Bridgerton – worth the hype?

Eine Meinung zum Buch Bridgerton – Der Duke & Ich und der gleichnamigen Netflix-Serie

„In der Liebe und dem Krieg ist alles gestattet“ – mit diesen Worten beginnt der Trailer zur Netflix-Serie Bridgerton, die zum Ende des letzten Jahres veröffentlicht wurde. Sie zählt zu den erfolgreichsten Serien, mit über 82 Millionen Zuschauer*innen innerhalb der ersten 28 Tage. Auch ich habe mir damals die Serie sofort angeschaut und bin dem Hype verfallen. Als ich vor kurzem zufällig vor dem Buch stand, habe ich nicht lang gezögert auch dies zu lesen. Ich persönlich finde es immer wieder spannend zu sehen, inwiefern Buch und Serie voneinander abweichen bzw. miteinander harmonieren. 
Besser spät als nie wollen wir euch nun die beiden Dinge gegenüberstellen.

Kurz zum Inhalt, worum geht es eigentlich? 

England im Jahre 1813. Die Ballsaison ist eröffnet und junge Damen sind auf der Suche nach einem Ehemann. So auch Daphne Bridgerton, Hauptdarstellerin in dieser Geschichte. Daphne ist die älteste Tochter der Familie Bridgerton, mit drei älteren Brüdern und vier jüngeren Geschwistern. Als Daphne auf einem Ball auf Simon den Duke of Hastings trifft, ist ihr Interesse sofort geweckt. Allerdings möchte er auf keinen Fall heiraten. Die beiden treffen immer wieder aufeinander und so hecken sie den Plan aus, der Gesellschaft vorzuspielen, dass sie sich füreinander interessieren würden. Denn das birgt für beide Vorteile, Simon wird nicht länger von Müttern bedrängt, deren Töchter kennenzulernen und Daphne wird für die heiratswütige Gesellschaft umso spannender und kann sich vor neuen Anwärtern kaum retten. Natürlich ist von Anfang an klar, wie das ganze ausgehen wird, aber: No Spoiler! 

Was ist besser – Buch oder Serie? 

Normalerweise würde ich immer sagen — Das Buch. Aber in diesem Fall: Das Buch ist okay, aber die Serie ist bei weitem unterhaltsamer. Dennoch ist beides definitiv kein anspruchsvolles Werk. In der Serie gibt es viele kleine Neben-Stories, die im Buch kaum Beachtung finden. Dazu muss man sagen, dass es für jedes der Bridgerton Kinder ein eigenes Buch gibt, die Serie gibt da einfach in der ersten Staffel schon einen etwas größeren Vorgeschmack zu den einzelnen Charakteren. Und nicht zu vergessen Lady Whistledown, die in der Serie eine sehr wichtige Rolle einnimmt. Sie bringt mit ihrem Klatschmagazin auf jeden Fall Schwung in das 19. Jahrhundert und erinnert dabei immer wieder stark an Gossip Girl. Ich würde sagen, ein cleverer Schachzug der Serien-Macher*innen.

Warum dieser Bridgerton-hype? 

Dass die Bücher bereits vor 20 Jahren veröffentlicht wurden und zuvor nie jemand von ihnen gehört hat, spricht wohl eher gegen die Geschichte. Bei der Umsetzung haben sich die Macher*innen aber vielen kleinen Trends bedient, mit denen sie erfolgreich scheinen: Klassische Musik — unbedingt! Aber doch bitte modern! Wir hören Titel von Billie Eilish, Taylor Swift und Ariana Grande als Streichversion (übrigens auch auf Spotify zu finden). Historisch korrekt? Wen juckt’s! In Frage Ästhetik, Geschichte und Besetzung bricht die Serie mit der Realität. Die Queen ist beispielsweise schwarz und auch der restliche Cast ist sehr divers und das nicht nur, wenn es um die Rollen der Bediensteten geht. Sex im 19. Jahrhundert ist verpönt und findet nur hinter geschlossenen Türen statt? Nicht bei Bridgerton! Hier sind die Beteiligten mit Freude und Enthusiasmus bei der Sache. Nicht umsonst wird bei dieser Serie auch manchmal von einem Softporno gesprochen. 

Also alles supermodern? 

Die Oberfläche und Aufmachung suggeriert es auf jeden Fall! Alles ist größer, bunter, krasser und mit der Kostümpracht, den spektakulären Schauplätzen und einem Plot mit dermaßen vielen Skandälchen auf jeden Fall alles andere als langweilig. Letzten Endes bleibt es aber eine konservative Geschichte: Die unschuldige junge Frau verliebt sich in einen reichen schönen Mann mit dunklem Geheimnis. Sie will ihn retten, scheitert auf ihrem Weg immer mal wieder und das Ende ist uns sicher allen klar. Der Erfolg der Serie ist eine perfekt ausbalancierte Synthese zwischen modern und klassisch. 

Fazit 

Ich persönlich finde, Bridgerton macht einfach Spaß zu gucken. Es ist zwar nicht wirklich anspruchsvoll und irgendwie auch eine klassische Romanze mit ein bisschen zu viel Schmalz. Aber die Aufmachung ist einfach toll, der Cast sehr gut gewählt, die Details und auch Übertreibungen werden perfekt in Szenen gesetzt und die Auflockerungen durch die modernen Parts machen das ganze sehr sympathisch. Und auch nach über 6 Monaten nach Veröffentlichung, reagiert fast jede*r bei der Frage „Hast du Bridgerton gesehen?“ enthusiastisch nickend mit „Ja und ich freu mich schon auf die zweite Staffel!“. Mal sehen, wie lange die auf sich warten lässt, die Dreharbeiten sind aber wohl bereits in vollem Gange.

Autorin: Jennifer Rehburg 
Bildquelle: unsplash

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