Videospiele: Bücher werden in der Games-Branche neu verwertet

Videospiele: Bücher werden in der Games-Branche neu verwertet

Ihr wolltet schon immer der Lieblingscharakter aus euren Büchern sein? Anstelle von Zauberei braucht ihr bald nur noch zum Controller greifen. Während Buchverfilmungen schon seit Anbeginn der Filmtechnik zum festen Repertoire des jährlichen Kino-Kalenders gehören, beginnt eine andere Branche gerade erst mit dieser Art der Zweitverwertung. Den Inhalt von Büchern als Videospiele zu veröffentlichen, ist bisher noch eine seltene Erscheinung. Allerdings birgt es gewaltiges Umsatzpotenzial und daher probieren sich immer mehr Verlage und Publisher daran.

Crossmediale Hexerei mit Erfolg

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Das Videospiel „The Witcher 3“ hat eine unbekannte Buchreihe in ein erfolgreiches Franchise verwandelt. © Maxi Pfeil

Das bekannteste Beispiel der vergangenen Jahre dafür ist die Witcher-Reihe des polnischen Entwicklerstudios CD Project Red. Die Spiele basieren auf den Büchern des ebenfalls polnischen Autors Andrzej Sapkowski, welche bis vor wenigen Jahren außerhalb unseres Nachbarlandes allenfalls ein Geheimtipp waren. Auch der erste Teil der Videospiel-Reihe änderte daran wenig, aber sein Nachfolger „Assassins of Kings“ heimste zahlreiche Preise ein und gewann zumindest im Genre Rollenspiel viele Fans. Der Durchbruch kam schließlich letztes Jahr mit dem dritten Teil „Wild Hunt“, der sich nicht nur über 10 Millionen mal verkaufte, sondern von Kritikern als neue Messlatte für Rollenspiele definiert wurde. Eine herausragende Gemeinsamkeit der Reihe ist die packende Inszenierung. Die Handlung wurde durch die Entscheidungen beeinflusst, die der Spieler in der düsteren und stimmungsvollen Welt traf.

Ein solcher Erfolg schlug natürlich auch auf die ursprünglichen Bücher zurück, denn plötzlich wollten viele Spieler auch die Vorgeschichte lesen und die früher unbekannten Titel gehören heute zur Grundausstattung eines Fantasy-Regals im Buchhandel. Sapkowski selbst beteiligt sich aber nicht daran, für ihn ist crossmediales Publizieren keine Option. Allerdings starten vor allem bekannte Buch- Marken damit gerade voll durch. Bastei-Lübbe hat bereits mit Daedalic Entertainment ein eigenes Spiele-Entwicklerstudio im Portfolio, welches zurzeit an einer Umsetzung von Ken Follets „Säulen der Erde“ für den Bildschirm arbeitet. Und auch die Leser der „Zwerge“ von Markus Heitz werden wohl noch in diesem Jahr mit ihren Helden in die digitale Schlacht ziehen können.

Ein neuer Markt fürs Geschichtenerzählen

Sieht man einmal davon ab, dass der US-Autor Tom Clancy mehrere Shooter mit lediglich seinem Namen veredelt hat, ist diese Art der Buchverwertung aber momentan noch ein auffällig mitteleuropäisches Phänomen. Das liegt an der besonderen Beschaffenheit der „Buchverspielungen“: die Leser wollen hier erneut in ihre liebgewonnene Welt eintauchen und erwarten ein auf Story und Stimmung fokussiertes Erlebnis. So etwas zu entwickeln verlang eine Menge Herzblut und Zeit, das Produkt jedoch wird nicht auf dem eher action-orientierten Massenmarkt punkten können. Beides Dinge, an denen ein großer internationaler Publisher wenig Gefallen findet, denn auf seinem Wunschzettel steht die durchdesignte Erfolgsformel für den jährlich erscheinenden Millionen-Kracher. Die einzige amerikanische Ausnahme bildet der Independent- Publisher Telltale, welcher für ein Episoden-Spiel im Universum von „Game of Thrones“ verantwortlich zeichnet.

Eine zweite Auffälligkeit ist die Genre-Vielfalt. Natürlich bedienen sich insbesondere Rollenspiele schon immer am reichen Quell der Märchen- und Sagenliteratur, aber es gibt kein typisches „Buchspiel“. Je nach Vorlage wird das gewählt, was am passendsten scheint. Die aufstrebenden Sherlock-Holmes-Spiele sind so, wie könnte es anders sein, Rätsel-Adventures.

