet jedwede Nachrichten und Meinungen publizieren kann, und jeder wird ein für ihn individuell passendes Informations-Angebot finden. Unabhängig von der Qualität eines Beitrages, irgendein anderer wird ihn lesen und glauben. Dadurch entsteht eine weitaus vielfältigere Palette an Weltbildern, deren Differenzen untereinander sehr fein abgestuft sind. Anders gesagt: wo es früher zwei oder drei wichtige Tageszeitungen gab, sind nun zusätzlich noch Webmagazine, Youtubekanäle und Newsblogs dazugekommen. Die Menschen mögen vielleicht weniger die Inhalte der etablierten Medien konsumieren, aber das ist nicht automatisch ein großangelegter Vertrauensverlust. Viel gefährlicher ist zurzeit, dass jene neuen Informationsräume hauptsächlich von sinisteren Marktschreiern eingenommen wurden, die vor allem durch ihre Lautstärke auffallen. Werden diese Plätze den Demagogen überlassen, ist es nur logisch, dass die Menschen sich an ihnen orientieren – einfach, weil es dort lange Zeit keine anderen Anbieter gab. Schließlich war selbst noch vor zehn Jahren das Internet für viele alteingesessene Zeitungen und TV-Sender ziemliches Neuland, als Youtuber schon Millionen erreichten. Wenn sich jene etablierten Medien dann als einzig verlässliche Quelle inszenieren und weiterhin eine unangefochtene Führungsrolle für sich beanspruchen, vergraulen sie erst Recht all jene, die auch außerhalb bekannter Gestade nach Informationen über das Tagesgeschehen suchen.

Wenn diese Schlussfolgerungen etwas provozierend wirken – nun, dann haben sie zumindest ihr Ziel erreicht. Es wird dringend notwendig, abseits gesellschaftlicher Untergangsprophezeiungen auch unkonventionellen Erklärungen Beachtung zu schenken. Diffuse finstere Kräfte anprangern ist natürlich bequemer. Aber wir brauchen eine vielfältige Diskussion, um auch im 21. Jahrhundert eine Medienlandschaft zu formen, die Gesellschaften stützt statt sie zu zerstören.

Autor: Niklas Gaube

DIY – zwei individuelle Kaffeebecher

DIY – zwei individuelle Kaffeebecher

Die Tage werden kürzer, die Nächte länger und die Temperaturen fallen – das ideale Wetter, um sich mit einem schönen Buch (oder ganz vielen) und einer leckeren Tasse Tee/ Kaffee unter die Decke zu kuscheln. Und damit eure Tasse auch richtig was her macht, habe ich hier zwei schnelle Do-it-Yourself-Ideen für euch.

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© Maxi Pfeil

Die Tasse mit dem Nagellack

Für die erste Tasse braucht ihr – neben der weißen Tasse – einfach nur Nagellack in verschiedenen Farben und eine Plastikschüssel.

In die Schüssel gebt ihr zuerst kaltes Wasser. Der Wasserstand sollte hoch genug sein, damit ihr eine Seite der Tasse gut eintauchen könnt. Dann schüttet ihr den Nagellack in Kreisen in das Wasser. Achtet dabei darauf, dass ihr nicht zu viel Nagellack benutzt, denn dann wird das ganze nicht wirklich schön.

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© Maxi Pfeil

Wenn ihr den Lack verteilt habt, wartet am besten noch ein bis zwei Minuten, damit er sich im Wasser noch etwas verteilen kann.

Dann taucht ihr die Tasse ein und stellt sie zum Trocknen auf Küchenpapier (mit einer Unterlage, die auch dreckig werden kann) Hier seht ihr dann auch gleich, ob ihr zu viel Nagellack verwendet habt, denn dann läuft er herunter und das Muster verwischt (wegen Schwerkraft und so…).

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© Maxi Pfeil

Sollte das ganze nicht so aussehen, wie ihr euch das vorstellt, könnt ihr den Nagellack ganz simpel mit Nagellackentferner entfernen und es noch einmal versuchen.

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© Maxi Pfeil

Die getupfte Tasse

Für die zweite Tasse braucht ihr – natürlich eine Tasse – und dazu einen Schwamm, Porzellanfarbe und haftende Buchstaben, die bekommt ihr in jedem gut ausgestatteten Bastelladen.

