Lerche Liest: Bücher … der besonderen Art

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Die Bücher die ich euch heute vorstellen möchte, haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam, doch wenn man sie gelesen hat, wird einem klar, dass sie sich sehr wohl ähneln – sie sind alle besondere Werke, die man mehr oder weniger auf dem Schirm hat. Die einen haben viel Aufmerksamkeit erlagt und die anderen sind leider etwas untergegangen und vielen nicht geläufig. Ich hoffe, dass diese Bücher den einen oder anderen genauso begeistern können wie mich und die unbekannteren Geschichten mehr Anklang und Popularität erhalten.

„To your eternity 1“ von Yoshitoki Oima

© Egmont Manga

 

Dieser großartige Manga besticht nicht nur durch detaillierte Zeichnungen, sondern auch durch einen Schutzumschlag in Pastellfarben (was bei Mangas eher selten der Fall ist).

Ein Wesen mit der Gabe seine Form zu verändern (mal ist es ein Stein, mal ein Tier), wird auf der Erde ausgesetzt. Eine Welt die diesem Wesen vollkommen unbekannt ist. Das Schicksal führt das Wesen (mittlerweile in Wolfsgestalt) und einen jungen Menschen zusammen. Sie werden einige Zeit miteinander verbringen, aber ihre Wege trennen sich schneller als gedacht. Den weiteren Verlauf dieser Geschichte müsst ihr selber lesen, schließlich möchte ich nicht „spoilern.“ Aber in jedem Fall lohnt sich ein Blick auf die wunderbaren Bilder und die grandios erzählte Geschichte.

 

Egmont Manga

Taschenbuch mit SU, 7,00 Euro

ISBN: 978-3-7704-9789-8

Mehr Infos unter: https://www.egmont-manga.de/buch/to-your-eternity-01/

 

„Schattenspringer – wie es ist, anders zu sein“ von Daniela Schreiter

© Panini Comics

Autismus – was ist das eigentlich? Viele von uns haben schon einmal davon gehört und wissen ungefähr was das ist. Falls dies nicht der Fall ist, liefert Google verständliche Erklärungen. Damit hätten wir die Definition für Autismus, aber keine Antwort darauf, wie es sich anfühlt Autist zu sein. In dieser liebevoll gestalteten Graphic Novel erklärt Daniela Schreiter wie es sich anfühlt als Asperger-Autistin zu leben. Mit interessanten Bildern und Informationen aus erster Hand, bekommt der Leser eine Ahnung davon, was Autismus ist und wie es sich damit lebt.

 

 

 

 

Panini Verlags GmbH

HC, 160 Seiten, 19,99 Euro

ISBN: 978-3-86201-950-2

Mehr Infos unter: https://www.paninishop.de/schattenspringer-wie-es-ist-anders-zu-sein-i10410.html

 

„13 – Das Tagebuch“ von Carl Wilckens

© acabus Verlag

Dieses Buch hat mir eine Mitarbeiterin des Verlages auf der Leipziger Buchmesse empfohlen. Sie war so begeistert von dem Buch und hat mich sofort angesteckt. Häufig kommt es vor, dass man nach dem Lesen enttäuscht ist, weil man sich viel erhofft hat. Was soll ich sagen? Die Begeisterung hält an!

„Ich war elf, als ich zum ersten Mal tötete“ ist einer der Sätze die dem Leser sofort in das Auge springen. Der Klappentext macht neugierig, lässt aber erahnen, dass das Buch eine sehr düstere Handlung beinhaltet. Der Leser wird auf eine unglaubliche Reise mitgenommen. Eine Reise mit Höhen und Tiefen, unvorhergesehenen und überraschenden Geschehnissen. Oft lässt es einen atemlos zurück.

 

acabus Verlag

Paperback, 260 Seiten, 13,00 Euro

ISBN: 978-3-86282-473-1

Mehr Infos unter: https://www.acabus-verlag.de/belletristik_9/fantasy_4/low-fantasy_49/13-dreizehn_1273.htm

 

„Die Geschichte der Bienen“ und „Die Geschichte des Wassers“ von Maja Lunde

© RandomHouse
© RandomHouse

Maja Lundes Romane sind seit Wochen auf der Bestseller-Liste und werden als Buch-Hit des Jahres gefeiert. Die Themen die Lunde in ihren Romanen behandelt, sind aktuell und für jeden greifbar.

