J. F. Cotta: Der Napoleon des deutschen Buchhandels

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Zwei der weltweit bekanntesten deutschen Schriftsteller, Goethe und Schiller, außerdem mit Wieland und Herder die beiden anderen Geistesgrößen des Weimarer Viergestirns. Jean Paul, Fichte, Hölderlin, Hegel, Pestalozzi und Alexander von Humboldt – alle hatten sie denselben Verleger. Im Vergleich zu seinen Autoren, ist sein Name jedoch weniger geläufig: Johann Friedrich Cotta. Wer war der Mann, der die aufklärerischen Ideale und Ideen, viele philosophischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse einer ganzen Epoche unter seinem Haus vereinigte?

Geboren wurde Cotta 1764 in Stuttgart. Er studierte Mathematik, Geschichte, Jura, ehe er mit 23 Jahren die wenig glanzvolle, Cotta’sche Verlagsbuchhandlung seines Vaters in Tübingen übernahm. Obwohl er zunächst wenig Interesse an der Übernahme hatte, formte Cotta in wenigen Jahren aus dem provinziellen Kleinunternehmen den bedeutensten Universalverlag seiner Zeit. Er verlegte über 60 Zeitungen und Zeitschriften, u. a. Schillers Horen, wichtige wissenschaftliche Werke, betrieb einen Kunst- und Landkartenverlag und besonders die Klassiker von Goethe und Schiller hatten eine Strahlkraft über die Landesgrenzen hinaus.

Der Aufstieg der Cotta’schen Verlagsbuchhandlung

Wie war dieser Aufstieg in kurzer Zeit möglich? Es waren weniger glückliche Umstände als enormer Arbeitsdrang, feiner Charakter, unternehmerisches Genie und politisches Talent. Doch eine glückliche Vermittlung spielte gerade zu Beginn eine wichtige Rolle: 1793 traf Cotta in Tübingen durch Initiative des dortigen Philosophieprofessors und ehemaligen Lehrers von Schiller auf ebendiesen. Aus diesem Treffen entwickelte sich eine enge persönliche Verbindung und Zusammenarbeit mit dem zu diesem Zeitpunkt bereits weithin bekannten Dichter. Dieser war es dann auch, der den Kontakt zu Goethe und den anderen beiden Weimarern herstellte. Damit war der Grundstein für den Aufstieg der Verlagsbuchhandlung und weiterer Unternehmungen gelegt.

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Nachwirkungen

In seinem umtriebigen Leben, in dem er auch etliche Herausforderungen zu bewältigen hatte, brachte Johann Friedrich Cotta eine Vielzahl an ökonomischen, technischen, kulturellen und politischen Unternehmungen auf die Bahn. Beispiele: Revolutionierung der Drucktechnik durch den Einsatz von Dampfmaschinen, Beteiligungen an einer Papier- und Maschinenfabrik, Erwerb eines Landgutes zur modernen Schafszucht, Gründung einer gemeinnützigen Sparkasse, Beratung und diplomatische Hilfe für Fürsten und Regierende.

Doch besonders seine Leistungen für die deutsche Buchlandschaft sollen uns hier interessieren: Mit hohen Honoraren und zukunftsweisenden Verträgen war er ein Vorkämpfer der Autorenrechte. Das Urheberrecht des Autors und das Besitzrecht des Verlages wurden sorgsam getrennt, was der Kapitalisierung des Gewerbes dienlich war. Er wirkte für Reformen des Buchhandels und setzte sich gegen den Nachdruck und für die Pressefreiheit ein. 1832, im selben Jahr wie Goethe, mit dem er bezüglich den Honoraren auch schon mal aneinander geraten war, starb – inzwischen geadelt – Johann Friedrich Freiherr Cotta von Cottendorf.

Sein Wirken reicht bis in unsere Zeit: Die Cotta’sche Verlagsbuchhandlung wurde 1977 von der Klett-Gruppe übernommen und firmiert seitdem unter Klett-Cotta, wo u. a. die deutschen Übersetzungen der Werke von J. R. R. Tolkien erschienen sind.

