Aufgeschlagen: „Herzschlag der Gewalt“ von Matthias Soeder

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Als ich von einer ehemaligen Studentin der HTWK kontaktiert wurde und sie mir das Buch, den Inhalt und den Autor näher bringen wollte war ich anfangs sehr skeptisch. Der Klappentext wird dem Inhalt des Buches meiner Meinung nach nicht gerecht, denn der Leser erwartet schon fast einen 0815-Geheimagenten-Thriller mit etwas Action und Blut. Meine Kontaktperson beschrieb mir den Autor und die Hintergründe des Buches und letzten Endes bin ich neugierig geworden und wollte dem Buch eine Chance geben.

Zu dem Autor: Matthias Soeder hat die Schule des Schreibens absolviert und sein erstes großes Projekt „Herzschlag der Gewalt“ hat ihm keine Ruhe gelassen. Die Geschichte schlug Wurzeln in seinem Kopf, die so ein großes Durcheinander waren, dass der Autor die Handlungen erst einmal ordnen musste. Auch nach monatelangen Pausen und Rückschlägen, hat er sich nicht davon abbringen lassen, diesen Roman zu schreiben und dann selbst zu publizieren. Mein Interesse für das Buch läutete schlicht und einfach von der Person die dahinter steckt.

Worum geht es?

Das Buch steigt sofort brutal ein. Wir verfolgen einen Agenten in Kenia, 2010, dessen Tarnung ganz offensichtlich aufgeflogen ist. Er wird von seinen Peinigern in die Wüste gefahren, nachdem sie ihn übel zugerichtet haben und dort ausgesetzt. Der perfide Plan seiner Gegner geht auf: Ein Rudel Hyänen wittert seine Fährte, nimmt die Verfolgung auf und erledigt den Agenten schließlich, indem sie ihn bei lebendigem Leibe qualvoll auseinander reißen.

Danach springt die Handlung nach Deutschland und wir lernen eine der Hauptpersonen des Romans kennen: Alexander Hartmann. Sein Leben wird in allen Einzelheiten beschrieben und macht es dem Leser leicht, zu verstehen warum Alexander ist wie er ist. Er wird einige Umwege nehmen, bevor er seinen Job als Geheimagent annimmt. Alexander ist ein Charakter, der sein Wort hält und dem Gerechtigkeit sehr wichtig ist. Seine schwere Vergangenheit hat ihn sehr geprägt und er gehört der Sorte Mensch an, die lieber als Einzelgänger durch das Leben schreiten. Doch dann trifft er eine Frau, die sein Leben auf den Kopf stellt und für die er sein Leben ändern möchte. Doch bevor dies Wirklichkeit wird, zeigt das Schicksal sich von seiner grausamsten Seite.

Im weiteren Verlaufe des Buches wird eine zweite Person in den Mittelpunkt gerückt: Chibala. Auch ihn begleiten wir von Kindesbeinen an. Sein Leben beginnt in Mogadischu, Ostafrika. In einem Krisengebiet muss er täglich mit Tod und Leid umgehen und ein Schicksalsschlag zwingt ihn dazu die Stadt zu verlassen. Mit seinen letzten Kraftreserven flieht er in ein Flüchtlingslager. Dort angekommen lernt er Baakir kennen – die einzige Person, die ihm in seinem Leben etwas bedeuten wird.

Die Handlungsstränge springen zwischen Deutschland, Ostafrika, Kolumbien und dem arabischen Meer hin und her und der Roman spielt zwischen 1985 und 2010. Zwischendurch werden auch andere Personen die Geschichte aus ihrer Sicht mit Taten untermauern, aber Alexander und Chibala bleiben die wichtigsten Charaktere. Ihre Handlungen werden stetig spannend aufgebaut, bis sich überschneiden und aufeinander treffen. Was genau zwischen diesen beiden starken Männern, die einige Gemeinsamkeiten teilen, geschieht müsst ihr selber lesen.

Meine Meinung:

Mich hat das Buch definitiv überrascht. Die Handlung ist sehr gewaltig und wechselt häufig zwischen den Schauplätzen und Charakteren hin und her, aber dadurch bekommt der Leser einen besseren Draht zu Chibala, Alexander und den ganzen Machenschaften die sich abspielen. Das Buch sollte nicht nach seinem Klappentext beurteilt werden, denn dieser wird dem Buch bei Weitem nicht gerecht.

Matthias Soeder versteht es, den Leser mit einem guten Schreibstil zu unterhalten. Auch hat er ein Gespür dafür Spannung aufzubauen und Plot-Twists zu geeigneten, aber dennoch unerwarteten Zeitpunkten, einzuspeisen.

Natürlich gibt es hier und da Verbesserungsmöglichkeiten was den Schreibstil angeht, aber es ist ein Erstlingswerk und das sollte nicht vergessen werden. Auf einigen Blogs werden die romantischen Szenen kritisiert. Es sei offensichtlich, dass die Beschreibung dieser Szenen dem Autor unangenehm gewesen sei. Bedingt stimme ich dieser Meinung zu. Obwohl die Szenen handwerklich gut geschrieben sind, gehören sie nicht zu den Stärken Soeders, der sich besser darauf versteht Verschwörungen und brutale Szenen sehr bildlich und somit realistisch zu beschreiben. Ab den ersten 50 Seiten war ich in der Geschichte gefangen und konnte das Buch nur schwer zur Seite legen, daher ist dieses Erstlingswerk eine ausdrückliche Empfehlung. Zwar geht es des Öfteren sehr brutal zu, aber davon lebt der Roman auch zum Teil, denn meiner Meinung nach sollten solche Szenen, die in der Tat realen Bezug haben, nicht verharmlost werden.

