Frauen haben esDas Buch „These Girls“, herausgegeben von Juliane Streich.

Ein Streifzug durch die feministische Musikgeschichte

Dieser Sommer brachte vielen Musik-Fans endlich Konzerte zurück, zeigte damit aber auch die Missstände in der Musikbranche auf. Bei großen Musikfestivals sind auch heutzutage kaum Sängerinnen oder weibliche Bands vertreten. Diese müssen jahrelang hart arbeiten, um von der Branche und Veranstalter:innen überhaupt wahrgenommen zu werden. Sollten sie es dann tatsächlich schaffen für einen Auftritt gebucht zu werden, verdienen sie in der Regel deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen, müssen sich von Tontechniker:innen anhören wie man ihr Instrument richtig spielt und werden beim Auftritt zum Teil ausgebuht oder beleidigt.

Warum ist das heutzutage immer noch so? Warum müssen sich diese Frauen immer noch Respekt verdienen? Wie haben es Musikerinnen in der Vergangenheit trotz dessen geschafft erfolgreich zu werden? Mit solchen Fragen und ähnlichen Themen beschäftigt sich das Buch „These Girls“, von Juliane Streich (Hg.), indem es von Musikerinnen und deren Geschichte in der Musikbranche erzählt.

#MeToo in der Musikbranche?

Entdeckt habe ich das Buch bei einer Lesung in Chemnitz. Ohne große Erwartungen war ich direkt am Thema interessiert. Klar hört man immer mal wieder von derartigen Problemen in der Branche oder Künstlerinnen melden sich selbst zu Wort, aber ich war überrascht, wie schwer Musikerinnen es heute trotzdem noch haben und wie lange andere schon dagegen ankämpfen.

Das Buch beinhaltet rund 140 Texte von Fans, Journalist:innen oder auch Musiker:innen selbst, die über Karrieren von Künstlerinnen berichten, ihre Geschichten erzählen, aufzeigen wie sehr sie um Anerkennung gekämpft haben, welche Persönlichkeiten sie nachhaltig geprägt haben und wie wichtig Feminismus in der Musikszene war und ist. Dabei erzählt das Buch nicht ausschließlich Erfolgsgeschichten, sondern leider auch von Musikerinnen, die nie wirklich den Durchbruch geschafft haben, nicht als solche anerkannt wurden und schlussendlich aufgeben mussten.

Von Berühmtheiten und denen, die es werden wollten

Klar, Madonna, die Spice Girls und Rihanna kennt eigentlich jeder, aber warum hat man noch nicht mehr von Wendy O. Williams, Rainy Day Women oder Half Girl gehört?  Die Texte handeln einerseits von großen weiblichen Berühmtheiten, die ich vorher schon kannte und von deren Geschichte ich nun mehr erfahren konnte. Größtenteils habe ich beim Lesen aber neue, teilweise sehr unbekannte Persönlichkeiten kennengelernt, deren Geschichten mindestens genauso spannend waren.

Das Buch hat mich sehr beeindruckt und mir einen ehrlichen Einblick in den Feminismus in der Musikbranche verschafft.  Die Geschichten haben nicht nur gezeigt, welche Bedeutung Musik von weiblichen Künstlerinnen auf die jeweilige Generation hat und hatte, sondern auch wie wichtig weibliche Vorbilder in der Musik für zukünftige Generationen und deren Musikerinnen sind.


Autorin: Anna Göber

Bild: privat

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