Auch in der anderen Richtung haben Oliver Bodens „Assassin’s Creed“-Bücher und zahlreiche Titel zum Warcraft-Universum veritable Erfolge gefeiert. Der wachsende und mit jungen Menschen bevölkerte Videospiel-Markt könnte sich also in Zukunft für die schwächelnde Buchbranche als ertragreiche Fundgrube fürs Geschichtenerzählen erweisen.

Autor: Niklas Gaube

 

Dangerous Minds in Literature – Charles Bukowski

Dangerous Minds in Literature – Charles Bukowski

Henry Charles Bukowski umschreiben die Worte unbeugsam und unbequem wohl am besten. Manche lieben und manche hassen ihn, das ist wohl der Lauf der Dinge. Er war ein Autor, welcher ohne jeglichen Schnick Schnack innerhalb seiner Werke auskam. Es war gerade heraus, direkt und schroff, was wohl auch der Grund ist, wieso manche ihn nicht ertragen konnten.

Der Dirty Old Man

hqdefaultGeboren 1920 in Andernach, zog seine Familie mit ihm im Alter von 3 Jahren nach Los Angeles. Er hatte ein bewegendes Leben ohne Fixpunkte. Bukowski versuchte sich an einem Journalismus Studium und währenddessen auch schon als Schriftsteller. Viele Jahre lebte er in immer neuen Umfeldern ohne wirklich sesshaft zu werden. Seinen Unterhalt verdiente Bukowski meist durch Hilfs- oder Tagesjobs, unter anderem bei der Post. Im Alter von 33 Jahren wäre er fast an einem aufgeplatzten Magengeschwür gestorben, aber er konnte dem Tod noch gerade so eine Schippe schlagen. 1970 gelang es dann Bukowski ausschließlich von seinen schriftstellerischen Einnahmen zu leben, wodurch er endlich seinen Job bei der Poststelle kündigen konnte. Henry Charles Bukowski starb aber schließlich im Alter von 73 an Blutkrebs in San Pedro.

Dieses wilde und wechselhafte Leben machten Bukowski zu der Person, welche manche lieben und andere hassen gelernt hatten. Zu einer unbequemen, schroffen und unbeugsamen Person.

Der Charakter des Dirty Old Man

Ein von Zigaretten und Alkohol umhüllender Rauch umgibt die Person des Charles Bukowski. Die Sinne benebelt und der Körper berauscht, aber keineswegs getrübt. Er hatte seine eigenen und zuweilen einzigartigen Ansichten und scheute sich auch niemals davor sie auszusprechen. Mag dies dem Alkohol geschuldet sein? Wer weiß vielleicht, aber ist dies nicht unwichtig an dieser Stelle? Nicht von der Hand zu weisen ist jedoch, dass er gerne trank.

„Das ist das Problem am Trinken, dachte ich mir, während ich mir einen Drink einschüttete. Wenn etwas Schlechtes passiert, trinkt man um zu vergessen; wenn etwas Gutes passiert, trinkt man um zu feiern; und wenn gar nichts passiert, trinkt man, damit etwas passiert.“

Bukowski lebte und liebte sozusagen den Exzess, sei es der Alkohol, die Zigaretten oder auch die Frauen. Meist begann währenddessen seine Schaffensphase. Er schrieb und schrieb, machte sich Gedanken über vergangene Erlebnisse, Liebe, Gesellschaft, Politik, Literatur und Kunst.

Die Gedanken des Dirty Old Man

Die Gedanken des Charles Bukowski lassen sich grob mit diesem Zitat zusammenfassen:

„Understand me. I’m not like an ordinary world. I have my own madness, I live in another dimension and I do not have time for things that have no soul.“

Er machte keinen Hehl daraus, dass er anders dachte und sich auch so verhielt. Ihm war ein Großteil der Gesellschaft zu bieder, er bezeichnete diese gerne als „tote Massen“. Bukowski meinte meist mit diesen „toten Massen“ Personen, welche sich ohne nachzudenken jeden Morgen aufraffen und in den Verkehr zwängen, nur um zu einem lieblosen Job zu kommen. Er ließ aber auch kein gutes Haar an der Politik, indem er die Oberhäupter eines Landes als gemein, engstirnig und dumm charakterisierte und mit dem folgenden Ausspruch die Demokratie abstraft:

„Der Unterschied zwischen einer Demokratie und einer Diktatur liegt darin, dass du in der Demokratie wählen darfst, bevor du den Befehlen gehorchst.“

Im Bezug auf Literatur mochte Bukowski jene Schriftsteller, welche auch gerade heraus schrieben, ohne viel Aufhübschen und Beschönigung des Textes. Einer der in diese Kategorie einstach, war Antonin Artraud, denn auch dieser schrieb was er dachte, ohne künstlich etwas aufzubessern. Doch gibt es nicht nur diese Art der Schriftsteller, sondern auch jene, welche künstlich hochstilisieren und mit ihren gut gewählten Worten die Szenarien besonders bunt ausmalen. Die Gedichte dieser Personen beschreibt Bukowski als „feinsinnig mit Nichtigkeiten“ oder auch als „ödes, schmutziges Spielchen“.