 

Autor: Fabian Schwab

Kurt Wolff: Ein Verleger-Prototyp

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„Warum studierst du Verlagswirtschaft? Mit Büchern verdient man doch heute kein Geld mehr.“ Eine Frage, die ich inzwischen zu gut kenne. Warum sollte man heute noch Bücher machen wollen? Meine Antwort darauf ist ganz einfach. Kurt Wolff. Verleger, unidealistischer Idealist und ein Mensch den ich – wie sicher auch viele andere – bewundere.

Der 1887 in Bonn geborenen Kurt Wolff entstammte einer Bildungsfamilie und verlebte eine recht unspektakuläre Jugend. Er studierte in mehreren deutschen Städten Germanistik und fasste schließlich (zumindest für einige Jahre) in Leipzig Fuß. Plötzlich ging alles ganz schnell. Mit Anfang 20 lernte er Ernst Rowohlt kennen und stieg kurz darauf zunächst als stiller Teilhaber, bald jedoch in aktiverer Rolle, in dessen neu gegründeten Verlag ein. Es kam zu Streitigkeiten zwischen den Beiden und sie gingen bald wieder getrennter Wege, doch Wolff beschloss dem Verlegerberuf treu zu bleiben. Er nutzte die neu gewonnene Freiheit und passte die Verlagsausrichtung stärker seinen eigenen Vorstellungen an.

Der Kurt Wolff Verlag veröffentlichte die frühen Werke einiger der wegweisendsten Autoren des 20. Jahrhunderts. Unter ihnen waren Hasenclever, Werfel, Kafka und Trakl, doch auch Else Lasker-Schüler und Karl Kraus.

1919 zieht der Verlag von Leipzig nach München. Mit den Jahren veränderte sich das Verlagsprogramm und fokussierte sich verstärkt auf internationale Literatur und Kunstpublikationen. Anfang der 20er Jahre gründete Wolff in Florenz einen Verlag rein für kunstwissenschaftliche Werke.

Einige Jahre später, kommt die Wirtschaftskrise und die Verlage geraten in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Wolff muss das Münchner Verlagshaus verkaufen. Er verlässt den Verlegerberuf und widmet sich anderen Dingen, doch nach seiner Flucht vor dem zweiten Weltkrieg in den frühen 40er Jahren gründet er in den USA ein weiteres Mal einen Verlag: Pantheon Books.

Bis zu seinem Tod 1963 unterhält Kurt Wolff Brieffreundschaften mit Autoren und Künstlern. Er lebte Literatur. Durch seine Briefe bekommt man einen Einblick, wer dieser Mensch war. Es ist anzunehmen, dass es sich bei ihm nicht immer um den einfachsten Zeitgenossen handelte, doch wahrscheinlich war es genau das, was ihn so erfolgreich machte.

Er veröffentlichte die Werke der ganz großen deutschen Expressionisten und zwar bevor sie zu den Großen gehörten. Er förderte Autoren, deren Werke Weltliteratur wurden. Ein solches Literaturverständnis zu besitzen und die Sicherheit bzw. auch den Willen zu haben, sich auf neue Wege zu begeben, ist meiner Meinung nach bewundernswert.

Die Kurt-Wolff-Stiftung vergibt auch dieses Jahr am Freitag, den 18. März 2016, um 13 Uhr auf der Leipziger Buchmesse ihre Preise an unabhängige deutsche Verlage, die sich auf besondere Weise hervorgetan haben.

 

Autorin: Amelie Müller

Spezial: Recycling – Auf den (Buch-)Leim gegangen 

Spezial: Recycling – Auf den (Buch-)Leim gegangen 

Während durch den fortwährend steigenden Papierkonsum der Ruf nach Ressourcenschonung und Recycling immer lauter wird, haben sich mehrere Methoden entwickelt um eine Zweitverwertung von Papier in unserer Überflussgesellschaft zu ermöglichen. Dabei treten jedoch vermehrt Hürden für die Branche auf, welche zum Teil noch ohne einen Lösungsansatz dastehen. 