Denn was passiert, wenn die Bienen aussterben und wie wird unsere Zukunft ohne sie aussehen? Wie geht die Menschheit damit um, wenn das Trinkwasser knapp und Wasser weltweit zu einem Luxusartikel wird?

Die Handlungen sind teilweise erschreckend, aber realistisch. Die Geschichten sind wahnsinnig gut recherchiert und lassen den Leser darüber nachdenken, was die Menschheit mit Ihrem Dasein bewirkt.

Der Wunsch etwas zu ändern wird am Ende der Bücher laut und ist wahrscheinlich auch Ziel der Autorin gewesen. Die beiden Romane sind Teil eines „Klima-Quartetts“. Wir dürfen also gespannt, auf weitere schockierende Werke von Maja Lunde, sein.

btb-Verlag (RandomHouse)

Gebundene Ausgaben mit SU, je 20,00 Euro

ISBN: 978-3-442-75684-1 und 978-3-442-75774-9

Mehr Infos unter:

https://www.randomhouse.de/Buch/Die-Geschichte-der-Bienen/Maja-Lunde/btb-Hardcover/e492023.rhd

https://www.randomhouse.de/Buch/Die-Geschichte-des-Wassers/Maja-Lunde/btb-Hardcover/e534656.rhd

 

An dieser Stelle danke ich den Verlagen, die mir  diese Bücher als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt haben!

Autorin: Jana Menke

 

Die Leipziger Lerche auf der Leipziger Buchmesse 2018: Buch Voraus

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Auch wenn Leipzig gerade von Schnee und Eis bedeckt ist, findet wie jedes Jahr die Leipziger Buchmesse statt. Überall in der Stadt gibt es Lesungen und spannende Einblicke in die Welt der Bücher. Hier in Leipzig kommt zusammen, was zusammengehört: Bücher, Autoren, Verlage und Leser!

Einblicke in Rumäniens Bücherwelt auf der Leipziger Buchmesse

Obwohl das diesjährige Gastland Rumänien laut einer Eurostat-Umfrage von 2011 im EU-Vergleich zu den Ländern mit dem geringsten Bücherkonsum gehört und die Durchschnittsauflage für einheimische zeitgenössische Literatur in der Regel nur bei 1.000 bis 1.500 Exemplaren pro Buchtitel liegt, ist das Interesse an rumänischer Literatur gerade auf einem Höchststand. Zu den beliebtesten Autoren zählt Mircea Cartarescu, der in den letzten Jahren erfolgreich Romane und Kurzgeschichten veröffentlichte.

Auf der Buchmesse war es nunmehr möglich, die Facetten dieses osteuropäischen Landes kennenzulernen. Verschiedene Veranstaltungen wie beispielsweise das Forum OstSüdOst näherten sich dem Land auf charmante Art und Weise, Lesungen rumänischer Autoren wie Dana Grigorcea, Gabriela Adamesteanu und Mircea Dinescu oder der in Rumänien geborenen Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller sowie eine Diskussionsrunde rumänischer Gegenwartsliteraten zogen die Buchmessebesucher in ihren Bann.

Die Lerche auf der Leipziger Buchmesse

Auch die Leipziger Lerchen der HTWK waren auf der Buchmesse unterwegs und verteilten am Stand Studium Rund ums Buch die frisch gedruckte Leipziger Lerche #48, die von allen Seiten begeistert aufgenommen wurde. Der neugestaltete Stand des Messeteams der HTWK war Anlaufpunkt für Studieninteressierte oder ehemalige HTWK-Studenten. Mit spannenden Würfelspielen und Quizzen rund um Bücher, Literatur und den Studiengängen selbst, war es ein gelungener Messeauftritt.