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© Maxi Pfeil

Als erstes klebt ihr die Buchstaben auf die Tasse. Ich habe das Wort Meins daraus gebildet. Als nächstes tupft ihr mit dem Schwamm bunte Punkte auf die Tasse – auch über die Buchstaben.

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© Maxi Pfeil

Wenn die Farbe trocken ist, könnt ihr die Buchstaben vorsichtig abziehen und euer Wort erscheint weiß zwischen den bunten Tupfen.

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© Maxi Pfeil

Und das war’s schon. So schnell habt ihr euch zwei hübsche, individuelle Tassen gestaltet, die ihr natürlich auch gerne variieren könnt, wenn ihr zum Beispiel lieber eine Blume oder eine bestimmte Form bei der getupften Tasse haben wollt.

 

Autorin: Maxi Pfeil

Print-it-yourself: Mit Wassertransferdruck Wow-Effekte erzeugen

Print-it-yourself: Mit Wassertransferdruck Wow-Effekte erzeugen

Schon klar, nicht jeder von uns ist ein Naturtalent in Sachen Handwerkern. Doch bei jedem Projekt lernen wir etwas Neues dazu und können uns danach ganz besonderer Fertigkeiten erfreuen. Beim Wassertransferdruck ist es ähnlich. Hier werden einfachste Lackierskills von euch gefordert. Wer aber in seiner Jugend schon mal die eine oder andere Hauswand getaggt hat, der sollte diese Aufgabe mit links lösen können.

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© www.3ders.org

Für alle anderen, keine Sorge, es ist einfacher als auf den ersten Blick den Anschein erwecken mag. Die erforderlichen Handgriffe solltet ihr jedoch spätestens beim zweiten/dritten Werkstück verinnerlicht haben und so könnt ihr schon bald „Drucken“ wie ein richtiger Erbe Gutenbergs. Zumal es auch eine gute Einnahmequelle wäre, wenn ihr ein paar eurer Meisterwerke zu Kauf anbietet. Gerade für diejenigen unter euch eine Option, die nicht so üppig von der Bafögfee beschenkt werden, aber auch für Leute, die zum Weihnachtsfest lieber mit etwas selbst gemachtem punkten wollen.

Was ist Wassertransferdruck?

Wassertransferdruck oder auch Hydrografie genannt, ist eine Methode, um ein dreidimensionales Objekt zu verzieren. Es ermöglicht euch ein Werkstück mit einem Dekor zu überziehen, und das mit einem Detailreichtum, der seines Gleichen sucht. Fotos von Freunden und Familie auf einem Smartphonecase sind genauso möglich, wie auch Camouflage- oder Holzmuster auf einem Motorradhelm. So gut wie alles ist denkbar. Aber das Beste daran ist, die Farben blassen nicht aus, da sie im letzten Arbeitsgang noch mit mehreren Schichten Klarlack überzogen werden. Dies bringt nicht nur einen schönen Glanz, sondern macht es auch noch Kratz-, Stoß- und Wasserfest.

Wie funktioniert Wassertransferdruck?

Watch out! Wikipedia is incoming.

„Ein Dekor wird auf einen speziell wasserlöslichen Polyvinylalkohol-Film gedruckt. Sofern erforderlich werden die zu beschichtenden Teile grundiert und/oder mit einem Grundfarbton überzogen. Der Druckfilm wird auf der Wasseroberfläche des Tauchbeckens ausgelegt und mit einem Aktivator besprüht. Die Trägersubstanz löst sich auf und gibt das vorher aufgedruckte Dekor in flüssiger Form an die Wasseroberfläche ab. Es bleibt dabei in seiner Form erhalten. Die zu beschichtenden Teile werden durch die Schwimmende Farbschicht in das Wasserbad getaucht. Durch den Druck des Wassers wird der Dekorfilm gleichmäßig an die Teile gepresst.“

Immer noch keine Vorstellung was Wassertransferdruck wirklich kann? Dann checkt mal diesen Video-Clip aus!

Welche Materialien eignen sich für Wassertransferdruck?