Share Economy – Tauschen macht Spaß

Eine vor allem durch das WWW voran getriebene Entwicklung ist das zunehmende Aufkommen von Tausch- und Teilwirtschaft. Die Grundidee ist einfach: durch die Weitergabe eines ausgelesen Buches oder den Tausch dessen gegen ein anderes, soll eine Zweitverwertung stattfinden und eine unnötiger Konsum vermieden werden. Dies basiert natürlich auf den Grundlagen von Vermittlung und Vertrauen – ein Aspekt, welcher durch die mannigfaltige Auswahl von Online-Tauschbörsen gewährleistet wird.

Neben Tauschplattformen wie Bambali sind Social Media – Plattformen mit ihren lokalen Flohmarkt- sowie Verschenkgruppen durchaus geeignet ein solches Tauschgeschäft zu initiieren. Dabei spielen natürlich auch andere Medienformen wie Musik-CDs und DVDs eine Rolle, denn jeder getauschte Datenträger, der einen Neuerwerb verhindert, verhindert damit die Anschaffung weiterer nur schwer recyclebarer Ressourcen. Ein Paradebeispiel für Share Economy sind die öffentlichen Bücherschränke und eine Ausweitung dieses Netzwerkes wäre wünschenswert.

Buchherstellung in der Kreislaufwirtschaft

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© Verband Deutscher Papierfabriken e.V. 2016

Schon seit Jahren subventionieren UNO und EU Recycling-Methoden, um ein zirkulare Wirtschaft zu ermöglichen. Der angestrebte Zero Waste-Point bleibt dabei utopisch, dennoch sind Fortschritte in vielen Branchen zu erkennen. Doch in der Buchproduktion hapert es oft an durchsetzungsfähigen Methoden, die sowohl nachhaltig, als auch ökonomisch vertretbar sind. Neben der Nutzung von Altpapier oder der Entwicklung von alternativen Papiersorten (z.B. Steinpapier) kommt es bei einer „grünen“ Buchproduktion jedoch auf einige andere Faktoren an. So steigert sich zwar die Anzahl der Druckereien, welche durch erneuerbare Energien betrieben werden, doch in der Masse hat sich dies noch nicht durchgesetzt.

Auch die Verwendung von mineralölfreien Druckfarben und die Einbandgestaltung unter einer Green Chemistry-Maxime entsprechen keinesfalls der Regel. Problematisch ist auch nach wie vor das Recycling von Büchern; der Grund dafür liegt jedoch hinter dem Papier, nämlich im Buchleim. Die zumeist verwendeten Klebstoffe der konventionellen Bindearten erschweren einen abfallfreien Recyclingprozess nicht nur enorm, es gibt zudem bisher kaum Alternativmöglichkeiten, die eine entsprechende Durabilität des Druckerzeugnisses gewährleisten. Eine leimfreie Bindetechnik zu entwickeln, welche in der großindustriellen Produktion eine Alternativmöglichkeit bietet, wäre also nicht nur wünschenswert, sondern auch bitter nötig.

Autor: Tankred Hielscher

Weihnachten: Very Last Minute Geschenkideen

Weihnachten: Very Last Minute Geschenkideen

In 4 Tagen ist Weihnachten und der ein oder andere unter euch überlegt sicher immer noch, welche Weihnachtsgeschenke es für die Lieben in diesem Jahr sein sollen. Damit ihr euch nicht verzweifelt unter die Menschenmassen in den Einkaufsgassen mischen müsst, haben wir heute ein paar Very Last Minute Geschenkideen, mit denen ihr sicher so gut wie jedem Buchwurm eine Freude machen könnt.