© Matthias Soeder

 

 

Matthias Soeder: Herzschlag der Gewalt

ISBN 978-3-00-050876-9

TB, 430Seiten

13,90 €

 

 

 

Autorin: Jana Menke

Lerche Liest: Bücher … der besonderen Art

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Die Bücher die ich euch heute vorstellen möchte, haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam, doch wenn man sie gelesen hat, wird einem klar, dass sie sich sehr wohl ähneln – sie sind alle besondere Werke, die man mehr oder weniger auf dem Schirm hat. Die einen haben viel Aufmerksamkeit erlagt und die anderen sind leider etwas untergegangen und vielen nicht geläufig. Ich hoffe, dass diese Bücher den einen oder anderen genauso begeistern können wie mich und die unbekannteren Geschichten mehr Anklang und Popularität erhalten.

„To your eternity 1“ von Yoshitoki Oima

© Egmont Manga

 

Dieser großartige Manga besticht nicht nur durch detaillierte Zeichnungen, sondern auch durch einen Schutzumschlag in Pastellfarben (was bei Mangas eher selten der Fall ist).

Ein Wesen mit der Gabe seine Form zu verändern (mal ist es ein Stein, mal ein Tier), wird auf der Erde ausgesetzt. Eine Welt die diesem Wesen vollkommen unbekannt ist. Das Schicksal führt das Wesen (mittlerweile in Wolfsgestalt) und einen jungen Menschen zusammen. Sie werden einige Zeit miteinander verbringen, aber ihre Wege trennen sich schneller als gedacht. Den weiteren Verlauf dieser Geschichte müsst ihr selber lesen, schließlich möchte ich nicht „spoilern.“ Aber in jedem Fall lohnt sich ein Blick auf die wunderbaren Bilder und die grandios erzählte Geschichte.

 

Egmont Manga

Taschenbuch mit SU, 7,00 Euro

ISBN: 978-3-7704-9789-8

Mehr Infos unter: https://www.egmont-manga.de/buch/to-your-eternity-01/

 

„Schattenspringer – wie es ist, anders zu sein“ von Daniela Schreiter

© Panini Comics

Autismus – was ist das eigentlich? Viele von uns haben schon einmal davon gehört und wissen ungefähr was das ist. Falls dies nicht der Fall ist, liefert Google verständliche Erklärungen. Damit hätten wir die Definition für Autismus, aber keine Antwort darauf, wie es sich anfühlt Autist zu sein. In dieser liebevoll gestalteten Graphic Novel erklärt Daniela Schreiter wie es sich anfühlt als Asperger-Autistin zu leben. Mit interessanten Bildern und Informationen aus erster Hand, bekommt der Leser eine Ahnung davon, was Autismus ist und wie es sich damit lebt.

 

 

 

 

Panini Verlags GmbH

HC, 160 Seiten, 19,99 Euro

ISBN: 978-3-86201-950-2

Mehr Infos unter: https://www.paninishop.de/schattenspringer-wie-es-ist-anders-zu-sein-i10410.html

 

„13 – Das Tagebuch“ von Carl Wilckens

© acabus Verlag

Dieses Buch hat mir eine Mitarbeiterin des Verlages auf der Leipziger Buchmesse empfohlen. Sie war so begeistert von dem Buch und hat mich sofort angesteckt. Häufig kommt es vor, dass man nach dem Lesen enttäuscht ist, weil man sich viel erhofft hat. Was soll ich sagen? Die Begeisterung hält an!

„Ich war elf, als ich zum ersten Mal tötete“ ist einer der Sätze die dem Leser sofort in das Auge springen. Der Klappentext macht neugierig, lässt aber erahnen, dass das Buch eine sehr düstere Handlung beinhaltet. Der Leser wird auf eine unglaubliche Reise mitgenommen. Eine Reise mit Höhen und Tiefen, unvorhergesehenen und überraschenden Geschehnissen. Oft lässt es einen atemlos zurück.

 

acabus Verlag

Paperback, 260 Seiten, 13,00 Euro

ISBN: 978-3-86282-473-1

Mehr Infos unter: https://www.acabus-verlag.de/belletristik_9/fantasy_4/low-fantasy_49/13-dreizehn_1273.htm

 

„Die Geschichte der Bienen“ und „Die Geschichte des Wassers“ von Maja Lunde

© RandomHouse
© RandomHouse

Maja Lundes Romane sind seit Wochen auf der Bestseller-Liste und werden als Buch-Hit des Jahres gefeiert. Die Themen die Lunde in ihren Romanen behandelt, sind aktuell und für jeden greifbar.

Denn was passiert, wenn die Bienen aussterben und wie wird unsere Zukunft ohne sie aussehen? Wie geht die Menschheit damit um, wenn das Trinkwasser knapp und Wasser weltweit zu einem Luxusartikel wird?

Die Handlungen sind teilweise erschreckend, aber realistisch. Die Geschichten sind wahnsinnig gut recherchiert und lassen den Leser darüber nachdenken, was die Menschheit mit Ihrem Dasein bewirkt.

