PAN: „Wir erschaffen Welten!“

PAN: „Wir erschaffen Welten!“

Mieses Schmuddelwetter und ungewöhnlich kalte Temperaturen.  Seltsames schien vom 20. bis 22. April am Werk zu sein.  Die tapferen Abenteurer, die es schafften, den Elementen im Berliner Großstadtdschungel zu trotzen und sich bis zum GLS-Campus durchzukämpfen, fanden hier eine bunte Ansammlung merkwürdigster Kreaturen:  Phantastische Autoren, Lektoren, Verleger, Programmleiter, Phantastik-Freunde und Interessierte hatten sich hier zu einer ultimativen Mission versammelt: Die Weltherrschaft an sich zu reißen!

 

Oder auch, um das Zweite PAN-Branchentreffen der Phantastik unter dem Motto „Per Anhalter durch die Phantastik“ zu begehen – wobei dies die Sache mit der Weltherrschaft natürlich nicht ausschließen muss.  Mit dem allgemein steigenden Interesse an phantastischer Literatur wächst auch das Phantastik-Autoren-Netzwerk e. V. und kann nun nach etwa einem Jahr (Gründung November 2015) mehr als 100 Mitglieder vorweisen.

 

„Das spitze Ende muss in den Gegner rein!“  (Susanne Pavlovic)

Nach der Akkreditierung lädt der Verein zur Weiterbildung mit breitgefächerten Themenfeldern ein.  Im ersten Workshop-Panel Seitenwechsel geht es um alternative Rezeptionsformen.  Während Patricia Gentner (tolino media) durch „die Galaxie des digitalen Publizierens“ leitet, steuert Michael Baumann (Laetitium) „Hörbücher und Hörspiele“ an und Spieletexter Falko Löffler erklärt in „Gaming und Gamewriting“ die Unterschiede von Charakteren und Handlungen in Büchern und Spielen.  Doch liegen Unterschiede nicht nur im Medium selbst:  „Die Spielebranche stirbt aller fünf Jahre und fängt von vorne an.2  Im Gegensatz zum Buch als „fertiges“ Medium, ändern sich für Spiele ständig Plattformen und Techniken und die Erzählweisen müssen immer wieder neu angepasst werden.

Thema des zweiten Workshop-Panels ist der Weltenbau als einer der wichtigsten Aspekte einer Fantasy-Welt.  Alexa Waschkau (Autorin, Podcasterin Hoaxilla) wirft mit ihren Teilnehmern in „Zombies auf zwölf Uhr!“ einen „realistischen Blick auf die Apokalypse der lebenden Toten“.  Bei Tobias Jetzke vom Institut für Innovation und Technik hingegen werden in „Wohnen in Zukünften“ die Städte von Morgen erbaut.  Gefährlich geht es bei der Autorin Susanne Pavlovic zu, die in ihrem Workshop Glamring 2.0 eine „Betriebsanleitung für Schwert- und sonstige Kämpfe in der Fantasy“ gibt und den Seminarraum mit Kurz-, Lang- und Zweihandschwertern eine Stunde lang zu einem Ort des gepflegten Blutvergießens verwandelt.  Tagesabschluss bildet ein Werkstattbericht zum Thema des phantastischen Audio-Entertainments mit den Autoren Tommy Krappweis und Ivar Leon Menger, dem Sprecher Detlev Tams und Barbara Landsteiner von audible.

Pic II. PAN
© Christin Fetzer

„Der Autor steht am Ende der Nahrungskette!“  (Marah Woolf)

Den Freitag startet Frau Dr. Christine Lötscher von der Gesellschaft für Fantastikforschung mit ihrem Vortrag „Grüne Sonne, Melancholie, Leseglück – Wie Phantastik uns helfen kann, die Welt zu verstehen“.  Dabei gibt sie Antworten auf die Fragen, warum wir so gern phantastische Literatur lesen, lobt das Fantasygenre als Geschichtenmaschine und einen Ort, wo sich Ideen bündeln.  Im Anschluss spricht Marah Woolf bzw. Emma C. Moore über ihren Werdegang und Arbeitsalltag als Selfpublishing-Autorin und Tipps zum erfolgreichen Einstieg.  In der darauffolgenden Diskussionsrunde „Kostenlos oder umsonst – E-Book und digitaler Markt“ sprechen Marah Woolf, Alex Jahnke (Autor), Pia Cailleau (Programmleitung Carlsen Im.press) und Dieter Durchdewald (Berater Buch- und Medienbranche) nicht nur über E-Publishing.  Im Dialog mit dem Publikum entwickeln sich Diskussionen zu Fragen, wie, ob die Buchpreisbindung in Zukunft sinnvoll ist, wen oder was sie noch schützt, wo doch ein extremer Rückgang des stationären Buchhandels zu beobachten ist und was an diesem System nicht stimmt, wenn Autoren als die eigentlich Schaffenden am „Ende der Nahrungskette“ stehen.

