Spezial: Coming up

Spezial: Coming up

Wir lieben Bücher und wir lieben Filme. Was liegt also näher als aus Büchern Filme zu machen? Dieses Jahr war ein gutes für Verfilmungen. Vom großen Finale der Hungerspiele, über die Suche nach Margos Spuren, bis zu den Abgründen Als wir träumten war alles dabei und wurde zu großen Teilen von Bücherfreunden positiv aufgenommen.

Doch weil Winterzeit Kinozeit ist, erwarten uns auch in nächster Zeit einige Verfilmungen auf die wir Lerchen uns besonders freuen.

Das dänische Mädchen

Am 7. Januar 2016 soll die Filmadaption von David Ebershoffs Biografie über Lili Elbe in die deutschen Kinos kommen. Mit Eddie Redmayne in der Hauptrolle und einem solchen Trailer kann man großes Kino erwarten. Der Film wurde bereits bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2015 ausgezeichnet und startet pünktlich zur Oscar-Saison.

Das dänische Mädchen erzählte die Geschichte des dänischen Künstlerehepaars Wegener. Er stellt zentrale Frage nach sexueller Identität in den späten 20er/frühen 30er Jahren des 20. Jahrhunderts und beschreibt der Weg von Einar Wegener zu Lili Elbe.

Kill your Friends

Noch ohne Starttermin in Deutschland ist die Verfilmung von John Nivens Roman Kill Your Friends. Trotz der umstrittenen Besetzung von Nicholas Hoult als Steven Stelfox, ist der Film ein Muss für jeden Fan der Vorlage.

Buch und Film zeichnen ein rabenschwarzes Porträt der britischen Musikszene der späten 1990er Jahre. Steven ist A&R-Manager bei einem britischen Major-Label. Für ihn zählen Hits, Drogen und Sex. Als seine Karriere immer mehr ins Schwanken gerät, greift er zu radikalen Maßnahmen um seine Kollegen und Freunde loszuwerden und selbst an die Spitze zu kommen.

Im Herzen der See

Obwohl der Film bereits seit dem 3. Dezember auch hierzulande im Kino zu sehen ist, darf er in dieser kleinen Liste nicht fehlen. Die Kombination von Erfolgsregisseur Ron Howard und Chris Hemsworth in der Hauptrolle musste zu einem sehenswerten Film führen und hat nicht enttäuscht.

Der Film ist an das gleichnamige Buch von Nathaniel Philbrick angelehnt. Es erzählt die wahre Geschichte des Wahlfangschiffs Essex und dessen Untergang, den der Autor überlebte. Dieselbe Geschichte lag dem Roman Moby Dick zu Grunde. Schwerpunkt des Films liegt jedoch nicht der Wal. Es wird vielmehr die Geschiche des Überlebenskampfs der Seeleute erzählt.

Also kauft euch eine große Portion Popcorn und kuschelt euch in euren Sitz. Viel Spaß im Kino!

Autorin: Amelie Müller

Spezial: Sieben Jahre in Tibet

Spezial: Sieben Jahre in Tibet

Ein Film, der Aufsehen erregte. Mit der Buchverfilmung „Sieben Jahre in Tibet“ wurden Hintergründe zu dem Mann aufgedeckt, der als Dalai Lama- Lehrer in die Geschichte einging.

© images.google.com
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Schon im Jahre 1956 wurde die Geschichte von Heinrich Harrer in Form eines Dokumentarfilms beleuchtet. Dieser befasst sich allerdings mehr mit Tibet und seiner Kultur, als mit dem Menschen, der diese aufsuchte. Als Jean-Jacques Annaud, unter anderem bekannt durch „Der Name der Rose“, begann für seinen nächsten Film zu recherchieren, war ihm nicht klar, was er damit ans Tageslicht befördern würde.

Der Film beleuchtet die Geschichte des österreichischen Bergsteigers Heinrich Harrer, der, nach einer gescheiterten Expedition zum Nanga Parbat, auf abenteuerlichen Umwegen zum Lehrer und Freund des 14. Dalai Lama wurde.

Das wirkliche Sein

Annauds Inszenierung sollte allerdings kein Dokumentarfilm werden, sondern eine Autobiografie. Dazu suchte er sich hochrangige Schauspieler, zum Beispiel Brad Pitt als Heinrich Harrer. Dessen autobiografisches Buch war allerdings sehr sachlich geschrieben und ließ kaum hinter die Fassade des Mannes blicken. Also recherchierte das Filmteam zusammen mit ORF-Redakteur Gerald Lehner selbst und stieß auf Erstaunliches. Die Expedition zur Bezwingung des höchsten Berges im Westhimalaya, dem Nanga Parbat, wurde unter anderem von den Nationalsozialisten finanziert. Harrers Beitritt in die Sturmabteilung (SA) erfolgte schon im Oktober 1933, 1937 schloss er sich der SS und der NSDAP an. Er wurde Sportinstrukteur der SS und hatte damit den Titel des Oberscharführers inne. Außerdem bekamen er und seine Kameraden für das Bezwingen der Eiger-Nordwand in den Berner Alpen ein Foto von Adolf Hitler mit persönlicher Widmung. Diese Nähe zum NS-Regime verschwieg Harrer in seinem Buch. Auch im Film wird dieser Bezug kaum beleuchtet.

Der trügerische Schein

Der Filmanfang zeigt Harrer vor dem Zug, der ihn zum Himalaya bringen wird. Nur widerwillig zeigt er den Hitlergruß, es scheint, als wäre er dem NS-Regime abgeneigt. Auch seine Arbeit als Sportinstrukteur der SS wird nie erwähnt, ebenso sind die Szenen der sportlichen Ertüchtigung mit den Bewohnern Tibets im Film nicht gezeigt. Das wäre unter anderem eine Möglichkeit gewesen Harrers Beziehung zum Nationalsozialismus zu verdeutlichen. Allerdings wurden, nachdem Dokumente zur nationalsozialistischen Vergangenheit auftauchten, Filmausschnitte und Dialoge verändert, beispielsweise Hakenkreuzfahnen gezeigt. Weitere Funde Gerald Lehners brachten ebenso eine CIA-Mitarbeit Harrers zum Vorschein, in dem es um geheime Missionen im Zusammenhang mit dem Dalai Lama ging.

So viel Harrer auch, teilweise zufällig, geleistet hat, so viel hat er auch verschwiegen. Der Film von Jean-Jacques Annaud ist – mit den für die Traumfabrik Hollywood typischen Abstrichen – großartig, das Buch allerdings ist mit Vorsicht zu genießen. Denn so viel Held, wie man früher glaubte, war Harrer nicht.

Autorin: Melanie Uhlig