Indische Palmblattbibliotheken – auf den Spuren des Schicksals

Indische Palmblattbibliotheken – auf den Spuren des Schicksals

Stell dir vor, du befindest dich in einem fernen Land und wirst von einer dir völlig fremden Person über dein Leben unterrichtet. Diese Person weiß alles über dich. Deine Vergangenheit, deine Gegenwart und sogar deine Zukunft werden dir völlig offengelegt. Du erfährst an diesem Tag, wann und unter welchen Umständen du sterben wirst, wer bis dahin noch in dein Leben treten wird und wie sich deine familiäre sowie berufliche Situation entwickelt wird. Das alles wird dir dann noch aus einem Manuskript aus Palmblättern vorgetragen, welches nicht größer als eine DIN-A4 Seite und lediglich hinten und vorn beschriftet ist.

Was sich hier in erster Linie wie ein Film mit Nicolas Cage anhört, in dem er wieder einmal versucht einen mystischen Code zu entschlüsseln, ist in Indien Realität. Seit Jahrhunderten reisen Menschen aus aller Welt dorthin, um aus einer der insgesamt 12 Palmblattbibliotheken etwas über Ihr weiteres Leben zu erfahren. Sie versprechen sich Heilung von Krankheiten, wollen Beziehungsprobleme lösen oder einfach als Touristen eine spirituelle Erfahrung machen.

Nur billige Kartentricks?

Sind die Manuskripte nun nur allgemein gehaltene Auslegungssache, so wie man es aus jedem x-beliebigen Horoskop kennt? Der Prozess der „Wahrheitsfindung“ ist auf jeden Fall aufwendiger als bei der typischen Kartenlege-Hotline deines Misstrauens. Besucher werden von einem Naadi genannten Palmblattleser betreut. Dieser versucht erst einmal anhand einer intensiven Fragerunde herauszufinden, welches der Millionen Palmblätter für den Suchenden bestimmt ist. Anschließend erfolgt eine sorgfältige Auswahl und Auswertung des Geschriebenen, und zum Abschluss gibt der Naadi noch ein Mantra mit auf den Weg. Dieser Vorgang kann mehrere Tage dauern, wenn z.B. noch Schriften aus anderen Zweigstellen angefordert werden müssen. Gar nicht so weit entfernt von der Arbeit einer Bibliothek heutzutage also, quasi Therapie und Bücherei in einem.

Alles andere als billig hingeworfener Hokuspokus, und so berichten tatsächlich viele Besucher (unter anderem auch ein persönlicher Freund von mir) von ausnehmend positiven Erfahrungen und einer grundlegenden Änderung ihres Lebens

Pic Palmblattbibliotheken
Eines der sagenumwobenen Palmblatt-Bücher. © Wikimedia Commons

Milliarden von Palmblättern – wie ist das möglich?

Wer sich zu diesem Thema informiert, wird schnell auf die sogenannten sieben Rishis aufmerksam, mystische Heilige, die vor mehr als 7000 Jahren in Indien gelebt haben sollen. Hätten diese auch nur für die jetzige Weltbevölkerung von knapp 7,3 Milliarden Menschen ein Palmblatt anfertigen müssen, so hätte es für jeden der Rishis rund 3800 Jahre gebraucht – eine unlösbare Aufgabe. Für die Erklärung muss man etwas tiefer hinabsteigen in die Grundzüge der indischen Mythologie.

Tatsächlich wurde nur für einen Bruchteil der Menschheit ein Palmblatt angefertigt, nämlich nur für die, welche in Ihrem Leben einmal eine dieser Bibliotheken besuchen werden. Die sieben Rishis, welche im wedischen Zeitalter (Zeitalter des Wissens) lebten, konnten in der sogenannten Akasha-Chronik oder auch „Buch des Lebens“ lesen. Hiermit ist das Weltzeitgedächtnis gemeint, welches alle Geschehnisse, die jetzt oder in ferner Zukunft passieren, aufzeichnet und abspeichert. Wer sich in diesem Zusammenhang, sei es im esoterischen oder im Bereich der Quantenphysik schon einmal mit Vergangenheit und Zukunft beschäftigt hat, wird schnell auf die Theorie treffen, dass es sich bei der Zeit nur um eine Illusion handelt, welche in unserem dreidimensionalen Raum existiert. Rein physisch betrachtet, geschieht alles zur selben Zeit. Es gibt nur diesen einen Moment.

Die große Frage, ob unser Leben vorherbestimmt ist und wir unserem Schicksaal ausgeliefert sind, wird von den Lesern aus der Palmblattbibliothek jedoch relativiert. Die Palmblattbibliotheken sind als Stätten der Lebensberatung anzusehen und sollen einem den Weg mit dem Wissen aus der Akasha-Chronik erleichtern.

