Der Lerche-Veranstaltungsplaner für die Leipziger Buchmesse 2017

Der Lerche-Veranstaltungsplaner für die Leipziger Buchmesse 2017

Wenn beinahe 200.000 Menschen nach Leipzig strömen, dann ist Buchmesse-Zeit. Man verliert schnell den Überblick bei so vielen Veranstaltungen die zur Leipziger Buchmesse stattfinden. Doch nicht verzagen – die Leipziger Lerche fragen! Wir haben einen besonderen Blick auf Locations außerhalb des Messegeländes geworfen und einen Masterplan mit Spaß-Garantie für euch erstellt.

 

23.03.2017

Mein Vater, das Kondom und andere nicht ganz dichte Sachen

Schon bei dem Titel muss man ein bisschen schmunzeln. Bei der Lesung mit Sicherheit erst recht. Darum geht’s: Anton ist klein, bebrillt, hat zwei zu große Ohren und nur ein Haar an einer ganz bestimmten Stelle. Jetzt erfährt er auch noch, dass er das Ergebnis eines Kondomunfalls ist. Das hebt seine Laune kein bisschen. Um seinem Leben doch noch Sinn zu geben, beschließt Anton, eine neue Frau für seinen Vater zu finden. Zusammen mit Ine, der besten Freundin der Welt. Doch wo sollen die zwei jemanden auftun, der sich für einen Klohäuschenvertreter interessiert? Na klar, im örtlichen Strickverein…

Monetos:           keine, ist kostenlos

Beginn:              10.00 Uhr

Spot:                   OrtJobClub Leipzig – Axis Passage, Georg-Schumann-Straße 171–175, 04159

 

 

23.03.2017

„Leipzig liest“: Lesung Jan Mohnhaupt – Der Zoo der Anderen

Als sich der Kalte Krieg Anfang der sechziger Jahre auf seinem Höhepunkt befindet, beginnt auch ein tierisches Wettrüsten in Berlin, das sinnbildlich für das geteilte Deutschland steht. Dessen Geschichte lässt Jan Mohnhaupt anhand der beiden Berliner Zoos und deren Bewohner auf einzigartige Weise aufleben. Ob Brillenbär-Spende durch die Stasi, Schlagzeilen wie Westesel gegen Ostschwein oder der regelmäßige Schlagabtausch der beiden charakterstarken Direktoren – die Zoos verraten mehr über das Verhältnis zwischen Ost und West als so manche Regierungserklärung. Mit großer Sympathie für Tier und Mensch erzählt Jan Mohnhaupt erstmals ihre gemeinsame Geschichte.

Monetos:           9€

Beginn:               18.30 Uhr

Spot:                    Zoo Leipzig, Pfaffendorfer Str. 29, 04105 Leipzig

Web:                    http://www.leipziger-buchmesse.de/ll/veranstaltungen/23111

 

23.03.2017

L3 – Lange Leipziger Lesenacht 2017 – „Es gilt das gesprochene Wort“

Seit 2005 präsentiert die Lange Leipziger Lesenacht, kurz L3, auf den vier Bühnen der Moritzbastei die Vielfalt der jungen deutschsprachigen Literatur. Um die besten Sitzplätze kann man ab 18 Uhr wetteifern, dann beginnt der Einlass. Von 19 Uhr bis nach Mitternacht geht dann das Programm. Bei der L3 geben sich unbedingt zu entdeckende und bereits entdeckte Autoren in den Kellergewölben der MB die Klinke in die Hand. Einer DER Pflichttermine zur Buchmesse!

Monetos:           14€ AK/ 10€ VVK

Beginn:              19.00 Uhr

Spot:                   Moritzbastei, Universitätsstraße 9, 04109 Leipzig

Web:                   https://www.ldrei.de/

 

24.03.2017

Auch dieser Raum entsteht durch Gebrauch – Lyriknacht zur Leipziger Buchmesse

Zur Buchmesse strömen Lyriker aus allen Teilen des deutschsprachigen Raums nach Leipzig, zwölf der spannendsten sind an diesem Abend zu hören: Autoren, die sich schon einen Namen gemacht haben, genauso wie solche, die es zu entdecken gilt. Die Lyriknacht, die zum zweiten Mal stattfindet, wird vielsprachig, konzentriert und wild, einen „Karneval der Worte“ nannte die Süddeutsche Zeitung die erste Ausgabe. In diesem Jahr gilt wieder: Auch dieser Raum entsteht durch Gebrauch.

Monetos:           keine, ist kostenlos

Beginn:              21.00 Uhr

Spot:                   Noch Besser Leben, Merseburger Str. 25, 04229 Leipzig

Web:                  https://de.eventbu.com/leipzig-plagwitz/auch-dieser-raum-entsteht-durch-gebrauch/1670554

 

24.03.2017

Livelyrix Buchmessenslam 2017

Was darf auch zur Buchmesse nicht fehlen? Ein Poetry Slam natürlich und, zwar das Kronjuwel der Slam- Saison. Denn wenn sich in Leipzig schon einmal einige der besten Poeten des Landes aufhalten, dann wollen wir sie auch auf die Bühne sehen. Mit dabei sind unter anderem Kirsten Fuchs, Sven Hensel und Volker Surmann –  um nur einige zu nennen!