Hiernach kommen der Hauptsponsor und „eigenständige[…] Kreativmotor“ TOR-Online sowie Shitstorm-Forscher und Geschäftsführer von VM-People Thomas Zorbach zu Wort.  In seinem Vortrag zum Thema „Immersive Welten“ demonstriert Zorbach am Beispiel Sebastian Fitzeks, wie Autoren ihre Leser stärker in ihre Welt und ihre Geschichte einbinden können.  Auch die Diskussionsrunde „Gamification des Alltags – Phantastische Spielewelten und ihre Abgrenzung zur Realität“ mit Alexa Waschkau (Autorin), Mirka Uhrmacher (Lektorin Community Editions), Olaf Zimmermann (Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates) und Felix Schniz (Wissenschaftler Game Studies) setzt sich nicht nur mit Games als Kulturgut auseinander, sondern schneidet ebenfalls Themen wie Buchpreise, Autorenhonorare, Holocaust und Fake News an.

Zum Schluss finden sich verschiedene Ergebnisse:  Games lassen sich nicht nur in „Kinderspiele“ und „Killerspiele“ untergliedern.  Auch zu Fake News spricht Zimmermann ein wahres Wort:  „Fake News können nur mit Bildung bekämpft werden.“  Weiterhin betont er, dass es „zu unserer Freiheit gehört, auch Unsinn zu glauben“ und betont, dass das Verbieten und Löschen von Fake News vor allem eines ist:  Zensur!  Ausklingen lassen den Abend schließlich Luci van Org, Christian von Aster und Tommy Krappweis im Rahmen des Zweiten Gipfeltreffens der Phantastik.

Pic II. PAN
Schwer beschäftigt: Das Tagungsprogramm der Zweiten PAN-Konferenz. © Christin Fetzer

„Es ist Aufgabe des Schriftstellers, die Welt in Worten zu formen.“  (Eva Leipprand)

Den ersten Programmpunkt am Samstag bildet die Mitgliederversammlung und nach einer Dosis Kaffee erörtern die Autoren Alana Falk und Tom Hillenbrand sowie Blanvalet-Lektorin Beatrice Lampe und Verlegerin Grit Richter (Art & Script Phantastik Verlag) in ihrer Diskussionsrunde „Pseudonyme, Lesererwartungen und Marketing“.  Fazit:  Pseudonyme sind durchaus sinnvoll, vor allem, wenn Autoren genreübergreifend schreiben.  Schließlich sollen Erotikromane von männlichen Autoren nicht sofort als „Dirty Old Man-Prosa“ abgestempelt werden.

Nach dieser Runde spricht Eva Leipprand als Vorsitzende des Verbands Deutscher Schriftsteller und Schriftstellerinnen über Bücher als Kulturgüter und Kommunikationsformen sowie die Rolle des Urheberrechts.  Dabei betont sie die Aufgabe von Schriftstellern als Weltenschöpfer, sich mit der Zukunft auseinanderzusetzen.  Zukunftsgestaltung ist auch Hauptthema im Vortrag „Wie realistisch muss Science Fiction sein?“ von Dr. Volker Wittpfahl (Leiter des Institut für Innovation und Technik) und nach einer letzten Diskussionsrunde mit Tommy Krappweis (Autor), Kai Meyer (Autor), Simon Happ (Produzent Pantaleon Films) und Huan Vu (Regisseur und Produzent genrefilm.net) zum ThemaPhantastische Filme – Warum nicht auch in Deutschland?“ muss nach drei phantastisch informativen Tagen wieder aufgetaucht werden.

Aber das ist nicht das Ende der Geschichte.  Im nächsten Jahr gibt es die Fortsetzung – beim Dritten PAN-Branchentreffen der Phantastik in Köln!  Wer mehr zu PAN erfahren oder sogar Mitglied werden will, kann sich auf www.phantastik-autoren.net umsehen.  Auch auf Twitter, Instagram und Facebook ist die Autorenvereinigung vertreten.

Autorin:  Christin Fetzer

PAN: Phantastik-Autoren bekommen eine Stimme!

PAN: Phantastik-Autoren bekommen eine Stimme!