Ebenso gut besucht war die AusbildBar der Gutenberg-Schule. Mit viel Liebe zum Detail haben die Auszubildenden zusammen mit der Schulleiterin der Berufsschule und der Messeleiterin ihren Stand gestaltet. Das Messeteam der AusbildBar brachte Besuchern die Ausbildungsberufe rund ums Buch näher und Interessierte ließen sich den einen oder anderen Buchtipp gleich mitgeben.

Schneechaos, Comics und Cosplay auf der Leipziger Buchmesse

Neben vielen Lesungen bekannter und noch zu entdeckenden Autoren, kamen erneut auch die Manga- und Comicfreunde auf ihre Kosten. Halle 1 war erneut Anlaufpunkt für unzählige Freunde der europäischen, japanischen und amerikanischen Comickunst. Begeisterte Cosplayer trafen sich in bunten Kostümen und eiferten ihren Idolen aus Comics, Mangas, Animes und Graphic Novels nach.

Am Wochenende kamen trotz des heftigen Schneetreibens und der daraus resultierenden schwierigen Verkehrslage bei der Deutschen Bahn und den Leipziger Verkehrsbetrieben dennoch zahlreiche Besucher, die sich die Freude an der Literatur vom Wetter nicht verderben ließen. Und wenn die Buchmesse die Tore für dieses Jahr schließt, die Besucher glücklich und beseelt nach Haus strömen, wissen wir die Leipziger Buchmesse gibt es auch wieder nächstes Frühjahr. Dann hoffentlich auch ohne Schneechaos und vereiste Schienen.

Autorin: Saskia Liske

 

日本文学 – Nihon Bungaku – Japanische Literatur

日本文学 – Nihon Bungaku – Japanische Literatur

In Japan werden nicht nur Manga und Handy-Romane gelesen. Auch der Prosa fällt im Land der aufgehenden Sonne eine große Bedeutung zu. Mittlerweile umfasst Japanische Literatur einen Zeitraum von über 1300 Jahren mit Einflüssen aus Europa und China. Doch unterscheidet sich das japanische Verständnis den Begriff „Literatur“ betreffend, vom europäischen: Der ästhetische Gebrauch der Sprache als Gegenstand und Medium.

Was im Altertum mit gravierten Zeichen auf Bronzeschwertern aus dem 6. Jahrhundert begann, entwickelte sich im 7. Jahrhundert mit der Überlieferung der chinesischen Schrift zu verschiedenen Formen der lyrischen Dichtung: dem Kanshi (Gedichte in Chinesisch) und Waka (Gedichte in japanischer Sprache), aus welchen sich feste Formen der Zeilen mit fünf oder sieben Silben entwickelten. Hierbei wurden zwischen Chōka (langen Gedichten) und Tanka (kurzen Gedichten) unterschieden. Das bedeutendste Werk dieser Zeit bildet das 20 Bände umfassende Man’yōshū (Sammlung der 10 000 Blätter). Es ist die erste große japanische Anthologie von Waka, die um das Jahr 759 komplimentiert wurde und 4 496 Gedichte enthält, wovon das älteste bis ins 4. Jahrhundert zurückdatiert werden kann.

君が行き
日長くなりぬ
山尋ね
迎へか行かむ
待ちにか待たむ

Dein Fortgehen
ist schon lange geworden
Soll ich auf dem Berge suchend
[Ihm] entgegen gehen
Oder soll ich wartend auf ihn warten?

Man’yōshū, Buch II, Gedicht von Iwa no Hime

Frühe Prosa

© Christin FetzerDie Entstehung und Entwicklung von Prosa-Werken begann im 9. Jahrhundert. Als erstes Prosa-Werk ist hierbei das Tosa Nikki, eine Art Reisebericht, von Ki no Tsurayuki. Im 11. Jahrhundert folgten Makura no Soshi (Kopfkissenbuch) von der Autorin Sei Shonagon und das Genji Monogatari (Die Geschichte des Prinzen Genji), als dessen Verfasserin Murasaki Shikibu gilt und das heute als erster psychologischer und ältester, noch erhaltener Roman der Welt zählt.