Monetos:           10€ VVK / 14€ AK

Beginn:              19.00 Uhr

Spot:                   Schauspiel Leipzig, Bosestraße 1, 04109 Leipzig

Web:                   http://www.livelyrix.de/veranstaltung/livelyrix-buchmessenslam-2017-im-schauspiel-leipzig/

 

 

25.03.2017

Leipziger Verlage stellen sich vor

Hugendubel lädt ein zur großen Jubiläumsveranstaltung in seiner Buchhandlung. Auf diesem Event bekommt man die einzigartige Möglichkeit, die bunte Leipziger Verlagswelt kennen zulernen und einen exklusiven Blick auf deren Themenvielfalt zu werfen. Kommt vorbei und feiert mit – das Ganze natürlich kostenlos. Mit dabei ist zum Beispiel der Verlag Voland & Quist.

Monetos:           kostenlos

Beginn:              10.30 Uhr

Ende:                  20.00 Uhr

Spot:                   Hugendubel, Leipzig Petersstraße 12, 04109 Leipzig

Web:                   http://www.hugendubel.de/de/event;jsessionid=29F87E4C9AD6CFFFAA0814D74DFA3485.www03?eventId=8741

 

25.03.2017

MDR SPUTNIK LitPop X

Zum zehnjährigen Jubiläum freut sich Leipzig auf Lesungen mit mehr als 25 Autoren und Slammern, auf Konzerte in den „heiligen“ Wandelhallen und Tanzmusik bis in die frühen Morgenstunden, umrahmt mit Stars und Sternchen der deutschen Medienlandschaft auf vier Lese- und Konzertbühnen. Musikalisch sorgen Dead Disco, Preller & Mr. Olsen, Kid Simius, Fil Bo Riva und Mighty Oaks für die richtige Untermalung.

Monetos:           14€ VVK / 16€ AK

Beginn:              18.00 Uhr

Spot:                   Neues Rathaus, Martin-Luther-Ring 4-6, 04109

Web:                   http://www.litpop.de/

 

26.03.2017

Der Miesepups – Lesung

In einer dunklen Baumhöhle im Mooswald wohnt der Miesepups. Er macht nicht viel: schlafen, herumrumpeln, über seine Unordnung stolpern, schimpfen und wieder schlafen. Raus geht er nicht, Besuch kriegt er nicht, und andere Leute kann er schon mal gar nicht leiden. Autorin Kirsten Fuchs liest für alle, die einen Miesepups kennen oder selbst manchmal ein Miesepups sind.

Monetos:           keine, ist kostenlos

Beginn:              11 Uhr

Spot:                   Kinderbuchladen Serifee, Karl-Liebknecht-Str. 36 / Feinkosthof, 04107

Web:                   www.kinderbuchladen-serifee.de

 

 

Autorin: Viktoria Gamagina

Menschen & mehr – In internationalem Auftrag auf der Buchmesse

Menschen & mehr – In internationalem Auftrag auf der Buchmesse

Flandern und die Niederlande waren dieses Jahr Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Die HTWK veranstaltete in Kooperation mit der HdM Stuttgart und dem Nederlands Letterenfonds ein internationales Austauschprojekt für Studenten. Neben vielen tollen Gesprächen und neuen Gesichtern gab es natürlich auch die aktuellsten Trends der Buchbranche zu sehen.

foto souvenirs
Souvenirs von der Frankfurter Buchmesse

 ICE nach Frankfurt, drei Stunden Fahrt. Es ist Buchmesse, und allein durch mein Transportmittel fühle ich mich schon wie ein professioneller Verlagsmensch, mit vollgepacktem Terminkalender und tausend Erwartungen im Kopf. Übernächtigt von der ComicCon am Wochenende direkt ins nächste literarische Großereignis gestolpert, bin ich dieses Jahr Teilnehmer an einem Kooperationsprojekt verschiedener Hochschulen aus Deutschland, Flandern und den Niederlanden. Wie sich schon bald herausstellt, auch das Küken unserer Gruppe. Um mich herum ein gutes Dutzend Master-Studenten mit bevorstehendem Einstieg ins Berufsleben und exzellenten Branchenkontakten. Als kleiner Bachelor im dritten Semester fühlt man sich da etwas verloren – zum Glück völlig unbegründet. Ein feucht-fröhlicher Abend im „Fichtenkränzi“ beseitigt schnell alle Barrieren, Englisch ist die Sprache der Wahl und schon bald tauschen wir uns über linguistische Absurditäten, die Vorzüge hessischer Käsespätzle und Lazar Popovic, die Fahrstuhllegende der Buchmesse, aus.

Ein bunter Strauß Messegeschichten

Das ist der Vorteil der Buchbranche: Es gibt immer ein Einstiegsthema ins Gespräch, die Menschen sind freundlich und gute Geschichten schätzen sie alle. Dessen hübsche Verpackungen beschäftigen uns am nächsten Tag. Gruppenarbeit ist angesagt und unser Team soll das schönste Cover der Buchmesse ausfindig machen. Das ist gar nicht so leicht bei all den Versuchungen, die sonst so auf den Messebesucher warten. Eine virtuelle Operndiva, kleine Johannes Gutenbergs aus dem 3D-Drucker und unzählige lebensspendende Kaffeequellen locken am Wegesrand. Schlussendlich gelangen wir aber doch an einen niederländischen Stand mit einer beeindruckenden Auswahl für besonders schön befundener Bücher. Der visuelle Trend ist offensichtlich: Auch die Buchproduktion schließt sich der Retro-Mode an und erinnert an jene glorreichen Tage, als das Papier braun-gelblich roch und Karl-May-Ausgaben noch lukrativ waren.

