Mentale Gesundheit in Krisenzeiten

Krisen gibt es nicht nur in der Welt oder unserer Gesellschaft, auch der eigene Kopf kann manchmal zum Feind werden. Doch wir müssen uns mit unserer Vergangenheit oder unseren aktuellen Umständen nicht einfach abfinden oder sie hinnehmen. Wir sind alle in der Lage unsere Probleme aktiv anzugehen und zu meistern. Der Weg aus einer psychischen Krise scheint manchmal unmöglich, die Situation völlig aussichtlos und doch gibt es einzelne Schritte, die jeder gehen kann, um dem ein Ende zu bereiten. Wir müssen sie nur gehen.

Akzeptieren und Benennen

Es bringt nichts die Umstände deiner Situation ständig zu hinterfragen, denn das bringt dich einer möglichen Lösung kein Stück näher. Es sorgt dafür, dass sich die Spirale aus Gedanken nur immer weiter zu zieht, deswegen ist der erste Schritt heraus aus dem Gedankenkarussell Akzeptanz. Sobald du akzeptierst, dass du dich gerade in einer, für dich schwierigen Situation befindest, hilfst du dir selbst dein Problem aktiv anzugehen. Darüber hinaus hast du damit einen ersten Anhaltspunkt, nämlich, worin das Problem überhaupt liegen könnte. Sobald dein Problem einen Namen hat, fällt es dir leichter damit umzugehen. Es kann nun nicht mehr geleugnet oder verdrängt werden und gibt dir womöglich erste Hinweise darauf, wie Lösungsansätze aussehen könnten.

Erlaubt ist, was guttut

Körper und Geist arbeiten eng zusammen. Was dem Geist zu schaffen macht, kann auf lange Sicht auch deinem Körper schaden. Negative Gedanken sind belastend und führen dazu, dass dein Kopf dauerhaft voll ist. Sie geben dir ein schlechtes Gefühl, stressen und setzen dich unter Druck. Folgen sind vielleicht Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen, anhaltende Schlafprobleme oder sogar ernste psychische Erkrankungen. Beginne deshalb dich und deinen Körper zu verwöhnen. Angefangen bei Selfcare-Routinen, einfachen Atemübungen und leichten Yoga-Flows, über ausgedehnte Spaziergänge oder Joggingrunden, bis hin zu intensiven HIT- oder Dance-Workouts – erlaubt ist, was gut tut und wobei du dich gut fühlst. Ablenkung sollte nicht das Allheilmittel sein, sie kann aber definitiv helfen, aus dem andauernden Gedankenkarussell auszusteigen und den Kopf frei zu bekommen. Was spricht also gegen einen spontanen Film – oder Spieleabend? Warum spielst du nicht mal dieses eine Spiel, das vor kurzem herauskam oder flüchtest dich für ein paar Stunden in dein Lieblingsbuch?

Hilfe suchen und annehmen

Jeder Mensch erlebt Krisen individuell, weil jeder mit Herausforderungen und Belastungen anders umgeht. Dabei gibt es kein „zu groß“ oder „zu klein“, um ein Problem als solches zu bezeichnen. Das ist eine wichtige Erkenntnis, wenn es darum geht, Hilfe aufzusuchen. Manchmal schaffst du es vielleicht nicht allein, denn hin und wieder hilft es nicht, dich nur abzulenken und allein nachzudenken. Spätestens wenn du merkst, dass es dir zunehmend schwerer fällt, dich deinem Problem auf einer sachlichen Ebene zu nähern, solltest du darüber nachdenken dir Hilfe zu suchen. Auch hier gibt es kein richtig oder falsch. Vielleicht hilft es dir schon mit Freunden, Bekannten oder der Familie zu reden, denn nicht immer geht es um konkrete Ratschläge, manchmal muss einfach nur alles einmal raus aus dem Kopf, damit die Gedanken neu einsortiert und geordnet werden können. Fühlst du dich nicht wohl dabei, dich an eine dir nahestehende Person zu wenden oder hast du das Gefühl in deinem Umfeld niemanden zu haben, an den du dich mit deinem Problem wenden kannst, so ist es vollkommen in Ordnung dir Hilfe bei einem Profi zu suchen. Viele Menschen scheuen sich davor diesen Schritt zu gehen, dabei ist er völlig legitim. Haben wir körperliche Beschwerden, die wir selbst nicht kurieren können, so wenden wir uns an einen Arzt, also sollte das doch auch eine logische Konsequenz für anhaltende psychische Leiden sein. Niemand ist schwach oder gar verrückt, weil er sich in Krisen nicht allein helfen kann – im Gegenteil. Dir einzugestehen, dass da ein Problem existiert, dass dich an deine Grenzen bringt und deine Fähigkeiten überschreitet macht dich nur stark, denn so verhinderst du Opfer deines Problems zu werden und stellst dich ihm aktiv entgegen. Wenn du den Mut hast nach Hilfe zu fragen, wird sie dir zukommen.

Für einen ersten Schritt hilft dir vielleicht eins der folgenden kostenlosen Hilfsangebote:

Alles neu

Im Idealfall kennst du nun die Wurzel deines Problems oder bist ihr insgesamt schon einen großen Schritt nähergekommen und kannst nun einen Neuanfang wagen. Dafür könntest du dein Leben einmal kräftig entrümpeln und neu ordnen. Überlege dir, was du angehen möchtest und ganz nach dem Motto „Nur was mir guttut“ entfernst du dich von altem Ballast – nicht nur auf materieller Ebene. Du hast nicht nur die Möglichkeit dich von Gegenständen zu trennen, die dir ein schlechtes Gefühl geben, sondern kannst auch Menschen aus deinem Leben gehen lassen, wenn du merkst, dass sie dir auf deinem neuen Weg nicht mehr folgen können oder wollen. Es ist überhaupt keine Schande einzusehen, dass Wege sich manchmal trennen müssen, damit Menschen sich weiterentwickeln und wachsen können.

Egal, was uns Vergangenes gelehrt hat: wir sollten alle niemals vergessen, dass wir es wert sind, unser Leben nach unseren Wünschen und Träumen gestalten zu dürfen. Probleme und Traumata können uns dabei aber manchmal riesige Steine in den Weg legen, deswegen müssen wir den Mut finden unseren Weg wieder frei zu machen, allein oder gemeinsam. Niemand auf dieser Welt ist allein, wir alle gehen hin und wieder durch Krisen – wichtig ist nur, dass wir darüber reden und uns klar machen, dass wir nicht die Schuld daran tragen. Nur so können wir ein klares Zeichen setzen und zeigen, dass es okay ist, dass man mit dem eigenen Leben manchmal überfordert ist und sich hilflos fühlt.

Autorin und Bildquelle: Sarina Libramm

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