Als Klassiker der Japanischen Literatur des Mittelalters wird das Heike Monogatari gesehen (etwa 1371): Der epische Kampf der Samurai-Clans Minamoto und Taika (Heike) um die Vorherrschaft im Japan des 12. Jahrhunderts. In dieser Zeit etablierte sich auch das japanische Schriftsystem, in dem Kana und Kanji gemischt werden. Die Werke in dieser Zeit befassten sich hauptsächlich mit den Motiven Leben und Tod, einem einfachen Lebensstil und der Erlösung. Währenddessen entwickelte sich in der Lyrik Renga, das japanische Liebesgedicht.

Prosa im 19. und 20. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert begann die Zeit der Aufklärung und damit die Konzentration auf westliches Gedankengut, wobei eine beträchtliche Zahl neuer Wörter geschaffen werden musste, um die westlichen Werke ins Japanische übersetzen zu können. Neben Übersetzungen von den Werken Shakespeares und Jules Vernes erschienen während dieser Zeit eine Reihe politscher Romane und Shōyō Tsubouchis Abhandlung Das Wesen des Romans, womit der moderne Roman in Japan seinen Anfang nahm. Zwei Strömungen bildeten sich dabei heraus: Der realistische Gegenwartsroman und der zugleich zunehmende Nationalsozialismus.

© Christin FetzerZu Hauptströmen des 20. Jahrhunderts wurden Naturalismus, der sich im Gegensatz zur deutschen Vererbungslehre mit der »Enthüllung und Bloßstellung der nackten Realität« befasste, und der japanische Ich-Roman. Gegenbewegungen bildeten die moderne Form des Haiku, Ästhetizismus und »Naturbeschreibungen«. Mit der Bewegung »Freies Theater« (1909-1919) erfreuten sich Bühnenwerke einer wachsenden Beliebtheit. Auch der Unterhaltungsroman feierte in Form von Sitten-, Historien-, Abenteuer- und Kriminalromanen seinen Aufstieg. Als vorherrschende Bewegungen wurden nach dem Ersten Weltkrieg Dadaismus, Futurismus und Expressionismus aus Europa übernommen, blieben jedoch mit der Kritik am Individualismus des literarischen Realismus und der Gründung des Neo-Sensualismus, der vor allem von traumgleichen Lebenswelten und Schönheitsempfinden geprägt ist, von europäischen Pendant entfernt.

Gegenwartsliteratur

1945 wird die Literaturgesellschaft Neues Japan gegründet, welche die Bewegung für »demokratische Literatur« ins Leben ruft und die Arbeiterliteratur für sich entdeckt. Zu einem der bekanntesten Schriftsteller der japanischen Nachkriegsliteratur zählt Dazai Osamu u.a. mit Werken wie Ningen Shikkaku (1948, dt. Gezeichnet) und Shayō (1947, dt. Die sinkende Sonne), die sich schnell zu Klassikern der Gegenwartsliteratur entwickelten.

Themen wie Kriegserfahrungen, Erfahrungen in der amerikanischen Kriegsgefangenschaft beherrschen die Literatur nach dem 2. Weltkrieg. Als Besonderheit zählt dabei die Atombombenliteratur und beschäftigt sich mit den Geschehnissen in Hiroshima und Nagasaki und deren Auswirkungen. Dem entgegen stand jedoch die Zensur durch die amerikanischen Besatzer (bis 1952) und das Schweigen der Menschen zu diesem Thema.

Japanische Literatur in Deutschland

Japan galt in den 80er Jahren als DAS Wirtschaftswunder. Zusammen mit Japan als Themenschwerpunkt der Frankfurter Buchmesse 1990 und mit Ōe Kenzaburō als Nobelpreisträger (1994), wurde japanische Literatur in Deutschland verstärkt nachgefragt. Während im Japan schon Ende der 80er vom Murakami-Haruki-Phänomen gesprochen wurde, gelangte der Autor in Deutschland erst 2000 durch Gefährliche Geliebte zu großer Bekanntheit. Heute ist er der berühmteste japanische Autor im deutschen Sprachraum.

Autorin: Christin Fetzer