Bullet Journaling – Selbstorganisation und unendliche Möglichkeiten

In den letzten Jahren ist Bullet Journaling immer beliebter geworden, weshalb man sich auf Social Media kaum retten kann vor großartigen Designs und künstlerischen Meisterwerken. Menschen in allen Lebenssituationen ob Schüler*in, Lehrer*in, Student*in, angestellt, selbstständig oder Chef*in nutzen die Bullet-Journal-Methode, denn sie passt sich an jedes Bedürfnis an und lässt sich super individualisieren. Im Folgenden schauen wir uns die Grundlagen der Methode an und ich gebe einen Einblick in mein persönliches Bullet Journal, kurz BuJo.

Woher kommt Bullet Journaling?

Die Methode des Bullet Journalings wurde von einem amerikanischen Produktdesigner namens Ryder Caroll entwickelt. Bereits in jungen Jahren wurde ihm eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung kurz ADS diagnostiziert, aufgrund der er besonders in seiner Collegezeit damit experimentierte, seine Konzentrationsfähigkeit zu verbessern. Seine Freunde waren begeistert von der Methode, die er über die Jahre entwickelte und drängten ihn diese zu teilen. Seit 2013 gibt es den Blog und seit 2018 auch ein Buch mit dem Titel „Die Bullet-Journal-Methode. Verstehe deine Vergangenheit, ordne deine Gegenwart, gestalte deine Zukunft“. Mittlerweile gibt es tausende Menschen weltweit, die Carolls Methode benutzen und ihre Begeisterung dafür in den Sozialen Medien teilen.

Und wie funktioniert diese Methode?

Der Name Bullet Journal leitet sich aus den genutzten Bullet Points – den Aufzählungszeichen und dem Medium des Journals – des Notizbuches ab. Die Bullets sind der große Unterschied zwischen dieser Methode und dem Anfertigen von Notizen, denn sie unterteilen die Notizen bereits in eigene Kategorien. Grundlegend gibt es ein Symbol für Aufgaben bzw. To-Dos, Termine und eines für Notizen. Mit einfach hinzugefügten Linien und Pfeilen wird schnell erkennbar, ob eine Aufgabe erledigt, verschoben, noch ausstehend oder gänzlich entfallen ist. Außerdem können weitere Symbole die Dringlichkeit eines Eintrags aufzeigen oder ihn spezifizieren. Der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Wenn also einfach dringend etwas notiert werden muss, dann nimmt man einen Stift und sein Journal zur Hand und schreibt es auf. Diese unsortierten Notizen werden als Rapid Log bezeichnet.

Auschlüsselung der Bullets und Symbole

Bullet Journaling ist eine modulare Methode mit fünf großen Kernkategorien:

  • Index aka das Inhaltsverzeichnis – Um den Überblick zu behalten sind Notizbücher geeignet, die bereits nummerierte Seiten haben.
  • Future Log aka der Blick in die Zukunft – Alles, was über den aktuellen Monat hinausgeht, wird erstmal hier geparkt und im neuen Monat übertragen.
  • Monthly Log aka der Monatsüberblick – Diese Kategorie besteht aus einem Kalender des aktuellen Monats und der dazugehörenden To Do-Liste
  • Daily Log aka Rapid Logging mit einem Datum als Überschrift – Hier kommt alles zusammen, was heute wichtig ist.
  • Custom Log aka die Einträge, die du selbst kreierst – Mach mit dem BuJo, was du willst. Du brauchst eine Liste mit Lesetipps, einen Fitness-Tracker, eine Semesterübersicht oder einen Ort für Geschenkideen? Dann mach eine neue Seite auf und schreib sie in den Index!