Der Wunsch etwas zu ändern wird am Ende der Bücher laut und ist wahrscheinlich auch Ziel der Autorin gewesen. Die beiden Romane sind Teil eines „Klima-Quartetts“. Wir dürfen also gespannt, auf weitere schockierende Werke von Maja Lunde, sein.

btb-Verlag (RandomHouse)

Gebundene Ausgaben mit SU, je 20,00 Euro

ISBN: 978-3-442-75684-1 und 978-3-442-75774-9

Mehr Infos unter:

https://www.randomhouse.de/Buch/Die-Geschichte-der-Bienen/Maja-Lunde/btb-Hardcover/e492023.rhd

https://www.randomhouse.de/Buch/Die-Geschichte-des-Wassers/Maja-Lunde/btb-Hardcover/e534656.rhd

 

An dieser Stelle danke ich den Verlagen, die mir  diese Bücher als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt haben!

Autorin: Jana Menke

 

5 Gründe, warum Erwachsene Kinderbücher lesen sollten

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Kinderbücher sind nichts für Erwachsene. Oder ist der Name vielleicht doch nicht Programm?

„Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry gilt schon lange, auch für Erwachsene, als lesenswert. Die Botschaften sprechen Menschen jeden Alters an. Andere Kinderbücher werden jedoch meist sträflich vernachlässigt. Hier findet ihr Gründe, warum auch Erwachsene Kinderbücher lesen sollten und was wir vielleicht sogar daraus lernen können.

Grund #1: Die Nostalgie in Kinderbüchern

Kinderbücher bergen Erinnerungen, das steht außer Frage. An Tagen, an denen alles schiefläuft, kann ein Kinderbuch, wie eine warme Decke, Wunder wirken. Oft werden beim Blättern der Seiten Erinnerungen wachgerufen, von deren Existenz man gar nichts mehr ahnte. Auf einmal schwelgt man in Reminiszenz, wie man im Garten saß und von Kobolden und Räubern gelesen hat. Oder daran, wie die Eltern abends im Bett immer vorgelesen haben, selbst als man eigentlich alt genug war, um selbst zu lesen. Und hat man erst einmal damit angefangen, fällt es schwer, wieder aufzuhören.

Grund #2: Die Illustrationen in Kinderbüchern

Warum werden Bücher für Erwachsene eigentlich nicht illustriert? Wenn wir Sonderausgaben und Sammelbände einmal außer Acht lassen, dann findet man nur äußerst selten Illustrationen in „Erwachsenenbüchern“. Natürlich ist es wunderbar, der eigenen Fantasie freien Lauf lassen zu können. Bilder können jedoch auf einer ästhetischen Ebene ein ganz anderes Leseerlebnis bieten und unsere Vorstellungen maßgeblich beeinflussen.

Beispielsweise haben Illustratoren wie Ingrid Vang Nyman, Rolf Rettich und Katrin Engelking das Bild von Pippi Langstrumpf über Jahre hinweg grundlegend geprägt. Für viele ist es heute fast unmöglich, sich Pippi anders vorzustellen, als in dem Stil der Illustrationen der Bücher, die man als Kind gelesen hat und deren Worte sich durch kunterbunte Bilder visualisierten.

Grund #3: Die kleinen Dinge in Kinderbüchern

Wer ein Kinderbuch schreibt, der macht sich ohne Frage Gedanken um seine Zielgruppe. Und mehr noch als in anderen Genres, haben Autoren es hier mit einer Leserschaft zu tun, die es zu fesseln gilt. Das Schöne daran? Kinder lassen sich von so vielen Dingen in den Bann ziehen. Und so können uns Kinderbücher in Erinnerung rufen, wie wichtig es ist, einen Blick auf die Dinge zu werfen, die wir im Alltag sonst schnell aus den Augen verlieren. Frei nach dem Zitat „Don’t grow up, it’s a trap!“, können wir so bewusster und ein bisschen kindlicher durch den Tag gehen.

Grund #4: Die Fantasie in Kinderbüchern

Während man sich bei Fantasy-Romanen oft lang in eine Welt oder ein magisches System einlesen muss, wird das bei Kinderbüchern oft einfach übersprungen. Dafür sind ja die Bilder da. Wenn jemand zaubern kann, das ist das halt so. Es gibt Einhörner? Vollkommen klar. Mäuse führen ihre Leben wie wir und schlafen in Hochstockbetten? Nicht mal der Frage wert. Die Selbstverständlichkeit, mit der fantastisches in Kinderbüchern geschieht, ist erfrischend. Ein bisschen Fantasie kann schließlich nie schaden. Denn schon Peter Pan sagte „Nur die Fröhlichen, Unschuldigen und Herzlosen können fliegen.“

Grund #5: Der neue Blickwinkel in Kinderbüchern

Mit fünf Jahren hinterfragt man die Inhalte, Figuren oder Botschaften von Kinderbüchern nicht. Das können wir heute nachholen. Kinderbücher wieder zu lesen, bietet die Gelegenheit, Fragen zu stellen und kritisch zu sein. Werden wir nicht alle mit dem Alter weiser? Heute kann man mit einem größeren Horizont und dank all der Bücher, die man bereits gelesen hat, Dinge viel besser einordnen. Es lohnt sich, die Texte einmal mit prüfenden Blick zu lesen und sich zu fragen: Was soll mir als Leser oder Zuhörer vermittelt werden? Und was halte ich davon? Wird mit Stereotypen gearbeitet? Welchen Problemen müssen sich die Protagonisten stellen und wie lösen sie diese? Welche Charaktere haben eine Vorbildfunktion? Wollte ich früher einmal so sein? Wäre ich noch heute gerne so? Und unabhängig davon, wie das Ergebnis letztendlich ausfällt: Man kann auf jeden Fall etwas für sich mitnehmen.