Geschenkideen für entspanntes Lesen

 

Für Harry Potter Fans © etsy.com

 

 

Bei mir darf zum Lesen meist eine heiße Tasse Tee nicht fehlen. Also warum nicht mal eine ganz individuelle Tasse verschenken?

Dazu braucht es nur Keramikstifte (gibt’s in jedem Bastelladen) und euren Backofen!  Circa eine halbe Stunde später ist das Geschenk auch schon fertig!

 

 

 

 


 

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© themerrythought.com

 

 

Außerdem könnt ihr die Teetasse natürlich auch gleich mit ein paar Leckeren füllen. Wem Plätzchen zu langweilig sind, kann sich ja mal an schokoladenüberzogenen Bretzeln probieren. Lecker!

 

 


 

Gerade im (hoffentlich bald) kalten Winter bietet sich ein warmes Bad zum Schmöckern an. Eine Badekugel dafür kaufen kann jeder, macht sie doch einfach mal selbst! Alles was man dafür braucht, bekommt ihr im Supermarkt, der Drogerie oder Apotheke.

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© fitnessista.com

Man nehme:
250g Natron/Backpulver
125g Zitronensäure (in Lebensmittelqualität)
60g Stärke
60g Kokosöl
15 Tropfen ätherisches Öl
Lebensmittelfarbe (flüssige), getrocknete Blütenblätter, etc.
Form, z.B. Muffinförmchen

Verrührt zuerst die Öle; das Kokosöl muss dabei eventuell im Wasserbad erhitzt werden. Vermischt dann die trockenen Zutaten mit der Lebensmittelfarbe (je nach gewünschter Farbintensität) und hebt sie langsam nach und nach unter die Öle. Knetet nun alles zusammen, am Ende fühlt es sich ungefähr wie nasser Sand an. Schließlich müsst ihr die Masse nur noch in eure Förmchen drücken (geht super mit der Unterseite eines Löffels) und um die 24h trocknen lassen. Wer möchte, kann noch getrocknete Blüten o.Ä. dazutun.

 


 

Natürlich könnt ihr euren Liebsten auch direkt ein Buch schenken. Vielleicht ja sogar gleich mit einem passenden Lesezeichen? Eine kleine Anleitung dazu findet ihr hier:

Lesezeichen
© projektila.blogspot.fi

 

Für welche Geschenke ihr euch auch entscheidet, wir wünschen euch ein frohes Weihnachtsfest mit euren Familien!

 

Autorin: Cindy Schulze

Spezial: Coming up

Spezial: Coming up

Wir lieben Bücher und wir lieben Filme. Was liegt also näher als aus Büchern Filme zu machen? Dieses Jahr war ein gutes für Verfilmungen. Vom großen Finale der Hungerspiele, über die Suche nach Margos Spuren, bis zu den Abgründen Als wir träumten war alles dabei und wurde zu großen Teilen von Bücherfreunden positiv aufgenommen.

Doch weil Winterzeit Kinozeit ist, erwarten uns auch in nächster Zeit einige Verfilmungen auf die wir Lerchen uns besonders freuen.

Das dänische Mädchen

Am 7. Januar 2016 soll die Filmadaption von David Ebershoffs Biografie über Lili Elbe in die deutschen Kinos kommen. Mit Eddie Redmayne in der Hauptrolle und einem solchen Trailer kann man großes Kino erwarten. Der Film wurde bereits bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2015 ausgezeichnet und startet pünktlich zur Oscar-Saison.

Das dänische Mädchen erzählte die Geschichte des dänischen Künstlerehepaars Wegener. Er stellt zentrale Frage nach sexueller Identität in den späten 20er/frühen 30er Jahren des 20. Jahrhunderts und beschreibt der Weg von Einar Wegener zu Lili Elbe.

Kill your Friends

Noch ohne Starttermin in Deutschland ist die Verfilmung von John Nivens Roman Kill Your Friends. Trotz der umstrittenen Besetzung von Nicholas Hoult als Steven Stelfox, ist der Film ein Muss für jeden Fan der Vorlage.