 

foto ktb
Fundstück Nr.1: Sieht aus wie Opas Kriegserinnerungen, ist aber ein Sachbuch
Foto Via Romana
Fundstück Nr.2: Sehr „römisch“ gestaltetes Büchlein über das antike Wegenetz der ewigen Stadt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inside Buchbranche

Doch auch das Kontakteknüpfen sollte nicht zu kurz kommen, schließlich waren wir ja hauptsächlich dafür hergekommen. Zunächst wühlten wir zusammen mit Lektoren, Lizenzhändlern und Agenten in den Innereien der Branche. Selbst offenherzige Fragen hielten sie nicht davon ab, aus dem Nähkästchen zu plaudern. Noch mehr netzwerken konnten wir dann bei unseren Einzelgesprächen, bei mir in diesem Fall das Bloggertreffen des Schweizer Verlegerverbandes, zu dem ich als Begleitung der Verlegerin Sabine Dörlemann eingeladen war. Hier konnte man den ganzen Smalltalk über Bord werfen und ganz ungezwungen geschäftlich plaudern. Fast schon rituell der Austausch der Visitenkarten – für mich auch eine perfekte Gelegenheit, die internationale Öffentlichkeit zu überfallen und dem Blog unserer „Lerche“ zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen.

Dankjewel!

Zu guter Letzt ließen wir die Tage mit einem verlegertypischen Sektempfang ausklingen. Für mich blieb eine äußerst interessante Erkenntnis: Diese ganzen geschäftsmäßigen Gespräche, das termingetriebene Herumhetzen, dealen und Menschen kennenlernen – es bereitete mir einen diebischen Spaß, weitaus mehr als ich selbst gedacht hätte. In punkto beruflicher Orientierung hat sich das Austauschprojekt also auf jeden Fall gelohnt. Viele kurzfristig angekündigte Aufgaben und Blog-Schreib-Aufträge knabberten den zeitlichen Rahmen fürs selbstständige Kontakte knüpfen aber arg an. Wird das abgestellt oder die Gesamtzeit des Projekts verlängert, sollte einer erfolgreichen Neuauflage 2017 mit dem nächsten Ehrengast Frankreich aber nichts im Wege stehen. An dieser Stelle auch noch einmal ein großes Dankeschön an die Professoren, die alles organisiert haben. Vor allem aber an unsere Mit-Teilnehmer. Es war eine fantastische Zeit mit euch – bis hoffentlich irgendwann wieder.

Autor: Niklas Gaube

London Book Fair: Making Words Go Further

London Book Fair: Making Words Go Further

Auch in diesem Jahr ist eine kleine Auswahl an HTWKlern zur London Book Fair geflogen. Die Buchmesse, die bereits ihr 45-jähriges Jubiläum erlebt, ist ein Mekka für Lizenzkäufe und Gespräche über die neusten Trends der Branche. Wichtiger Teil der drei Tage sind die zahlreichen Seminare. Hier ein paar Tipps von Will Rycroft (Community Manager bei Vintage, Penguin) sowie Simon Appleby (Bookswarm) aus einem Panel über Erfolgreiche Social Media Strategien.

© Anne Wimmer
© Anne Wimmer

Content, Content, Content

Fest steht: Ein Webauftritt ist nur so gut wie sein Inhalt. Wenn eine Seite verspricht, Hintergrundinformationen zu einem Roman zu liefern, dann muss dieses Versprechen eingehalten werden. Andernfalls verliert der Auftritt (und sein Betreiber) an Glaubwürdigkeit und Lesern. Darüber hinaus hilft eine gewisse Regelmäßigkeit bei den Posts, den Leser immer wieder auf den eigenen Kanal zu locken.

Wissen ist auch im Web Macht

Zum anderen sollten Social Media Accounts nur erstellt werden, wenn sie wirklich bespielt werden. Dabei ist ein bisschen Grundwissen im Umgang mit den unterschiedlichen Plattformen nötig. Während auf Instagram das berühmte Foto von Buch und Tee- oder Kaffeetasse für Follower sorgt, ist es auf Twitter bissiger Humor und die Fähigkeit, Hashtag-Trends zu finden und klug zu reagieren.

Vernetzen statt Follower sammeln

Gerade in der Medienbranche ist Feedback wichtig fürs Geschäft. Der Handel mit Erfahrungs- und Vertrauensgütern zieht einen hohen Bedarf an Marktstudien mit sich. Aus diesem Grund ist Social Media eine wichtige und preiswerte Informationsquelle. Dabei sollte der Wert einer Plattform nicht an der Zahl der Follower und Likes festgemacht werden, sondern an der Intensität der Interaktion. Schließlich lassen sich aus einem ausführlichen Review mehr Schlüsse ziehen als aus einem vielgeteilten Katzenvideo.

Der Wohlfühlfaktor zählt

Bei der Wahl des Social Media-Kanals spielt die Zielgruppe eine große Rolle. Die Altersgruppe Unter 18 wandert immer mehr von Facebook ab und nutzt lieber Instagram sowie Youtube. Doch letztendlich gilt: Wo du dich wohl fühlst, solltest du auch surfen. Wenn die Möglichkeiten einer Social Media-Plattform den eigenen Vorlieben widersprechen und jeder hochgeladene Post eine Qual ist, wird ein Wechsel bitter nötig.