Wem das jetzt doch etwas zu unorganisiert erscheint: Geduld! Der eigentliche Punkt beim Bullet Journaling ist das Übertragen von wichtigen und aktuellen Notizen, was im englischen Original Migration genannt wird. Am Ende eines Monats wird es Zeit, diesen Revue passieren zu lassen und sich seine Einträge nochmals durchzulesen. Welche Aufgaben habe ich geschafft? Welche Aufgaben stehen noch aus und sind sie mir meine Zeit wert? Wenn ja, dann können sie in den nächsten Monat übertragen werden. Wenn nicht, dann werden sie gestrichen. Spontane Notizen werden in ihre entsprechende Liste geschrieben, sodass alles dort ist, wo es hingehört. Dadurch räumt man nicht nur sein Notizbuch und seine To-Dos auf, sondern wird auch gelassener, weil man sich nur auf die Sachen konzentriert, die einem tatsächlich wichtig sind. Nicht umsonst steht auf der Website zur Methode:

Though it does require a journal, Bullet Journal is a methodology. It’s best described as a mindfulness practice disguised as a productivity system. It’s designed to help you organize your what while you remain mindful of your why. The goal of the Bullet Journal is to help its practitioners (Bullet Journalists) live intentional lives, ones that are both productive and meaningful.

Auf Pinterest sieht das aber anders aus…

Diese grundlegende Methodik ist sehr simpel und braucht nichts weiter als ein Notizbuch und einen Stift. Wenn man aber auf Instagram oder Pinterest nach Bildern von Bullet Journals sucht, dann finden sich dort Bilder von tollen Hand Letterings, Tuschezeichnungen und überkandidelten Designs. Was zu Beginn sehr einschüchternd und eventuell auch abschreckend wirken kann, ist gleichzeitig auch eins der größten Argumente dafür selbst anzufangen ein Bullet Journal zu führen. Man kann sein BuJo ganz schlicht und einfach gestalten, man kann aber auch gezielt seine Kreativität ausleben und sich mit bunten Stiften, Washi Tape, Stickern und Stempeln bewaffnen. Am Ende liegt es bei einem selbst, was man daraus macht: ein Organisationstool, einen Kalender, ein Notizbuch mit Struktur, privat oder für den Job, einfach, künstlerisch wertvoll oder irgendwas dazwischen.

Wie ich zum Bullet Journaling kam

Ich habe eine Freundin, die eine große Notizbuch-Enthusiastin ist. Egal ob Tagebuch, Notizbuch oder BuJo, sie hat alles. Da auch ich eine Schwäche für bunte Stifte und Washi Tape habe, konnte sie mich schnell begeistern, zumal ich mit meinem aktuellen Kalender nicht so richtig zufrieden war. In meinem Auslandsjahr hatte ich genug Freizeit, um in die Untiefen des Internets einzutauchen, mich inspirieren zu lassen und mir ein Konzept zu überlegen. Mein Layout war an klassische Wochenkalender angelehnt, welches dann aber mit dem Beginn des Studiums nicht mehr ausgereicht hat. Ich brauchte mehr Platz. Also habe ich mich hingesetzt und das Layout verändert. Das liebe ich so an dieser Methode. Das Notizbuch ist immer genau das, was ich gerade von ihm brauche und ich muss mich nicht an das Layout eines Kalenders anpassen. Zurzeit bin ich gerade dabei, mein BuJo für nächstes Jahr anzulegen und reflektiere dabei wieder, was in diesem Jahr für mich funktioniert hat und was ich nicht nochmal probieren muss.

Alle Bilder sind aus meinen Bullet Journals von letztem, diesem und dem kommenden Jahr und sollen einen kleinen Einblick geben, was ich für mich aus der Methode von Ryder Caroll gemacht habe. Vielleicht konnte ich den einen oder anderen motivieren, es selbst einmal auszuprobieren. Wer selbst ein paar Notizbuch-Enthusiasten kennt und noch Weihnachtsgeschenke braucht, es gibt mittlerweile diverse Bücher zum Bullet Journaling, Starter Sets und jede Menge schönen Bürobedarf.

Das gesamte Lerche-Redaktionsteam wünscht euch Frohe Weihnachten. Wir lesen uns im neuen Jahr!

Autorin & Bildquelle: Hedwig Walter

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