Von der Kunst die richtigen Ziele zu setzen

Ziele sind wichtig. Egal, ob in Job, Studium, Schule oder Privatleben – Ziele sind wie ein innerer Kompass. Sie zeigen uns die Richtung an, die wir uns für unser Leben wünschen und spornen uns an unsere Träume zu verwirklichen.
Dennoch gibt es so viele Ziele, die niemals erreicht oder noch nicht einmal angepackt werden. Woran liegt es, dass die Motivation unsere Träume zu verwirklichen oft nicht von Dauer ist?

Sind unsere Wünsche wirklich UNSERE Wünsche?

Menschen unterscheiden sich in ihren Wertvorstellungen und Eigenschaften und das ist der Grund für ihre Einzigartigkeit. Ziele, die für unsere Freund*innen, Partner*innen oder Eltern die richtigen sind, können sich für uns als ganz falsch herausstellen. Genau so einzigartig, wie wir selbst, sind also auch unsere Ziele. Doch wie finden wir heraus, welche für uns richtig sind?

Um richtige Ziele zu setzen ist es wichtig, dass wir uns selbst gut kennen. Sich selbst zu finden ist ein langer und intensiver Prozess, der stetig Arbeit erfordert und nie zu 100 Prozent abgeschlossen ist. Wir sind das ganze Leben damit beschäftigt uns zu finden oder neu zu erfinden. Aufgrund gesellschaftlicher oder familiärer Einflüsse ist es nicht immer einfach herauszufinden, was wir uns wirklich wünschen und was von unseren Mitmenschen erwartet wird.

Um unserem Selbst ein Stück näher zu kommen können wir uns Fragen in Bezug auf unsere Eigenschäften, Stärken, Schwächen und Werte stellen. Dadurch finden wir heraus, was uns ausmacht und antreibt. Wir können uns fragen, was uns auszeichnet oder welche Eigenschaften unsere Mitmenschen schon oft hervorgehoben haben. Wie würden wir uns einer fremden Person vorstellen oder wie würden unsere Freund*innen uns beschreiben? Diese Fragen können uns Aufschluss über unsere Eigenschaften geben. Zu fragen, was uns immer wieder gut gelingt und Spaß macht oder was uns hin und wieder Schwierigkeiten bereitet, bringt uns unseren Stärken und Schwächen näher. Die eigenen Werte zu kennen, hilft für alle Entscheidungen im Leben. Wissen wir, was uns wichtig ist, so ist es ein Einfaches herauszufinden, wonach wir streben wollen.

SMART – Ziele richtig setzten

Die SMART-Methode ist vor allem aus dem Projektmanagement bekannt und wird dort zur Zielspezifierung von Projekten angewendet. Sie lässt sich einfach auf jegliche Alltagssituationen adaptieren. Ziele nach der SMART-Methode müssen Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminiert sein.

Spezifisch Ziele setzen, die nicht viel Handlungsspielraum lassen, ist Kernpunkt der SMART-Methode. Wir wollen in diesem Semester nicht wieder zwei Tage vor der Klausur mit dem Lernstoff beginnen, sondern uns über lange Zeit gut vorbereiten? Dann sollte unser Ziel für das neue Semester nicht heißen: „Ich will mehr lernen.“, sondern „Ich lerne täglich eine Stunde für Modul x.“. Damit haben wir ein spezifisches Ziel geschaffen, dass sich nicht unendlich aufschieben lässt, denn der Tag hat bekanntlich nur vierundzwanzig Stunden.

Ebenfalls wichtig ist es, unsere Erfolge zu dokumentieren, um somit unser Ziel messbar zu machen. So können wir beispielswiese ein Gewichtstagebuch führen, wenn wir den Wunsch haben Gewicht zu verlieren. Oder für einen wichtigen Vokabeltest eine Liste mit allen wichtigen Begriffen anlegen und darauf alle bereits bekannten abhaken.

Die Attraktivität unserer Ziele ist von hoher Wichtigkeit. Wir selbst müssen uns in erster Linie mit unserem Ziel identifizieren können. Nur wenn wir vollkommen hinter unserem Ziel stehen, bleibt die Motivation erhalten. Ist die intrinsische Motivation einmal aktiviert, erzeugt das eine komplett neue Dynamik.

Neben einem Realitätscheck sollten unsere Ziele einen konkreten Zeitrahmen beinhalten. Mit einer klaren Deadline vor Augen ist stets ein Ende in Sicht und wir können uns leichter motivieren, bis zu diesem Zeitpunkt auszuhalten.