Autorin: Beatrix Dombrowski

Wenn Bloggen, dann professionell.

Wenn Bloggen, dann professionell.

Am letzten Tag der Leipziger Buchmesse 2016 fand eine Premiere für die bloggenden Besucher statt: Die erste Konferenz buchmesse:blogger sessions. Auf dem Programm standen Themen, die Neuankömmlingen den Einstieg in die Blogosphäre erleichtern sollten und Diskussionen über Blogkonzepte sowie mögliche Professionalisierung. 

Regeln, Regeln, nichts als Regeln

Nach einer euphorisierenden Keynote, bei der es mir als Neulingsblogger sofort in den Fingern juckte gleich in die Tasten zu hauen, kam die Ernüchterung. Bloggen ist nicht nur Spiel, Spaß und freie Leseexemplare, denn es gibt jede Menge gesetzliche Vorschriften. Diese wurden von Dr. Stefan Haupt (Haupt Rechtsanwälte) und Rainer Dresen (Random House Bertelsmann) vorgestellt. Während mir das Urheberrecht bereits in Ausbildung und Studium begegnet war, hatte ich mir bis jetzt noch darüber Gedanken gemacht, ob ein Impressum überhaupt nötig ist. (Spoiler: Ist es. Und zwar vollständig mit Namen, Anschrift und Emailadresse.) Darüber hinaus bereitet vor allem die Nutzung von Bildern und Zitaten vielen Bloggern Kopfzerbrechen. Ähnlich wie das Zitatrecht ist das Gesetz für die Nutzung von Bildern schwammig und vielseitig auslegbar. Die Kurzfassung: Zitate nur verwenden, um einen Sachverhalt zu untermauern und auch dann nur im angemessenen Umfang. Cover von Büchern dürfen in der Regel genutzt werden, ansonsten hübsch mit Katze und Teetasse arrangieren. Im Zweifelsfall aber lieber den Verlag kontaktieren, denn bei Verstößen drohen Geldstrafen im vier- oder fünfstelligen Bereich.

© Beatrix Dombrowski
© Beatrix Dombrowski

Planet das Chaos

Nach einer kurzen Mittagspause mit Schnittchen, Kürbis-Ingwer-Süppchen und Teechen ging es weiter mit einer Einführung in die Kunst des Redaktionsplans. Tina Lurz (Lovelybooks.de) beantwortete uns in gemütlicher Runde zahlreiche Fragen. Gerade für blutige Anfänger wie mich ist ein Redaktionsplan eine große Hilfe. Sich zu visualisieren, wann welcher Content auf welchem Kanal geladen wird, bietet die Möglichkeit konstant Inhalte für Leser zu erstellen. Mittel um einen solchen Plan zu erstellen gibt es sowohl in digitaler Form als auch gedruckt. Ein umfangreiches Exemplar findet man zum Beispiel auf kreavida.de. Die Bloggerin Katja Frontzek bietet ihren Blogplaner in beiden Formen an. Hier finden sich neben Planungshilfen für Content auch Übersichten zur Blogpflege und Monetarisierung. Wichtig ist es aber laut der Referentin neben aller Planung und Organisation aber spontan zu bleiben und die eigene Persönlichkeit einfließen zu lassen.

Buchblogger vereinigt euch

Monetarisierung war auch im letzten Teil der Konferenz ein wichtiges Stichwort. Schon während ihrer Keynote hatte Karla Paul (edel ebooks) gefordet, dass Buchblogger endlich aus der „Flauschzone“ ausbrechen sollen. Bei der abschließenden Podiumsdiskussion fand dann ein hitziges Gespräch über die Professionalisierung von Buchblogs statt. Während vor allem Ute Nöth (Carlsen Verlag) zwar daran festhielt, dass Buchblogger für bloße Rezensionen nicht bezahlt werden sollen, war sie einer kreative Zusammenarbeit nicht abgeneigt. Auch Leander Wattig (Orbanism) und Susanne Kasper (Literaturschock) waren der Meinung, dass sich noch einiges tun muss in der Szene, denn Herzblut allein bezahlt die Rechnungen nicht. Professionalisierung in Form von juristischer Sicherheit und einer nachweisbaren Reichweite sollten Buchblogger, die für ihre Dienste entlohnt werden wollen, vorweisen können. An ihnen liegt es auch die Bezahlung einzufordern, die Fashionblogger bereits erhalten.

Mein Fazit

Auch wenn nach dem Verdauen all dieser Informationen, ein Buchblog eher nach einer Vollzeitstelle als nach einem Hobby klingt, lohnt sich die Arbeit. Die einheitliche Grundtenor bleibt: Bücher brauchen eine Lobby und die können wir Leser ihr in der Blogosphäre bieten. Auf diese Weise inspiriert, bereite ich mich auf eine Woche Buchmesse-Depression vor und freue mich bereits jetzt auf die buchmesse:blogger sessions 2017!