Autorin: Paula Heinze

Gaumenschmaus zum Literaturgenuss – Eine kulinarische Reise durch Bücherwelten

Gaumenschmaus zum Literaturgenuss – Eine kulinarische Reise durch Bücherwelten

Lesen ist ein Genuss! Aber nicht nur für den Kopf, sondern auch für den Gaumen. Um die Lektüre noch köstlicher zu gestalten, findet ihr hier einige literarische Häppchen mit dem passenden Leckerbissen aus der Küche für einen gelungenen Literaturgenuss.

Viel Spaß beim Ausprobieren, Schmökern und Genießen!

 

Die Drachenwerft (Rainer Braune)

Darum geht es:

Gilles wächst zwischen enggestellten Häusern, dem abgründigen See und unheimlichen Apfelgärten auf. In seiner Nachbarschaft leben ein musikvernarrter Metzger, die rätselhafte Zettelheim und Mitschüler, die ihm nichts Gutes wollen. Immerhin glaubt er sich unsterblich. Vor allem aber sehnt er sich danach mit seiner Geige aus dem tristen Alltag auszubrechen und den pfeifenden Herzögen zu folgen.

Zum Literaturgenuss schmeckt:

Gedeckte Apfeltorte

Foto: CC Pixabay

Zutaten

Für den Teig:

  • 300g Mehl
  • ½ Päckchen Backpulver
  • 1 Ei
  • 100g Zucker
  • 125g Butter oder Margarine
  • 2EL Milch
  • 1 Prise Salz
  • 1 Päckchen Vanillezucker

Für die Füllung:

  • 1,5kg Äpfel
  • 50g Zucker
  • 1EL Zitronensaft
  • 25g zerlassene Butter
  • 1 Messerspitze Zimt
  • 50g gestiftete Mandeln
  • 2EL Weinbrand oder Rum
  • 2 Eigelb
  • Etwas Aprikosenmarmelade

Zubereitung

Teig:

Aus allen Zutaten zügig einen Mürbeteig kneten und 30 Minuten kaltstellen. Dann den Teig teilen und dreiviertel davon in eine gut gefettete Springform drücken. Das Ganze 15 Minuten bei 250°C vorbacken und dann die Apfelfüllung hineingeben.

Füllung:

Die geschälten Äpfel in nicht zu feine Spalten schneiden. Diese dann in einen Topf geben und mit Zucker, Zimt, Zitronensaft, Butter und Rum vermischen. Im eigenen Saft einige Minuten dämpfen und dann vom Herd nehmen. Als nächstes die Mandeln unterheben und dann in die vorgebackene Teigform geben.

Den übrig gebliebenen Teig ausrollen und ein Teiggitter über die Apfelfüllung ziehen. Das Gitter mit zwei Eigelb und etwas Aprikosenmarmelade bestreichen und die Torte bei 200°C backen, bis das Gitter goldbraun ist. Mit Vanilleeis beim Schmökern genießen!

 

Das Buch, in dem die Welt verschwand (Wolfram Fleischhauer)

Darum geht es:

Im Jahr 1780 geht der junge Nürnberger Arzt Nicolai Röschlaub einer Reihe merkwürdiger Todesfälle nach. Begleitet wird er von einer rätselhaften jungen Frau. Seine Suche nach Antworten führt ihn nicht nur an die äußersten Grenzen des Landes, sondern stellt auch seine Überzeugungen in Frage. Doch er muss sich beeilen, denn die Zeit drängt und das Geheimnis ist aus einem Stoff, der ganze Welten zerstören kann.

Zum Literaturgenuss schmeckt:

Balsamicobraten

Foto: CC Pixabay

Zutaten

  • 2EL Butter
  • 800g Rindfleisch (idealerweise aus der Schulter)
  • 1EL Mehl
  • 1 große Zwiebel, geviertelt
  • 100ml Balsamico-Essig
  • 200ml Fleischbrühe
  • 300ml Sahne
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

Zuerst das Fleisch mit Mehl bestäuben. Dann die Butter erhitzen und das Fleisch mit den Zwiebeln von allen Seiten gut anbraten. Dabei darauf achten, dass die Zwiebeln nicht zu dunkel werden. Den Essig dazu gießen und vollständig verdampfen lassen. Dann das Fleisch mit Salz und Pfeffer bestreuen und als nächstes die Fleischbrühe sowie die Sahne dazu geben. Anschließend einen gut schließenden Deckel aufsetzen, die Hitze reduzieren und etwa drei Stunden schmoren lassen. Nach dem Ende der Garzeit das Fleisch in Stücke schneiden und mit der gebundenen Soße zu Knödeln und Rotkohl vertilgen.

 

Elefant (Martin Suter)

Darum geht es:

Ein kleiner rosa Elefant, der in der Dunkelheit leuchtet, verzaubert die Menschen. Ganz plötzlich taucht er in der Schlafhöhle des Obdachlosen Schoch auf. Woher das seltsame kleine Tier kommt und wie es entstanden ist, weiß nur einer: der Genforscher Roux. Er will daraus eine weltweite Sensation machen und sein angegriffenes Ego wiederherstellen. Doch der burmesische Elefantenflüsterer Kaung, der die Geburt des Tieres begleitete, hat ihm den kleinen Elefanten gestohlen. Er ist der Meinung, dass so etwas Besonderes versteckt und beschützt werden muss als es weltweit zu präsentieren.