So gut wie alle! Den Anwendungsmöglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt, da man sein Objekt durch das vorangegangene Grundieren sowieso schon versiegelt hat. Es ist so also theoretisch möglich selbst Objekte aus Pappe zu bedrucken. Dabei gilt die Faustregel: Kannst du es grundieren und lackieren, so kannst du es auch mit einem Dekor probieren. Bei Teilen, die später in Kontakt mit Wärmequellen kommen, solltet ihr darauf achten, einen dementsprechenden resistenten Lack einzukaufen. Generell müsst ihr aber darauf verzichten, Gegenstände zu lackieren mit denen ihr später Nahrungsmittel zu euch nehmt. Die Außenseiten von beispielsweise einer Kaffeetasse sind jedoch unbedenklich.

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© i.imgur.com

 

Das braucht ihr zum selber machen

  • Cutter-Messer
  • Latexhandschuhe
  • Klebestreifen
  • Klarlack
  • Silikonentferner
  • Grundierung (je nach dem welches Material ihr bedrucken wollt)
  • Dippdaktivator
  • Dekor / Transferdruckfolie
  • große Schüssel / Badewanne
  • feines Schleifpapier
  • Atemschutzmaske

Alle Sachen, die ihr benötigt, sind in der Regel in einem gut sortierten Baumarkt zu erhalten. Die Transferdruckfolie jedoch werdet ihr wahrscheinlich nicht im Baumarkt bekommen, hierfür solltet ihr mal in einem Bastelladen oder bei Amazon vorbeischauen. Ihr könnt aber auch wahlweise auf Startersets einschlägiger Hersteller zurückgreifen. Die Kosten für solche Sets belaufen sich um die 60-80€, wenn ihr euch aber alles einzeln organisiert, kommt ihr wesentlich günstiger davon.

 

Und so geht’s

 

Schritt 1

Schleift euer Objekt gründlich mit dem Schleifpapier ab und reinigt es danach mit einem Tuch und dem Silikonentferner. Tragt nun die Grundierung gleichmäßig auf. Achtet dabei darauf die Spraydose in einem Abstand von 30 cm über euer Stück zu halten. Lasst es danach für mindestens 24 Stunden trocken.

Schritt 2

Schneidet euch die Folie zurecht. Sie sollte ungefähr doppelt so breit wie euer Objekt sein. Begrenzt anschließend die Ränder mit einem Rahmen aus Klebestreifen. Füllt das Gefäß mit 30 Grad warmen Wasser und legt die Folie vorsichtig auf die Wasseroberfläche. Dabei ist es wichtig, dass sich keine Lufteinschlüsse unter Folie bilden und euer Gefäß tief genug ist, um das Objekt weit genug eintauchen zu können. Sprüht das Aktivatorspray gleichmäßig auf die Folie. Sie sollte sich innerhalb weniger Sekunden auflösen. Taucht das Werkstück jetzt in einem Winkel von 45 Grad langsam aber gleichmäßig in das Wasser. Verwirbelt nun die Wasseroberfläche, währenddessen sich euer Werkstück noch unter Wasser befindet. Spült es anschließend unter einem laufenden Wasserhahn behutsam ab. Lasst es dann etwa für ein bis zwei Stunden trocknen.

 

Schritt 3

Tragt danach den Klarlack ebenfalls in einem Abstand von 30 cm auf das Objekt auf. Ihr solltet mindestens zwei Schichten Lack auftragen, wenn ihr es aber noch Glänzender haben wollt, dann könnt ihr gerne auch drei bis vier Schichten auftragen. Zwischen jeder Lackschicht solltet ihr es aber unbedingt 30 Minuten antrocknen lassen. Wenn ihr die letzte Schicht aufgetragen habt, dann muss es nur noch einen Tag durchtrocknen.

Voila, und schon habt ihr euer ganz individuell bedrucktes Kunstwerk.

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© hydrofxprinting.com

Besondere Sicherheitsanweisungen

Bei sämtlichen Lackierschritten solltet ihr darauf achten, eine Atemschutzmaske zu tragen und die Räumlichkeiten währenddessen und danach gut zu lüften. Wahlweise könnt ihr auch auf dem Balkon lackieren. Ebenso müsst ihr auch immer Handschuhe beim Arbeiten tragen, denn die Lacke reizen nicht nur die Atemwege, sondern sind auch nicht besonders freundlich zu eurer Haut.

 

Worauf wartet ihr noch? Get your stuff colored!