Buch und Film zeichnen ein rabenschwarzes Porträt der britischen Musikszene der späten 1990er Jahre. Steven ist A&R-Manager bei einem britischen Major-Label. Für ihn zählen Hits, Drogen und Sex. Als seine Karriere immer mehr ins Schwanken gerät, greift er zu radikalen Maßnahmen um seine Kollegen und Freunde loszuwerden und selbst an die Spitze zu kommen.

Im Herzen der See

Obwohl der Film bereits seit dem 3. Dezember auch hierzulande im Kino zu sehen ist, darf er in dieser kleinen Liste nicht fehlen. Die Kombination von Erfolgsregisseur Ron Howard und Chris Hemsworth in der Hauptrolle musste zu einem sehenswerten Film führen und hat nicht enttäuscht.

Der Film ist an das gleichnamige Buch von Nathaniel Philbrick angelehnt. Es erzählt die wahre Geschichte des Wahlfangschiffs Essex und dessen Untergang, den der Autor überlebte. Dieselbe Geschichte lag dem Roman Moby Dick zu Grunde. Schwerpunkt des Films liegt jedoch nicht der Wal. Es wird vielmehr die Geschiche des Überlebenskampfs der Seeleute erzählt.

Also kauft euch eine große Portion Popcorn und kuschelt euch in euren Sitz. Viel Spaß im Kino!

Autorin: Amelie Müller

Frankfurter Buchmesse: 25 Jahre BücherFrauen

Frankfurter Buchmesse: 25 Jahre BücherFrauen

Frauen sind in der Buchbranche mit fast 80 Prozent klar in der Überzahl. Es ist also nur natürlich, dass es ein Netzwerk gibt, das sich ausschließlich mit dem starken Geschlecht beschäftigt – die BücherFrauen.

Logo des BücherFrauen e.V.
Logo der BücherFrauen © buecherfrauen.de

25 Jahre gibt es diesen Zusammenschluss nun schon. Er wurde 1990 in München gegründet, Vorbild dazu war die Organisation Women in Publishing, kurz WiP. Ableger davon gibt es bisher in den USA, Großbritannien, Australien, Irland, Indien, Hongkong und den Philippinen.

Die BücherFrauen widmen sich der Karriere von Frauen, die verlegen, schreiben und sich voll und ganz dem Produkt Buch widmen.

Bundesweit spaltet sich der Verein in Regionalgruppen auf, deren Mitglieder sich regelmäßig treffen und sich über bestimmte Themen austauschen. Verschiedene Themen der  Regional- und weiterer Arbeitsgruppen führen deren Sprecherinnen und die Vorstandsfrauen zweimal im Jahr überregional zusammen.

Projekte

Der Verein umfasst viele Projekte, die Frauen helfen sollen sich in der Buchbrache zu Recht zu finden. So gibt es verschiedene Arbeitsgruppen, Vorträge und das Mentoring-Programm. In Berlin, Hamburg, München und Stuttgart gibt es mittlerweile einmal im Jahr eine Mentoring-Runde bei der die Siegerin eine Mentorin bekommt, die sie ein Jahr lang begleitet und ihr beim Start in das Berufsleben hilft.

Öffentlichkeitsarbeit

Auch nach außen hin präsentieren sich die BücherFrauen, zum Beispiel auf der Leipziger und Frankfurter Buchmesse. Danach gibt es eine WiP-Party. Außerdem hat die Ehrung der BücherFrau des Jahres auf der FBM eine lange Tradition.

Also, wer zur Frankfurter Buchmesse geht, sollte auch bei den BücherFrauen vorbeischauen. Es lohnt sich!

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BücherFrau des Jahres 2015: Frauke Ehlers. © Silvie Brucklacher

BücherFrauen auf der FBM

Zwei Veranstaltungen am 15. Oktober, Ort ist hierbei die Leseinsel der unabhängigen Verlage, Halle 4.1 C37

15.30 bis 16.30 Uhr steht eine Podiumsdiskussion mit indonesischen BücherFrauen auf dem Plan.