Zum Literaturgenuss schmeckt:

Waldbeeren-Tiramisu

Foto: CC Pixabay

 

Zutaten

  • 250g Waldbeeren
  • 600g Joghurt
  • 2EL Zitronensaft
  • 4EL Zucker
  • 125g Biskotten
  • 100ml Orangensaft

Zubereitung

Zuerst Joghurt, Zitronensaft und Zucker zu einer Creme vermengen. Dann die Hälfte der Biskotten in Orangensaft tauchen und den Boden einer Kastenform damit auslegen. Die Hälfte der Creme darauf verteilen und anschließend die Waldbeeren darauflegen. Eine zweite Lage Biskotten darüber schichten und mit dem übrigen Orangensaft beträufeln. Die restliche Creme darauf verteilen und zum Literaturgenuss vernaschen!

 Viel Spaß beim Ausprobieren und Schlemmen!

Autorin: Frances Liebau

Philip K. Dick – Nur weil ich paranoid bin, …

Philip K. Dick – Nur weil ich paranoid bin, …

… heißt das nicht, dass sie mich nicht verfolgen.

Dieser Spruch, der auf einem Plakat in Philip K. Dicks Wohnung zu finden war, ist bezeichnend für das Leben eines der größten Science Fiction Autoren der Welt. Getrieben von seinen eigenen Ängsten und wiederholten Panikattacken schuf Philip K. Dick (kurz PKD genannt) sich durch seine Bücher eine eigene Realität, die zunehmend mit seiner Wahrnehmung der Wirklichkeit verschmolz.

Bedeutung für das ganze Genre

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PKD als Siebdruck © Pete Welsch

Philip K. Dick half durch sein Schaffen mit, das Genre der Science Fiction aus der pulp era in das goldene Zeitalter zu führen. So wurden Science Fiction Geschichten davor eher als Schund (engl. pulp) betrachtet, was sich auch in der billigen Verarbeitung und den trashigen Covern bemerkbar machte.

Die Protagonisten in seinen Romanen sehen sich meist wandelnden Realitäten gegenüber, die nur schwer von der Wirklichkeit zu unterscheiden sind. So wissen sowohl die handelnden Personen als auch der Leser selbst am Schluss häufig nicht, ob er seiner Wahrnehmung, bzw. dem Gelesenen, trauen kann. Ebendiese Mehrschichtigkeit und die oftmals ungeklärten Enden seiner Geschichten machen für viele Leser den Reiz aus.

Das isolierte Leben des Philip K. Dick

PKD widmete sich nach einer Panikattacke komplett dem Schreiben und zog sich immer weiter aus der Gesellschaft zurück. So bereiteten ihm alltägliche Dinge, wie ein Essen in einem Restaurant oder die Fahrt mit dem Bus, zunehmend Probleme. Seine Wohnung wurde zu seinem Rückzugsort, den er zunehmend seltener verließ. Er sah sich von nun an eher als ein außenstehender Beobachter des Lebens als ein teilnehmender Akteur. So konzentrierte er all seine Energie, die vor allem durch die Einnahme von Medikamenten und Amphetaminen bedeutend verstärkt wurde, auf das Schreiben von Science Fiction Geschichten. Die Mischung aus verschriebenen Pharmazeutika und Drogen verursachte bei ihm zunehmend Halluzinationen, die er in seine Geschichten einflocht.

Der Drogenkonsum sowie die Überwachung durch CIA und FBI, ausgelöst durch ein Treffen mit Drogensüchtigen, Linken und Black Panther in seinem Haus, und ein Einbruch in seine Wohnung verstärkten seine Paranoia. Dies führte dazu, dass er sowohl der Regierung als auch allen Menschen in seinem Umfeld anfing zu misstrauen.

Orthogonaler Zeitstrom

PKD glaubte an die Existenz einer orthogonalen Zeitachse, die im rechten Winkel zu unserer horizontalen Zeitachse verläuft. Aus den Schnittpunkten dieser Zeitachsen, die Philip K. Dick glaubte wahrzunehmen, bezog er seine Informationen über die Zukunft. So meinte er seinen eigenen Tod bereits zu Lebzeiten deutlich vor sich sehen. In einem Brief an eine Freundin beschrieb er, dass er in einer Art traumartigen Zustand seine eigene Leiche zwischen Couchtisch und Sessel mit dem Gesicht zum Boden erblickt hatte. In ebendiesem Zustand fand man ihn acht Jahre nach dem Versenden des Briefes tot in seiner Wohnung.

Viele Fans sehen darin einen Beweis, dass Philip K. Dick zukünftige Dinge wahrnahm, die sonst niemand sehen konnte. Anderseits ist anzumerken, dass er den ganzen Tag in diesem Sessel an der Schreibmaschine verbrachte und somit sein Tod in dieser Position durchaus wahrscheinlich war.

Autor: Robert Rebbe

J. F. Cotta: Der Napoleon des deutschen Buchhandels

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Zwei der weltweit bekanntesten deutschen Schriftsteller, Goethe und Schiller, außerdem mit Wieland und Herder die beiden anderen Geistesgrößen des Weimarer Viergestirns. Jean Paul, Fichte, Hölderlin, Hegel, Pestalozzi und Alexander von Humboldt – alle hatten sie denselben Verleger. Im Vergleich zu seinen Autoren, ist sein Name jedoch weniger geläufig: Johann Friedrich Cotta. Wer war der Mann, der die aufklärerischen Ideale und Ideen, viele philosophischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse einer ganzen Epoche unter seinem Haus vereinigte?

