Legenden auf hoher See ­– die Leben der bekanntesten Piraten  

Der Sommer ist in vollem Gange. Viele fahren in die Ferien und machen Urlaub am Meer. Neben den rauschenden Wellen, klauenden Möwen und funkelnden Muscheln verbinde ich mit dem Meer auch Segelschiffe, die vom Wind getrieben über die Wellen gleiten. 

Zu meiner sommerlichen Nostalgie vom Meer zählen auch Piraten, welche die sieben Weltmeere unsicher machen und dem Ruf der Freiheit folgen. Dabei ist aber nicht von modernen Piraten die Rede, die in kleinen Motorbooten an den Küsten lauern.

Der Mythos des abenteuerlichen Piratenlebens

Prunkvolle Schätze, unglaubliche Abenteuer und tosende Seeschlachten – an diese Art von Piraten denken wir, wenn das Wort „Pirat“ fällt. Und dass, obwohl uns mittlerweile sehr wohl bewusst ist, dass die Realität des Piratenlebens nicht so rosig war, wie wir es uns immer ausmalen. Das Arbeiten auf dem Schiff war anstrengend. Die Essensvorräte, welche man mit auf Reisen nehmen konnte, waren geschmacklich dürftig und das Risiko dem stürmischen Meer zum Opfer zu fallen, nicht gerade klein. Wer der Piraterie bezichtigt und geschnappt wurde, der wurde zum Tode verurteilt. 

Aber vielleicht macht dieser Funken von Gefahr auch den Reiz daran, dass wir Piraten bis heute so interessant finden und sie immer noch ein beliebtes Thema sind. Denn nicht ohne Grund sind Geschichten über Piraten so gefragt.  Die Filmreihe von „Fluch der Karibik“ sowie die Manga- und Animeserie „One Piece“ sind nur zwei von zahlreichen Beispielen. 

In Geschichten wie diesen hat die Piraterie beinahe etwas Romantisches an sich. Trotz aller Fiktion gibt es dennoch wiederkehrende Figuren, die von echten Piraten inspiriert worden sind: 

„Blackbeard“

Zu den berühmtesten Piraten, die auch wirklich gelebt haben, zählt Edward Teach, besser bekannt unter dem Namen „Blackbeard“. Seinen Ruhm verdankt er dem Autor Captain Charles Johnson, der ihn in seinem Buch „A General History of the Robberies and Murders of the most notorious Pyrates“ über das „Goldene Zeitalter der Piraten“ als besonders skrupellos darstellte. Blackbeards eigentliche Karriere dauerte jedoch nur 15 Monate an, bevor er im Jahr 1718 im Kampf gegen die Royal Navy nach 5 Pistolenschüssen und 20 Schwerthieben getötet wurde. Dabei ist unbekannt, ob Edward Teach wirklich sein richtiger Name gewesen ist.

Anne Bonny und Mary Read

Sie wurden schon als Piratenköniginnen bezeichnet und sollen in manchen Geschichten auch ein Paar gewesen sein. Die Rede ist von den beiden Piratinnen Anne Bonny und Mary Read. Bis 1720 waren sie Teil der Crew des Piratenkapitäns Jack Rackham und entgingen der Hinrichtung, weil sie angaben, schwanger zu sein. Beide Frauen sollen unabhängig voneinander der Crew zunächst als Männer verkleidet beigetreten sein. Später entledigten sie sich jedoch dieser Verkleidung. Dadurch durchbrachen sie schon damals die Geschlechterrollen und gelten noch heute als Ikonen.

Klaus Störtebeker

Klaus Störtebeker wird wohl den meisten ein Begriff sein. Wenn auch nicht unbedingt durch seine Geschichten, dann aber durch die „Störtebeker Festspiele“, die jährlich auf der Insel Rügen einen Teil der Sage seines Lebens erzählen. Obwohl es viele Mythen rund um den Freibeuter Störtebeker gibt, ist es doch sicher, dass Störtebeker und die Vitalienbrüder, zu denen er gehörte, wirklich existiert haben. Zudem ist bekannt, dass Störtebeker mit großer Wahrscheinlichkeit Mecklenburger war und die Nord- und Ostsee bereiste. Ob er aber wirklich kopflos an mehreren seiner Männer vorbeigelaufen ist und ihnen so die Freiheit schenkte, ist fraglich.

Ching Shih

Zheng Shi, Ching Shih, Zheng Yisao, Cheng I Sao oder einfach nur Madame Ching. Durch verschiedene Übersetzungen und Überlieferungen hatte diese Piratin viele Namen. Bevor sie Piratin wurde, arbeitete Ching Shih als Prostituierte. Danach heiratete sie einen mächtigen Piraten und übernahm nach dessen Tod die Führung seiner Flotte. Diese baute sie aus und erweiterte ihr Territorium so weit, dass sie mit Ende 20 eine fast 2.000 Schiffe große Flotte mit 60.000 bis 80.000 Piraten anführte. Damit gehört sie zu den erfolgreichsten Piraten überhaupt. Sie setzte sich in der männerdominierten Piratenwelt durch und bewies, dass auch Frauen erfolgreiche Piratinnen werden konnten. Demnach stehen Frauen den Männern auch in Sachen Fähigkeiten in Nichts nach. Ching Shih wurde nie von der chinesischen Marine besiegt. Dadurch zollte die chinesische Regierung ihr großen Respekt und erließ ihre Strafe. Da sie nie für ihre Taten bestraft wurde, starb sie erst im hohen Alter.

Bartholomew Roberts

Mit Bartholomew Roberts aka „Black Bart” endete am 10. Februar 1722 das sogenannte „Goldene Zeitalter der Piraten“. Er kaperte zu Lebzeiten mehr als 400 Schiffe und kommandierte eines der stärksten Piratenschiffe aller Zeiten. Die „Royal Fortune“ besaß über 40 Kanonen, was für Piratenschiffe eher untypisch war. Zudem war Roberts für seine sehr skurrilen Piratenflaggen bekannt.

Neben den besagten Piraten gab es noch weitere bekannte Figuren, die hier nicht näher beleuchtet worden sind. Darunter Captain Kidd, von dem es noch immer das Gerücht gibt, er habe irgendwo einen großen Schatz vergraben. Sir Henry Morgan, nach dem die beliebte Rummarke „Captain Morgan“ benannt worden ist. Henry Every oder „Long Ben“, welcher spurlos verschwand, nachdem er erfolgreich zwei Pilgerschiffe voller Schätze kaperte.  Sowie Fanny Campbell, eine Piratin deren Geschichte als Buch erschienen ist. 

Sie alle tragen noch heute zum Mythos der freiheitsliebenden Piraten bei, welche die Weltmeere bereisen und sich Schätze unter den Nagel reißen.

Autorin: Julia Rodner
Bild: freepik.com

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