Bukowski trieb auch so einige schmutzige Spielchen, aber nicht in seinen Gedichten, sondern viel mehr mit Frauen. Somit war er auch nicht vor Liebe gefreit, wobei er in diesem Bereich wieder seine ganz eigenen Ansichten hatte. Er meinte, dass Liebe nur ein Vorurteil sei und er nicht einer verblendenden Illusion einer Traumfrau hinterherlaufen wolle, sondern nur eine Frau wollte, die kein Albtraum war.

Henry Charles Bukowski war mit Sicherheit kein einfacher Zeitgenosse. Weder für Verleger, Schriftsteller, seine Frauen oder die Gesellschaft. Er war unbequem, unbeugsam und schroff.

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„Das Leben ist eine Illusion, hervorgerufen durch Alkoholmangel.“

Cheers Mr. Bukowski.

Autor: M. Kroschwald

Philip K. Dick – Nur weil ich paranoid bin, …

Philip K. Dick – Nur weil ich paranoid bin, …

… heißt das nicht, dass sie mich nicht verfolgen.

Dieser Spruch, der auf einem Plakat in Philip K. Dicks Wohnung zu finden war, ist bezeichnend für das Leben eines der größten Science Fiction Autoren der Welt. Getrieben von seinen eigenen Ängsten und wiederholten Panikattacken schuf Philip K. Dick (kurz PKD genannt) sich durch seine Bücher eine eigene Realität, die zunehmend mit seiner Wahrnehmung der Wirklichkeit verschmolz.

Bedeutung für das ganze Genre

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PKD als Siebdruck © Pete Welsch

Philip K. Dick half durch sein Schaffen mit, das Genre der Science Fiction aus der pulp era in das goldene Zeitalter zu führen. So wurden Science Fiction Geschichten davor eher als Schund (engl. pulp) betrachtet, was sich auch in der billigen Verarbeitung und den trashigen Covern bemerkbar machte.

Die Protagonisten in seinen Romanen sehen sich meist wandelnden Realitäten gegenüber, die nur schwer von der Wirklichkeit zu unterscheiden sind. So wissen sowohl die handelnden Personen als auch der Leser selbst am Schluss häufig nicht, ob er seiner Wahrnehmung, bzw. dem Gelesenen, trauen kann. Ebendiese Mehrschichtigkeit und die oftmals ungeklärten Enden seiner Geschichten machen für viele Leser den Reiz aus.

Das isolierte Leben des Philip K. Dick

PKD widmete sich nach einer Panikattacke komplett dem Schreiben und zog sich immer weiter aus der Gesellschaft zurück. So bereiteten ihm alltägliche Dinge, wie ein Essen in einem Restaurant oder die Fahrt mit dem Bus, zunehmend Probleme. Seine Wohnung wurde zu seinem Rückzugsort, den er zunehmend seltener verließ. Er sah sich von nun an eher als ein außenstehender Beobachter des Lebens als ein teilnehmender Akteur. So konzentrierte er all seine Energie, die vor allem durch die Einnahme von Medikamenten und Amphetaminen bedeutend verstärkt wurde, auf das Schreiben von Science Fiction Geschichten. Die Mischung aus verschriebenen Pharmazeutika und Drogen verursachte bei ihm zunehmend Halluzinationen, die er in seine Geschichten einflocht.

Der Drogenkonsum sowie die Überwachung durch CIA und FBI, ausgelöst durch ein Treffen mit Drogensüchtigen, Linken und Black Panther in seinem Haus, und ein Einbruch in seine Wohnung verstärkten seine Paranoia. Dies führte dazu, dass er sowohl der Regierung als auch allen Menschen in seinem Umfeld anfing zu misstrauen.