Zu fast jedem Buchgenre existiert in Deutschland eine entsprechende Autorenvereinigung, die ihre Mitglieder und ihr Genre öffentlich vertreten.  Dass es dabei sehr lang keine Autorenvereinigung für den Bereich Fantasy gab, ist schon eine Überraschung.  Ausgerechnet das Genre, welches bei den Deutschen an dritte Stelle der Rangliste steht, sollte keine Stimme in der Öffentlichkeit haben?  Genau diesen Umstand plante Diana Menschig zu ändern und gründete am 15. November 2015 mit zwölf weiteren Autoren, sowie einem Buchhändler und einem Lektor den gemeinnützigen Phantastik-Autoren-Netzwerk e. V., kurz: PAN.  Inzwischen zählt der Verein 70 Mitglieder (Stand: April 2016) und tagte am 21.04. und 22.04. zu seinem ersten offiziellen Branchentreffen in Köln.

Nachdem sich das SYNDIKAT – die nunmehr seit 30 Jahren bestehende Vereinigung deutscher Krimiautoren – im August 2014 mit einem offenen Brief erfolgreich in den Machtkampf zwischen amazon und der Bonnier-Verlagsgruppe eingemischt hatte, erkannte Diana Menschig, das ein solcher Zusammenschluss von Autoren der deutschen Phantastik längst überfällig war: »Ich finde es wichtig, dass wir als Phantastik-Autoren eine Stimme im Markt haben, um den Veränderungen der Buchbranche gemeinsam begegnen und gegebenenfalls gemeinsam auf sie reagieren zu können.  Das Ansehen der Phantastik hat sich in den letzten Jahren stark verbessert, aber gerade für deutschsprachig veröffentlichende Autoren ist noch viel Luft nach oben, was die Anerkennung innerhalb des Literaturbetriebs anbelangt.«

In diesem Sinne lud der PAN e. V. am 21.04. und 22.04. im Kölner Odysseum zum Ersten PAN-Branchentreffen der Phantastik ein.  Das zentrale Thema:  »Die deutschsprachige Phantastik – Kulturgut oder doch nur gut?«  Das Ziel:  »Wir wollen alle dasselbe, nämlich die Phantastik voranbringen!«  (Lars Schmeink, Gesellschaft für Fantastikforschung)

Erstes Branchentreffen der deutschen Phantastik-Autoren:  Tag 1

»Es ist ein Fehler, Elemente der Phantastik wegen ihrer Irrealität als belanglos abzutun!«
Dr. phil. Frank Weinreich

Nach der Begrüßung durch PAN-Gründerin Diana Menschig geht es sogleich mit Dr. phil. Frank Weinreich (freier Lektor und Literaturscout) in die erste Runde:  »Ausbruch aus Wolkenkuckucksheim – Gedanken über die Rolle der Phantastik in der Gesellschaft.«  Zu oft werde die Sinnhaftigkeit der Phantastik in Frage gestellt, so Weinreich.  Zu oft werde sie als Zeitverschwendung angesehen.  Kritisiert werden hierbei meist noch nicht einmal die Qualität phantastischer Texte, sondern ihre Inhalte.

Doch seien die Inhalte phantastischer Literatur keinesfalls belanglos, findet Weinreich.  Sie sei der Spiegel der Umstände, unter denen sie erfasst werde und spiegle die Welt sowohl politisch und philosophisch als auch ethisch und moralisch wider.  Weinrich blickt positiv in die Zukunft der deutschen Phantastik:  »Die fehlende Anerkennung kann sicher bald zu Grabe getragen werden.«  Schließlich vergleichen Medien bereits Landschaften mit Mordor und Politiker mit Sauron oder Voldemort.

»Das Feuilleton arbeitet seit fast zehn Jahren an seiner Selbstabschaffung!«

– Bernhard Hennen

Diskussionsrunde - Muss mehr deutsche Phantastik ins Feuilleton? © PAN e.V.
Diskussionsrunde – Muss mehr deutsche Phantastik ins Feuilleton? © PAN e.V.

Es folgt eine Diskussionsrunde zum Thema:  »Muss mehr deutsche Phantastik ins Feuilleton?« mit den Autoren Christoph Hardebusch und Bernhard Hennen, sowie der Bloggerin und ARD Literaturexpertin Karla Paul, der FAZ.net-Feuilleton-Journalistin Andrea Diener und Tilman Strasser vom Literaturhaus Köln.  Die Rede ist von den Feuilletons großer Tageszeitungen.  Kritisiert wird, dass wenig über Bücher – besonders aus dem Bereich der deutschsprachigen Phantastik – und noch weniger über Computer-Spiele gesprochen wird.  Wenn doch, dann bestehe eine Überpräsenz englischer Werke und dem, was als »hochrangige Literatur« angesehen werde.  Diener erklärt daraufhin, dass Tageszeitungen schließlich schreiben, was die Zielgruppe lesen wolle und was die Feuilletonisten, die sehr frei in ihrer Arbeit seien, interessiere.