 

Autor: Ronny Wenzel

Hotaru no Haka: Die letzten Glühwürmchen

Hotaru no Haka: Die letzten Glühwürmchen

Es gibt Kunstwerke, welche für einen den Blick auf die Dinge verändern. „Die letzten Glühwürmchen“, so heißt der deutsche Titel des 1988 erschienenen Animes „Hotaru no Haka“ aus dem japanischen Filmstudio Ghibli. Er ist eines dieser Kunstwerke aus der Filmbranche, welcher meinen Blick auf das Kino, speziell auf das Genre Zeichentrick, entscheidend verändert hat.

Der Film basiert auf der 1967 veröffentlichten Kurzgeschichte „Das Grab der Leuchtkäfer“ des japanischen Schriftstellers Akiyuki Nosaka, dessen Schwester im Zweiten Weltkrieg verhungerte. Im Film ziehen sich zwei Waisenkinder, kurz vor der Kapitulation der kaiserlichen Armee, in eine Höhle an der japanischen Küste zurück.

Während die kleine Schwester Setsuko mit dem Hungertod kämpft, versucht ihr älterer Bruder Seita auf Streifzügen durch das zerstörte Land Nahrung zu besorgen. In den einsamen Nächten liegt der einzige Trost der beiden Geschwister in den Scharen von Glühwürmchen, bis der tragische Hungertod der kleinen Schwester alles zerreißt.

„Die letzten Glühwürmchen“ ist ein Antikriegsfilm, welcher es schafft einen durch leise, verzweifelte Töne mitzunehmen. Wie kein anderes Werk des Genres hinterlässt er ein Gefühl von Hilflosigkeit, ohnmächtiger Wut und Trauer.

Ganz und gar kein Kinderfilm

Mit seiner enormen Ernsthaftigkeit, der alles Kindliche des Genres zerschlagen hinter sich lässt, ist der Film nicht für Kinder zu empfehlen, obwohl dieser ab sechs Jahren freigegeben ist. Ganz im Gegenteil! Er ist einer der erschütterndsten Zeichentrickfilme. Daher empfiehlt das Lexikon des internationalen Films diesen Streifen nicht an Zuschauer unter 16 Jahren. „Die letzten Glühwürmchen“sticht nicht nur innerhalb der Werke des legendären Studios Ghibli hervor, sondern war Wegweisend für das gesamte Anime-Genre und ist für jeden Filmliebhaber ein Muss.

Wer von diesem Film begeistert ist, kann sich ebenfalls eine weiterführende Variante aus dem Jahre 2005 anschauen, welche die Geschichte des Geschwisterpaares aus dem Blickwinkel der Tante zeigt. Der Spielfilm zeigt die Geschichte mit realen Schauspielern und wirft damit nochmal ein anderes Licht auf die mitreißende Story.

Einen Wehrmutstropfen gab es für Fans des legendären Filmstudios Ghibli im Juni des Jahres 2014, als der oscarprämierte Regisseur Hayao Miyazaki seinen Ruhestand bekannt gab. Es bleibt abzuwarten und zu hoffen, dass das Filmstudio nicht gänzlich seine Produktion einstellt.

 

Autor: David Barthelmann

Klingende Bücher – ein Praktikum im Musikverlag

Ein ganz normaler Morgen in meinem Studentenalltag, ich checke meine Mails und entdecke Praktikumsanzeigen, die von der HTWK verschickt wurden. Tatsächlich vergibt in einer dieser Anzeigen der C.F. Peters Musikverlag eine Praktikumsstelle in den Semesterferien im Marketing, und das für vier Wochen! Seit meinem Abitur an einem Musikgymnasium ist mit meinem Studium der Plan, im Musikverlag zu arbeiten immer konkreter geworden und die Marketingabteilung schien perfekt – also schnell beworben und tatsächlich, ich durfte vier Wochen lang Teil des Peters-Teams sein.

 

Diese vier Wochen waren unheimlich spannend, lehrreich und intensiv.