Dran bleiben!

Oft neigen wir dazu, erst Raum für unsere Ziele zu schaffen, wenn alles andere erledigt wurde. Um aber unsere Ziele nicht aus den Augen zu verlieren sollten wir sie zu einer Priorität machen. Möchten wir ein Buch schreiben, so sollten wir uns täglich aktiv Zeit dafür nehmen, um an diesem Ziel zu arbeiten.

Hilfreich ist es große Ziele in kleine Teilziele zu gliedern. Große Ziele erwecken schnell den Eindruck einer Mammutaufgabe, denn es dauert lang bis der Erfolg sichtbar wird. Zerlegen wir sie in einzelne Teilziele, können wir den Weg aktiv mitverfolgen und das Ziel erscheint uns weniger unerreichbar. Teilziele helfen uns auch dabei regelmäßig Bilanz zu ziehen. Nach jedem erreichten Teilziel können wir kurz innehalten und überlegen, was uns gut gelungen ist und was wir beim nächsten Mal noch verbessern könnten.

Auch Ängste und Zweifel hindern uns oft daran, an unseren Zielen dranzubleiben. Die Zukunft ist ungewiss und es ist völlig normal, dass die Unsicherheit steigt, wenn wir unsere Komfortzone verlassen. Natürlich gibt es immer Risiken. Unser Vorhaben könnte aber auch gelingen und ein voller Erfolg werden. Diesen Erfolg werden wir niemals genießen können, wenn wir den Sprung nicht wagen.

Eine weitere Hilfestellung bietet die Visualisierung unserer Ziele. Egal ob Visionboard, Poster oder Tagebuch – unsere Ziele immer vor Augen zu haben, spornt uns an dran zu bleiben.

Was tun bei Rückschlägen?

Das Leben ist nur bedingt planbar und kommt uns bei der Erfüllung unserer Träume manchmal in den Weg. Rückschläge sind nicht einfach, aber sie sind normal und gehören zum Wagnis dazu. In erster Linie geht es nicht darum, sie zu vermeiden. Viel wichtiger ist, wie wir mit ihnen umgehen.

Rückschläge sind wichtig für unser Leben, denn durch sie haben wir die Möglichkeit dazuzulernen und uns stetig weiterzuentwickeln und zu verbessern. Ein Misserfolg kann in unterschiedlichen Schweregraden auftreten. Natürlich – je mehr wir uns mit einem Ziel identifizieren, desto herber der Verlust.

Es bringt uns trotz aller Schwere nicht weiter, wenn wir unsere Misserfolge verstecken, sie relativieren oder gar persönlich nehmen. Dieser Umgang raubt uns jegliche Motivation, einen erneuten Versuch zu starten. Er suggeriert uns, dass wir einfach zu schlecht sind, um unser Ziel zu erreichen.

Ein gesunder Umgang mit Niederlagen bedeutet, sie als solche zu sehen und die Verantwortung dafür zu übernehmen – jedoch nicht auf globaler Ebene, sondern im jeweiligen Kontext. Tritt das gewünschte Ergebnis nicht ein, sollten wir versuchen Erklärungen dafür zu finden, die über das eigene Abwerten unserer und anderer Fähigkeiten hinaus gehen. Vielleicht haben wir uns nicht genug vorbereitet oder wir haben unsere Idee einfach nicht ausreichend vermitteln können? Eventuell hat das Ziel auch einfach gar nicht zu uns und unseren Fähigkeiten gepasst? Nachdem wir all unsere Erklärungen gesammelt haben, geht es daran sie einem Realitätscheck zu unterziehen. Wie real ist es, dass X oder Y der Grund für unseren Misserfolg waren? Finden wir die Erklärung, die dem Grund nahe kommt, so merken wir das sehr schnell, denn sie wird uns wohl direkt Hinweise auf die nächsten Handlungsschritte geben.

Mit einem klaren Bild vor Augen und einer Idee, wie wir diesen Fehler beim nächsten Mal vermeiden können, ist es doch gleich viel einfacher über diesen Rückschlag hinwegzusehen. Damit haben wir das Potenzial des Misserfolges erfolgreich voll ausgeschöpft und können gut vorbereitet weiter unseres Weges gehen.

Autorin: Sarina Libramm
Bildquelle: Sarina Libramm


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