Dies hatte eine Diskussion zufolge, warum Autoren unbedingt im Feuilleton erscheinen wöllten und wie innovativ bzw. eher wie veraltet und konservativ unsere heutigen Tageszeitungen seien.  Kritik kommt auch von Hannes Riffel, Programmleiter von Fischer TOR (Science Fiction und Fantasy) des S. Fischer Verlags:  Die allgemeine Presse sei zu stark spezialisiert.  Damit bedient sie zwar ältere Generation, die auch als Zielgruppe verstanden werden, haben aber die jüngeren bereits verloren und laufen Gefahr, sich so ihr eigenes Grab zu schaufeln.

»Der Normvertag des VS* benachteiligt Autoren und muss geändert werden!«

– Alanna Falk

Es folgt ein Vortrag zur Frage »Was kann ein Zusammenschluss von Autorenverbänden leisten?« von Hans Peter Roentgen von Aktion fairer Buchmarkt.  Besprochen werden die Themen Urheber- und Verwertungsrechte, Rechtrückforderungen und aktuelle Entwicklungen zu den Fällen der VGWort und den Urheberrechtsänderungen sowie die unvorteilhaften (Verlags-)Normverträge des *Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller.

Im Anschluss schlägt Ulrich Kelber – parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz mit »Raubkopien und illegalen Downloads« in eine ähnliche Richtung ein und beschreibt u. a. das Problem der sich zu schnell ändernden Technologien, die neuen Gesetzen  gegenüberstehen.  Nichtsdestotrotz:  »Die Rechte von Urhebern und Verlagen müssen durchgesetzt werden!«, findet Oliver Graute, Vorstandsvorsitzender der Phantastischen Akademie.

Nach einer kurzen Pause stellt Klaudia Seibel von der Phantastischen Bibliothek Wetzlar in ihrem Beitrag »Wo die Ideen aus den Büchern kriechen:  Ein Streifzug durch die Phantastische Bibliothek und ein bisschen Libriomantik« Aufgaben, Projekte und Besonderheiten der Phantastischen Bibliothek der Stadt Wetzler vor, die mit einem Bestand von ca. 260 000 phantastischen Werken die wohl weltweit umfassendste Einrichtung ihrer Art ist und als einzige Heftromane sammelt – Perry Rhodan-Fans aufgepasst!

»Schreiben ist harte Arbeit und muss auch beim Nachwuchs anerkannt werden!«

– Ingrid Pointecker

Letzter Programmpunkt des ersten Tages ist die Diskussion »Schreiben kann doch jeder – Warum sollen wir Nachwuchs fördern?« mit der Autorin und Initiatorin des Tintenzirkels Maja Ilisch, dem Autor Markus Heitz, der Chefin des ohneohren Verlags Ingrid Pointecker und Oliver Graute, dem Vorstandsvorsitzenden der Phantastischen Akademie.  Bei der richtigen Form der Nachwuchsförderung gehen die Meinungen auseinander.  »Junge Autoren müssen sich mehr trauen, die eigenen Geschichten umzusetzen«, betont Markus Heitz.  Am Schluss sind sich jedoch alle Beteiligten dahin einig:  Schreiben braucht vor allem Zeit, Ausdauer, Willen und das entsprechende Handwerk.

Ausklang des ersten Tages ist das auch öffentlich zugängliche »Phantastische Gipfeltreffen« mit den drei Giganten der deutschen Phantastik!  Bernhard Hennen, Markus Heitz und Kai Meyer aus ihren aktuellen Werken lesend und im Gespräch moderiert von Karla Paul.  Einfach episch!

Phantastisches Gipfeltreffen - Heitz, Meyer, Hennen © PAN e.V.
Phantastisches Gipfeltreffen – Heitz, Meyer, Hennen © PAN e.V.