An meinem ersten Tag stand ich ziemlich aufgeregt vor dem großen Tor des Verlagshauses in der Talstraße in Leipzig und wusste nicht, was mich erwartet. Zuerst wurde ich allen Mitarbeitern vorgestellt, in die Kaffemaschine eingewiesen (an der ich nur für mich selbst gekocht habe) und mir wurde mein Arbeitsplatz gezeigt. Neben meinem eigenen Schreibtisch und einem eigenen Laptop bekam ich auch zu den wichtigsten Programmen und Dateien Zugriff. So fühlte ich mich gleich von Anfang an wie eine vollwertige Mitarbeiterin und spätestens beim ersten gemeinsamen Mittagessen am großen Tisch in der Küche des Verlags war das Eis gebrochen.

Die vielfältigen Aufgaben des Verlagsmarketings

So begann ich vier Wochen lang, in der Marketingabteilung an den unterschiedlichsten Aufgaben zu arbeiten. Ich durfte Kataloge korrigieren, nach Marketingmaterialien recherchieren, Anzeigen erstellen, den Facebook Auftritt und die Website pflegen, das Archiv sortieren und Biographien zu den Komponisten erarbeiten. Auch an Meetings durfte ich teilnehmen und so den Verlagsalltag ganz genau erleben. Am meisten Spaß hat mir die eigenständige Erstellung eines Klavier- und eines Weihnachtsnewsletters gemacht, die bei den Kunden sehr gut ankamen.

Die Zeit zur Bearbeitung dieser Aufgaben konnte ich mir selbst flexibel einteilen. Nebenbei hat mir meine Chefin viel über die Verlagsgeschichte und die Arbeit im Musikverlag sowie den Wandel der Musikverlage erzählt. An einem Tag habe ich dann mal die Abteilung gewechselt und in die Archiv- und Leihabteilung geschnuppert, was ich ebenfalls extrem spannend fand. Hier stapeln sich unendlich viele Partituren über zwei Büros bis an die Decke. Ich konnte bei der Bestellung von Leihnoten helfen und zurückgeschickte Noten entgegen nehmen. So hab ich tatsächlich Noten an ein Orchester in Jerusalem geschickt. Außerdem habe ich dort gemeinsam mit einer Angestellten Noten im Sonderformat für eine Uraufführung bei einer Messe hergestellt.

Gern mehr davon

Leider war die Zeit superschnell vorbei und an meinem letzten Tag war ich echt traurig, dass diese vier abwechslungsreichen Wochen so schnell rum waren. Ich kann jedem Studenten nur empfehlen, selbst Praktika zu machen und zu testen, ob der Job auch praktisch zu einem passt, vor allem wenn man sich bei seinem Studium so unsicher ist wie ich.

Ich möchte mich hiermit noch mal bei Annette, Thomas und dem ganzen Peters Team für die schöne Zeit bedanken und komme bald auf eine Pizza in der Mittagspause vorbei!

Autorin: Lina Al Ghori

Oh Forest

Oh Forest

Man findet sich wieder im dunklen Wald, nur in Gedanken schwebend und allein stehend. Man sieht sich um, doch jeder Blick führt ins Nichts, man kann nur Umrisse erkennen und weiß nicht was sie bedeuten sollen.

„Könnte einer dieser Umrisse zu dem Weg ins Licht oder ins Dunkel führen?“

Vor einem Weg wartet ein Zerberus, der den Eingang ins Licht versperrt, man müsste sich den Einzug ins Gute erkämpfen, aber will man es, ist man sich nicht doch zu bequem dafür und hofft, dass einem etwas Gutes in den Schoß fällt. Man wendet sich ab und schaut kurz zu einem anderen Weg: Wo dieser wohl hinführt? Man ist gespannt, voller Vorfreude und trotzdem Angst vor dem Ungewissen. Einen Blick zu erhaschen fällt sehr schwer. Plötzlich will eine Hand jemanden hineinziehen, sie fühlt sich sicher, solide, sanft und unbeschwert an. So, als ob dies der Weg zu einem normalen Leben wäre, aber wer will heutzutage schon ein normales Leben führen? Alles muss aus Spannung, Abenteuer und Nervenkitzel bestehen, damit man sich nicht langweilt und später irgendetwas bereuen könnte – nein, diesen Weg will man auch nicht einschlagen.

Nun bleiben nur noch wenige Wege übrig, einer dunkler als der andere, aber man muss sich entscheiden; sonst führt einen eine unsichtbare Rolltreppe hin zu einem Weg, welcher der düsterste von allen ist, geplagt von Krankheit, Armut und Unzufriedenheit.