Orthogonaler Zeitstrom

PKD glaubte an die Existenz einer orthogonalen Zeitachse, die im rechten Winkel zu unserer horizontalen Zeitachse verläuft. Aus den Schnittpunkten dieser Zeitachsen, die Philip K. Dick glaubte wahrzunehmen, bezog er seine Informationen über die Zukunft. So meinte er seinen eigenen Tod bereits zu Lebzeiten deutlich vor sich sehen. In einem Brief an eine Freundin beschrieb er, dass er in einer Art traumartigen Zustand seine eigene Leiche zwischen Couchtisch und Sessel mit dem Gesicht zum Boden erblickt hatte. In ebendiesem Zustand fand man ihn acht Jahre nach dem Versenden des Briefes tot in seiner Wohnung.

Viele Fans sehen darin einen Beweis, dass Philip K. Dick zukünftige Dinge wahrnahm, die sonst niemand sehen konnte. Anderseits ist anzumerken, dass er den ganzen Tag in diesem Sessel an der Schreibmaschine verbrachte und somit sein Tod in dieser Position durchaus wahrscheinlich war.

Autor: Robert Rebbe

J.K. Rowling – Zauberhafte Funfacts

J.K. Rowling – Zauberhafte Funfacts

Sie teilt sich das Geburtsdatum mit ihrem Titelhelden Harry Potter und füllte 5 Seiten eines Notizbuches, bis das Wort Quidditch entstand. J.K. Rowling, bürgerlich einfach Joanne Rowling, umhüllte die Welt mit Magie und wurde dafür mit wahnsinnigen Verkaufs- und Fanzahlen belohnt. Dass die Idee zu Harry Potter auf einer Serviette in einem Zug auf dem Weg von Manchester nach London entstand und das Manuskript des ersten Buches von 12 Verlagen abgelehnt wurde, dürfte mittlerweile jeder schon einmal irgendwo gehört haben. Wir haben heute jedoch noch ein paar andere, vielleicht bisher eher unbekannte Fakten über die Erfolgsautorin.

© Daniel Ogren, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15164977
© Daniel Ogren, CC BY 2.0, wikipedia

Die 1965 geborene Joanne Rowling las und schrieb schon als Kind gern. So ist es nicht überraschend, dass sie bereits im zarten Alter von 6 Jahren ihre erste eigene Geschichte schrieb, die von einem Kaninchen mit Masern handelte. In der Schule war sie eine gute Schülerin, später sogar Schulsprecherin. Auf ihrem 11-jährigen Selbst basierend entstand später die Figur der Hermine Granger.

Nach ihrem Studium (Französisch und Klassische Altertumswissenschaften) arbeitete J.K. Rowling in mehreren Büros, unter anderem auch für Amnesty International in London. Dass sie 1990 den Einfall zu Harry Potter hatte, verdanken wir dem Fakt, dass sie 1989 zu ihrem Freund nach Manchester zog und so den Zug nach London nehmen musste.

Aus Joanne wird J.K.

Als während ihrer anschließenden Arbeitslosigkeit das Manuskript des ersten Buches vom Bloomsbury Verlag angenommen wurde, gab man Rowling noch den Rat, sich trotzdem weiterhin einen Job zu suchen, da man mit Kinderbüchern nicht viel Geld verdienen könne – die Startauflage von Harry Potter und der Stein der Weisen betrug auch gerade einmal 500 Exemplare. Außerdem wurde vermutet, dass Jungen ein von einer Frau geschriebenes Buch wohl eher nicht gern lesen würden. So kam es schließlich zu der Nutzung der Initialen J.K. Das K lieh sich Rowling dabei von ihrer Großmutter Kathleen.

© news.sina.com
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Als der Erfolg anstieg und Rowling die Vermarktungsrechte an Time Warner verkaufte, setzte sie sich stark dafür ein, dass Harry Potter kein Zeichentrickfilm wurde und die Hauptrollen nicht durch US-amerikanische Schauspieler besetzt wurden. Auch lehnte sie den Vorschlag Michael Jacksons ab, aus der Buchreihe ein Musical zu machen.

Außer den Harry Potter Büchern veröffentliche Rowling natürlich auch noch The Casual Vacancy, einen Roman für Erwachsene. Doch wusstet ihr schon, dass sie unter dem Pseudonym Robert Galbraith auch eine Kriminalreihe schrieb? Die beiden bisher erschienenen Titel heißen The Cuckoo’s Calling und The Silkworm.

