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Neujahrsvorsätze sind Schwachsinn. Das sehe ich genau so, trotzdem habe ich dieses Jahr einen. Es ist etwas, dass ich mir schon länger vorgenommen habe. Ich möchte zufriedener sein mit mir selbst und meinem Leben. Denn ich habe alles was ich brauche, tausend Möglichkeiten und unendlichen Support. Und trotzdem bin ich immer wieder nicht zufrieden. Es nervt mich selbst.
Aber wie komm ich da weg, war die Frage, und das hier ist vielleicht die Antwort. 

Das Nr. 1 Mittel gegen Unzufriedenheit

Dankbarkeit ist ein positives Gefühl oder eine Haltung in Anerkennung einer materiellen oder immateriellen Zuwendung, die man erhalten hat oder erhalten wird. Das sagt zumindest Wikipedia. Klingt erstmal ziemlich oberflächlich und einfach. 

Und trotzdem ist echte Dankbarkeit gar nicht mal so leicht. Viel zu viele Dinge sind für uns selbstverständlich und nichts, wofür wir täglich Dankbarkeit empfinden. 
Fließendes Wasser, die riesige Auswahl im Supermarkt direkt um die Ecke, öffentliche Verkehrsmittel und Amazon Prime mit Lieferung am nächsten Wochentag.
Oder die Möglichkeit in Deutschland so günstig wie sonst fast nirgendwo Bildung zu erhalten. Dazu zählt ja auch mein Studium. Dankbar bin ich dafür eher selten, vor allem jetzt, so kurz vor der Prüfungsphase. 
Sie ist ein natürliches Gefühl, die Dankbarkeit. Man kann sie nicht erzwingen, aber man kann sie erlernen, um dem positiven Gefühl etwas auf die Sprünge zu helfen. Denn dieses kleine Gefühl kann viel mehr bewirken, als man denkt. 
Wer dankbar ist, das zeigen Studien der University of Pennsylvania, leidet weniger unter Angst, Ärger, Stress, Schlafstörungen, körperlichen Krankheitssymptome und Depressionen. 
Beeindruckend! Weiterhin schützt sie vor Neid, dem ständigen Vergleichsdrang und sogar Narzissmus. Mehr Dankbarkeit bedeutet also weniger Negativität. 
Wenn man sie denn regelmäßig praktiziert. Klingt doch genau nach dem, was ich brauche!
Ich schlage mein schwarzes Notizbuch auf und beginne zu schreiben. 

Ein besonders Tagebuch 

Das klingt poetisch, ist es aber nicht. Es sind keine Texte, Gedichte oder ein Roman. Ich schreibe nicht einmal Sätze.
Es sind 3 Worte. 3 Worte am Tag, die vielleicht etwas verändern könnten… 
Ab jetzt schreibe ich jeden Tag auf, wofür ich dankbar bin. Ein Dankbarkeitstagebuch. 
Klingt klamig, ist aber eine einfache Methode, sich immer wieder vor Augen zu führen was man alles hat, wofür es sich lohnt, weiter zu machen und wohin es geht. Es hilft dabei, seine Aufmerksamkeit auf die guten Dinge zu lenken und zu merken was wirklich zählt. Ein unkompliziertes Mittel der Selbstreflexion, ein täglicher Spiegel des eigenen Wohlstandes und positive Rückkopplung im Kampf gegen mentales Unwohlsein.

Hier geht es nicht mal um das Große-Ganze, sondern um die ganz kleinen Dinge des Alltags. Zwischenmenschliche Begegnungen, Konversationen, kleine Gesten und die Umwelt. Man hört es sofort, all diese Dinge habe ich mir nicht selbst ausgedacht. Sie sind bewiesen und faktisch belegt. Das Ganze muss nicht mal in schriftlicher Form sein, sondern kann auch im Austausch mit Freund:innen und Familie geschehen. Ein kleines Ritual gegen die große Unzufriedenheit. Vielleicht hilft dieses mir, im neuen Jahr herauszufinden, was eigentlich mein Problem ist und ob es überhaupt eins gibt oder ich einfach nur undankbar war. 

Heute bin ich dankbar für unsere Kaffeemaschine die wir auf der Straße gefunden haben (es kursiert hartnäckig das WG-Gerücht, die war gar nicht aussortiert, sondern Teil eines Umzuges…) und für die Sonne, wenn sie für 10 Minuten in mein Zimmer scheint und auf meine selbstgebastelte Discokugel trifft. Dann bricht sich das Licht und überall im Raum funkeln bunte Lichtpunkte. Und für dieses eine Lied, das mir immer so gute Laune macht.

Ich schlage mein kleines schwarzes Notizbuch zu.
Ich bin weniger unzufrieden und ein kleines bisschen schlauer als zuvor. 

Autorin: Paula Goos
Bild: unsplash

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