N E W S L E T T E R (engl.) – Rundbrief, Informations-/ Mitteilungsblatt

Google Übersetzer spuckt erstmal eine Reihe von Begrifflichkeiten aus, die die romantische Idee einer Brieffreundschaft mit dem/der Redakteur*in einer Wochenzeitung vermuten lässt. Tatsächlich war mir der „Rundbrief“ bisher eher als nervige Werbung von irgendwelchen Online Shops bekannt, bei denen ich das Häkchen unter den AGBs vergessen habe zu entfernen.

Wer schützt mir meine Daten?

Eine solche Opt-Out-Einwilligung (ohne aktiven Widerspruch) ist, laut den eco Richtlinien für zulässiges E-Mail-Marketingvom Verband der Internetwirtschaft, vor dem Hintergrund gesetzlicher Verordnungen unzureichend. Checkbox-Optionen bedürfen immer einer selbständigen Aktivierung durch den/die Abonnent*in (Opt-In), das Widersprechen oder Entfernen von bereits vorhandenen Häkchen könne nicht als Einwilligungserklärung gültig gemacht werden. Durch das Double-Opt-In-Verfahren, bei dem durch ein Bestätigungslink per E-Mail der Missbrauch fremder Adressaten verhindert werden soll, ist das eindeutigste und zumeist auch angewendete Vorgehen. 

E-Mail-Marketing, wozu auch der Newsletter-Versand zählt…

… ist eine vergleichsweise kostengünstige (und umweltfreundliche) Informations- und Werbemittelalternative. Es bedarf lediglich einer einmaligen Zusammenstellung des Inhaltes, der durch entsprechende Programmierungen auf den/die Empfänger*innen individuell zugeschnitten werden kann. So erhalte ich, als Abonnentin einer bekannten Wochenzeitung, jede Woche eine E-Mail des Chefredakteurs, die mich mit meinem Nachnamen, und nicht dem Wort „Leserin“ begrüßt. 

Nützlich wird der Newsletter nicht nur dann, wenn enthaltene Inhalte geklickt bzw. gelesen oder gekauft werden, sondern auch, wenn durch Tracking Kennzahlen ermittelt werden können. Etwa, wie hoch die allgemeine Öffnungsrate ist, welche Links geklickt werden oder warum ggf. kein Interesse mehr an der Informationsversorgung besteht. Selbstverständlichen erst dann, wenn ermittelte Zahlen auch im Controlling stattfinden.

Gute Newsletter – zwei Empfehlungen 

Zu Studienbeginn wird den Buchhandel- und Verlagswirtschaft-Erstis empfohlen, auf jeden Fall den Börsenblatt Newsletter zu abonnieren. Bis heute (im 4. Semester), flattern mehrmals täglich E-Mails in mein Postfach, die Leser*innen zu aktuellen Themen informieren. Genauso wird hin und wieder auf Inhalte abseits des Mainstreams aufmerksam macht. Außerdem finden sich hier Stellenanzeigen von allerlei Verlagen wieder. Für mich die bisher beste Informationsquelle, wenn man gebündelte Informationen aus der Buchbranche sucht. 

Mein großer Favorit ist der ZEITmagazin Newsletter Was ein Tag!. Von Montag bis Freitag verschickt Christoph Ahmend, Chefredakteur des ZEITmagazins, einen „Rundbrief“. In Zusammenarbeit mit Co-Autor*innen wirft Ahmend „zum Feierabend einen Blick auf die wichtigsten Momente des Tages. Seine Empfehlungen aus Kino und TV, Podcasts und Büchern, Ausstellungen und Musik, Rezepten, Restaurants und Reisen begleiten Sie durch die Woche“ heißt es im Teaser. Und genauso ist es! 

Aktuell (Stand 13.04.2020) stellt das separate erscheinende Format Was ein Morgen! Kulturschaffenden eine Bühne zur Verfügung, die Ihnen durch den Lock-Down entzogen wird.

Newsletter sind prinzipiell eine Win-Win Situation für Verlag und Leser*innen. Die Einen können Werbung in eigener Sache machen und gleichzeitig das Verhalten ihrer Zielgruppe analysieren. Die Anderen erhalten kostenlos ein Brief, der sie nicht nur mit Information und Inspiration umsorgt, sondern auch ein bisschen Sehnsucht nach analoger Kommunikation (auf digitalem Wege) befriedigt. 

Autorin und Bildgestaltung: Vivien Koschig

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