Geboren wurde Cotta 1764 in Stuttgart. Er studierte Mathematik, Geschichte, Jura, ehe er mit 23 Jahren die wenig glanzvolle, Cotta’sche Verlagsbuchhandlung seines Vaters in Tübingen übernahm. Obwohl er zunächst wenig Interesse an der Übernahme hatte, formte Cotta in wenigen Jahren aus dem provinziellen Kleinunternehmen den bedeutensten Universalverlag seiner Zeit. Er verlegte über 60 Zeitungen und Zeitschriften, u. a. Schillers Horen, wichtige wissenschaftliche Werke, betrieb einen Kunst- und Landkartenverlag und besonders die Klassiker von Goethe und Schiller hatten eine Strahlkraft über die Landesgrenzen hinaus.

Der Aufstieg der Cotta’schen Verlagsbuchhandlung

Wie war dieser Aufstieg in kurzer Zeit möglich? Es waren weniger glückliche Umstände als enormer Arbeitsdrang, feiner Charakter, unternehmerisches Genie und politisches Talent. Doch eine glückliche Vermittlung spielte gerade zu Beginn eine wichtige Rolle: 1793 traf Cotta in Tübingen durch Initiative des dortigen Philosophieprofessors und ehemaligen Lehrers von Schiller auf ebendiesen. Aus diesem Treffen entwickelte sich eine enge persönliche Verbindung und Zusammenarbeit mit dem zu diesem Zeitpunkt bereits weithin bekannten Dichter. Dieser war es dann auch, der den Kontakt zu Goethe und den anderen beiden Weimarern herstellte. Damit war der Grundstein für den Aufstieg der Verlagsbuchhandlung und weiterer Unternehmungen gelegt.

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Nachwirkungen

In seinem umtriebigen Leben, in dem er auch etliche Herausforderungen zu bewältigen hatte, brachte Johann Friedrich Cotta eine Vielzahl an ökonomischen, technischen, kulturellen und politischen Unternehmungen auf die Bahn. Beispiele: Revolutionierung der Drucktechnik durch den Einsatz von Dampfmaschinen, Beteiligungen an einer Papier- und Maschinenfabrik, Erwerb eines Landgutes zur modernen Schafszucht, Gründung einer gemeinnützigen Sparkasse, Beratung und diplomatische Hilfe für Fürsten und Regierende.

Doch besonders seine Leistungen für die deutsche Buchlandschaft sollen uns hier interessieren: Mit hohen Honoraren und zukunftsweisenden Verträgen war er ein Vorkämpfer der Autorenrechte. Das Urheberrecht des Autors und das Besitzrecht des Verlages wurden sorgsam getrennt, was der Kapitalisierung des Gewerbes dienlich war. Er wirkte für Reformen des Buchhandels und setzte sich gegen den Nachdruck und für die Pressefreiheit ein. 1832, im selben Jahr wie Goethe, mit dem er bezüglich den Honoraren auch schon mal aneinander geraten war, starb – inzwischen geadelt – Johann Friedrich Freiherr Cotta von Cottendorf.

Sein Wirken reicht bis in unsere Zeit: Die Cotta’sche Verlagsbuchhandlung wurde 1977 von der Klett-Gruppe übernommen und firmiert seitdem unter Klett-Cotta, wo u. a. die deutschen Übersetzungen der Werke von J. R. R. Tolkien erschienen sind.

 

Autor: Fabian Schwab

Kurt Wolff: Ein Verleger-Prototyp

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„Warum studierst du Verlagswirtschaft? Mit Büchern verdient man doch heute kein Geld mehr.“ Eine Frage, die ich inzwischen zu gut kenne. Warum sollte man heute noch Bücher machen wollen? Meine Antwort darauf ist ganz einfach. Kurt Wolff. Verleger, unidealistischer Idealist und ein Mensch den ich – wie sicher auch viele andere – bewundere.

Der 1887 in Bonn geborenen Kurt Wolff entstammte einer Bildungsfamilie und verlebte eine recht unspektakuläre Jugend. Er studierte in mehreren deutschen Städten Germanistik und fasste schließlich (zumindest für einige Jahre) in Leipzig Fuß. Plötzlich ging alles ganz schnell. Mit Anfang 20 lernte er Ernst Rowohlt kennen und stieg kurz darauf zunächst als stiller Teilhaber, bald jedoch in aktiverer Rolle, in dessen neu gegründeten Verlag ein. Es kam zu Streitigkeiten zwischen den Beiden und sie gingen bald wieder getrennter Wege, doch Wolff beschloss dem Verlegerberuf treu zu bleiben. Er nutzte die neu gewonnene Freiheit und passte die Verlagsausrichtung stärker seinen eigenen Vorstellungen an.

Der Kurt Wolff Verlag veröffentlichte die frühen Werke einiger der wegweisendsten Autoren des 20. Jahrhunderts. Unter ihnen waren Hasenclever, Werfel, Kafka und Trakl, doch auch Else Lasker-Schüler und Karl Kraus.

1919 zieht der Verlag von Leipzig nach München. Mit den Jahren veränderte sich das Verlagsprogramm und fokussierte sich verstärkt auf internationale Literatur und Kunstpublikationen. Anfang der 20er Jahre gründete Wolff in Florenz einen Verlag rein für kunstwissenschaftliche Werke.

Einige Jahre später, kommt die Wirtschaftskrise und die Verlage geraten in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Wolff muss das Münchner Verlagshaus verkaufen. Er verlässt den Verlegerberuf und widmet sich anderen Dingen, doch nach seiner Flucht vor dem zweiten Weltkrieg in den frühen 40er Jahren gründet er in den USA ein weiteres Mal einen Verlag: Pantheon Books.