Autorin: Beatrix Dombrowski

FBM: Geschichte der Frankfurter Buchmesse 

FBM: Geschichte der Frankfurter Buchmesse 

Logo der FBM 2015 © neureuter.de
Logo der FBM 2015 © neureuter.de

Vom 14. bis 18. Oktober 2015 zog es, wie jedes Jahr, Büchermenschen aus allen Ecken der Welt an. Ob zum Lesen, Informieren, Kontakteknüpfen, zur Marktbeobachtung oder zum Erleben ist die Frankfurter Buchmesse der weltweit wichtigste Ort der Branche. Zeit, einen Blick auf die Geschichte zu werfen.

Im 15. Jahrhundert erfand Gutenberg in Mainz, in unmittelbarer Nähe zu Frankfurt, den Buchdruck. Die Geburtsstunde eines neuen, weltbewegenden Wirtschaftszweiges und einer inzwischen 500 Jahre alten Tradition. Ein Highlight bilden jedes Jahr wieder die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels und der Deutsche Jugendliteraturpreis. Seit 1964 wird die Frankfurter Buchmesse von der Ausstellungs- und Messe-GmbH ausgerichtet.

Meilensteine

Seit der Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert ist die Frankfurter Buchmesse der Umschlagplatz der Branche, bis in 17. Jahrhundert hinein, wo ihr die Kaiserliche Bücherkommission zum Verhängnis wurde. Somit war zur Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert Leipzig die zentrale Buchmessestadt, hier ist es jedoch der 2. Weltkrieg, der den Buchhandel zum Erliegen bringt.

© jugendliteratur.org
© jugendliteratur.org

Einen Neuanfang bildet 1949 die offizielle Gründung der Frankfurter Buchmesse durch den Deutschen Börsenverein mit 205 Ausstellern. Seit 2003 entwickelt sich die Buchmesse zunehmend zur Marketing-Plattform, denn sie ist nur in zweiter Linie für das allgemeine Publikum gedacht. Von insgesamt 269 534 Besuchern zur Frankfurter Buchmesse 2014, waren 167 654 Fachbesucher aus 132 Ländern. Der jährliche Fokus auf ein Gastland besteht hierbei offiziell seit 1988.

Liste der bisherigen Gastländer:

* 1986 Indien – Wandel in Tradition

* 1988: Italien – Italienisches Tagebuch

* 1989: Frankreich – L’Automne français

* 1990: Japan – Then and Now

* 1991: Spanien – La Hora de España

* 1992: Mexiko – Offenes Buch

* 1993: Flandern und Niederlande – Weltoffen

* 1994: Brasilien – Begegnung von Kulturen

* 1995: Österreich

* 1996: Irland – Und seine Diaspora

* 1997: Portugal – Wege in die Welt

* 1998: Schweiz – Hoher Himmel – Enges Tal

* 1999: Ungarn – Unbegrenzt

* 2000: Polen – ©Poland

* 2001: Griechenland – Neue Wege nach Ithaka

* 2002: Litauen – Fortsetzung folgt

* 2003: Russland – Neue Seiten

* 2004: Arabische Welt – Arabische Welt – Blick in die Zukunft

* 2005: Südkorea – Enter Korea

* 2006: Indien – Today’s India

* 2007: Katalanische Länder – Singular i Universal

* 2008: Türkei – Faszinierend farbig

* 2009: Volksrepublik China – Tradition und Innovation

* 2010: Argentinien – Kultur in Bewegung

* 2011: Island – Sagenhaftes Island

* 2012: Neuseeland – Bevor es bei euch hell wird

* 2013: Brasilien – Ein Land voller Stimmen

* 2014: Finnland – Finnland. Lesen.

* 2015: Indonesien – 17.000 Inseln der Imagination

Ob zum Hobby oder als Fachbesucher, die Frankfurter Buchmesse ist in jedem Fall immer einen Besuch wert.

Autorin: Christin Fetzer

Frankfurter Buchmesse: 25 Jahre BücherFrauen

Frankfurter Buchmesse: 25 Jahre BücherFrauen

Frauen sind in der Buchbranche mit fast 80 Prozent klar in der Überzahl. Es ist also nur natürlich, dass es ein Netzwerk gibt, das sich ausschließlich mit dem starken Geschlecht beschäftigt – die BücherFrauen.

Logo des BücherFrauen e.V.
Logo der BücherFrauen © buecherfrauen.de

25 Jahre gibt es diesen Zusammenschluss nun schon. Er wurde 1990 in München gegründet, Vorbild dazu war die Organisation Women in Publishing, kurz WiP. Ableger davon gibt es bisher in den USA, Großbritannien, Australien, Irland, Indien, Hongkong und den Philippinen.

Die BücherFrauen widmen sich der Karriere von Frauen, die verlegen, schreiben und sich voll und ganz dem Produkt Buch widmen.

Bundesweit spaltet sich der Verein in Regionalgruppen auf, deren Mitglieder sich regelmäßig treffen und sich über bestimmte Themen austauschen. Verschiedene Themen der  Regional- und weiterer Arbeitsgruppen führen deren Sprecherinnen und die Vorstandsfrauen zweimal im Jahr überregional zusammen.

Projekte

Der Verein umfasst viele Projekte, die Frauen helfen sollen sich in der Buchbrache zu Recht zu finden. So gibt es verschiedene Arbeitsgruppen, Vorträge und das Mentoring-Programm. In Berlin, Hamburg, München und Stuttgart gibt es mittlerweile einmal im Jahr eine Mentoring-Runde bei der die Siegerin eine Mentorin bekommt, die sie ein Jahr lang begleitet und ihr beim Start in das Berufsleben hilft.