Auf einmal scheinen beide vorherigen Wege doch nicht so falsch oder schlecht wie zuvor. So zieht man sie doch wieder in Betracht. Doch was ist der Weg der einem noch über bleibt? Ist dies der perfekte Weg, welcher alles zum Guten wenden wird?

Aber hat man wirklich selbst die Wahl welchen Weg man gehen will, oder bestimmen diesen doch wieder andere Faktoren; wie Geruch, Luftzug oder ein leichtes Licht im Hintergrund, und wieder überlegt man ein wenig zu lang. Was und wohin nun, aber während man überlegt und still steht, bewegt man sich immer weiter auf den Weg ins Verderben.

Man kann nur hoffen, dass man sich nicht zu spät entscheidet und jede Chance vertan ist. Wobei es doch aber letzten Endes nicht darauf ankommt ob man einen soliden, steinigen, abenteuerlichen oder spannenden Weg geht. Das wichtigste hierbei ist nur, was man aus seinem Weg noch herausholen kann, denn jeder dieser Wege kann das Beste von allem beinhalten und diese spezielle Priese, welche die Wege beeinflussen und besser machen können. Es sind die Menschen, welche an deiner Seite diesen Weg bestreiten und dir hoch helfen, sobald du einmal gestolpert bist und kurz ins Straucheln kommst. Diese Menschen werden dir zu deinem persönlichen Glück und Seelenfrieden verhelfen. Daher halte dich nicht zu lange mit der Entscheidung des Weges auf und lass dich führen, leiten und mitnehmen. Aber halte diese Personen fest und lass sie nicht einfach so eine falsche Abzweigung nehmen, denn auch sie sind von dir abhängig und verlassen sich auf dich; auch wenn sie nicht immer direkt bei einem sein können, trägt man sie tief in seinem Herzen und führt sie mit sich, auf der langen Reise des Lebens.

Autor: Michael Kroschwald

Lyrics = Lyrik? – Die Symbiose aus Poesie und Rock ’n’ Roll

Lyrics = Lyrik? – Die Symbiose aus Poesie und Rock ’n’ Roll

Songwriter sind Poeten. Was für Literatur-Puristen anmaßend klingen mag, ist jedoch zutreffend. Denn sowohl Dichter als auch Liedschreiber verfassen Texte in Reimen, die eine bestimmte Botschaft übermitteln, Zustände beschreiben oder Gefühle transportieren sollen.

Die Dresdner Band Wucan hat mit ihrem Song „Wandersmann“ etwas ganz Besonderes geschaffen. Das knapp 16-minütige Epos vereint musikalische Virtuosität mit einer märchenhaften Geschichte verpackt in anmutiger deutscher Sprache und nimmt den Hörer auf eine Gedankenreise in die Vergangenheit mit. Die Gruppe selbst bezeichnet ihren Stil als „Kräuterrock with a pinch of confusion“ in Anlehnung an die Zeit des Krautrock und der Psychedelik Ende der 60er / Anfang der 70er Jahre und verfasst ihre Lieder normalerweise auf Englisch.

 

Bild Wandersmann
© Goethezeitportal www.goethezeitportal.de

Wandersmann

 

Seinerzeit,

Ging ich an fremder Hand,

Lebte an Lippen von Worten,

Die ich nicht verstand.

 

Vergessen schon,

Locken die Blumen süss,

Fad der König sprach,

Er sei der Blumen müd.

 

Zu Füssen ihm,

Liegt sein Land so weit,

Wann wird mir jemals,

Freude zuteil?

 

Einsamkeit hat dich verlassen,

Freund, wo stehst du jetzt?

Dein Wort ist kühn und messerscharf,

Doch selbst bist du verletzt.

 

Haut an Haut, der Blick ist tief,

Doch du bleibst unberührt,

Reise, Reise ohne Ziel,

Das Irdische verführt.

 

Tausend Finger fassen dich,

Die Lust, sie wird zur Qual,

Glaub mir es fällt zurück auf dich,

Keine Tat bleibt unbezahlt.

 

Und fordere nichts,

Was du nicht auch selber geben kannst.

Gedenke der, die sich verloren,

In Rausch und Tanz.

 

Die Nacht schmeckt nach

Vergänglichkeit,

Doch nichts ist wirklich dein.

Kühle deine heisse Stirn,

Die Frucht sie ist bald reif.

