Die Faszination des New Adult-Genres

Ob Bücher oder Serien, kaum ein Genre erlebte in den letzten Jahren solch einen Hype wie das New Adult-Genre. Neuveröffentlichungen von beliebten Autoren und Autorinnen sind oft schnell ausverkauft, Serien und Filme des Genres erreichen sehr hohe Streamingzahlen. Zahlreiche erfolgreiche Bücher wie die „After“-Reihe von Anna Todd oder auch die Verfilmung der „Bridgerton“-Buchreihe haben eine große Fangemeinde und finden enormen Anklang.

Das New Adult-Genre richtet sich primär an junge Erwachsene und beschäftigt sich mit meist realitätsnahen Themen, die für das angesprochene Publikum relevant sind. Herausforderungen des Erwachsenwerdens wie Studieren, der Einstieg ins Berufsleben oder die erste Beziehung sprechen Leser und Leserinnen an und bieten eine Möglichkeit, sich in den Romanen wiederfinden zu können. 

Warum der große Hype? 

Durch das hohe Identifikationspotenzial wirken die Bücher sehr nahbar und es kann eine starke emotionale Bindung zwischen der Leserschaft und den Charakteren aufgebaut werden. Außerdem werden auch aktuelle oder sensiblere Themen wie psychische Gesundheit oder sexuelle Identität immer mehr aufgegriffen. Das liegt vor allem daran, dass diese die Zielgruppe genauso beschäftigen wie beispielsweise der Schulabschluss und sie in dieser Generation vermehrt enttabuisiert werden. Dadurch wirken die Erzählungen noch authentischer und entsprechen mehr dem realen Leben.

Außerdem bedient die breite Vielfalt der Subgenres, von zeitgenössischen Liebesgeschichten über Fantasy zu historischen Romanen, viele Geschmäcker und schafft einen besonderen Reiz. Der wichtigste Faktor ist aber wohl die romantische Komponente, die die Romane prägt und für Spannung und Emotionalität sorgt.

Kritik am Genre

Auch wenn das New Adult-Genre viele Fans hat, gibt es einige Stimmen, die das Genre durchaus kritisch betrachten. Es werden romantische Klischees bedient – ein braves Mädchen verliebt sich in den bindungsunwilligen Bad Boy, der sich dann für sie ändert – und Beziehungen und Liebe idealisiert dargestellt. Problematisch sind auch Handlungsstränge, in denen ein Machtgefälle herrscht und toxische Verhaltensweisen wie extremes Kontrollieren oder starke Eifersucht romantisiert werden. 

Diese realitätsferne Abbildung von Liebe und Beziehungen spiegelt ein ungesundes Bild von Romantik wider. Vor allem in Bezug auf junge Leserinnen und Leser, die sich möglicherweise an den Romanen ein Beispiel nehmen und sich davon beeinflussen lassen, sind diese Punkte sehr kritisch zu hinterfragen.

Fazit

Werke, die in das New Adult-Genre fallen, bieten Unterhaltung und Spannung und haben viele Fans. Und natürlich gibt es etliche Bücher, die eine realitätsnahe, gesunde Geschichte von Liebe und Beziehungen erzählen. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, die problematischen Punkte zu erkennen und zu hinterfragen. Das kritische Reflektieren hilft, bewusst wahrzunehmen, wie Inhalte der Geschichten unseren Blick auf gewisse Dinge beeinflussen können und gleichzeitig aber auch die positiven Aspekte daraus mitnehmen zu können. Dadurch kann sich das Genre weiterentwickeln und eine tatsächliche repräsentative und verantwortungsvolle Darstellung der Themen bieten.
Autorin: Alina Hadshiminow
Bild: freepik

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