Öffentlichkeitsarbeit

Auch nach außen hin präsentieren sich die BücherFrauen, zum Beispiel auf der Leipziger und Frankfurter Buchmesse. Danach gibt es eine WiP-Party. Außerdem hat die Ehrung der BücherFrau des Jahres auf der FBM eine lange Tradition.

Also, wer zur Frankfurter Buchmesse geht, sollte auch bei den BücherFrauen vorbeischauen. Es lohnt sich!

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BücherFrau des Jahres 2015: Frauke Ehlers. © Silvie Brucklacher

BücherFrauen auf der FBM

Zwei Veranstaltungen am 15. Oktober, Ort ist hierbei die Leseinsel der unabhängigen Verlage, Halle 4.1 C37

15.30 bis 16.30 Uhr steht eine Podiumsdiskussion mit indonesischen BücherFrauen auf dem Plan.

Im Anschluss erfolgt die Verleihung der BücherFrau des Jahres 2015 und es wird das 25-jährige Bestehen des Vereines gefeiert. Ehrengast wird Manuela Schwesig sein, die die Schirmherrschaft über die BücherFrauen hat.

Am 16. Oktober sprechen die BücherFrauen mit Vertretern des Börsenvereins zum Thema Vernetzung. Dabei wird unter anderem auch das Mentoring-Programm der BücherFrauen vorgestellt. Wer also weiblich ist und Interesse an einer Mitgliedschaft dieser renommierten Organisation hat, sollte sich diesen Termin nicht entgehen lassen!

Das Gespräch findet in Halle 3.1 H 65 statt.

Autorin: Melanie Uhlig

Gastbeitrag: Messe-Highlights aus Sicht einer Buchbloggerin 

 Überblick FBM 2014 (c) labkultur.tv
Überblick FBM 2014 (c) labkultur.tv

Auch dieses Jahr öffnen sich vom 14. bis zum 18. Oktober die Tore der Frankfurter Buchmesse und ziehen damit Verlage, Autoren und Leser aus der ganzen Welt nach Hessen. Sich einen Überblick über alle Veranstaltungen zu schaffen, ist da gar nicht so einfach, aber die folgenden Messehighlights sollte man sich nicht entgehen lassen.

Als Buchbloggerin und begeisterte Leserin habe ich für euch deshalb einen kurzen Überblick über die Must-See‘s erstellt. Dazu gehören zunächst einmal die Lesungen und Signierstunden mit den deutschen Bestsellerautoren Kai Meyer (Die Seiten der Welt – Nachtland), Kerstin Gier (Silber – Das dritte Buch der Träume), Ursula Poznanski (Layers) und dem Autorenduo, welches sich hinter dem Pseudonym Iny Lorentz (Die Wanderhure) verbirgt.

Aber nicht nur deutsche Autoren sind auf der Messe vertreten. Dieses Jahr sind auch besonders viele US-amerikanische Bestseller-Autorinnen in Frankfurt. Kiera Cass (The Selection), Teri Terry (Mind Games) und Jennifer Estep (Black Blade) werden, vorwiegend am Wochenende, lesen sowie Autogramme verteilen.

Carlsen-Stand auf der FBM 2014 © book-walk.de
Carlsen-Stand auf der FBM 2014 © book-walk.de

Der Carlsen-Verlag wird dieses Jahr von den Labels Bittersweet, Chicken House und Impress unterstützt, wobei letztes auch gleich 23 Autoren im Rahmen eines Blogger-Brunches zusammenbringen. Von ihnen werden Jennifer Wolf (Morgentau) und Stefanie Hasse (Book Elements), sowie Laura Kneidl (Light&Darkness), Carina Müller (Moonlit Nights) und Teresa Sporrer (Lost in Stereo) Freitag und Samstag signieren.

Die größte deutsche Leser-Community Lovelybooks wird am Samstag zwischen 14 und 16 Uhr für alle Mitglieder und solche, die es werden wollen ein Treffen veranstalten. Vorbeischauen lohnt sich, denn es werden Goodiebags verteilt.

Für die, die sich für Indie-Autoren interessieren, hat Amazon Publishing am Samstag- und Sonntagvormittag Lesungen und anschließend je ein Meet&Greet mit den erfolgreichsten Selfpublishern vorbereitet. An den gleichen Tagen lockt Neobooks mit interessanten Veranstaltungen rund ums Thema Selbstverlag und das neue Neobooks-Rookie-Programm.

Natürlich wird es auf der Messe noch viele weitere Veranstaltungen geben, doch bei so einer Auswahl müssen leider immer Prioritäten gesetzt werden. Wer sich selbst einen Überblick über die Messeevents schaffen will, dem empfehle ich das Messeprogramm von Philip’s Blog Book-Walk. Er hat die anstehenden Veranstaltungen der Verlage gesammelt und dort vorgestellt. Hier findet ihr sein Messeprogramm.