Die Palmblattbibliotheken lehren uns damit in erster Linie, unsere Lebens- und Denkweise in Bereiche auszudehnen, die wir uns jetzt noch nicht vorstellen können.

Autor: David Barthelmann

 

 

Die Buchhandlung der Zukunft

Die Buchhandlung der Zukunft

Bücher wird es in einer Buchhandlung in naher Zukunft nicht mehr geben. Dieser Meinung sind viele Leute. Ich hingegen denke, dass zwar E-Books wesentlich gefragter sein werden, das haptische Buch allerdings nicht aussterben, sondern sich nur verändern wird. Auch Buchhandlungen werden sich einem Wandel vollziehen. Hier nun meine Meinung, wie diese Transformation aussehen könnte. 

Dabei meine ich mit Zukunft nicht 5,10 oder 15 Jahre, sondern schon etwas ferner.

© pixabay
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Viele Leute versuchen sich mithilfe von Büchern in eine andere Zeit, an einen anderen Ort und in eine andere Stimmung zu versetzen. Ich denke die Buchhandlungen greifen diese Vorlieben auf und versuchen dank Virtual Reality den Kunden noch mehr das Gefühl zu geben weit weg zu sein. Ich stelle mir das so vor, dass Buchhandlungen Räume besitzen, in denen sich der Kunde an einen anderen Ort versetzen kann, beispielsweise an einen See im Grünen. Dort würde er dann virtuell sein Buch lesen. Oder aber er lässt sich direkt in die Handlung des Buches „beamen“. Allerdings wäre das für die Buchhandlungen vielleicht eher kontraproduktiv, weil das Lesen nicht mehr im Vordergrund stünde, sondern nur noch die Handlung des Buches. Es wäre also eher, wie als würde der Kunde in einem Film stecken.

Der zukünftige Service einer Buchhandlung

In der Buchhandlung wird es vermutlich auch kein Personal mehr geben, sondern softwaregesteuerte Berater, die anhand von Feedback aus dem Internet ein Buch empfehlen, was zu den Vorlieben des Kunden passt. Vermutlich würde dieser Service aber etwas kosten um die Instandhaltung der Berater zu finanzieren. Auch der E-Book-Service würde weiter ausgebaut werden.

Vielleicht gibt es zukünftig große Bildschirme, damit der Kunde schnell in ein Buch lesen kann um zu entscheiden, ob er das E-Book kaufen will. Alles in allem wird die Buchhandlung der Zukunft sehr viel technischer aufgebaut sein. Kleine süße Buchhandlungen, wie es sie heutzutage schon immer seltener gibt, werden fast ganz verschwinden oder zu Lesecafés umgebaut werden. Das Lesen von Büchern oder E-Books wird in Zukunft kein Nebenbei-Lesen mehr sein, es sei denn, man ist unterwegs. Ich glaube nicht, dass die Technik so weit voranschreitet, dass man sich auf dem Weg zur Arbeit kurz an seinen Lieblingsplatz beamen und lesen kann. Dazu wird mehr Equipment genötigt. Die Technik dafür werden sich nur die wenigstens leisten können.

Die zukünftige Vielfalt einer Buchhandlung

Das wird die Buchhandlung ausnutzen und ihren Service nicht mehr darin sehen Bücher zu verkaufen, sondern vor allem einen Platz der Ruhe und Zufriedenheit um ein Buch zu lesen. Die Welt wird immer stressiger werden mit immer mehr Zeitdruck und Terminen, so dass die Buchhandlung eine sanfte Oase in dem ganzen Chaos sein wird. Jedoch wird der Kundenkontakt von Mensch zu Mensch fehlen oder kaum noch vorhanden sein. Es gibt jetzt schon wenige Menschen, die sich in einer Buchhandlung wirklich beraten lassen. Die meisten wollen eine große Auswahl – und ihre Ruhe.

Der Buchhändler des Vertrauens ist schon seit einiger Zeit in der Liste der bedrohten Arten zu finden und immer mehr Buchhandlungen schließen, weil sie den Druck der großen Giganten der Buchhandelsbranche nicht mehr Stand halten können. Und so werden in Zukunft nur noch diese Riesen die Buchhandlungen führen. Das Abstrakte daran wird sein, dass es in Zukunft bestimmt einige Kunden geben wird, die sich kleine, süße Geschäfte zurückwünschen. Aber dank Virtual Reality ist das dann auch kein Problem mehr.

Autorin: Melanie Uhlig