 

Und wäre die Welt blind, nun sprich,

Wem imponiertest du?

Schwermut und Freiheit sind

Schwestern, im Geiste und in Blut.

 

Seinerzeit…

Vergessen schon…

Der König,

Ward zum Wandersmann,

Brach die Krone und wurd‘

Sein eig’ner Untertan.

 

Song:    Wandersmann (15:45 min)

Band:    Wucan

Album: Sow The Wind (2015)

Label:    MIG Music

 

Einen eigenen Eindruck könnt ihr euch mit folgendem Video verschaffen, welches vom Auftritt der Band beim legendären „WDR Rockpalast“ stammt!

 

Autor: Norman Zwanzig

Der Rote Knebel – Journalismus in China

Der Rote Knebel – Journalismus in China

 

„Heimat ist da, wo man sich nicht erklären muss.“

Johann Gottfried Herder

China: Wer denkt bei diesem Land nicht sofort an uralte Hochkulturen sowie Religionen,  Erfinderreichtum und freundliche Menschen. Doch das sogenannte Reich der Mitte befindet sich heute in vielen Belangen in einem katastrophalen Zustand.

China im Jahr 2016 ist seit der Niederschlagung seiner studentischen Demokratiebewegung im Jahr 1989 weiterhin unter einem autoritären, sozialistischen Einparteiensystem, welche von der kommunistischen Partei (KPCh) unter dem Staatschef Xi Jinping seit 2013 geleitet wird. Diese zensiert die Medien sowie das Internet, kontrolliert die Rechtsanwendung und die Justiz. Bei der Auswahl seiner politischen Führer verfügt das Volk über keinerlei Rechte. Auch sind die Freiheitsrechte in Sachen Meinungsfreiheit, Religions- und Reisefreiheit stark eingeschränkt. Die Medien und Presselandschaft muss unter den Missständen schwer leiden.

Pressefreiheit im Reich der Mitte – Was darf ein Journalist?

„Alles, solange er sich an Chinas Gesetze hält.“ So drückte sich ein Beamter des Pekinger Außenministeriums aus, welcher einen Journalisten der Welt auf einen Kaffee einlud, um über die Pressefreiheit Chinas zu sprechen. Doch die Liste der politischen Grauzonen, über welche Journalisten nicht berichten dürfen, ist lang. Hierzu gehört die Lage verfolgter Mönche in Tibet, das Verbot der Kontaktaufnahme zu Anhängern des Dalai Lama sowie zu Familienangehörigen von Dissidenten. China befindet sich laut „Reporter ohne Grenzen“ in der Pressefreiheit auf Platz 176 von 180 Ländern. (Stand September 2016). Weltweit zählt es die meisten inhaftierten Journalisten sowie Internet-Blogger.  23 Journalisten und 84 Online-Aktivisten und Bürgerjournalisten sitzen derzeit hinter Gittern. Der Staatsapparat kontrolliert den gesamten Journalismus. Keine Information oder Recherche darf unkontrolliert an ausländische Medien weitergeleitet werden. Jedes Interview bedarf eines Antrags auf Berechtigung, welche in den meisten Fällen abgelehnt werden. Die chinesische Firewall blockiert viele Webseiten. Facebook, Youtube oder Twitter stehen dem Volk nicht zur Verfügung. Völlige Abschottung des Volkes lautet das Kredo der chinesischen Regierung.

Zahlreiche Künstler, Journalisten sowie Autoren leben im Exil. Darunter der seit 2011 in Berlin lebende Buchautor, Dichter und Untergrundmusiker Liao Yiwu. Die Geschichte des Schriftstellers macht die politische Lage Chinas sowie das Verbot des investigativem Journalismus deutlich.

