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Gute Vorsätze – Stress durch Erfüllung?

Kann ich mich von diesen Erwartungen trennen, ohne mich schlecht zu fühlen?

Egal ob für das neue Jahr, einen neuen Lebensabschnitt, einen selbst gewählten Zeitraum oder das neue Semester… Vorsätze, Erwartungen und Wünsche gehen meist damit einher. Oft nimmt man sich vor mehr Sport zu machen, seine Ernährung umzustellen oder mehr Zeit mit den Freunden oder der Familie zu verbringen. Und dann kommt der Alltag daher und damit auch neue Aufgaben, ein neuer Kursplan, lästige Dinge, wie Putzen, Einkaufen oder Aufräumen und vielleicht durch die Umstellung auch Stress; vergessen sind die Vorsätze und man ist froh, wenn der Tag vorbei ist.

Stress durch Erfüllung

In meinem Fall war es das neue Semester. Wie vermutlich viele Studierende, nahm ich mir vor, meine Zeit voll auszunutzen. Schließlich geht es auf den Sommer zu, die Tage werden länger und das Wetter potenziell besser. Ich schrieb mich an der Hochschule für mehrere Sportkurse (Kanu und Yoga) und 2 Studium-Generale-Kurse ein. Außerdem nahm ich mir vor mehr Zeit draußen zu verbringen, gesund und frisch zu kochen und meinen Hobbys, wie Lesen und Fotografieren mehr Beachtung zu schenken. Frei nach dem Motto „Man hat nie wieder so viel Zeit wie im Studium“. 

Und dann fing die Uni wieder an…

Ich hatte alle meine Freizeitaktivitäten in den alltäglichen Ablauf eingearbeitet. Mit dem Ergebnis, dass ich abends meistens nach acht nach Hause kam. Dann hatte ich noch nichts gegessen und eigentlich auch keine Lust zu kochen und danach nochmal irgendwas fürs Studium zu tun (muss ja auch irgendwann sein).

Letze Woche ist mir richtig bewusst geworden, ich fühlte mich gestresst – Obwohl ich eigentlich glücklich und erfüllt sein müsste, dass ich alle meine Vorsätze in die Tat umgesetzt hatte.

Abstand nehmen von Erwartungen/ Vorsätzen …

Nach einem Monat Alltag stelle ich fest, dass gute Vorsätze nicht immer zu einem guten Lebenswandel führen. Ich meine – Klar – einzeln sind gute Vorsätze sehr lobenswert, aber wie bei vielen Bereichen macht die Dosis das Gift. Mir ist klar geworden, dass nicht immer alle Vorsätze gleich umgesetzt werden müssen. Aber wie das so ist – wenn man sich einmal was vorgenommen hat …

Wie nehme ich am besten Abstand von zu vielen Vorsätzen (das hat mir geholfen):

1. Priorisieren: Was ist dir momentan am wichtigsten? Worin findest du die meiste Freude? – Am besten schreibst du alles auf und dann nummerierst du ohne viel nachdenken, mit welcher Aktivität du am liebsten Zeit verbringst.

2. Reden mit Freunden und/ oder Familie: Lass dir reflektieren das die Erwartungen, die du hast zwar lobenswert und emsig sind, aber du nicht alles auf einmal machen musst. Am besten mal Sonntagnachmittag bei einem Wein oder einer Tafel Schokolade gemütlich darüber quatschen, was gerade in deinem Leben so los ist.

3. Was stört dich: Du hast bereits alle Vorsätze und Aktivitäten untergebracht in deinem Tagesablauf, aber du bist unzufrieden und gestresst. Denk darüber nach wie du deine Woche am effektivsten entlasten kannst. Welche Aktivität liegt zu einer ungünstigen Zeit und stresst vielleicht dadurch oder gewinnst du vielleicht einen ganzen oder halben Tag wenn du eine Veranstaltung/Hobby auslassen oder verschieben kannst?

…und sich dabei gut fühlen!

Nach einigem Denken und Schieben von Sport, Hobbys und Co. kann ich nun definitiv sagen, dass ich mich gut fühle, weil ich einfach einige Sachen auf meiner To-Do/Wish-Liste nach hinten verschoben habe. Das bedeutet auch, dass ich mehr Muße, Engagement und Freude habe, für alles was ich dieses Semester mache (Fotografie, lesen und natürlich die Uni Kurse etc.).

Wie heißt es so schön: Aufgeschoben ist nicht  Aufgehoben! Denn der Vorsatz, den du dieses Semester für gut befunden hast, ist auch nächstes Semester noch gut. 😊

Autorin & Bilder: Fabia Kaiser

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