Im Anschluss erfolgt die Verleihung der BücherFrau des Jahres 2015 und es wird das 25-jährige Bestehen des Vereines gefeiert. Ehrengast wird Manuela Schwesig sein, die die Schirmherrschaft über die BücherFrauen hat.

Am 16. Oktober sprechen die BücherFrauen mit Vertretern des Börsenvereins zum Thema Vernetzung. Dabei wird unter anderem auch das Mentoring-Programm der BücherFrauen vorgestellt. Wer also weiblich ist und Interesse an einer Mitgliedschaft dieser renommierten Organisation hat, sollte sich diesen Termin nicht entgehen lassen!

Das Gespräch findet in Halle 3.1 H 65 statt.

Autorin: Melanie Uhlig

Essen: Game Of Foods

In der Welt der Kochbücher und Foodblogs geht es nicht nur darum, dass der Mensch Rezepte erfindet bzw. ausprobiert und diese anschließend in einem Kochbuch zusammenfasst oder in einem Blogbeitrag veröffentlicht. Oft sind es ebenso die Autoren unserer Lieblingsbücher, besonders im Fantasy-Bereich, die sich regionsspezifische Rezepte einfallen lassen, sich dann oftmals in der Beschreibung dieser verlieren und ihre Leser hungrig zurücklassen.

Ob nun eine Parodie in Form von Fifty Shades vom Huhn (F. L. Fowler), Nanny Oggs Kochbuch angereichert mit zahlreichen Scheibenwelt-Spezialitäten (Terry Prachett) oder das dritte Frühstück der Hobbits in Rezepte aus dem Auenland (Beregil von Gondor): Essen muss der Mensch. Auch der Fiktive.

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Nicht nur in Hogsmeade beliebt: Butterbier © bakingdom.com

Sicher sind wir uns einig, dass Kürbispastete, Kesselkuchen, Schokofrösche, das berühmte Butterbier und Bertie Botts Bohnen in sämtlichen Geschmacksrichtungen (Dinah Bucholz: The Unofficial Harry Potter Cookbook) immer noch am besten schmecken. Doch bleibt G. R. R. Martin wohl der unangefochtene König, was die Beschreibung von Essbaren innerhalb der Fantasy-Bücherwelt betrifft. Das Essen ist ein wichtiger Bestandteil im Lied von Eis und Feuer. Ob Hammel in einem Zwiebel-Bier-Sud, Honighuhn, Forelle im Speckmantel oder Taubenkuchen. Mit detaillierten Beschreibungen von üppigen Gelagen, exotischen Köstlichkeiten oder dem täglich Brot lassen Autoren, wie Martin ihre Welten nur umso lebendiger werden.

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Game Of Thrones Merchandise © radbag.de

 

In A Feast of Ice and FireThe Official Companion Cookbook geben die Bloggerinnen Chelsea Monroe-Cassel und Sariann Lehrer genauste Anweisungen zur Zubereitung gängiger Gerichte aus dem Norden und von der Mauer, Dorne, Königsmund und jenseits der Meerenge. Wer es jedoch Dothrakisch mag, sollte sich einfach ein rohes Pferdeherz besorgen.
Besorgt euch die nötigen Zutaten: Dinner is coming!

Autorin: Christin Fetzer

Essen: Die Geschichte des Kochbuchs

Essen: Die Geschichte des Kochbuchs

In den kommenden Wochen dreht es sich hier auf dem Blog um eine unserer Lieblingsbeschäftigungen schlechthin: das Essen. Im Zuge des Kochbuch-Booms der letzte Jahre gibt es bei der Vielzahl der Rezepte nichts, was es nicht gibt. Um den Einstieg in das Thema mit etwas Vorwissen zu bereichern, geht es diese Woche erst einmal auf eine Reise in die Geschichte des Kochbuchs in Deutschland.

