Slow Life – Was wir davon lernen können, viel Zeit zu haben

Von einem Tag auf den anderen wurden Geschäfte, Schulen und Restaurants geschlossen. Dieses Jahr haben wir etwas Unbekanntes erlebt, etwas Erschreckendes und Verwirrendes. Manche Menschen trafen die Einschränkungen härter als andere. Doch eines hatten plötzlich alle im Überfluss: Zeit.

Zeit im Überfluss

Wir sind es gewohnt jede freie Sekunde unseres Lebens etwas zu tun. Am besten mehrere Dinge gleichzeitig. Multitasking ist mittlerweile nicht nur noch eine den Frauen zugesprochene Fähigkeit, sondern Alltag aller Menschen. Möchte man sich entspannen, wird eine Netflix-Serie geschaut, während man mit seinen Freunden auf WhatsApp chattet. Man befindet sich andauernd in einem Wettrennen mit der Zeit, keine Sekunde darf ungenutzt verbracht werden und wie langweilig, sich nur auf eine Sache gleichzeitig zu konzentrieren, richtig?

Loslassen

In unserer heutigen Zeit entwickelt sich alles mit unglaublicher Geschwindigkeit, jeden Tag wachen wir auf und müssen uns erst einmal informieren, was gestern und während wir geschlafen haben schon wieder Neues dazugekommen ist. Burn-outs sind keine Seltenheit mehr und jeder scheint immer im Stress zu sein. In unserer Gesellschaft wird diese toxische Produktivität sogar gepriesen und bewundert.

Kunst der Entschleunigung

Hier schreitet die Philosophie des langsamen Lebens ein. Diese kann Stress und Hektik natürlich nicht komplett beseitigen, denn das gehört zu unserem Alltag in Maßen dazu. Das ist aber auch gar nicht das Ziel.
Man soll also mit höherer Aufmerksamkeit und Intention die alltäglichen Aufgaben erledigen. Während des Essens nicht den Fernseher anschalten, kein Buch lesen oder sich anderweitig ablenken. Einfach Essen und genießen soll ein Wunder für die Verdauung sein. Für die Aktivitäten die dich glücklich machen sollst du dir Zeit nehmen und dich voll auf sie konzentrieren. Denn Zeit sollte man wie Geld für Dinge ausgeben, die Wert für uns haben. Geizig mit der Zeit, die man für sinnloses scrollen, sorgen und negative Gedanken ausgibt und großzügig mit der Zeit die wir für Menschen, die uns am Herzen liegen, Kochen von leckerem Essen oder Bewegung ausgeben. Nicht gleich nach dem Aufstehen ans Handy gehen und sich direkt in diese komplexe, anstrengende Welt befördern.

Ruhe kann man in allem finden, genau wie die Hektik. Finde deine Dankbarkeit wieder, denn das Leben sollte kein Wettlauf gegen die Zeit sein. Eine Aufgabe auf einmal zu erledigen ist völlig in Ordnung und lässt dich deine Konzentration und Leidenschaft dafür wiederfinden. Es geht darum im Hier und Jetzt zu leben und auch wenn das eine allseits bekannte Weisheit ist, vergessen wir sie gerne. Im Hier und Jetzt zu leben bezieht sich nicht nur auf die Momente, in denen wir etwas Verrücktes oder für uns einmaliges erleben. Denn die meiste Zeit verbringen wir mit den alltäglichen Aufgaben. Diese wollen wir doch nicht einfach verleben, ohne sie wirklich mitzubekommen. Oder?

Autorin: Senta Keller
Bildquelle: https://www.artus.at/image/files-HeaderGeschichteMiddle.jpg

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