Bis zu seinem Tod 1963 unterhält Kurt Wolff Brieffreundschaften mit Autoren und Künstlern. Er lebte Literatur. Durch seine Briefe bekommt man einen Einblick, wer dieser Mensch war. Es ist anzunehmen, dass es sich bei ihm nicht immer um den einfachsten Zeitgenossen handelte, doch wahrscheinlich war es genau das, was ihn so erfolgreich machte.

Er veröffentlichte die Werke der ganz großen deutschen Expressionisten und zwar bevor sie zu den Großen gehörten. Er förderte Autoren, deren Werke Weltliteratur wurden. Ein solches Literaturverständnis zu besitzen und die Sicherheit bzw. auch den Willen zu haben, sich auf neue Wege zu begeben, ist meiner Meinung nach bewundernswert.

Die Kurt-Wolff-Stiftung vergibt auch dieses Jahr am Freitag, den 18. März 2016, um 13 Uhr auf der Leipziger Buchmesse ihre Preise an unabhängige deutsche Verlage, die sich auf besondere Weise hervorgetan haben.

 

Autorin: Amelie Müller

Weihnachten: Very Last Minute Geschenkideen

Weihnachten: Very Last Minute Geschenkideen

In 4 Tagen ist Weihnachten und der ein oder andere unter euch überlegt sicher immer noch, welche Weihnachtsgeschenke es für die Lieben in diesem Jahr sein sollen. Damit ihr euch nicht verzweifelt unter die Menschenmassen in den Einkaufsgassen mischen müsst, haben wir heute ein paar Very Last Minute Geschenkideen, mit denen ihr sicher so gut wie jedem Buchwurm eine Freude machen könnt.

Geschenkideen für entspanntes Lesen

 

Für Harry Potter Fans © etsy.com

 

 

Bei mir darf zum Lesen meist eine heiße Tasse Tee nicht fehlen. Also warum nicht mal eine ganz individuelle Tasse verschenken?

Dazu braucht es nur Keramikstifte (gibt’s in jedem Bastelladen) und euren Backofen!  Circa eine halbe Stunde später ist das Geschenk auch schon fertig!

 

 

 

 


 

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© themerrythought.com

 

 

Außerdem könnt ihr die Teetasse natürlich auch gleich mit ein paar Leckeren füllen. Wem Plätzchen zu langweilig sind, kann sich ja mal an schokoladenüberzogenen Bretzeln probieren. Lecker!

 

 


 

Gerade im (hoffentlich bald) kalten Winter bietet sich ein warmes Bad zum Schmöckern an. Eine Badekugel dafür kaufen kann jeder, macht sie doch einfach mal selbst! Alles was man dafür braucht, bekommt ihr im Supermarkt, der Drogerie oder Apotheke.

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© fitnessista.com

Man nehme:
250g Natron/Backpulver
125g Zitronensäure (in Lebensmittelqualität)
60g Stärke
60g Kokosöl
15 Tropfen ätherisches Öl
Lebensmittelfarbe (flüssige), getrocknete Blütenblätter, etc.
Form, z.B. Muffinförmchen

Verrührt zuerst die Öle; das Kokosöl muss dabei eventuell im Wasserbad erhitzt werden. Vermischt dann die trockenen Zutaten mit der Lebensmittelfarbe (je nach gewünschter Farbintensität) und hebt sie langsam nach und nach unter die Öle. Knetet nun alles zusammen, am Ende fühlt es sich ungefähr wie nasser Sand an. Schließlich müsst ihr die Masse nur noch in eure Förmchen drücken (geht super mit der Unterseite eines Löffels) und um die 24h trocknen lassen. Wer möchte, kann noch getrocknete Blüten o.Ä. dazutun.

 


 

Natürlich könnt ihr euren Liebsten auch direkt ein Buch schenken. Vielleicht ja sogar gleich mit einem passenden Lesezeichen? Eine kleine Anleitung dazu findet ihr hier:

Lesezeichen
© projektila.blogspot.fi

 

Für welche Geschenke ihr euch auch entscheidet, wir wünschen euch ein frohes Weihnachtsfest mit euren Familien!

 

Autorin: Cindy Schulze

Weihnachten: 24 Tage Leserei

Weihnachten: 24 Tage Leserei

Schokolade über Schokolade, die Adventskalender im Supermarkt sind meist schnell verkauft. Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene freuen sich darauf 24 Naschereien zu verdrücken. Wer dessen jedoch überdrüssig ist oder gern einen noch spannenderen Adventskalender haben möchte, der sollte sich mal genauer in einer Buchhandlung umsehen.

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© by Gina Uhlig

Geschichte des Adventskalenders

 

 Die Ursprünge des uns 24-mal beglückenden Produktes gehen zurück ins 19. Jahrhundert. Dort wurden in den protestantischen Familien im Dezember 24 kleine Bildchen an die Wand geheftet. Wer nicht so viel Platz an seiner Wand hatte, der malte 24 Kreidestriche an eine Wand oder Tür und jeden Tag durften die Kinder einen davon abwischen. So sollte die Vorfreude auf Weihnachten weiter gesteigert werden. Den ersten gedruckten Kalender gab es allerdings erst 1903. Dieser war mit 24 bunten Bildchen versehen, die ausgeschnitten und auf einem extra Bogen aufgeklebt wurden. Erst 17 Jahre später bekam der Adventskalender dann seine Türchen, hinter denen sich ein buntes Bild versteckte. Die schokoladene Variante wurde sogar erst in den 1950er Jahren populär. Doch der Zweite Weltkrieg blieb auch für den Adventskalender nicht ohne Folgen. Er wurde unter den Nationalsozialisten aufgrund von Papierknappheit verboten. Erst einige Jahre nach Kriegsende gab es wieder bunte Bildchen und leckere Schokolade hinter 24 Türchen zu entdecken.