Rowling und ihr Engagement 

J.K. Rowling gilt als eine der reichsten Frauen Großbritanniens und das sogar noch vor Queen Elisabeth II. Diesen Reichtum nutzt sie unter anderem als Präsidentin der schottischen Multiple-Sklerose-Gesellschaft. Mehrfach stiftete sie bisher große Summen, um so die Erforschung und Heilung dieser Krankheit zu unterstützen, nachdem sie ihre Mutter an die Krankheit verloren hat. Für dieses Engagement erhielt Rowling den Ehrendoktortitel der University of Aberdeen. Des Weiteren rief Rowling eine Kindergesundheitsorganisation namens Lumos ins Leben und ruft immer wieder für Spenden auf. Politisch engagiert sie sich beispielsweise gegen die Unabhängigkeit Schottlands, gegen Rassismus und für die Aufnahme von Flüchtlingen. Dies tut sie zum Beispiel verstärkt auf Twitter.

Weitere Funfacts rund um das Harry Potter Universum:

  • Habt ihr euch schon einmal gefragt, warum der Hogwarts Express gerade von der King’s Cross Station abfährt? Weil sich Rowlings Eltern dort kennengelernt haben!
  • Während der schweren Phase nach ihrer Scheidung und geplagt durch ihre Arbeitslosigkeit verfiel Joanne Rowling einer Depression, welche später als Inspiration für die Dementoren diente.
  • Quidditch basiert auf ihrer Lieblingssportart: Basketball!
  • Hagrid basiert auf einem Hells Angels Biker, den sie einmal traf.
  • Rowling würde sich für das Haus Gryffindor entscheiden, da sie Courage mehr schätzt als alles andere.
  • Der Tod Hedwigs sollte das Ende von Harrys Kindheit darstellen.

Wer übrigens mal in dem Hotelzimmer übernachten möchte, in dem J. K. Rowling das letzte Buch der Harry Potter Reihe beendet hat, sollte sich Zimmer 552 des Balmoral Hotels in Edinburgh mieten. Dort findet man eine Marmorbüste mit der Inschrift „JK Rowling finished writing Harry Potter and the Deathly Hallows in this room (552) on 11th Jan 2007.“ Dieser Spaß kostet auch nur circa schlappe 1000 Pfund.

Auch in einer Folge der Simpsons konnte man J. K. Rowling übrigens bereits sehen. Natürlich von ihr persönlich synchronisiert!

Zauberhaft!

 

Autorin: Cindy Schulze

Terry Pratchett: Einfach göttlicher Humor

Terry Pratchett: Einfach göttlicher Humor

Groß A’Tuin, die Riesenschildkröte, schwebt durch das Universum. Auf ihr stehen vier Elefanten und auf deren Rücken ruht die Scheibenwelt.
Viele Leser, Hörer und Zuschauer hat Sir Terry Pratchett mit dem Leben auf dieser kleinen Welt begeistert. Auch mich.

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© wikipedia

Im Alter von 17 Jahren veröffentlichte Pratchett sein erstes Buch, „Die Teppichvölker“. Damals war er als Journalist bei einer Lokalzeitung tätig. Schon in diesem Werk wird Pratchetts außergewöhnliche Fantasie deutlich. Es gibt keine Helden, die gegen Drachen kämpfen um eine Königin zu befreien. Pratchetts Figuren sind dicke Hexen, abgedrehte, aber liebenswerte Zauberer und viele andere Persönlichkeiten, die eins gemeinsam haben: sie sind überaus originell. Viele dieser Figuren treffen sich in Ankh Morpork, der größten Stadt der Scheibenwelt. Durch sie fließt der Fluss Ankh, der so verschmutzt ist, dass man beinahe auf ihm laufen kann.
Pratchett schafft es auf humorvolle und manchmal hintergründige Weise die Klischees des Fantasy-Genre gekonnt auf die Schippe zu nehmen.

 

Die flache Welt im Universum

Auch wenn seine Scheibenwelt komplex ist, verliert der Leser nie den Überblick. Jedes Buch zeigt nur einen Ausschnitt des geschaffenen Universums. In einem steht die Stadtwache im Vordergrund, in einem anderen die Hexen Nanny Ogg und Oma Wetterwachs oder Gevatter Tod. Keiner der Figuren ist wirklich böse. Selbst der Sensenmann hat eine Menge Humor, wenn auch meist ziemlich schwarzen.

Einige Romane von Pratchett wurden auch verfilmt. Wer also zu faul zum Lesen ist, kann sich mit „The Colour of Magic“, „Hogfather“ oder „Ab die Post“ einen Vorgeschmack auf die Scheibenwelt holen. Mehr als 60 Romane hat Terry Pratchett herausgebracht, davon satte 41 über die Scheibenwelt. Er gilt nach J.K. Rowling als einer der erfolgreichsten Autoren Großbritanniens.