Wir befinden uns im Mittelalter, im Jahr 1350, in dem das älteste erhaltene Kochbuch Deutschlands daz buch von guter spîze erschien, damals noch ganz typisch als Teil eines Medizinbuchs. Auf die erste eigenständige Rezeptsammlung hingegen wartete man bis ins Jahr 1485, wo Peter Wagner in Nürnberg die Küchenmaysterey herausgab. Die Rezepte, noch ohne jegliche Mengenangaben, richteten sich an Köche der feinen Küche, wie sie an Höfen von Grafen und dem gehobenen Bürgertum zu finden waren. Noch bis in das Jahr 1674 lassen sich Nachdrucke dieses Werkes nachverfolgen.

Von der Hausväter- zur Hausfrauenliteratur

Kochbücher für jeden Geschmack © Beatrix Dombrowski
Kochbücher für jeden Geschmack © Beatrix Dombrowski

Mit der Zeit entwickelte sich aus den bis dato eher anspruchsvollen Rezeptbüchern die sogenannte Hausväterliteratur. Da Kochbücher sich meist noch an Männer richteten und eben diese Haus und Hof verwalteten und lesen konnten, enthielt die Literatur neben Rezepten fortan auch Tipps und Tricks rund um das Anwesen, zum Beispiel die richtige Säzeit für das Gemüse im Garten.

Um so weiter wir uns in der Geschichte fortbewegen, desto mehr erstarkte auch das Bürgertum. Allgemeine Schulbildung ebnete nun auch Frauen den Weg zur Literatur und machte so im Einklang mit der bürgerlichen Küche immer mehr Hausfrauen zu Kochbuchautorinnen. Die Hauswirtschaft fand Einzug in ihre Werke und dank dem Kochbuch als beliebtes Hochzeitsgeschenk stiegen die Auflagen weiter. Ein Beispiel dafür ist das 1791 erschienene Neue Kochbuch von Luise Löffler, welches bis ins 20. Jahrhundert hinein 38 Auflagen hatte. Wohl auch dank der vereinheitlichten Maße und Gewichte, welche zusammen mit Umrechnungstabellen nach der Reichsgründung ein fester Bestandteil von Kochbüchern wurden.

Der größte Bestseller des 19. Jahrhunderts

Das praktische Kochbuch, erschienen 1845, war das erfolgreichste Rezeptbuch des 19. Jahrhunderts. Nach mehr als 8 Jahren des Kochens, Sammelns und Verfeinerns veröffentlichte der Bielefelder Verlag Velhagen & Klasing das Erstlingswerk von Henriette Davidis. Bis zu ihrem Tode im Jahr 1876 gab es 56 Auflagen mit bis zu 40.000 Exemplaren, sogar in Milwaukee (USA) erschien es 1879 in deutscher Sprache, mit angepassten amerikanischen Maßen und Zutaten.

Auch nach Ablauf der Schutzfrist im Jahr 1906 vermarkteten viele Verlage das Werk in bearbeiteten Versionen weiter.

Entwicklung bis ins 21. Jahrhundert

Noch bis in das 20. Jahrhundert hinein fehlten den Kochbüchern exakte Mengen- und Temperaturangaben. Doch mit der Entwicklung kamen eben diese hinzu, auch bildhafte Anweisungen hielten Einzug in die Rezepte. Durch Tourismus und Einwanderung entwickelte sich die internationale Küche, gefolgt durch Kochbücher mit den Speisen sämtlicher Nationen.

1911 erschien erstmal das Dr. Oetker Schulkochbuch, welches heute mit über 19 Millionen verkauften Exemplaren zu den meistverkauften Kochbüchern weltweit zählt. 1937 kam Der Junge Koch dazu und ist bis heute ein Standardwerk an Berufsschulen für Köche.