 

Die literarische Variante

 

Auch diese Art des Adventskalenders gibt es mittlerweile seit circa 90 Jahren. Die Sankt Johannis Druckerei, ansässig in Baden, brachte damals Adventskalender mit Bibelversen heraus.

Heutzutage ist das Sortiment von literarischen Adventskalendern sehr vielfältig. Dabei werden zwei Arten unterschieden: Entweder der Kalender erzählt eine Geschichte in 24 Episoden oder es gibt 24 kleine Texte zu entdecken. Auch die Darstellungsform ist vielseitig. Sie reicht von kleinen Heftchen, über richtige Kalender, bis hin zu Büchern.

Für jeden ist etwas dabei. Ob kleines Kind, alter Mann, Krimifan oder jede andere Art von Leseratte: ein literarischer Adventskalender ist wirklich jedem zu empfehlen. Nebenbei kann man ja trotzdem die Schokovariante genießen.

 

Autorin: Melanie Uhlig

Essen: Alternative Foodblogs

„Und was kann ich dann noch essen?“

Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich erfuhr, dass ich an Fruktosemalabsorbtion erkrankt bin. Bei dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit kann der Darm nur mit einer geringen Menge Fruktosezucker umgehen. Ein echtes Problem, denn in der deutschen Küche sind Äpfel und Tomaten omnipräsent, zwei fruktosereiche Nahrungsmittel.

KochTrotz

Foodblogs als Antwort! © Cindy Schulze
Foodblogs als Antwort! © Cindy Schulze
Während zur Zeit meiner Diagnose Foodblogs noch nicht in der Mitte der Internetcommunity angekommen waren, bieten sie heute eine einfache Möglichkeit, um Tipps rund um das Thema Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien zu finden.

Der wohl bekannteste Foodblog in dieser Kategorie heißt kochtrotz.de und wird seit September 2010 von Stefanie Grauer-Stojanovic betrieben. Mit einer Vielzahl an Intoleranzen und Allergien ausgestattet kreiert sie abwechslungsreiche Gerichte und legt Altbekanntes neu auf. Rezepte wie schwarzer Sesamkuchen und Kokosmuß helfen schnell über den Verlust von herkömmlichen Leckereien hinweg.

Seit die Autorin ihre Ernährung 2013 vegetarisch und vegan umgestellt hat, findet der Blog auch in dieser Zielgruppe großen Anklang. Laut eigener Aussage rangiert die Seite unter den 20 beliebtesten deutschen Foodblogs.

Im April 2015 erschien das erste Kochbuch zum Blog unter dem Namen „KochTrotz – Kreativ genießen trotz Einschränkungen, Intoleranzen und Allergien“ im foodhacker Verlag. Vorgestellt werden 70 Rezepte, welche je nach Bedarf variiert werden können.

Lecker Ohne

Mein erster Anlaufpunkt war jedoch lecker-ohne.de. Die Seite setzt sich aus einer Koch-Community im Stile von Chefkoch und einer Einführung in die Besonderheiten der Intoleranzen, Allergien und Einschränkungen zusammen. Auch Patientien mit Beschwerden wie Mukoviszidose, Rheuma und Mangelernährung finden hier Anregungen für ihren Ernährungsplan.

Gegründet wurde die Seite von Alexandra Hirschfelder und Sabine Offenborn, beide zertifizierte Diätassistentinnen.

Durch einerseits professionell untersuchte und mit Gütesiegel ausgestattete Rezepte, welche die Verträglichkeit garantieren, und anderseits abwechslungsreiche Beiträge von Nutzern, ist eine umfangreiche Datenbank für jegliche Einschränkung entstanden. Mein persönlicher Favorit ist der supercremige fruktosefreie Schokoaufstrich, der auch häufig von meiner gesunden Bekanntschaft nachgefragt wird.

Im Februar 2015 erschien das Buch „Lecker ohne… Fruktose: Genussvoll essen trotz Fruktoseunverträglichkeit.“ in der Schlüterschen Verlagsgesellschaft. Es gibt einen Überblick über die Beschwerden und zeigt die Verträglichkeit von Nahrungsmittel auf. Daneben werden die besten Rezepte für jede Mahlzeit vorgestellt.

Ein Leben ohne Rezepte aus dem Internet? Nein danke!

Fest steht: Ohne Projekte wie KochTrotz oder Lecker Ohne kann man als Betroffener ganz schön ratlos sein, wenn Allergien und Intoleranzen diagnostiziert werden. Viele Fachärzte können zwar eine Diagnose stellen, kennen sich aber mit der Umsetzung der nötigen Diät nicht aus. Helfen können Diätassistenten und Ernährungsberater, welche gerade im Zusammenhang mit Kreuzallergien (mehrere Einschränkungen treffen aufeinander) wichtig sind. Wohnt man aber weit ab vom Schuss, ist das Internet meist die einzige Informationsquelle. Foodblogs und Koch-Communities helfen den Betroffenen sich gegenseitig zu unterstützen, schüren die Kreativität und verhindern Verzagen, auch wenn die neuste Leckerei mal wieder auf den Magen schlägt.

Autorin: Beatrix Dombrowski