Erstes Branchentreffen der deutschen Phantastik-Autoren:  Tag 2

»Du! Sollst! Nicht! Langweilen!«

– Tommy Krappweis

Der Freitag startet mit der Diskussion »Was bringen Leserunden und Lovelybooks, Conventions und Lesungen?«, wofür knapp zwei Stunden nicht ausreichen, findet Autor Tommy Krappweis, der zusammen mit Autorenkollegin Jennifer Benkau, Susanne Kasper von literaturschock.de, Karsten Wolter von der Buchhandlung Drachenwinkel und Jürgen Eglseer vom Amrûn Verlag auf der »Couch« sitzt.  .»Inzwischen ist der Autor in der Rolle des Entertainers«, äußert sich Wolter zur Entwicklung des Berufes »Autor« allgemein und alle sind sich einig, dass Social Media auch in der Buch- und Verlagsbranche ein wichtiger Bestandteil sei.

»Für kleine Verlage ist Facebook extrem wichtig«, meint Eglseer.  Auch Festivals und Conventions seien gute Plattformen für Fantasy-Autoren, finden Krappweis und Wolter.  Vor allem Krappweis und Benkau konnten über ihre positiven Erfahrungen mit Leserunden berichten, jedoch hält Kai Meyer – dieses Mal aus dem Publikum – dagegen.  Mit Leserunden und Beta-Lesern könne er sich nicht anfreunden.  »Als Autor will ich die Stimme des Autors hören, sonst müsste ich ja u. U. nur noch über Katzen schreiben«, argumentiert er.

»Bei Oetinger 34 ist ein Buch Teamarbeit.«

– Katrin Weller

Im Anschluss stellt Katrin Weller, Programmleiterin von Oetinger34, in ihrem Vortrag »Neue Formen der Entstehung von Büchern« die Plattform bzw. das Projekt Oetinger34 vor, wobei sie gemeinsam mit Bernhard Hennen besonders auf die erfolgreiche Reihe Kings & Fools der beiden Oetinger34-Nachwuchsautoren Silas Matthes und Natalie Matt eingeht, deren Pate Hennen war.

Mit »Magische Hörwelten:  Phantastik vertont« präsentiert Torsten Surberg, Director in Program Development bei Audible in einem eindrucksvollen Vortrag mit vielen Hörproben das Tochterunternehmen von amazon.  Gerade mit einem »Dolby-Surround-Schnipsel« aus 50 Shades of Grey plättet Surberg mehr oder weniger seine Zuhörer.  »Audible hat bereits mehr als 30 Millionen Fantasy-Hörstunden verkauft«, berichtet Surberg.  Audible sähe großes Potenzial für vertonte Phantastik, auch bei weniger bekannten Titeln.

»Die Phantastik ist endlich in der Allgemeinheit angekommen.«

– Hannes Riffel

Abschließend diskutieren Branchen- bzw. Autorengrößen wie Kai Meyer, Droemer Knaur Programmleiterin Natalja Schmidt, cbt Verlagslektorin Michelle Gyo, Literaturagent Michael Meller und Hannes Riffel von Fischer TOR über »Die Zukunft der deutschen Phantastik«.  Dabei betont Michael Meller, der sich selbst einen »Dinosaurier der Branche« nennt:  »Werbung allein macht keine Bestseller.«  Aktuell bestehe die phantastische Literatur aus drei Säulen, erklärt er:  Rollenspiel, Tolkien und George R. R. Martin.  Ihm fehle vor allem etwas »Neues«, z. B. politische oder gesellschaftliche Fantasy.

Viele (Nachwuchs-)Autoren würden zu viel nachahmen und sich auf Stoffe fokussieren, die sich insbesondere auf dem amerikanischen Markt verkaufen könnten.  Hierzu Kai Meyer:  »Schreibt für den deutschen Markt.  Schielt nicht den internationalen Markt.«  Zumal der deutsche Buchmarkt einer der größten der Welt sei.  Als letztes sollen die Diskussionsteilnehmer die Zukunft der deutschen Phantastik in drei Worten beschreiben.  Das aussagekräftigste Schlusswort dieses erfolgreichen ersten PAN-Treffens gibt damit Natalja Schmidt:  »Das wird geil!«

PAN Logo © Christin Fetzer
PAN Logo © Christin Fetzer

Wer sich weiterhin für PAN interessiert oder sogar Mitglied werden will, kann sich auf http://www.phantastik-autoren.net umsehen.  Auch auf Twitter und Facebook ist die Autorenvereinigung vertreten.  Hier können u. a. Bilder und Interviews (in Form von Videos) zum Branchentreffen angesehen werden.

Das 2. Phantastik-Autoren-Netzwerk Branchentreffen wird voraussichtlich Mitte Mai 2017 stattfinden.

 

 

Autorin:  Christin Fetzer