Über Liebe und Literatur

Der Welttag des Buches

Das Buch gehört zu den ältesten Massenmedien der Welt und der Wunsch aller Bibliophilen ist es, ihre Leidenschaft mit möglichst vielen Menschen zu teilen und sie zu fördern. Dem Buch zu Ehren gibt es daher am 23. April einen ganz besonderen Aktionstag: Den Welttag des Buches und des Urheberrechts. Eingereicht von der UNESCO-Kommission, dient dieser Tag weltweit der Leidenschaft für das geschriebene Wort, Büchern und die Rechte ihrer Autor*innen.

In Deutschland gehört der Welttag des Buches zu den größten Lesefesten bundesweit. Buchhandlungen, Verlage, Schulen und Institutionen, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels oder die Stiftung Lesen, bemühen sich mit Aktionen zu Ehren des Buches. So wurde zum Beispiel die Schüler*innen-Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“ ins Leben gerufen. Hier können Lehrende der 4. und 5. Jahrgangsstufe kostenfrei Büchergutscheine bestellen und am 23. April an ihre Schüler*innen verteilen. Diese haben die Möglichkeit ihre Gutscheine bei ausgewählten Buchhandlungen gegen ein persönliches Exemplar des ausgewählten Welttagbuches einzulösen. In diesem Jahr handelt es sich dabei um „Biber Undercover“ von Rüdiger Bertram und Timo Grubing.

Darüber hinaus gibt es auch Bloggerevents und Livestreams, sowie rund sechzig Lesungen von Kinder- und Jugendbuchautor*innen mit dem Ziel, Lesefreude zu teilen und anzuregen. Darunter auch eine Live-Lesung des cbj-Verlages, bei der der Fokus auf „Biber Undercover“ liegt. Die Veranstaltungen finden in diesem Jahr flexibel an die jeweils geltenden Pandemiebeschränkungen angepasst statt. Ebenfalls wichtig zu erwähnen sind die zahlreichen Spendenaktionen, die beispielsweise der Lese- und Schulförderung in anderen Ländern zugutekommen sollen.

Genaue Informationen zu allen Veranstaltungen gibt es unter welttag-des-buches.de

Literatur als Tor zur Welt

Bücher begleiten mich bereits seit meiner Kindheit. Der Gang in die kleine Buchhandlung des Vertrauens, das gespannte Warten auf einen neuen Band der Lieblingsreihe und die Hofpausen lieber in der ruhigen Bibliothek als draußen auf dem lauten Pausenhof. Vor allem mit Fantasy-Titeln habe ich mich gern still und heimlich aus der Welt gestohlen. Wochenends hin und wieder kaum das Bett verlassen, weil ich mich vollkommen in meine Geschichten habe fallen lassen. Cornelia Funke, Linda Chapman, Otfried Preußler und die Gebrüder Grimm waren die Held*innen meiner Kindheit. Ihre Bücher hatten die Macht Tore zu öffnen. Heraus aus dem Kinderzimmer, der öden Kleinstadt – hinein in eine magische Welt voller Feen, Hexen und Fabelwesen. Bücher schaffen es dem eigenen Leben Farbe zu bringen, die Fantasie tanzen zu lassen und den Geist zu erweitern. In fremde Leben einzutauchen und Abenteuer zu erleben. Weltflucht war es, was mich als Kind an Büchern fasziniert hat.

Eine Liebeserklärung an das geschriebene Wort

Selbstverständlich sind Bücher vielseitiger und bieten mehr als nur die Flucht in fremde Welten. Bücher schaffen es in ihrer Wortgewalt Gedanken und Gefühle auszudrücken, für die man selbst nicht immer die nötigen Worte findet. Bücher bilden – sie erweitern den Horizont, können zum Nachdenken anregen und Diskussionen auslösen. Sie können Kraft rauben und Kraft spenden, unterhalten oder ganz neue Welten eröffnen.

Die Literatur gehört für viele Lesende zu den kraftvollsten und mächtigsten Leidenschaften. Bücher begleiten unzählige Menschen seit Monaten, Jahren oder bereits seit ihrer frühen Kindheit. Wir haben nachgefragt:

Wie schaffen es Bücher, dich zu berühren?

„Lesen entschleunigt mich. Ich kann beim Lesen einfach Zeit und Raum ausblenden. In ein Buch eintauchen und mir die Welt nach meinen Vorstellungen und meiner Fantasie gestalten. Dabei gibt es einfach keine Grenzen.“
– Natalie

„Lesen ist der einfachste Urlaub der Welt. Ich muss nur die Augen und die Hände bewegen und kann in die verschiedenartigsten Welten abtauchen. Es ist so simpel und verursacht so viel – das finde ich einfach faszinierend. Und gleichzeitig regt Lesen die Fantasie an und vergrößert den Wortschatz. Beides sind für mich sehr wertvolle Güter.“
– Monika

„Mich beflügeln intelligente Menschen mit ihren Gedankengängen. Ich freu mich immer richtig, wenn ein*e Autor*in etwas formuliert, dass ich zwar schon immer irgendwie gefühlt habe, aber nie so offensichtlich benennen konnte. Da bekomme ich Glücksgefühle.“
– Silvia

„Ich lese, weil es in Büchern etwas gibt, was man im wahren Leben nur selten finden kann: echte und wahrhaftige Liebe. Ich weiß, dass das alles nicht echt ist, aber für mich bedeutet es alles. Bücher helfen mir in schweren Zeiten. Ich kann aus der Welt aussteigen, wann immer ich will und muss. Bücher sind meine Rettung.“
– Anne

„Vor allem in der aktuellen Situation habe ich die Liebe zum Lesen wiederentdeckt. Man verbringt so viel Zeit zu Hause, viele Menschen sogar allein. In der Welt passieren viele unschöne Dinge und im eigenen Leben passiert gleichzeitig nichts. Bücher bieten mir die Möglichkeit in viele andere Welten zu flüchten und mich einfach wegzuträumen. Das macht die ganze Situation für mich irgendwie erträglicher.“
– Johanna

*Namen wurden zum Schutz der Personen geändert

Autorin: Sarina Libramm
Bildquelle: Sarina Libramm

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