Autorin: Anna-Lena Krug, anni-chans-fantastic-books.blogspot.de

London Book Fair: Tipps für künftige Verlagsmenschen

London Book Fair: Tipps für künftige Verlagsmenschen

© Stephanie Hübner
© Stephanie Hübner

Nicht nur für die alten Hasen hielt die London Book Fair 2015 allerhand Seminare bereit. Auch die Young Professionals konnten dank entsprechenden Podiumsdiskussionen wertvolle Hinweise für die Karriereplanung mitnehmen. Unsere Top 10:

  1. Skill up! Helen Youngs von der Personalagentur inspired selections ruft alle Berufseinsteiger auf, sich ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen bewusst zu werden. „Erzählt welche besonderen, auch übertragbaren Fähigkeiten ihr mitbringt. Der Lebenslauf lässt das nicht immer erkennen.“ Ihr Tipp: Kompetenz-Tutorials auf lynda.com.
  2. Move around! Gute Einstiege bieten Volontariate (in UK sind das Assistenzstellen). Wenn ihr flexibel und aufgeschlossen seid, könnt ihr hier euer Organisationstalent beweisen. Ihr könnt lernen Märkte zu beobachten, Veränderungen schnell zu erkennen und Problemlöser zu sein. Erwerbt Social-Media-Know-How, versucht Webseiten zu bauen und setzt euch mit SEO auseinander. Sicher, alles kann man nicht können. Aber solches Basiswissen fördert abteilungsübergreifendes Denken – eine in London oft gehörte Wortkombination. Wer hier brilliert, hat gute Chancen weiterzukommen.
  3. Be nosy! Alison Baverstock (Kingston University) wünscht sich Nachwuchskräfte, die sich nicht scheuen Fragen zu stellen. Natürlich könnt ihr (noch) nicht alles wissen.
  4. Be self-confident! „Ein Studium im Verlagswesen gibt euch die Möglichkeit ein Leistungsangebot zu versprechen, noch bevor ihr aktiv werdet. Ihr wisst worauf es in jedem Job eines Verlagshauses ankommt, nicht nur in eurem. Nutzt das!“, fordert Baverstock.
  5. „Work for Indies!“, rät Bridget Shine, Vorstandsvorsitzende der Independent Publishers Guild. Praktika in unabhängigen Verlagen bieten oft umfassende Einblicke in alle Bereiche.
  6. Plan ahead! Überlegt euch, wo euer Platz in der Branche sein soll und plant mit welchen Schritten ihr das erreichen könnt. Das erleichtert sich zu fokussieren – selbst, wenn sich der Plan auf halbem Weg ändert.
  7. Network! In einer Industrie, die sich besonders durch die Menschen auszeichnet, die in ihr arbeiten, sind Beziehungen oft sehr wichtig.
  8. „Short applications!“, empfiehlt die Pengiun-Personalerin Ellie Pike. Gerade große Unternehmen suchen bei 2000 Einsendungen pro Stelle nicht lange nach Besonderheiten, sie müssen ins Auge stechen. Beständigkeit und Persönlichkeit sollten daraus klar hervorgehen. Das Anschreiben soll den Lebenslauf nicht wiederholen. Im Zusammenhang mit euren Fähigkeiten darf Beachtenswertes jedoch gern erzählt werden. Richtet den Text auf eure Wunschstelle aus und zeigt, dass das Verlagswesen genau euer Business ist. Berichtet zum Beispiel, was euch in einem Praktikum besonders gut gefallen hat.
  9. Practice video interviews! Die Digitalisierung macht auch vor Vorstellungsgesprächen nicht halt. Große Häuser verwenden im Auswahlprozess mittlerweile non-live und live Videointerviews. Vorbereitungen: Übt das Reden vor dem Bildschirm, überprüft eure Technik und sorgt für eine stabile Internetverbindung. Regel: Inhalt vor Style. Lasst den Anzug im Schrank und überzeugt die Personaler mit eurer Persönlichkeit. Kein Grund nervös zu sein. Zweck dessen ist, dass ihr in gewohnter Umgebung freier erzählen könnt. Achtung Falle: Insbesondere bei non-live Videos ist die Zeit begrenzt – aber auch in Echtzeit-Gesprächen solltet ihr nicht ins Schwatzen geraten.
  10. You are you! Versucht nicht euch zu verstellen, denn das wird auffallen. Bleibt authentisch, schließlich wollt ihr das im Job dann auch sein.

Hilfreiche Links:

http://www.ipg.uk.com/jobs

https://www.inspiredselection.com/

http://www.publishers.org.uk/careers-in-publishing/

https://prhcareers.wordpress.com/

Übrigens: Auch Studierende der naturwissenschaftlichen Studiengänge sind den Verlagen willkommene Fachkräfte. Sie können zum Beispiel Pricing Analytics Manager oder Systemarchitekten werden.

Autorin: Stephanie Hübner

London Book Fair: Digital wird Tradition

London Book Fair: Digital wird Tradition

Die London Book Fair ist um einiges kleiner, um einiges lizenzträchtiger und um einiges weniger Publikums-, denn mehr Fachmesse als Frankfurt (von Leipzig ganz zu schweigen). Die Atmosphäre ist geschäftig, von der Galerie der Olympia Hall aus wirkt der Ameisenhaufen besonders eindrucksvoll.

Die Messestände der Verlage gleichen riesigen Verhandlungsarealen. An unzähligen Tischen besprechen sich kleine und große Verhandlungsparteien. Mal geht es dort hochprofessionell zu, andere geben sich locker – british business-casual kann definitiv ein Auslöser irritierter Mimik sein. Mehr als ein Gespräch an den Empfangstresen der Verlage ist hier auf der Suche nach Informationen für Studium und Praktika leider nicht zu erreichen. Auf Facebook würden Internships gepostet, bitte da mal nachschauen. Social Media Channels sind hier definitiv angekommen. Überall Hashtags.