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Liao Yiwu, © https://commons.wikimedia

 

Verfehmt, verjagt, unterdrückt

Liao Yiwu zählte bereits in den 80er Jahren zu Chinas bekanntesten Dichtern und Autoren und schrieb regelmäßig für die Untergrund-Literaturszene. Da seine Werke stets im Stil westlicher Lyrik verfasst waren, stand sein Name schon 1987 auf der Liste der kommunistischen Regierung. In diesem Jahr widmete Liao sein Gedicht „Massaker“ den Ereignissen des vierten Juni 1989 am Tian’anmen-Platz, bei welchem die studentische Protestbewegung für Demokratie zerschlagen wurde. Im folgenden Jahr wurde, nach seinem Versuch einen Film über den Vierten Juni zu drehen, seine Filmcrew sowie seine schwangere Frau verhaftet. Liao wurde wegen „Verbreitung konterrevolutionärer Propaganda“ zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Seine Erlebnisse verarbeitete er in dem Buch „Interviews with People from the Bottom Rung“ (dt: „Gespräche mit Menschen vom Bodensatz der Gesellschaft“),  welches auf Gesprächen mit sozial Ausgestoßenen basiert. Nach einem großen Erfolg des Buches sowie der positiven Kritik, „das Buche gebe denjenigen eine Stimme, welche sonst nicht gehört, sondern unterdrückt würden“, wurde das Buch von chinesischen Behörden verboten, der herausgebende Verlag bestraft sowie Mitarbeiter entlassen. Liaos Name darf seitdem in den chinesischen Medien nicht mehr genannt werden. Nachdem ihm die Einreise nach Deutschland und damit die Teilnahme an Buchmessen mehrmals verweigert wurde, wandte sich Liao 2010 in einem offenen Brief an die deutsche Kanzlerin Angela Merkel mit der Bitte, Ihre außenpolitischen Einflüsse für eine Einreise zum Literaturfestival lit Cologne in Köln zu ermöglichen. Im Jahr 2011 haben die chinesischen Behörden Liao verboten, seine Werke im ausländischen Raum zu vorzutragen.

Seit 2011 lebt Liao nach seiner Flucht über Vietnam im Exil in Berlin und erhielt 2012 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Seine Geschichte ist ein trauriges Beispiel für die Situation und die menschenrechtliche Entwicklung Chinas. Es bleibt abzuwarten und zu hoffen, dass dieses Land seinen Weg zur politischen Mitte wieder findet.

Autor: David Barthelmann

Do it yourself – MiniBuchKette

Do it yourself – MiniBuchKette

Ihr habt Langeweile in den Semesterferien, eure beste Freundin hat bald Geburtstag und ist zufällig Bücherfreak oder ihr habt einfach mal wieder Lust auf ein kleines Bastelprojekt? Dann hab ich hier die perfekte Idee für euch, bei der das Basteln nicht mal eine halbe Stunde dauert – eine MiniBuchKette!

 

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Dafür braucht ihr:

  • Ein Stück Leder
  • Eine gute Schere
  • Eine spitze Schere oder noch besser eine Lochzange
  • Einen kleinen Ring/ Öse
  • Guten Kleber
  • Papier
  • Eventuell Stoffreste oder Anhänger zum Verzieren
  • Eine Kette
  • Freude am Basteln

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Zu erst schneidet ihr ein kleines Stück Leder in der Form eines Buchcovers aus. Meins war 3,5x5cm groß. Dann macht ihr ein kleines Loch oben in die Mitte einer langen Kante. Dort kommt später die Öse durch.

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Als nächstes schneidet ihr aus eurem Blatt Papier viele kleine Rechtecke aus, die alle etwas kleiner sind als euer späteres Buchcover aus Leder. Bei mir waren die Papierstücke dann etwa 3×4,5cm groß. Diese klebt ihr dann wie ein kleines Buch zusammen. Am besten ihr presst das Ganze dann noch etwas zwischen schweren Gegenständen damit alles gut klebt.

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Nun zieht ihr durch das Loch eure Öse. Das funktioniert am Besten mit einer Zange, da ich die aber nicht zur Stelle hatte, hab ich durch das Loch einen Faden gezogen und die Öse damit festgeknotet. Danach könnt ihr euer Papierbuch in den Lederumschlag einkleben und noch mal zur Sicherheit pressen …

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… und fertig ist eure kleine Buchkette! Ihr müsst nur noch das Kettchen durch die Öse fädeln. Ist die nicht niedlich? Ich hab zur Dekoration noch ein Herz aus Ikea-Stoff geschnitten und mit dem Kleber draufgeklebt. Man könnte aber auch noch ein Lesezeichen hinzufügen oder an der Öse kleine Anhänger befestigen.

Ich wünsch euch ganz viel Spaß beim Nachbasteln der MiniBuchKette!

 

Autorin: Lina Al Ghori