Pratchett und sein Ableben

Am 12. März 2015 starb Sir Terence David John Pratchett, Order of the British Empire im Alter von 66 Jahren. Ursache war das Benson-Syndrom, das einer Demenz sehr ähnlich ist. Schon 2007 gab Pratchett seine Krankheit bekannt, in den folgenden Jahren spendete er eine Million Dollar für die Erforschung von Alzheimer. Seine letzten Bücher verfasste er mit einer Spracherkennungssoftware. Sein letzter Scheibenwelt-Roman „Die Krone des Schäfers“ erschien im November 2015.

Für all seine Fans und Bewunderer wird Sir Terry Pratchett für immer im Herzen und vor allem im Bücherregal bleiben.

Autor: Melanie Uhlig

Spezial: Recycling – Auf den (Buch-)Leim gegangen 

Spezial: Recycling – Auf den (Buch-)Leim gegangen 

Während durch den fortwährend steigenden Papierkonsum der Ruf nach Ressourcenschonung und Recycling immer lauter wird, haben sich mehrere Methoden entwickelt um eine Zweitverwertung von Papier in unserer Überflussgesellschaft zu ermöglichen. Dabei treten jedoch vermehrt Hürden für die Branche auf, welche zum Teil noch ohne einen Lösungsansatz dastehen. 

Share Economy – Tauschen macht Spaß

Eine vor allem durch das WWW voran getriebene Entwicklung ist das zunehmende Aufkommen von Tausch- und Teilwirtschaft. Die Grundidee ist einfach: durch die Weitergabe eines ausgelesen Buches oder den Tausch dessen gegen ein anderes, soll eine Zweitverwertung stattfinden und eine unnötiger Konsum vermieden werden. Dies basiert natürlich auf den Grundlagen von Vermittlung und Vertrauen – ein Aspekt, welcher durch die mannigfaltige Auswahl von Online-Tauschbörsen gewährleistet wird.

Neben Tauschplattformen wie Bambali sind Social Media – Plattformen mit ihren lokalen Flohmarkt- sowie Verschenkgruppen durchaus geeignet ein solches Tauschgeschäft zu initiieren. Dabei spielen natürlich auch andere Medienformen wie Musik-CDs und DVDs eine Rolle, denn jeder getauschte Datenträger, der einen Neuerwerb verhindert, verhindert damit die Anschaffung weiterer nur schwer recyclebarer Ressourcen. Ein Paradebeispiel für Share Economy sind die öffentlichen Bücherschränke und eine Ausweitung dieses Netzwerkes wäre wünschenswert.

Buchherstellung in der Kreislaufwirtschaft

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© Verband Deutscher Papierfabriken e.V. 2016

Schon seit Jahren subventionieren UNO und EU Recycling-Methoden, um ein zirkulare Wirtschaft zu ermöglichen. Der angestrebte Zero Waste-Point bleibt dabei utopisch, dennoch sind Fortschritte in vielen Branchen zu erkennen. Doch in der Buchproduktion hapert es oft an durchsetzungsfähigen Methoden, die sowohl nachhaltig, als auch ökonomisch vertretbar sind. Neben der Nutzung von Altpapier oder der Entwicklung von alternativen Papiersorten (z.B. Steinpapier) kommt es bei einer „grünen“ Buchproduktion jedoch auf einige andere Faktoren an. So steigert sich zwar die Anzahl der Druckereien, welche durch erneuerbare Energien betrieben werden, doch in der Masse hat sich dies noch nicht durchgesetzt.

Auch die Verwendung von mineralölfreien Druckfarben und die Einbandgestaltung unter einer Green Chemistry-Maxime entsprechen keinesfalls der Regel. Problematisch ist auch nach wie vor das Recycling von Büchern; der Grund dafür liegt jedoch hinter dem Papier, nämlich im Buchleim. Die zumeist verwendeten Klebstoffe der konventionellen Bindearten erschweren einen abfallfreien Recyclingprozess nicht nur enorm, es gibt zudem bisher kaum Alternativmöglichkeiten, die eine entsprechende Durabilität des Druckerzeugnisses gewährleisten. Eine leimfreie Bindetechnik zu entwickeln, welche in der großindustriellen Produktion eine Alternativmöglichkeit bietet, wäre also nicht nur wünschenswert, sondern auch bitter nötig.

Autor: Tankred Hielscher