Pflichttermin für Young Professionals

Gelebte Digitalisierung bei der Vortragstechnik: Sobald die MickeyMouse-Kopfhörer auf den Ohren sitzen, ist die summende Geräuschkulisse der Olympia Hall ausgeblendet.   (Man beachte das Handy im Handy im TV.) © Stephanie Hübner
Gelebte Digitalisierung bei der Vortragstechnik: Sobald die MickeyMouse-Kopfhörer auf den Ohren sitzen, ist die summende Geräuschkulisse der Olympia Hall ausgeblendet.
(Man beachte das Handy im Handy im TV.) © Stephanie Hübner

Und trotzdem lohnt sich ein Besuch der London Book Fair für jeden, der einen Einstieg in die Branche finden möchte. Denn hier wird alles diskutiert, was den Buchmarkt bewegt: Berufseinstieg, (Workflow)-Trends bei Verlagen und Dienstleistern, Mehrwert von Bloggern für die Buchbranche, Merkmale des mexikanischen Buchmarkts (Gastland!), Cross Media Strategien, neue Geschäftsmodelle, um nur eine Auswahl zu nennen. Die LBF hat ein so umfassendes Seminarprogramm, dass der Besucher oft zwischen zwei bis drei favorisierten Veranstaltungen wählen muss, die alle gleichzeitig stattfindenden. Auf den Podien steht ein internationaler Mix erfahrener Buch- und Medienmenschen und erzählt von den neuesten Entwicklungen ihrer Unternehmen und Spezialmärkte. Nach Vorträgen gibt es oft noch eine Diskussionsrunde, sie muss aus Zeitgründen aber auch oft abgebrochen werden, denn der nächste Redner steht in den Startlöchern. Es fühlt sich ein bisschen an wie Uni-Alltag – nur mit umgekehrtem Professoren-Studenten-Anteil und schneller wechselnden Vorlesungen.

Absurde „neue“ Medien

International ist es nicht anders als in der deutschen Verlagslandschaft – der digitale Wandel beschäftigt die Branche immens und noch immer werden Lösungen von vielen Verlagen offensichtlich lieber diskutiert als umgesetzt. Nach wie vor lässt sich Unsicherheit auf diesem Gebiet beobachten. Hier (t)wittern die Publishing-Dienstleister ihre Chance. Tatsächlich entsteht der Eindruck, dass diese ihrer Zielgruppe in Sachen Digitalmentalität einiges voraus haben, denn es tauchen viele misstrauische Nachfragen zum Mehrwert medienneutraler Cloud-Systeme und crossmedialer Lösungen auf.

Trial and succeed or error!

Es ist der Geschäftsführer des kleinen Verlags Unique Inspiration aus Birmingham, der sein intermediales Kinderbuchprojekt Aku&Kamu vorstellt und dabei erklärt, dass er und seine Kollegen oft zwar mehr Projektmanager als Verleger seien. Doch weil der Content über verschiedene Kanäle verbreitet werden soll, mussten sie erkennen, dass sie nicht für alle Medien Experten sein können. Die Aufbereitung als App oder Serie werden deshalb an globale Dienstleister gegeben. Und damit seien sie in Europa und Asien sehr erfolgreich. Eine Zuschauerin möchte wissen, wie er das angefangen habe. Trial and error, sagt Asif Bashir: „Just make it.“ Nach der Vorstellung möchte sie mehr darüber wissen. Bashir gibt ihr seine Karte, er müsse leider zu einem Termin. Da wartet bestimmt die nächste Lizenzverhandlung…

Autorin: Stephanie Hübner

London Book Fair: Ein erster Einblick

London Book Fair: Ein erster Einblick

Ein paar Lerchen sind im Moment nicht in den Hörsälen der HTWK Leipzig unterwegs, sondern auf der London Book Fair. Damit ihr nichts verpasst, berichten wir hier von den aktuellen Highlights der Messe!

London Book Fair 2015 © Jana Kapfer
London Book Fair 2015 © Jana Kapfer

Gestern zum Auftakt der London Book Fair begeisterte uns vor allem das Seminar zum Thema „The Principles of Successful Book and Book Cover Design“. Vier Experten diskutierten die Frage, ob der Markt ein Buch nach seinem Umschlag beurteilt. Besonders wichtig seien bei einem Buchcover der Zusammenhang mit dem Content, der „lust factor“, also die gute Idee, bzw. der Unterschied zu anderen Werken und eine klare Hierarchie von Autor und Titel. Als „golden rule“ wurde die Regel „Be clear before you are clever“ ausgemacht. Man sollte also immer erst an die entscheidenden Aspekte wie z.B. den Titel und die Abbildungen denken, bevor man typografische Detailfragen diskutiert.

Das humorvolle Ende der Gesprächsrunde bildete schließlich ein Vergleich der Gewinnerin eines Designpreises: Mit dem Buchdesign sei es wie mit Pippa Middletons Hinterteil – eine gute Verpackung kann große Begeisterung auslösen, selbst wenn man den Inhalt nicht kennt!

Autorin: Jana Kapfer