Im Laufe der Zeit sättigte sich der Markt der Kochbücher. Heute finden sich für jede Art von Küche mehrere verschiedene Ausgaben, Trends wie Veganismus mit seiner Welle an neuen Büchern schüren das Feuer der Sättigung weiter. Die Garzeit dieser Sparte ist längst vorüber, vor allem auch durch intermediale Konkurrenz wie chefkoch.de und diverse TV-Shows.

Und somit endet unser kleiner Ausflug in die Geschichte. Wem jetzt noch nicht der Kopf vor Zahlen schwirrt, darf auf die weitere Entwicklung des Kochbuchs gespannt sein!

Autorin: Cindy Schulze

Medienethik: Was schulden Bücher der Umwelt?

Die Abholzung von Bäumen, vor allem der des Regenwaldes, ist ein großes, globales Problem. Doch wie viel Schuld laden die jährlich produzierten Bücher auf sich? Dazu gibt es nun zwei Meinungen.

Contra Buch: Papier ist Holz. Aus einem durchschnittlichen Baum ist es möglich 6 000 A5-Seiten zu gewinnen. Das sind etwa 15 Bücher für einen Baum. Wenn wir die Drucke auf Altpapier außen vor lassen, wären das bei den um die 100 000 jährlich in Deutschland erscheinenden Novitäten rund 6 667 Bäume – bei nur einem angerechneten Buch pro Titel wohlgemerkt. 19 Prozent dieser Bäume sind illegal geschlagene Tropenhölzer. Keine schöne Aussicht. Hinzu kommen die bei der Buchproduktion entstehenden Treibhausgase. Zudem sind Bücher schwer und nehmen Zuhause Platz in Anspruch, der bestimmt auch anderweitig genutzt werden könnte. Dies allein sind zwei ausschlaggebende Gründe, wieso Wikipedia und Co. die Enzyklopädien mittlerweile fast vollständig ersetzt haben. Andere Bücher könnten ihnen folgen und demnächst ihre physische Substanz verlieren. Sind Printbücher heutzutage, wo Mobilität und Digitalisierung im Trend sind, überhaupt noch zeitgemäß? Nein. Und die Technisierung wird auch vor ihnen keinen Halt machen. Sie sind überholt und zu unhandlich für unsere globalisierte Welt. Denn können wir wirklich dieses Abholzen von Bäumen verantworten, wenn für den physische Druck von Büchern keine Notwendigkeit mehr besteht?

Pro Buch: Bücher sollen für das Verschwinden von Wald zuständig sein? Wenn ich mich in meinem Zimmer umschaue, sehe ich tausend andere Sachen, die für Holz draufgegangen sind. Ikea-Möbel, Holzarbeitsplatten und in der Küche stehen tausend Holzbrettchen, die noch nie ein Messer berührt hat. Bücher dagegen haben wenigstens noch einen wichtigeren Nutzen und helfen sogar, die Umwelt zu schonen. Wie bitteschön verbreiten sich denn die Tipps zu Umweltschutz und weiteren bewegenden Themen? Die ganzen Studien über das Waldsterben und wie man dem entgegenwirken kann? Klar, über das Internet, inmitten von tausenden Informationen, bei dem der User gar nicht mehr durchsieht und es letztendlich aufgibt. Hier sind Flyer, Anzeigenblätter und Zeitungen essentiell. Sie laufen weniger Gefahr übersehen zu werden oder im Spam-Ordner des Postfachs zu verenden, wenn sie schwarz auf weiß gedruckt sind. Im besten Fall natürlich auf Altpapier. Und wenn wir schon mal bei irgendwelchen Zahlen sind: Bier trinken, Regenwald retten! Mit nur 13 334 Kästen eines gewissen Bieres pro Jahr* kannst du den Regenwald vor den gefährlichen Büchern retten. Ich sag nur: Prost!

Autoren: Christin Fetzer und Melanie Uhlig

*2014 wurden von besagtem Bier umgerechnet 65 Mio. Kästen verkauft.